Hamburg zur Fahrradstadt – Interview mit Kirsten Pfaue

Vom Fahrradfreak zur Radverkehrskoordinatorin: Kirsten Pfaue (43) hat eine atemberaubende Strecke hinter sich. Und noch lange nicht genug. Hamburgs Radler sollen sich bald so wohl fühlen wie in anderen Millionenstädten.

SZENE HAMBURG: Frau Pfaue, welche emotionale Verbindung haben Sie zum Fahrrad?
Kirsten Pfaue: Ich liebe Fahrradfahren! Für mich steht es für Freiheit und Unabhängigkeit. Es gibt nichts Schöneres, als auf dem Rad den Wind in den Haaren zu spüren und die Stadt unmittelbar zu erleben. Als Jugendliche spielte ich viel Handball. (lacht) Ich kenne heute noch jede Halle in Hamburg und den dazugehörigen Radweg. Meine erste Radtour an die Mosel unternahm ich als 16-Jährige. Später ging es nach Korsika, England und Norwegen. Durch all diese Erfahrungen begann meine bis heute andauernde leidenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Radverkehr.

Sie sind Mitgründern der Radreisemesse des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), wurden 2008 in den ADFC-Vorstand gewählt. Was machen Sie als Radverkehrskoordinatorin? Und welche Entscheidungsbefugnisse besitzen Sie?
Meine Aufgabe ist es, dazu beizutragen, dass Hamburg in den drei Bereichen Infrastrukturausbau, Serviceausbau und Kommunikation gut vorankommt. Ich spreche mit allen relevanten Akteuren in der Stadt, bin sehr agil und flexibel in der Hamburger Verwaltung unterwegs. Natürlich existieren weiter Verwaltungszuständigkeiten. Für Hauptverkehrsstraßen ist der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer zuständig, für das Bezirksstraßennetz die sieben Hamburger Bezirke. Doch ich habe umfassende Informations- und Beteiligungsrechte, kann Hierarchien überspringen. Der Ideenaustausch mit Entscheidungsträgern gehört ebenso dazu wie Gespräche mit den Menschen, die vor Ort Maßnahmen planen und durchführen. Den Austausch mit den Bürgern suche ich auf vielen öffentlichen Veranstaltungen, beispielsweise der Radreisemesse oder der Velo Hamburg. Oftmals werde ich direkt angesprochen.

Beim Radfahren?
Ja. Von Leuten, die ich nicht kenne. „Sind Sie nicht…?“ beginnen sie oft – und sagen mir dann, was sie auf dem Herzen haben. Oft beginnt der Austausch leidenschaftlich und mündet in ein herzliches und konstruktives Gespräch. Das ist immer wieder aufs Neue eine schöne Erfahrung.

Was sind Ihre Ziele und Visionen?
Mir geht es stets um die bestmögliche Lösung für alle Verkehrsteilnehmer, denn jeder von uns ist mal Radfahrer, mal Fußgänger, mal Autofahrer. Hamburg ist eine wachsende Stadt. Der Straßenraum ist eng, der Interessenausgleich daher umso wichtiger. Unser ganz großes Ziel ist die Steigerung des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen von 12 auf 25 Prozent im nächsten Jahrzehnt. Wir wollen den Menschen Lust machen, sich gerade für kurze Wege vermehrt aufs Rad zu setzen. Für einen quirligen, lebendigen Straßenraum, in dem der Radverkehr für Lebensqualität steht und selbstverständlicher Teil des Stadtbildes ist.

Das klingt sehr ambitioniert. Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie das schaffen?
Besonders wichtig ist das Veloroutennetz. Das gesamte Netz von 280 Kilometern haben wir im Blick, Handlungsbedarfe sind bei rund 150 Kilometern festgestellt worden, die in Planungen überführt werden. Über 245 Maßnahmen sind dazu hamburgweit angeschoben worden. Mehr als 30 Planungsbüros unterstützen die Verwaltung. Erste Maßnahmen sind bereits umgesetzt. Für den Ausbau des Veloroutennetzes benötigen wir ca. 100 Millionen Euro. Eine solche intensive Radverkehrsförderung gab es in Hamburg noch nie. Daneben soll unser herausragendes Fahrrad-Leihsystem StadtRAD in den nächsten Jahren ausgebaut werden. Von 213 StadtRAD-Stationen mit 2450 Rädern auf 350 Stationen mit 4500 Rädern. Integriert werden zunächst 20, später bis zu 70 elektrisch unterstützte Leih-Lastenräder, damit zum Beispiel Eltern auch ihre Kinder mitfahren lassen können. Die Hamburger Bevölkerung wird über eine Online-Beteiligung in die Standortsuche für die Radstationen miteinbezogen. Bis 2025 wollen wir zudem 28.000 Abstellplätze des Bike & Ride-Systems anbieten können. Hier denken wir wie so oft in Mobilitätsketten, verknüpfen Fahrrad- und öffentlichen Nahverkehr, bauen also an U- und S-Bahnstationen. Alleine 2018 werden wir rund 1.500 neue Abstellplätze schaffen. Und wir bauen ein Zählnetz zur systematischen Erfassung des Radverkehrs auf, denn momentan wird in Hamburg noch händisch gezählt.

Wie viele Räder fahren denn eigentlich auf Hamburgs Straßen?
Die letzten validen Zahlen stammen aus dem Jahr 2008. Danach sind es 1,64 Millionen Fahrräder.

Orientieren Sie sich bei Ihren Maßnahmen auch an internationalen Vorbildern?
Ja. Wir schauen immer: Wo können wir Honig saugen? Der Blick geht natürlich nach Kopenhagen, auch nach Brüssel, London, München oder Berlin. Besonders angetan hat es mir Amsterdam.

Weil die Stadt mit knapp einer Millionen Einwohnern ungefähr mit Hamburg vergleichbar ist?
Genau. Wir müssen uns die Maßnahmen von Städten anschauen, die von der Größe und Infrastruktur in der gleichen Liga spielen wie Hamburg – also vor allem Millionenstädte. Was die Niederlande hervorragend hinbekommen, das sind unterbrechungsfreie Radverkehrsstrecken. Durch Brückenbauwerke zum Beispiel oder durch gut geführte Fahrradstraßen mit Vorrangregelungen für Radfahrer. Radfahren ist nun einmal muskelgetrieben, soll flüssig ohne große Unterbrechungen möglich sein.

Setzen Sie das in Hamburg bereits um?
Ja. Zum Beispiel ist der Leinpfad zur anliegerfreien Fahrradstraße umgebaut worden. Die Einfahrt von der Krugkoppelbrücke in den Harvestehuder Weg wird bislang durch eine Ampelschaltung geregelt, nun wird dort ein Kreisverkehr installiert, genauso wie beim Übergang von der Schanzenstraße in die Weidenallee. Vorteil für die Radfahrer: Sie können einfach weiterfahren. Aber alle Verkehrsteilnehmer haben etwas davon.

Inwiefern?
Jeder weiß, wo sein Platz ist. Fußgänger haben den ihren auf dem Fußweg, Radfahrer und Autos auf der Straße. Autofahrer werden keinesfalls ausgeschlossen, können rücksichtsvoll passieren. Am Leinpfad und an der Schanzenstraße profitieren die Fußgänger von deutlich komfortableren und breiteren Gehwegen. Ihr Raum ist durch die Veränderung aufgewertet worden.

Was gefällt Ihnen noch in den Niederlanden?
Die Radschnellwege außerhalb der Innenstadt. Wir haben zu dem Thema Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben. In der Metropolregion Hamburg zügig unterwegs sein zu können, ist ein großes Plus. Die Räder werden ja auch immer schneller. Pedelecs und Lastenräder liegen im Trend. Durch Radschnellwege stelle ich sicher, dass überholt werden kann, ein flüssiger Verkehr gewährleistet wird.

Klingt, als laufe alles perfekt. Gibt es gar keine Stelle, wo es hakt?
Natürlich ist die Koordinierung der verschiedenen Beteiligten bis zur Umsetzung einer Maßnahme oftmals ein langwieriger Prozess (lacht). Als ungeduldiger Mensch denke ich manchmal: Hier muss doch sofort gebaut werden. Da zügele ich mich dann, übe mich in Langmut.

Gelingt Ihnen dies ebenfalls, wenn Sie selbst auf dem Rad unterwegs sind? Was ist da für Sie das größte Ärgernis?
Das sind die Momente, in denen ich merke, wie hoch der Stresslevel bei allen ist, wie emotional das Thema Radfahren manchmal immer noch gesehen wird. Besonders ärgere ich mich, wenn Radfahrstreifen beparkt werden. Weil ich weiß: Das lässt den Adrenalinpegel in jede Richtung extrem nach oben schießen.

Haben Sie jemals an der Critical Mass teilgenommen?
Ja, habe ich.

Wie sehen Sie diese Protestdemo der Radfahrer heute?
Ich finde sie nach wie vor wichtig. Sie dreht die Verhältnisse um, in dem sich Tausende Radfahrer Platz auf der Straße nehmen. Sie zeigen: Wir sind auch Verkehr! Ich verstehe durchaus, dass das Autofahrer wütend macht, weil sie sich ausgebremst fühlen. Ich glaube aber, dass durch diese Polarisierung viele Begegnungen stattfinden und dass diese Begegnungen wichtig sind für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Critical Mass befördert den Diskurs, den es braucht. Insgesamt finde ich übrigens, die Mentalität der Hamburger hat sich bei dem Thema sehr positiv entwickelt.

Hat sie?
Ja. Als ich Anfang der 90er das Radfahren für mich entdeckte, war das ein Nischenthema (lacht). Ein bisschen waren wir wie Freaks. Radfahren ist seitdem immer sichtbarer geworden. Gehen Sie mal durch die HafenCity. Jede Boutique, die was auf sich hält, hat im Schaufenster ein Fahrrad stehen. Radfahren ist Teil einer Lebensphilosophie, ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das wollen wir weiter fördern. Und es geht immer weiter: Seit Neuestem sind in der Hamburg Tourismus App Radrouten und das StadtRAD integriert. Radfahren ist Teil Hamburger Lebensqualität.

Interview: Mirko Schneider

Foto: Jakob Börner


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, April 2018. Das Magazin ist seit dem 29. März 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Mode-Revolutionistas stürmen Hamburg

Neues von unserem liebsten Modelabel Kluntje, das sich seit dem letzten Update umtriebig zeigt.

Kurzzeitprojekt

Einen Monat lang können wir die nachhaltigen, lokalen Produkte von Kluntje und anderen live in der Innenstadt bestaunen: Am Neuen Wall eröffnet mit „The Hub“ ein Pop-Up Store voll nachhaltiger Marken. Eine edle Adresse, die faire Mode aus der spießigen Ökoecke herausholt. Fette Eröffnungsfeier ist am 3.5.2018. Zu Kluntje gesellen sich tolle Labels mit Taschen, Kerzen, Schmuck, Schuhe und Accessoires. Endlich mal wieder shoppen mit reinem Gewissen!

The Hub, Neuer Wall 72 (Innenstadt), 2.-30.5. Mo-Sa 10–18 Uhr
3.5. Eröffnungsparty

Stylischer Umbruch

Kluntjes meinen es ernst mit dem Thema Fair Fashion und deswegen geht ihr Einsatz über den Verkauf der eigenen Produkte hinaus. Ende April stellen sie mit anderen die Fashion Revolution Week in Hamburg auf die Beine. Mit diversen Events setzen sie das Thema nachhaltige Modeindustrie in Hamburg auf die Karte. Vom Filmscreening bis zum Kleidertausch mit 2000er-Musik – hier ist ordentlich was los.

  •  24.4. Expertentalk „Herausforderungen von Ethical Fashion im Massenmarkt“ 19–21 Uhr, Avodadostore (Lerchenstr.16a)
  • 25.4. „Vom Kleiderschrank zum Reißwolf – Neue Wege für alte Kleider“ 19–21 Uhr Podiumsdiskussion in der Hauptkirche St. Katharinen (Katharinenkirchhof 1)
  • 25.4. Filmscreening: „The True Cost“ 25.4. 18.30–21.30 Uhr, Pin Thought Works (Großer Burstah 46-48)
  • 26.4. Abtanzball/Kleidertausch/Millenium Party Betahaus 19–23

Ein Sack voll Aktionen, die zeigen, das in Sachen fairer Mode in Hamburg gerade richtig was passiert.

/ Sabrina Pohlmann


Was bisher geschah

Start up

Kluntje hat 2017 den Nordstarter-Contest gewonnen.

Im August 2017 haben die Mädels vom Kluntje-Team den Nordstarter Crowdfunding Contest gewonnen, den die SZENE HAMBURG gemeinsam mit der Hamburg Kreativ Gesellschaft organisierte. Kluntje hat sich nach dem Kandiszucker im Tee benannt und druckt plattdütsche Sprüche auf ihre Kleidung, die sie in Deutschland produzieren. Die Materialien sind fair gehandelt oder geupcycelt.


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Weeeed! – Das Geschäft mit dem Gras

Seit letztem Jahr gibt es in Deutschland Cannabis auf Rezept. Die Nachfrage ist riesig, Tendenz steigend. Um den Bedarf decken zu können, will der Hamburger Hendrik Knopp den Stoff jetzt tonnenweise importieren. Und vielleicht auch bald selbst anbauen.

Hendrik Knopp nimmt einen tiefen Schluck von seinem Darjeeling-Tee und hebt den Zeigefinger: „Nee, mit Drogen hatte ich noch nie was am Hut.“ An diesem Tag ist der 46-Jährige direkt vom Flughafen zum Interview gekommen. Denn seit einigen Monaten hat er eine zweite Heimat: Kanada. Hier ist der Sitz seines Unternehmens Nuuvera, das im vergangenen Frühjahr ins Cannabis-Geschäft eingestiegen ist und nach dem Börsengang im Januar schon gleich vom Marktführer Aphria gekauft wurde. Nachdem Knopp zwei der zehn Gründer kennengelernt hatte, war er von „Die spinnen doch“ schnell zu „Großartige Chance“ gewechselt. Schließlich ist Cannabis in vielen Ländern der Welt für die Therapien von Krankheiten wie Parkinson, Epilepsie, HIV oder Multiple Sklerose längst erfolgreich im Einsatz. So stieg er damals schnell mit ins Boot und ist nun als Deutschland-Chef dafür zuständig, den Markt hier zu erobern.

„Der Bedarf wird explodieren“

Dass die Zeit reif dafür ist, zeigen die Zahlen: Ging man beim Start der medizinischen Cannabis-Vergabe im März 2017 noch von 5.000 Patienten aus, lagen bis zum Jahresende bereits 13.000 Anträge bei den drei großen Krankenkassen AOK, Barmer und TK vor. Der Deutsche Hanfverband geht bereits davon aus, dass die Zahl der Patienten in den nächsten Jahren auf 800.000 steigen wird. Man müsse dafür nur auf andere Staaten schauen, in denen medizinisches Cannabis schon länger erlaubt sei und die Cannabis-Patienten ein Prozent der Bevölkerung ausmachten, erklärt Kommunikationsmanager Sascha Waterkotte. „Der Bedarf wird explodieren und darauf müssen wir vorbereitet sein“, so der Cannabis-Lobbyist. Im Klartext bedeutet das: „Deutschland muss entweder mehr Anbau-lizenzen ausschreiben oder den Import immens steigern.“ Aktuell hat die Cannabis-agentur der Bundesregierung über eine europaweite Ausschreibung zu entscheiden. 118 Unternehmen hatten sich beworben, um ab 2019/20 den Anbau von 6,6 Tonnen Canna-bis für vier Jahre zu übernehmen. Zehn sind noch im Rennen. „Wir sehen dem Ausgang des Verfahrens positiv entgegen“, sagt Knopp als Jurist sehr diplomatisch. Ob sein Unternehmen dabei ist, bestätigt er nicht. Verständlich, schließlich handelt es sich um ein geheimes Verfahren. Allerdings, so betont Knopp: „Wenn wir uns beteiligen würden und den Zuschlag bekämen, müssten wir auf jeden Fall zusätzlich importieren. Anders kann man Lieferengpässe auf Sicht sonst nicht vermeiden.“ Pro Jahr will Nuuvera darum bald 1.200 Kilogramm als Blüte oder Öl importieren. Das sei als Öl- oder Tablettenform für die Patienten wesentlich einfacher zu konsumieren. In Bad Bramstedt baut das Unternehmen bereits einen riesigen Cannabis-Tresor. Für mehrere Millionen Euro entsteht auf dem Grundstück eines ehemaligen Maschinenbauers ein Hochsicherheitslager für das importierte Medizinal-Cannabis. Geplant ist, die Apotheken und Krankenhäuser von hier aus ab Spätsommer zu versorgen.

Extrem optimierter Cannabis-Anbau

Angebaut wird das Cannabis „extrem optimiert“, wie Knopp betont, in der Nähe von Toronto vom neuen Eigentümer Aphria, der von Anfang an als Partner mit im Boot war. Der habe bereits seit vielen Jahren interna-tional Erfahrung mit dem Anbau von Medizinal-Cannabis und rund 40 reine Sortenk vorrätig. 10 bis 20 davon werden immer aktiv angebaut und ständig auf THC-Gehalt und andere Inhaltsstoffe vom eigenen Labor AvantiRX kontrolliert. „Wir stellen das Produkt nach dem GMP-Standard der Pharmaindustrie her“, betont Knopp. So wisse man genau, welche Bestandteile die jeweilige Sorte hat und könne eine konstante Therapie gewährleisten. „Wenn ich was auf der Straße kaufe, weiß ich doch gar nicht, was ich da bekomme. Wie viel THC und CBD ist enthalten und ist das Gras mit Pestiziden, Schimmel oder Schwermetallen belastet?“, so Knopp. „Im Schwarzmarkt gibt es keinen Verbraucherschutz. Die Industrie optimiert das Cannabis und sichert die Sortenreinheit und medizinische Qualität.“ Und die Effektivität: „Normales Cannabis blüht einmal im Jahr. Im Gewächshaus können wir die Zyklen manipulieren und die Pflanze vier- bis sechsmal im Jahr zum Blühen bringen.“Und das hat seinen Preis. Der wurde von der Preisfindungskommission auf 24 Euro pro Gramm festgesetzt. „Das ist viel, wenn man bedenkt, dass der Straßenpreis bei 6 bis 8 Euro liegt“, so Knopp. Möglicherweise ein Grund, warum die Kassen aktuell noch recht zögerlich mit den Bewilligungen seien. Ein Drittel der Anträge wurde in 2017 bereits abgelehnt. Dass der Preis zu hoch angesetzt ist, glaubt auch Waterkotte vom deutschen Hanfverband. Gepaart mit zu wenig Wissen über Wirksamkeit und zu viel neuem Verwaltungsaufwand sei häufig reine Willkür für abgelehnte Anträge zu vermuten. „Je mehr Informationen und Fortbildungen es auf diesem Gebiet geben wird, umso mehr wird Cannabis auch entstigmatisiert“, ist sich Waterkotte sicher. Das beträfe nicht nur die Kassen, sondern auch die Ärzte: „Leider wird häufig erst mal das altbewährte schulmedizinische Arsenal losgeballert.“ „Die Aufklärung ist unseregrößte Herausforderung“, be-stätigt denn auch Hendrik Knopp und ergänzt: „Wir haben über 380.000 aktive Ärzte, aber nur maximal 800 verschreiben überhaupt Medizinal-Cannabis.“ Jetzt müsse man die Ärzte nicht nur davon überzeugen, dass Cannabis als Medizin eine therapeutische Wirkung hat, sondern ihnen auch Angst nehmen: „Viele befürchten, dass nur Junkies in die Praxis kommen und sich gutes Zeug auf Kassenkosten verschaffen wollen. Das ist Quatsch. Es gibt eine stetig wachsende Patientenzahl, die bewusst alternative Therapieformen mit Medizinal-Cannabis nachfragt.“ Knopp sieht es daher auch als seine Aufgabe, die fehlenden Informationen und Studien bereitzustellen. Geplant ist darum ein großes Informationsportal, auf dem sich Patienten und Ärzte darüber schlau machen können, was Cannabis eigentlich kann. Darüber hinaus wurde ganz aktuell ein medizinischer Direktor eingestellt, der – selbst Arzt – auf Veranstaltungen und Kongressen auf Augenhöhe die Kollegen aufklären kann.

Kein kollektives Koma

Dabei helfe auch immer ein Blick in andere Länder: „Man sieht in den regulierten Staaten, dass die Gesellschaft nicht in ein kollektives Koma verfallen ist“, sagt Knopp. Für die Therapien stünden in Kanada mehrere 100 Sorten zur Verfügung, aus denen sich die Patienten –häufig Kriegsverteranen, Krebs-erkrankte und HIV-Infizierte – die für sie verträglichste Sorte aussuchen könnten. Nach rund 20 Jahren Erfahrung ist Can-nabis ab Juli 2018 hier auch als Freizeitdroge ganz offiziell erlaubt. Knopps Unternehmen bereitet sich in Kanada aktuell akribisch auf den Start vor, produziert bereits riesige Mengen für den freien Markt. Während aktuell rund 40 Kilo pro Tag produziert werden, soll die Anbaumenge jetzt auf 400 Kilo pro Tag steigen. Hierfür baut Aphria aktuell ein neues Gewächshaus mit über 100.000 Quadratmeter Anbaufläche.

Legalisierung ein logischer Schritt?

Dass auch in Deutschland die Legalisierungsdebatte in vollem Gange ist, überrascht Knopp nicht. „Wenn die Gesellschaft akzeptiert, dass es ein Rauschbedürfnis gibt, wäre die Legalisierung ein logischer Schritt“, sagt er und betont, dass Jugendschutz und die weitere Versorgungsicherheit der Patienten mit Medizinal-Cannabis dabei oberstes Gebot haben. Wenn man sich dafür entscheide, solle man auf jeden Fall langsam beginnen. „Die Apotheke könnte für den Anfang ein guter Abgabeort sein“, findet Knopp. „Jede Gesellschaft muss für sich die besten Rahmenbedingungen finden, auf welche Art und in welchem Umfang sie den Zugang zu Konsum-Cannabis ermöglicht.“ So sei man in Kanada schon lange weg vom Rauchen. Vielmehr fokussiere man sich dort auf Produkte wie Öle und Kapseln, und in Zukunft auch auf cannabishaltige Getränke, Backwaren und Kaugummis. Knopp: „Der Gesetzgeber und die Verbraucher geben vor, in welcher Form und in welcher Konzentration man das Produkt konsumieren möchte. Wir stellen sicher, das beste Produkt auf legalem Weg zum Kunden zu bringen.“

Text: Ilona Lütje


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, April 2018. Das Magazin ist seit dem 29. März 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Hamburger des Monats – „Das Ohr“

Christoph Busch hat einen Kiosk gemietet, obwohl er nichts verkaufen will. Der 71-Jährige wartet in der U-Bahn-Station Emilienstraße auf Menschen, die ihm ihre Geschichte erzählen wollen. Sein Projekt nennt er selbstironisch „Das Ohr“, denn Busch hört von Geburt an nur auf einem Ohr. Aus den Geschichten, die er sammelt, wird er ein Buch machen – einen Vertrag hat er schon.

SZENE HAMBURG: Herr Busch, Sie sitzen in einer U-Bahn-Station in einem Raum, in dem sonst Brötchen und Zigaretten verkauft werden, und hören den Menschen zu. Wie kommt man auf so eine Idee?
Christoph Busch: Ich bin Drehbuchautor und wollte hier ursprünglich Menschen beobachten, um Stoff für meine eigenen Geschichten zu sammeln. Dabei habe ich schnell festgestellt, dass ein großer Bedarf bei den Menschen besteht, dass man ihnen zuhört.

Warum ausgerechnet eine U-Bahn-Station?
Das hat sich alles zufällig entwickelt. Ich habe das „Zu vermieten“-Schild der Hochbahn gesehen und die vage Idee gehabt, hier zu arbeiten. Letztes Jahr im September habe ich angefragt, obwohl ich noch Zweifel hatte. Wer geht schon gerne in eine dunkle U-Bahn-Station? Zu Hause habe ich von meinem Schreibtisch aus einen wunderschönen Ausblick auf Bäume. Während der Renovierung im Dezemberist der ganze Grusel dann aber verflogen und ich habe gemerkt, dass das eine spannende Angelegenheit werden kann.

Wie kam es zu den Gesprächen?
Am Anfang kamen vielleicht drei Leute am Tag und sprachen mich neugierig an – so entwickelten sich längere Gespräche. Im Grunde sind es immer noch so viele, denn viel mehr schaffe ich gar nicht, obwohl ich manchmal länger bleibe. Am Anfang habe ich noch Tagebuch geschrieben, aber schon nach Kurzem kam ich nicht mehr dazu und seitdem höre ich nur noch zu.

Mit welchen Anliegen kommen die Leute zu Ihnen?
Manche kommen nur hergefahren, um mir unbeschwerte Anekdoten zu erzählen. Aber es gibt natürlich auch die Leute, die endlich ihr ganzes Leben aufarbeiten wollen. Dass Menschen mit ihrem Kummer hierherkommen, ist der erste Schritt und zeigt, dass sie schon eine Initiative ergriffen haben. Ganz oft kommt dann etwas in Fahrt, was schon in ihnen selbst angelegt war.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Nun, unglückliche Menschen kommen am häufigsten. Diese Geschichten sind zwar anstrengend, aber auch voller Wendepunkte: Wenn Hans mit 84 Jahren seine Biografie erzählt, dann staunt man nur, wie filmreif sein Leben ist! Heimerziehung, der Krieg in Eimsbüttel, später Boxerlaufbahn. Mit 30 ist er dann Fensterputzer geworden und hat seine Frau kennengelernt. Er trägt immer ein Halstuch von ihr, wenn er hier ist, und besucht sie jeden Tag im Altenheim. Seine Biografie sticht schon heraus.

Was sagen Sie den Leuten?
Ich bin kein Therapeut. Ich gebe auch Ratschläge, was ein Therapeut niemals dürfte. Ich bin Christoph Busch und so reagiere ich auch, wenn ich den Menschen zuhöre. Natürlich einfühlsam, aber wenn ich erkenne, das jemand ein wiederholtes Muster abspult, dann mache ich auch mal einen Witz. Tatsächlich versuche ich immer herauszufinden, wo die Leute selber hinwollen.

Haben Sie keine Bedenken, weil Sie das nicht professionell gelernt haben?
Nein, ich mache immer deutlich, dass ich kein Therapeut bin. Wenn ich merke, dass ich damit verwechselt werden könnte, dann spreche ich das sofort an. Wenn Leute ein langfristiges Problem haben – zum Beispiel Liebeskummer – und der Freundes- und Familienkreis das nicht mehr hören will, dann bin ich da, rate auch mal zu bestimmten Entschlüssen und bin neugierig, was dabei herauskommt.

Es kommen doch bestimmt auch Menschen zu Ihnen, die noch gravierendere Probleme haben als „nur“ Liebeskummer.
Ja, sicher. Zu mir kam zum Beispiel eine Frau, die schon lange traurig ist, weil ihr Bruder bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Sie wird diesen Kummer nicht los, und weil sie auch nach ein paar Jahren nicht klargekommen ist, hat sie angefangen, alle Fotos von ihrem Bruder in ein großes Album einzukleben. Währenddessen hat sie gemerkt, dass sie diese Trauer nicht immer wieder neu durchleben will. Spätestens als sie mir davon erzählte, hat sie von selbst gemerkt, dass sie professionelle Hilfe braucht.

Müssen Sie nicht manchmal auch Distanz halten, um nicht zu nah dran zu sein?
Nein, ich bin zwar nah an den Leuten und die Arbeit hier ist physisch und psychisch anstrengend, aber ich nehme keine Lasten mit nach Hause. Wenn ich nach Hause komme, habe ich mit meiner Frau und meinen beiden Kindern das reine Kontrastprogramm. Wenn man ein Kind in den Arm nimmt, kann man den ganzen Rest vergessen.

Sie selbst haben auch einen interessanten Lebenslauf. Sie hören immer nur die Geschichten anderer Leute, jetzt dürfen Sie auch mal Ihre erzählen!
Meine Mutter würde sich sehr freuen, dass ich hier eine Art Seelsorge betreibe: Meine drei Geschwister und ich wurden sehr katholisch erzogen. Als Jurastudent geriet ich unter die 68er und wusste plötzlich, dass ich nicht mehr Diplomat werden wollte. Ich habe dann alles Mögliche gemacht, bis mich ein Redakteur des WDR mit dem Regisseur Peter Steinbach zusammenbrachte. In der Zeit bin ich oft zu ihm nach Dänemark gefahren und habe viel von ihm gelernt. Wegen der Distanz bin ich aus meiner sehr freundschaftlichen WG in Münster aus- und nach Hamburg in eine neue Wohnung eingezogen. Vor 20 Jahren habe ich hier dann meine Frau kennengelernt, mit der ich jetzt zwei Kinder habe.

Wie findet Ihre Familie das, was Sie hier machen?
Die Kinder finden so was natürlich spannend. Auch, wenn ich jetzt nicht mehr so oft zu Hause bin. Vorher haben meine Frau und ich beide von zu Hause aus gearbeitet. Das fehlt mir ein bisschen. Meine Frau hatte zuerst Bedenken und Sorge, dass mir hier unten etwas passiert. Aber ich bin hier noch nicht einmal angepöbelt worden, noch nicht einmal eine blöde Bemerkung.

Ich höre immer eine gesellschaftspolitische Dimension in Ihren Aussagen.
Nein, so würde ich das nicht sagen. Aber ich beobachte ein generelles Unwohlsein mit der Zwischenmenschlichkeit. Viele Menschen haben das Gefühl, dass sie nur so vor sich hinleben und keinen mehr zum Zuhören haben.

Woran liegt das?
Ich habe dazu zwei Theorien. Wer sein Menschenbild mit den Medien prägt, kann nur Angst vor den anderen bekommen. Es stehen ja ständig Negativschlagzeilen in den Zeitungen – Angst sells. Ich merke selber, wie ich darauf hereinfalle, wenn ich U-Bahn-Stationen reflexhaft mit Schubsern und Schlägern verbinde. Es gibt aber eben auch viele liebe Leute. In der Werbung hingegen sieht man kein Unglück mehr: Die Menschen schreien ihre Freude heraus. Aber das ist auch nicht die Wirklichkeit. Viele Menschen trauen sich nicht, ihren Kummer herauszulassen, weil sie sich gedrängt fühlen, nur Frohsinn auszustrahlen.

Wir werden in den Medien also von allen Seiten mit Angst bombardiert, die sich ins Unterbewusstsein schleicht. Andererseits ist Angst gesellschaftlich nicht akzeptiert. Interessante Menschen sind optimistisch und angstfrei, wie uns die Werbung weismacht. Ist das nicht ein wahnsinniger Druck, den dieser Widerspruch aufbaut?
Ja, das ergänzt sich bestens. Die Kluft zwischen dem, wie das Leben wirklich ist, und der Vorstellung, wie das Leben zu sein hat, wird dadurch immer größer.

Jetzt sind Sie aber entgegen Ihrer Behauptung doch noch ziemlich gesellschaftspolitisch geworden.
(lacht) Sie haben recht, jetzt bin ich doch in diese Bahn gestolpert.

Würden Sie eigentlich auch mit den Menschen sprechen, ohne ihre Geschichten für ein Buch zu verwerten?
Absolut. Natürlich verwerte ich manche Geschichten, aber das ist nicht mein Antrieb. Ich habe hier ja so spannende Gespräche, weil ich gerne mit den Leuten rede. Heute morgen hat mir ein Besucher etwas erzählt, das ich nicht aufschreiben könnte, ohne seine Anonymität zu gefährden. Ich habe schon währenddessen gemerkt, dass ich nichts davon verwerten kann. Und trotzdem war es für mich sehr aufregend.

Interview: Ulrich Thiele

Foto: Ana Maria Arevalo

Christoph Busch ist montags bis freitags zwischen 9.30 und 15 Uhr im U-Bahnhof Emilienstraße anzutreffen.

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, April 2018. Das Magazin ist seit dem 29. März 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

musicHHwomen – Netzwerk für Frauen im Musikbusiness

musicHHwomen will Musikfrauen aus den Bereichen Art, Business und Media vernetzen.

Die aktuelle Studie „Frauen in Kultur- und Medienberufen“ zeigt, dass Frauen zwar im Bereich der Ausbildung mit knapp 54 % am Start sind, aber einfach nicht in der Branche landen. Nur 7,4 Prozent der Mitgliedsunternehmen des Verbands unabhängiger Musikunternehmen (VUT) werden von Frauen geführt. Auf Initiative von Rockcity Hamburg hatten darum im vergangenen Sommer 100 Musikfrauen der Stadt mit „musicHHwomen – art.business.media“ die erste eigene Interessenvertretung gegründet. Jetzt ist auch die erste Datenbank der Musikfrauen in Deutschland online gegangen.

Hintergrund der Netzwerkgründung sei die immer noch fehlende Gleichstellung in der Musikbranche, betont Rockcity- Geschäftsführerin Andrea Rothaug: „Solange kaum Teilhabe am politischen Dialog oder Zugang zur zumeist männlichen Führungselite existieren, bleiben Frauen im arbeitsreichen, aber schwach bezahlten Kultur- und Sozialsektor verhaftet, und nicht etwa in unserer Branche, in den Aufsichtsräten und Vorständen oder als Unternehmerinnen. Das wollen wir ändern.“ Rockcity selbst zeigt, wie es geht: Als reines SHE-Team im Office und mit 50 % Frauenanteil im Vorstand ist der Verein die wohl weiblichste Popförderinstitution Deutschlands.

Die Datenbank soll die Musikfrauen nun stärker vernetzen, die Präsenz erhöhen und zum Austausch anregen. Geplant ist ein bundesweiter Rollout: Perspektivisch sollen 16 lokale Netzwerke mit einer zentralen Datenbank aufgebaut werden. Aktuell wird auch an Mentoringprogrammen und Events gearbeitet. Das nächste Netzwerktreffen ist für den 19. April geplant (18-21 Uhr, Skybar im Molotow).

/ ILO

www.musichhwomen.de

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, April 2018. Das Magazin ist seit dem 29. März 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Ein Fußballteam für alle!?

Tobias Hillebrand hat eine Vision: Eine Fußball-Liga, in der jeder mitspielen darf – egal, ob mit oder ohne Handicap. 2019 soll die neue Inklusionsliga starten.

Tobias Hillebrand (26) hat einen Traum. „Klar kann ich mir vorstellen, bei der Eröffnung dabei zu sein. Das wäre schon cool, wenn man einen Weg so lange mitgegangen ist“, sagt er. Hillebrand ist im Hamburger Fußballverband (HFV) Koordinator für die Bereiche Behindertenfußball und Inklusion – und arbeitet für den Verband an einer kleinen Revolution: der Inklusionsliga. „Inklusion bedeutet, dass alle mitspielen können“, sagt Hillebrand, der gerade seine Magisterarbeit im Sportstudium schreibt und zudem Erziehungswissenschaften studiert hat.

Was sich aufs erste Hören selbstverständlich anhört, wäre bei genauerer Betrachtung etwas für Hamburg völlig Neues. Menschen mit geistigem und/oder körperlichem Handicap, Menschen ohne Handicaps, Frauen und Männer, Alte und Junge – alle in einer Fußballmannschaft. Unter anderem in Bayern und am Niederrhein existieren erfolgreiche Modellversuche. Auch in Hamburg gibt es ein Vorbild. In der Freiwurf-Hamburg-Liga spielen acht Teams in der bundesweit ersten vom Deutschen Handball-Bund anerkannten inklusiven Handball-Liga.

Hürden auf dem Weg zur Inklusionsliga

Hillebrand selbst scheint wie geschaffen für die Aufgabe, das gute Beispiel des Handballs nun auf die Fußball-Felder unserer Stadt zu transferieren. Die Eltern des jungen Mannes waren gehörlos. Er kennt den Kontakt zwischen Menschen mit und ohne Handicap also aus eigener Erfahrung. „Ich habe viel mit Zeichensprache übersetzt und ich war immer der Erste, der ans Telefon gegangen ist. Ich war sozusagen der Ansprechpartner vom Arzt bis zur Kirche. Mit Unterstützung meiner Großeltern hat das alles sehr gut geklappt und ich habe auch viel Freizeit mit anderen gehörlosen Menschen verbracht“, sagt Hillebrand. Er ist überzeugt, dass nur der Kontakt zur Inklusion beiträgt. Hier könne der Fußball seine oft gerühmte Brückenfunktion einnehmen. „Ein hemmender Faktor für Menschen ohne Handicap ist es oft, dass sie die Reaktionen von Menschen mit Handicap nicht so richtig einschätzen können. Das können sie aber mit der Zeit. Und dann wachsen tolle Gemeinschaften heran.“

Lob erhält Hillebrand von HFV-Pressesprecher Carsten Byernetzki: „Dem Verband liegt das Thema schon seit Jahren sehr am Herzen. Tobias treibt das hier bei uns super voran. Wer einmal gesehen hat, wie ehrlich und natürlich diese Menschen sich freuen, wenn sie zum Beispiel ein Tor schießen, der weiß, es lohnt sich.“ Doch auf dem Weg zur Inklusionsliga, die im Sommer 2019 starten soll, sind noch einige Hürden zu überwinden. Hillebrand netzwerkt viel, spricht mit Vereinen über deren klassische Probleme beim Aufbau einer Mannschaft wie zum Beispiel notwendige Fahrdienste für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Das erste Hallen-Inklusionsturnier fand bereits statt, der im Bereich Inklusion sehr aktive SV Nettelnburg-Allermöhe siegte im Beisein des von der entspannten Turnieratmosphäre und den sportlichen Leistungen begeisterten HFV-Präsidenten Dirk Fischer. Weitere Turniere sind in diesem Jahr geplant. „Der Hamburger Sportbund finanziert die Turniere aus seinem Inklusionstopf, wir als HFV steuern zum Beispiel etwas Geld für die Pokale bei“, so Hillebrand.

Nächstes Jahr soll’s losgehen

Die acht Mannschaften für einen Ligastart sind bereits beisammen, aber losgehen kann es trotzdem noch nicht. Denn mehrere rechtliche Hürden sind zu überwinden. Nach den HFV-Statuten wird nach Geschlechtern getrennt in Altersgruppen (Jugendmannschaften, Damen, Herren, Senioren etc.) gespielt. Und es dürfen nur Mannschaften mitkicken, die HFV-Mitglieder sind. Unter den acht Interessenten befinden sich aber mit dem SV Eichede und Bad Oldesloe zwei Teams, die Mitglied im Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verband sind. „Wir müssen für die Inklusionsliga neue rechtliche Rahmenbedingungen schaffen, wollen die Statuten ändern. Das soll auf dem Verbandstag 2019 geschehen“, sagt Byernetzki.

Der HFV will dann selbst einen Antrag stellen, zustimmen müssen die Hamburger Amateurfußballvereine. „2018 ist ein hoffnungsvolles Jahr. Ich bin zuversichtlich, dass es 2019 losgeht“, sagt Hillebrand. Und die vorsichtige Frage, ob sich auch genügend Menschen ohne Handicap finden werden, die mitspielen, beantwortet Hille-
brand lächelnd und gelassen: „Die Frage sollte lauten: Warum eigentlich nicht?“

Text: Mirko Schneider
Foto: HFV

 


Februar-Ausgabe SZENE Hamburg

 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, März 2018. Das Magazin ist seit dem 24. Februar 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#7 Kellerkneipe: Herr Buhbe

Zeit zum Luft holen, Abhängen und Runterkommen. Am besten bei einem kühlen Pils in einer lauschigen Bar. Wir zeigen darum unsere liebsten Kellerkneipen. Nummer 7: Herr Buhbe.

Wir ziehen den Bauch ein, stellen uns auf die Zehenspitzen und machen uns so dünn wie möglich, damit wir durch den Türspalt im vollgestellten Hinterzimmer passen. Von hier aus führt uns Chefin Tina Popovic eine schmale Treppe hinunter in die Katakomben des Herr Buhbe. Vor uns liegt ein langer Laubengang. Rechts reiht sich eine Nische an die nächste, links gelangt man in einen großzügigen Kellerraum. Anfang des 20. Jahrhunderts lagerte der Gastronom und Winzer Eduard Buhbe hier unten seine Weinfässer. In den 00er Jahren fanden in dem Haus, dessen Eigentümerin die SAGA ist, geheime Sadomaso-Partys statt.

Tina Popovic, die mit ihrer Mutter Dubravka Popovic seit 2007 das Thämers ein Stockwerk höher und seit 2012 das Herr Buhbe betreibt, erinnert sich noch an einschlägig gekleidete Gäste, die manchmal vor der Tür Schlange standen, als Herr Buhbe noch SittsaM hieß. Erst seit 2012 geht es hier tatsächlich sittsam zu.

Die Frauen Popovic haben einen charmanten Umgang mit den Fußstapfen ihrer Vorgänger gefunden. Die holzvertäfelten Wände, das alte Mobiliar, Weinflaschen aus den 70er Jahren mit vergilbten Etiketten. Herr Buhbe ist mehr Restaurant als Kneipe. Man kann hier gut Bratkartoffeln oder Burger essen, aber mindestens genauso gut am Abend einen Gin Tonic trinken. Wirklich besonders ist die familiäre Stimmung, die das Lokal verbreitet. Herr Buhbe und das Thämers sind heute sowas wie die Seele der Neustadt. Nur wer die Augen offen hält, findet hier und da einen Hinweis auf vergangene Tage.

Kneipengründungsjahr: 1898 Weinstube Buhbe, seit 2012 Herr Buhbe
Fassbiere: Ratsherrn Pils, Zwickel, Rotbier, Pale Ale, Augustiner
Musikstil: Chansons, Indie, Pop, Hauptsache modern
Rauchen: Im Raucherraum oder vor der Tür
Besonderheit: Katakomben & Tradition (Eduard Buhbe & Söhne)

Text: Alessa Pieroth

Foto: Michael Kohls

Herr Buhbe: Wexstraße 42 (Neustadt), Tel 34 66 89, Mo-Fr 12–15 und 18–24; Sa 18–24 Uhr, Küche bis 23 Uhr; www.thaemers.de

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

WohnSZENE – Wie viel dürfen Möbel kosten?

(Sponsored) Wie viel ein Möbel kosten darf, diese Frage löste neulich auf Sarah Ramroths Blog Wohn.glück spannende Diskussionen aus. Vor allem wenn es sich um kleinere Möbelstücke, wie ein Stuhl, Beistelltisch oder Regal handelt. Jetzt erklärt Sarah auf www.wohnfreude.de, warum sich ein Mix aus günstigen Trendteilen und teureren Designklassikern bezahlt macht.

Hej,

was ist der teuerste Betrag, den du je für ein Möbelstück ausgegeben hast? Kannst du dich noch daran erinnern? Ich habe mir vor kurzem einen Stuhl gegönnt, der eine spannende Diskussion ausgelöst hat: Wie viel darf ein Möbelstück eigentlich kosten?

Jedem von uns fällt bei der Frage nach hochpreisigen Möbeln als erstes die eigene Couch oder der Kleiderschrank ein. Ja, das sind natürlich Möbel, die einem gerne mal ein Loch ins eigene Bankkonto fressen, welches aber häufig gar nicht in Frage gestellt wird. Schließlich handelt es sich dabei um Möbelstücke, die benötigt werden. Aber was ist mit den anderen ,,kleineren“ Möbelstücken , die im ersten Moment nicht lebensnotwendig sind, wie zum Beispiel ein Stuhl, Beistelltisch oder Regal? Angenommen man hat sich unsterblich in eines davon verliebt, welches dann im ersten Moment gar nicht teuer erscheint, der Blick auf den Preiszettel einem allerdings einen Schlag in die Magengrube versetzt – ist es dann besser direkt einen Haken daran zu machen und nach günstigeren Alternativen zu schauen oder sich zu hinterfragen, warum besagter Stuhl oder das Regal eigentlich so teuer ist?

Text & Foto: Sarah Ramroth

 Dieser Text ist ein Auszug aus Sarahs Beitrag Neue Möbel? Die richtige Mischung macht’s. Weiter geht’s auf www.wohnfreude.de, das Hamburger Online-Magazin rund ums Bauen, Wohnen, Finanzieren mit freundlicher Unterstützung der Sparda-Bank Hamburg eG.


Who the fuck is…

Sarah Ramroth gibt auf wohnglueck.hamburg und  @wohnglueckhamburg (Instagram) seit über einem Jahr praktische Einrichtungstipps und verbindet sie mit ihrer Liebe zu Hamburg. Einmal pro Monat berichtet sie über Hamburger Wohnthemen für www.szene-hamburg.com und www.wohnfreude.de.

Altona 93 – „So jetzt Mischen wir uns ein“

Sport ohne Fans? Nicht denkbar! Fans sind ein wesentlicher Teil des sportlichen Engagements. Sie unterstützen den Erfolg und sind meist die treuesten Freunde: Fans #3.

Karsten Groth, 64, ist stellvertretender Obmann der Abteilung FußballFans bei Altona 93.  Schon als Schüler war er begeisterter Fußballfan und hat im Laufe seiner „Fankarriere“ auch die großen Hamburger Fußballvereine HSV und FC St. Pauli begleitet.

Herr Groth, wie definieren Sie den Begriff Fußballfan?
Manche finden, ein echter Fan sei nur der sogenannte Allesfahrer. Der sich jedes Pflicht- und Freundschaftsspiel ansieht, möglichst sogar im Trainingslager dabei ist. Das sehe ich anders, obwohl ich fast alle Partien von Altona 93 besuche. Auch der 80-Jährige, der auf der Tribüne sitzt und nur die Heimspiele schauen kann, ist ein Fan. Mir persönlich wichtig ist ein Fan-Accesoire, zum Beispiel ein Schal. Und ich erhebe meine Stimme für meinen Verein, supporte also aktiv. Es ist wichtig, was auf dem Platz geschieht. Der Sport steht während des Spieles im Mittelpunkt, nicht Biertrinken oder nette Unterhaltung.

Sie haben ein aufregendes Fandasein hinter. Bitte erzählen Sie…
Mein erster Verein war der HSV. Ich stand als Schüler in der Westkurve. Mein erstes Spiel war ein Derby gegen Werder Bremen im Oktober 1964 vor 18.000 Zuschauern im alten Volkspark. Der DFB-Pokalsieg gegen Kaiserslautern mit 2:0 im Endspiel am 26. Juni 1976 im Frankfurter Waldstadion war mein letztes Spiel als HSVer. Eine Erinnerung daran kam mir übrigens beim Pokalfinale 2017 zwischen Dortmund und Frankfurt in den Sinn, als Sängerin Helene Fischer ausgebuht wurde.

Welche?
Damals, 1976, trällerten vor dem Spiel die Fischer-Chöre im Rahmenprogramm. Hatte der DFB sich so ausgedacht. Das gefiel beiden Fanlagern nicht. Gemeinsam wurde dagegen angeschrien.

Warum wandten Sie sich vom HSV ab?
Es gefiel mir einfach atmosphärisch nicht mehr. Da liefen zu viele Leute mit politisch rechten Meinungen rum. Also gönnte ich mir eine schöpferische Pause. Bis ich Anfang der 80er-Jahre durch den damaligen Arbeitskollegen und St.-Pauli-Stadionsprecher Gerd Thomsen den Weg ans Millerntor fand. Witzigerweise war auch wieder Musik ein Thema. Thomsen spielte gern deutsche Volksmusik. Die wollte bald kaum noch einer hören. Sportlich lief es erst mäßig, manchmal waren nur 2500 Zuschauer da. Jüngere Leute gingen hin, Gewerkschaftskollegen, eher links, bald kamen die Leute von der Hafenstraße dazu – und die von Doc Mabuse auf dem Dom entdeckte Totenkopffahne. Einmalig war der Roar, diese ganz besondere Form der ununterbrochenen und dennoch aufs Spiel bezogenen Anfeuerung. Es war irre laut am Millerntor. Nach vielen Spielen, wie nach dem gescheiterten Aufstieg zur Bundesliga 1987 in der Relegation gegen Homburg, war ich drei Tage lange heiser.

Und Sie wurden in der Filmbranche aktiv…
(lacht) Sozusagen. 10 Fans, ich war einer davon, produzierten 1990 den Film „…und ich weiß, warum ich hier stehe“. Wir interviewten St.-Pauli-Anhänger und Bürger auf dem Kiez und in den Kneipen, machten vom Drehbuch bis zum Schnitt alles selbst. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Ich wohnte zu der Zeit auf St. Pauli in der Hopfenstraße, gehörte zum harten Fankern.

Um 1990, begann Ihre große Liebe zu Altona 93 zu wachsen.
Meine erste Partie von Altona 93 habe ich 1966 gesehen. In der DFB-Pokal-Qualifikation wurde der 1. FC Nürnberg auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn 2:1 bezwungen. In der 1.Hauptrunde vor offiziell 33.000 Zuschauern – manche sagen bis heute es waren 45.000 – im Volksparkstadion beim HSV, der 6:0 gewann, stand ich in der Ostkurve bei den Gästefans von Altona 93. Obwohl eigentlich HSV-Fan, hatte der Außenseiter, meine Sympathien. Außerdem begann ich gerade, bei den Senioren des Vereins zu kicken. Mit gut 50 Leuten vom FC St. Pauli gingen wir also zur Adolf-Jäger-Kampfbahn. Ein Trainer von Altona meinte später mal, der Verein habe nun „Leihfans vom FC St. Pauli.“

Tatsächlich sahen Sie sich lange beide Clubs an.
Ja, aber 2005 ließ ich meine Dauerkarte beim FC St. Pauli auslaufen. Denn ich musste bei den Senioren des AFC bei fast jedem Spiel ran. Und mir war zu viel Eventpublikum am Millerntor. Das Finanzgebaren des Clubs, speziell die Bezahlung von Ex-Trainer und Manager Franz Gerber und Ex-Spieler Nascimento in der dritten Liga zu Erstligakonditionen, ging mir gegen den Strich. Heute gehe ich nur ab und zu mal zum Millerntor. An der Adolf-Jäger-Kampfbahn stehe ich in der Meckerecke. Die gab es dort schon, bevor es eine bei St. Pauli gab.

Wie hat sich Altona 93 im Laufe der Jahre verändert?
Damals kamen nur so 300 Leute zu den Spielen, aktuell liegt unser Schnitt in der Regionalliga bei fast 1200 Fans. Seit gut zwei Jahren ist Altona 93 wieder richtig “In“. Dadurch haben übrigens auch wir nun etwas Eventpublikum. Unseren eigentlichen Zuschauerstamm würde ich auf circa 600 beziffern.

Was waren die schönsten Erlebnisse?
Das schon erwähnte Pokalspiel 1966 hatte wirklich was. Obwohl ich mir in der Kälte am zweiten Weihnachtsfeiertag Arsch und Füße abgefroren habe. Auch der Pokalerfolg 1994 gegen den VfL 93. Da gab es wenigstens noch einen richtigen Pokal, aus dem man was trinken konnte. Was wir dann auch mit den Spielern zusammen getan haben. Die beiden Aufstiege in die Regionalliga 1996, durch zwei Superschüsse von Thorsten Koy in den Winkel gegen Pinneberg. Generell hat sich auch vieles erhalten, was ich schätze. Es geht bei uns in der vierten Liga lockerer und entspannter zu als im Profifußball. Es gibt keine Leibesvisitationen beim Einlaß, keine elektronischen Zugangssysteme, zudem ist der Support spielbezogen. Besonders letzteres ist für viele von uns ein wichtiger Punkt.

Ist Altona 93 heute das St. Pauli von früher?
Also wenn ich mir unseren Kabinentrakt und das Clubhaus angucke, da toppen wir das frühere St. Pauli noch. Obwohl es damals schon seinen Charme hatte, als die Spieler von Bayern München durch die verqualmte Kneipe zur Umkleide mussten. Altona 93 und St. Pauli sind sicher politisch nicht weit auseinander. Aber es gibt auch Fans beider Clubs, die mögen sich ganz und gar nicht. Wir haben von der Fan-Abteilung vor drei Jahren mal eine Umfrage gemacht. 20 Prozent unserer Anhänger bekannten sich dort zum FC St. Pauli, 15 Prozent zum HSV.

Wie stehen Sie eigentlich zur Kommerzialisierung im Profifußball?
Da scheiß der Hund drauf. Geld regiert eben die Welt, das Fernsehen bestimmt die Anstoßzeiten. Rund um die Uhr läuft irgendwo Fußball, worunter vor allem die Amateurclubs leiden. Altona allerdings weniger, wir haben ja einen ganz guten Schnitt.

Die Fan-Abteilung bei Altona 93 hat heute 45 Mitglieder. Wie kam es zu deren Gründung?
Das lag am bitteren Abstieg aus der Regionalliga in der Saison 2008/09. Altona 93 hatte Krankenkassenbeiträge und Steuern nicht ordnungsgemäß abgeführt, musste für mehrere Jahre an das Finanzamt nachzahlen. Es wurde existenzbedrohend für den Verein. Unser Hauptsponsor und Präsident Dirk Barthel half mit Geld aus. 250.000 Euro aus dem Kaufvertrag für die Adolf-Jäger-Kampfbahn holte sich der Club als Vorschuss. Wir Fans hatten schon lange über mehr Aktivität nachgedacht. An diesem Punkt sagten nun einige Fans: So, jetzt mischen wir uns ein und warten damit nicht weiter.

Das klappte so einfach?
Natürlich gab es Vorbehalte und Widerstände. Manche dachten: Aha, die wollen sich den Verein unter den Nagel reißen. Darum ging es aber gar nicht. Und mittlerweile sind wir im Verein anerkannt.

Was hat die Fan-Abteilung erreicht?
Wir wollten, dass es eine weitere Kontrollinstanz im Verein gibt, die sich um die Liga-Finanzen kümmert. Dies erreichten wir durch Gründung eines Wirtschaftsausschusses vor viereinhalb Jahren, dem ich auch seither angehöre. Wir haben umfassend und mehrmals Stellung genommen zur Frage eines neuen Stadions, eigene Vorschläge gemacht, waren bei der AG Sportanlagen mit dabei. Wir riefen das Projekt eines Stammtisches ins Leben, zu dem Spieler und Verantwortliche fünf Jahre lang regelmäßig kamen. Das wollen wir vielleicht in anderer Form wieder aufleben lassen, weil wir uns wieder mehr Kontakt zur aktuellen Mannschaft wünschen. Und das sind nur einige Beispiele unserer Aktivitäten.

Was erhoffen Sie sich für Altona 93?
Es soll bei uns entspannt und locker bleiben. Kein Ultra-Singsang. Sportlich etablieren in der Regionalliga, vielleicht irgendwann ganz verträumt mal über die 3. Liga nachdenken.

Aktuell steht Altona auf dem letzten Rang in der Regionalliga Nord. Gelingt in diesem Jahr der Klassenerhalt?
Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Interview: Mirko Schneider


 Dieser Text ist ein Auszug aus der Titelgeschichte von SZENE HAMBURG SPORT 2018/1. Die Ausgabe ist eine Beilage von SZENE HAMBURG Februar 2018 und zeitlos in unserem Online Shop erhältlich!