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AMD Open Campus 2022

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Komm, wie du bist – und werde, wie du sein willst: Studieren an der AMD Akademie Mode & Design. Am 16. Juni 2022 findet der AMD Open Campus 2022 statt

Mit dem Studium startet man in einen neuen Lebensabschnitt. Was man während des Studiums lernt, geht weit über reines Fachwissen hinaus. Man wächst zu der Person, die man in Zukunft sein möchte.

Mode, Medien, Management, Design

Die AMD Akademie Mode & Design weiß genau, wie wichtig die richtige Atmosphäre für diese Entwicklung ist. Man braucht ein Umfeld, in dem man sein akademisches, aber auch sein persönliches Wachstum aktiv mit gestalten kann. Und genau das findet man der AMD:

Mit dem Modestudium, dem Medienstudium, dem Managementstudium oder dem Designstudium findest sich hier der Einstieg in die Kreativbranche.

Seit mehr als 30 Jahren richtet die Akademie sich qualitativ hochwertigen Inhalte immer am Puls der Zeit aus. Digitale Transformation, Change–Management, Globalisierung oder nachhaltige Prozesse – die Kreativbranche steht niemals still. Die Dozierenden der AMD Akademie Mode & Design stehen im ständigen Austausch mit dem internationalen Netzwerk an Partnerhochschulen wie etwa in New York, Antwerpen, London, Mailand und vielen weiteren Städten.

Open Campus

Am 16.6. startet der Open Campus mit einer Führung durch Werkstätten und Räumlichkeiten, einer Ausstellung von Studierenden, Podiumsdiskussion, Live-Workshops, Origami Mitmachschnittkurs, Meet & Greet und vielem mehr.

Zwischen 16 und 22 Uhr kann man beim Open Campus die Akademie kennen lernen und ein Teil davon werden. Von 17 bis 21 Uhr kann sich beim Open Grill mit Studierenden ausgetauscht werden.

amdnet.de

Raus aus dem Studium, rein in den Kuhstall

Reisen und neue Erfahrungen sammeln während oder nach dem Studium, das wollen viele. Doch es muss nicht Australien sein. Die freiwillige Arbeit auf dem Öko-Bauernhof oder das Praktikum auf der Alm sind richtig gute Alternativen

Text: Anarhea Stoffel

Ob vor, während oder nach dem Studium: Verreisen ist immer gut, um Erfahrungen zu sammeln, aus dem Alltag rauszukommen und neue Leute kennenzulernen. Die Möglichkeiten dabei sind endlos: Work & Travel in Indien, Sprachaufenthalt in Spanien, Surfen in Australien… Aber nicht für jedes Abenteuer muss man weit reisen. Natur und nachhaltige Landwirtschaft gibt es auch um die Ecke bei der freiwilligen Arbeit auf einem Öko-Bauernhof. Es erwartete einen das absolute Gegenteil zum Studium: Natur, anspruchsvolle körperliche Arbeit im Freien und das Leben auf dem Land. Dazu unterstützt man auch noch nachhaltige Unternehmen und Projekte und lernt Menschen kennen, die ihre Arbeit einer nachhaltigen Zukunft widmen. Und das Beste sind dabei die einmaligen Erfahrungen: Wer kann schon von sich behaupten, ein paar Monate fast nur draußen zwischen Tieren und Traktoren verbracht zu haben? Aber natürlich ist nicht alles Idylle auf dem Land. Solltest man sich für die freiwillige Arbeit auf einem Hof entscheiden, muss einem bewusst sein, dass die Arbeit sehr anspruchsvoll sein kann. Die Menschen, die man unterstützt, sollten sich schließlich auch auf einen verlassen können. Hier erzählen zwei, die sich dem Abenteuer gestellt haben:

Romy (21)

Uni-Extra Alm Romy-klein
Bei Romy hat sich durch die Arbeit auf dem Land viel verändert (Foto: privat)

SZENE HAMBURG: Wo warst du?

Ich war in einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Nähe von Konstanz am Bodensee. Dort wurde auch Gartenbau betrieben.

Was waren deine Aufgaben?

Der Betrieb war gerade dabei, auf klimaneutrale Strukturen umzustellen. Ich durfte viel bei der Entwicklung mithelfen und planen. Das war total spannend. Und nebenbei habe ich viel beim Gemüseanbau mitgearbeitet.

Was hast du mitgenommen?

Dass es total wichtig ist, alte Strukturen immer wieder zu überdenken. Naja, und dank dieser Erfahrung habe ich mich jetzt für das Studium der ökologischen Landwirtschaft entschieden. Also, es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Was fiel dir schwer?

Dass alles mit so viel Bürokratie und Aufwand verbunden ist. Die Lösungen waren manchmal einfach, aber die Umsetzung hat dann ewig gedauert. Ich hoffe, dass das in Zukunft besser wird.

Paul (25)

Für Paul ist nach der Arbeit auf dem Land klar, was er nicht will (Foto: privat)

Wo warst du?

Paul: Ich habe acht Monate auf einer Alm im Vorarlberg in Österreich verbracht.

Was waren deine Aufgaben?

Sehr viel Zäunen vor allem. Aber auch Holzfällen und andere Tischlerarbeiten. Ingesamt sehr viel handwerkliche Arbeit.

Was hast du mitgenommen?

Dass ich auf keinen Fall einen handwerklichen Beruf ausüben möchte. Ich habe zwar viel gelernt, habe sehr spannende Einblicke in die Arbeit auf einer Alm bekommen, aber es waren auch sehr harte acht Monate.

Was fiel dir schwer?

Wie gesagt, mit Tischlerarbeit hatte ich vorher nicht so viel Erfahrung. Es war schwer, da reinzukommen. Außerdem finde ich es schade, dass die Arbeit auf der Alm so schlecht bezahlt wird. Davon leben kann man sicher nicht.

Der Weg auf’s Land

Wer sich während oder nach dem Studium die Arbeit auf einem Hof vorstellen kann, für den gibt es viele Möglichkeiten sich zu Informieren:

Darüber hinaus gibt es auch in und um Hamburg viele spannende Höfe, bei denen es sich lohnt, für ein Praktikum oder als Aushilfe anzufragen.


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Die Schönheit des Verfalls

22 Jahre alt und eine umfangreiche Biografie. Elizaveta Ostapenko, die russischstämmige Künstlerin besuchte die British Higher School of Art & Design in Moskau und nahm an internationalen Festivals wie der Monumenta in Leipzig teil. Aktuell studiert Elizaveta an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK) bei Pia Stadtbäumer

Interview: Markus Gölzer

SZENE HAMBURG: Lisa, in deiner Serie „Pasteurisation“ arbeitest du mit Fundstücken von der Straße wie Papierfetzen oder Plakatresten.

Elizaveta Ostapenko: Ich gehe gern spazieren und mache Fotos von kuriosen Fundstücken. Diese Fotos sind Grundlage für Experimente. Ich verarbeite sie zu Gemälden, indem ich sie übermale und per Tiefdruck auf Papier übertrage. Ich bin sehr neugierig, wie die die Leute das interpretieren. Ich möchte Aspekte der Stadt zeigen, die oft unbemerkt bleiben wie zum Beispiel Plakatfetzen. Ich finde es schön, wie sie sich auf natürliche Weise verändern. Wenn sich die Betrachter meiner Bilder danach die Straße genauer ansehen und auch etwas finden, bin ich zufrieden mit meiner Arbeit.

Was fasziniert dich am Thema „Haltbarmachen“?

Ich interessiere mich sehr für Nostalgie und Zeit. Das ist etwas Russisches, glaube ich (lacht). Alle Russen sind nostalgisch. Ich interessiere mich, wie bestimmte Orte aussehen, welche Bedeutung sie haben, wie sie sich verändern und warum. Das hat auch mit Konservierung zu tun. Wie können wir Bilder dokumentieren und konservieren, die später verschwinden. Warum sollen wir das machen? Was bedeutet das für die Kunst? Was ist der Unterschied zwischen Alt und Neu? Altes ist für viele Leute uninteressant. Für mich ist es interessant.

Hamburg und Berlin

Deine Fundstücke stammen aus Hamburg, Berlin, Moskau, St. Petersburg und Brüssel. Wie ging es dir in den diversen Lockdowns mit ihren Bewegungsbeschränkungen?

Am Anfang war es sehr schwierig für mich. Ich reise gerne, und es ist wichtig für mich, draußen neues Research-Material zu finden. Während des ersten Lockdowns habe ich mein altes Fotoarchiv durchforstet, um Inspiration zu finden. Das hat mir sehr geholfen. Ich habe eine kleine neue Serie gemacht, das Quarantine Sketchbook.

Du warst zuerst in Berlin und bist dann nach Hamburg gegangen. In der Kunstszene ist es meist umgekehrt.

Ich bin nach Berlin gezogen, weil ich mich an einer deutschen Kunsthochschule bewerben wollte. Die Kunstszene in Deutschland entwickelt sich sehr gut. Es gibt so viele Möglichkeiten für junge Künstler. Ich habe eine Cousine, die damals in Berlin gelebt hat. Ich konnte bei ihr wohnen und verschiedene Kunsthochschulen ansehen. Ich habe mich an drei Schulen beworben und dann in Hamburg meinen Platz bekommen.

„Es ist schrecklich, was im Moment in Russland passiert“

Du bist ziemlich rumgekommen. Fühlst du dadurch weniger oder eher mehr als Russin?

Als ich ihn Russland war, dachte ich, ich wäre sehr international. Jetzt lebe ich seit drei Jahren in Deutschland und es wichtig für mich, dass ich einen russischen Hintergrund habe. Wenn ich mit Leuten spreche oder meine Kunst mache, versuche ich, etwas Russisches hinzuzufügen, weil es ein großer Teil von mir ist.

In westlichen Medien hört man selten Gutes über die russische Politik. Wie empfindest du das?

Ich denke, das ist ein wichtiges Thema. Es ist schrecklich, was im Moment in Russland passiert. Ich bin sehr traurig darüber. Aber ich versuche, meinen Freunden ein paar Insights über Russland zu geben. Es gibt trotz der aktuellen Situation so viele tolle Dinge, tolle Projekte und talentierte Menschen in Russland. Es hat nicht alles mit Politik zu tun.

Was ist dein aktuelles Projekt?

Im Moment arbeite ich an einer Serie von Objekten. Ich habe mich entschieden, in Richtung Skulpturen zu gehen. Ich arbeite mit Pappmaché und Keramik. Mit dieser Serie wird mein Research über die Stadt und ihre Straßen fortgesetzt. Ich plane, sie in der Jahresausstellung der HfbK zu zeigen.

elizavetaostapenko.com


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 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2022. Das Magazin ist seit dem 29. Januar 2022 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Leo: „Wieso sind so viele Menschen so ruhig?“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Leo begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Mein Leben ist ziemlich ungeordnet. Ich habe einen Lebenslauf, der keinerlei Logik folgt, habe Studiengänge abgebrochen, mal hier und da geschaut, mittlerweile bin ich bei der Musik gelandet und, na ja, mal schauen, wo das hinführt. Es fühlt sich auf jeden Fall gut an. Ich brauche kein geordnetes Leben. Es ist okay, solange ich später nicht von mir selbst enttäuscht bin. Sodass ich irgendwann da sitze und denke, ich war nicht mutig genug und auf einmal Dinge sage wie: „Boah, hätte ich mal…“. Davor habe ich Angst. Vielleicht ist es auch die Angst davor Angst zu haben.

Die Musik fühlt sich gerade nach einem guten Weg an. Ich schreibe viele Songs über das Klima, über Geflüchtete oder andere Ungerechtigkeiten, die mich beschäftigen. So komme ich mit Themen emotional besser klar. Ich habe auch einen Song für Fridays For Future geschrieben, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, der Bewegung fehlt noch der Sound, da muss ein Lied her. Es heißt „It’s Not Too Late“. Ich habe es sogar mal auf einer Demo vor 20.000 Leuten gespielt. Das war krass. In dem Moment war jegliche Unsicherheit und Aufregung weg, weil ich wusste, dass es richtig ist.

Wir als Musiker haben schließlich ein Sprachrohr. Das sollten wir auch nutzen. Ich frage mich eh häufig, warum die meisten Menschen so ruhig sind. Meiner Meinung nach haben wir Menschen sogar die Verantwortung, auf irgendeine Art aktivistisch unterwegs zu sein. Unser Leben, diese Nische, in der es die Menschheit gibt, ist nicht selbstverständlich. Aber wir leben so als wäre es das. Das geht so krass auf Kosten des globalen Südens, das muss doch langsam mal jeder verstehen. Diese Ungerechtigkeiten tun weh, wenn man mal richtig hingeschaut hat. Dann kann man auch nicht mehr wegschauen. Jedenfalls war’s bei mir so.

 

Andere Realitäten

 

Ich habe früh schon ganz andere Realitäten kennengelernt, weil ich in Japan geboren und aufgewachsen bin. Daher bin ich viel durch Asien gereist und habe eine Armut gesehen, die unvorstellbar ist. Im Altai-Gebirge habe ich Straßenkinder getroffen, die im Winter in Kanalisationen leben, weil es da wärmer ist. Solche Ungerechtigkeiten haben mich immer schon beschäftigt.

Als ich in der ersten Klasse war, bin ich dann mit meiner Mutter zurück nach Deutschland gegangen, zu meinem Vater habe ich heute keinen Bezug mehr. Er ist dageblieben.

Manchmal glaube ich, dass ich durch die Musik ein schweres Thema auch ein Stück weit schöner machen kann, das Thema quasi anders besetzen kann. Außerdem ist es eine besondere Form, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.

Wenn ich hier auf der Straße spiele, schreiben mir oft Leute, dass sie berührt sind, wollen einen Song haben oder sprechen mich an – so wie du jetzt. Obendrein Geld damit zu verdienen, ist auch nicht ganz verkehrt. Heute müssten es so um die 80 Euro geworden sein. Morgen wollte ich mit einem Kumpel nach Schweden fahren. Damit ist die Hinfahrt schon mal drin. Wir wollen zwei Wochen wandern. Wie es danach weitergeht, schaue ich mal.“


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Anna: „Ich mag es allein zu sein“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Anna begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Ich bin allein und finde das auch richtig gut so. Meine Eltern leben in der Nähe von Luxemburg, dort bin ich aufgewachsen, ich wollte aber endlich mal raus und was Neues kennenlernen. Nun bin ich nach Hamburg gezogen und mein Leben hat sich ziemlich verändert. Ich studiere jetzt hier, in einer neuen Stadt mit neuen Leuten und bin weit weg von zu Hause.

Gerade genieße ich das alles sehr. Vor ein paar Jahren war ich mal in Hamburg übers Wochenende. Und hin und wieder kommt man ja in eine Stadt und hat so ein spezielles Gefühl. Das hatte ich bei Hamburg und dachte mir sofort: Hier möchte ich mal leben. Und jetzt bin ich da.

 

Das Zerdenken

 

Ich versuche, in wichtigen Situationen und Entscheidungen weitgehend gelassen zu sein und nehme es so, wie es kommt. Dann klappt meistens auch das, was man sich vornimmt.

Manchmal denkt man natürlich auch über Vergangenes nach und sagt sich vielleicht „hätte ich mal…“, aber ich mag es eigentlich nicht, so zu denken. Hinterher kannst du Dinge immer zerdenken und analysieren, aber es bringt dir in deiner momentanen Lebenslage letztendlich nichts. Du lernst daraus und vielleicht hilft es dir bei der nächsten Entscheidung, ansonsten kommst du damit nicht weit.

Klar, das sagt sich so einfach, aber es stimmt ja. Wenn man sich dann über wirklich wichtige Dinge wie Gesundheit, Familie oder Freunde Gedanken macht, Dinge, über die es sich lohnt tiefer nachzudenken, relativiert sich doch einiges. Dann fällt auf, wie unnötig es war, sich mit irgendwelchen Kleinigkeiten beschäftigt zu haben. Das, was wir haben, ist so viel wert.

Ich hatte lange einen Freund. Wir haben uns im April getrennt. Und für viele hört es sich vielleicht komisch an, aber mir macht es nichts aus, allein zu sein. Im Gegenteil, ich mag es. Und natürlich gibt es Situationen, wo das auch anders ist: Wenn ich schöne Dinge erlebe oder etwas Gutes koche und stolz darauf bin, aber da dann niemand ist, mit dem ich es teilen kann. Doch an der Stelle fängt das Zerdenken schon wieder an.“


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Caroline: „Läuft das jetzt noch zehn Jahre so weiter?“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Caroline begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Am Wochenende war ich mit ein paar Freunden das erste Mal wieder auf einem kleinen Festival. Wir waren mit meinem Bus unterwegs, den ich mir vor drei Monaten gekauft habe. Den musste ich erstmal entrosten, er ist noch überhaupt nicht ausgebaut, im Fußboden ist ein Loch und außer einem Teppich und einer Matratze ist da gar nichts drin. Aber trotzdem war es unheimlich schön.

Draußen schlafen, gemeinsam aufstehen, schwimmen gehen, zusammen kochen und abends auf einen kleinen Dancefloor im Wald: Es hat sich angefühlt wie aus einer anderen Zeit. Und auf einmal sitze ich am Montagmorgen wieder in der Bibliothek und schreibe Bachelorarbeit. Wenn ich könnte, würde ich sofort in meinen Bus steigen und Richtung Portugal fahren.

Oft habe ich das Gefühl, dass ich im Hier und Jetzt mit meinem Leben sehr gut bin, aber dass es nirgends drauf hinausläuft. Wenn ich dann versuche, mir einen Überblick zu verschaffen, kommen mir immer wieder die Gedanken: Läuft das jetzt noch zehn Jahre so weiter oder kommt da noch was? Und was kommt da überhaupt?

 

„Psychologen wissen gar nicht mehr”

 

Um einige Dinge besser zu verstehen, habe ich vor ein paar Jahren mit Psychologie angefangen. Ich wollte auch wissen, warum so vieles blöd zwischen uns Menschen läuft. Tatsächlich ist das Studium dann aber sehr viel theoretischer und wissenschaftlicher, als ich gedacht hatte. Gefällt mir aber auch. Ganz ehrlich, Psychologen wissen gar nicht so viel mehr über andere Menschen. Wir bekommen bloß Theorien als Handwerkszeug mit auf den Weg.

So genau weiß ich auch noch gar nicht, was ich letztendlich damit machen möchte. Ich glaube einfach, dass ich ein Bedürfnis habe, andere Menschen zu verstehen. Das ist so ein bisschen mein Antrieb.“


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Emelie: „Man kommt im Leben weiter, wenn man seine Ängste angeht“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Emelie begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Nach dem Abi bin ich von Teneriffa nach Brasilien gesegelt. Vier Wochen auf dem Wasser. Danach bin ich nicht mehr von der Ozeanographie losgekommen. Ich hatte zwar schon immer eine Faszination für den Ozean, aber dort auf dem Schiff hatte ich das Gefühl, ihm das erste Mal so richtig nah zu sein.

Gleichzeitig hat der Ozean ja auch was total Beängstigendes, gerade weil wir so wenig über ihn wissen. Aber ich glaube, man kommt im Leben weiter, wenn man seine Ängste angeht und ihnen nicht aus dem Weg geht. Ich arbeite nebenbei in einem Kletterwald, habe aber oft Angst vor der Höhe. Strange, oder?

Obwohl ich mich in der Ozeanographie viel mit unserer Welt, dem Klima, den Strömungen auseinandersetze, blicke ich positiv in die Zukunft. Vor der habe ich zum Beispiel keine Angst. Auch weil ich glaube, dem Großteil unserer Generation ist mittlerweile bewusst geworden, dass sie was unternehmen muss. Trotzdem wirkt noch eine gewisse Faulheit mit, das merke ich ja an mir selbst. Wenn ich eben die Möglichkeit habe, die Avocado auch im Supermarkt zu bekommen und nicht extra auf einen regionalen Markt gehen muss, dann mache ich es mir manchmal zu einfach. Uns muss eben klar werden, dass so gut wie jede Entscheidung heutzutage eine Auswirkung hat.

 

Mit dem Forschungsschiff nach Kanada

 

Im September gehe ich auf ein Forschungsschiff und fahre mit einer Crew nach Kanada. Ein bisschen Christoph Kolumbus auf Entdecker-Tour, so fühlt es sich an. Es hat etwas Romantisches für mich auf dem Wasser zu sein: Ich segle über das Meer und bin bereit, Neues zu entdecken. Abgekapselt von allem, was sonst auf der Welt passiert.

Solange ich jedoch meine Freunde nicht vergesse, den sozialen Support habe und Leute kenne, denen ich vertraue, mache ich mir keine Sorgen, dass diese Abkapselung in irgendeiner Form länger anhält. Ab und zu muss man sich selbst auf diesem Vertrauen eben challengen. Und auch einfach mal in den Ozean springen. Obwohl man Angst davor hat.“


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Hamburger Nachwuchs: Sängerin Sukie

Gerade mal ein Jahr ist es her, dass Sukie ihren ersten eigenen Song veröffentlichte. Doch spätestens, als im Oktober ihre Debüt-EP „Love And Impatience“ erschien und die Kunde von einer neuen, talentierten Sängerin aus Hamburg die Runde machte, war klar: Mit Sukie wird zukünftig zu rechnen sein. Im Interview spricht die 22-Jährige über Schwermut als Treibstoff, das derzeitige Darben der Kreativszene und Lichter am Ende des Tunnels

Interview: Daniel Schieferdecker

 

SZENE HAMBURG: Sukie, wie bist du zur Musik gekommen?

Sukie: Musik war immer ein großer Teil meines Lebens. Ich war ein sehr ruhiges Kind, habe viel Zeit mit mir selbst verbracht – und dabei fast immer Musik gehört und gesungen. Ich habe es dann aber eine Weile schleifen lassen – bis vor drei Jahren mein bester Freund bei einem Autounfall gestorben ist.

Und dann?

Das war jemand, der sehr krass gelebt hat; der immer seinen Weg gegangen ist und das gemacht hat, was er machen wollte. Da ist mir bewusst geworden, dass ich viel zu lange meine Zeit mit Dingen vergeudet habe, die mich nicht erfüllen – das ist für viele Leute ja deren Realität. Aber das wollte ich nicht.

Ich habe dann einen Coversong bei Instagram hochgeladen, coole Reaktionen darauf bekommen und weitergemacht. Im Oktober kam dann meine erste EP „Love And Impatience“.

Bist du tatsächlich so ungeduldig, wie es der EP-Titel verheißt?

Ja, ganz schlimm! Wenn ich Dinge nicht auf Anhieb kann, höre ich sofort wieder damit auf. Ich werde sonst wahnsinnig. (lacht)

Deine Pressesgentur hat dich angepriesen als „junge Frau mit Charakter“. Was meinen die damit?

(lacht schrill) Wenn ich das nur wüsste! Hat nicht jeder einen Charakter? Aber sagen wir so: Ich bin in gewissen Dingen sehr speziell – aber auf eine gute Art und Weise.

Das musst du erklären.

Ich bin sehr feinfühlig, eine sehr empathische Person. Das schadet mir manchmal zwar auch, weil ich oft mehr bei anderen bin als bei mir. Aber das ist etwas, das mich ausmacht.

 

 

Deine Lyrics schreibst du auf Englisch. Warum?

Ich habe einen besseren Zugang zu der Sprache. Deutsch als Muttersprache ist einfach zu nah an mir dran. Das Englische ermöglicht mir eine etwas objektivere Sicht auf die Dinge. Aber: Ich bin bilingual aufgewachsen, weil meine Mutter lange in London gelebt hat.

In deinen Songs liegt viel Schwere, in den meisten geht es um düstere Themen. Ist das deine Art der Verarbeitung?

Ja, absolut. Ich kann aber keine Songs schreiben, wenn es mir richtig schlecht geht. Das passiert erst danach, wenn ich die Situation für mich selbst schon ein bisschen verarbeitet habe.

Du machst nicht nur Musik, sondern studierst auch Ethnologie und klassische Archäologie. Inwiefern hat dein Studium Einfluss auf deine Songs?

In vielerlei Hinsicht: Durch das Ethnologie-Studium bekommt man einen sehr weiten Blick darauf, wie die Menschen auf der Welt in der Gesellschaft funktionieren.

Kennst du den Begriff der kulturellen Universalien? Das sind Dinge, die nicht kulturabhängig variieren, die es in jeder Gesellschaft gab und gibt – und eine davon ist Musik. Das finde ich spannend: dass Musik, unabhängig vom Text, eine Sprache ist, die von jedem überall auf der Welt verstanden werden kann.

 

„Ich sehe gerade ganz viele Existenzen sterben“

 

Vor Corona hast du in einer Bar gearbeitet. Seit einem Jahr nun nicht mehr. Hatte das einen Einfluss auf deine Musik?

Total! Ich habe immer gerne Gastro gemacht, aber das schlaucht auch – zumal das ein Job ist, der dir menschlich nicht viel zurückgibt und deinen Schlafrhythmus total zerschießt.

Durch den Wegfall dieses Jobs hatte ich nun mehr Zeit, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Mich zu fragen: Wer will ich sein? Wie will ich klingen? Das hat mir geholfen. So perfide es klingen mag: Ein Stück weit bin ich tatsächlich dankbar für die Situation. Aber jetzt ist auch gut. (lacht)

Welche negativen Einflüsse hatte die Pandemie auf dich?

Ich hatte dadurch viel Zeit zu zweifeln. Zwischendurch bin ich in tiefe Löcher gefallen und hab mich gefragt, wofür ich das eigentlich mache, wenn es ja doch niemand  zu hören bekommt – vor allem nicht live.

Ich kriege ja auch mit, was in meinem Umfeld los ist, wo viele Leute professionell Musik machen. Ich sehe gerade ganz viele Existenzen sterben, Clubs schließen, eine ganze Branche untergehen.

Wie motivierst du dich, trotzdem weiterzumachen?

Indem ich versuche, mich darauf zu besinnen, Kunst nicht für andere, sondern in erster Linie für mich selbst zu machen. Trotzdem macht die Situation mir Angst. Ich saß durchaus schon mit Heulkrämpfen im Studio. Aber eigentlich bleibt einem gar nichts anderes übrig, als positiv zu bleiben und nicht den Glauben zu verlieren.

 

 

Hast du eigentlich eine Lieblingszeile von dir?

Ja, aus „Hit Me“. Da singe ich: „And the night might be yours, but the morning is mine.” Die finde ich sehr schön. Es gibt auch noch eine andere, aber die ist noch nicht veröffentlicht. Kann ich daher nicht verraten, sonst klaut die noch einer. (lacht)

Wenn es unveröffentlichte Textzeilen von dir gibt: Kommt dann dieses Jahr noch was Neues von dir?

Auf jeden Fall! Wahrscheinlich noch eine EP. Und dann mal schauen, wie es insgesamt mit der Musik und Kultur hier weitergeht. Ich habe auf jeden Fall noch einige sehr, sehr gute Songs, die nur darauf warten, veröffentlicht zu werden.

thisissukie.com


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Januar 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Mitten rein: Studienstart im Lockdown

Eigentlich sollte im März die beste Zeit ihres Lebens beginnen. Doch diese wurde zur unsichersten: Svea Fischer und David Abel starteten mitten in der Corona-Hochzeit in ihr Studium: David Medien- und Kommunikationsmanagement an der Macromedia. Svea Bekleidung, Technik und Management an der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW)

Interview: Markus Gölzer

 

Svea Fischer und David Abel (Foto: Leon Bültmann)

Uni-Extra: Wie habt ihr im Studium den Übergang in die Corona-Zeit erlebt? 

David: Ich war zwei Tage an der Uni, dann ging der Shutdown los. Das war für das erste Semester nicht das Schönste. Uns wurde gesagt, ok, das Studium findet eine Woche später statt. In dieser Woche wurden wir informiert, dass alles komplett online stattfindet. Wir wurden darauf vorbereitet, dann gingen die Online-Vorlesungen los.

Svea: Ich war in der Orientierungswoche. Am Freitag wäre eine Begrüßungsparty gewesen, die aber schon nicht stattfinden konnte. Am Montag darauf hätte es eigentlich angefangen, aber dann war Lockdown, und es hat ein bisschen gedauert, bis wir auf Online umspringen konnten. Es war anders als bei David, weil unsere Uni nicht so richtig vorbereitet war. Deshalb hat sich alles nach hinten verschoben.

Wie liefen die Online-Vorlesung ab? 

David: Ich habe jeden Tag Vorlesungen gehabt, live alles miterlebt, konnte mit den Professoren reden. Wir waren 25 bis 30 Leute, manchmal auch 40, das lief ganz gut. Heißt, der Professor war durchgehend zu sehen, man konnte mit ihm sprechen, man konnte auch die anderen sehen. Es war sozusagen die beste Lösung.

Svea: Ähnlich wie bei David. Der Professor hatte dauerhaft seine Kamera an, damit man weiß, wer zu einem spricht. Das war eigentlich ganz nett. Die Kommilitonen hatten die Kamera nicht an. Wenn man eine Frage hatte, hat man sein Mikrofon angemacht, was gesagt und sein Mikrofon wieder ausgemacht. Hauptsächlich hat der Professor gesprochen. Es war ein Zuhören, es ist nie ein Gespräch oder eine Diskussion entstanden.

Wie kamen die Professoren zurecht? Gab es unterschiedliche Herangehensweisen?

Svea: Manchmal wussten die Dozenten nicht, wie man mit den Programmen umgeht, weil es kaum Vorbereitungszeit gab. In Mathe und Chemie hat unser Professor Videos hochgeladen mit Aufgaben, die wir erledigen mussten. Das war nicht live. Dann gab es leider auch Kurse, wo wir gar nichts hatten. In BWL bekamen wir eine E-Mail mit einem Artikel, den wir durchlesen sollten. Andere haben häufig Folien von der Vorlesung hochgeladen, die man sich selbst angeguckt hat. Richtig gut geklappt hat das nicht, weil es von Kurs zu Kurs unterschiedlich war. Jeder Professor hat das so gemacht, wie das für ihn am besten war.

David: Die wurden in der ersten Woche geschult, damit sie mit dem Programm „Teams“ arbeiten konnten. Mit der Zeit hat jeder dazugelernt. Wir haben uns gegenseitig geholfen, haben gezeigt, wie die Dinge funktionieren. Zwischenzeitlich war es etwas hektisch, aber insgesamt hat es gut funktioniert.

Haben die technischen Voraussetzungen gestimmt? Konnten eure Unis die Datenmengen stemmen? 

David: Die Uni war gut vorbereitet. Auch als Schüler musste man bereitstehen. Ich hatte das Glück, dass ich das ganze technische Material zu Hause hatte. Es gab auch viele, die sich ein iPad kaufen mussten, weil sie nur einen schwachen Windows-Rechner vom Vater hatten und deshalb die ersten beiden Wochen nicht dabei waren.

Svea: Wir hatten den E-Mail-Verteiler von der Uni, und da kamen schon öfter mal Mails rein, dass der Server wieder abgestürzt wäre. In den Vorlesungen war zwischenzeitlich mal die Dozentin zehn Minuten vom Bildschirm verschwunden. Von der Studentenseite her war es so, dass man zu Hause die Voraussetzungen wie gutes WLAN brauchtest.

Gab es Kommilitonen, die wegen Geldmangels ins Hintertreffen gerieten?

Svea: Das weiß ich nicht, weil ich nur mit wenigen Leuten zu tun hatte. Aber es kann natürlich sein. Wir sind ungefähr 45 Leute und die Teilnehmerzahl hat immer so zwischen 25 und 35 geschwankt. Es war nie vollständig. Und das könnte natürlich daran liegen, dass die keine Möglichkeit hatten, auf einen Computer zuzugreifen.

David: Ja. Viele. Das Image einer Privatschule ist immer: Das Studium wird von reichen Eltern finanziert. Richtig ist: Die Hälfte der Leute studieren zum zweiten, dritten Mal, sind allein nach Hamburg gezogen, müssen eine Wohnung bezahlen, studieren hier, weil es das Studium nicht an einer staatlichen Uni gibt. Da gab es auf alle Fälle Leute, die sagten, das wäre jetzt schwer zu stemmen.

Habt ihr die soziale Dynamik des Hörsaals vermisst?

David: Ich habe das ganze Unileben vermisst. Das ist auch das, was viele suchen, wenn sie zur Uni gehen. Ich kann sehr gut verbal lernen. Wenn jemand vor mir steht und mir das erklärt, dann lerne ich besser, als wenn ich von einem Blatt Papier ablese. Nach sechs Stunden vor dem Bildschirm ist es schwer, sich zu konzentrieren.

Svea: Auf jeden Fall. Eigentlich habe ich mir vorgestellt, ein richtiges Studentenleben zu haben. Mittlerweile studieren wir ein Semester lang, und ich hätte alle Leute, mit denen ich studiere, schon längst kennenge- lernt. Das fehlt mir, und ich fühl mich auch nicht wirklich als Studentin, weil ich nur online vor meinem PC gesessen habe.

Gab es noch irgendwelche Fragmente vom Studentenleben?

Svea: Gar nicht. Es war wirklich so, als würde ich mich privat fortbilden und mir Videos angucken.

David: Fast gar nicht, würde ich sagen. Man kommuniziert über verschiedene Plattformen, aber man lernt sich nicht kennen. Ich habe die ersten zwei Tage eine kleine Gruppe kennengelernt. Am Ende des Semesters haben wir uns einmal als Gruppe von 40 Leuten im Park getroffen, nicht ganz legal, um uns kennenzulernen. Mehr gab es auch nicht. Wir hatten keine Feiern, keine Gegebenheiten, uns zu sehen. Das fehlt natürlich. Die Unitür schließt sich nie hinter einem. Es entsteht kein Feierabendgefühl.

Hat sich die Wahrnehmung eures Zuhauses verändert, seit es gleichzeitig Hörsaal ist?

David: Auf jeden Fall. Das hat mir auch nicht wirklich gefallen. Man steht auf und hat direkt die Uni neben sich. Ich würde lieber in die Uni gehen. Ich will einen Ort haben zum Studieren.

Svea: Ich habe anfangs in meinem Zimmer gesessen während der Vorlesungen. Dann im Wohnzimmer am Esstisch. Einfach, um mal eine andere Location zu kriegen. Als es warm war, habe ich mir das in der Sonne angehört. Meine Wahrnehmung hat sich nicht geändert.

Habt ihr euch bewusst für die jeweilige Studienform entschieden?

David: Ich habe den Studiengang danach ausgewählt, was ich machen möchte. Ich bin ein praktischer Mensch und habe deshalb einen praktischen Studiengang gesucht. Ich wollte statt einer Ausbildung studieren, damit ich meinen Bachelor habe. Richtung Medien gibt es wenig Studiengänge, die nicht privat sind und mir gefallen haben. An der Uni Hamburg gibt es Medien- und Kommunikationswissenschaften. Das ist sehr, sehr wissenschaftlich und halt nicht praktisch. In meinem Studium habe ich einen BWL-Anteil, einen wissenschaftlichen Anteil und vor allem viel praktische Übungen – Fotografie, Design – und das hat mir gefallen.

Svea: Ich stand zwischen der öffentlichen HAW und der privaten AMD (Akademie Mode und Design). Ich habe superlange überlegt, ob ich staatlich oder privat studieren möchte. Man muss an einer privaten Uni mit Studiengebühren von 600 bis 700 Euro im Monat rechnen. Trotzdem wollte ich schließlich privat studieren. Mein Studiengang „Bekleidung, Technik und Management“ heißt an der AMD „Modemanagement“. Das hat für mich kreativer geklungen, besser für meine Interessen. Dann habe ich an beiden Unis Dozentengespräche gehabt. Die HAW war tausend Mal sympathischer. Eine Freundin studiert an der AMD meinen Studiengang und kennt Leute von der HAW. Die sah keinen großen Unterschied. Da war mir klar, dass ich an die HAW gehe. Das Studium an der AMD hätte einfach zu viele Kosten und zu viel Aufwand bedeutet, um an das Geld zu kommen. Ich bereue die Entscheidung bis jetzt auf gar keinen Fall.

Findet ihr die Corona-Maßnahmen insgesamt angemessen oder übertrieben?

David: Wenn man sieht, wie die Zahlen sind und was alles passiert ist, haben wir das in Deutschland alles gut gehändelt. Natürlich habe ich auch keine Lust mehr auf Corona, aber das kann man nicht ändern.

Svea: Ich finde es schon angemessen. Aber es hat mich dann schon gewundert, dass die Schulen ihren normalen Betrieb wieder aufgenommen haben, und bei uns wird es auch im kommenden Semester so sein, dass die Präsenzlehre nicht zu 100% stattfinden kann.


Cover_SZ1020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2020. Das Magazin ist seit dem 27. September 2020 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Hilfreiche Tipps: So spart ihr Geld im Studium

In studentischen Geldbeuteln herrscht oft gähnende Leere – besonders am Monatsende. Dabei helfen oft schon kleine Kniffe, um sein Geld besser zusammenzuhalten. Finanzcoach Dani Parthum erklärt, warum sich Studierende das Leben leichter machen, wenn sie sich schon früh mit ihren Finanzen beschäftigen

Interview & Texte: Sophia Herzog

 

Finanzcoach Dani Parthum (Foto: Tom Salt)

Uni-Extra: Frau Partum, kann man lernen, mit Geld umzugehen? 

Dani Parthum: Natürlich! So, wie wir alles lernen, von Chemie über Betriebswirtschaft, wie wir Essen kochen, Laufen, Sprechen. Dooferweise lernen wir den Umgang mit Geld nicht systematisch, zum Beispiel in der Schule oder an Facheinrichtungen, sondern vor allem von unseren Eltern. Und die wissen meist auch nicht wirklich Bescheid, haben Halbwissen oder eine schwierige Einstellung zu Geld und Geldanlage.

Welche Fehler machen junge Menschen denn besonders häufig, wenn es um Geld geht? 

Die gleichen wie ältere Menschen auch. Sie denken, das Geld gleich Konsum bedeutet und nicht Gestaltungsspielraum. Geld als Ressource des eigenen Lebens zu begreifen, ist der Schlüssel zu einem bewussten Umgang damit. Mit Geld kann ich mein eigenes Unternehmen gründen, die Welt bereisen, gesellschaftliche Veränderungen unterstützen, mich und andere bilden, nach meinen Werten leben. Sein Geld ausschließlich zu verkonsumieren ist kurzfristig gedacht und dumm.

Welche Tipps haben Sie für finanzunerfahrene Studierende? 

Klug ist es, dem Sparen, und damit auch Investieren, immer einen Vorrang vor dem Konsum zu geben. Und wenn man im Monat nur 25 Euro zurücklegt. Außerdem ist es wichtig, Ausgaben im Blick zu behalten, damit man weiß, wo das Geld in welcher Größenordnung hinfließt. Es gibt da tolle Haushalts-Apps fürs Smartphone oder Online-Banken, die alle Zahlungen automatisch kategorisieren. Und es hilft, Budgets für bestimmte Ausgaben festzulegen wie Feiern, Urlaub, Essen gehen, Kleidung, sowas. Und vor allem: Finger weg von Konsumschulden, also dem Kauf von Gebrauchsgegenständen auf Pump, wie Smartphones. Lieber darauf sparen, das macht mehr Laune und man bleibt unabhängig. Überhaupt Konsum hinterfragen und öfter Secondhand kaufen.

Warum ist es so wichtig, sich schon früh mit dem Thema Finanzen zu beschäftigen?

Weil zu einem selbstbestimmten Leben dazugehört, sich um seine Finanzen zu kümmern. Geld durchzieht alle unsere Lebensbereiche – es gibt nicht mehr vieles, was sich nicht in Geldeinheiten bezahlen ließe. Das müssen wir nicht gut finden, ist aber Realität. Wer diese Realität als etwas Positives erkennt, sein Geld pflegt, einen Finanzplan und ein Vermögensziel für sein Leben entwirft, wird unabhängig sein und selbstbestimmt leben können. Außerdem bedeutet Geld nicht nur Gestaltungsmöglichkeit und Wohlstand, sondern vor allem auch Macht und Einfluss. Warum das anderen überlassen, statt selbst die Welt zu verändern?

Tipps: So geht sparen

 

Internationaler Studierendenausweis

Wer auch im Auslandssemester von Studentenrabatten profitieren will, sollte sich den Internationalen Studierendenausweis ISIC zulegen: Mit der Karte haben Inhaber Zugang zu Vergünstigungen in über 130 Ländern, die Angebote reichen von Inneneinrichtung bis hin zu Flixbus-Fahrten.
www.isic.de

Hochschulsport

Sport machen kann ein ganz schön großes Loch in den studentischen Geldbeutel fressen. Hochschulsport geht günstiger: Für 52 Euro pro Semester können sich Studis normalerweise durch rund 200 verschiedene Sportarten probieren. Aber Achtung: Aufgrund der Corona-Verordnungen ist das Programm gerade geschrumpft.
hsp-hh.sport.uni-hamburg.de

 

NDR Kultur Karte

Lust auf Kulturprogramm? Mit der Rabattkarte von NDR Kultur bekommen Inhaber für 20 Euro ein Jahr lang Vergünstigungen bei 150 Kulturpartnern in Norddeutschland. Mit dabei sind unter anderem das Abaton Kino, das Schauspielhaus und die Konzerte des NDR Orchesters. Rundum-Infos zu den Events findet man online bei NDR Kultur.
www.ndrkulturkarte.de

 

Kunstmeile Hamburg

Kunsthalle, Deichtorhallen, Kunstverein, das Museum für Kunst und Gewerbe und das Bucerius Kunst Forum – wer diese fünf Häuser besuchen will, kann das vergünstigt mit dem Kunstmeilen-Pass: Für 22 Euro haben Studierende ein ganzes Jahr jeweils einmalig Zutritt zu den Museen. Bei Zeitdruck gibt es einen Drei- Tages-Pass für drei Euro weniger. Unser Tipp: Die beeindruckende Ausstellung „Peter Lindbergh: Untold Stories“ ist noch bis zum 1.11.2020 im Museum für Kunst & Gewerbe zu sehen kunstmeile-hamburg.de

 

Too Good To Go

Eigentlich soll die App Lebensmittel vor einem voreiligen Schicksal im Mülleimer bewahren. Dass die geretteten Lebensmittel dabei aber auch noch günstiger sind, ist ein netter Nebeneffekt. Warme Mahlzeiten, Backwaren, Obst oder Gemüse lassen sich ganz einfach über die App reservieren – kulinarische Schätze für kleines Geld.
toogoodtogo.de

 

Haspa Joker unicus

Mit diesem Girokonto können Studierende nicht nur viele Rabatte nutzen, sondern haben auch andere praktische Vorteile – wie ein Handy- Ersatzservice und einen Festpreis für den Schlüsseldienst – falls es mal anders laufen sollte als gedacht. Den Internationalen Studierendenausweis und eine Kreditkarte gibt es übrigens kostenlos dazu.
haspa.de

 


Cover_SZ1020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2020. Das Magazin ist seit dem 27. September 2020 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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