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Weihnachtsmärchen für Kinder

Es ist immer etwas Besonderes, Kinder in Weihnachtsmärchen zu erleben. Wie sie mitfiebern und laut aufschreien, wenn der Prinzessin oder einer*m anderen Held*in Gefahr droht, wie sie begeistert klatschen und sich freuen, wenn die Geschichte auf der Bühne doch noch ein gutes Ende nimmt.

Die Hamburger Theater starten in die Zeit der Weihnachtsmärchen und auch in diesem Jahr läuft wieder ein buntes Programm aus Märchen, Kinderbuch-Klassikern, Singspielen und Geschichten aus aller Welt. Ob Astrid Lindgrens Geschichten, Märchen für die ganz Kleinen oder die Klassiker der Gebrüder Grimm – auf den Hamburger Bühnen ist mit Sicherheit für jede*n das Richtige dabei!

Entdecken Sie die diesjährigen Weihnachtsmärchen in den Hamburger Theatern auf www.theater-hamburg.org und lassen Sie sich für den Theaterbesuch mit den Kleinen inspirieren.

„Robin Hood“ am Schauspielhaus – kein Kasperletheater

Markus Bothe inszeniert am Schauspielhaus „Robin Hood“. Seine Familienstücke haben seit 2005 dort Tradition. Was ist das Geheimnis seines Erfolgs?

Interview: Stefanie Maeck
Foto: Kerstin Schomburg

SZENE HAMBURG: Herr Bothe, Sie inszenieren dieses Jahr wieder das Familienstück am Deutschen Schauspielhaus, welche Erinnerungen haben denn Sie an Ihr erstes Weihnachtsmärchen?

Markus Bothe: Ich habe zwei Erinnerungen, und zwar sehr unterschiedliche. Das eine Mal saß ich im „Zauberer von Oz“ und war begeistert, das ist ja wie im Weltraum, dachte ich die ganze Zeit über staunend. Das andere Mal war es eine Operninszenierung von „Hänsel und Gretel“, ich war ungefähr sieben Jahre alt, und dachte, meine Güte, verkauft ihr euer Publikum für blöd …

 

Das ist eben nicht der Sandmann

 

Sie fühlten sich nicht ernst genommen?

Genau. Wir hatten heute während der Probe übrigens eine ganz ähnliche Diskussion, ob man eine Szene mit den Worten „Liebe Kinder“ einleiten kann. Ich glaube, das geht nicht. Das junge Publikum muss als Publikum ernst genommen werden. Das hier ist eben kein Kasperletheater und auch nicht der Sandmann. Daher beschäftigen wir uns genauso ernsthaft mit den Stoffen wie bei Stücken für Erwachsene. Was versteht man, was versteht man nicht? Nur dürfen wir ein bisschen mehr Theaterzauber auffahren.

Worin besteht die Kunst bei einem Familienstück?

Hinter so einem Familienstück steht bei mir der Anspruch, dass dieses nicht bloß für Kinder, sondern auch für Erwachsene interessant ist. Die Kunst ist es, beide anzusprechen und den Theaterspaß nicht zu kurz kommen zu lassen.

Das Jahr über inszenieren Sie Oper, Musik- und Sprechtheater. Wie sind die Kinder denn als Publikum?

Die Kinder als Publikum reagieren unmittelbarer als erwachsene Zuschauer. Sie nehmen nicht alles unhinterfragt hin. Beim jungen Publikum müssen stringente Spielregeln auf der Bühne herrschen, warum einer jetzt dies oder jenes tut. Wenn das gut erklärt und eingeführt ist, gehen die Kinder mit und reagieren spontan und direkt.

Ist diese Unmittelbarkeit auch mal ein Problem?

Sie ist toll, aber manchmal ist sie tatsächlich herausfordernd. Die Schauspieler müssen im Ernstfall mit dem umgehen können, was die Kinder ihnen an Reaktion zurückspiegeln.

Es heißt, die Kinder könnten sich durch digitale Medien schlechter konzentrieren. Merken Sie das, muss man heute schneller inszenieren?

Das ist schwierig zu beantworten, weil ich mich ja auch selbst verändere. Natürlich haben sich Dinge beschleunigt und Schwellen verschieben sich. Aber ich würde sagen, solche Rezeptionsfragen sind wahnsinnig individuell verschieden, ein Kinderpublikum ist nicht unkonzentrierter als vor zehn Jahren. Vielleicht sind Kinder heute sogar vorbereiteter und können Dinge schneller verstehen, auch durch den Umgang mit anderen Medien.

Mit der Dramaturgin Nora Khuon haben Sie eine eigene Fassung von „Robin Hood“ erstellt. Was erwartet uns?

Als Erstes kann ich verraten, dass Robin bei uns ein Mädchen ist, ein Mädchen, das auf der Flucht ist, sich verstecken muss und für Gerechtigkeit eintritt. Und kein Stück über Robin Hood kommt ohne Bogenschießen aus. Das Stück macht hoffentlich Spaß als eine Art Roadmovie, rund um die Aufgabe, König Richard Löwenherz zu befreien. Dann aber stellen wir auch ein paar ernste Fragen.

 

Nicht mit der Bedeutungskeule, sondern mit Zauber

 

Welche?

Es geht um Fragen wie: Was ist eigentlich Recht und was ist Gerechtigkeit. Robin Hood gilt ja als der Rächer der Armen. Wann ist aber ein Akt Selbstjustiz, wann ist er Anarchie und wann ist es meine Aufgabe als Bürger, Zivilcourage zu zeigen und mich einzumischen? Das Ganze wird bei uns nicht mit der Bedeutungskeule präsentiert, sondern mit Zauber.

Der scheint es Ihnen angetan zu haben?

Was mir tatsächlich Vergnügen bereitet und warum ich so gerne in Hamburg inszeniere, sind die hervorragenden Werkstätten und die Bühnentechnik, die hier schon fantastische Möglichkeiten eröffnen. Ich habe hier ein unglaublich starkes Schauspielerinnen- Ensemble, alles Zeichen dafür, wie ernst das Familienstück genommen wird und wie ernsthaft ich es dann auch betreiben kann.

Sie mögen die Familienstücke sehr?

Ich fühle mich tatsächlich geehrt und in der Verantwortung, denn für viele Kinder kann das ein wichtiges und prägendes erstes Theaterereignis sein.

Sind Ihre eigenen Kinder eigentlich Ihre Kritiker?

Nicht in dem Sinne, dass ich sie strategisch schauen ließe und dann befragte. Aber rückblickend ist es oft witzig, welche Lieder sie noch Jahre später singen und erinnern, anderes ist schnell wieder vergessen. Meine Tochter gab mir gerade den Rat, ich müsse unbedingt wieder Minions im Stück auftreten lassen. Da muss ich sie allerdings jetzt schon enttäuschen. Bei „Robin Hood“ passen die nicht so gut.

Erreicht Sie Fanpost von den Kindern?

Fanpost gibt es, na klar. Aber nicht für mich, den Regisseur. Mich gibt es für die Kinder gar nicht. Die Darsteller oder auch die dargestellten Figuren bekommen aber schon Post. Es wird im Vorfeld gefragt, ob der oder die Darstellerinnen auch wieder mitspielen. Das ist ein gutes Gefühl.

Deutsches Schauspielhaus, 6.12. (Premiere), bis 9.1.2019 


Dieser Beitrag stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2019. Das Magazin ist seit dem 29. November 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop und als ePaper erhältlich! 


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Lust auf mehr Weihnachtsmärchen aus der Spielzeit 2018/19?

 

Das schenken Hamburger zum Fest

Wir haben uns umgehört und verraten Ihnen, was bei Hamburgern wie Corrado Falco, Dayan Kodua oder Thomas Mehlbeer unter Baum liegen wird

Szene Hamburg

Lars Großkurth, Hopperbräu-Chef und Craft-Beer-Genießer (re)

„Ich schenke Johannes Kahrs, SPD-Bundestagabgeordneter, eine Flasche Salonsozialisten (Craft Beer, Anm. der Red.), weil er Humor hat und drüber lachen wird. Auch wenn er kein Bier trinkt.“ Lars Großkurth, Hopperbräu-Chef

Szene Hamburg

Die Französin Sylviane Caressa führt das Au quai Restaurant an der Großen Elbstraße und lebt mit ihrer Tochter an der Elbe.

“Weihnachten ist bei uns jedes Jahr eine richtige Aufregung. M & M kommen seit 16 Jahren aus Berlin & München. Zusammen verbringen wir mit meiner Tochter Lou den Heiligen Abend und haben dabei verschiede Rituale, die nie verändert werden. Geschenke sind ein großes Thema. Dabei geht es uns nie um den monetären Wert, die Überraschungen sollen einfach unsere Liebe widerspiegeln – viel Liebe, also auch viele Geschenke! Dieses Jahr bekommt Lou den Motorrad-Führerschein geschenkt (das ist groß, aber sie wird auch einiges selbst leisten müssen, um es einzusackenJ). Ich habe dafür ein riesiges Paket gepackt: Es sind 7 Boxen ineinander verschachtelt à la Babuschka, im kleinsten befindet sich der Gutschein. Jedes andere erfüllt einen kleinen Wunsch: Nagellacke, Parfum, Bücher, Comics, Konzertkarten und – das darf auf keinen Fall fehlen – Tickets für Sankt Pauli.” Sylviane Caressa  vom Restaurant Au quai

Szene Hamburg

Corrado Falco (62) schenkte mit dem Gallo Nero Hamburg 1999 sein Stück Italien. Foto: priv.

“Das wertvollste, was ich verschenken kann, ist meine Zeit, denn davon habe ich sehr wenig. Dann lade ich meine Lieben gern – insbesondere zur Vorweihnachtszeit – ins Landhaus Meinsbur in Bendestorf ein. Dort gibt es die beste Gans, und man sitzt so gemütlich vor dem Kamin. Ein kostbarer Moment.” Corrado Falco (62)

Schauspielerin Dayan Koda kommt aus Kiel und lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Hamburg. Vor drei Jahren veröffentlichte sie ihr Buch “My Black Skin”, in dem 25 agrodeutsche Persönlichkeiten stolz ihre Hautfarbe zeigen. (Foto: Christoph Mannhardt)

„Zu Weihnachten schenke ich sehr gern leckere und hochwertige Lebensmittel. Meine Freunde und Familie haben schon genug Socken und Dinge im Schrank, die dort in Vergessenheit geraten. Und daher gibt es bei mir z.B. jedes Jahr Marmelade von Annette Pabst. Denn wie sie richtig sagt: ,Das Leben ist fade ohne Marmelade’. Die Marmeladen kommen immer unheimlich gut an. Mein persönlicher Favorit ist Erdbeere mit Vanille. Der absolute Hammer.“ Dayan Kodua, Schauspielerin

Szene Hamburg

Katrin Wachholz (32), Eventmanagerin und PR-Profi aus Hamburg

“Ein ganz besonderes Geschenk sind die Weihnachtskugeln von dem Sozial-Projekt „Made auf Veddel“. Sie werden individuell in liebevoller Handarbeit von ausländischen Frauen auf der Veddel umstrickt und sehen am Weihnachtsbaum wunderschön aus. Gleichzeitig unterstützt man beim Kauf den Verein.”Katrin Wachholz (32)

Szene Hamburg

Franco Schiavone ist der Inhaber vom La Casetta und seit den 70er Jahren als Gastronom in Hamburg bekannt. Zu seiner Höchstzeit hat der Italiener zwölf Restaurants betrieben.

“Mein Sohn Marco und ich lieben Fußball. Mein Geschenk an ihn ist jedes Jahr eine Dauerkarte für unseren Verein, dem HSV. Wir bleiben dem Verein treu – und wir schaffen das!” Franco Schiavone

Szene Hamburg

Birgit Gräfin Tyszkiewicz (55), Gründerin des Labels Roma e und Inhaberin des Concept Store Milchstrasse 11

“Gerne schenkt man genau das, was einen gerade selbst begeistert – oder? Vor wenigen Woche gönnte ich mir einen kleinen „Amadeus“ Montblanc Füller, und seitdem verschicke ich endlos lange Briefe, Einladungskarten und Notizen – ganz old-school handgeschrieben. Der besondere Füller und der damit verbundenen einzigartige Schreibgenuss sind für mich das perfekte Weihnachts-Geschenk in unserer rastlosen Zeit – und gleichzeitig etwas, das ein Leben lang bleibt.” Birgit Gräfin Tyszkiewicz (55)

Szene Hamburg

Setareh Mozaffarian (26) führt mit ihren Eltern Juwelier CABOCHON im AEZ und ist fasziniert von Technik und Ästhetik

“Dieses Jahr verschenke ich gleich mehrfach das Montblanc Augmented Paper. Es ist schön, klein und handlich und vor allem unfassbar praktisch: alle handgeschriebenen Texte oder gescribbelten Zeichnungen können einfach gespeichert oder in einen digitalen Text verwandelt werden. So verbindet sich das Klassische mit dem Innovativen. Es ist so schön, Handgeschriebenes digital verschicken zu können oder ganz praktisch seine Kladde nicht mehr abtippen zu müssen – diese Freude möchte ich auch meinen Freunden machen.” Setareh Mozaffarian (26)

Szene Hamburg

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen und liebt Craft Beer auch nach der Arbeit.

„Also, ich schenke ja meinen engsten Freunden auch ohne Weihnachtsgewimmel regelmäßig eine feuchtfröhliche Kehle mit den besten Craft-Beer-Tropfen der Hansestadt. Darum gibt’s zum Fest auch schon mal was Hopfenfreies! Da hau ich für meinen besten Kumpel Jonas zum Beispiel eine starke Dröhnung anständigen Espresso raus, damit er nicht wieder mitten im Champions-League-Herzschlag-Finale neben mir auf der Couch einpennt. Und für die Frau gibt’s wahrscheinlich ein schickes Essen in einem der zahlreichen feinen Gaumenfreudenspender der Stadt – Liebe geht ja durch den Magen. Und ganz nebenbei hab’ ich dann auch noch Anlass für die jeweils passende Bierbegleitung. Win-Win, würd’ ich sagen!“ Daniel Elich (33) 

Thomas Mehlbeer, Foto hfr

Thomas Mehlbeer ist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Mehr! Theater am Großmarkt tätig. Und hat ein Herz für diese Stadt. Und seine Familie…

“Ich schenke meiner Frau Julia zwei Karten für „Kings of Convenience“ in der Elbphilharmonie, weil wir bei zwei Jobs, drei Kindern und einem neuen Riesenhundewelpen kaum noch Zeit füreinander haben und ich dieses geile Bauwerk endlich einmal von innen erleben möchte.” Thomas Mehlbeer

SzeneHH

Tim Koller (35), verliebter Inder, schwuler Priester und gefährlicher Dealer: In insgesamt 14 Rollen am Schmidt Theater und St. Pauli Theater steht der Schauspieler in der aktuellen Theatersaison auf der Bühne.
Foto: Christoph Boerries

„Ich schenke…mir selber: Zeit!“

 

Vivie Ann Geschenketipp Szene Hamburg

Vivie Ann (25) aus St. Pauli ist Sängerin und Songschreiberin und steht vor allem auf analoge Instrumente. Ihr aktueller Liebling: eine Schreibmaschine.Foto: Sandra Ludewig

„Dieses Jahr habe ich die Nerven meines Managements ziemlich überstrapaziert, und auch wenn die beiden Jungs im Spaß sagen, dass ich sie dieses Jahr ein paar Lebensjahre gekostet habe, weiß ich, dass es an der Zeit ist, ihnen etwas Gutes zu tun. Deshalb schenke ich ihnen zu Weihnachten Gutscheine für eine Therme, die sie dringend nötigt haben!“


Und was schenken SZENE HAMBURG Mitarbeiter? Das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe unseres SZENE HAMBURG STADTMAGAZINS. Ab sofort am Kiosk oder in unserem Online Store erhältlich!

Foto oben: pexels