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St. Pauli gegen Bremen – ein Derby unter Freunden

Am Samstag spielt der FC St. Pauli im ausverkauften Millerntor-Stadion gegen Werder Bremen. Auch in der SZENE HAMBURG-Redaktion sind beide Fanlager vertreten – ein Blick aus Fansicht auf das „Nordderby“

Text: Erik Brandt-Höge & Felix Willeke

Am 9. April 2022 spielt der FC St. Pauli am heimischen Millerntor gegen Werder Bremen. Ein Spiel, über das im Vorfeld viel gesprochen wird, auch in der SZENE HAMBURG-Redaktion. Zwei Redakteure blicken aus Fansicht auf ein Spiel, das von einigen auch als Nordderby bezeichnet wird.

Glückssache und gemeinsame Werte

Klaus Allofs war auf 180. Der Werder-Manager, der ab 1999 mit geschickten Transfers extrem erfolgreiche Vereinsjahre eingeleitet (und später mit ungeschickten wieder beendet) hatte, sah in der Pokal-Begegnung gegen den FC St. Pauli im Januar 2006 ein „Spaßspiel“. Mit seriösem Fußball hätte das nichts zu tun. Die Entscheidung, das Ganze überhaupt anzupfeifen: völliger Quatsch. Und tatsächlich: Es war bitterkalt, der Schnee bedeckte den Platz zentimeterhoch und das Spielfeld glich einer Schlittschuhbahn. Die Verletzungsgefahr war riesig, die Tore teils Glückssache. Am Ende schoss St. Pauli drei, Werder nur eins. Das machte Allofs‘ Laune nicht unbedingt besser…

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In den Farben getrennt, in den Werten vereint: Werder Bremen und der FC St. Pauli (Foto: pixabay)

Wenn ich an die bisherigen Aufeinandertreffen des Kiez-Clubs und Werder Bremen, meinem Lieblingsverein, denke, kommt mir dieses Spiel zuerst in den Sinn. Allerdings ohne Allofs-ähnlichen Ärger. Ohne Jammerei. St. Pauli musste damals ja genauso übers Eis schlittern wie Werder. Probleme hatten beide und die Hamburger haben sie besser in den Griff gekriegt.

Überhaupt: St. Pauli ist eindeutig der sympathischere Hamburger Club. Wenn sie gegen Werder gewinnen, bin ich selten schlecht gelaunt, egal wie das Wetter gerade ist. Denn ich mag die Werte des Vereins, den Aktivismus gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie. Werder hat dieselben Werte. Logisch, dass sich die Fans der beiden verstehen – zuletzt gesehen beim Spiel im Oktober vergangenen Jahres am Bremer Osterdeich. Jetzt, wenn Werder mal wieder am Millerntor spielt, will ich mehr Werder- als St. Pauli-Tore. Das will ich immer. Aber wenn es anders kommt, brauche ich weder zwanzig Trost-Biere noch irgendein Ventil wie Allfos im Jahr 2006. Wer auch immer das Ding am Samstag gewinnt: Glückwunsch schon mal.  

Der FC St. Pauli und Werder: eine Liga

Jan Delay, Katharina Fegebank, mein Kollege Erik und viele andere, die Liste der Werder-Fans mit eindeutigem Hamburg-Bezug ist lang. Kein Wunder, der Verein ist ja auch vollkommen okay. Der FC St. Pauli und Werder haben eine gemeinsame Geschichte, immer wieder wechseln Spieler zwischen den beiden Vereinen hin und her – ob Fin Bartels, Max Kruse oder zuletzt Luca Zander. Zurzeit sprechen viele beim Spiel am Samstag vom „Nordderby“. Das ist Quatsch. Derbys haben immer eine hohe symbolische Bedeutung, wie das „echte Nordderby“ zwischen Bremen und dem Verein aus Hamburg-Stellingen oder das Hamburger Stadtderby. Für mich ist es eher ein Spiel unter Freunden, bei dem der Bessere gewinnen soll. Es gibt keine Antipathie oder Ähnliches. Dafür eint die Vereine, insbesondere bei den eigenen Werten, zu viel – auch wenn ein Sponsor wie Wiesenhof beim FC St. Pauli mutmaßlich nicht auf dem Trikot stehen würde.

Wie es der Zufall will, sind beide Vereine aber sportlich zurzeit in derselben Lage: Beide stehen oben in der Tabelle der 2. Bundesliga und beide können, wollen und, in Bremens Fall, müssen vielleicht sogar aufsteigen. Drei Punkte am Wochenende wären damit für beide gleichermaßen wichtig. Das Hinspiel war ein sehr gutes, am Ende trennten sich die Teams 1:1. Ein Ergebnis, mit dem ich für Samstag leben könnte. Natürlich wäre ein 3:1 wie 2006, noch besser, aber die Vorzeichen sind andere. Der Platz hat mittlerweile eine Rasenheizung und beide Teams stehen sich nahezu auf Augenhöhe gegenüber. Mein Wunsch ist ein Heimsieg, am Ende der Saison Platz 1 für Bremen, Platz 2 für den FC St. Pauli, der Aufstieg für beide. Und die Kollegen aus Stellingen, die werden wieder Vierter, das hat ja auch schon ein wenig Tradition.


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HSV und St. Pauli: Vor dem Derby

Hamburg ist im DFB-Pokal-Rausch. Während der Hamburger SV ein kurioses Elfmeterschießen in Köln gewann, steht auch der FC St. Pauli nach einem überraschenden Sieg gegen Borussia Dortmund im Viertelfinale. Jetzt wartet das Derby

Text: Felix Willeke

 

„Wir dürfen den Abend genießen. Ab morgen richten wir den Blick auf Freitag, da steht das nächste wichtige Spiel für uns an“, sagte Etienne Amenyido, Stürmer des FC St. Pauli, nach überraschenden, aber nicht unverdienten 2:1 Erfolg im DFB-Pokal Achtelfinale gegen Borussia Dortmund. Ebenfalls eine Runde weiter ist der Hamburger SV. Die Mannschaft von Trainer Tim Walter gewann im Elfmeterschießen gegen den 1. FC Köln. FC-Spieler Florian Kainz rutschte beim letzten Strafstoß aus und schoss seinen eigenen Fuß an, eh der Ball ins Tor ging. Ein Regelverstoß und so endete das Elfmeterschießen kurios und auch der HSV steht im DFB-Pokal Viertelfinale, das am 30. Januar in der ARD-Sportschau ausgelost wird.

Bei dieser Auslosung könnte es zu einer Partie kommen, die schon am Freitag, den 21. Januar 2022 im Volksparkstadion stattfindet: Dem Hamburger Stadtderby. Nach dem Pokal-Erfolg gehen beide Mannschaften mit einer Portion Extra-Motivation in das Spiel.

 

Auf Augenhöhe?

 

Der FC St. Pauli grüßt trotz zuletzt dreier siegloser Liga-Spiele von Platz eins der 2. Bundesliga. Der HSV hingegen hat eines seiner drei letzten drei Spiele in der Liga gewonnen und steht auf Platz fünf und damit sechs Punkte hinter dem Stadtrivalen. Die Saison lief für beide ähnlich. Mit einem Unterschied: Während der FC St. Pauli schon viermal verloren hat, ging der HSV erst einmal als Verlierer vom Platz, am 13. August 2021 im Hinspiel am Millerntor. Nicht zuletzt deswegen könnte das Wort „Derby“ beim HSV in der letzten Zeit zu einem Reizwort geworden sein. Denn seit März 2019 gab es für das Team aus dem Volkspark fünf Niederlagen und ein Unentschieden gegen den FC St. Pauli – der letzte Sieg im heimischen Stadion datiert dabei aus dem Jahr 2001. Den Favoritenstatus, den der langjährige Erstligist fast immer hatte, gibt es nicht mehr.

 

Stärke trifft Stärke

 

Die Ausgangslage ist damit so ausgeglichen wie noch nie. Dazu lohnt ein Blick auf die Statistik: Der HSV stellt mit 19 Gegentoren nach 19 Spielen die beste Defensive der 2. Bundesliga und der FC St. Pauli hat mit 39 erzielten Toren die zweitbeste Offensive. Im Derby trifft also Stärke auf Stärke. Die Personalsituation ist ebenfalls ausgeglichen: Dem HSV fehlt mit Tim Leibold schon seit Ende Oktober der Stamm-Linksverteidiger mit Kreuzbandriss, der aber zumeist gut von Jan Gyamerah ersetzt wird. Beim FC St. Pauli ging man davon aus, dass mit Daniel-Kofi Kyereh der beste Vorlagengeber und zweitbeste Torschütze fehlen wird. Doch überraschend schied Kyereh am Dienstag mit Ghana beim Afrika-Cup aus und wird am Donnerstag in Hamburg erwartet. Ob es dann für Freitag reicht, wird kurzfristig entschieden.

 

Die Prognose

 

Das Hinspiel war dramatisch und endete denkbar knapp mit 3:2 für den FC St. Pauli – einzig eine laut kicker.de mangelhafte Schiedsrichterleistung trübte das Bild. Auch für das Rückspiel ist genau so ein Spielverlauf, abgesehen vom Schiedsrichter, denkbar. Letztendlich kommt es vor 2.000 Fans auf die berühmte Tagesform an und darauf, wie die Teams das Pokalspiel unter der Woche verkraftet haben. Wer das Derby am Freitag gewinnt, darf seine Aufstiegsambitionen noch einmal unterstreichen. Doch auch ein Unentschieden auf höchstem Zweitliganiveau sollte keinen überraschen.

Hamburger SV vs. FC St. Pauli, Freitag, 21. Januar 2022 um 18.30 Uhr im Volksparkstadion


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Pokalsiegerbesieger: Einer von 2.000 am Millerntor

Der FC St. Pauli schlägt den Titelverteidiger Borussia Dortmund mit 2:1 und steht im DFB-Pokal Viertelfinale. Unser Redakteur war einer von 2.000 Fans im Stadion – ein Bericht.

Text: Felix Willeke

 

Dienstagabend, der 18. Januar 2022 Januar, es ist kalt und kaum hat man das Jolly Roger an der Budapester Straße passiert, scheint das hell erleuchtete Millerntor zwischen den Gebäuden hervor. Um kurz nach 19 Uhr ist noch wenig los. Nur vor dem Jolly stehen schon einige Fans und singen sich warm. Erst am 12. Januar 2022 hatte die Behörde für Inneres und Sport beschlossen, dass überhaupt nur 2.000 Zuschauer:innen beim DFB-Pokal-Spiel dabei sein dürfen. Ein Spiel gegen den mittlerweile fast ewigen Tabellenzweiten der 1. Bundesliga der Männer. Ein Team, dessen Topstars wahrscheinlich mehr verdienen als die ganze Mannschaft des FC St. Pauli: Borussia Dortmund.

Die Tickets waren erst einen Tag vor Spieltag online verkauft worden. Nur Dauerkartenbesitzer:innen hatten die Möglichkeit einer von 2.000 zu sein. Bis zu 50 Euro kostete ein Ticket für den Sitzplatz auf der Haupttribüne.

 

„Ich mag aber Süßigkeiten“

 

Um 19.10 Uhr, eine für St. Pauli-Fans gute Uhrzeit – der Verein wurde im Jahr 1910 gegründet – weist der Ordner schon 100 Meter vor dem Stadion darauf hin: „Ab hier ist Maskenpflicht.“ Die gilt überall und immer, auch am Platz. Vor dem Stadion folgen dann die mittlerweile gewohnten Kontrollen: Impfnachweis (es gilt 2G-Plus), Ticket- und Taschenkontrolle. Nach einem kurzen Schnack mit der Verkäuferin am Getränkestand geht es auf die Haupttribüne. Ungewohnt für einen, der sich normalerweise auf der Gegengerade drängelt: Hier gibt es nur Sitzplätze, in der teuren Sektion sind es nicht mal mehr Plastikschalen, die Sitze haben einen lederartigen Überzug.

Während das Getränk die Kehle herunterläuft, füllt sich das Stadion. „Das Spiel am Freitag gegen die aus Stellingen (Anm. d. Red. den HSV) ist wichtiger, das heute ist ein Bonbon“, sagt einer. „Ich mag aber Süßigkeiten“, erwidert der Nächste. An den Sieg gegen den BVB, den achtmaligen Deutschen Meister, glauben nicht viele. Doch es gibt da so ein Gefühl: „Es wird gut werden“.

 

Ein frühes Tor

 

Das Spiel beginnt. Schon früh bringt Etienne Amenyido den FC St. Pauli mit 1:0 in Führung. Der laute Jubelschrei dürfte sogar noch jenseits der Elbe zu hören gewesen sein. 1:0 nach vier Minuten gegen den BVB, mit einer so frühen Führung haben wahrscheinlich die wenigsten gerechnet. Jetzt entwickelt sich ein normales Spiel am Millerntor: Das Team kämpft, die fans singen, feuern an, schreien und zittern. Nur beim Blick auf die leere Gegengerade fällt auf: Hier ist leider nicht alles normal.

Erst recht nicht, nachdem in der 40. Minute St. Paulis Guido Burgstaller eine Flanke flach vors Tor bringt und Axel Witsel für den BVB ins eigene Tor trifft. 2:0, dem Jubel mischt sich Ungläubigkeit unter: „Wir führen gerade 2:0 gegen Dortmund? Wahnsinn!“. In der Halbzeit bei Bier, Wurst und auf dem Klo hört man Sätze wie: „Einfach ein geiles Spiel“ und „Die kommen nicht mehr zurück“.

 

„Niemand siegt am Millerntor“

 

Das Spiel geht in der zweiten Halbzeit so weiter, wie es in der Ersten aufgehört hat: Dortmund versucht sich nach vorne zu kombinieren. Doch egal, ob ein Hackentrick von Jude Bellingham, der bullige Erling Haaland oder ein Traumpass vom Weltmeister Mats Hummels, nichts scheint zu funktionieren – bis zur 58. Minute: Mats Hummels schießt St. Pauli Verteidiger Jakov Medic aus einem Meter im Strafraum den Ball an den ausgestreckten Arm. Videobeweis: Elfmeter für Dortmund, 2:1 durch Erling Haaland. Sein 79. Tor im 78. Spiel für den BVB. Wer bis dahin noch gesessen hat, den hält es ab jetzt garantiert nicht mehr auf seinem Platz. Dortmund rennt an und spielt sich den Ball vor dem Strafraum des FC St. Pauli hin und her, ohne Erfolg. Wer davor noch mit leicht zitternder Stimme „Niemand siegt am Millerntor“ gesungen hat, wird jetzt sicherer.

 

Ein Feuerwerk für den FC St. Pauli

 

Mit dem Schlusspfiff dann die Gewissheit: „Wir haben den Titelverteidiger aus dem Pokal geschmissen.“ Der Jubel kennt jetzt weder Grenzen noch Abstandsregeln. „Die ganze Kurve singt und tanzt für Dich. Unser Ein und Alles. Ja, wir lieben Dich.“, schallt es durchs Stadion. Nahezu alle liegen sich in den Armen und draußen auf dem Heiligengeistfeld gibt es ein Feuerwerk.

Ein Abend, der 2.000 Menschen ein unvergessliches Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Während nach dem Spiel auch Zuschauer Bela B mit dem Stadionsprecher von Werder Bremen und Journalist Arnd Zeigler auf den Sieg anstößt, bleibt ein Satz im Kopf, den ein Spieler nach dem Spiel im Interview sagt: „Das ist für die Fans, die heute nicht dabei sein konnten.“


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Keine Sportvereine mehr für Ungeimpfte?

Das 2G-Optionsmodell sorgt vor allem bei den Großvereinen im Breitensport für heiße Diskussionen

Text: Mirko Schneider

 

Der 19. September 2021 war ein großer Tag für den FC St. Pauli. Der nach Mitgliederzahlen zweitgrößte Sportverein in Hamburg durfte sein Stadion zu 50 Prozent auslasten und fast 15.000 Fans zum Zweitligaheimspiel gegen den FC Ingolstadt begrüßen. Garant dafür war die 2G-Regel, nach der nur Genesene und Geimpfte Zutritt hatten. St. Paulis Präsident Oke Göttlich hatte das 2G-Modell zuvor in diversen Medien als „logischen und sinnvollen Weg“ Richtung „Normalität“ bezeichnet. Der mitgliederstärkste Club der Stadt, der Hamburger Sportverein, hat mittlerweile auch auf 2G umgestellt.

Werden Ungeimpfte künftig nur noch auf dem heimischen Sofa Sportveranstaltungen sehen können? Inwieweit ist das Impfen noch eine persönliche Entscheidung, wenn für Getestete nicht einmal mehr der Gang zum eigenen Lieblingsverein möglich ist? Während wohlbemerkt für die Profispieler auf dem Feld keine Impfflicht existiert und einige Profis (zum Beispiel Wout Weghorst vom Bundesligisten VfL Wolfsburg) die Imfpung sogar ablehnen, ohne dass deshalb auch nur über ihr Recht diskutiert wird, als „nur“ Getestete ihren Sport auszuüben.

 

Ein Recht auf Sport

 

Die Rechte von Sportfans sind, das zeigen die unterschiedlichen Vorgehensweisen des FC St. Pauli und des HSV, ein heißes Thema. Doch ein damit verbundenes noch viel Heißeres findet gerade weitgehend im Verborgenen statt. Es dreht sich, vereinfacht gesagt, um das Recht jedes einzelnen Bürgers darauf, selbst Vereinssport zu treiben.

Mit seinem Beschluss vom 24. August ermöglichte der Hamburger Senat die Option des 2G-Modells nämlich nicht nur für das Publikum des in den Hamburger Medien omnipräsenten Profifußballs. Jeder Sportverein kann nun für seine Mitglieder 2G einführen. Als Belohnung dafür fallen unter anderem Abstandsregeln weg und es dürfen deutlich mehr Sporttreibende zugelassen werden.

 

Hohe Hürden für die Vereine

 

„Die Hamburger Vereine stecken vielfach in einem Dilemma“, sagt der im November scheidende Vorstandsvorsitzende des Hamburger Sportbundes (HSB) Ralph Lehnert. Im HSB sind 816 Vereine und 50 Fachverbände organisiert. „Geimpfte Vereinsmitglieder plädieren häufig für das 2G-Modell, während die Ungeimpften 3G weiter nutzen möchten“, so Lehnert weiter. „Für die Vereine ist es außerdem schwierig, die Trainer und gegebenenfalls die Angestellten zum Impfstatus zu befragen, weil dies datenschutzrechtlich für Arbeitgeber nicht möglich ist.“ Dabei sind die Strafen bei Fehlverhalten durchaus happig. „Verstöße gegen diese Betreiberpflichten führen zu einem Bußgeld im Rahmen von 1.000 Euro bis zu 20.000 Euro“, heißt es in der CoronaVerordnung des Hamburger Senats. Und nicht nur das! Sie führen außerdem „zum Verlust der Möglichkeit, die 2G-Option künftig zu nutzen“.

Als „absolut krass“ empfindet Ulrich Lopatta diese Vorschrift. Lopatta ist Vorsitzender des Walddörfer SV. Der Verein aus dem Nordosten Hamburgs zählt über 8.000 Mitglieder, nur fünf Vereine in Hamburg haben mehr. Grundsätzlich begrüßt Lopatta die Möglichkeit für die Vereine, „durch das 2G-Modell mehr zu differenzieren. Es ist ja auch möglich, es nur in einzelnen Kursen anzuwenden. Und wenn sich ein Sportkurs komplett einig ist, spricht ja nichts dagegen“. Der Vereinsboss ist alles andere als ein Impfskeptiker. Er wirbt fürs Impfen, für „gemeinsame Solidarität“. Der Verein betreibt im Walddörfer Sportforum ein eigenes Corona-Testzentrum und prüft die Option, Mitgliedern dort eine Impfung anzubieten.

 

Gibt es einen Mittelweg?

 

Gleichwohl will Lopatta möglichst die gesamte Mitgliedschaft mitnehmen. Ein komplettes Umschwenken des WSV auf 2G hält Lopatta dennoch für unwahrscheinlich. „Bei uns laufen gerade viele Umfragen im Verein. Das Meinungsbild ist sehr vielfältig. Wir möchten niemanden ausschließen, aber wir wollen unseren Mitgliedern auch viele Angebote machen, um Sport zu treiben“, sagt er. „Da suchen wir gerade nach einem smarten Weg.“ Dieser allerdings gleicht manchmal dem Bohren dicker Bretter. Vor allem, wenn Mitglieder kategorische Forderungen aufstellen. „Ich habe einen Brief bekommen, in dem stand, ,Wenn ihr das 2G-Modell einführt, trete ich wieder ins Fitnessstudio ein‘“, sagt Lopatta. Andere Mitglieder wiederum betrachten 2G mindestens als unfair, einige als Weg in die Zweiklassengesellschaft.

Die Wucht dieser Debatte sollte nicht unterschätzt werden. Vereinssport zu treiben ist vielen Hamburgern nicht nur ein körperliches, sondern ebenfalls ein soziales Bedürfnis. Und die Vereinsbindung vieler Mitglieder ist immer noch hoch. Den eigenen Verein wechselt man nicht so schnell wie das Lieblingsrestaurant. Nur stellt sich nun die Frage, wie die Vereine die widerstreitenden Interessen ihrer Mitglieder ausbalancieren können.

 

Der ETV bleibt bei 3G

 

Dieses Problem bringt auch den Vorsitzenden des Eimsbütteler TV, Frank Fechner, ins Grübeln. Mit über 13.000 Mitgliedern ist der ETV die Nummer drei in Hamburg hinter dem HSV und dem FC St. Pauli. Das 2G-Modell für den ganzen Club einzuführen, so wie es der Curling Club Hamburg (knapp 200 Mitglieder) jüngst tat, kam für den ETV als Großverein ähnlich wie für den Walddörfer SV zunächst nicht infrage. Der ETV bleibt im Großen und Ganzen erst mal ein 3G-Verein. Doch nach Fechners Ansicht wird die Diskussion bald wieder geführt werden müssen. „Noch finden viele unserer Kurse draußen statt. Das wird sich mit den kälteren Witterungsbedingungen ändern“, sagt Fechner. Einen zweiten Grund führt er zusätzlich an: „Wenn die Corona-Tests im Oktober für alle Bürger kostenpflichtig werden, wird sich die Frage stellen, wie sich die Mitglieder verhalten.“

Im Klartext: Werden sich Teilnehmer von Hallensportarten/-kursen wirklich jedes Mal vorher testen lassen wollen, wenn sie in ihrem Verein Sport treiben? Die entstehenden Kosten dürften pro Person schnell den eigenen monatlichen Mitgliedsbeitrag übersteigen. Weitergedacht: Welchen Sinn hätte es für die Hamburger Vereine, die 3G-Regelung anzuwenden, wenn danach kaum noch Nachfrage existiert? In dieser Lesart ist die flächendeckende Durchsetzung des 2G-Modells bei den Hamburger Sportvereinen eine Frage der Zeit.

 

2G könnte Folgen haben

 

Was bleibt, ist jedoch die Gefahr von Vereinsaustritten. Entweder, weil noch nicht 2G angewendet wird oder weil 2G bald angewendet wird/werden soll. „Wir verzeichnen bislang einige Vereinsaustritte“, erklärt Fechner. „Mit dem größten Teil unserer Mitglieder laufen die Diskussionen gut. Mit einem wesentlich kleineren Teil laufen sie hoch emotional. Einige Mitglieder sagen mir auch, sobald 2G angewendet wird, werden sie gehen. Sollte es so kommen, werden wir sie leider nicht halten können.“

Austritte wiederum schwächen die eh schon durch Corona gebeutelten Vereine wirtschaftlich. Darüber hinaus könnte gesamtgesellschaftlich betrachtet eine dauerhafte Impfmüdigkeit (beispiels­weise bei Quoten von Geimpften um die 65 Prozent pro Jahr) unter den jetzt vorliegenden Rahmenbedingungen mehr als sozial problematisch sein. Denn wenn signifikant hohe Gruppen sich vom Vereinssport abwenden, bewegen sie sich vermutlich weniger. Dies hätte wiederum Langzeitfolgen für die gesundheitliche Verfassung der Hamburger Bevölkerung.

„Viele Vereine befinden sich noch in der Orientierungsphase. Die Rückmeldungen, die wir erhalten, sind so vielfältig wie die Hamburger Sportlandschaft“, sagt der HSB-Vorstandsvorsitzende Lehnert. „Eine Empfehlung für 2G oder 3G geben wir als Hamburger Sportbund nicht ab. Das müssen die Vereine selber entscheiden.“


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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2G-Modell: Hamburg lockert weiter

Zum 25. September 2021 lockert der Hamburger Senat einige Corona-Regeln im Rahmen des 2G-Modells. Diese sollen vorerst bis zum 23. Oktober gelten

Text: Felix Willeke

 

Die Masekenpflicht fällt in Clubs mit 2G-Regel und auch die Stadien dürfen danke der 2G-Regelung wieder voll werden. Das sind die Eckpunkte der neuen Lockerungen des Hamburger Senats. Für die Hamburger Clubs bedeutet das: Ab Samstag, dem 25. September 2021 um 0 Uhr dürften Geimpfte und Genesene wieder ohne Maske, abstandslos und ohne Beschränkung der Personenanzahl tanzen. Das Clubkombinat Hamburg e.V. begrüßt diese Entscheidung und fordert zugleich weitere Anpassungen, „um die Ungleichbehandlung zwischen privaten Veranstaltungen und öffentlichen Veranstaltungen aufzulösen.“ Aktuell sind in Hamburg, laut der dpa, fast 800 Betriebe und 600 Veranstaltungen für das 2G-Modell angemeldet.

 

Wieder mehr Fans in die Stadien

 

Ebenfalls auf 2G setzen alle großen Hamburger Sportvereine bis auf den Hamburger SV. Während der FC St. Pauli am vergangenen Wochenende mit dem 2G-Modell sein Stadion schon wieder zu 50 Prozent füllen durfte, können es beim nächsten Heimspiel dann wieder alle 29.546 Plätze besetzt werden. Diese Regelung gilt auch für den Hamburger SV, die am 26. September den 1. FC Nürnberg empfangen. Ob der Verein dann schon auf 2G umgestellt hat, ist fraglich, da der Vorverkauf für das Spiel nach 3G-Modell schon begonnen hat.

Die neuen Regelungen gelten vorerst bis zum 23. Oktober 2021. Dann wird sich der Senat erneut beraten.


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Sport in Hamburg: Große Vereine setzen auf 2G

Seit Ende August hat Hamburg als erstes Bundesland die 2G-Option eingeführt. Mittlerweile setzt neben gastronomischen Betrieben auch ein Teil des Hamburger Sports auf 2G

Text: Felix Willeke

 

Am 13. September 2021 verschickte der FC St. Pauli eine E-Mail. „Zum kommenden Heimspiel am Sonntag werden wir im Rahmen des 2G-Modells ausschließlich geimpften und genesenen Personen den Stadionzutritt gewähren“, hieß es in der Mail. Damit kann der Zweitligist in Absprache mit den Behörden seine Kapazität auf 50 Prozent erhöhen und bis zu 15.000 Zuschauer:innen zum Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04 begrüßen.

 

Der FC St. Pauli ist nicht alleine

 

Neben dem FC St. Pauli setzten noch mehr Sportvereine aus der Hansestadt auf das 2G-Modell. Den Anfang hatte der Eishockey-Oberligist Hamburg Crocodiles schon Ende August gemacht. Jetzt zieht der Handball Sport Verein Hamburg nach. Der Neu-Bundesligist setzt aus „rein betriebswirtschaftlichen Gründen“ auf das 2G-Modell, denn so könne man mehr Zuschauer:innen in die Halle bekommen und damit die laufenden Kosten über die Saison decken. Damit möchte der Verein am kommenden Sonntag statt 3.000 dann 5.000 Zuschauer:innen beim Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen begrüßen. Der entsprechende Antrag wird laut NDR derzeit geprüft.


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Hier gibt‘s was auf die Ohren: 10 Podcasts aus Hamburg

Nicht nur Netflix & Co. boomen in Corona-Zeiten, auch Podcasts sind absolut angesagt und unterhalten die Menschen während der Pandemie. Von Kochanleitungen über Trashtalk bis zu True Crime – Leute lieben es, anderen zuzuhören. Und weil Hamburger bekanntlich die besten Schnacker sind, gibt es hier die Topliste der  10 besten Podcasts aus der Hansestadt

Text: Felix Kirsch

 

Einmal alles, bitte!

Der Genuss-Guide Hamburg von SZENE HAMBURG beschäftigt sich mit allen Aspekten der Kulinarik. In „Einmal alles bitte!“ spricht Gastgeberin und Foodjournalistin Jasmin Shamsi mit Promis, Machern und Experten aus der Gastronomie- und Food-Szene über das Grundbedürfnis des Menschen: Essen und Trinken. Mal zeigen Gastronomen spannende Einblicke in den Alltag eines Restaurants, mal erörtern sie wichtige Themen wie Nachhaltigkeit. Auch Food-Experten kommen zu Wort und schaffen Verständnis für komplexe Themen. Aber auch persönliche Geschichten von Menschen, die, gerade in diesen Zeiten, an ihre Grenzen gehen, werden erzählt. Nach dem Motto: “Einmal alles bitte!”.

 

Gute Leude – Das Hamburg Gespräch

Gemeinsam mit der PR-Agentur Gute Leude Fabrik, dem Radiosender 917 XFM und dem ZEIT Verlag bringt SZENE HAMBURG alle zwei Wochen einen Podcast an den Start. Auf dem Programm steht: Gute Leude erzählen 50 Minuten über die Liebe zu Hamburg, absurde Erlebnisse und bewegte Leben. Hamburger mit Kante, Macher aus Wirtschaft, Sport, Politik und Kultur kommen hier vor das Mikrofon. Und sprechen mit dem Chef der Gute Leude Fabrik, Lars Meier, über alles, was nicht nur sie bewegt, sondern auch die ganze Stadt. Dabei gibt es nur eine Regel: Ausweichen gilt nicht! Auf jede Frage gibt’s eine Antwort.

 

Lena & Liberta

„Weil wir uns am liebsten selber reden hören, machen wir aus unserer Leidenschaft eine Professur.“ So begründen die Freundinnen Lena Ledermann und Liberta Haxhikadriu ihre Entscheidung, einen Podcast zu machen. Worum es geht? Um alles und nichts. Die Wahl-Hamburgerinnen sprechen und lachen über Beobachtungen aus dem Alltag, über küchenphilosophische Probleme und das beschwerliche Leben von Mittzwanzigern in der Großstadt. Verpackt wird das Ganze mit einer ordentlichen Portion Latenight-Attitüde. Der optimale Hör-Begleiter für alle Hamburger Millenials.

Backspin Podcast

Für eingefleischte HipHop-Fans ist die gedruckte Backspin eine Institution. Kaum verwunderlich also, dass die Jungs und Deerns aus der Schwenckestraße das Territorium der Podcasts betreten haben – mit Erfolg! Wöchentlich sprechen die Redakteure Niko und Kevin über aktuelle Alben, interviewen Künstler und philosophieren über Trends in der Szene. Regelmäßig hören sie im Format „Track by Track“ in neue Alben und analysieren die einzelnen Songs Schritt für Schritt. Wer HipHop durch und durch fühlt und gerne hinter die Kulissen der Szene lauschen möchte, flowt mit diesem Podcast einfach gut.

 

Ruhestörung ByteFM

„Bei Ruhestörung darf jede*r laut werden“, heißt es in der Podcast-Beschreibung des Radiosenders aus dem Medienbunker. Und diesem Motto wird Host Leonie Möhring wöchentlich gerecht, indem sie Künstler abseits des Mainstreams zu Wort kommen lässt. In Ruhestörung dreht sich alles um Musik. Ob im Backstage-Gespräch bei einem Konzert oder beim Plausch über die Musikszene im Allgemeinen. Auch erfährt der Hörer wie es ist, auf Tour zu sein und von Stadt zu Stadt reisen. Sehr unterhaltend, denn oft werden dabei lustige Anekdoten ausgeplaudert. Ein Muss für alle Musik-Fans, die wissen wollen, warum Mülltüten vor Lampenfieber schützen und was man beim Soundcheck besser nicht sagen sollte.

 

Jede*r Fünfte

Im Podcast der Hamburger Pestalozzi-Stiftung spricht Journalistin und Autorin Wiebke Bökemeier über ein Leben mit einer psychischen Erkrankung. Schon in ihrem Buch „Wir, ‘Kinski’ und ich“ porträtiert sie 14 Menschen mit seelischen Erkrankungen und erzählt vom Kampf im Alltag und welche Herausforderungen täglich gemeistert werden müssen. Der Titel bezieht sich auf eine aktuelle Statistik aus dem Jahr 2020, nach der jede*r fünfte Deutsche an einer psychischen Erkrankung leidet. Und kaum einer spricht darüber. Das ändert sich mit diesem Podcast. Wiebke Bökemeier trifft einmal im Monat auf Experten und Betroffene und schafft damit ein Bewusstsein für alle, die noch nie oder wenige Berührungspunkte hatten. Was geht in Menschen mit Angststörungen vor? Wie erkennt man, ob Angehörige oder Freunde an einer Psychose leiden? Diese und noch mehr Fragen werden im Podcast geklärt. Absolute Hörempfehlung!

 

MillernTon

Hamburg wäre nicht Hamburg ohne den FC St. Pauli.  Im Podcast „MillernTon“ sprechen die Hosts – selber leidenschaftliche Fans der Kiezkicker und Vereinsmitarbeiter – wöchentlich über die sportliche Leistung der Braunweißen, analysieren die vergangenen Spiele und geben dazu ihre persönlichen Einschätzungen ab. Aber ein Podcast über den FC St. Pauli wäre nicht authentisch, wenn nicht auch über wichtige Themen abseits des Rasens gesprochen werden würde. So tauschen sich die Gastgeber auch über aktuelle Probleme der Fankultur, sportpolitische und gesellschaftliche Themen aus. Nicht nur für Fußballfans ein spannendes Hörerlebnis.

 

ZEIT Verbrechen

Im beliebten True-Crime-Podcast „ZEIT Verbrechen“ stellen die Journalisten Sabine Rückert und Andreas Sentker pro Folge einen echten Kriminalfall vor. Dazu gehören sowohl unbekanntere Verbrechen als auch Fälle mit großer medialer Resonanz. Die Kriminalfälle werden von den beiden Hosts chronologisch aufgearbeitet. Dabei greift die jahrelange Erfahrung der ehemaligen Gerichtsjournalistin Sabine Rückert, die dazu beiträgt, dass sich während des Gesprächs nochmal neue Sichtweisen auf die einzelnen Fälle entwickeln – und dabei zeigen sich oft menschliche Abgründe. Wer wissen will, warum eine Frau ihren Mann hinrichten ließ oder warum Zeugen vor Gericht lügen, drückt bestimmt die Play-Taste. Gänsehaut!

 

In extremen Köpfen

In seinem Podcast spricht „Wer wird Millionär“-Gewinner Leon Windscheid mit Menschen, in deren Biographien extreme Situationen eine große Rolle spielen Menschen, die Kapitalverbrechen begangen haben bis zum Extremsportler, der den Adrenalinkick sucht. Windscheid gräbt mit seinen Gesprächspartnern tief in der menschlichen Psyche und stößt dabei immer wieder auf eines: Wahnsinn – im positiven wie auch negativen Sinne. Wer sich für praktische Psychologie und verrückte Geschichten interessiert, sollte auf jeden Fall reinhören.

 

Endlich OM

Auf Wahnsinn folgt Entspannung: In „Endlich Om“ geht es um ein gut gelauntes Leben und wie man dieses erreichen kann. Gesunde Ernährung, Nachhaltigkeit und Selbstliebe stehen an der Tagesordnung. Stefanie Luxat spricht mit Menschen, die ihr geholfen haben, diese Themen in ihren Alltag zu integrieren und ihr so zu einem friedvollen und ausgeglichenen Leben verholfen haben. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht!

 


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Drehort Hamburg: Die besten Filme aus der Hansestadt

Auch wenn Hamburg noch nicht mit Los Angeles und Paris mithalten kann, so sind doch bereits einige Kinohits zwischen Harburg und Norderstedt abgedreht worden. Hier sind die Top Ten der Filme, die in Hamburg gedreht wurden. (Nicht wundern, Filme von Fatih Akin bekommen in einer zusätzlichen Liste gesonderte Aufmerksamkeit)

Text: Felix Kirsch

 

Absolute Giganten  

Etwas in die Jahre gekommen, aber eins der Hamburger Filmoriginale. In Absolute Giganten geht es um die drei unzertrennlichen Hamburger Freunde Floyd, Ricco und Walter, die vor einer großen Veränderung stehen: Aus heiterem Himmel teilt Floyd mit, dass er auf einem Kreuzer angeheuert hat, der bereits am nächsten Morgen Richtung Singapur aufbricht. Als die drei dicken Kumpels realisieren, dass ihnen nur noch eine letzte Nacht im Dreierverbund bleibt, beschließen sie eben diese zur besten, unvergesslichsten und verrücktesten Nacht aller Zeiten zu machen. Was eignet sich dafür besser als der Hamburger Kiez?  

 

Bonnie & Bonnie

Seit ihre ältere Schwester sich abgesetzt hat, hat die 17-jährige Yara die Mutterrolle in ihrer Familie inne. Während der Bruder einen auf dicke Hose macht und mit seinen Kumpels abhängt, kocht und putzt sie, wenn sie nicht im Kiosk arbeitet. Bis sie Kiki kennenlernt und sich in sie verliebt. Ein Unding in der Wilhelmsburger Albaner-Community – und so bleibt den beiden jungen Frauen kein Ausweg als die Flucht… Regisseur Ali Hakim stammt selbst aus Wilhelmsburg und hat diesen sehr berührenden Film Bonnie & Bonnie auch dort gedreht.

 

Gegengerade  

Auch ein Fußballfilm darf in dieser Liste nicht fehlen. Ähnlich wie in Absolute Giganten geht es in Gegengerade um drei dicke Freunde, denen eine Veränderung bevorsteht. Der Unterschied: Die Jungs aus Gegengerade sind leidenschaftliche Fußballfans und – wie der Name schon verrät – in der Fanszene des FC St. Pauli aktiv. Ob die Schlägerei mit den Nazis vorm Millerntor oder die Auseinandersetzung mit der Polizei – all das ist für Magnus, Arne und Kowalski Alltag. Als ihr Herzensverein plötzlich in die 1. Bundesliga aufsteigt ändert sich aber alles für die drei Jungs von der Gegengerade.  Das deutsche Pendant zu „Hooligans“, aber mit viel Charakter und einer ordentlichen Portion Kiez dabei! 

 

So was von da

Clubbetreiber Oskar Wrobel führt – mehr oder weniger erfolgreich – einen Musikclub auf der Reeperbahn. Als sich in einer Silvesternacht auf einmal alles ändert, gerät das Leben des Hamburgers völlig außer Kontrolle: Er braucht Kohle um seine Schulden zu decken. Und das am besten ganz schnell, denn die Schuldeneintreiber sitzen ihm im Nacken. Auch privat geht es für den Lebemann heiß her, aber im positiven Sinne. Regisseur Jakob Lass’s Romanverfilmung des gleichnamigen Bestsellers So was von da von Tino Hanekamp 

 

Rocker  

Absoluter Kiez-Kultfilm von Klaus Lemke: Der in die Jahre gekommene Rocker-Führer Gerd freundet sich über Umwege mit dem 14-jährigen Lehrling Mark an, der erst kürzlich einen Schicksalsschlag verkraften musste und immer mehr aus seinem behüteten Vorstadtleben ausbricht. Schon bald taucht er in die gewaltvolle Parallelwelt des Hamburger Rotlichtviertels ein. 

 

Lindenberg! Mach dein Ding!

Auch der Weltstar aus dem Hotel Atlantik darf in dieser Liste nicht fehlen: Lindenberg! Mach Dein Ding! ist ein Film, der das Leben von Udo Lindenberg biographisch abbildet. Von der Kindheit aus dem langweiligen Gronau in Westfalen geht es 1973 ins sagenumwobene Hamburg. Dort nimmt die musikalische Karriere des Hut-Rockers erst so richtig an Fahrt auf. Aber der Film zeigt auch die Schattenseiten des Geschäftes, die die Jagd nach dem Leben eines Rockstars so mit sich bringt.  

 

Der Mann im Strom

Der Mann im Strom ist ein atmosphärischer Film mit Jan Fedder. Taucher Jan Hinrichs findet in Wismar keinen Job und entscheidet sich für einen radikalen Schritt. Er fälscht seine Papiere, macht sich jünger und wird prompt in Hamburg engagiert. Doch während sein Leben eigentlich ganz ruhig dahin plätschert, plagt den Berufstaucher vor allem die Angst, er könnte auffliegen. Als der Kleinganove Micha in sein Leben tritt, ändert sich plötzlich alles. Dies ist die Neuverfilmung des Klassikers von 1958 mit Hans Albers.  

 

Nordsee ist Mordsee

Der 14-jährige Uwe weiß, dass ihn sein Vater in deren Hamburger Vorstadtsiedlung verdrischt, wenn er nicht spurt. Trotzdem muss er seiner Gang beweisen, dass er der Coolste in der Siedlung ist. Er knackt Automaten und geht mit den anderen auf den Mongolen Dschingis los, der in ihre Klasse geht und mit seiner Mutter in der Nachbarschaft lebt.

Regisseur Hark Bohm, der auch das Drehbuch zu Nordsee ist Mordsee schrieb, gehört zu den Pionieren des westdeutschen Kinderfilms, denn als der Film in den 1970er Jahren entstand, drehte in der alten Bundesrepublik kaum jemand Filme für Kinder und Jugendliche.

 

Vom Kiez zum Kap

Mal was ganz anderes: Die Kumpels Kay und Bernd haben eine verrückte Idee getroffen: Die Weltmeisterschaft in Südafrika steht vor der Tür. Also ab dahin. Mit einem alten VW Bully. Quer durch Afrika. Klingt nach einer Schnapsidee und das ist es auch. Gerade deshalb gelingt die Verfilmung der Reise Vom Kiez zum Kap aber auch. Der Film zeigt alle emotionalen Höhen und Tiefen einer unmöglichen Reise.

 

St. Pauli Nacht

Zum Abschluss dieser Liste gibt es nochmal einen ordentlich Schlag mit der Kiezkeule. In St. Pauli Nacht sieht sich Kiezganove Johnny nach einem langen Gefängnisaufenthalt direkt wieder mit den Problemen der Reeperbahn konfrontiert. Einem Anruf folgend begibt sich Johnny abends auf die Reeperbahn und wird aufgrund einer Verkettung von unglücklichen Umständen vom Postboten Manfred erschossen. Der Film erzählt die Vorgeschichte der Tat und porträtiert in einzelnen Episoden die teils illustren Gestalten der Reeperbahn.  


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Ein Buch über Hamburgs Fußballgeschichte

Ralf Klee und Broder-Jürgen Trede setzen Hamburgs Fußballgeschichte ein Denkmal

Text: Matthias Greulich

 

Wissen Sie, warum dieses Schiff „Peter“ heißt?, fragt der Barkassenführer, um nach einer bedeutungsschweren Pause fortzufahren. Er habe damals beim berühmten FC St. Pauli im Tor gestanden, wo ihm seine Frau Erna bei den Heimspielen hinter dem eigenen Kasten stets die Daumen zu drücken pflegte. Die Verantwortlichen bei St. Pauli fanden das problematisch. So gerne sie Erna mochten, eine Frau als zwölfter Mann brächte dem Verein großes Unglück, befanden sie. Die Lösung: „Erna heißt ab jetzt Peter.“ Einmal dabei, benannten die Eheleute daraufhin ihre Barkasse ebenfalls um. Der St. Pauli-Torwart war Ludwig, genannt „Lutn“ Alm. Er starb 1976, aber die Anekdote wird sich rund ums Millerntor immer noch mit Begeisterung erzählt.

 

„Besser als Fernsehen“

 

Broder-Jürgen Trede kannte die Geschichte und beschloss, der Barkasse einen Besuch abzustatten. „Einen ganzen Nachmittag habe ich auf der ‚Peter‘ verbracht, um mir die Geschichten von Alms Familie anzuhören“, so der Fußball-Autor. Besser als Fernsehen sei das gewesen, und so taucht die Landungsbrücke 7 als 95. Ort der Erinnerung der „Fußballheimat Hamburg“ auf, das Trede gemeinsam mit Ralf Klee geschrieben hat. „Die Menschen, die wir besucht oder telefonisch befragt haben, hatten alle große Lust auf das Thema“, berichtet Trede. Uwe Seeler nahm sich Zeit, um über sein Elternhaus („Zu sechst auf 50 Quadratmetern, Ofenheizung, kein fließend warmes Wasser – aber ich fühlte mich total behütet“) in Eppendorf zu erzählen.

In der Pandemie waren die umtriebigen Autoren, die unter Hamburgs Sportjournalisten immerhin einen Ruf als große Spürnasen zu verteidigen haben, durch die halbe Stadt gewandert, um den Orten der Geschichte einen Besuch abzustatten. „Der Fußball ist ein Vehikel, um sich mit der Geschichte der Stadt zu beschäftigen“, bilanziert Trede.

Dem 46-Jährigen und dem ein Jahr älteren Klee gelang das Kunststück, ihren Anekdotenschatz nach Spaziergängen zwischen Volksdorf und Kirchwerder ebenso fundiert wie unterhaltsam aufzuschreiben. Da für jeden Ort nur zwei Seiten zur Verfügung stehen, musste das Material, das ansonsten ausgeufert wäre, stark verdichtet werden.

Selbst das „Phantom der deutschen Fußballschichte“ fehlt nicht: der Luftwaffen Sportverein Hamburg. Der Militärklub, bei dem unter anderem Nationalspieler Karl Miller (später FC St. Pauli) spielte, verlor 1944 das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft vor 70.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion mit 0:4 gegen den Dresdner SC. „Während zu jedem mehr oder weniger erfolgreichen deutschen Verein heute inflationär Vereinschroniken erscheinen, scheint eine Soldatenmannschaft der Nazis ein zu heißes Eisen zu sein“, schrieb Klee. Er recherchierte daher auch auf dem Poloplatz unweit der S-Bahn Klein Flottbek, wo die Luftwaffensportler im Zweiten Weltkrieg geschützt von Bombenangriffen trainieren konnten.

 

Eine Mannschaftsleistung

 

Das Buch sei eine geschlossene Mannschaftsleistung betonen die Autoren. Dennoch konnte es passieren, dass sich die beiden Studienfreunde beim gegenseitigen Vorlesen der Texte batteleten. Die beiden HSV-Anhänger kennen sich seit Mitte der 1990er Jahre, als sie häufiger nach der Vorlesung am benachbarten Rothenbaum A-Jugend-Spiele der Rothosen besuchten. „Was für ein charmantes Stadion war das“, erinnert sich Trede an die Heimat des HSV, an die nach ihrem Abriss nicht mal eine Plakette erinnert.

Seinerzeit entstand die Idee, diesen Orten ein Denkmal zu setzen. „Jetzt sind wir froh, dass wir seit Unizeiten nicht immer nur gelabert, sondern es durchgezogen haben“, so Trede. Wer dieses, mit grandiosen historischen Fotos bebilderte Fußballbuch liest, kann diese Freude teilen.

Broder-Jürgen Trede, Ralf Klee: „Fußballheimat Hamburg. 100 Orte der Erinnerung. Ein Stadtreiseführer”, Arete Verlag, 216 Seiten, 18 Euro


Cover_SZ0121 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2021. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2020 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Jan-Philipp Kalla: Mehr als ein Sportler

17 Jahre spielte Jan-Philipp Kalla für den FC St. Pauli. Nun kickt er in der Oberliga Hamburg. Er ist das, was dem Fußball heute fehlt: ein echter Typ!

Text: Mirko Schneider 

 

Beim letzten Spiel vor dem November-Lockdown fehlte Jan-Philipp Kalla (34). Das 3:2 bei Union Tornesch in der Oberliga Hamburg erkämpften seine Mitspieler beim SC Victoria ohne ihn. Danach fiel der Vorhang im Hamburger Amateurfußball. Auch für Kalla.

Trüge er noch das Trikot des FC St. Pauli, würde er nun fleißig weiterspielen. Die Profis sind vom Lockdown ausgenommen. Für die Braun-Weißen vom Millerntor hielt Kalla 17 Jahre lang seine Knochen hin (2003-2020), davon 13 Jahre in der Profimannschaft. „Sicher vermisse ich die Spiele mit dem FC St. Pauli. Doch ich hatte noch Bock zu kicken. Deshalb war der Wechsel zu Victoria die absolut richtige Entscheidung. Ich fühle mich hier extrem wohl“, sagt Kalla.

Ex-Profis, die ihre Karriere bei einem Amateurclub ausklingen lassen, sind für sich genommen nichts Besonderes mehr in der heutigen Fußballwelt. Kalla als Typ ist es sehr wohl. Das fängt schon mit seinem Spitznamen an. Niemand ruft ihn „Jan-Philipp“. Alle sagen „Schnecke“ zu ihm. Seine Mutter Eva taufte ihn so, weil er sich nach der Geburt so süß zusammenrollte.

 

Vereinstreue und unermüdlicher Einsatz

 

Für die Fans vom Millerntor war Kalla stets mehr als ein Fußballspieler. Er war einer der Ihren. Für seine Vereinstreue und seinen unermüdlichen Einsatz auf dem Rasen tauften sie ihn „Fußballgott“. „Wenn die Fans das gerufen haben, war das wirklich eine Auszeichnung für mich, eine besondere Ehre“, sagt Kalla.

Sportlich konnte er defensiv jede Position bekleiden. Selbst wenn Kalla seinen Stammplatz über lange Zeit verlor, kämpfte er sich zurück. Viele seiner 172 Profi-Einsätze sind unvergessen. Am besten charakterisiert ihn das Zweitligaheimspiel am 28. April 2018 gegen Greuther Fürth. Fast die gesamte Saison hatte Kalla auf der Bank oder auf der Tribüne gesessen. Im Saisonendspurt erinnerte sich St. Paulis Trainer Markus Kauczinski plötzlich an seinen Defensiv-Allrounder.

St. Pauli musste siegen – und Kalla kam aus dem Nichts wie ein Orkan. Er avancierte in den 90 Minuten zum besten Mann auf dem Platz und fraß auf seiner rechten Außenbahn seine Gegenspieler Khaled Narey und Maximilian Wittek fast auf, so sehr sprühte er vor Einsatzfreude und Kampfeswillen. St. Pauli siegte 3:0 und hielt schließlich die Klasse. „Das war eine meiner Stärken. Ich habe mich immer so vorbereitet, dass ich da war, wenn ich gebraucht wurde“, sagt Kalla im Rückblick.

 

Kallas Mission: Benachteiligten und Diskriminierten zu helfen

 

Zweifellos war Kalla auf dem Rasen das personifizierte St. Pauli der alten Schule. Nicht unbedingt ein großes Talent, aber voller Ehrgeiz, das Maximale aus den eigenen Möglichkeiten herauszuholen. Doch auch außerhalb des Rasens passte Kalla zum FC St. Pauli wie die berühmte Faust aufs Auge. Die Werte des Vereins, der sich stets auf die Fahnen schreibt, den Benachteiligten und Diskriminierten zu helfen, lebte er wie kein zweiter Profi im Club.

„Meine Interessen trafen einfach auf einen Verein, der diese Interessen lebte“, sagt er. Es entstand die große Liebe. Eine seltene Verbindung im heutigen Hochglanz-Business Profifußball. So gründete Kalla mit seinem Kumpel Sven Flohr 2016 den „Friends Cup“, einen Förderverein für hilfsbedürftige Projekte wie zum Beispiel einen Obdachenlosenbus. Die Idee: Einmal im Monat werden Freunde und Partner des Projektes zu einer sportlichen Aktivität eingeladnen.

„Mal Fußball, mal Minigolf, immer was anderes“, so Kalla. Dazu wird eine Spendenbox aufgestellt. Bislang hat der Verein, der auch auf anderen Feldern aktiv ist und Spenden sammelt, knapp 360.000 Euro an eingezahlten Spenden gesammelt. Zu Weihnachten ist Kalla dann übrigens als Kellner zu bewundern. „Wir servieren Obdachlosen in der Fischauktionshalle ein schönes Essen und packen eine bunte Tüte mit Geschenken für jeden von Ihnen“, sagt Kalla.

 

Jan-Philipp Kalla im Interview

 

Immer wieder erhebt Kalla zudem seine Stimme gegen Homophobie im Fußball. So hielt er am 3. November 2019 im Hamburger Rathaus die Rede bei der Siegerehrung des „StartschussMasters“, einem vom Sportverein „Startschuss“ veranstalteten Hallenturnier für schwul-lesbische Fußballer. Stilecht mit einem Totenkopf-T-Shirt in Regenbogenfarben, auf dem auf der Rückseite das Motto „Lieb doch, wen du willst“ zu lesen war.

„Es bleibt an uns, sich laut zu machen und Flagge zu zeigen. Laut gegen Homophobie und Sexismus. Und laut für eine bunte, offene und tolerante Gesellschaft“, lauteten die Schlussworte seiner emotional sehr berührenden Rede, in der er auch von seinem Engagement als Trainer erzählte. „Im Frauenteam St. Paulis, das ich trainiere, sind lesbische Spielerinnen. Es ist auch ein Pärchen dabei. Das stört niemanden. Weil es völlig normal ist“, sagte der dreifache Vater.

Mit jenem Frauenteam hat Kalla, der kürzlich die die B-Elite-Lizenz als Trainer erwarb, übrigens sportlich großen Erfolg. Seine Freundin und er trainieren es gemeinsam und bereits zwei Aufstiege von der Kreisliga bis in die Landesliga durften gefeiert werden. Dort mischt das Team wieder vorne mit. „Die Frauen spielen einen starken Ball und haben für ihre sportlichen Leistungen Akzeptanz verdient. Ich hoffe, das Interesse am Frauenfußball wächst und wird nachhaltiger.“

Darüber hinaus wird er nun auch noch Markenbotschafter im Kinder- und Jugendmarketing des FC. St. Pauli. Und wenn der Amateursport wieder erlaubt wird, wird er für den SC Victoria in der Oberliga Hamburg wieder dem Ball hinterherjagen. „Ehrgeizig auf dem Feld bin ich noch immer“, sagt Kalla. Der FC St. Pauli hat schon angekündigt, für die berühmteste „Schnecke“ der Stadt ein Abschiedsspiel auszurichten. Vor vollen Zuschauerrängen nach Corona. „Darauf“, sagt Kalla, „freue ich mich sehr.“

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