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Meet the Resident: Oskar.

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor. Im Januar 2017 ist OSKAR. an der Reihe.

OSKAR., 24, seit 2011 DJ, Seit der Eröffnung Resident im PAL, Veranstalter von POWER TOWER im Uebel & Gefährlich.

Schrecklichste Gast-Frage: Mich hat mal jemand beim Auflegen gefragt, ob er einen Track auf YouTube anmachen kann … Im Club!

Platte des Monats: Burial – Rodent (Original Mix).

Lieblingsplatten: Alles von Aphex Twin, alles von Daft Punk bis 2005, Burial’s Untrue LP & Veröffentlichungen auf Labels wie Ostgut Ton, Ilian Tape, R&S, Running Back, L.I.E.S. und Ninja Tune.

Größter Moment als DJ: Jedes Mal wenn ich Support für die Vorbilder spielen darf. Wenn die Tanzfläche komplett gefüllt ist, aber keiner spricht, stattdessen sich alle wie in Trance verhalten. Die Reaktionen der Gäste wenn mein letzter Track ausläuft. Oder wenn man die Fortschritte der eigenen Crew beobachten kann. An dieser Stelle Shout Outs an meine Residents im PAL, Funky Kartell und an alle die mich immer unterstützt und inspiriert haben.

Was nervt in Hamburg: Keine Spätis.

Party des Monats: Die erste Party im PAL nach einer kurzen Winterpause.

/ OMA

PAL
20.1.18, 24 Uhr


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2017. Das Magazin ist seit 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

WohnSZENE – So klappt es mit dem Umzug!

(Sponsored) Neues Jahr, neues Wohnglück! Vor zwei Monaten hieß es für Sarah Ramroth: Umzugskartons aus dem Keller holen und die sieben Sachen packen. Die Bloggerin hatte in Eimsbüttel ihre Traumwohnung gefunden. Mittlerweile ist sie Expertin in Umzugsfragen und verrät uns hier und auf www.wohnfreude.de, woran wir beim Umziehen unbedingt denken sollten…

Die alte Wohnung ist leer, ein neues Wohnglück kann beginnen. Foto: Sarah Ramroth

Hej,

kannst du dich noch an deinen letzten Umzug erinnern? Und bilden sich bei dir, wenn du daran zurückdenkst, eher Schweißperlen auf der Stirn oder verbindest du damit entspannte Erinnerungen? Die meisten Leute reagieren bei dem Thema Umzug genervt und fast jeder hat eine Geschichte davon parat, was alles schief gelaufen ist.

Vor kurzem hieß es auch für mich mal wieder meine Umzugskartons aus dem Keller holen und meine sieben Sachen einpacken. Ich hatte nämlich das große Glück über Freunde meine Traumwohnung in Eimsbüttel ergattert zu haben. Da kommen wir natürlich schon zu dem ersten Punkt, der sich bei der Wohnungssuche als schwierig erweist: überhaupt eine schöne Wohnung finden! Immoscout, Immowelt und Co. sind die ersten Apps, die man sich für die Wohnungssuche auf sein Handy runter lädt. Doch lässt sich dort seine Traumwohnung finden? Und vor allem: angenommen mich haben die Bilder überzeugt- haben sie dann nicht auch zig andere Leute überzeugt? Und lohnt es sich überhaupt zu der Besichtigung zu gehen, wenn von vornherein klar ist, dass es eine Massenbesichtigung ist?

Das sind nur ein paar der Fragen, die sowohl ich mir schon gestellt habe, als auch häufig aus dem Freundeskreis mitbekomme. Sobald man sich aufgerafft hat zu einer Besichtigung zu gehen (hey, man könnte ja schließlich ja schließlich die Auserwählte sein!), geht das Imponieren beim Makler schon los. Wenn ich in der Vergangenheit bei Wohnungsbesichtigungen war, hab ich mich damit immer erst einmal zurückgehalten und mir die Zeit genommen die Wohnung in Ruhe anzuschauen. Was bringt es mir, mich gleich beim Makler aufzudrängen, wenn ich noch gar nicht weiß, ob die Wohnung mir überhaupt zusagt?

Sarahs Tipps für eine erfolgreiche Wohnungssuche:

Mehr praktische Tipps für den Umzug unter www.wohnfreude.de.

 

 Dieser Text ist nur ein Auszug aus Sarahs Beitrag „Neue Wohnung – so klappt es mit dem Umzug!“ . Weiter geht’s bei www.wohnfreude.de, das Hamburger Online-Magazin rund ums Bauen, Wohnen, Finanzieren mit freundlicher Unterstützung der Sparda-Bank Hamburg eG.


Who the fuck is…

Sarah Ramroth gibt auf wohnglueck.hamburg und  @wohnglueckhamburg (Instagram) seit über einem Jahr praktische Einrichtungstipps und verbindet sie mit ihrer Liebe zu Hamburg. Einmal pro Monat berichtet sie über Hamburger Wohnthemen für www.szene-hamburg.com und www.wohnfreude.de.

Auf einen Song mit: Miu

Jeden Monat trifft Erik Brandt-Höge Hamburger Musiker und holt sich aktuelle Musikempfehlungen von denen, die es wissen müssen. Diesmal mit Miu, deren neues Video zum Song Ohana gerade erschienen ist.

SZENE HAMBURG: Miu, wir sind ganz melancholisch drauf. Und wir brauchen einen Soundtrack. Drei Empfehlungen, bitte!

Miu: LCD Soundsystem: „New York I Love You But You’re Bringing Me Down“. Der Song ist so herrlich perfekt unperfekt und könnte die Hassliebe zu einer Stadt wie New York kaum besser ausdrücken.

Black Keys: „Weight Of Love“. Schönster Bass-Sound, eines meiner Lieblingsgitarren-Soli und irgendwie könnte das Lied am Ende eines Roadmovies spielen, wenn der Protagonist in einem alten Auto eine amerikanische Landstraße entlangfährt und die Kamera langsam aus dem Bild zieht.

Damien Rice: „I Don’t Wanna Change You“. Ich könnte eigentlich immer gleich losweinen, wenn ich das Lied höre. Zum einen, weil es einen wunderschönen Streichersatz hat. Zum anderen, weil Damien Rice über eine unerfüllte Liebe mit Größe und Tragik zugleich erzählt.

Was braucht ein schönes melancholisches Lied deiner Meinung nach alles?

Ehrlichkeit! Es geht bei Melancholie nicht um große Instrumentierung oder komplizierte Arrangements. Aber natürlich kann ein Streichersatz an der passenden Stelle Gefühle verstärken. Letztlich zählt aber das Lied an sich. Und wenn es mit dem nötigen Gefühl in Text und Melodie geschrieben ist, dann reicht auch ein guter Sänger mit Gitarre oder Klavier.

Und brauchst du eine melancholische Stimmung, um melancholische Musik schreiben zu können – oder geht das eigentlich immer?

Ich glaube, ich brauche vor allem einen Anlass oder ein Thema, das mich beschäftigt oder in diese Stimmung bringt. Es kann aber auch ein schöner Akkord sein, der im Kopf etwas macht. Aber so ganz grundlos melancholisch bin ich selten, da fängt im Kopf schon meistens irgendetwas an zu rattern. Was ich allerdings gut kann, ist mir zu viele Gedanken machen oder Gefühle aufsaugen und mir zueigen machen. Das begünstigt sicherlich eine gewisse Melancholie in den Texten.

Interview: Erik Brandt-Höge

Knust
12.1.18, 21 Uhr

„Leaf“ von Miu ist am 25.8.17 (Herzog Records) erschienen.


Szene Hamburg Cover August Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Augsut 2017. Das Magazin ist seit 28. Juli 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!


Mobile Bullysuppenküche – Jede Socke zählt

Mit ihrem knallroten Transporter fährt Julia Radojkovic seit drei Jahren ehrenamtlich durch die Stadt und versorgt Obdachlose mit Essen und Klamotten. Im Interview erzählt sie, wie sich aus spontaner Hilfsbereitschaft eine feste Institution mit vielen Helfern entwickelte.

SZENE HAMBURG: Julia, wie bist du auf die Idee gekommen, dich für Obdachlose zu engagieren?

Julia Radojkovic: In Hamburg ist die Präsenz von Menschen, die auf der Straße leben,in den letzten Jahren größer geworden. Ich kann da schwer dran vorbeigehen und das ignorieren. Ich bin in Kroatien aufgewachsen. Wenn da jemand Hunger hatte, hat man ihm einen Teller Suppe gegeben. Das ist ein ganz einfacher uralter Brauch. Auch als Betreuerin in der Familienhilfe war soziale Ungleichheit immer ein zentrales Thema für mich.

Warum gibt es so viele Obdachlose?

Es gibt immer mehr Menschen, die die elementaren Kosten wie Wohnraum und Lebensmittel nicht decken können. Zunehmend werden nicht nur Obdachlose von den Tafeln versorgt, alle SGB-II-Empfänger sind berechtigt, dorthin zu gehen. Es gibt immer mehr Arbeitslose und arme Rentner, die ihre Wohnungen nicht mehr bezahlen können.

Wie ist die Bullysuppenküche entstanden?

Ich habe im März 2014 begonnen, mit einem ehemaligen Klassenkameraden auf der Straße Kleidung und Essen an Obdachlose zu verteilen. In meinem Bully haben wir das Essen transportiert und auf einem kleinen Herd warmgemacht. Ende Februar 2016 wollte ich eigentlich aufhören und nicht mehr mit der entstandenen festen Gruppe verteilen. Allein weiterzumachen, konnte ich mir nicht vorstellen. Ich habe mich auf Facebook verabschiedet und am nächsten Tag hatte ich ganz viele Nachrichten: „Du kannst nicht aufhören“, und „jeder kennt deinen Bully, mach bitte weiter, wir helfen dir.“ Nachbarn, Familie und Freunde haben mir kleine Geldbeträge gespendet und wir haben Klamotten und Schlafsäcke gesammelt. Das hat dann schnell eine Dynamik bekommen, da ich über unsere Arbeit auch immer auf Facebook berichtet habe.

Wie ist das Team zusammengesetzt?

Ein großer Teil des Teams besteht aus Menschen, die inzwischen nicht mehr obdachlos sind. Es geht nicht nur um das Essen, es geht auch um Beratung und Kontakte für die Obdachlosen und um die Gemeinschaft. Die Männer achten aufeinander. Es gibt feste Treffen und es wird sich ausgetauscht. Wenn es einem schlechtgeht, ist man nicht mehr allein. Es ist ein Vertrauen entstanden, weil die gemeinsame Zusammenarbeit verbindet.

Ihr arbeitet mittlerweile auch mit anderen Organisationen zusammen.

Wir arbeiten gern mit dem CaFeé mit Herz und dem Jakob-Junker-Haus zusammen. Das ist ein ganz toller Ansprechpartner, wenn es um Unterbringung geht. Hanseatic Help hat uns von Anfang an mit Sachspenden unterstützt. Der Verein hatte zuerst den Schwerpunkt Flüchtlingshilfe und hat im Laufe der Zeit auch viele soziale Organisationen mit Sachspenden versorgt.

„Bei uns gibt es für die Obdachlosen immer eine Umarmung.“ Foto: Michael Kohls

Dir liegt besonders auch an einer persönlichen Begegnung.

Es geht immer auch um menschlichen Kontakt. Viele Menschen haben Berührungsängste, auf Obdachlose zuzugehen. Auch, wenn sie gern helfen würden. Einige kommen zu uns zu Besuch und sehen, die Obdachlosen sind Menschen wie du und ich. Jeder bei uns ist, wie er ist, und so wird er auch genommen. Bei uns gibt es für die Obdachlosen immer eine Umarmung. In vier Jahren ist ein Vertrauen entstanden, weil die Menschen wissen, dass wir kommen. Inzwischen haben wir bessere finanzielle Mittel, seit letztem November werden wir von der Reimund C. Reich Stiftung gefördert. Dadurch verfügen wir über Geld, dass wir beispielsweise für fehlende Personalausweise und andere Soforthilfen einsetzen können. Teilweise können wir helfen, dass die Menschen wieder Leistungen beziehen können. Wir gehen auch mit ihnen zur Behörde oder zum Arzt. Es kann nicht sein, dass Menschen kaputtgehen, weil sie irgendwelche Dokumente nicht haben. Darum geht es uns, es geht um die Zwischenversorgung von Lücken.

Am Anfang wart ihr nur fünf, sechs Personen. Wie viel seid ihr inzwischen?

So um die 20 Leute ist unsere Basis. Es gibt aber auch Menschen im Hintergrund. Eine Helferin hat zum Beispiel Kontakt hergestellt zu Hund & Katze in Winterhude, die spenden jetzt regelmäßig Futter für die Hunde unserer Gäste. Von der Hofküche bekommen wir hochwertiges Essen geliefert sowie von einer Vollwertküche und einem Fleischlieferanten. Auch um solche wichtigen Unterstützer kümmern sich einzelne Netzwerker.

Wo findet eure Verteilung statt?

Wir sind schwerpunktmäßig sonntags alle zwei Wochen tagsüber unterwegs. Wir starten zurzeit um 13 Uhr bei der St. Trinitatis Kirche in der Königstraße. Da haben wir viel Platz. Wir fahren im Winter auch Standorte ab, wo sich Obdachlose sammeln. Dies wird dann individuell entschieden auf dem Weg zu unserem zweiten Standort bei der Altmannbrücke/ Ecke Münzstraße. Zusätzlich verteilen wir warmes Essen zwischen den Feiertagen vom 25. Dezember bis 1. Januar, denn da haben die meisten Tageseinrichtungen für Obdachlose zu. Wir sind immer unterwegs zwischen Altona und Innenstadt.

Was könnt ihr jetzt im Winter besonders gut gebrauchen?

Ein großes Manko sind immer Winterstiefel, Rucksäcke und Winterschlafsäcke. Wir brauchen auch Hygieneartikel und Geldspenden. Immer willkommen sind aktive Helfer– wir brauchen kräftige Menschen zum Tragen – und weitere Fahrer mit Autos. Wir freuen uns auch über Menschen, die frischen Kuchen backen und auf einen Kaffee vorbeikommen. Jede rkann etwas beitragen – jede Socke zählt.

Interview: Angela Kalenbach

www.mobilebullysuppenkueche.de

FoodSZENE – Jasmin unterwegs #4

Schmackhafte Kleinigkeiten, klirrende Weingläser, eine kleine sbronza (Rausch): Warum es sich jetzt lohnt, einen Blick auf die italienische Aperitivo-Kultur in Hamburg zu werfen. Gönnt euch!

Zeit für Aperitivo!

Norditalien hat nicht nur ausgezeichnete Weine, sondern auch eine ausgeprägte Aperitivo-Kultur. Als ich während meines Studiums eine Zeit lang in Verona verbrachte, war die Piazza delle Erbe Dreh und Angelpunkt meines Soziallebens. Hier traf ich mich mit Kommilitonen abends auf einen Aperol Spritz, den wir in einer der zahlreichen Bars bestellten und dann draußen auf dem Platz oder den vom Tag erwärmten Steintreppen tranken.

Das orangefarbene Gemisch aus bittersüßem italienischen Likör, Sekt und einem Schuss Sodawasser war nicht nur das erschwinglichste Getränk bei rund 2 Euro, es war auch das gängigste. Mit einem Spritz in der Hand kam man ruckzuck ins Gespräch – ob mit Kommilitonen, einheimischen Berufstätigen oder Touristen (und davon gibt es massig in Verona, der Stadt von Romeo und Julia). Kein Aperitivo ohne Cicchetti: Für einen kleinen Aufpreis überbrückten wir mit lecker belegten Röstbrotscheiben– gegrilltes Gemüse, Sardellen, Eier, Prosciutto, you name it! – genussvoll die Zeit bis zum Abendessen. Jetzt wisst ihr, warum Italiener so spät essen.

Es kann den Tag beenden oder Anfang eines Abends sein, an dem man feiern geht.

Aperitivo ist ein schönes Ritual. Es kann den Tag beenden oder Anfang eines Abends sein, an dem man feiern geht“, sagt meine Freundin Francesca, die in Venedig studiert hat und heute in Udine lebt. In Venedig ist die Aperitivo-Kultur mindestens so stark ausgeprägt wie in Verona. Davon konnte ich mich selbst überzeugen, als ich Francesca einige Male zur Eröffnung der zweijährlich stattfindenden Kunstbiennale besuchte. Nach Ausstellungs- und Arbeitsende finden sich vor sagenhafter Kulisse Menschen aller Nationalitäten auf den Plätzen und Bootsstegen zusammen, um bei einem Glas Wein, Spritz oder auch GinTonic in der Hand den Feierabend einzuläuten. Man genießt die Kühle des Drinks, isst eine Kleinigkeit, verquatscht sich. Dazu gibt es die bereits erwähnten Cicchetti – in Udine nennt man sie übrigens Crostini und in Mailand Stuzzichino. Der Aperitivo Milanese sei aber noch mal etwas anderes, weiß Francesca. Er sei glamouröser. Man bezahlt eine Pauschale für alles, wobei weniger getrunken würde, dafür feinere Kost auf die Teller käme.

Holt die Aperitivokultur nach Hamburg: Das Standard in der Großen Freiheit. Foto: Standard

Jetzt habt ihr Lust bekommen, den nächsten Kurztrip nach Italien zu planen? Nicht nötig: Mitten auf dem Kiez hat Anfang 2017 eine Bar eröffnet, die die Aperitivo-Kultur nach Hamburg holt. Im Standard gibt es nicht nur extrem leckere Drinks – mehrere Spritz-Varianten mit hausgemachten Sirups, Negroni, Mules oder feine Weine –, sondern auch diverse Antipasti, die zu den Getränken gereicht werden. „Wer lange bleibt, wird belohnt“, lockt der Kellner augenzwinkernd. Man bestellt hier ein auf den ersten Blick nicht günstiges Getränk und lässt sich überraschen: angefangen bei Oliven über eine kleine Brotzeit oder Hummus mit Zitronennote bis zu Papardelle mit würziger Kürbis-Erdnuss-Paste. Verliebt habe ich mich in den Standard-Spritz mit Lavendelsirup, Rosenölund persischen Rosenblüten,die dekorativ auf der Oberfläche schwimmen und zwischen den Zähnen knistern (9 Euro). Auch Abstinente kommen auf ihre Kosten: Absolut empfehlenswert ist der Gurken-Spritz mit Gurkensirup, Zitrone und alkoholfreiem Sekt (9 Euro). Auf Holz oder Schieferplatten hübsch arrangiert, werden die Häppchen von der sympathischen Köchin Jasmin Baltres persönlich serviert.

„Wer lange bleibt, wird belohnt“, lockt der Kellner im Standard.

Überhaupt beweist die Kiezbar extrem viel Stil: Auf den langen Tischen stehen extravagante Blumenarrangements und bauchige Frankenwein-Flaschen mit aromatisiertem Leitungswasser. Unverputzte Wände bilden einen tollen Kontrast zur Marmortheke und im Badezimmer kann man sich mit Independent-Magazinen und dem Bestaunen von Kuriositäten die Zeit vertreiben. Im Hintergrund läuft Jazz und Bossa Nova. Musik – überhaupt ein wichtiges Thema im Standard. Auf Soundcloud sind mittlerweile vier Mixtapes online, die den Vibe der Bar ins eigene Wohnzimmer holen.

Standard, Große Freiheit 90 (St. Pauli),Telefon 36 94 66 33, Di-Sa17–22 Uhr; www.standard.hamburg


Who the fuck is…

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. „Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch“, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.

jasmin.shamsi@vkfmi.de

Golden Pudel is BACK

WAU! Die Elbphilharmonie der Herzen ist zurück. SZENE HAMBURG blickt ins Innere des beliebten Hafenrand-Clubs und freut sich über die Eröffnung.

Die 550 Tage ohne Golden Pudel waren mehr als genug. Ohne großes Brimborium sollte Mitte August der frisch renovierte Club erneut seine Türen öffnen. So zumindest wünschte es sich das Betreiber- Kollektiv einige Zeit vorher. „Die Idee ist, einfach aufzumachen und so zu tun, als ob nichts war. Wir wollen jetzt einfach unser Ding machen und zur Normalität übergehen“, so Mitbetreiber Ralf Köster zur SZENE HAMBURG. Und so wurden einige überrascht, als die Nachricht der Wiedereröffnung erst drei Tage vor dem geplanten Datum die Runde machte. Keine Pressemitteilung, keine Interviews. Lediglich eine Aktualisierung der eigenen Webseite mit dem Programm für die kommenden Wochen.

Dass Bude, Terrasse, Vorplatz und sogar Pudeltreppe trotzdem gerammelt voll waren, überraschte dann weniger. Zu groß war die Lücke, die die Schließung nach dem fatalen Brand im Februar 2016 in der Kunst- und Musikszene der Stadt hinterlassen hatte. Deren Vertreter waren am Eröffnungsabend so zahlreich vorhanden, dass man mit ihnen mühelos ein mittelgroßes Festivalprogramm füllen könnte. Und das ist trotz der im Pudel so angenehm praktizierten Unaufgeregtheit gegenüber Szeneprominenz interessant, weil es die Reichweite der Pudelfamilie verdeutlicht, in erster Linie aber die große Solidarität zeigt, die der Laden – nicht erst, aber ganz besonders – seit dem verheerenden Feuer erfahren hat.

Weltweite Soli-Veranstaltungen, Exil-Partys befreundeter Clubs, freiwillige Helfer, Benefizkonzerte oder zahlreiche Spendenaufrufe bekannter Persönlichkeiten wie Helge Schneider, Ewald Lienen, Beginner, Jamie Lidell, Jimi Tenor, Deichkind, Trentemöller, Fettes Brot und vielen weiteren, haben dazu beigetragen, dass das durch Löschwasser zerstörte Erdgeschoss saniert werden konnte und dank neuer Betondecke auch während der folgenden Obergeschoss- Bauarbeiten geöffnet sein kann.

Und Solidarität mit dem Pudel ist weiterhin wichtig. Denn obwohl die Stadt Hilfen von 200.000 Euro zusagte und auch der Bezirk Altona 100.000 Euro für den Wiederaufbau übernimmt, soll der Rest der Gesamtkosten von rund 850.000 Euro durch Eigenleistungen und Spenden erbracht werden, berichtet der NDR.

So zu tun, als ob nichts war, klingt da schwierig, gelingt an den ersten Clubabenden aber ganz gut. Wer sich früher problemlos durch den Club navigierte, wird dies auch heute tun. Betritt man den Pudel durch die schweren Holzflügeltüren, fällt vor allem der neue Tresen ins Auge. Seitlich versetzt bietet der Barbereich mehr Platz für eine wirkliche Neuerung: Der Pudel öffnet jetzt ab 20 Uhr. „Wir wollen auch Kneipe für den frühen Abend sein, ein Kumpelnest in dem man sich gepflegt unterhalten kann ohne gegen die Musik anschreien zu müssen“, erzählt Köster. „Für die Nachbarschaft und für Leute, die nicht erst um 2 Uhr nachts ausgehen um sich an Beats für die Hüften zu erfreuen“.

Keine Musik von der Stange: Pudel Dancefloor. Foto: Katja Ruge

Natürlich wird das weiterhin möglich sein. Große Teile des bewährten Programms mit täglichen Veranstaltungsreihen wie Die Kotze hat meine Jacke verklebt oder dem MFOC-Sonntag und Pudel-nahen Labels und Künstler*innen wie Ratkat, Cindy Looper, Pelle Boys, Gatto Musculoso, Knarf Rellöm, Smallville oder liebe*detail finden sich im September-Programm wieder. Und auch Konzerthighlights wie der Auftritt der Sheffielder Band Blood Sport knüpfen nahtlos an alte Pudelzeiten an.

Am besten also hingehen und sich selber ein Bild machen. Denn eines ist klar: Jetzt spricht wieder die Musik!

Mehr Infos auf www.pudel.com

Text: Ole Masch / Fotos: Katja Ruge

Dieser Text ist erstmals erschienen in der SZENE HAMBURG Ausgabe September 2017.

 

Hamburg, unsere Liebe!

Wir haben gefragt, Ihr habt geantwortet: Wofür liebt Ihr Hamburg? Einige Antworten haben wir hier zusammengefasst.

„Warum ich Hamburg so liebe? Sobald ich hier her gezogen bin, hatte ich das Gefühl, endlich in meinem Leben und damit bei mir selbst angekommen zu sein. Weil Hamburg eine total entspannte und offene Stadt ist. Und dann erst Hafen und Elbe! Da kann man Freiheit pur atmen. ?.“ Nicole K. aus Hamburg Altona

Hamburg

Hamburg, Blick aufs Mehr! Theater und den Großmarkt. Foto: Regine Marxen

Hamburg ist meine Perle, meine Stadt, weil ich die Atmosphäre liebe, den Geruch der Straßen, das bunte Treiben an der Elbe – einfach die Lebendigkeit der Stadt!!Auch Hamburg schläft nie!! Und dort leben meine beiden Töchter – also wird ein Teil von mir immer in Hamburg sein!“ Petra N. aus Schleswig

„Hamburg ist meine Perle, weil mir dort endlich der Wind um die Ohren fegt (ich wohne nämlich in Erlangen und hier geht nie ein Windchen), weil ich nicht genug vom Anblick der Elbphilharmonie bekommen kann und weil es im Alten Mädchen großartiges Labskaus mit Spiegelei und Rollmops gibt (letzte Woche erst getestet!)!“ Nicole B. aus Erlangen

„Hamburg ist meine Stadt, weil es bunt und tolerant ist.  Meine Perle, weil täglich neue Dinge entstehen, z.b. tolle Craftbier Brauereien ebenso wie die Elphie.“ Axel K. aus Hamburg Altona

elbphilharmonie-sonnenuntergang

Hamburg. Unsere Perle! Bild aus dem Buch „Elbphilharmonie“ von Joachim Mischke / Michael Zapf, Edel Books, 240 Seiten, 29,95 Euro

HaMbuRg WirD geLieBt, wEil KeiNe sTadt so ViEL wAssEr HaT wiE Wir 🙂  oB voN ObeN aLS Auch Von unTen. ReepErbaHn rOcKT, DoM sChmekt 😉 ScHiffE trötEn, AutOs hupen, StAu nerVt. ElbphilhArmonie teuer, trOtzDem Schön, MicHels SchwEster. TeleMicheL eröffnung erfreut, Bleiben wir SzenE HamburGs StadtmagaZin trEu.“ Simon K.

Hamburg ist meine Perle, weil die Stadt mich aus Bremen herzlich aufgenommen hat, hier sooo viel Wasser ist und man die Freiheit spürt!“ Linda D.

Hamburg ist meine Perle, weil die Stadt sehr weltoffen ist und die meisten ihrer Einwohner sich durch eine zurückhaltende und sehr verlässliche Mentalität auszeichnen.“ Andreas G. aus Hamburg Lokstedt

„Hamburg ist meine Perle/meine Stadt, weil:  weltoffen, nie langweilig, auch wenn ich in der Fußball-Saison jedes 2. Wochenende da bin, sie selbst bei Schietwetter aufregend ist, es die besten Fischbrötchen und bestes Bier gibt, super Kneipen, Musik, kulturelle Angebote. Meine Stadt, wenn ich mal nicht mehr arbeiten muss.“ Elke G. aus Northeim

Hamburg ist meine Perle, weil ich hier die wertvollste Perle überhaupt kennengelernt habe: meinen Freund!“ Eva K. aus Hamburg Neustadt