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Wir suchen kreative Köpfe mit viel Leidenschaft für Print-Magazine und großem Interesse an allen Formen der digitalen und analogen Kommunikation!

Die Kumst Medien Vermarktungsgesellschaft macht genau das, was der Firmenname aussagt: Wir vermarkten Magazine wie SZENE HAMBURG, SZENE HAMBURG Essen+Trinken, hamburg:pur, verschiedene Wirtschaftstitel und zahlreiche Online-Portale.

Unsere Magazine und Kunden sind genauso vielfältig wie wir. Wir brauchen Deine kreative und fachmännische Unterstützung in der Betreuung von Online- und Anzeigenkunden, der Neukundenakquisition und der aktiven Vermarktung von Sonderthemen, Crossmedia- und Onlineprodukten.

Was wir von Dir erwarten:
– Spaß an Deiner Aufgabe
– fundiertes, kaufmännisches Know-How
– überzeugendes Auftreten und eine positive Ausstrahlung
– Fähigkeit auf Menschen einzugehen
– Teamgeist
– Freude an multimedialem Denken
– MS-Office- und Internet-Kenntnisse

Was wir Dir bieten:
– unbefristete Festanstellung
– attraktive Einkommensperspektiven durch eine fixe und variable Vergütung
– Übernahme von eingeführten Verkaufskontakten
– ein Team, das zusammen an neuen Aufgaben wächst

Quereinsteiger sind willkommen!

Du fühlst Dich angesprochen? Dann schicke uns bitte Deine Bewerbungsunterlagen per E-Mail an tanya.kumst@kumst-media.de.

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Die Kogge – Verknarzter Punk-Charme in Gefahr

Auch Rock-’n’-Roller müssen mal schlafen. In Hamburg gibt es dafür seit 15 Jahren einen Ort in der Bernhard-Nocht-Straße – gleichzeitig Hotel und punkige Kneipe. Jetzt sehen sich die Betreiber in ihrer Existenz bedroht, denn der Mietvertrag läuft aus. Zwei Jahre müssen überbrückt werden, ehe eine Fläche auf dem ehemaligen Esso-Häuser-Gelände bezogen werden kann. Und auch dort gibt es Unstimmigkeiten: Die Kogge soll lediglich einen Rohbau bekommen.

Nashville Pussy, Murder Junkies, Electric Eel Shock, The Cynics, The Mars Volta. Der Hamburger Kiez hat schon unzählige Gitarrenbands mit klangvollen Namen in dreckigen Kaschemmen auftreten sehen. Ist der letzte Ton verklungen, die letzte Hi-Hat verstaut und der letzte Kümmelschnaps geleert, stellt sich für die nassgeschwitzten Musiker noch die Frage: weiterziehen oder pennen gehen?

Für oben genannte ging es bei mindestens einem Hamburg-Besuch zum Schlafen in die Bernhard-Nocht-Straße 59. Hier, in Spuckweite von Reeperbahn und Elbe, liegt die Kogge. Seit 15 Jahren steht der Name für eine Bar, mit täglichem DJ-Programm von Psychedelic Rock bis HipHop, und für ein Rock-’n’-Roll-Hotel im Stockwerk darüber, zwölf teils winzige Zimmer mit jeweils völlig unterschiedlicher Gestaltung. Da gibt es die Hochzeitssuite ganz in Weiß genauso wie „Honeckers Herrenzimmer“ mit lindgrünem Ohrensessel nebst Blumenmuster-Stehlampe.

Negativer Countdown: Tage bis Mietvertragsende. Foto: Sophia Herzog

Die Kneipe ist eine Attraktion für sich. Durch eine wie aus Schiffsbohlen gezimmerte, mit Aufklebern übersäte Tür geht es in einen kleinen Bar-Raum mit hölzernem Tresen hinein. Über der Bar thront eine zur Piratin umdekorierte Marilyn-Monroe-Büste. Stilecht begrüßt sie den Besucher mit Augenklappe und Kogge-Tattoo. Weiter rechts hängt eine Digitaluhr: Ein Countdown zählt Tage, Stunden, Minuten und Sekunden herunter. Stand 15. Juni 2018: Es sind noch 380 Tage bis der Mietvertrag der Kogge ausläuft.

Ende Juni 2019 werden die Betreiber Riikka Beust und Gernot Krainer die Bernhard-Nocht-Straße wohl verlassen müssen. Der aktuelle Vermieter scheint die Bar loswerden zu wollen und zeigt sich nicht gesprächsbereit. Die in Aussicht gestellte Fläche im sogenannten Paloma-Viertel am Spielbudenplatz (Ex-Esso-Häuser) wird frühestens 2021 bezugsfertig. Per Chatfunktion aus dem Urlaub in Montana, USA, zugeschaltet, erzählt Riikka Beust von ihrer Beziehung zur Nachbarschaft und von der unsicheren Zukunft einer Kiez-Institution.

SZENE HAMBURG: Riikka, wie kamst du zur Kogge?

Riikka Beust: Schon als ich 16 Jahre alt war, habe ich dort Zigaretten gekauft. Damals war das eine heruntergewirtschaftete Nachbarschaftskneipe. Eine Seemannskaschemme mit angeschlossenen Prostituiertenzimmern. Ich hatte dann gleich bei der Besichtigung des leer stehenden Ladens im Jahr 2003 die Vision, dort ein Rock-’n’-Roll- Hotel zu machen. Mit der Hilfe von 50 St. Paulianern haben wir die Kogge dann flottgemacht.

Das Viertel und seine Bewohner waren also stets involviert?

Der Laden hat eine Vergangenheit, die zum Viertel gehört, deshalb haben wir auch den Namen übernommen. Man kann sich nicht einfach vornehmen, St. Pauli zu sein, das ist etwas, das man in sich trägt und was nur mit nachbarschaftlicher Einbindung funktioniert. Hier treffen Anwohner an der Bar auf ein internationales Musikpublikum. Es gibt einen kollektiven Gedanken, und unsere Leute haben ein Händchen für Musik, Kultur und Kunst. Wir arbeiten eng mit Live-Clubs zusammen, die darauf angewiesen sind, für ihre Bands bezahlbare Zimmer zu finden. Somit sind wir ein sozialer wie auch kultureller Standort.

Ungewöhnlich: Die Bar ist gleichzeitig die Hotelrezeption.

Bei uns wird niemand mit einem aufgesetzten Lächeln empfangen. Jeder, der bei uns arbeitet, behandelt die Gäste so, wie sie ihm begegnen. Unser Leitspruch ist: Der Gast ist Kunde – nix mit König. Wer sich blöd verhält, bekommt das direkt um die Ohren. Ich möchte Menschen hinterm Tresen haben, die auch mal die Klappe aufreißen, wenn’s nötig ist. Das wissen fast alle unsere Gäste zu schätzen.

Bei Bewertungsportalen gibt es Kritik: Das Hotel sei verwohnt, die Einrichtung entspräche eher einer Jugendherberge.

Wir kommunizieren bei den Buchungen ganz klar, dass wir anders sind. Dass es auch mal lauter werden kann, man aber dafür eine einzigartige Atmosphäre bekommt. Es gibt dennoch immer wieder Leute, die nur buchen, weil es günstig ist und nahe bei den Musicals liegt. Die Zimmer sind klein, das Mobiliar ist nicht neu, die Einrichtung eher spartanisch. Für Schränke ist gar kein Platz. Aber sauber ist es immer – ich lasse nichts auf unsere Bettenhasen kommen, die jeden Tag putzen! Im Übrigen liegen bei uns immer Ohrenstöpsel auf den Betten. Von denen immer nur sehr wenige gebraucht werden, so schlimm kann es also nicht sein.

Die Rocker benehmen sich nie daneben?

Natürlich! Einmal wurde der Feuerlöscher zum Partyspielzeug zweckentfremdet. Der gesamte Inhalt schmückte in schönsten Mustern den Hotelflur. Die Spur führte zur aufstrebenden Band im Viererzimmer. Der Bassist kuschelte friedlich schnarchend mit dem Feuerlöscher im Arm! Ich habe sie dann mit Kopfschmerztabletten fröhlich geweckt, und die weinenden Jungs unter strenger Aufsicht putzen lassen.

Kommen wir zu ernsteren Themen. Wie ist die aktuelle Lage?

Die Endlichkeit steht vor der Tür, unser Mietvertrag läuft in genau einem Jahr aus. Der Vermieter hat schon gerichtlich versucht, uns loszuwerden, es scheint nicht möglich, noch einmal zu verlängern.

Nun ist die Kogge bei den Entwürfen der Planbude von Anfang an dabei gewesen und hat eine Zukunft im Neubau auf dem ehemaligen Esso-Gelände. Problem: Das Paloma-Viertel wird erst zwei Jahre nach dem Auslaufen eures Mietvertrages fertig.

Selbst, wenn im Paloma-Viertel alles gut gehen sollte, müssten wir die Zeit von 2019 bis 2021 überbrücken. Wir können nicht einfach ein Hotel finden, in dem wir ein Exil-Quartier aufbauen. Und nur eine Bar zu machen, würde nicht unserem Alleinstellungsmerkmal entsprechen, wir verlören Mitarbeiter und Kundenstamm.

Was muss passieren?

Die Politik müsste auf den Vermieter einwirken, damit wir mindestens zwei Jahre länger an diesem Standort bleiben können. Wir würden uns schon freuen, wenn wir in Verhandlung gehen könnten. Offenbar besteht ein öffentliches Interesse am Erhalt der Kogge, das haben ja die Umfragen der Planbude gezeigt.

Was sagst du denn zu den Plänen für das Paloma-Viertel?

Es ist toll, dass eine Stadtentwicklung möglich ist, die nicht an den Bürgern und Nachbarn vorbeigeht. Leider gibt es Unwahrheiten, was den Planungsstand für die Kogge betrifft. Da wurde verkündet, wir wären sicher ab 2021 im Neubau dabei. Dabei sollen wir lediglich einen Rohbau ohne Heizung und sanitäre Anlagen bekommen. Das ist, als würde man ein Auto ohne Lenkrad übernehmen! Wenn wir noch Kredite über 500.000 Euro aufnehmen müssen, ist das wirtschaftlich für uns nicht tragbar.

Kann die Kogge in einem schicken Neubau überhaupt funktionieren?

Der Geist der Kogge ist verbunden mit diesem leicht verruchten Seemannscharme. Das würde schon einen etwas offizielleren Hotelcharakter bekommen. Aber die liebevolle Verknarztheit der Kogge würden wir dem schon irgendwie einprügeln.

Text & Interview: Jan Paersch
Fotos: Sophia Herzog

Bernhard-Nocht-Straße 59 (St. Pauli)


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2018. Das Magazin ist seit dem 29. Juni 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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3 Spots für Streetfishing – Wo beißen welche Fische?

Streetfishing in der Großstadt ist auf dem Vormarsch. Hamburg mit seiner abwechslungsreichen Wasserlandschaft bietet dafür beste Voraussetzungen. Angeln ist eine Philosophie und bringt Ruhe, Entschleunigung und ein geschärftes Bewusstsein für das Tier als Nahrungsquelle. Den Fisch auf dem Beitragsbild würde man übrigens nicht essen. Er ist zu klein und wird wieder ins Wasser zurückgeworfen. Die hier genannten Spots dürfen auch ohne Vereinszugehörigkeit befischt werden. Einen Angelschein muss aber jeder besitzen, der seine Angelroute ins Wasser hält.

1) Hamburger Butt in der Hafencity

Erst mal vorab: Die Hamburger Elbe ist ein Tidengewässer, achtet also auf die Uhrzeiten. Die erste Angelstelle in Hamburg für Streetfishing – das Angeln im Großstadtlärm – ist natürlich die HafenCity. Um die Elbphilharmonie sitzen immer mal wieder Angler, lieber siedeln wir aber auf eine weniger überlaufener Stelle um: runter zum Baakenhafen. Unmittelbar vor der HafenCity Universität, auf beiden Seiten der Brücke, befinden sich die besten Plätze zum Auslegen. Der Plattfisch fühlt sich hier heimisch.
Buenos-Aires-Kai

2) Aal an der Dove-Elbe

Der Aal mag es lieber in tiefen Hafenbecken oder im Sommer am Rand des Hauptstroms. Für Aal-Angelei empfiehlt sich der Radweg zur Dove-Elbe: Anstatt zu baden oder zu faulenzen, versucht es mit einem Aalsitz in der Tatenberger Bucht – in der Dämmerung beginnt die heiße Phase. Also, Angel auswerfen, Bier auf, Grill an und dann: Geduld haben.
Tatenberger Weg

3) Zander auf der Veddel

Der Süßwasserraubfisch mag es im ruhigen, wärmeren und trüben Wasser lieber: Hamburg ist berühmt für seinen Zander. Die Veddel mit ihren vielen Hafenbecken und Kanälen, vor allem in der Billwerder Bucht, ist dafür der perfekte Fangplatz. Mit ähnlichen Bedingungen auf der anderen Seite der Elbmetropole ist das Köhl­fleet in Finkenwerder. Filetiert und kross gebraten, schmeckt der besonders lecker – da sagt der Angler: Petri Dank!
Entenwerder

Text: Julika Kott
Beitragsbild: Unsplash


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Sommer in Altona – Zappeln im Zelt

Festival mit Hippie-Charme am Nobistor.

Sommerzeit ist traditionell Festivalzeit, und in dieser Zeit sticht der „Sommer in Altona“ aus dem Meer von Festivals allein schon in optischer Hinsicht heraus. Ab Ende Juli verwandelt sich der Park am Nobistor für vier Wochen wieder in einen großen Zirkus, denn der Schauplatz des „Sommer in Altona“ ist keine gewöhnliche Bühne, sondern ein Zirkuszelt. Akrobatik und Zauberei werden dort zwar nicht im eigentlichen Sinne zur Schau gestellt – allerdings sorgen dafür nationale und internationale Pop-Künstler für akrobatische Gesangseinlagen und Sprachzauber in (hoffentlich) warmen Sommernächten. Im Herzen Hamburgs, nicht weit von Kiez, Hafen und Reeperbahn entfernt, stehen dann insgesamt 20 hochkarätige Kulturveranstaltungen auf dem Programm. Das Hauptaugenmerk liegt dabei wieder auf der Konzertreihe.

Den Anfang des sehenswerten Line-ups machen am 28. Juli die Briten von Deaf Havana, deren jüngste Platte „All These Countless Nights“ Platz fünf der britischen Charts erreichte und auch in Deutschland für Aufsehen sorgte, wie die fast ausverkaufte Deutschland-Tour im vergangenen Frühjahr und Herbst demonstrierte. Am 31. Juli folgt der Singer-Songwriter Moritz Krämer mit seiner Band. Im August folgen weitere Schmankerl wie die Berliner Künstlerin Amanda, die in ihrer Musik Rap, Soul und Pop verbindet sowie die Singer-­Songwriterin Madeline Juno, die letztes Jahr ihr erstes deutsch­sprachiges Album veröffentlichte und die Hamburger-Schule-­Heroen Die Sterne. Außerdem: Mount Kimbie, Yo La Tengo, The Dead South und lilly among clouds & Tex sowie Lesungen von SICK – Shore, Stein, Papier. So wie es sich für ein Fes­tival gehört, ist in Form von Getränkeständen und Food-Trucks natürlich auch für kulinarische Verpflegung und Biergarten-Atmosphäre gesorgt.

Text: Ulrich Thiele
Beitragsbild: Alexander Schliephake

27.7.-31.8.2018; www.sommerinaltona.de

 


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Freie Autoren für ein hyperlokales Projekt gesucht!

Wir suchen ab sofort freie Autoren mit einem sicheren und lockeren Schreibstil. Ihr solltet euch sehr mit Hamburg verbunden fühlen und gut in der Stadt oder einzelnen Stadtteilen auskennen.

Wer Interesse hat, schickt einfach seinen Lebenslauf mit Arbeitsproben an hedda.bueltmann@vkfmi.de. Wir freuen uns auf euch!

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1 Frage, 1 Antwort – mit Nikolas Migut

Nikolas Migut ist Filmemacher beim NDR und der ARD. Aus einer seiner Reportagen ist der gemeinnützige Obdachlosen-­Verein StrassenBLUES e.V. entstanden, der auf kreative Weise Menschen mit und ohne Zuhause verbindet. Dafür gab es den „Alternativen Medienpreis“ und eine Nominierung für den SMART Hero Award. Nikolas Migut weiß, was wirklich zählt. Darum freuen wir uns, dass er Teil unserer Kolumne ist.

SZENE HAMBURG: Wofür würdest du Karmapunkte vergeben?
Nikolas Migut: Meine höchste Anerkennung haben jene, die anderen Menschen helfen. In meiner Familie hat gerade die fast 90-jährige Großmutter ihren Mann verloren. Sie kann sich alleine nicht mehr um sich selbst kümmern. Es ist die Familie meiner polnischen Frau. In Polen ist es in der Gesellschaft fest verankert, dass sich die Nächsten um ältere Menschen kümmern und nicht in ein Pflegeheim geben. Ich habe gro­ßen Res­pekt vor meiner Schwieger­mutter, die jetzt ihre Mutter bei sich auf­genommen hat und bis zum Lebensende pflegen möchte. Ebenso bin ich tief beeindruckt, was Pfleger in Pflegeheimen leisten, wenn sie sich angemessen und würdevoll um ältere Menschen kümmern. In unserer Wirtschaft finde ich es höchst ehrenwert, wenn Sozial­unternehmer ein gesellschaftliches Problem lösen wollen und dabei nicht primär den Gewinn vor Augen haben, sondern einen positiven Wandel in unserer Gesellschaft ­erreichen möchten. Es gibt einen Sozialunternehmer, Josh Littlejohn, der in Schottland die ­Obdachlosigkeit lösen will. Im Kern betreibt er die hochwertigen Restaurants „Social Bite“, die sowohl Obdachlose als auch Gäste versorgen. Dabei hat ­einer von vier Mitarbeitern mit Obdachlosigkeit zu kämpfen. Beide Hilfen für Mitmenschen verdienen für mich massig Karmapunkte.

www.strassenblues.de


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Gin Salon – Stilvoll trinken

Immer mehr Gin-Sorten er­obern die Bars – gar nicht so einfach da die Übersicht zu behalten. Aber dafür gibt es ja zum Glück Tastings wie den Gin Salon, den die SZENE HAMBURG gemeinsam mit dem Abendblatt veranstaltet.

Allein der Blick durch die hohen Rundbogenfenster auf den Bleichenfleet lohnt einen Besuch im PrinzKommaBernhard. Der etwas sperrige Name des Restaurants ist eine Hommage an den Künstler Bernhard Prinz, dessen Werke an den Wänden hängen. Aber an diesem Abend spielen andere Kreationen die Hauptrolle. Denn hier findet der Gin Salon dieses Mal in hanseatischem Ambiente statt. Zum dritten Mal sind fünf Gin-Hersteller zu Gast, mit besonderen Flaschen im ­Gepäck: 360° Gin veredelt diesen mit Sanddorn und Ostseesalz und Skin Gin setzt vor allem auf Marokkanische Minze und edles Design. Die Manufaktur Lehmitz serviert seinen mit grünem Paprika-Mus, um den herben Geschmack zu begleiten, während Port Gin auf Magie setzt: Der Blaue Schnaps wird bei der Zugabe von Tonic Water pink. Gemixt wird mit den verschiedenen Tonic-Sorten von Thomas Henry. Für ihre Region und mit Äpfeln aus dem Alten Land brennen die Jungs von Knut Hansen: Ein milder Gin, der auch pur gut runtergeht. Sich für einen Festpreis von 69,90 Euro durch die ­Sorten zu testen, macht Laune. ­ Damit das so bleibt, werden köstliche Burger, mit Angushack- oder Gemüse-Patty serviert. Und zum knabbern zwischendurch: Trüffel-Chips von Sal de Ibiza. Gesellig ist es und unterhaltend. Und auch trockene Informationen über die verschiede­nen Sorten werden durch die frische und lockere Modera­tion von Schauspie­ler und Lokalmatador Marek Erhardt zu Entertainment. Und das Gin Tasting zu einem bunten Abend.

/ HED


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Open Air – 5 Sommerkinos für Hamburg

Zeit für große Gefühle an der frischen Luft! An diesen Orten könnt ihr feines Arthouse-Kino und aufwändig produzierte Blockbuster gucken, während der Wind mit euren Haaren spielt und Grashalme eure Füße kitzeln.

1. 3001 – Filmnächte …

… am Millerntor. Ja, sie sind wieder da! Nach drei Jahren kehrt das Stadtteilkino ins St. Pauli-Stadion zurück. Genauer gesagt: in die Südkurve. Hier zeigt das 3001 Kino vom 18. bis 25. Juli einen Mix aus Dokus und anspruchsvollen Kassenschlagern (u. a. „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, 20.7., „Aus dem Nichts“, 21.7.). Beginn ist um 22 Uhr, Einlass ab 21 Uhr.
www.3001-kino.de

2. B-Movie am Stintfang

Am 21. Juli packt das B-Movie Filmprojektor, Grillzeug und Getränke ein – ab zum Paula-­Harpinski-Platz, zum legendären Kino-Open-Air vor berauschender Hafenkulisse! Traditionell gibt es hier einen 16-Millimeter-Klassiker zu sehen, und mit „Der Würgeengel“ (MEX 1962) von Luis Buñuel hat das B-Movie-Team einen künstlerischen Knaller herausgewühlt. Bei schlechtem Wetter findet die Vorstellung im Kinosaal statt. Beginn ist um 22 Uhr.
www.b-movie.de

3. ElbFilmKunst

Schöne Filme an schönen Orten, das ist ElbFilmKunst. Dem Bienensterben widmet sich der Dokumentarfilm „More Than Honey“, gezeigt am 30. Juni im August-Lütgens-Park in Altona (21.40 Uhr, Eintritt frei). An den darauffolgenden Samstagen wird aufgrund von Bauarbeiten nicht der Beselerplatz, sondern der Cranach-Park in Othmarschen zum Kino: Gezeigt werden „Sexy Beast“ (7.7., 21.40 Uhr), „Synecdoche, New York“ (14.7., 21.30 Uhr) und „Ex Machina“ (21.7., 21.20 Uhr). Am 28. Juli geht es an den Blankeneser Elbstrand. Auf dem Programm: „Sonatine“ (21.10 Uhr), ein mörderischer Yakuza-Film aus 1993.
www.elbfilmkunst.de

4. Schanzenkino

Großes (Blockbuster-)Kino mitten im Sternschanzenpark (siehe Beitragsbild). Vor der 128 Quadratmeter großen Leinwand gibt es ausreichend Stühle für alle Zuschauer, auf Decken lümmeln ist aber auch kein Problem. Eine Stunde vor Filmbeginn wird auf der Wiese gepicknickt – Fressbuden sind vor Ort, Essen mitbringen erlaubt (Grillen nicht). l www.schanzenkino.de St. Pauli Sommerkino Noch mal Millerntor, dieses ­ Mal aber die Nordkurve: Hier gibt es bis 9. Juli täglich – auch bei Regen, die Plätze sind überdacht! – vornehmlich Block­bus­ter zu sehen, z. B. „The Big Lebowski“ (30.6.), „Das Pubertier“ (4.7.) oder „Fuck ju Göhte 3“ (6.7.). Filmbeginn ist jeweils um ca. 21.45 Uhr, Einlass eine Stunde früher.
www.stpauli-sommerkino.de

5. Zeise Open Air

Feines Arthouse-Kino, Sneak Previews und Oscar-Knaller servieren die Zeise Kinos täglich von Mitte Juli an im lauschigen Innenhof des Altonaer Rathauses. Los geht es am 13. Juli um­ 22 Uhr mit der Komödie „Ein Lied in Gottes Ohr“ über die multireligiöse Band eines Rab­bis, eines Pfarrers und eines Imams. Neu in diesem Jahr: Tickets können auch online bestellt werden.
www.zeiseopenair.de

Zusammengetragen von Maike Schade


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#FCKSTRAWS – Mit Strohhalm? Nein, danke!

Durch Plastikmüll droht den Ozeanen der Kollaps und Meerestieren der Tod. Fuck that – sagen Clubkinder und Green Music Initiative und wollen Plastikstrohhalme aus den Drinks verbannen.

Gigantisch ist die Menge an Plastikstrohhalmen, die in Hamburger Bars und Clubs in nur einer Nacht über den Tresen geht. „Ständig in jeden Drink einen Strohhalm zu stecken, ist dumme Gedankenlosigkeit“, sagt Ole Müggenburg. Der Sprecher des gemeinnützigen Clubkinder e. V. hat gemeinsam mit der Green Music Initiative in Hamburg die Kampagne „#fckstraws – Love Party Hate Plastic“ an den Start gebracht hat – für ein nachhaltiges Nachtleben. Dabei sind Hamburgs Gastronomen gefordert: Möwe Sturzflug, Central Park und Moondoo ziehen schon mit. Ein Sticker an der Theke soll die Gäste auf die Aktion und das Plastikproblem aufmerksam machen. „Wir wollen das Thema mit Spaß vermitteln und nicht als Moralapostel auftreten“, so Müggenburg. Ein kleiner erster Schritt auf einer großen Mission, die mühsam, aber nicht aussichtslos erscheint.

Schwimmende Gefahr

Mit ihrer Initiative kommen Müggenburg und seine Mitstreiter der EU-Kommission zuvor: Die gab im Mai dieses Jahres in ihrer Plastikstrategie bekannt, dass sie Strohhalme und an­- dere Einwegprodukte verbieten will, um die Müllflut einzudämmen. Doch die Mühlen der Büro­kratie mahlen äußerst lang­sam und vor 2019 wird es voraussichtlich keine verbindlichen Gesetze geben.
700 Kilogramm Plastikmüll landen jede Sekunde in den Ozeanen. Die EU-Kommission untersuchte 2017, woraus dieser zusammengesetzt ist. Das Ergebnis: Strohhalme werden ­besonders häufig an den Strän­- den angeschwemmt. Allein in Deutschland werden jährlich 40 Milliarden von ihnen verbraucht. Ein Video, das 2017 ­viral ging, zeigt, wie sich ein Strohhalm im Nasenloch einer Meeresschildkröte verfängt – sie ­atmet schwer und blutet. Vor allem die dünne, längliche Form des Trinkhalms ist ein Problem, da sie die schädliche Wirkung potenziert. Die Tiere halten den Halm für Futter, verschlucken das unverdauliche Teil und verhungern dann mit vollem Magen. Auch, wenn Strohhalme nur einen kleinen Teil des Mülls ausmachen – sie sind ein Symbol für die Milliarden Tonnen von unsinnigem Plastikmüll, der in den Meeren landet.

Pioniere hinter der Bar

„Indem wir zukünftig keine Plastikstrohhalme mehr verwenden, wollen wir unsere Gäste für dieses Thema sensibilisieren“, sagt Alexander Kulick, Co-Betreiber vom moondoo auf der Reeperbahn. Er und sein Team wollen den Strohhalm nicht verdammen, sondern suchen nach Alternativen aus Glas und Maisstärke Keine leichte Aufgabe, denn die umweltfreundliche Variante ist teuer und für die Gäste erst mal ungewohnt. „Das große Umdenken hat noch nicht stattgefunden“, sagt Ku- lick, „die Gastronomie ist nicht auf Nachhaltigkeit ausgelegt.“ Nach dem Benutzen müssen die Strohhalme eingesammelt, zwischengelagert und dann in der Spülmaschine gereinigt werden. All das kostet mehr Zeit und Aufwand, als Plastikmüll wegzuwerfen. Doch Kulick nimmt die Herausforderung an und will zeigen, dass es auch anders geht. Im moondoo schlürfen die Gäste seit Juni ihren Drink durch einen Glashalm. „Wir sind weit davon entfernt, ökologisch perfekt zu sein. Aber wir wollen uns dem Thema öffnen und neue Wege gehen.“

Text: Sabrina Pohlmann
Beitragsbild: Marcel Kuhls

#FCKSTRAWS ist nur der Anfang. Unter dem Motto #FCKPLASTIC folgen weitere Aktionen.

www.greenmusicinitiative.de
www.fckplastic.org


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Bedrohte Räume #25 – Isebekstraße ohne Comeback?

Tränen lügen nicht.

Sonntag: Foo Fighters Konzert auf der Trabrennbahn und 60.000 Rockfans in Cargohosen, Flipflops und wahllos aus der Grabbelkiste hervorgefummelten schwarzen BAND Shirts fluten Bahrenfeld. Ebenso Sonntag: Ich kehre nach dem Spaziergang mit Hund Tulpe im Volkspark deshalb nur zu Fuß zurück ins St. Pauli Nest. Nichts geht mehr. Alles gesperrt. Uff.

Um Polizeiaufgebot, Dosenbierbergen und Cockrockfans gleichermaßen zu entkommen und ein erbauendes und weniger testosteronkulturelles Erlebnis in meinen Nachmittag zu flechten, drehe ich eine Schleife hinterm Diebsteich. Hier schlummert das alte METRO-Areal, ehemaliger Konsumtempel für Großhändler im Glück. Auch die geschichtsträchtigen Thyssen Krupp-Häuser werden mir wertvolle historische An- und Aussichten bieten, frohlocke ich. Zudem ist Kurzfilmfestival auf dem alten Postgelände – geil, denke ich, hier kann ich Vergangenheit tanken und danach noch nice Kulturfreundschaften pflegen.

Doch was ich entdecke, treibt auch dem härtesten Iron Maiden-Enghals-T-Shirt-Träger die Tränen ins Gesicht: Hinter der S-Bahn-Station Diebsteich röchelt der zubetonierte Isebekkanal unter einer Schlickdecke vor sich hin. Wohin das Auge reicht, tote Fische, Müll, Müll, Doppelmüll und grüne Soße – „und das seit Jahren“, weiß Hundebesitzer Hinnerk mit seiner lieben Labra-Dolly zu berichten.

„Dahinten geht’s jetzt richtig zur Sache!“ schnoddert er hervor, und weist mit dem Kackebeutel im feisten Fäuchtchen Richtung Isebekstraße. „Hier wird alles verkauft, die Leute werden komplett verarscht. Die klassizistischen Stadthäuser werden kaputt geschlagen, der Sozialbau wird entwohnt. Jedes zweite Haus steht leer. Nur wir Asis“, wie er sich selbst nennt, „dürfen hier noch abwohnen, bis der Bagger kommt. Müll, Asbest, Beton, Leerstand, Abriss, Spekulation. Willkommen in NEUTONA!“

„Das geschieht hier am helllichten Tag?“, entrüste ich mich, „Weshalb guckt hier keiner hin?“ „Das METRO Gelände wird plattgemacht“, erzählt er, „Thyssen steht in den Sternen und aus dem wertvollen Stadtteil hinter der Stresemannstraße bastelt die Stadt still und leise an den ganz fetten Spekulationsobjekten. Im Neubau da drüben kostet die kleinste Wohnung schon 437.000,00 Euro.“

Mit der Tulpe an der Leine spaziere ich durch die Isebekstraße. Wahnsinn! Die Häuser stehen fast leer, die Fenster blind, die Straßen still und Thyssen Krupp in rotem Backstein, scheint dem Tod geweiht. Ich entdecke kleine Gärten, verwunschene Hinterhöfe, der UNION Sportverein mit großen Flächen, die alte Post. Da ist Platz, Platz und noch mal Platz. Doch hier wird gerade massiv spekuliert, abgerissen und NEU bebaut: Eigentumswohnungen für Neuhamburger und Spekulantenpack.

In Hamburg, so scheint es bisweilen, braucht es schon ziemlich dringende Gründe, um ein Gebäude stehen zu lassen, das man auch abreißen könnte. Hier kann man abreißen. Denn der Isebekkanal kann nicht schreien, die armen Leute haben keine Lobby und die SCHICKIMICKI Erben haben Hunger auf Profit. Ganz ehrlich? Dann lieber Cockrockfans in Cargohosen. PROST, Hamburg, Du gehst mir am Arsch vorbei.

Eure Raumsonde

Andrea


Who the fuck is…

Andrea Rothaug Szene Hamburg Stadtmagazin

Foto: Katja Ruge

Andrea Rothaug ist eine musikalische Raumsonde mit Hang zum Wort, Kulturmanagerin, Autorin, Dozentin, Veranstalterin, Präsidentin. Was diese Frau so alles treibt, erfahren Sie unter www.andrearothaug.de

 


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