Sanierung und Erweiterung von Kampnagel: „Baustellen sind der Beweis dafür, dass eine Gesellschaft noch etwas will“

Mit dem feierlichen Spatenstich begann am 30. Oktober 2026 offiziell die bauliche Weiterentwicklung Kampnagels
Begeisterte Zuschauerschaft bei der Performance „Spatenstich“ auf dem Kampnagel-Gelände
Begeisterte Zuschauerschaft bei der Performance „Spatenstich“ auf dem Kampnagel-Gelände (©Christina Herdin)

„Baustellen sind der Beweis dafür, dass eine Gesellschaft noch etwas will“, sagte Dr. Carsten Brosda, Kultursenator der Stadt Hamburg, am 30. Oktober beim feierlichen Spatenstich zur baulichen Weiterentwicklung von Kampnagel. Und die Hamburger Gesellschaft will einiges. Seit 40 Jahren sei Kampnagel ein Ort, der frei auf seine ganz eigene Weise ausprobiere, was sein könnte und die Zukunft der Hamburger Kultur mitgestalte, so Brosda weiter. Diese wichtige Aufgabe der Kulturinstitution wird nun mit 168 Millionen Euro aus Bund und dem Senat der Stadt Hamburg unterstützt. Der wohl größte Hafen der Freien Szene Hamburgs wird damit Staatstheater. Zumindest teilweise. An der freien kulturellen Arbeit Kampnagels wird sich nichts ändern, das historische Areal aber bekommt eine Sanierung und Erweiterung. Dafür seien die Architektinnen und Architekten in den nächsten drei Jahren nicht nur mit 150 Jahren Baukultur konfrontiert, sondern zudem mit einem weiterhin anhaltenden Spielbetrieb sowie einer Baustelle, die performativ erfahrbar sein soll. Dazu erklärten sich Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal von Lacaton & Vassal Architectes bereit. Amelie Deuflhard und Dr. Jonas Zipf, Geschäftsführung von Kampnagel, betonten, wie dankbar sie für die Besonderheit dieser transparenten Baustelle seien. Dr. Carsten Brosda merkte scherzhaft an, dass es in Deutschland bei fertigzustellenden Projekten immer zu Verzögerungen käme, außer bei Theaterproduktionen. Und da diese Baustelle eine performativ begleitete wird, sei das doch das beste Omen für eine Fertigstellung innerhalb der Frist.

vlnr.: Dr. Jonas Zipf, Dr. Wolfram Weimer, Dr. Carsten Brosda, Amelie Deuflhard, Anne Lacaton, Jean-Philippe Vassal, Martin Sowinski (©Carlotta Maas)

Neben dem Kultursenator, den Architekten und der Geschäftsführung von Kampnagel kamen auch Dr. Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, sowie Martin Sowinski, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH, zu Wort. Alle Sprecherinnen und Sprecher betonten, wie wichtig Kampnagel als Kulturinstitution aus ihrer Sicht für die Stadt Hamburg sei und wie glücklich sie über die von allen Seiten wertschätzende und das Beste für Kampnagel bemühte Zusammenarbeit seien.

„Spatenstich“-Performance markiert den Anfang von Kampnagels Transformation 

Innerhalb dieses performativen Prozesses seien drei Big Moments geplant, erklärtte Amelie Deuflhard, Geschäftsführerin von Kampnagel. Der erste markierte heute den Anfang. Daniel Domingo Teruel führte mit „Spatenstich“ eine Baggerballett-Performance unter den staunenden Blicken aller Anwesenden auf, welche symbolisch den ersten Spatenstich inszenierte. Der zweite Big Moment wird sich kommende Woche an drei Abenden ereignen: „Moment vs. Monument“, bei der die Berlier Künstlerin Göksu Kunak die Gegebenheiten der Baustelle in der Halle K1 zum Gegenstand ihrer Performance machen wird. Die Halle K1 ist der Ort auf Kampnagel, der sich als einziger stark verändern wird. In einem ersten Schritt werden hierzu alle Wände herausgerissen. Die Ankündigung des dritten Big Moment steht noch aus, wird aber im Zusammenhang mit neu geschaffenen Stockwerken im Komplex stehen. Im Anschluss an den heutigen Spatenstich wurden die Anwesenden noch zu einer Begehung der beginnenden Baustelle eingeladen. 

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