St. Pauli

Über kaum einen Hamburger Stadtteil gibt es so viele Geschichten und kaum einer wird so oft besucht wie St. Pauli. Kein Wunder, schließlich gibt es zwischen Elbe und Messe auch viel zu entdecken

Text: Felix Willeke

Etwas mehr als 20.000 Einwohner:innen und rund 2 Quadratkilometer groß. Das sind die nackten Zahlen. Doch St. Pauli ist mehr als Zahlen: Hier gibt es Kultur, Party, Fußball, maritimes und es ist überraschend grün. Kurzum, St. Pauli ist die Vielfalt Hamburgs in einem Stadtteil. Wir begeben uns auf eine Reise durch die ehemalige Hamburger Vorstadt, die ihrer Lage zwischen Dänemark und Hamburg ihre Einzigartigkeit verdankt. Dabei gucken wir über die Landungsbrücken hinweg auf den Kiez und hoch bis zum Hamburger Fernsehturm.

Landungsbrücken

BlockBraeu_st_pauli-c-BlockBraeu-klein
Von der Dachterrasse des Blockbräu hat man den vielleicht schönsten Blick auf die Landungsbrücken (Foto: Blockbräu )

„An den Landungsbrücken raus, dieses Bild verdient Applaus“, so eine Liedzeile der Hamburger Band Kettcar. Nicht nur gehört „Landungsbrücken raus“ seit 2002 zu einem der beliebtesten Lieder der Band, es trifft auch den Nagel auf den Kopf. „Na dann herzlich Willkommen Zuhaus“, heißt es weiter und für viele sind die Landungsbrücken das Symbol Hamburgs und der eigenen Heimat. Seit 1839 legen hier Schiffe an. Waren es früher die großen Überseelinien, sind es heute Hafenfähren und Hafenrundfahrtschiffe. Darüber hinaus bringt der Holunder Jet seine Gäste noch heute von den Landungsbrücken aus auf Deutschlands einzige Hochseeinsel, nach Helgoland

Wer im Sommer an den Landungsbrücken entlang schlendert sieht Einheimische, Touristen, Kreuzfahrtschiffe und viel Hamburger Geschichte. 

Alter Elbtunnel

Eines der berühmtesten historischen Bauwerke am und unterm Hamburger Hafen ist der Alte Elbtunnel. Von 1907 bis 1911 baute Otto Stockhausen die erste Unterquerung der Elbe. Damals sollte der Elbtunnel die Werften im Hamburger Hafen besser anbinden und besonders im Winter, wenn die Fähren wegen Eis auf der Elbe nicht fahren konnten, den Weg zu Arbeit erleichtern. Heute ist der fast 500 Meter lange und 24 Meter unter der Wasseroberfläche gelegene Tunnel denkmalgeschützt und im Sommer angenehm kühl. Aktuell fahren wegen Renovierungsarbeiten keine Autos durch den Tunnel, für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen ist er jedoch täglich (außer zu Silvester) und rund um die Uhr geöffnet.

AlterElbtunnel-c-Mediaserver Hamburg_ThisIsJulia Photography-klein
Schon längst ein Denkmal: der Alte Elbtunnel (Foto: Mediaserver Hamburg/ThisIsJuliaPhotography)

Auf dem Weg zum Kiez

Von den Landungsbrücken geht es 70 Stufen über die Willy-Bartels-Treppe nach oben und direkt unter dem ikonischen Hotel Hafen Hamburg hat man einen der besten Blicke auf den Hafen, die Docks bei Blohm&Voss und die Musicaltheater auf der anderen Elbseite. Geht man weiter, vorbei am Tropeninstitut, sind es nur wenige Meter und schon steht man auf der berühmten Davidstraße, dem Eingang zum Kiez und dem Herz von St. Pauli. 

Kiez

St_pauli_Molotow-Backyard-c)AlexanderSchliephake-klein
Das Molotowcocktail ist einer der bekanntesten Musikklubs auf St. Pauli (Foto: Alexander Schliephake)

Der Kiez ist das Partyzentrum der Stadt. Rund um die Reeperbahn gibt es rund 500 Kneipen – darunter die Ritze und das La Paloma –, Bars und Clubs, rund zehn kleine und große Konzertsäle, sechs Theater und etliche Bordelle. Ein Schmelztiegel von Kultur, Party und vielen Events. Neben dem Schlagermove gibt es jährlich den St. Pauli Weihnachtsmarkt „Santa Pauli“ und das Reeperbahnfestival. Darüber hinaus hält sich seit dem 19. Jahrhundert eine Tradition: die offene Straßenprostitution.

Sex

Die berühmte Herbertstraße zweigt kurz nach dem Hafenrand von der Davidstraße ab und ist der Anfang der Zone, in der jeden Abend von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens Prostituierte um Freier werben. Prostitution ist seit 2002 in Deutschland nicht mehr sittenwidrig und hat auf dem Kiez eine lange Tradition.

Schon im 19. Jahrhundert kamen die Matrosen aus dem Hafen, um die Dienste der Damen in Anspruch zu nehmen. Zu dieser Zeit wurde auch die Herbertstraße gebaut und ist seitdem ein Symbol der Prostitution in Hamburg. Auch die Nationalsozialisten schafften es nicht, ihr Verbot von Prostitution hier durchzusetzen – sie verbarrikadierten die Herbertstraße lediglich mit einem Sichtschutz, den es heute noch gibt. Aktuell gibt es auf St. Pauli immer weniger Bordelle, die Szene der käuflichen Liebe hat sich in andere Teile der Stadt verlagert, doch die Straßenprostitution ist nach wie vor ein Teil des Kiezes. 

„Ich bin zwar in Liverpool geboren, doch erwachsen wurde ich in Hamburg.“

angeblich John Lennon

Davidwache und Großstadtrevier

Santa Pauli Weihnachtsmarkt-c-MediaserverHamburg-klein
Legendär: Der Weihnachtsmarkt auf St. Pauli „Santa Pauli“ (Foto: Mediaserver Hamburg)

Eines der berühmtesten Gebäude auf der Reeperbahn ist die Davidwache. Das kleine Backsteinhaus wurde vom Hamburger Architekten Fritz Schumacher erdacht und beherbergt das wohl bekannteste Polizeirevier der Stadt. Mit nur 0,935 Quadratkilometern hat die Davidwache den kleinsten Zuständigkeitsbereich in ganz Europa, aber genug zu tun. Viele verbinden mit der Wache nicht nur Kriminalität, sondern auch berühmte Serien wie Notruf Hafenkante, den Tatort – obwohl hier nie für den Tatort gedreht wurde – und das Großstadtrevier mit Jan Fedder. Seit 1986 gibt es die Vorabendserie um den mittlerweile verstorbenen Hamburger Kult-Schauspieler. Gedreht wurden die Szenen auf einer fiktiven Wache in der Innenstadt und in Hamburg-Altona, seit 2019 steht „die Wache“ im Studio Hamburg im Stadtteil Tonndorf. Doch auf dem Kiez ist das Großstadtrevier immer wieder zu Gast und auch die Davidwache wird von Zeit zu Zeit als Drehort genutzt. 

Kultur

Doch das der Kiez viel mehr ist als Sex und Party zeigen zwei Namen: Ernst Drucker und Corny Littmann. Ernst Drucker übernahm 1884 das später nach ihm benannte Theater direkt neben der Davidwache. Heute ist das Haus unter dem Namen St. Pauli Theater bekannt. Die Nationalsozialisten strichen den Namen des Juden Ernst Drucker in den 1930er Jahren, heute trägt das St. Pauli Theater wieder den Beinamen seines ehemaligen Leiters und ist eines der schönsten Privattheater der Stadt.

Direkt daneben befindet sich das Schmidts Tivoli. Es ist neben dem Schmidtchen und dem Schmidt Theater Teil des Lebenswerks von Corny Littmann. Der Schauspieler und Regisseur eröffnete am 8.8.1988 mit dem Schmidt Theater das erste Haus. Damals wie heute erhalten seine Theater keinen Cent öffentliche Förderung. Waren sich zur Eröffnung viele sicher, Littmanns Konzept würde keine drei Monate überleben, sind er und seine drei Theater heute prägend für Hamburgs Theater-, Comedy- und Musicalszene. In vielen Shows wie der Schmidt Mitternachtsshow machten bekannte Größen wie Olivia Jones, Lilo Wanders, Wolfgang Trepper und Kay Ray ihre ersten Schritte auf Hamburgs Bühnen.

JuliaSchwendner_SchmidtsTivoli_230810-002_HiRes_AdobeRGB-c-MediaserverHamburg_ThisIsJulia Photography-klein
Eine Institution: das Schmidts Tivoli (Foto: Mediaserver Hamburg/ThisIsJulia Photography)

FC St. Pauli

Nur rund zehn Minuten zu Fuß von der Davidwache entfernt steht das Millerntor-Stadion, das Stadion des FC St. Pauli. Auch wenn der Verein seit Jahren in der 2. Bundesliga spielt, hat er weltweit Sympathisanten: Es gibt Fanclubs in den USA, Mexico, Indien und sogar auf Grönland. Und so verwundert es nur wenig, dass das Stadion mit seinen knapp 30.000 Plätzen bei fast jedem Heimspiel ausverkauft ist. War der Verein noch bis in die 1980er-Jahre ein klassischer Arbeiterverein, entdeckte ihn nach und nach die linke Szene für sich. Angetrieben von den Hausbesetzer:innen der Hafenstraße wandelte sich das Publikum und 1987 brachte „Doc Mabuse“ erstmals den Jolly Roger mit ins Stadion. Der Totenkopf ist bis heute das Symbol des Vereins und auch im St. Pauli Fanshop überall zu finden. 

1988 schrieb das Hamburger Abendblatt: „Der FC St. Pauli ist mehr als Fußball“ und das gilt bis heute. So setzt sich der Verein mit den Kiezhelden für Soziale Projekte ein, schrieb als einer der ersten Deutschen Profiklubs ein Verbot von Homophobie, Sexismus und Rassismus in seine Stadionordnung und mit Benjamin Adrion gründete ein ehemaliger Spieler die Non-Profit Organisation Viva con Agua. 

Millerntor Gallery-c-StefanGroenveld-klein
Einmal im Jahr gibt es im Millerntor Stadion Kunst statt Fußball: Bei der Millerntor Gallery von Viva con Agua (Foto: Stefan Groenveld)

Das Viertel

Das wahre Herz von St. Pauli sind aber weder Fußballverein, noch der Kiez, es sind seine Menschen. Das merkt man, wenn man durch das Viertel streift. Früher lag St. Pauli „zwischen den Welten“. Im Osten verteidigte sich Hamburg an den Großen Wallanlagen (heute Planten un Blomen) und ließ die Menschen nur über seine Stadttore wie das Millerntor, in die Hansestadt. Im Westen hingegen lag Altona. Altona stand bis 1864 unter dänischer Verwaltung und das Gebiet zwischen diesen beiden Städten war und ist St. Pauli.

Hier ließen sich mehrheitlich Arbeiter nieder, die sich die Städte nicht leisten konnten oder wollten. Dazu kamen das leichte Gewerbe und die Matrosen, die während der damals noch langen Liegezeiten der Schiffe Abwechslung suchten. Eine Vielfalt, die auch heute noch zu spüren ist. Mittlerweile wohnt im Viertel ein Mix aus Studierenden, Alt-Eingesessenen und Neuen Bewohner:innen, die das „hippe“ St. Pauli für sich entdeckt haben. Diese Mischung und die noch großenteils erhaltenen Gründerzeithäuser machen den Stadtteil in Hamburg einzigartig. 

Musik

Beatles-Skulpturen st pauli am Beatles-Platz-c-MediaserverHamburg_KonstantinBeck-klein
Haben ihr Denkmal auf St. Pauli: die Beatles (Foto: Mediaserver Hamburg/Konstantin Beck)

Neben dem Kiez, dem Hafen und der einzigartigen Geschichte ist wahrscheinlich nichts so mit St. Pauli verbunden wie die Musik. War es doch der Kiez, wo die Beatles im Indra, Top Ten Club, Kaiserkeller und im Starclub ihren Durchbruch feierten. John Lennon soll einmal gesagt haben: „Ich bin zwar in Liverpool geboren, doch erwachsen wurde ich in Hamburg.“ Noch heute kann man im Indra Konzerte und Shows besuchen.

Und nach den Beatles? Nach dem aufkommen der DJ’s konnten viele Musikklubs nicht überleben, doch die Musik starb nie. So gab es mit dem Onkel Pö, und gibt es mit dem Mojo Club und dem Grünspan legendäre Konzertlocations in Hamburg und auf St. Pauli. Auch musikalisch war immer viel los: So entwickelte sich in den 1980er Jahren auf St. Pauli und in ganz Hamburg eine deutschsprachige Musik, die mit Vertretern wie Kettcar oder Tocotronic als „Hamburger Schule“ bekannt wurde. Noch heute ist mit dem Grand Hotel van Cleef das Label des Sängers von Kettcar (Marcus Wiebusch) und Thees Uhlmann auf St. Pauli zu Hause.

Bunker

Was früher das J’s war, ist heute das Übel & Gefährlich. Im Hochbunker auf St. Pauli gab es immer Musik. Bevor 2019 der Umbau begann, residierte hier mit JustMusic eines der größten Musikgeschäfte der Stadt. Dazu kamen etliche Proberäume und zwei Konzertlocations: Das Übel & Gefährlich – das aus dem legendären Promi-Club J’s hervorging – und der Resonanzraum. Doch mit dem Umbau wird vieles neu: JustMusic ist bereits verschwunden und das neue grüne Dach macht den Bunker 20 Meter höher. Nach dem Umbau können Besucher:innen in 58 Metern Höhe im Dachgarten chillen. Dazu wird der Bunker auf St. Pauli neben einem Hotel auch die Georg-Elser-Halle, Hamburgs neuste Konzerthalle beheimaten. 

Kulinarik

Wo viel Kultur, Kulturen und Menschen aufeinandertreffen, entsteht neben Musik und Kunst auch häufig bestes Essen und St. Pauli hat dabei viel zu bieten. So gibt es neben dem Ashoka – einem der besten indischen Restaurants Hamburgs – auch den Weinladen St. Pauli, der, auch wenn er nicht mehr ganz auf St. Pauli liegt, neben coolem Ambiente auch beste Beratung zu bieten hat. Hinzu kommt rund um die Paul-Roosen-Straße von der Imbissbude bis zum Restaurant auf Sterne-Niveau alles, was das Herz begehrt. 

Planten un Blomen

Wasserlichtspiele-c-MediaserverHamburg-klein
Die berühmten Wasserlichtkonzerte in Planten un Blomen sind einfach schön (Foto: Mediaserver Hamburg)

Was viele nicht wissen: Planten un Blomen gehört zu St. Pauli. Wenn man von der Paul-Rosen-Straße vorbei am Millerntor-Stadion und über das Heiligengeistfeld – wo drei Mal im Jahr der Hamburger Dom stattfindet – schlendert, kommt man an den südlich Eingang der großen Parkanlage. Etwa 47 Hektar groß, entstand Planten un Blomen ab 1821 auf dem Gelände der alten Wallanlagen. Von 1897 bis 1973 fanden hier fünf Gartenausstellungen statt und prägten den Park. Von Süden nach Norden finden sich neben einer Minigolfanlage, einer Eisbahn – die im Sommer als Rollschuhbahn genutzt wird –, die Tropengewächshäuser (aktuell geschlossen), ein Musikpavillon, indem im Sommer viele Open Air Konzerte stattfinden und Hamburgs berühmte Wasserlichtkonzerte. Am Parksee wird in jedem Jahr von Mai bis September täglich nach Sonnenuntergang zu klassischer Musik die Wasserorgel live gespielt.

Heinrich-Hertz-Turm

Wenn man Planten und Blomen auf Höhe der Hamburg Messe verlässt, wartet ein letztes architektonisches Highlight des Stadtteils: der Heinrich-Hertz-Turm. 1968 eröffnet, war er bis ins Jahr 2000 für das Publikum geöffnet und bot aus über 120 Metern Höhe einen Rundblick auf die Stadt. Ab 2023 soll das wieder möglich sein. Ein Team aus Online Marketing Rockstars (OMR), dem Immobilienentwickler Home United und der Hamburg Messe will den Turm dann für das Publikum öffnen.


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Tauchen: Die Welt steht still

Aquanautic Taucher Hamburg ist einer der ältesten Tauchclubs in Norddeutschland – und hat viel zu bieten

Text: Mirko Schneider

Was ihn am Tauchen am meisten fasziniert, kann Elmar Klemm (49) in einem Satz beantworten. „Unten im Wasser ist die Welt endlich mal still“, preist der stellvertretende Vorsitzende des Aquanautic Taucher Hamburg (ATH) einen Vorzug seiner Lieblingsbeschäftigung.

Andere Sportarten punkten mit Action, Tauchen mit der sinnlichen Betrachtung einer dem Menschen fremden Welt. Noch etwas mag Klemm am Tauchen: „Eine Einstiegsschwelle existiert nicht. Ob Kind oder Rentner – Tauchen kann jeder lernen.“

„Wir sind gar nicht so wettkampforientiert“

Dieser Mission, das Tauchen möglichst vielen Menschen nahezubringen, haben sich Klemm und seine Mitstreiter verschrieben. Ihr ATH (circa 100 Mitglieder) ist mit seiner knapp 40-jährigen Geschichte einer der ältesten Tauchclubs in Norddeutschland.

Obwohl der Verein in verschiedenen Disziplinen vor allem in den Jugendabteilungen viele Titel abgeräumt hat, stehen die Medaillen im Vereinsleben nicht im Vordergrund. „Wir sind gar nicht so wettkampforientiert. Uns geht es darum, unseren Mitgliedern eine möglichst vielfältige Palette an Tauchaktivitäten anzubieten.“

„Wer dann daran Spaß hat, den packt das Tauchfieber ganz schnell.“

Elmar Klemm

Was Klemm damit meint, wird bei einem Blick auf die Vereinsaktivitäten deutlich. Da finden sich Ausfahrten zu etlichen Tauchspots vom Oortkartener See in Hamburg über die Mole in Eckernförde bis hin zum Schweriner See. Zusätzlich finden Trainingseinheiten in der Bartholomäus-Therme und im Bille-Bad statt. Disziplinen wie Konditions- oder Langstreckenschwimmen stehen hier beispielsweise auf dem Programm, auch Tauchscheine können erworben werden.

Der Verein arbeitet mit Tauchlehrern zusammen. Für fast alle Facetten des Tauchsports wie wissenschaftliches oder technisches Tauchen oder Apnoe-Tauchen (Tauchen ohne Gerät) steht mindestens ein Ansprechpartner zur Verfügung oder kann im Verbund mit Verband und anderen Vereinen vermittelt werden. Für das wissenschaftliche Tauchen ist dies übrigens Klemm selbst. Er ist ausgebildeter Unterwasserarchäologe und ein Fan von alten Wracks. Historische Schätze wie Tauchgänge an einer echten Hanse-Kogge in der Ostsee faszinieren ihn.

Vereinsarbeit fußt auf dem Ehrenamt

Die Stimmung im Verein (Mitgliedsbeitrag 16 Euro, Ausrüstung wird bis auf Maske, Schnorchel und Flossen gestellt) beschreibt Klemm als „sehr relaxed“. Es gibt ja auch viel gemeinsam zu erleben. Naturliebhaber können Krebse, Aalmuttern, beachtlich große Flundern, Schwebegarnelen, Seestichlinge und etliches mehr unter Wasser sichten und genießen.

Klemm liebt vor allem die orangenen Seehasen. Was Klemm sehr wichtig ist: Der ATH sei nicht zu verwechseln mit den kommerziellen Angeboten der Tauchschulen. „Wir als Verein leben von einer guten Gemeinschaft, die durch das ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder entsteht. Wer bei uns eintritt, sollte bereit sein, auch etwas zu geben. Er sollte wirklich in unserer Gemeinschaft mitmachen wollen. Wer das nicht möchte, ist bei den Tauchschulen besser aufgehoben.“

Neue Perspektiven

Die schwierigste Einstiegshürde für Neulinge sei stets eine physische. „Der Mensch ist ja kein Unterwasserwesen. Sobald wir unseren Kopf unter Wasser stecken, schaltet sich bei uns ein körperliches Programm an, welches diesen Zustand sofort beenden möchte“, sagt Klemm. Doch: „Dieses Programm kann man ändern. Das kann man gut trainieren.“ Und werde dafür nicht nur mit wunderbaren Erlebnissen belohnt. „Die ganze Klima- und Naturdebatte ist im Tauchen schon seit vielen Jahrzehnten präsent. Schon lange, bevor sie im Mainstream angekommen war“, so Klemm. „Das Tauchen bietet die Möglichkeit, Themen wie die Erhaltung der Meere noch einmal aus einer viel intensiveren Perspektive zu betrachten.“

Wer dazu Lust hat, so Klemm, könne ganz unkompliziert einmal bei einem Tauchtraining des ATH vorbeischauen. Klemm: „Wer dann daran Spaß hat, den packt das Tauchfieber ganz schnell.“

ath-ev.de


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Tretbootverleihe rund um die Alster

Wenn die Sonne scheint, sieht man überall auf der Alster und den Kanälen die Leute kräftig ins Pedal treten. Hier kommen fünf Bootsverleihe, an denen man sich ein Tretboot leihen kann

Text: SZENE Redaktion

Barca an der Alster

Direkt an einem großen Bootssteg an der Alster findet sich das Barca. Neben Eventlocation, Kreativraum, Cafe und Bar gibt es hier auch einen größeren Bootsverleih. Tretboote können zwar ausschließlich ohne Reservierung ausgeliehen werden. Praktisch ist aber, dass ein Link eingerichtet wurde, unter dem sich die aktuelle Wartenummer checken lässt.

In jedem Boot befindet sich ein Getränkehalter und es haben bis zu vier Personen Platz. Leihen kann man sich ein Boot ab 22 Euro die Stunde. Nach dem Schippern auf der Alster lohnt sich an lauen Sommerabenden auf jeden Fall ein Sundowner auf dem Steg mit perfektem Blick auf den Sonnenuntergang.

An der Alster 67a, 20099 Hamburg

Foto: Barca an der Alster

Bootsvermietung Dornheim

Am Osterbekkanal beim Cafe und Restaurant „Zur Gondel“ liegt auch der Bootsverleih Dornheim. Hier warten gleich drei verschiedene Typen von Tretbooten: Schwan, Sonne oder Flamingo. Besonders beliebt ist das Zweier-Tretboot im Stil des Alsterschwans.

Funfact: 2006 hat sich ein Schwan sogar mal ein ein solches Tretboot verliebt. Auch das Tretboot „Sonne“ ist auf zwei Personen ausgerichtet, allerdings die klassischere Variante. Für Vierer-Gruppen eignet sich das Boot „Flamingo“ am besten. Die Preise variieren dabei. Die günstigste Variante gibt es ab 13,50 Euro die Stunde.

Kaemmererufer 25, 22303 Hamburg-Winterhude

Foto: Dornheim Bootsvermietung und Restaurant Zur Gondel

Anleger Hamburg

Seit knapp hundert Jahren gibt es den Anleger an der Alster am Lattenkamp. Mit Wechsel der Besitzer wurde 2015 auch der „Strand an der Alster“ gegründet. Seitdem wird im Sommer im Beachclub gegrillt, getrunken und die Sonne genossen. Besonders große Gruppen mit bis zu fünf Personen können hier gemeinsam ein Tretboot ab 29 Euro die Stunde mieten. Die Alster fährt man hier übrigens flussaufwärts.

Deelbögenkamp 2 – 3, 22297 Hamburg

Foto: Anleger Hamburg

Supper Club

Eine gemütliche Tretboot-Tour kann perfekt vom Isebekkanal in Eppendorf aus gestartet werden. Der Supper Club ist nicht nur eine tolle Location am Wasser mit Terrasse und Bar, sondern auch ein super Ort um verschiedensten Boote und SUPs zu leihen. Die Fahrt für vier Personen mit dem Tretboot ist ab 22 Euro die Stunde erhältlich.

Wer mit dem Tretboot einen romantischen Ausflug erleben möchte, kann auch ein Special buchen: Mit einer Flasche Champagner, Verpflegung, Musikbox und Lämpchen wird dann in den Abendstunden durch die Kanäle geschippert.

Isekai 13, 20249 Hamburg

Foto: Supper Club Bootsverleih

Bootsvermietung am Stadtparksee

Auch direkt vom Stadtpark aus lassen sich schöne Touren mit dem Tretboot starten, die Alster ist durch die verschiedenen Kanäle schnell erreichbar. Weitere Highlights sind die vielen Stadtvillen direkt am Wasser oder der prächtige Rondeelteich.

Die Bootsvermietung am Stadtparksee befindet sich als idealer Ausgangspunkt auf der romantischen Liebesinsel. Verschiedene Tretboote können hier verhältnisweise günstig ab 14 Euro pro Stunde gemietet werden.

Südring 5a, 22303 Hamburg

Foto: hamburgfotogen

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf FacebookTwitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Erst Abi, dann Wimbeldon

Ella Seidel spielt Tennis, ist deutsche Meisterin im U16-Bereich und wurde 2021 als Hamburger Sporttalent weiblich ausgezeichnet. Die 17-Jährige hat auf dem Weg zum Abi 2022 zwei Klassen übersprungen, um sich voll auf ihre Profikarriere konzentrieren zu können

Interview: Markus Gölzer

SZENE HAMBURG: Ella, was ist Ihr nächstes Ziel?

Ella Seidel: Erst mal möchte ich beim Tennis die Jugend-Grand-Slams alle mitspielen. Dafür habe ich mich über die Rangliste qualifiziert. Nach der Schule kommt der Einstieg in den Damenbereich.

Strukturiert auf Ziele hinzuarbeiten, gilt als eine Ihrer Stärken. Was ist Ihre Schwäche?

Ich denke mal, dass ich auf dem Platz ein büschen zu streng mit mir selber bin. Das ist ein Hindernis, um frei zu spielen. Aber das krieg ich ganz gut in den Griff und es ist nichts, was mich zu stark beeinträchtigt.

„Beim Tennis liebe ich die Eins-zu-eins-Situation“

Schon mal das Gefühl gehabt, auf etwas verzichten zu müssen?

Nein. Ich spiele Tennis, weil es sehr viel Spaß macht und weil ich das möchte. Dafür habe ich mich entschieden. Ich freu mich jeden Tag, wenn ich auf den Platz gehe und Matches spielen kann.

Was lieben Sie am Tennis?

Ich liebe die Eins-zu-eins-Situation mit dem Gegner. Es kann alles passieren. Auch wenn man führt, kann nach paar Punkten das Spiel kippen und man sollte spielen bis zum letzten Punkt. Ich habe letztens ein Spiel auf dem Platz vor mir gesehen. Die eine hat 6:2, 5:1 geführt und hat dann doch noch verloren. Das fasziniert mich.

Gibt’s ein Geheimrezept, wenn es eng wird im Spiel?

Ich versuche dann nur, mich auf den nächsten Punkt zu konzentrieren. Wenn ich merke, dass ich nervös werde, an den Matchplan zu denken und mich für jeden Punkt neu zu fokussieren. Ich spiel einfach jeden Punkt. Ich möchte nicht für andere verantwortlich sein und ich kontrolliere das sehr gerne. Das ist in der Mannschaft natürlich schwieriger.

Erstes WTA-Turnier und Deutsche Meisterschaft

Was war Ihr spannendster Moment auf dem Platz?

Ich habe diese Woche mein erstes WTA-Turnier in Karlsruhe gespielt. Da habe ich in der ersten Runde voll verloren. Das war alles sehr professionell. Auch das Finale der deutschen Meisterschaften letzten Sommer war ein schöner Moment.

„Ich spiel einfach jeden Punkt“

Ella Seidel

Wie ist die Unterstützung für Sportler in Hamburg?

In Hamburg bin ich beim Team Hamburg, der Stiftung Leistungssport. Da werden viele Spitzensportler aus Hamburg besonders gefördert und auch finanziell unterstützt. Da sind wir natürlich auch büschen drauf angewiesen. Die helfen uns in allen Bereichen, wenn wir was brauchen. Man kommt mit anderen Spitzensportlern zusammen. Ein sehr schönes Netzwerk.

Welche Turniere stehen an, auf welche freuen Sie sich besonders?

Als Nächstes spiel ich in Paris bei den French Open im Stadion Roland Garros. Danach mach ich mein Abi fertig, dann spiel ich in Wimbledon. Da freu ich mich richtig drauf. Ist beides noch Junior, weil ich bei den Damen noch nicht so weit oben stehe. Aber das versuche ich bei den nächsten Turnieren zu ändern. Bei Wimbledon denkt man sofort an Boris Becker.

„Man muss immer an sich arbeiten“

Welche Bedeutung hat er für Ihre Generation?

Er hat öfter bei den deutschen Meisterschaften vorbeigeschaut, hat sich Matches angeschaut, Tipps gegeben. Da nimmt man gerne Tipps an, denn er ist für den deutschen Tennissport eine sehr wichtige Person. Ich habe mich sehr gefreut, ihn kennenzulernen.

Was würden Sie Gleichaltrigen beim Thema Ziele mitgeben?

Große Ziele und Träume sind wichtig. Aber man muss sich auch kleinere Ziele stecken und an sich immer weiterarbeiten. Durch die kleineren Ziele kann man Großes erreichen. Dafür sollte man immer an sich glauben und immer hart weiterarbeiten.

Dieses Interview wurde im Mai 2022 vor den French Open geführt


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Jenifer: „Der Song schrieb mich, nicht ich ihn“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Wir fischen sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Jenifer begegnet

Protokoll: Rosa Krohn

„Ich bin Musikerin durch und durch. Aufgewachsen in San José, Kalifornien, habe ich danach in Los Angeles und auf einer thailändischen Insel gelebt, bevor ich nach Europa gekommen bin. In Hamburg bin ich eher zufällig gestrandet. Ich war gerade hier, als der Lockdown begann und so blieb ich. Ich spiele meine Musik auf der Straße, in kleinen Clubs oder Bars –hauptsächlich meine eigenen Songs. Der wichtigste ist 2002 in L.A. entstanden. 

Ein echter Hit

Die Akkordfolge zu ‚You want it, you got it‘ war so prägnant, dass ich sie nicht mal aufschreiben musste. Drei Tage später im Auto kamen Lyrics und Melodie hinzu. Ich fuhr nach Hause, nahm meine Gitarre, spielte die Akkorde, der Song schrieb mich, nicht ich ihn. Nach drei Minuten war alles fertig. Ich rief einen befreundeten Toningenieur an, der ein recht bekanntes Studio in L.A. besaß und spielte ihm den Song vor. Er sagte: ‚Das ist ein Hit, komm sofort her.‘ Wir nahmen noch am selben Abend auf und spielten die Rohfassung auf CD. 

Diese CD gab ich einem lokalen Radio-DJ und so kam der Song ins Radio. Es war ein voller Erfolg, alle wollten ihn hören. Es gab nur ein Problem: Die CD mit dem Song hatte keinen Barcode und war damit nicht urheberrechtlich geschützt und nachdem mein Freund weggezogen war, brach der Kontakt ab. Ich konnte also auch nicht noch eine Version mit Barcode machen. 

Magie

Ein paar Jahre später, ich lebte mittlerweile in Thailand, erzählten mir Leute auf meinen Shows, dass sie meinen Song aus dem Radio kennen würden. Ich dachte erst: ‚Die müssen aus L.A. sein‘, aber es stellte sich heraus, dass der Song mittlerweile weltweit im Radio gespielt wurde. Ohne mein Wissen war aus meinem Lied also ein internationaler Radio-Hit geworden. Doch ohne die Urheberrechte bekam ich kein Geld und bis heute habe ich für den Song keinen Cent bekommen.

Aber ich schaue nach vorne, schließlich kann nicht jeder Künstler von sich behaupten, einen weltbekannten Hit geschrieben zu haben. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und nehme hier in Hamburg gerade mein Album auf. Ich mache Musik, seitdem ich drei bin und wenn du das machst, was du liebst, ohne Hintergedanken, dann entsteht Magie. Ob auf der Straße oder auf irgendeiner Bühne, völlig egal. Ich bin in der Lage, die Leute, die an mir vorbeilaufen, zum Lachen zu bringen. Und das werde ich so lange machen, bis es nicht mehr geht.“


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Jazz erleben in Hamburg

Jazz reicht von Improvisation bis hin zu Dixieland und live ist er natürlich am besten. Wir zeigen zehn Orte, an denen es in Hamburg richtig guten Jazz auf die Ohren gibt – darunter das Elbjazz Festival, das Birdland und der Cotton Club

Text: Felix Willeke

Wo genau Jazz entstanden ist, lässt sich nicht sicher bestimmen. Wie viele andere Musikstile entspringt auch er einer Entwicklung. Das Zentrum dieser wird am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts in New Orleans verortet. Hier waren es Afro-amerikanische Communities, die basierend auf unter anderem Blues und Ragtime den Jazz entwickelten. Und was macht Jazz bis heute aus? Vor allem eines: seine Vielfältigkeit. Dabei spielt besonders die Improvisation und die Einzigartigkeit des Spontanen eine große Rolle. Das Vorurteil, Jazz sei elitäre Musik ist dabei völlig falsch. Denn wie sagte schon der amerikanische Jazzpianist Bill Evans: „Es nervt mich, wenn Leute versuchen, Jazz als intellektuelles Theorem zu analysieren. Das ist er nicht. Es ist ein Gefühl.“ Und fühlen kann man Jazz am besten live.

Birdland: Ein klangvoller Name

birdland-c-noemi-smethurst_2-klein
Das Birdland: eine Institution der Hamburger Jazz-Landschaft (Foto: Noemi Smethurst)

An einer der holz-vertäfelten Wände steht „Don’t look at the time. Have a drink and enjoy real music“. Damit ist das Motto für das Birdland gesetzt. Diese Hamburger Jazz-Institution gibt es seit 1985.

Nachdem die Gründer 2013, nach mehr als 4.700 Konzerten mit Gästen wie Chet Baker, Diana Krall oder Rebekka Bakken, in den Ruhestand gingen, schien der legendäre Club vor dem Aus. Doch Dank einer der Söhne und einem der Gründer des Freundlich+Kompetent, lebt das Birdland weiter – vielleicht mehr als je zuvor.

Neben regelmäßen Jam- und Vocal Sessions gibt es im Birdland hauptsächlich Modern Jazz zu hören. Dazu kommen Pop-Konzerte und seit Kurzem auch die Schnack Comedy, eine Stand-Up Comedyshow.

Gemütlich im Brückenstern

Jazz-c-unsplash_BogomilMihaylov-klein
Jazz ist entspannt, erst recht im Brückenstern (Foto: unsplash/Bogomil Mihaylov)

Der Brückenstern ist schon fast Kult, seit Jahren führt Kwesi Asiama die kleine Musikkneipe an der Sternbrücke. Waren hier früher viele Künstler der Hamburger Off-Szene zu Gast, ist seit 2019 die JazzKitchen im Brückenstern zu Hause.

Bei gutem Bier und noch besserem Essen gibt es hier richtig gute Musik in Wohnzimmeratmosphäre. Und alleine Kwesi Asiamas Gastfreundschaft ist immer einen Besuch wert.

Cotton Club: Ein echter Klassiker

cotton_club-c-felix_willeke_3-klein
Eine Legende erfindet sich 2022 neu: der Cotton Club (Foto: Felix Willeke)

In einem der ältesten Jazz-Clubs der Stadt hat sich etwas verändert: Am 26. März 2022 feierte Dieter Roloff nach über 60 Jahren seinen Abschied vom Cotton Club. Der 1951 eröffnete Club hat seit dem 1. April 2022 neue Betreiber, die den Club in Roloffs Sinne erhalten, aber auch weiter entwickeln wollen. Dabei soll die musikalische Ausrichtung beibehalten werden.

Der Cotton Club war schon immer die Anlaufstalle für den traditionellen Jazz, Oldtime, Dixieland und Swing. Hinzu kommen neue Ideen, eine für den Sommer 2022 geplante Renovierung und weiter viel Leidenschaft für die Musik.

Gesellig am Wasser im Hafenbahnhof

hafenbahnhof-c-felix_willeke_4-klein
Gemütlich und etwas versteckt, der Hafenbahnhof (Foto: Felix Willeke)

Früher gab es Bahngleise direkt am Hafen, davon zeugt neben dem Alten Bahntunnel zwischen Fischmarkt und Altona auch der Hafenbahnhof. Das kleine Haus zwischen Kaistraße und Großer Elbstraße ist neben Partylocation auch eine Anlaufstelle für Jazzfans. Jeden Montag gibt es hier Live-Jazz im Jazzraum.

Wenn das Wetter stimmt, finden die Konzerte in der Regel auch Open Air statt. Los geht es jede Woche montags um 19.30 Uhr (Einlass um 18.30 Uhr) und kostet 9 Euro (ermäßigt 6 Euro).

Halle 424: Schick und szenig

Halle424-c-JürgenCarstensen-klein
Hier treten auch die Großen auf, in der Halle 424 (Foto: Jürgen Carstensen)

Der Oberhafen ist nicht erst seit gestern ein beliebtes Kulturquartier. In Mitten von alten Lagerhallen, Restaurants und Ausstellungen befindet sich auch die Halle 424, die sich selbst als Ort für „Jazz- und Klassikkonzerte im Oberhafen“ bezeichnet.

Vielleicht lässt sich nirgendwo besser ein Jazz-Abend erleben, als in so einem historischen Gemäuer, das mit liebevollen Details zu einer wirklich schicken Konzert-Location gemacht wurde. 

Der neue Tempel: Jazz Hall

jazz_hall-c-noemi-smethurst_1-klein
Ein Tempel für den Jazz, die Jazz Hall (Foto: Noemi Semthurst)

Hamburgs neuster Jazz-Tempel liegt direkt an der Alster. Mit der Jazz Hall hat die Hochschule für Musik und Theater (HfMT) endlich seine eigene Konzerthalle bekommen. 15 Jahre wurde geplant, zwei Jahre gebaut und seit Juni 2021 ist sie endlich da. Corona-bedingt war das erste Jahr noch wenig los, das ändert sich in diesem Sommer.

Im Mai fand das JazzHall Festival statt, bei dem große Stars und Studierende der HfMT auf der Bühne begeisterten. Jetzt geht es weiter mit dem bewährten Mix aus Größen der Szene – zumeist präsentiert von der Jazz Federation – und den Konzerten der Studierenden. 

Höchstes Niveau bei den großen Drei

Wer in Hamburg an die großen Häuser für Jazz denkt, dem fallen sofort drei Namen ein: Die Elbphilharmonie, die Laeiszhalle und das Rolf Liebermann Studio. 

Die Elbphilharmonie

220403_Jaimie_Branch_EPKS_c_Daniel_Dittus_10-klein
Im Kleinen Saal der Elbphilharmonie gibt‘s immer wieder großartigen Jazz, wie hier von der US-Trompeterin Jamie Branch im April 2022 (Foto: Daniel Dittus)

In Hamburgs wohl bekanttestem Konzerthaus geben sich nicht nur beim Elbjazz das who is who des Jazz die Klinke in die Hand. Auch außerhalb der Festivals gibt es hier regelmäßig Jazz der Spitzenklasse. Der Andrang auf die Elbphilharmonie ist dabei längst nicht mehr so groß wie am Anfang und so gibt es für einige Konzerte auch kurzfristig noch Tickets, auch an der Abendkasse.

Und während der Große Saal für viele ein Sehnsuchtsort ist, sollte man den Kleinen Saal nicht unterschätzen: Besonders kleine Ensembles bekommen hier genau den richtigen Rahmen. 

Die Laeiszhalle

1211_kleiner_saal_c_thies_ratzke-klein+
Ein intimer Rahmen: Der kleine Saal in der Laeiszhalle (Foto: Thies Ratzke)

Das Haus ist mittlerweile über 110 Jahre alt und hat nichts von seiner Faszination verloren. In die Laeiszhalle kommen sie alle: Von Klassik-Superstars über Größen des Pop bis hin zu Neuentdeckungen des Jazz. Dabei verhält es sich hier ähnlich wie in der Elbphilharmonie: Der große Saal beeindruckt und der Kleine ist perfekt für die intimeren Konzerte. 

Das Rolf Liebermann Studio

rolf_liebermann_studio-c-felix_willeke_1-klein
Früher eine Synagoge, heute gibt‘s im Rolf Liebermann Studio Jazz und mehr (Foto: Felix Willeke)

Der Klang in der Elbphilharmonie ist nahezu perfekt, doch ist er nicht mit der Qualität eines Tonstudios zu vergleichen. Der „Große Sendesaal“ des NDR ist eine ehemalige Synagoge und trägt seit 2000 den Namen des jüdischen Komponisten Rolf Liebermann.

Das große Studio des NDR ist das Wohnzimmer der NDR Bigband und in der Reihe NDRJazz finden hier pro Jahr sechs bis sieben Konzerte statt. Darunter finden sich Auftritte von Newcomer:innen genauso wie etablierten Stars – oft begleitet von der NDR Bigband.

Jazz im Süden: White Cube Bergedorf

Jazz-c-unsplash_TheoEilertsen-klein
Jazz in Clubatmosphäre im White Cube in Bergedorf (Foto: unsplash/Theo Eilertsen)

Jazz gibt es in Hamburg nicht nur rund um die Alster, auch in Bergedorf kann man richtig guter Musik lauschen. Einer der besten Orte dafür ist zweifelsfrei der White Cube Bergedorf.

Der Club liegt etwas versteckt im Gewerbegebiet, ist aber nur knapp einen Kilometer vom Bahnhof Bergedorf entfernt. 2017 wurde das eigentliche Loftgebäude zu einem Club umgebaut. Pro Monat gibt es im Schnitt drei Konzerte im White Cube, hinzu kommen die mittlerweile etablierten Jamsessions. 

Klein und fein: Yoko Club

yoko_club-c-felix_willeke_3-klein
Alternativ mit Jazz: der Yoko Club (Foto: Felix Willeke)

Wer in Hamburg Cotton sagt, muss auch Yoko sagen. Neben dem Cotton Club gehört der Yoko Club direkt neben dem Gängeviertel zu einem der besten Jazz-Clubs der Stadt. Von außen sieht das Yoko zwar klein aus, aber hier haben schon ganze Ensembles gespielt. Auch für diejenigen, die neu im Jazz sind, lässt es sich hier bestens reinhören.

Open Air: Jazz geht auch draußen

JazzOpen-c-JazzOpen (3)-klein
Im September gibt‘s wieder Jazz unter freiem Himmel bei den Jazz Open (Foto: Jazz Open)

Seit 2010 gibt’s das Elbjazz fast in jedem Jahr mit Stars und viel Neuem auf dem Werftgelände von Blohm & Voss. Nach einer Pause im Jahr 2016 haben mittlerweile die großen Hamburger Konzertveranstalter übernommen. Unter der Leitung von Karsten Jahnke und Folkert Koopmanns (FKP Skorpio) gab es Besucherrekorde und große Namen wie Jamie Cullum, Kamasi Washington oder in diesem Jahr Web Web mit Max Herre.

Auch neben dem Elbjazz gibt es Musik unter freiem Himmel: Das Jazzbüro veranstaltet seit einigen Jahren die Jazz Open Hamburg in Planten un Blomen. 2022 findet das kleine aber feine Festival am 3. und 4. September statt.

Wer jetzt Lust auf Jazz hat, findet die aktuellen Konzerthighlights in der Stadt auf den Homepages der Clubs und Konzerthallen oder beim Konzertkalender von jazzmoves.de.


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Hamburgs neuer Radiosender: Ahoy

Die Gute Leude Fabrik verfolgt eine Mission: frischen Wind in die Hamburger Radiowelt mit dem neuen Sender ahoy bringen. Und das mit guter Musik und coolen Podcasts, wie zum Beispiel dem von Sänger Bosse

Text: Katharina Stertzenbach

ahoy verspricht gute Musik, gute Gespräche, gute Kultur, gute Ideen und gutes Tun. Fazit: gutes Radio eben. Hinter dem neuen Radiosender stehen erfahrene und in der Hamburger Musik- und Kulturszene bestens vernetzte (Musik-)Redakteure, Podcaster und Kommunikationsprofis.

Gunnar Astrup, ahoys Direktor, erklärt: „ahoy versteht sich als integraler Bestandteil der Hamburger Kultur- und Musikszene.“ Der Radiosender verspricht nicht zu viel, on air werden unter anderem Jan Plewka, Simone Buchholz, Enno Bunger und viele mehr sein.

ahoy läuft seit dem 25. Mai: ahoyradio.de


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Hau- und Stossfechten: Sport wie vor 200 Jahren

In Billstedt wird Hau- und Stossfechten nach einem Fechtbuch von 1838 unterrichtet. Eine absolute Nischensportart stellt sich vor

Text: Andrea Marunde

Der Regen, der am Abend auf das Dach tröpfelt, ist gut zu hören. Es ist leise in der Sporthalle der Grundschule Archenholzstraße in Billstedt. Konzentriert. Trainer Stefan Panek erklärt die einzelnen Grundtechniken, da werden Handgelenke bis zum Anschlag gedreht. Rechts, links, einen Fuß nach vorne setzen, in die Knie gehen. „Achtung, Stellung!“, ist das einzige, was immer wieder zu hören ist. Und ein wenig Stöhnen, wenn die Schultern endlich wieder zur Entspannung fallen gelassen werden dürfen.

Ein Schüler beschreibt seinen Zustand: „Der Schmerz wandert erst langsam in den Oberarm, dann in den Unterarm.“ Hier wird historisches Hau- und Stoßfechten unterrichtet, beim Verein ANNO 1838 – Hau = Stoßfechten e.V.. Theorie und Praxis liegen hier ganz nah beieinander. Denn gelehrt wird nach einem Fechtbuch von Franz Conrad Christmann, Professor der Fechtkunst, verfasst 1838 in Offenbach. Die Vorstellung vom Fluch der Karibik oder den drei Musketieren kann man da allerdings gleich vergessen. Da wird nicht über Tische, Stühle oder Schiffsplanken gefochten, martialisches Gebaren ist auch nicht angesagt.

„Natürlich sind wir eine absolute Nischensportart“

„Mit dem olympischen Sportfechten hat das auch nichts zu tun“, sagt Marcus Hampel, „hier wird ausschließlich Breitensport betrieben. Der Spaß ist, anhand eines Dokuments herauszulesen, wie man sich vor 200 Jahren in dem Bereich bewegt hat.“ Wichtig ist auch zu erwähnen: „Der Autor betont in dem Buch, dass Fechten auch für die Freizeit betrieben wird.“ Im Original heißt es: Körperertüchtigung wird klar von der Selbstverteidigung abgesetzt. „Natürlich sind wir eine absolute Nischensportart“, beschreibt der 46-Jährige seine Sorgen, was die Mitgliederanzahl angeht. 

„Mit dem olympischen Sportfechten hat das nichts zu tun, hier wird ausschließlich Breitensport betrieben.“

Marcus Hampel

Der Verein wurde 2014 gegründet und hat momentan 25 Mitglieder. Deswegen hat er sich an den Hamburger Sportbund gewendet. „Ich habe gelesen, dass der HSB eine Vereinsberatung zu verschiedenen Themen anbietet. Auch zum Thema Mitgliedergewinnung.“ Dabei ging es dem Verein aber nicht um Gelder. „Die Gruppen sind einfach viel zu klein, um allen Leistungsansprüchen gerecht zu werden“, beschreibt Hampel die Misere. „Die Gruppendynamik beginnt mit 5 Leuten, bei 7 geht den Trainern das Herz auf. Da kann man schon ganz anders trainieren.“ Von zweistelligen Gruppengrößen spricht man hier erst gar nicht.

Vereinsberatung beim HSB

Anno1838-24-c-JohannesTrostdorf-klein
„Der Schmerz wandert erst langsam in den Oberarm, dann in den Unterarm“, denn das Säbel wiegt ganze 800 Gramm (Foto: Johannes Trostdorf)

„Die Beratung war da sehr hilfreich. Nach einer Bestandsaufnahme mit der Vereinsberaterin haben wir die Ratschläge des HSB selbst in die Hand genommen: Wir haben beispielsweise unsere Mitglieder befragt, was ihnen an der Sportart gefällt und wie sie uns gefunden haben, das werden wir noch auswerten.“ Die Homepage wurde aktualisiert und andere Kanäle zur Informationsverbreitung genutzt. Ein virtueller Gästeabend findet regelmäßig statt. „Vielleicht gehen wir auch mal bei älteren Sportfechtern wildern, die keine Lust mehr haben, Wettkämpfe zu bestreiten, ihre Kenntnisse hier bei uns einbringen und auch bereit sind, Neues zu lernen.“ Was dann noch in der Zukunft passiert – man wird sehen. Hampel selbst ist ganz zufällig an das historische Hau- und Stoßfechten gekommen. „Ein Kollege, damals in Mönchengladbach machte Säbelfechten. Im Lager, wo wir gerade arbeiteten, hat er mir einen Besenstil in die Hand gedrückt und wir haben gefochten.“

Auch bei Trainer Stefan Panek (26) war es eher eine zufällige Geschichte: „Auf dem Weg zur Uni habe ich einen ehemaligen Klassenkameraden getroffen, der Säbelfechten machte. Ich bin ein Fantasy-Fan, aber Sportfechten sah mir zu gekünstelt aus. Da bin ich dann mit zum Säbelfechten gegangen, dabeigeblieben und mache nun meine Übungsleiter-C-Ausbildung.

Angebote für Anfänger:innen

Nun hat ja nicht jeder einen Freund, der zum Säbelfechten geht und das schmackhaft macht. Dabei gehört, neben der Lust, eigentlich gar nicht viel dazu. “Wer zum Probetraining kommen möchte, bringt Sportbekleidung und Hallenschuhe mit“, sagt Panek. „Die restliche Ausrüstung für den Anfang, sprich: den Säbel und den Gürtel, stellen wir zur Verfügung“. Für Neueinsteiger:innen und erfahrene Fechter:innen wird ein Wochenende angeboten, an dem man von den Grundlagen bis zu den Umgangsformen das Säbelfechten kennenlernt.

Es gibt aber auch einen vierwöchigen Einsteigerkurs. Danach ist es grundlegend möglich, die Stellung, Paraden und acht Haupthiebe draufzuhaben und sich in einem freien Kampf zu behaupten. Der nächste Kurs startet am 5. September 2022. Keine Angst. Das Fechtbuch, mit rund 95 Paragraphen, bestehend aus Lektionen, Beschreibungen und Übungen ist keine Pflichtlektüre, sondern es soll eine Hilfestellung sein, aber: „Wir ermutigen die Mitglieder reinzugucken“, sagt Panek. „Ich selbst habe den Christmann aber auch noch nicht durch.“ Der Fechtprofessor wird`s verkraften. 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Straßenfeste im Sommer

Party auf Parkplätzen und Flohmarkt auf der Fahrbahn: Diesen Sommer sind sie endlich wieder da, die geliebten Straßenfeste in Hamburg! In den verschiedensten Stadtteilen gibt es dann wieder Kunst, Konzerte und Kultur direkt vor der Haustür. Aber auch Nachbarschaftsinitiativen stellen sich vor und alte Schätze wechseln die Besitzer:innen. Hier kommen 10 Straßen- und Stadtteilfeste, die sich lohnen

Text: SZENE Redaktion

48 h Wilhelmsburg

Unter dem Motto #geradejetzt gibt es wieder Musik von den Elbinseln: Seit 12 Jahren wird bei 48 h Wilhelmsburg Musik und Kultur aus der Nachbarschaft gefeiert. Auch die Veddel ist mit am Start.

Orte des Alltags werden zur Bühne und überall auf den Elbinseln gibt es verschiedenste Konzerte und Partys. Das gesamte Programm findet sich unter 48h.mvde.de.

10. bis 12. Juni 2022

Buntes Treiben auf dem Energiebunker Wilhelmsburg

Eppendorfer Landstraßenfest

Das Eppendorfer Landstraßenfest zwischen Schrammsweg und Eppendorfer Baum hat Tradition: Hier gibt es einmal im Jahr einen besonders langen Flohmarkt, viele Konzerte auf mehreren großen Bühnen und jede Menge Angebote für Kids.

In diesem Jahr gibt es Livemusik zum Beispiel von dem Terri Green Project. Auch startet das Straßenfest erstmals mit der „Grünen Gabel“, ein Pilotprojekt für mehr Nachhaltigkeit bei den Food-Ständen.

11. und 12. Juni 2022

Eppendorfer Landstraßenfest
Flohmarkt auf der Eppendorfer Landstraße (Foto: Thomas Panzau)

Altonale Straßenfest

Die Altonale, das Festival der kulturellen Vielfalt, ist eines der größten norddeutschen Kulturfeste. Vom Platz der Republik aus erstreckt sich über zwei Wochen das vielfältige Programm in alle Richtungen.

Am ersten Wochenende findet der beliebte altonale Flohmarkt statt. Im Anschluss an die altonale folgt das STAMP-Festival der Straßenkünste. Vom 1. bis 3. Juli gibt es außerdem den altonale Kunstmarkt auf der Christianswiese, Musik in der Ottenser Hauptstraße und auf dem Spritzenplatz. Das komplette Programm findet sich unter altonale.de.

17. Juni bis 3. Juli 2022

Straßenfest Altonale
Straßenfest der Altonale (Foto: Thomas Panzau)

Münzviertel Straßenfest

Das unkommerzielle Straßenfest gilt als der jährliche Höhepunkt im Münzviertel. In der Repsoldstraße, Rosenallee und am Münzplatz gibt es alternative Konzerte, Flohmarkt und Kinderprogramm. Aber auch die verschiedenen sozialen Einrichtungen stellen sich vor, denn das gesamte Fest lebt von einer sozialen, kritischen und inklusiven Perspektive.

Auf der Bühne stehen unter anderem die Rapfugees, ein zwölfköpfiges HipHop-Kollektiv. Kulinarisch lohnen sich hier die Pizza aus dem Lehmofen und die Cocktails aus dem Münzgarten.

9. Juli 2022

Die Straße wird zur Sonnenterasse (Foto: Viertelzimmer Münzviertel via Facebook)

Bernstorffstraßenfest

Ende Mai kam endlich die Nachricht: Es wird ein Bernstorffstraßenfest 2022 geben! Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest. Wie gewohnt soll es auf dem Nachbarschaftsfest wieder leckere Drinks und Snacks, Livemusik und einen Anwohner:innen-Flohmarkt geben.

Während morgens gestöbert wird, legen gen Abend verschiedene DJs auf und laden zum Tanzen auf der Straße ein, auf die diesjährigen Konzerte darf man wieder mal gespannt sein.

Auch das Bernstorffstraßenfest wird von ehrenamtlichen Helfern und Anwohnenden auf die Beine gestellt.

Termin folgt

Abendliches Konzert in der Bernstorffstraße 2019

Christopher Street Day

Beim Christopher Street Day in Hamburg demonstriert und feiert die queere Community. Zurück geht der CSD auf die Stonewall Riots von 1969 in New York.

In Hamburg wird als krönender Abschluss der Pride Week wieder ein großes Straßenfest mit Parade, Partys und Konzerten auf dem Jungfernstieg und dem Ballindamm veranstaltet. Auch rund um die Alster wird gefeiert, getrunken und gesnackt, alles unter dem Motto: „Auf die Straße! Vielfalt statt Gewalt“.

6. bis 8. August 2022

CSD
Die CSD-Parade kommt am Jungfernstieg an (Foto: Martin Stiewe)

Veganes Straßenfest

Massenhaft vegane Leckereien gibt es in diesem Sommer auf dem Spielbudenplatz. Beim Veganen Straßenfest gibt es verschiedenste Verkaufs- und Gastronomiestände sowie ein vielfältiges Programm mit Musik und Vorträgen.

Das Straßenfest soll außerdem über Kampagnen und Projekte der Tierrechtsbewegung informieren. Bei einer großen Tombola können außerdem kulinarische Gewinne ergattert werden. Der Verein Animal Rights Watch stellt das Festival übrigens mit einem ehrenamtlichen Team ohne große Sponsoren auf die Beine.

30. Juli 2022

spielbudenplatz-festival-fest-hamburg
Viele Stände auf dem Spielbudenplatz

Osterstraßenfest

Eine bunte Fress- und Festmeile zieht sich auch wieder durch Eimsbüttel: Das Osterstraßenfest findet eigentlich traditionell im Mai statt, in diesem Jahr wird das Straßenfest als Sommerparty gefeiert.

Aufgrund von Corona wurden aktuelle Informationen noch nicht veröffentlicht, es ist aber damit zu rechnen, dass es wieder einen bunten Mix aus Bier und Genuss, Newcomer-Konzerten und Flohmarkt gibt. Für gewöhnlich ist dann wieder die gesamte Nachbarschaft auf den Beinen und feiert ihren schönen Stadtteil.

Voraussichtlich 27. bis 28. August 2022

flohmarkt-c-nikola-duza-unsplash
Stöbern und Staunen beim Osterstraßenfest (Foto: Nikola Duda via Unsplash)

Stadtfest Winterhude

Zwei Tage lang werden der Mühlenkamp und die Gertigstraße im September wieder zu einer bunten Spielweise für Kultur, Gastro und Unterhaltung. Doch damit nicht genug: Verlängert wird das Fest durch einen großen Flohmarkt in der Schinkel- und Preystraße.

Nebenan findet außerdem das Schinkelplatzfest für Kids und Familien statt. Der Ausflug nach Winterhude lohnt sich innerhalb der zwei Tage aber sowieso, denn unter anderem das Goldbekhaus plant weitere Veranstaltungen im Viertel.

3. und 4. September 2022

stadtfest-winterhude-muehlenkamp
Winterhude wird zum Unterhaltungs-Hotspot

Hafengeburtstag

Einlaufparade, Feuerwerk, Live-Musik und jede menge wilde Partys: Um die 300 Schiffe und rund 1,5 Millionen Menschen zieht es jedes Jahr zum Hafengeburtstag. Neben dem kommerziellen Abschnitt um die Landungsbrücken gibt es auch in der Hafenstraße beim Alternativen Hafengeburtstag viel zu entdecken.

Die gesamte Hafenmeile reicht von der Hafencity bis zum Museumshafen Övelgönne. Das Programm ist bisher noch nicht bekanntgegeben worden. Alle Infos gibt es unter hamburg.de.

16. und 18. September 2022

hafengeburtstag_c_pixabay-klein
833. Hamburger Hafengeburtstag im September 2022 (Foto: pixabay)

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Vatertag und Himmelfahrt in Hamburg

Vatertag 2022: Einst wurde an diesem Donnerstag die Reise von Jesus Christus in den Himmel zelebriert. Heutzutage pilgern viele Männertruppen mit Bollerwagen durch die Stadt und feiern sich und ihren Vater- oder Männertag. Wie man den Feiertag mit oder ohne Bollerwagen in Hamburg verbringen kann, empfehlen wir hier:

Abschalten im Elbpark Entenwerder

Der Elbpark Entenwerder ist nicht weit von der Innenstadt entfernt, doch für viele noch ein Geheimtipp. Die ehemalige Zollstation für Binnenschiffe ist seit 1997 eine naturbelassene Parkanlage direkt an der Elbe, die unter anderem von der S-Bahn Rothenburgsort gut zu erreichen ist. Auch ein kleiner Fahrradausflug durch die HafenCity führt schnell ins Grün des Parks. Hier gibt’s ideale Bedingungen zum Grillen. Und falls es doch plötzlich anfangen sollte zu regnen, ist das Café Entenwerder nicht weit.

Elbpark-Entenwerder-c-MASSIMO TEALDI
Foto: Massimo Tealdi

Grillen im Hammer Park

Mitten im dicht besiedelten Hamm liegt der Hammer Park. Auf den weitläufigen Rasenflächen ist für alle genug Platz, um beim Grillen oder anderen Aktivitäten abzuschalten. Hier kann man sich die Zeit beim Tischtennis, Minigolf und Schach vertreiben oder dem Kräuter- und Heckengarten einen Besuch abstatten.

Paddeln

Das gut alte Kanu ist ein echter Klassiker: Egal ob bei „Zur Gondel“ am Stadtpark oder beim Supper Club, Kanuverleihe gibt es rund um die Alster reichlich. Doch auch abseits der bekannten Spots gibt’s noch einiges zu entdecken.

So lassen sich bei Paddel-Meier in den Vier- und Marschlanden die Dove Elbe, beim Bootshaus Bergedorf die Bille oder nördlich der Fuhlsbüttler Schleuse auch die verwunschenen Abschnitte der Alster erkunden. Ps: Bei „Der Anleger“ in Eppendorf kann man sogar Drachenboote mieten – perfekt für einen Vatertagsausflug.

Cocktails & Zigarren in der Jahreszeiten Bar

Wer sich mal richtig was zum Vatertag gönnen möchte und ein Fan von Whiskey und Zigarren ist, sollte der Bar des Hotel Vierjahreszeiten einen Besuch abstatten. Mit Blick auf die Binnenalster können in der zweigeschossigen Bar, erstklassige Cocktails und Zigarren auf original Rolls-Royce Sitzen genossen werden.

Jahreszeiten Bar, Jungfernstieg 9 – 14

Wasserski & Wakeboard

Ein Ruck, ein Schreck und schon liegt man vorne über mit dem Gesicht im Wasser. So ging es vermutlich fast allen, die sich das erste Mal auf Wasserski oder ein Wakeboard gewagt haben

Neben dem Neuländer See in Harburg kann auch vor den Toren der Stadt bestens übers Wasser geflitzt werden: Etwa im Spotz Wakeboard Park in Norderstedt oder in der Cablesport Arena in Pinneberg. Und da besonders Anfänger:innen mit Neoprenanzug unterwegs sind, sind Wassertemperaturen unter 20 Grad alles, nur keine Ausrede.

wakeboard_c_unsplash-joel-meyer-klein
Wakeboard und Wasserski mit Neoprenanzug geht das fast immer (Foto: unsplash/Joel Meyer)

Über den Wolken

Hamburg ist groß, wie groß, das lässt sich häufig erst beim Anflug auf den Helmut Schmidt Flughafen erahnen. Noch besser geht das vielleicht nur mit einem Rundflug über die Stadt. Gab es bis vor ein paar Jahren noch die Möglichkeit, mit dem Wasserflugzeug die Stadt zu überfliegen, geht das heute nur noch mit dem Kleinflugzeug oder Hubschrauber.

Gestartet wird am Helmut Schmidt Flughafen und vom Flugplatz Uetersen-Heist. Die Flugdauer variiert von zehn Minuten bis zu 1,5 Stunden. Der Spaß kostet zwischen 100 bis zu 500 Euro. Die etwas sanftere Variante gibt es am Stadtrand in den Boberger Dünen oder in der Fischbeker Heide. Hier sind zwei Segelflugclubs zu Hause und bieten Mitflüge an. Für die Rund 15 Minuten in der Luft kosten pro Person ab 40 Euro.

HAC Boberg & Segelflug-Club Fischbek

segelflug_c_Maxnustedt-unsplash-klein
Segelfliegen in Hamburg – Mitflug möglich (Foto: unsplash/Max Nüstedt)

Für die Schwindelfreien

Auch für die sportlich Ambitionierten gibt es die Möglichkeit, Hamburg von oben zu sehen. Klettern ist nicht nur Trendsport, sondern auch außerhalb der Halle an vielen Orten in der Stadt möglich. In Wilhelmsburg gibt es den Hanserock, im Norden der Stadt den Kletterwald im Volksdorfer Wald und im Süden den Kletterpark im Sachsenwald.

Spektakulär hoch hinaus geht es zudem auf der Rickmer Rickmers im Hafen. Und wer schon Erfahrung hat, für den gibt es in der Stadt viele Outdoor-Kletterwände wie am Kilimanschanzo oder dem Kletteraugust

Kletterwald Hamburg, täglich 10–19 Uhr, Preis: 26 Euro (Kinder 20 Euro)
Klettern im Sachsenwald, Fr. 14-20, Sa.&So. 10–20 Uhr (in den Ferien länger), Preis: 27 Euro (Kinder 21 Euro)
Klettern auf der Rickmers Rickmers, Samstags nach Online-Reservierung, Preis: 39 Euro pro Person

Klettern im Kletterwald Hamburg_c_KletterwaldHamburg-klein
Hoch hinaus im Kletterwald Hamburg (Foto: Kletterwald Hamburg)

Pizza Bande: Pizza für die ganze Familie

Die Pizza Bande auf St. Pauli kommt mit lässigem Barcharme daher. Bestellt und bezahlt werden die hausgemachten Pizzen an der Theke. Echter Pluspunkt: Das Prinzip des Ladens kommt Kindergaumen entgegen: Hier stellt sich jeder seine Pizza selbst zusammen. Gewählt werden kann dabei aus verschiedensten Zutaten, auch vegane Versionen mit Schmelz statt Käse oder gar süße Varianten sind hier für Klein und Groß möglich.

Lincolnstraße 10 (St. Pauli), 20359, Pizza Bande

Hamburgs beste Pizza, Foto: Pizza Bande
Pizza Spaß für die ganze Familie am Vatertag. Foto: Pizza Bande

Tanzen im Schrødingers

Im Schrødingers feiern die Herren an der Drinnen-und-Draußen-Bar. Es ist also völlig egal, ob es regnet oder die Sonne über der Stadt strahlt: Im Schrødingers, unmittelbar am Schanzenpark gelegen, geht am Donnerstag ab 14 Uhr die Party los und abends kann sogar am Lagerfeuer gechillt werden, vorausgesetzt natürlich das hier das Wetter mitspielt.

schroedingers-lichtung-hamburg-konzert
Gemütliches Beisammensein und fröhliche Partys. Foto: Schroedingers

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?