Beiträge

Zukunftsmusik: Der Sound der Hamburger Musikerin Sherly

Die Hamburger Sängerin Sherly sprach mit SZENE HAMBURG über ihren Sound, Stil und den Weg dorthin.

Text & Interview: Kevin Goonewardena

 

Mehr als ein Jahrzehnt hält die Renaissance des Neunziger R ‘n B nun schon an. Weiterentwickelt von Künstler:innen wie dem kanadischen Superstar The Weekend, FKA Twigs oder Frank Ocean als Future R ‘n B etikettiert, wird die melodiöse, verkitschte, oft chauvinistisch-sexuell aufgeladene, von nicht Wenigen heutzutage als trashig empfundene Musik von damals in eine progressive Variante zwischen Club, Pop und Vernissage verwandelt. Bei Fans und dem Feuilleton kommt das gleichermaßen an. Die Hamburger Musikerin Sheryl Verbindet verschieden Genre in ihrem Sound.

 

SZENE HAMBURG: Ein Blick auf deinen Instagram Account zeigt sofort: Hier hat man es mit jemandem mit einem urbanen, aber sehr eigenen Stil zu tun. Ein Stil der neugierig macht.

Sherly: Mittlerweile greift alles ineinander: die Musik, meine Leidenschaft für das Tanzen, die visuelle Erscheinung. Das war natürlich ein langer Weg dahin und der Prozess dauert nicht nur an, er wird ja auch nie abgeschlossen sein.

Vor allem deine Outfits stechen heraus. 

Ich habe das Glück dass mir eine befreundete Designerin (@lenavoutta, Anmerk. des Verfassers) viele Sachen auf den Leib schneidert. Einzelstücke, die ich dann tragen darf.

shirley_stpauli_c_a_hornoff_0052

Dein Sound ist sehr elektronisch. Allerdings nicht in der Art, dass du auf eine elektronisch Melodie etwas souliges singen würdest, sondern streckenweise sehr experimentell, brüchig. Wie hat sich dieser über die Jahre entwickelt und wo hast du musikalisch begonnen?

Wenn ich ganz weit zurückgehe, dann habe ich schon früh angefangen zu singen, bin als Schülerin auf Hochzeiten und Galas in allen erdenklichen Kombinationen aufgetreten: Solo, als Teil eines Duos, mit Band. Ich habe Coversongs gesungen, eigene hatte ich da noch nicht. Hauptsache es war soulig.

Wann hast du angefangen an eigenen Stücken zu arbeiten ?

Ich hatte schon länger selbstgeschriebene Texte in der Schublade, aber es war am Anfang schwer für mich für die Songs die richtige Instrumentierung, die richtigen Leute zu finden. Ein Kumpel hat mir dann den Popkurs an der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) empfohlen, der wichtig für das Networken war. Das war praktisch der Start für meine eigene Musik, denn dort habe ich die richtigen Leute gefunden. 2015 habe ich das erste Konzert mit eigener Musik gegeben.

Der Sound dürfte damals noch ein anderer gewesen sein. Wie hörte sich deine Musik anfangs an?

Anfangs klang ich noch viel weniger elektronisch, mein Sound war organischer. Es gab Gitarren und viel echte Drums. Damals lag der Fokus meiner Musik noch sehr auf Melodie und Text. Ich mag das auch immer noch, aber irgendwann hatte ich das Bedürfnis, was anderes zu machen. Ich wollte auch, dass es auf den Konzerten abgeht.

Gab es einen Anstoß, vielleicht einen Moment durch den langsam der Weiterentwicklungsprozess in Gang gesetzt wurde?

Das Tanzen war ein großer Einfluss für mich, auch für die Weiterentwicklung meines Sounds. Ich komme aus der rhythmischen Sportgymnastik, habe Wettkämpfe bestritten und mich dann irgendwann HipHop, Dancehall und anderen Tanzstilen zugewandt, weil man rhythmische Sportgymnastik irgendwann nicht mehr machen kann – das ist eigentlich ein Sport für Kinder und Jugendliche. Über die jeweiligen Tänze habe ich mich auch der entsprechenden Musik zugewandt und mich mehr damit beschäftigt.

Und musikalisch?

Kaytranada war ein großer Einfluss, denn er hat es geschafft schöne Melodien mit tanzbaren Beats zu vereinen. Ich finde, oft hat in moderner Musik die Stimme kaum Platz und wenn doch, dann sind die Songs sehr poppig. Bei ihm ist das anders. Auch NAO und Kelela finde ich gut, fresher Sound, kein klassischer R ‘n B wie früher.

Was möchtest du durch deine Musik transportieren, was möchtest du weitergeben?

Musikalisch versuche ich aus meinen Einflüssen von früher und heute etwas Neues zu kreieren, das auch gleichzeitig mich abbildet und dabei die neuen, technischen Möglichkeiten zu nutzen, die wir haben.

Und thematisch? Gibt es so etwas wie eine Message?

Es gibt keine explizite Message, ich möchte weder die Künstlerin sein, die sich ständig zu allem äußert, noch die, die wichtige Themen unserer Zeit nicht behandelt. Es gibt immer wieder Stücke, die ernste, aktuelle Themen behandeln, wenn diese mich bewegen und ich was dazu sagen möchte.

Beispielsweise „Faster, Better, Stronger“: In dem Lied geht es um den Selbstoptimierungswahn, dem viele heutzutage unterliegen. In einem anderen Song geht es darum, dass wir vieles geschehen lassen, obwohl wir sehen was passiert, da wir auch ein Stück weit überfordert sind mit der Welt in der wir leben und dem was passiert – mich eingeschlossen. Die Texte sind allgemein gehalten. Sie sollen eine Gültigkeit über das Hier und Jetzt hinaus besitzen und sich nicht auf etwas beziehen, was morgen vorbei und eventuell vergessen ist.

Was planst du für die Zukunft?

So viel wie möglich live spielen und natürlich neue Musik erarbeiten und veröffentlichen – ein Album ist allerdings nicht geplant. Ich mag es, wenn jeder Song für sich stehen kann. Auch hören die Leute heute eher einzelne Songs von Künstler:innen, anstatt ganze Alben.

Sherly ist am 13. August im Rahmen des Kultursommers im Künstlerhaus Faktor, Max-Brauer-Allee 229, 22769 Hamburg, bei der Serie “In The Mix” live zu erleben.


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Kulinarischer Kultursommer-Abschluss: Eis on the Road

Lotto Hamburg und der Kultursommer Hamburg bringen in einer gemeinsamen Aktion Eis unter das Hamburger Kulturpublikum

Fotos: Andreas Hornoff

 

Die Kampagne #playoutloud findet in gefrorener Form ihren kulinarischen Abschluss mit einer wundervollen Geste für das Hamburger Kulturpublikum: Der Einladung auf ein Eis. Lotto Hamburg und der Kultursommer Hamburg verteilen bis zum 15. August täglich an drei verschiedenen Kultursommer-Spots in der Stadt fruchtiges Eis am Stiel.

Vier Tage gibt’s kostenloses Eis mit Orange-Karotte-Ingwer-, Kiwi-, Mango- und Blaubeer-Geschmack. An folgenden Orten bricht bei leckerstem Hamburger Wetter die Eis-Zeit aus:

12. August:

17–18 Uhr: KNUST2GO, Rollschuhbahn Planten un Blomen
18:30–20 Uhr: Hippocampus, Ruderverein Bille
20:30 Uhr–Ende: NDR-Bühne, Kampnagel

13. August:

17–18 Uhr: KNUST2GO, Rollschuhbahn Planten un Blomen
18:30–20 Uhr: pundd records, Galerie Pfund & Dollar, Oberhafen
20:30–21:30 Uhr: Kampnagel

14. August:

16:30–17:45 Uhr: Kampnagel
18:30–20 Uhr: Hippocampus, Ruderverein Bille
20:3–22 Uhr: Black Atlantic!, Schlosspark Bergedorf

15. August:

16–17:15 Uhr: Black Atlantic!, Schlosspark Bergedorf
18:30–19:30 Uhr: Hippocampus, Ruderverein Bille
20:30 Uhr–Ende: Schanzenkino, Schanzenpark

eis_pol_oberhafen_c_a_hornoff2


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Vol. 4: Eine sommerliche Kulturwoche voller Ideen

Der Kultursommer Hamburg bietet über vier Wochen noch bis zum 15. August insgesamt mehr als 1700 Veranstaltungen in der ganzen Stadt verteilt an. Damit da nicht der Überblick verloren wird, haben wir uns durchs Programm gelesen und empfehlen hier tägliche Events in der Vorschau, damit die Woche gut geplant, genossen und vieles mitgenommen werden kann! Auf in die letzten sieben Tage des Kultursommers!

 

9. August 2021

Bei „Ein zirkus in der Stadt“ zeigen Kinder und Jugendlichen der Zirkusschule Die Rotznasen e.V. an verschiedenen öffentlichen Plätzen wie zum Beispiel im Altonaer Gerichtsviertel, im Emil-Wendt-Park, im Goethepark und in der Altonaer Fußgängerzone – ihr Können. Eine kleine Zirkusshow und Stelzenauftritte werden präsentiert.

Am 9. August sind die Rotznasen im kleinen Zirkuszelt im Emil-Wendt-Park an der Thadenstraße, direkt gegenüber vom Wohlers Park, zu bestaunen. Die Zirkusproben gehen von 15.30 bis 16.30 Uhr und der Zirkusauftritt folgt um circa 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei!

 

10. August 2021

Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Sie sind weniger sichtbar und verdienen auch deutlich weniger Geld. Um darauf aufmerksam zu machen, veranstaltet das HausDrei in Kooperation mit dem Frauen Musik Zentrum die Konzertreihe FEM*Jazz. Die Konzertserie legt ihren Fokus auf die Unterstützung von Frauen und nicht-binären Menschen und ihre Gruppen, Ensembles und Kollaborateure.

Die Bühne im August-Lütjens-Park bietet einen barrierefreien Zugang zu den Konzerten. Für 1,50 Euro gibt es hier ab 18:30 Uhr Musik mit Saxofon, Flöte, Klavier und Gesang auf die Ohren.

 

11. August 2021

 47 Galerien zeigen im Rahmen des Kultursommers noch bis zum 15. August in einer Schaufenster-Ausstellung in den Stadthöfen Arbeiten ihrer Künstler:innen. Neben Fotografie gibt es Malereien, Skulpturen und Installationen zu sehen. Die Stadthöfe in der Innenstadt sind ein historischer Ort und eine Gedenkstätte. Sie befinden sich an der Grenze von Hamburgs Altstadt zur Neustadt. Der Haupteingang befand sich an der Ecke Stadthausbrücke/Neuer Wall. Die Erbauung erfolgte während der französischen Besetzung.

Führungen zur Schaufenster-Ausstellung „Aufmerken“ finden nach Voranmeldung unter info@galerien-in-hamburg.de täglich um 18.00 Uhr statt. Die Werke können am 15. August 2021 um 15.00 Uhr in einer Open-Air-Auktion in den Stadthöfen im Palaishof ersteigert werden.

 

12. August 2021

 Im Schroedingers im Schanzenpark finden im Rahmen des Kultursommers insgesamt acht Konzerte und Veranstaltungen statt, die zeigen, wie hoch die kulturelle Vielfalt in Hamburg ist. Von Comedy bis Singersongwriter von Punk bis Pop bis Poetry Slam gab es schon tolle Events. Am Donnerstag, 12. August, findet die Reihe in Kooperation mit der Astra Stube mit der Live-Show zum Hamburger Podcast „Normale Möwe“ ihr Ende. Auf der Bühne schnacken dann zwei Kerle: Hinnerk Köhn ist Comedian und Max Scharff ist DJ. Zusammen reden sie über Alles und Nichts, ein Special Guest ist eingeladen. Spaßig wird es allemal! Tickets gibt es für 20 Euro.

 

13. August 2021

 Die Hamburger Textilkünstlerin Anne Reiter bearbeitet mit handwerklichen Techniken wie Weben, Knüpfen und Siebdrucken Möglichkeiten von Erinnerungskulturen. Gemeinsam mit der Leipziger Künstlerin Sophie Lindner, welche die Pop-Kultur des Ostens mit dem Motiv des Planeten Saturn erforscht, wird ein Siebdruck Workshop in Kooperation mit dem Museum für Kunst und Gewerbe am 13. August um 14 Uhr in der Innenstadt Hamburgs Haltungen zu Ost und West erfragen.

Die Künstlerinnen sind Beide im Osten geboren und aufgewachsen. Als Nachwendegeneration fühlen sie sich mit verantwortlich über den Stand der deutschen Einheit zu sprechen. Wo steht deutsch-deutsche Geschichte heute? Kann Erinnerungskultur verstofflicht werden und individuelle Bilder entstehen?

Zusätzlich zu den zehn fest angemeldeten Teilnehmer:innen werden auch Passant:innen eingeladen mit den Künstlerinnen Ambivalenzen in Ost- und Westperspektiven zu behandeln. Mit einem Konvolut an Motiven können die Teilnehmer:innen des Workshops Stoffe bedrucken. Halstuch, Pioniertuch, Stola: Die Textilien können anschließend von den Teilnehmer:innen mitgenommen werden.

Anmeldungen zum Workshop können bis zum 10. August an julia.meer@mkg-hamburg.de geschickt werden.

 

14. August 2021

Das Kultursommer Special beim Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel, präsentiert von NDR und ZEIT-Stiftung, zeigt unter freiem Himmel ein regionales Programm mit vielen Konzerten, Live-Podcasts und Events für Kinder. Auf der Wald- und der Kanalbühne finden am 14. August von 14.30 bis nach 22 Uhr ein Kinderprogramm mit der „Hexe Knickbein“, ein Live-Podcast mit Ralf Schlüter und seinem Gast Ebba Durstewitz, einem Konzert mit Philipss Playlist und den NDR Akademisten statt.

On top gibt’s die Hamburg Spinners zu hören: Die Supergroup bestehend aus Carsten „Erobique“ Meyer, Produzent Dennis Rux, Afrokraut-Spezialist David Nesselhauf und The KBCS-Drummer Lucas Kochbeck. Zwischen Orgel-Jazz, Stax-Records und Morricone-Soundtracks wird ein Hamburg vergangener Tage heraufbeschworen. Auf Kampnagel präsentieren sie sich und ihr Album erstmals live dem Hamburger Publikum. Tickets für das ganze Programm gibt es für drei Euro.

 

15. August 2021

Popkultur ist für alle Generationen da, daher bringen Mitra Kassai und ihr ehrenamtliches Team der gemeinnützigen Hamburger Initiative OLL INKLUSIV seit 2018 Senioren und Senioritas bei Kulturveranstaltungen zusammen. Am 15. August kommt nun der ganz große Aufschlag: OLL INKLUSIV lädt von 15 bis 18 Uhr zur HALBPENSION in den Stadtpark.

Bei der Open-Air-Sause ist der Hamburger Kneipenchor am Start. Dieser Chor schmettert Pophits von den Beginnern bis Queen, von Miley Cirus bis Die Ärzte. Ebenfalls mit dabei ist das Hamburger Trio WHT?!. Ihr eingängiger Mix aus Pop, Neo-Funk, Soul und HipHop steht für gute Laune. Und natürlich wird auch das Musikbingo mit DJ Rita nicht fehlen.

Auch U-60-jährige sind – gegen Spende – in den Stadtpark eingeladen, damit Alt und Jung zusammen feiern können.


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Theater Open Air: Start auf dem Rathausmarkt

Klassisches Theater, Performance, Oper, Improvisation – das bunte Programm des Theater Open Air hält für jedes Alters und jeden Geschmack die richtige Inszenierung bereit

Text: Kevin Goonewardena

 

Klassisches Theater, Performance, Oper, Improvisation: Das bunte Programm des Theater Open Air hält für jedes Alter und jeden Geschmack die richtige Inszenierung bereit.

Theater_Open_-Air_Start_Rathausmarkt_Foto_Szene-hamburg2

Zum Start gab’s einen echten Pionier bühnenfüllender Lach- und Krach-Geschichten hierzulande: Mit dem „Quatsch Comedy Club“ brachte Thomas Herrmanns einst das in den USA beliebte Stand Up-Comedy-Format nach Deutschland. In den folgenden zehn Tagen können sich die Zuschauer:innen auf ein Programm freuen, das so bunt ist wie die Welt des Theaters.

Theater Open Air: 30. Juli – 8. August 2021


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Stoff fürs Großhirn: Hippocampus Festival am Billhafen

Auf der Grünfläche der Rudervereinigung Bille findet vom 22. Juli bis 15. August das interdisziplinäre Kunstfestival Hippocampus statt

Text: Isabel Rauhut

 

Eingebettet zwischen der ruhigen Bille und dem Industriegebiet in Rothenburgsort, befindet sich das Hippocampus Festival. Ein volles Programm aus Bildender Kunst, Live-Musik und Workshops wird hier im Rahmen des Kultursommer Hamburgs noch bis zum 15. August geboten.

Um eine original Datsche aus DDR-Zeiten, das „Haus Seepferdchen“, die an der Ostseeküste vor über 50 Jahren gebaut wurde, ist eine grüne Bühne und Fläche für Kultur entstanden. Das Festival wird von der Galerie Oel-Früh kuratiert, die seit 2005 ihr Ausstellungs- und Atelierhaus in Rothenburgsort hat.

Studio C.A.R.E. und die Galerie Oel-Früh haben zusammen ein Highlight auf dem Gelände geschaffen: Den „Bunker Spa“. In einem alten, ehemals vermoderten Bunker, können Besucher:innen jetzt mit dem Geruch ätherischen Öle in der Nase, Brunnengeplätscher und seichter Musik auf den Ohren und einem angenehmen Fußbad kurz dem Alltag entfliehen.

Der Eintritt ist frei und auf hundert Pesonen limitiert. Der Zutritt ist nur mit tagesaktuellem Schnelltest möglich.

Hippocampus Festival: 22. Juli bis 15. August 2021


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

ART OFF Hamburg: Rundgang OST

Der ART OFF Kultursommer beginnt mit Kunst-Spaziergängen im Hamburger Osten. Kunstwege verbinden zahlreiche Veranstaltungen, die im Umfeld der teilnehmenden Kunsträume und im Freien stattfinden. Sie führen durch Wandsbek, St. Georg, Rothenburgsort und Hammerbrook

Text: Isabel Rauhut
Fotos: Andreas Hornoff

 

Kunstaktionen in Eilbek, St. Georg, Münzviertel, Hammerbrook und Rothenburgsort bilden den Inhalt eines Kunstweges, den man sich selbst zusammenstellen kann. Der Kunstweg OST, der vom 30. Juli bis 1. August abzuspazieren ist, führt zum Schimmelmann-Mausoleum und zu mehr als 40 Ausstellungen, Aktionen und Schaufensterperformances. Von künstlerischen Spurensicherungen wird zu Art & Crime-Führungen flankiert.

In der Akademie der Künste wird der Einstellungsraum aus Wandsbek sein 20-jähriges Jubiläum feiern, in der Fabrik der Künste ist der Berufsverband Bildender Künstler mit seinen „Positionen“ zu Gast. Und wer sich beim Gehen begleiten lassen möchte, kann dies mit dem gleichnamigen Podcast der noroomgallery tun.

 

Hier ein paar Impressionen des Walks:

artoff_kunstwalk_c_a_hornoff8

artoff_kunstwalk_c_a_hornoff9

artoff_kunstwalk_c_a_hornoff3

Videointerview: Scotch & Water am Morgen

Kultursommer-Reporterin Daphne Sagner trifft die Hamburger Indie-Band Scotch & Water zum idyllischen Schnack in Planten un Blomen. Im Gespräch geht’s um Heimat, Musik und natürlich den Kultursommer

Text: Isabel Rauhut

 

Die Hamburger Indie-Künstler Scotch & Water stehen mit Singles wie „Fear“ und „Floralia“ auf dem Radar der norddeutschen Musikindustrie. Ihr Debütalbum „Sirens“ ist im Mai 2021 erschienen. Am 11. August präsentiert die Band den Langspieler im Rahmen des Kultursommer Hamburgs auf der Bühne des Musikpavillons in Planten und Blomen.

Im Interview spricht Kultursommer-Reporterin Daphne Sagner mit Sängerin Samira Christmann und Gitarrist Hansjakob Wedemeyer über ihre Leidenschaft zur Musik, Hamburg als Heimatstadt und die Möglichkeit beim Kultursommer ein Konzert zu spielen.


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

ART OFF Walks: Wege zur Kunst

Im Hamburger Kultursommer – und darüber hinaus – führt die Initiative ART OFF mit „Wir sind hier“ zu spannenden Kunstorten, zu Ausstellungen, Performances und Aktionen

Text: Sabine Danek

 

Von Ost nach West, bis in die Nähe des Sachsenwalds, nach Bergedorf und über die Reeperbahn wieder zurück: Mit ART OFF, der Initiative von 20 unabhängigen Ausstellungsorten der Stadt, kann man durch den Hamburger Kultursommer flanieren. Und zwar zu Kunstorten, die abseits der etablierten Museen und Ausstellungshäuser liegen – und die seit Jahren gemeinsam für ihre Sichtbarkeit kämpfen.

Was OFF-Orte wie die Gängeviertel-Galerien, das Westwerk, Oel-Frueh, die noroomgallery, das Frappant und die ganzen anderen Hamburger Kunst-Places to be ausmacht, was sie zu bieten haben und auf was für eine vielfältige Weise sie miteinander vernetzt sind, das zeigen die ART OFF Rundgänge, die den Kultursommer bis in den September hinein feiern: Mit drei verschiedenen Art Walks und zwei Ausflügen an den Rand der Stadt, zu Fuß oder mit dem Fahrrad, auf jeden Fall aber in Bewegung.

 

Ausstellungen und Aktionen


All das startet mit dem Kunstweg OST (30.7.–1.8.), der zum Schimmelmann-Mausoleum und zu mehr als 20 Ausstellungen, Aktionen und Schaufensterperformances führt und von künstlerischen Spurensicherungen und von Art & Crime-Führungen flankiert wird. In der Akademie der Künste wird der Einstellungsraum aus Wandsbek sein 20-jähriges Jubiläum feiern, in der Fabrik der Künste ist der Berufsverband Bildender Künstler mit seinen „Positionen“ zu Gast. Und wer sich beim Gehen begleiten lassen möchte, kann dies mit dem gleichnamigen Podcast der noroomgallery tun.

Auch beim MITTE WALK (13.–15.8.), der vom Karoviertel aus zu Performances und Konzerten in Planten und Blomen führt, ins Gängeviertel und zum Wasser an dem das Westwerk liegt.
Überall weisen leuchtende gelbe ART OFF-Flaggen den Weg, es gibt eine interaktive Karte, Flyer, geführte Touren und ein Infomobil und immer ist der legendäre Kunst-Imbiss dabei – und hält auch bei den beiden Ausflügen an den Rand der Stadt Kunst für unterwegs bereit.

 

„Wir sind hier“

 

Der erste Ausflug bringt einen in die Nähe des Sachsenwalds zum Künstlerhaus Bergedorf (21.–22.8.), der andere ins Künstlerhaus Sootbörn (28.–29.8.) in Niendorf. Anfang September schließlich klingt der ART OFF Kultursommer mit dem Art Walk WEST (4.–5.9.) aus, der durch St. Pauli, Altona, Bahrenfeld und Ottensen führt, zum 8. Salon, dem Frappant und der Frise, durch die Große Bergstraße und die Reeperbahn, zu Ausstellungen und Aktionen – und zum Finale dessen genaues Programm noch bekannt gegeben wird.

Wendenstraße_If_you_love_for_

„If you love for“ für die Wendenstraße

So mitreißend und spannend das alles ist, heißt das ART OFF-Programm nicht ohne Grund „Wir sind hier“. Denn natürlich ist es auch eine Reaktion der erzwungenen Unsichtbarkeit der Künstlerinnen und Künstler und ihrer Arbeit während der Pandemie, und ihrem ökonomischem Desaster, das Covid-19 noch verstärkt – und erneut ans Licht gebracht hat. Das reicht von den Schwierigkeiten in die Künstlersozialkasse aufgenommen zu werden, zu Kunstförderungen, die gerade an diese Mitgliedschaft gebunden sind, von den Corona-Hilfen von Land und Bund, die viele Künstlerinnen und Künstler gar nicht erreicht haben zu der fehlenden Honorierung künstlerischer Arbeit und das auch von renommierten Museen. Dem allen stemmen sich die mehr als 400 Kulturschaffenden, Künstlerinnen und Künstler mit dem umfassenden Programm von „Wir sind hier“ entgegen. Und wie immer bei ART OFF ist der Eintritt frei!

ART OFF Kultursommer „Wir sind hier“: 30. Juli – 5. September


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.