Gegen Gendern: Das ist reaktionär – ein Kommentar

Aktuell wird in Hamburg eine Volksinitiative vorbereitet. Das Ziel: Kein Gendern im Hamburger Amtsdeutsch. Dieses Vorhaben ist reaktionär, meint unser Autor

Ein Kommentar von Felix Willeke

 

„Wir fordern von Politik, Verwaltungen, ÖR-Medien und Bildungseinrichtungen: Sprechen Sie unsere Sprache — die deutsche Einheitssprache“, so beginnt die Begründung einer Petition gegen das Gendern – also die geschlechtergerechte Sprache, wie es korrekt heißt – auf Bundesebene. Ins Leben gerufen hat die Petition Sabine Mertens. Sie ist es auch, die aktuell eine ähnliche Initiative in Hamburg vorbereitet. Mertens will das Gendern im Hamburger Amtsdeutsch verbieten lassen. Die Petition auf Bundesebene wird von einigen Mitinitiator:innen aus Medien und Kultur mitgetragen und steht kurz vor 50.000 Unterschriften. Ab dieser Marke muss sich der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags damit beschäftigen. Wenn die ähnliche Petition in Hamburg sogar 65.000 Unterschriften erreichen sollte, könnte auf Hamburg eine Volksabstimmung zukommen. Dabei ist das Vorhaben hinter beiden Petitionen falsch und reaktionär.

Gendern ist weder sexistisch, reaktionär noch verfassungswidrig

Gendern ist ein extrem kontroverses Thema. Es gibt kaum Meinungen zwischen dem klaren Pro und dem klaren Kontra. Die Fronten sind verhärtet. Doch womit wird argumentiert? In der Petition auf Bundesebene heißt es Gendern sei „sexistisch“, „reaktionär“ und „verfassungswidrig“. Dazu kommen die Menschen, die sich aufgrund der vermeidlichen Unleserlichkeit der Schreibweisen mit Doppelpunkt oder Genderstern verwehren. Beide Argumentationslinien sind dabei nicht zeitgemäß. Denn Sprache befindet sich in einem ständigen Wandel und dieser wurde erst mit der Normierung 1880 durch Konrad Duden verlangsamt. Trotzdem spricht heute kaum noch jemand wie die Menschen im 19. Jahrhundert. Nur eines ist seitdem unverändert: die männliche Form.

Die männliche Form ist diskriminierend

Zumindest seit 1880 werden beispielsweise Berufsbezeichnungen nur mit der männlichen Form angegeben (mit einigen Ausnahmen wie beim Beruf der Krankenschwester). Damit einher geht die Ungleichberechtigung zwischen Männern und allen anderen Geschlechtern. Studien zeigen: Wenn gegendert wird, werden alle Geschlechter gedanklich deutlich mehr mit einbezogen. Deswegen ist die geschlechtergerechte Sprache weder sexistisch noch reaktionär, sie ist einfach gerecht.

Gewöhnt euch dran

Und alle, die sagen, „das stört den Lesefluss“, sollten sich die Frage stellen, ob sie Telefone mit der guten alten Wählscheibe vermissen? Nein, weil wir uns an Neues gewöhnen, und fast nichts ist so fluide, wandelbar und ständigen Einflüssen unterworfen wie die Sprache – nicht umsonst freuen wir uns jedes Jahr, wenn Susanne Daubner in der Tagesschau die potenziellen Jugendwörter des Jahres präsentiert.

Natürlich verwirrt es, das erste Mal einen Text mit Doppelpunkt oder Genderstern zu lesen. Doch wie formulierte es Linguist Rudi Keller: „Ein Trampelpfad entsteht, weil eine Vielzahl von Menschen von A nach B geht […]. Das erzeugt die Regelmäßigkeit des Verhaltens, die nach einer gewissen Zeit dann Spuren zurücklässt. Sprachzustände sind keine Endzustände von Prozessen, sondern transitorische Episoden in einem potenziell unendlichen Prozess kultureller Evolution.“ Und das Gendern ist einer dieser kulturellen Evolutionsprozesse. Daher ist es Zeit, den Trampelpfad zu gehen, sich auf die Veränderung einzulassen und mitzugestalten, wohin sie führt. Diejenigen, die sich gegen den Wandel sträuben, sind reaktionär.


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Entspannen: Das Literaturhaus Hamburg

Der Stress und die Anstrengungen des vergangenen Jahres sind noch deutlich spürbar, da braucht es zu Beginn von 2023 nicht noch mehr davon. Deswegen präsentiert SZENE HAMBURG in den ersten drei Wochen des Jahres immer montags und freitags Orte, an denen es sich gut entspannen lässt. Heute: Das Literaturhaus Hamburg

Text: Ronja Güldner

 

Lust auf eine literarische Auszeit? Dann ab ins Literaturhaus Hamburg. In der weißen Villa am Alsterufer lässt es sich mit Leichtigkeit dem kräftezehrenden Alltag entfliehen und in Bücherwelten eintauchen. Mit dem prunkvollen und zugleich verträumten Ambiente wird das Literaturhaus zu einem edlen Entspannungsort. Unter glänzenden Kronleuchtern und verschnörkeltem Stuck können Literaturbegeisterte zudem Lesungen brandneuer Werke lauschen und sich inspirieren lassen. Für diskussionsfreudige Gemüter bietet sich ein Besuch des regelmäßig stattfindenden „Philosophischen Cafés“ an. In der hauseigenen Buchhandlung „Samtleben“ können Besucher:innen weiter stöbern und ihren neu entdeckten Lesestoff gleich mit nach Hause nehmen. Eine leckere Stärkung gibt es im Literaturhauscafé. Und wer seine Gedanken nach einem Leseabend noch weiter schweifen lassen will, kann seinen Besuch mit einem kleinen Spaziergang am Alsterufer verbinden.

Entspannung im Januar


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Fikri: „Ich möchte gerne wieder hinter der Theke stehen“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Für SZENEzeigen fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diesmal sind wir Fikri begegnet

Protokoll: Katharina Stertzenbach

 

„Ich komme aus dem kurdischen Teil der Türkei, 2005 bin ich nach Deutschland gekommen. Zuerst habe ich in Mecklenburg-Vorpommern gelebt. Die alten Häuser und die Landschaft, das war schon alles sehr schön. Die Leute hingegen waren nicht immer so nett, wie etwa hier in Hamburg. Als mein Asyl-Antrag dann bestätigt wurde, hat es mich 2011 nach Hamburg verschlagen – genauer genommen nach Altona. Hier fühle ich mich zu Hause. Hier habe ich angefangen, in einem türkischen Supermarkt in der Bahrenfelder Straße als Fleischereifachverkäufer zu arbeiten. Ich war nicht in dem Markt angestellt, sondern habe die Fleischtheke gemietet. Die Kund:innen haben dann auch nicht an der Kasse, sondern direkt bei mir an der Theke bezahlt.

Weniger Fleisch als früher

Aktuell müssen viele deutsche Metzgereien schließen, weil die Leute einfach nicht mehr so viel Fleisch essen wie früher. Bei meinen Kund:innen war das anders. An meiner Fleischtheke gab es oft eine lange Schlange, die sich durch den ganzen Supermarkt zog. Türkische, syrische oder arabische Familien kaufen viel und gerne Fleisch, zum Beispiel ganze Lamm- oder sogar Rinderkeulen. Deutsche Kund:innen hingegen möchten wesentlicher weniger, meistens nur drei, vier Scheiben Fleisch. An meiner Theke habe ich das Fleisch für meine Kund:innen zudem auch halal angeboten, deswegen habe ich auch kein Schweinefleisch verkauft.

Mittlerweile gibt es den Supermarkt nicht mehr. Er musste schließen, weil der Pachtvertrag nicht verlängert wurde. Deswegen habe auch ich zurzeit keine Arbeit. Aber die freie Zeit nutze ich und mache nach fast 17 Jahren hier in Deutschland einen Deutschkurs. Wenn der vorbei ist, möchte ich gerne wieder hinter der Fleischtheke stehen.“


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Entspannen: Das Passage-Kino

Der Stress und die Anstrengungen des vergangenen Jahres sind noch deutlich spürbar, da braucht es zu Beginn von 2023 nicht noch mehr davon. Deswegen präsentiert SZENE HAMBURG in den ersten drei Wochen des Jahres immer Montags und Freitags Orte, an denen es sich gut entspannen lässt. Heute: Das Passage-Kino

Text: Marco Arellano Gomes 

 

Die kalte Jahreszeit ist die Kino-Hochsaison. Und kaum ein Kino in Hamburg versprüht so viel Charme und Eleganz wie das Passage-Kino in der Mönckebergstraße. Schon der mit Teppich versehene Gang zu den Haupttüren zelebriert mit den links und rechts hinter Fensterscheiben liebevoll angebrachten Filmpostern die Kinokultur. Vollends wohlig wird einem, wenn man das großzügige, im Art-déco-Stil gestaltete Foyer betritt. Der zweigeschossige Vorraum glänzt mit goldenen Tapeten mit Jugendstil-Elementen, seiner stilvollen Bar und ledernen Lounge-Sesseln. Intern wird der Raum, in Anlehnung an Stanley Kubricks „The Shining“, als „The Goldroom“ bezeichnet. Zwei Tresen versorgen die Gäste (auch hier ganz klassisch) mit Coca-Cola, Popcorn und diversen anderen Snacks. Hinter dem Tresen befinden sich freundliche, gut gelaunte Mitarbeiter, die die Kinokultur ebenso lieben wie die Gäste.

Ein Ort zum Träumen

Jeder der drei Kinoräume ist individuell gestaltet und technisch auf der Höhe der Zeit. Eine große, mit rotem Teppich ausgelegte edle Treppe führt in die oberen beiden Säle: das „Hanse“ mit 218 Sitzplätzen und das niedliche „Studio“ mit 33 Sitzplätzen. Besonders imposant ist das mit Holzverzierungen und sehr bequemen Sitzen ausgestattete Kino 1 mit 379 Sitzplätzen. Das älteste, 1912 erbaute, Kino Hamburgs wird seit 2007 vom Schwaben Heinz Lochmann geführt – ein Kinoliebhaber, der sowohl auf kleine, feine Kinos als auch auf Multiplexe („Traumpalast“) setzt. Leitgedanke des Neubesitzers Lochmann war es, einen „Ort zum Träumen“ zu schaffen. Das ist gelungen, nicht zuletzt aufgrund des außergewöhnlichen Filmprogramms. Hier wird Wert auf gute Filme gelegt – unabhängig davon, ob es sich um Arthouse oder Blockbuster-Filme handelt. Also dann: Licht aus, Film ab!

Entspannung im Januar


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Entspannen: Das Katers Köök

Der Stress und die Anstrengungen des vergangenen Jahres sind noch deutlich spürbar, da braucht es zu Beginn von 2023 nicht noch mehr davon. Deswegen präsentiert SZENE HAMBURG in den ersten drei Wochen des Jahres immer montags und freitags Orte, an denen es sich gut entspannen lässt. Heute: Das Katers Köök

Text: Erik Brandt-Höge

 

Sie lebten wild im Wald, wurden verletzt auf der Straße aufgelesen, eine von ihnen gar aus einem Farbeimer gerettet: die Katzen und Kater aus Katers Köök. Das vegane Deli und Katzencafé im Schanzenviertel wurde das neue Zuhause von namentlich Liffey, Mellow, Keshia, Rebell, Avicii und Newman. In kleinen Holzhöhlen, auf Wandtreppchen und der langen, die Decke des Ladens zierenden Kratzskulptur hat das Samtpfoten-Sextett sichtlich seinen Spaß – und die Gäste drum herum auch. Ab und an kommen Liffey und Co. von sich aus auf sie zu. Sie wollen schmusen, spielen oder einfach nur in ihrer Gesellschaft einschlafen.

Katzen, Kuchen und Merch

Es ist ein unheimlich liebevolles und eben enorm entspannendes Miteinander. Wer Katzen und Kater mag, kommt in Katers Köök voll auf seine Kosten. Wer sie noch nicht mag, hat nach einem Besuch vielleicht ein neues Lieblingstier. Und klar, die Vierbeiner sind hier die Highlights – aber danach kommt auch gleich das kulinarische Angebot. Für jede Tageszeit ist was dabei, vom deftigen Frühstück über hausgemachte Kuchen und Torten bis zu Burgern und Backfischbrötchen. Und wer von Katers Köök gar nicht genug bekommen kann, kriegt im Merch-Shop des Cafés auch noch Shirts, Pullis und Mützen.

Entspannung im Januar


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Miniatur Wunderland für Alle

Menschen, die sich den Eintritt für das Miniatur Wunderland nicht leisten können, haben im Januar 2023 wieder die Möglichkeit eine der beliebtesten Attraktionen Hamburgs kostenfrei zu besuchen

Text: Katharina Stertzenbach

 

Auch in diesem Jahr ermöglicht das Miniatur Wunderland Menschen, die sich den Eintritt nicht leisten können an 23 ausgewählten Tagen im Januar, einen kostenfreien Besuch. Ein Nachweis muss dabei nicht vorgelegt werden. Das Team rund um Gerrit und Frederik Braun setzt auf die einfache und ehrliche Selbsteinschätzung der Besucher:innen.

An den Aktionstagen reicht es, wenn Besucher:innen an den Ticketschalter des Wunderlands gehen und sagen: „Ich kann mir das nicht leisten“. Ohne Nachfrage kommen kleine und große Fans dann gratis ins Miniatur Wunderland. Falls es Leuten unangenehm ist diesen Satz laut zu sagen, reicht es aus, ihn schriftlich vorzulegen.

Achtung: Lange Wartezeiten

Aus den Vorjahren ist bereits bekannt, dass es an den Aktionstagen im Januar zu langen Wartezeiten kommen kann. Daher empfiehlt das Team des Miniatur Wunderlands den Besuch möglichst für die Nachmittage von Montag bis Donnerstag zu planen. Zudem wird gebeten die wenigen Plätze an den Sonntagen für Familien freizuhalten. Für Menschen ohne Kinder bieten sich besonders die beiden Dienstagabende an.

 

Gerrit und Frederik Braun erklären wie’s funktioniert:


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Entspannen: Die Bartholomäus-Therme

Der Stress und die Anstrengungen des vergangenen Jahres sind noch deutlich spürbar, da braucht es zu Beginn von 2023 nicht noch mehr davon. Deswegen präsentiert SZENE HAMBURG in den ersten drei Wochen des Jahres immer Montags und Freitags Orte, an denen es sich gut entspannen lässt. Heute: Die Bartholomäus-Therme

Text: Marco Arellano Gomes 

 

Historisch. Imposant. Erholsam. So lässt sich die Bartholomäus-Therme im Komponistenviertel zusammenfassen. Das im Jugendstil erbaute Gebäude liegt ein wenig versteckt in der Bartholomäusstraße/Ecke Beethovenstraße. Doch die Suche lohnt sich! Schon von außen macht das Gebäude einiges her. Innen wurde das Erdgeschoss vor Kurzem erst „behutsam und der Historie folgend gestalterisch modernisiert“ und erstrahlt entsprechend in neuem Glanz. Aufwendige Lichtinstallationen und sanfte Klänge erzeugen täglich ab 17 Uhr eine entspannte Wohlfühlatmosphäre. Das Wasser ist wohlig-warm (32 Grad). Hier kann man seelenruhig und ungestört (Kinder haben keinen Zugang!) in dem 12 mal 22 Meter großen Becken seine Bahnen ziehen und anschließend wieder seine Liege aufsuchen.

Die neue Thermen-Bar bietet den Gästen allerhand Genussmittel – bis hin zu speziell auf die Dampfbäder abgestimmte Pflegeanwendungen zur Reinigung und Pflege der Haut. Zwei Sprudelliegen und einige Massagedüsen fördern zusätzlich die Entspannung. Wer Dampf ablassen will, dem sei auch der Besuch eines der beiden Dampfbäder empfohlen: Ob Blüten-Dampfbad bei 40° C oder Eukalyptus-Dampfbad bei 45° C – hier bleibt keine Pore verschlossen. Eine Tageskarte kostet 13 Euro, inklusive Sauna 21,30 Euro. Die regulären Öffnungszeiten sind von 10 bis 22 Uhr.


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Jahresrückblick: In Hamburg sagt man tschüss

2022 wird unzweifelhaft in die Geschichte eingehen, als das Jahr, in dem vieles auf dem Prüfstand stand – auch für die Kultur der Stadt. Ein Rückblick mit Augenzwinkern und der Gewissheit: Alles hat ein Ende, auch dieses verflixte Jahr

Text: Marco Arellano Gomes 

 

Ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Jahr neigt sich dem Ende. Wenn alle Geschenke gefunden, alle Resturlaubstage eingereicht und alle Weihnachtstage verplant sind, steht Heiligabend vor der Tür, dicht gefolgt von Silvester. Für viele die Tage, um ein wenig zur Ruhe zu kommen, nachzudenken und das Jahr Revue passieren zu lassen. Hier eine kurze Zusammenfassung des Jahres aus Hamburger Sicht mit Schwerpunkt auf die Kultur – ohne jeden Anspruch auf Vollständig- und Ernsthaftigkeit.

Januar

Die Elbphilharmonie feiert 2022 seinen 5. Geburtstag (Foto: Thies Raetzke)

Die Elbphilharmonie feierte im Januar 2022 seinen 5. Geburtstag (©Thies Raetzke)

Gleich zu Beginn des Jahres feiert die Elbphilharmonie ihr fünfjähriges Jubiläum. Wer die etwa 80 Meter lange, leicht geneigte Rolltreppe durch den hellen Tunnel (genannt „Tube“) durchquert und die unzähligen Treppen bis in den Großen Saal mit seinen 2100 Plätzen erkämpft hat, dem bietet sich ein akustisches Feuerwerk. Das lässt verschmerzen, dass die Baukosten mit rund 866 Millionen Euro leicht über den ursprünglich geplanten 77 Millionen Euro lagen. Backstein und Glas, Schein und Sein – die Elphi steht wie kein anderes Bauwerk für die Dualität dieser Stadt. Dass der Besuch der Plaza mit Blick über Elbe, Hafen, Speicherstadt und HafenCity aufgrund gestiegener Betriebskosten – entgegen einstiger Versprechen – möglicherweise bald Eintritt kosten soll, ist hingegen eine politische Posse. War sonst noch was? Ja: Nach einer pandemiebedingten Ewigkeit feiert das lang ersehnte Theater-Musical „Harry Potter und das verwunschene Kind“ im Mehr! Theater Premiere und verzaubert seither die Besucher.

Februar

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Am 28. Januar 2022 erschien das Tocotronic-Album  „Nie wieder Krieg“

Dass die Hamburger Band Tocotronic in ihrer musikalischen Karriere auch manch unzutreffende Zeile verfasste, ist bekannt (Beispiel: „Digital ist besser“). Doch der Titel ihres neuen, am 28. Januar veröffentlichten, 13. (!) Albums, ist dann schon von erschreckend prophetischer Natur: „Nie wieder Krieg“. Bekanntlich kommt es anders. Am 24. Februar greift Russland die Ukraine an und beginnt damit einen Krieg, der viele Ungewissheiten mit sich bringt und seither als „Zeitenwende“ bezeichnet wird. Hamburg wird nicht müde, der Ukraine seine Solidarität zu demonstrieren. Die blau-gelbe Flagge schmückt so manchen Balkon, zeitweise auch den des Rathauses. Auch eine Vielzahl von Kulturinstitutionen gedenkt der ukrainischen Bevölkerung in unterschiedlichsten Formen: durch Aktionen, Spendensammlungen und vieles mehr.

März

Als ahnte das Bucerius Kunst Forum, dass eine Zeit anbricht, in der Verzicht zum Gebot wird, startet im März die Ausstellung „Minimal Art. Körper im Raum“. Wer minimalistisch denken will, muss den Minimalismus gesehen und erlebt haben. Das übt ein. Bedeutende Werke des Minimalismus sind zu sehen und werden mit modernen Kunstwerken verglichen. Weniger ist mehr – das wird das Motto für die Zeit nach der Zeitenwende. War sonst noch was? Ja: Der DOM meldet sich nach fast zwei Jahren Pause zurück: Gebrannte Mandeln, Schmalzkuchen und jede Menge Gewinne, Gewinne, Gewinne buhlen wieder um die Gunst der Besucher. Auf dem Heiligengeistfeld geht es wieder bunt und munter her. Und ja, viele vermissten den DOM sehr.

April

Ein großer Erfolg – und eine willkommene Zerstreuung – ist ab April die interaktive Ausstellung „Van Gogh Alive“, bei der die Besucher durch multimediale Leinwände auf nie gesehene Weise in die Bilderwelten von Van Gogh eintauchen können. Aktuell gibt es mit „Monets Garten“ bereits die Fortsetzung. Ob die interaktiven Wände sensibel auf Kartoffelsuppe, Tomatensuppe und Klebstoff reagieren, ist nicht bekannt. Aber im für Scherze bekannten April kommt auch noch niemand auf diese umstrittene Idee.

Mai

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„Viele haben in den letzten Monaten gemerkt, was alles fehlt“, sagte Kultursenator Carsten Brosda im Interview mit SZENE HAMBURG (©Bertold Fabricius)

Endlich wieder ein wenig Aufatmen – das ist das Gefühl, dass Hamburg durch den Mai trägt. Viele Corona-Einschränkungen fallen. Die Inzidenz sinkt kontinuierlich, die Kultur macht sich – trotz Krieg – Hoffnung auf bessere Zeiten. Konzerte sind wieder am Start, die Club-Szene öffnet ihre Türen. „Ich finde die Idee, gegen den Weltschmerz anzutanzen, eigentlich recht schön“, befindet Kultursenator Carsten Brosda (SPD) im Interview mit SZENE HAMBURG. Allein der Gedanke des auf der Tanzfläche zappelnden, zugleich ein Gedicht von Rainer Maria Rilke vortragenden, Brosda stimmt vergnüglich. Damit die wieder in die Stadt strömenden Besucher auch Kulturangebote jenseits von Elphi, Hafen und Musical wahrnehmen, stellen Kultur- und Wirtschaftsbehörde die Kulturtourismusstrategie vor.

Die Stadtbewohner machen sich hingegen andere Sorgen: Die Lebensmittel drohen wieder knapp zu werden. Im Supermarkt steht man wie zu Beginn der Pandemie wieder vor leeren Regalen. Dieses Mal ist der Krieg die Ursache, nicht die Pandemie. Mehl und Öl sind vergriffen, die Preise schnellen in die Höhe. Es ist ein kleiner Vorgeschmack auf die noch folgende Inflation. War sonst noch was? Ja: Das Montblanc Haus eröffnet in Stellingen. Dort können die Besucher in einem Rundgang alles zu der Geschichte und den Produkten des traditionellen Hamburger Unternehmens lernen. Das Haus sei „eine Liebeserklärung ans Schreiben und eine respektvolle Verneigung vor den Denkern, Träumern und Schöpfern“, so das Fazit des Autors dieses Textes nach dem exklusiven Vorab-Besuch.

Juni

Auch Stadtteilfeste sind wieder möglich. Unter diesen nimmt die altonale seit jeher einen prominenten Platz ein, führt sie doch wie keine zweite vor Augen, wie viel Lebensfreude in der Vielfalt steckt. Für Begeisterung sorgen aber auch diverse andere Open-Air-Angebote – vom Christopher Street Day, über den Schlager-Move und die Stadtpark-Konzerte bis zum Schanzenkino. Die 8. Triennale der Photographie bietet einiges fürs Auge und lässt auch von weit entfernten Orten träumen.

Juli

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Ein rauschendes Fest: Die Verleihung des Genuss-Michel 2022 (©Julia Schumacher)

Fröhliche Stimmung gab es auch bei der Vergabe des Genuss-Michel, dem großen Gastropreis des Genuss-Guide Hamburg. Den Ehrenpreis fürs Lebenswerk erhielt Elias Hanna Saliba, der in Hamburg seit 1984 syrische Küche auf höchstem Niveau bietet. Das ist Urlaub für die Geschmackssinne. Wer hingegen den lang gehegten Traum einer Urlaubsreise tatsächlich wieder antritt, muss bangen: Zum einen ist unklar, ob man den Flieger überhaupt rechtzeitig erreicht, zum anderen, ob die Koffer am Zielort ankommen. Dem Flughafen war – Pandemie sei Dank – zwischenzeitlich das Personal ausgegangen und so bilden sich Schlangen wartender Reiselustiger vor den Security-Checks und Schweißperlen auf der Stirn beim Warten vor den Gepäckbändern. Urlaub stellt man sich irgendwie anders vor.

August

Im August feiert das Museum für Hamburgische Geschichte sein 100-jähriges Jubiläum. Das direkt an den Wallanlagen gelegene Museum gibt nicht nur Einblick in die Geschichte der Hansestadt, sondern stellt mit ihren Ausstellungen wichtige Fragen, die auch für die gegenwärtige Entwicklung der Elbmetropole wichtig sind. Selten schien historisches Wissen wichtiger als in diesen Zeiten. Historisch wirkt auch die Südamerikareise Peter Tschentschers (SPD). Mit einer Delegation reist der Erste Bürgermeister nach Argentinien, Uruguay und Chile, um Energiepartner für Hamburg zu suchen. Es geht um grünen Wasserstoff, um die Gas-Verluste auszugleichen und zugleich etwas fürs Klima zu tun. Ob der Wandel gelingt, ist noch unklar. Aber keine Panik: Udo Lindenberg ist seit August Ehrenbürger der Stadt.

September

In diesem Jahr ist alles möglich. Das beweist auch der späte Start des allseits beliebten Hafengeburtstags im September (sonst im Mai). „Leinen los, wir feiern wieder“, heißt es vom 16. bis 18. September. Das Wetter ist weitestgehend schlecht, die Stimmung weitestgehend gut. Also: Alles wie immer. Sorgen macht den Hamburgern hingegen die Energiepreis-Entwicklung aufgrund der explodierenden Gaspreise. „Ich kann nur an alle Hamburgerinnen und Hamburger appellieren, den Energieverbrauch zu reduzieren und wenn möglich, monatlich einen Betrag zurückzulegen, um sich auf die Jahresabrechnungen vorzubereiten“, sagt Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) SZENE HAMBURG gegenüber. Na dann: Socken an und durch!

Oktober

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Der Film „Rheingold“ von Fatih Akin feierte beim Filmfest Hamburg Weltpremiere (©bombero international/Warner-Bros Entertainment / Gordon Timpen)

Der Oktober steht ganz im Lichte des Filmfest Hamburg, das dieses Jahr sein 30-Jähriges feiert und es filmisch krachen lässt: „Triangle of Sadness“, „Wir sind dann wohl die Angehörigen“, „Zeiten des Aufruhrs“, „Holy Spider“, „The Banshees of Inisherin“ und der neue Fatih Akin-Film „Rheingold“, – das Programm ist hochkarätig und vielfältig. Der rote Teppich (nicht „tote Teppich“, liebe „Abendblatt“- Redaktion!) lebt. War sonst noch was? Ja: Hat was mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), China und dem Hafen zu tun. Aber leider plagen einen Erinnerungslücken …

Jahresrückblick Hamburg

Energiekrise hin oder her – inzwischen sind so viele böse Geister in der Stadt, dass es zur bürgerlichen Pflicht wird, sie durch Knallfeuerwerk zu vertreiben (©Mediaserver Hamburg/Jörg Modrow)

November

Die Theatersaison läuft auf Hochtouren, wenn auch vor halb leeren Rängen, hat aber mit dem amerikanischen Erfolgsmusical „Hamilton“ eine Geschichtslektion mit HipHop und Balladen aufzubieten. Die Besonderheit: Das Stück wurde aufwendig ins Deutsche übersetzt. Drei Stunden Geschichte in unterhaltsamer Form: Klingt zunächst nicht nach einer großen Erfolgsformel, ist es aber! Zumindest in den USA brach „Hamilton“ alle Rekorde. Ob es auch hierzulande glückt, wird sich zeigen. Bis zum 30. September 2023 gibt es die Gelegenheit, das Stück im Operettenhaus Hamburg zu sehen.

Dezember

Geschenke-Jagd, überflüssige Jahresrückblicke, Vorfreude auf die Familie, Weihnachten, Streit mit der Familie, Silvester, Neujahr. Kann nur besser werden!

2023

2022 neigt sich dem Ende zu und 2023 wirft seinen Schatten voraus. Neben viel Kultur und Politik steht im November auch ein Geburtstag an: SZENE HAMBURG wird 50 und das ist ein Grund zum feiern!


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Kolumne: Zeit ist zum Vergessen da

Die Zeit ist zum Vergessen da, behauptet Markus Gölzer. Warum das seiner Meinung nach so ist, verrät er in seiner Kolumne

„Offen gesagt“, eine Kolumne von Markus Gölzer

 

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Markus Gölzer ist textender Exil-Bayer und lebt seit über 20 Jahren auf St. Pauli (©ohne Credit)

Gerade ist Weihnachten vorbei. Und die beste Zeit des Jahres ist da: Die Zeit zwischen den Jahren. Spoiler: Diese Zeit ist keine Zeit. Wäre sie eine, würde irgendwas passieren. Es gäbe eine chronologische Abfolge von Ereignissen. Außer, sich noch mal umzudrehen. Da wären Tage, und du wüsstest immer, welcher gerade ist. Was für ein Tag war der 28.12.21? Eben. Zwischen den Jahren ist keine Zeit, sondern ein Wartesaal. Es wird irgendwann weitergehen, aber du hast keinen Einfluss darauf. Alle Pläne sind sinnlos wie ein Fahrplan der Deutschen Bahn.

Endlich. Weihnachten ist überstanden und hallt bestenfalls auf der Waage nach. Silvester zeigt sein Partyhütchen am Horizont, ist aber noch zu weit weg für Aktivismus. Wo keine Zeit, da kein Druck. Nur ein langes Durchatmen. Nie wird deutlicher als zwischen den Jahren, dass Zeit ein künstliches Konstrukt ist. Sie zerhacken dein Leben in Zeiteinheiten, um dich bis auf die Sekunde zu kontrollieren. Befreie dich von der Diktatuhr.

Get funky now!

Klebe die Zeitanzeige von Smartphone und Rechner ab. Zeige der Wanduhr, wo der Hammer hängt. Willkommen auf deiner Nichtzeitreise. Alles ist erlaubt. Außer die Uhr um Erlaubnis zu fragen. Iss, wenn du hungrig bist. Trinke, wenn du durstig bist. Trinke weiter, wenn es ein guter Weißwein ist. Wozu die Taktung der anderen, wenn du im eigenen Rhythmus flowst? Get funky now! Du kannst nicht zu spät ins Bett gehen. Nur zu früh aufstehen. Du bist verabredet? Du kommst immer zum richtigen Moment. Bist du zu früh, hast du noch etwas geschenkte Zeit. Verpasst du dein Date, hast du erst recht frei. Bist du zufällig mal pünktlich, ist die Freude bei Freunden und Kollegen umso größer. Vergiss die Zeit. Und du hast alle Zeit der Welt.


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Eislaufen in Hamburg

Es ist wieder Schlittschuh-Saison in Hamburg. Egal ob Weihnachts-Feeling, Party-Stimmung oder ruhige Eislauf-Trainingseinheiten, die Stadt hat für jede:n die perfekte Gelegenheit zum Eislaufen parat

Text: Tammy Kim Duong

 

EisArena in Planten un Blomen 

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Wo in Planten un Blomen im Sommer Rollschuh gelaufen wird, tummeln sich im Winter die Menschen auf dem Eis (©Tammy Kim Duong)

Jedes Jahr ab Ende Oktober verwandelt sich die EisArena in Planten un Blomen in eine Eisfläche, denn dann ist wieder Schlittschuh-Saison angesagt. Die EisArena gehört mit 4.300 Quadratmetern zu einer der größten Open Air Eisbahnen in Europa. Hier kann man sich wunderbar austoben und das jeden Tag in der Woche. Mittwochs gibt es von 16.30 bis 17.30 Uhr Eislauftraining für alle und freitags und samstags wird zusammen gefeiert: Ab 19 Uhr legt ein Live-DJ auf und verwandelt das Eis in eine Tanzfläche. 

Bäderland Eisland Farmsen 

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Im Eisland Farmsen teilen sich die Hamburg Crocodiles und Eislaufbegeisterte die Halle (©Bäderland Hamburg)

Im Osten Hamburgs befindet sich das Bäderland Eisland Farmsen. Bei konstanten 11 Grad wird einem nicht kalt in der Eishalle unweit des U-Bahnhofs Farmsen. Jeden Samstag ab 20 Uhr wird hier dann die Musik aufgedreht und Besucher:innen können zu Charthits, Klassikern, Rock- und Popmusik lässig ihre Runden drehen. Dazu gibt es Licht- und Videoshows. Das Eisland ist aber nicht nur für seine Partys bekannt: Es ist auch das Zuhause der Hamburg Crocodiles. Die Heimspiele der Eishockeymannschaft finden während der Saison von September bis März regelmäßig statt und sind immer einen Besuch wert. 

Wandsbeker Winterzauber 

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Eislaufen auf einer Kunsststoffbahn, das geht nur auf dem Wandsbeker Winterzauber (©Wandsbeker Winterzauber)

Auf dem Wandsbeker Winterzauber kommen Besucher:innen zwischen dem Duft von Schmalzgebäck, gebrannten Mandeln und Glühwein bei Eislaufen in weihnachtliche Stimmung. Die Bahn hat wie der Markt selbst seit Anfang November geöffnet. Es handelt sich aber um keine konventionelle Eisbahn: Der Boden ist aus Kunststoff und damit umweltfreundlich, energiesparend, und recycelbar. Unter der Woche gibt es nach Absprache zwischen 10.30 und 16 Uhr freien Eintritt für Kindergärten und Schulklassen. 

q.beyond Arena

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Fast das ganze Jahr aufs Eis, das geht nur in der q.beyond Arena (©q.beyond Arena)

Wer auch in den Sommermonaten Lust auf Schlittschuhlaufen hat, ist hier goldrichtig. Die q.beyond Arena in Bahrenfeld hat über 300 Tage im Jahr geöffnet. Da die Halle unweit der Barclays Arena wird unter der Woche von Eishockeymannschaften und Eiskunstläufer:innen fürs Training genutzt, deswegen ist öffentliches Eislaufen nur an den Wochenenden möglich – und zwar jeden Samstag und Sonntag von 14.30 bis 17 Uhr. Neben dem Eislaufen lädt die Arena auch zum Eisstockschießen ein. 

Eisbahn Stellingen

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Auf der Eisbahn Stellingen laufen Jung und Alt unter einem großen Zeltdach (©pixabay/airtank)

Auf der Eisbahn Stellingen ist Open Air Eislaufen durch die zeltförmige Überdachung bei Wind und Wetter möglich. Hier gibt es Schlittschuhspaß für Jung und Alt: Von Mittwoch bis Freitag gibt es zusätzliche Laufzeiten für Familien mit kleinen Kindern und für Senioren. An den Wochenenden ist die Eisfläche von 10 bis 12 Uhr und von 15.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Während der Mittagszeit erobern Eishockeyspieler des HSV das Eis. 

Eislaufen ist Energieintensiv

Viele Haushalte leiden im Winter 2022/23 unter steigenden Energiepreisen, die Stadt spart Energie und auch an den Eisarenen geht das Thema nicht spurlos vorbei. SZENE HAMBURG hat daher die Hamburger Eislaufparadiese gefragt, wie sie mit den steigenden Kosten und dem Thema Energiesparen umgehen.

Die EisArena in Planten un Blomen hat aufgrund der zu erwartenden Mehrkosten die Preise für die Saison bereits erhöht. Zudem sei die EisArena laut den Betreibern erst vor ein paar Jahren durch die damalige Sanierung „sehr viel energieeffizienter geworden“. Aktuell profitieren sie zudem von den Minustemperaturen, da die Kälteanlage – der energieintensivste Teil der Anlage – aktuell fast nicht genutzt werden muss.

Die q.beyond Arena im Altonaer Volkspark hat ebenfalls die Preise erhöht. Der Energieverbrauch, in der auch vom Breitensport genutzten Halle, soll „durch die Optimierung der Beleuchtung, der Heizung sowie sonstiger Prozesse“ reduziert werden, auch um Kosten zu sparen.

Auf dem Wandsbeker Weihnachtsmarkt wurde eine Eislaufbahn aus Kunststoff installiert und daher fallen dort keine Kosten für die Herstellung einer Eisfläche an.

Das Eisland Farmsen und die Eisbahn Stellingen haben sich bis Redaktionsschluss nicht zum Thema Energieverbrauch geäußert.


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