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Unsere Lieblingssommer-Spots

Manche zieht es ans Wasser, andere auf heißen Beton: SZENE HAMBURG-Autor:innen erzählen, wo sie sich an Sommertagen gerne aufhalten

Texte: SZENE-Redaktion

Heiligengeistfeld

„Wenn sich die Sonne langsam hinter den grauen Betonwänden des Bunkers herabsenkt, schimmert das Heiligengeistfeld so schön orangefarben.“

Anna Meinke, SZENE-Autorin
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Nicht immer ist so wenig los an warmen Tagen: Heiligengeistfeld (Foto: Erik Brandt-Höge)

Im Sommer, wenn sich die Mittagshitze zwischen den hohen Altbauten der Stadt nur so zu stauen scheint, weht auf dem Heiligengeistfeld stets ein frischer Wind. Dann hocke ich im Schatten der Stromkästen auf dem von der Sonne aufgeheizten Asphalt, und atme durch. Hunderte Menschen tun es mir gleich. In kleinen Grüppchen sitzen sie da. Wenn ich in die Sonne blinzele, erkenne ich sie, wie Farbtupfer auf dem harten Grau. Das muss schön von oben aussehen, denke ich.

Um mich herum höre ich das raue Tönen der Skateboards, irgendwo weiter hinten läuft Musik. Es ist nie laut hier, immer irgendwie angenehm ruhig. In der Weite des Feldes verschwimmen die Geräusche, und was bleibt ist nur ein Flimmern von Stimmen. Das Stimmenflimmern wird zum Sonnenflimmern. Die Hitze wird hier sichtbar, wenn sie sich in gleißenden Wellen über den Asphalt streckt – und trotzdem, zu heiß wird es mir nicht. Ich entfliehe der Enge der Stadt.

Wenn sich die Sonne langsam hinter den grauen Betonwänden des Bunkers herabsenkt, schimmert das Heiligengeistfeld so schön orangefarben. Die letzten Reste der Hitze zersetzen sich in der Abendsonne, legen sich nieder auf dem nun angenehm warmen Boden. Langsam schlendere ich auf dem Feld in Richtung Reeperbahn. Skater, Leute auf Fahrrädern, Rollschuhen oder mit Drachen kreuzen meinen Weg. Hier muss man immer aufmerksam sein. Ich bahne mir meinen Weg durch die rollenden Massen. Mit jedem kühlen Windstoß verblasst der Tag ein wenig mehr, und die letzten Sonnenstrahlen scheinen auf mein Gesicht.

Stuhlmannbrunnen

„Wer nah ran geht, erlebt eine angenehme, kleine Erfrischung. Am liebsten betrachte ich dieses zehn mal 20 Meter große Schauspiel von der direkt an den Brunnen angrenzenden Wiese.“

Erik Brandt-Höge, SZENE-Redakteur
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Plitsch, platsch: Nicht viele Krokodile können behaupten, eine beruhigende Wirkung zu haben (Foto: Erik Brandt-Höge)

Der Weg vom Bahnhof Altona zum Platz der Republik ist ein steiniger. Ja, auch buchstäblich, höhö. Was ich jedoch meine, ist der Stadtstress, der sich auf den paar hundert Metern zwischen Busabfahrten und sattgrüner Liegewiese ballt. Wem man hier auch begegnet: Die Leute sind in Eile, der Zeitdruck, der nächste unangenehme Termin, die Überstunden stehen ihnen auf die Stirnen geschrieben. Viele fröhliche Gesichter sieht man nicht. Bis zum Platz der Republik.

Da hocken Pärchen, Jugendcliquen und Familien ganz entspannt herum, auf Bänken, dem Rasen oder – für viele Kinder am interessantesten – auf den Mauern rund um den Stuhlmannbrunnen. Darin kämpfen zwei Zentauren mit einem Fisch und verspritzen dabei ziemlich viel Wasser. Wer nah ran geht, erlebt eine angenehme, kleine Erfrischung. Am liebsten betrachte ich dieses zehn mal 20 Meter große Schauspiel von der erwähnten, direkt an den Brunnen angrenzenden Wiese. Die Wasserspiele haben von da aus eine ziemlich beruhigende Wirkung. Braucht man ja auch nach dem Weg.

Metropolis Kino

„Wer bekannte und unbekannte Meisterwerke auf der großen Leinwand erleben und zugleich der überhitzten Realität entkommen möchte, ist im Metropolis genau richtig!“

Marco Arellano Gomes, SZENE-Redakteur
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Das Metropolis Kino bietet angenehme Temperaturen und großartige Filme (Foto: Jann Wilken)

Zugegeben: Dieser Hotspot ist eher ein Cool-Spot. Satte zwei Etagen geht es hinunter, ehe man den schattig-kühlen Kinosaal des Metropolis erreicht. Die vielen Treppen hinab lohnen sich aber, denn hier unten im zweiten Untergeschoss gibt es nicht nur einen gut gelüfteten, mit 24 Grad Celsius angenehm temperierten, nicht überfüllten Kinoraum, sondern eine Etage höher auch eine atmosphärische, dezent beleuchtete Bar mit kühlen Getränken und jeder Menge Knabberzeug. Das erfrischt und stärkt einen – insbesondere an heißen Sommertagen.

Doch das Beste gibt es im wunderschönen, historisch gestalteten Kinosaal: Filme mit Tiefgang – von Fellini über Bergman bis Kubrick. Wer bekannte und unbekannte Meisterwerke auf der großen Leinwand erleben und zugleich der überhitzten Realität entkommen möchte, ist im Metropolis genau richtig!

Das Sommerprogramm sieht für den Juli eine Antikriegsreihe mit dem Titel „Make Peace Not War“ vor, bei der unter anderem die Filme „Die Brücke“ und „Schindlers Liste“ laufen. Zudem gibt es eine Reihe zum Modeschöpfer Tom Ford. Dieses Kino – so viel wird klar – bietet einzigartige thematische Zeitreisen, ohne auf modernste Technik zu verzichten. Da es so zentral liegt, bietet sich im Anschluss ein Spaziergang in eines der nahe gelegenen Restaurants oder durch Planten un Blomen oder die Innenstadt an – erfrischt und inspiriert statt platt und satt.

Fischmarkt

„Wenn es uns an unserem Schattenplatz doch zu kühl wird, setzen wir uns oft vor die Fischauktionshalle, direkt in die Sonne und genießen die letzten warmen Strahlen.“

Annarhea Stoffel, SZENE-Autorin
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Schattenplätze mit Top-Ausblick gibt es einige am Fischmarkt (Foto: Anarhea Stoffel)

Die Tage werden länger, das Wetter wärmer, da heißt es für mich: Endlich wieder runter zum Hafen fahren! Hamburg ist vor allem im Sommer immer gut besucht, da habe ich oft keine Lust auf große Menschenmengen, Gedränge und lange in der Sonne herumstehen. Umso schöner ist es dann abends am Fischmarkt.

Da ist zwar auch immer einiges los, unter der Terrasse des Hamburger Elbspeichers hat man aber meist gute Chancen auf einen ruhigen Platz an der Mauer. Vorher hole ich mir mit Freunden eine Limo oder ein Bier am Kiosk. Manchmal haben wir auch Lust auf ein Fischbrötchen vom Lütt & Lecker auf der anderen Straßenseite. Dann sind wir perfekt ausgerüstet und es kann losgehen, auf zum Wasser. Auch bei ganz heißen Temperaturen weht hier noch ein frischer Wind vom Hafen herüber. Und schattig ist der Platz unter der Terrasse auch, es lässt sich also super aushalten.

Wenn es uns an unserem Schattenplatz doch zu kühl wird, setzen wir uns oft vor die Fischauktionshalle, direkt in die Sonne und genießen die letzten warmen Strahlen. Da vergehen die Stunden ganz schnell, während man auf den weiten Hafen hinausschaut und das Treiben an den Docks beobachtet. Hin und wieder fährt ein riesiges Containerschiff vorbei, Richtung Meer in die weite Welt hinaus und ich frage mich, wo es wohl als nächstes anlegen wird.

Haynspark

„Mit Freunden packe ich gegen Feierabend gerne die Picknickdecke aus und genieße ein Bier auf der Wiese.“

Katharina Stertzenbach, SZENE-Volontärin
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Augenweide: Blick vom Haynspark auf die Alster (Foto: Erik Brandt-Höge)

Sommer ist, wenn ich wieder einen ganzen Tag im Haynspark verbringen kann. Bei der Joggingrunde am frühen Morgen ist das grüne Areal zwischen Eppendorfer Landstraße und Alster noch nahezu menschenleer, und ich genieße die Ruhe beim Sport. Gegen Mittag wird es schon voller und der Haynspark zum Treffpunkt für Familien, Stand-Up-Paddler, Schlauchbootbesitzer und Grillfans. Ein bunt gemischter Haufen, und das nicht bloß an Land.

Wer Lust auf eine Abkühlung hat, nutzt einen Wasserzugang und geht plantschen. Mit Freunden packe ich gegen Feierabend gerne die Picknickdecke aus und genieße ein Feierabendbier auf der Wiese. Manchmal treffen wir auch uns am historischen Pavillon, wo wir zu Live-Musik, die dort immer wieder ganz verschiedene Künstler spielen, schon viel getanzt und gefeiert haben. Auf die Anwohner haben wir dabei natürlich stets Rücksicht genommen.


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Filme unterm Sternenhimmel: Fünf Open-Air-Kinos in Hamburg

Die Open-Air-Saison hat wieder begonnen und hierbei dürfen Filme nicht fehlen. Gute Unterhaltung bei frischer Luft versprechen in Hamburg gleich mehrere Open-Air-Kinos. Ein Überblick

Text: Marco Arellano Gomes

Zeise Open Air

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Vom 1. Juli-30. August findet Zeise Open-Air statt (Foto: Jan Brandes)

Besonders beliebt ist das vom 1. Juli bis zum 30. August stattfindende Zeise Open Air, das mit der besonderen Location im Innenhof des Altonaer Rathaus punktet. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Von „Everything Everywhere All at Once“ (1.7., 21.45 Uhr) über „Come on, Come on“ (4.7., 21.45 Uhr), dem Hamburg-Klassiker „Absolute Giganten“ (7.7., 21.45 Uhr) und „Pa­rallele Mütter“ (9.7., 21.45 Uhr) bis „Top Gun: Maverick“ (15.7., 21.30 Uhr) und „Elvis“ (28.7., 21.30 Uhr). Ein Highlight ist die Hamburg-Premiere von „Die Zeit, die wir teilen“ (3.7., 21.30 Uhr), bei der Schauspielstar Lars Eidinger zu Gast sein wird.

30 Jahre Filmfest Hamburg

Im Rahmen seines 30-jährigen Jubiläums mischt auch das Filmfest Hamburg beim Open-Air-Kino mit. Hierzu stimmten die Hamburger online über die besten Filme der vergangenen 30 Jahre ab. Am 8.7. wird im Rahmen des Zeise Open Air im Innenhof des Altonaer Rathaus mit „In the Mood for Love“ der erste Film der Reihe gezeigt. Zudem läuft am 29.7. im Alsterdorf Open Air Sommerkino der Film „Mustang“. Weitere Termine werden zeitnah bekannt gegeben.

3001 Filmnächte

3001 Filmnächte_ Foto: Hinrich Schultze
3001 Filmnächte finden vom 7. Juli-24. Juli statt (Foto: Hinrich Schultze)

Im Schanzenpark finden vom 7. Juli bis zum 24. Juli die 3001 Filmnächte statt und bieten ein reichhaltiges Arthouse-Programm, das dem des 3001 Kino entspricht. Zu sehen sind aktuelle Filme wie „Wo in Paris die Sonne aufgeht“ (9.7., 22 Uhr), oder „Abteil Nr. 6“ (16.7., 22 Uhr), Klassiker wie „The Rocky Horror Pic­ture Show“ (10.7., 22 Uhr) oder „Léon – Der Profi“ (24.7., 22 Uhr). Kleiner Tipp: Es sind nicht wirklich dreitausendeins Filmnächte – also schnell Karten sichern!

ElbFilmKunst

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In der neue Mitten Altona vom 17. Juni -3. September findet das ElbFilmKunst statt (Foto: ElbFilmKunst)

Wer es lieber kleiner mag, dem ­bietet der Verein ElbFilmKunst vom 17. Juni bis zum 3. September ein kleines, aber feines Open-Air-Kino an besonderen Orten in Altona wie der Christianswiese oder dem Quartierspark Mitte Altona an. Gezeigt werden Filme wie „Im Juli“ von Fatih Akin (2.7., 21.45 Uhr), „Three Billboards Outside ­Ebbing, Missouri“ (9.7., 21.45 Uhr) und der Oscar-Preisträger „Birdman“ (16.7., 21.30 Uhr). Der Ton wird mittels Funkkopfhörern übertragen. Der Preis in Höhe von fünf Euro ist vergleichsweise moderat; Picknick, Decken oder Sitze  müssen allerdings selbst mitgebracht werden.

filmRaum Open Air

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Im Eimsbüttler Park findet das Open-Air Kino vom filmRaum vom 21.Juli – 3. September statt (Foto: Henrik Zawischa)

Open-Air-Kino gibt es auch in Eimsbüttel. Der filmRaum lädt vom 21. Juli bis zum 2. September in den Eimsbütteler Park „Am Weiher“. Das Programm war zu Redaktionsschluss noch nicht bekannt, zeichnet sich aber durch liebevoll kuratierte Filme aus.

Schanzenkino

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Das Schanzenkino findet vom 30.Juli -4. September statt (Foto: Outdoor Cine)

Vom 30. Juli bis zum 4. September flimmern beim Open-Air Kino im Schanzenpark in lauen Sommernächten Filme wie Elvis (erste Vorstellung am 6.8.), Leander Hausmanns Stasikomödie (erste Vorstellung 3.8.) oder Gucci (erste Vorstellung 5.8.) über die Leinwand.


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Hamburg Umland: Echt schön

Wer heute in die Pfingstferien startet, entdeckt sie jetzt schon: Die schönsten Ziele im Hamburger Umland. Für alle anderen gibt es das 9-Euro-Ticket. Mit diesem kann man von 1. Juni bis 31. August 2022 in ganz Deutschland Regionalbahn und Nahverkehr nutzen, so viel man will. Also auf geht’s ins Hamburger Umland. Wir zeigen die zehn schönsten Ziele, die in zwei Stunden vom Hamburger Hauptbahnhof erreichbar sind

Text: Felix Willeke

Lüneburger Heide: Landschaft mit Schaf

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Die Heidschnucken sind typisch für die Lüneburger Heide (Foto: www.lueneburger-heide.de)

Die Lüneburger Heide kennen vermutlich die meisten, doch ihre Größe überblicken nur die wenigsten. Über 200 Quadratkilometer ist die Naturlandschaft groß und erstreckt sich dabei vom Hamburger Süden bis nach Celle. Wer sie komplett und möglichst naturnah erleben möchte, für den eignet sich der Heidschnuckenweg. Der Wanderweg erstreckt sich über 13 Etappen und 223 Kilometer von Hamburg bis nach Celle. Für diejenigen, die nur einzelnen Abschnitte laufen wollen empfehlen sich die ersten beiden Etappen über insgesamt 41 Kilometer. Mit Start in der Fischbeker Heide (S-Bahn bis Neugraben) geht es über Buchholz in der Nordheide bis nach Handeloh – hier empfiehlt sich eine Rast im „Der Schafstall“ im Büsenbachtal, nur eine Bahnstation vor Handeloh. 

Hin mit der S-Bahn und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Neugraben rund 30 Minuten und zurück von Handeloh rund eine Stunde

Lüneburg: Auf Salz gebaut

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Hier riecht es förmlich noch nach Hanse, am Stint in Lüneburg (Foto: Lüneburg Marketing GmbH)

Es war einmal ein Jäger, der erschoss eine Wildsau, in ihrem Fell entdeckte er Salzkristalle und so begann die Geschichte. Welche Geschichte? Die Geschichte der Stadt Lüneburg als Salzstadt in Norddeutschland. Das „weiße Gold“ verschaffte der Stadt Reichtum und durch die Mitgliedschaft in der Hanse profitierte sie umso mehr. Diesem Umstand verdankt Lüneburg auch seine Altstadt. Die Häuser rund um „Am Sande“ und das Rathaus zeugen von der ruhmreichen Zeit in der Hanse. Besonders vom naheliegenden Kalkberg lässt sich die Altstadt gut überblicken. Auch sonst gibt es in Lüneburg – angetrieben von einer lebhaften Studierendenszene – einiges zu sehen. Sei es per Kanu oder Kayak von der Ilmenau aus, zu Fuß auf den Spuren der Geschichte und bekannter Fernsehserien oder mit dem Rad auf dem Weg zum Schiffshebewerk Lüneburg-Scharnebeck.

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Lüneburg rund 40 Minuten

Lübeck: Die echte Hanse

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Der Malerwinkel: Einer der schönsten Orte in Lübeck (Foto: LTM/Olaf Malzahn)

Was hat die kleine Stadt an der Trave dem großen Nachbarn Hamburg voraus? Eine richtige Altstadt. Wurde Hamburg im Zweiten Weltkrieg großflächig zerstört und nur zum Teil wieder aufgebaut – ja, der Große Brand spielt hier auch eine Rolle –, sieht es in Lübeck noch aus wie im 13. und 14. Jahrhundert, zur Blütezeit der Hanse. Lübeck war damals als Hauptort der Hanse die wichtigste Handelsstadt in Nordeuropa. Die übrig gebliebenen Gebäude kann man auf der kleinen Insel in der Trave bis heute bewundern. Dazu gibt es bestes Marzipan und eine Brise Meeresluft von der Ostsee. 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Lübeck rund 45 Minuten

Das Alte Land: Der Apfel ruft

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Im Alten Land stehen noch viele traditionelle Höfe, die modernen Obstanbau betreiben (Foto: Andreas Garbrecht)

Im Frühjahr blüht es von Buxtehude bis Stade und im Herbst wird geerntet. Dazwischen lässt sich der Sommer im Alten Land genießen. Die weiten Apfelbaumreihen reichen hier bis zum Horizont. Dazwischen immer wieder kleine Höfe, die zum Einkehren und Übernachten einladen. Dazu gibt es das Ganze direkt vor der Haustür Hamburgs. Zwischen Buxtehude und Stade ist es fast egal, wo man aussteigt, oft sind es nur wenige Meter bis zu den ersten Apfelbäumen. Und wer ein bisschen mehr Zeit mitbringt, schwingt sich aufs Rad. Es gibt kaum eine bessere Variante, als das Alte Land auf zwei Rädern zu erfahren. So sind es vom S-Bahnhof Neukloster nur knappe 30 Minuten bis nach Jork, der heimlichen kleinen Hauptstadt des Alten Landes.

Hin und weg mit der S-Bahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Neukloster rund 45 Minuten

Bremen: gemütlich

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In Bremen gibt es viele schön kühle Gassen zu entdecken (Foto: Ingrid Krause/BTZ Bremer Touristik-Zentrale)

Warum Bremen? Ganz einfach: Weil es sich lohnt! Bremen ist zwar das kleinste Bundesland und wird häufig übersehen, allerdings völlig zu Unrecht. Von Hamburg aus eignet sich die Stadt an der Weser perfekt für einen Tagesausflug. Vom Bahnhof geht es durch die Parkanlagen am Wall schnurstracks an die Weserpromenade. Wer diesen Weg zwischen dem 13. und 17. Juli 2022 wählt, landet direkt im Trubel, denn dann ist Breminale, das fünftägige Open-Air-Kulturfestival am Osterdeich. Eben diesen Osterdeich geht es jetzt gen Süden. Nur ein paar hundert Meter flussaufwärts an der Weser entlang und man erreicht „Das Viertel“, Bremens wohl schönstes und ursprünglichstes Quartier. Hier lässt es sich bestens beim Kaffee entspannen oder durch die kühlen Gassen schlendern und wer dann noch einen Absacker braucht, lässt sich im „Wohnzimmer“ direkt um die Ecke in eines der gemütlichen Sofas fallen. 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Bremen rund 70 Minuten

Kiel: Die Unterschätzte

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Die Füße im Sand am Falckensteiner Strand in Kiel (Foto: Marketing/Jens Koenig)

Kiel, das ist Waschbeton und einmal im Jahr die Kieler Woche. Damit wären die Klischees abgehakt, kommen wir zur Wahrheit: Kiel ist eine Großstadt direkt am Meer und wirklich schön. Selbstverständlich ist die Kieler Woche (18. bis 26. Juni 2022) ein großes Highlight im Jahr, doch auch sonst gibt es viel zu erleben und zu sehen. Sei es ein Konzert in der Freilichtbühne Krusenkoppel oder die Fahrt mit der Hafenfähre an die Strände von Laboe und Friedrichsort – die Fährfahrt ist im 9-Euro-Ticket enthalten. Besonders empfehlenswert ist ein Spaziergang an der östlichen Fördeseite. Mit der Fähre geht es nach Mönkeberg, die Sonne im Gesicht und das Wasser im Blick führt der Weg bis nach Laboe. Auf den knapp zehn Kilometern lässt es sich auch bestens einkehren, wie im Strandrestaurant „Kiek ut“ und zum Schluss gibt es bei der Mobilen Fischräucherei in Laboe die wohl besten Fischbrötchen der Region. Aber Vorsicht, den Möwen schmecken sie auch! 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Kiel rund 75 Minuten

Brodtner Ufer: Meer sehen

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Vom Brodtner Ufer schaut man in die Weite der Lübecker Bucht (Foto: Felix Willeke) 

Lübeck-Travemünde und Timmendorfer Strand kennen vermutlich viele. Zwei Orte an der Ostsee, die in der Sommerzeit von Touristen überlaufen sind. Dazwischen liegt jedoch eine echte Ruheoase: das Brodtner Ufer. Natürlich sind hier, besonders am Wochenende, auch viele Menschen unterwegs. Wer aber die Steilküste erst mal erklommen hat, wird vom Blick entschädigt. Vor einem liegt die weiter der Lübecker Bucht. Bei gutem Wetter kann man problemlos Grömitz und den Hansa-Park im Westen und das Schlossgut Gross Schwansee im Osten sehen. Mit ein bisschen Glück lässt sich sogar die Fehmarnsundbrücke erahnen. Wer vom Bahnhof Timmendorf Strand startet, läuft bis zur Haltestelle in Travemünde Strand rund zwölf Kilometer. Auf der gesamten Strecke laden Cafés und Buden zur Pause ein. 

Hin und weg mit der Regionalbahn über Lübeck, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof rund 80 Minuten

Schwerin: Geschichte und Gegenwart

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Der Schweriner Schlossgarten ist eine wahre Oase (Foto: Volker Koehn/erlebnis-mv.de)

Die zweitgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern ist zugleich die Landeshauptstadt. In Schwerin sitzt der Landtag nämlich nicht irgendwo, sondern im „Neuschwanstein des Nordens“, dem Schweriner Schloss. Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert – in der heutigen Form existiert es seit 1857 und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es umfassend restauriert – ist das wohl bekannteste in Schwerin. Im Sommer finden hier direkt am See die Schlossfestspiele statt und nicht weit entfernt gibt es auf der Freilichtbühne im Schlossgarten Jahr für Jahr große Konzerte. Auch darüber hinaus zeigt Schwerin sich im Sommer von der besten Seite. Von Wasser umgeben lässt es sich herrlich durch Gassen schlendern und das Residenzensemble Schwerin bewundern, dass sich um den Status als UNESCO-Welterbe bewirbt. 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Schwerin rund 90 Minuten

Plöner See: Ein bisschen Kanada

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Fast wie in Kanada: der Plöner See (Foto: unsplash/Lisa Fecker)

Wasser kann der Norden und mit dem Schweriner See, Ratzeburger See oder Lütjensee gibt es auch im Inland viel kühles Nass. Aber wohl nirgendwo ist es so schön wie am Plöner See. Der sechstgrößte See Deutschlands liegt in der Mitte der Holsteinischen Schweiz und umgeben von Hügelland und Wald wird diese Region auch von einigen Klein-Kanada genannt. Das mag vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen sein, doch hat der Plöner See für jeden etwas zu bieten: Vom Paddeln, über Angeln, Segeln, Schwimmen und Tauchen ist hier fast alles möglich. Außerdem ist Plön einer der Spielstätten des Schleswig-Holstein Musik Festival. Wen es hingegen mehr in die Natur zieht, für den sind die Campingplätze rund um den See ein ideales Ziel. Oft kann man hier auch Boote mieten und damit auf Erkundungstour gehen. Wer sich dann in der Mitte des Sees in Richtung eines Waldstücks dreht und die Augen schließt hört nur das Wasser, den Wind und fühlt sich vielleicht sogar ein bisschen wie in Kanada. 

Hin und weg mit der Regionalbahn über Lübeck, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Plön rund 100 Minuten

Cuxhaven und Neuwerk: Watt? Nordsee!

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Ein einzigartiges Erlebnis: eine Wattwanderung zwischen Cuxhaven und Neuwerk (Foto: Mediaserver Hamburg/Ingo Boelter)

Auch wenn das kleine Cuxhaven ein eher industriell geprägter Ort ist, kann man hier bestens verweilen. Vom Bahnhof gelangt man direkt zum Hafen, von wo aus die Fähren unter anderem nach Helgoland ablegen. Nur ein paar Kilometer weiter steht die Kugelbarke. Sie markiert die Mündung der Elbe in die Nordsee und ist zugleich der Beginn des kilometerlangen Sandstrandes der Stadt. Über fast fünf Kilometer gibt es hier Sand, Strandkörbe und vor allem Watt. Cuxhaven ist einer der Orte, an dem die Gezeiten am besten zu beobachten sind. Wenn das Meer sich einmal am Tag zurückzieht, legt es eine riesige Fläche Watt frei. Für die Sportlichen ist dies die Gelegenheit eine richtig lange Wattwanderung zu machen. In drei bis dreieinhalb Stunden erreicht man von hier aus die Nordseeinsel Neuwerk, die zu Hamburg gehört – zurück geht es dann nur noch mit der Fähre. Bei dieser Wanderung empfiehlt es sich allerdings, sie geführt zu machen und auf die Erfahrung eines Guides zu vertrauen, denn das Meer kommt manchmal schnell als man denkt

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Cuxhaven rund 1:45 Stunden

Sylt: Für die mit mehr Zeit (und Geld)

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Ein Morgen im Sommer in Sylt: Die Ruhe genießen (Foto: unsplash/Michael Kleinjohann)

Welch Panik: Mit dem 9-Euro-Ticket kommen die Billigurlauber nach Sylt und machen die schöne Insel kaputt! So hieß es eine Zeit lang, doch was soll man auf Sylt kaputt machen? Einer Insel, auf der es wegen der hohen Preise kaum noch einheimisches Leben gibt, die mit Sandaufspülungen am Leben gehalten werden muss und bei der man für die Anreise mit der Bahn traditionell fast immer Verspätungen einrechnen muss… Aber trotzdem ist Sylt wunderschön. Sei es das Rote Kliff in der Abendsonne, die Surfer die vor Westerland über die Wellen flitzen oder der Ausblick von der Uwe-Düne an einem Sonnentag, Sylt hat auch außerhalb der teuren Orte wie Kampen oder Keitum echt viel zu bieten. 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Altona nach Sylt rund 3,5 Stunden

Das 9-Euro-Ticket

Das 9-Euro-Ticket ist ab dem 23. Mai 2022 in ganz Deutschland erhältlich. Für neun Euro pro Monat kann man damit vom 1. Juni bis 31. August 2022 den gesamten Nahverkehr sowie die Regionalbahnen nutzen. Ausgenommen sind Fernzüge und einige Privatbahnen. Erhältlich ist das 9-Euro-Ticket an allen Automaten und in der HVV-App. Menschen, die eine Monatskarte oder ein Semesterticket haben, brauchen sich jedoch nicht um das Ticket bemühen. So gelten beispielsweise Semestertickets automatisch als 9-Euro-Ticket und kosten in diesem Zeitraum auch nur 9 Euro pro Monat – der Differenzbetrag soll später erstattet werden. Damit steht einem Sommer im Hamburger Umland nichts mehr im Wege (außer Verspätungen natürlich).


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Die Wasserlichtkonzerte sind zurück

Aufgrund der Corona-Pandemie gab es sie seit 2019 nicht mehr, jetzt sind sie zurück: Die Wasserlichtkonzerte in Planten un Blomen

Text: Felix Willeke

In jedem Sommer gibt es die traditionellen Wasserlichtkonzerte in Planten un Blomen. In den letzten beiden Jahren mussten die farbenfrohen und klangvollen Konzerte Pandemie-bedingt ausfallen. Jetzt kehren sie zurück. Die Saison 2022 startet am 1. Mai mit dem Programm „Von Sibelius über Tschaikowski bis Rachmaninow“. Dazu kommen mit „Cinema“, „Scheherazade“, „L‘art de la danse“, „Tango“, „Karneval der Tiere“ und der Premiere von „Reverie und Bacchanal“ sechs weitere Programme bis zum 30. September. Während der Konzerte kommt die Musik vom Band, die Wasserlichtorgel wird live gespielt. Schon 1938 wurde die erste Wasserfontäne in Planten un Blomen installiert. Mit den Internationalen Gartenschauen 1953, 1963 und 1973 entwickelte sie sich zur Orgel in der heutigen Form. Nach einer umfangreichen Sanierung 2018 hat sie heute 566 LED-Scheinwerfer mit bis zu 32 Watt.

Das ganze Programm, inklusive aller Konzerte im Musikpavillon gibt es bei Planten un Blomen


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Hafengeburtstag im September

Wurde mit dem Hamburger Hafengeburtstag das größte Hafenfest der Welt im Januar noch abgesagt, steht der Ersatztermin nun fest: Der September 2022

Text: Felix Willeke

Der 833. Hamburger Hafengeburtstag findet vom 16. bis 18. September 2022 statt. Das größte Hafenfest der Welt findet seit 1977 in jedem Jahr statt. In den letzten beiden Jahren fiel es pandemie-bedingt aus. Das hat jetzt ein Ende. Wurde der traditioneller Termin Anfang Mai noch im Januar wegen der „nicht eindeutig vorhersehbaren Pandemie-Lage“ abgesagt, hatte man schon damals gehofft, in den Spätsommer ausweichen zu können.

Dabei steht auch der Hafengeburtstag 2022 im Zeichen der weiteren Entwicklung der Corona-Lage. Eine Absage ist immer noch im Bereich des Möglichen. Denn Einlasskontrollen wie beim Hamburger Dom 2021, die einen corona-konformen Ablauf möglich machen würden, sind beim Hafengeburtstag nicht möglich.


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Hier wird Fahrradkultur zelebriert

Endlich – es wird Frühling in Hamburg! Die Sonnenstrahlen kommen raus und und die Lust nach luftigen Tagesausflügen steigt. Der Weg zur Arbeit könnte auch wieder vergnügt mit dem Rad zurückgelegt werden. Bei diesen Adressen könnt ihr klapprige Drahtesel wieder flott machen, euch Tipps abholen oder Workshops machen und das eigene Traumfahrrad basteln.

Text: Fabio Zamboni

The #Brake

The #Brake ist eine kollektiv organisierte, für jeden offene Community im Gängeviertel, wo sich alles um DIY-Kultur und Fahrräder dreht. Es gibt eine Selbsthilfewerkstatt, in der man sich mit Anderen austauschen kann und ein Café, in dem immer wieder Events wie Vorträge, Open-Air-Filmvorführungen oder Release-Partys stattfinden.

Valentinskamp 28 A-B (Gängeviertel); brake.ilmondoegran.de

Fahrradhafen Hamburg

Christian und Ralph sind so verrückt nach Fahrrädern, dass sie sich dazu entschlossen haben, neben ihren eigentlichen Berufen spendenbasierte Workshops zum Fahrradselbstbau anzubieten. In einer alten Kakaolagerhalle auf dem Grasbrook haben sie dazu eine Werkstatt eingerichtet. Da man jedes einzelne Teil nach seinem Geschmack konfigurieren kann, ist dies wohl der beste Weg zum persönlichen Traumrad. Für Individualist:innen, die es lieben selber Hand anzulegen.

Am Windhukkai 5 (Kleiner Grasbrook); fahrradhafen.hamburg

XYZ CARGO

XYZ CARGO bauen individuell konfigurierbare, super robuste Lastenfahrräder. Nutzlasten bis 400 kg sind möglich. Ein XYZ-Fahrrad erkennt man sofort als solches, dank der Riffelblech-Optik, die einige Modelle auszeichnet, und dem typischen schlanken, minimalistischen Aluskelett. In Kopenhagen hat das kleine Unternehmen einen zweiten Laden.

Stockmeyerstraße 43, Halle 4K (Oberhafenquartier); xyzcargo.com

Le Vélo

Bei Le Vélo gibt es komplett generalüberholte Retrobikes. Wert legt Inhaber Senad Sarac insbesondere darauf, an den Oldtimern so wenig Teile wie möglich auszutauschen – sonst wären es ja keine Oldtimer mehr. Das ladeneigene Coffee Bike, das man zum Beispiel für Hochzeiten mieten kann, wartet mit frisch gebrühtem Kaffee.

Große Bleichen 31 (Neustadt); levelo-bikes.de

Suicycle

Bei den zwei Meistern und mehreren Angestellten sind reparaturbedürftige Bikes in guten Händen. Es werden auch Fahrräder nach Wunsch individuell aufgebaut und Workshops angeboten. Auf der Seite findet sich eine beeindruckend lange Fotogalerie aller als Unikat aufgebauten Fahrräder. Es gibt ein umfangreiches Ersatzteillager, das auch über den eigenen Onlineshop einsehbar ist. Der Laden ist mittlerweile so kultig, dass sie auch eigenen Merch verkaufen. 

Wohlwillstraße 12 (St. Pauli); suicycle-store.com

Fahrradzentrum Hoheluft

Das Fahrradzentrum in der Gärtnerstraße beinhaltet gleich 3 Fahrradläden: Der Name Brompton steht für kompakte Falträder, die Filiale im Center ist die größte Norddeutschlands.Gazelle, eine der beliebtesten und tradtionsreichsten Hollandradmarken, ist ebenfalls dort vertreten, der offizielle Store umfasst auch eine Serviceabteilung und Werkstatt.

Gärtnerstr. 18e (Hoheluft-West); fahrradzentrum-hoheluft.com


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Hamburg mit dem Rad: 10 Ausflugsziele

Hamburg und das Fahrrad, das wächst immer mehr zusammen und jetzt in den Sommerferien ist Zeit für einen Ausflug mit dem Drahtesel. Hier kommen zehn Orte, die das perfekte Ziel sind für einen Ausflug mit dem Rad

Text: Felix Willeke

Klövensteen

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Mitten im Klövensteen liegt das wunderschön verwunschene Schnaakenmoor (Foto: Hedda Bültmann)

Nur eine knappe Stunde dauert es aus der Innenstadt raus bis in den Klövensteen. Kürzer geht es mit der S-Bahn nach Rissen, wo man gemütlich das Rad mitnehmen kann. Rissen ist der westlichste Hamburger Stadtteil direkt an der Grenze zu Schleswig-Holstein. Und direkt auf dieser Grenze liegt der Klövensteen. Über 513 Hektar erstreckt sich das Waldgebiet bis ins benachbarte Bundesland. Ein Mischwald, wie er im Buche steht. Wer hier entlang radelt, sieht neben Moos auch viel Sand – aufpassen mit dünnen Reifen. Dazu kommen kleine, dicht bewachsene Pfade, die sich durchs Gehölz schlängeln und die auch häufig besser zum Spazieren als zum Radeln geeignet sind. Aber auch die Schnellen kommen im Klövensteen auf ihre Kosten. Kaum befahrene und gut geteerte Forststraßen bieten sich perfekt fürs Rennradtraining an.

Für die besonders Naturinteressierten gibt es im Südwesten des Klövensteen einen kleinen Geheimtipp: das Schnaakenmoor. Hier treffen Binnendünen auf Feuchtwiesen und Heidegräser, Kanäle ziehen sich durch das Hochmoor und in den unterschiedlichen Gräsern und Pflanzen hocken der Moorfrosch, die Kreuzkröte und die Sumpfschrecke. Ein rund 100 Hektar großes Naturschutzgebiet, bei dem besonders Radler:innen Rücksicht auf die Natur nehmen sollten. Dann lässt sich auch bei einer Pause auf der Picknickdecke gut durchatmen und den Rest der Welt vergessen.

Mit dem Rad durch die Stadt

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Die Veloroute 4 führt über die Fahrradstraße an der Außenalster(Foto: Mediaserver Hamburg/Doublevision/K. Beck)

Hamburg will Fahrradstadt werden und dafür passiert einiges. Die Stadt bemüht sich, das Radeln in der Stadt einfacher, sicherer und angenehmer zu machen. Und natürlich wollen im Sommer viele mit dem Rad in die Stadt, ins Restaurant oder zum Date fahren. Am besten und schnellsten geht das, wenn man dafür Wege nutzt, auf denen das Rad bevorzugt wird. Genau dafür hat die Stadt Fahrradstraßen eingerichtet. So soll man in Zukunft zum Beispiel die komplette Außenalster auf breiten Wegen schnell umrunden können. Hinzu kommen etliche weitere Fahrradstraßen, die abseits der Hauptverkehrsachsen ein Vorankommen auf zwei Rädern erleichtern, so zum Beispiel auf dem Horner Weg, mit 1,4 Kilometern aktuell Hamburgs zweitlängste Fahrradstraße.

Der Horner Weg ist dabei nicht nur Fahrradstraße, sondern auch Teil der Veloroute 8 von der Innenstadt nach Bergedorf. Die Velorouten sollen Pendler:innen mit dem Rad den Weg in die Stadt erleichtern, sie sind aber auch perfekt für Ausflüge. Insgesamt hat Hamburg 14 Velorouten, von denen viele schon befahrbar sind und einige, an denen auch noch fleißig gebaut wird. Also, egal ob ein Essen in Rahlstedt, ein Date in Heimfeld oder der Weg aus Sasel in die Stadt, im Sommer ist maximal schlechtes Wetter eine Ausrede, um das Rad nicht zu nutzen.

Friedhof Ohlsdorf

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Auf dem Friedhof Ohlsdorf herrscht immer eine besondere Atmosphäre. Für Radler:innen gilt: Bitte die Totenruhe beachten (Foto: Hamburger Friedhöfe – AöR)

Der Ohlsdorfer Friedhof kann ruhig mal ein bisschen angeben: Er ist nicht nur beliebte letzte Ruhestätte der Hamburger Prominenz und Hamburgs größte Grünanlage, sondern mit rund 390 Hektar Fläche auch der größte Parkfriedhof der Welt. Früher nutzten viele Pendler:innen den Friedhof jedoch als Abkürzung zwischen Ohlsdorf und Bramfeld, das ist heute anders. Seit ein paar Jahren machen Schranken den Friedhof ruhiger und verkehrsärmer. Für Radler:innen sind die Straßen aber immer noch ein ideal, um den neuen Drahtesel zu testen und schneller in den Osten der Stadt zu kommen.

Wenn man jedoch mehr Zeit hat, ist der Friedhof die perfekte Grünfläche zum Durchatmen. Geschichtsexpert:innen können die vielen historischen Gräber und Mausoleen bestaunen, Hobbybotaniker sich der Rhododendren erfreuen und kleine Entdecker:innen den Naturlehrpfad erforschen. Kerzengerade Alleen und verschlungene Pfade führen vorbei an Blumengärten, Waldstücken, Tümpeln und Seen. Ein besonders Highlight ist der Garten der Frauen. Hier wurde den berühmten Hamburger Frauen wie Domenica Niehoff ein Gedenkort gewidmet und auf den gusseisernen Platten lässt sich noch viel über das weibliche Hamburg lernen.

Die Wandse

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Viel Grün und ein Paradies zum Radfahren: der Höltigbaum kurz hinter der Wandse-Quelle (Foto: Felix Willeke)

Fast jeder weiß: Hamburg hat mehr Brücken als Venedig, Amsterdam und London zusammen. An den dazugehörigen kleinen Flüssen gibt es außerdem häufig schöne Radwege. Hier fühlt man sich nicht wie in der Stadt, sondern hat den Eindruck, mitten durch die Natur zu radeln. Ein Beispiel dafür ist die Wandse. Der rund 20 Kilometer lange Fluss entspringt bei Siek in Schleswig-Holstein und schlängelt sich auf seinem Weg bis zur Mündung entlang einiger Highlights. Erster Halt ist das Naturschutzgebiet Höltigbaum, ein ehemaliger Militärübungsplatz, der heute nicht nur eine große Vielfalt an Fauna und Flora beherbergt, sondern auch flauschige Galloway- und Highland-Rinder.

Hamburg begrüßt die Wandse in Rahlstedt mit viel Grün. Hier verschwindet sie zwar kurz auch unterm Einkaufszentrum, taucht aber sogleich wieder auf und spätestens ab dem Liliencronteich kann man an ihr entlang radeln. Durch den Botanischen Sondergarten Wandsbek und den Eichtalpark geht es dann bis zur S-Bahn-Station Friedrichsberg. Hier, im Eilbek Park, wird die Wandse zum Eilbekkanal und fließt durch den Kuhmühlenteich schließlich in die Außenalster. Insgesamt ist die Tour 25 Kilometer lang und die letzten 15 Kilometer ziehen sich wie ein grüner Streifen durch Hamburg. 

Boberger Dünen

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Sand in der Stadt: die Boberger Dünen (Foto: Marco Arellano Gomes)

Schon lange kein Geheimtipp mehr, aber bei vielen noch immer nicht auf dem Radar: die Boberger Dünen. Das Naturschutzgebiet Boberger Niederung im Hamburger Südosten ist weitläufig, sehenswert und an Wochenenden durchaus ein beliebtes Zeil. Mit dem Rad fährt man einfach die Veloroute 8 entlang, biegt Höhe Mümmelmannsberg rechts ab und schon ist man mitten im Grünen. Die Boberger Dünen sind 350 Hektar groß und von vielen kleinen Wegen durchzogen, aber Obacht! Es heißt nicht umsonst Boberger Dünen, denn eine Dünenlandschaft gibt es hier tatsächlich noch – wenn auch längst nicht in dem Ausmaß einstiger Zeiten.

Einige Wege sind deswegen durchaus sandig und schwer zu befahren. Doch auch schieben lohnt sich. Wer den Sand an den Füßen entlang rinnen spürt, bei dem stellt sich schnell eine Prise Strand-Feeling ein. Jetzt einfach das Rad abstellen und rücklings in den Sand fallen lassen, den mitgebrachten Apfelsaft aus dem Rucksack ziehen und die Sonne genießen. Neben Sand, Natur und Dünen gibt es im Naturschutzgebiet auch einen See. Die Badestelle ist am nordöstlichen Ufer. Wer die Badeklamotte vergessen hat, kann den See aber auch umrunden und dabei den Anblick des funkelnden Wassers genießen. Auch darüber hinaus gibt es hier viel zu entdecken – auch ein Blick gen Himmel kann sich lohnen.

Vier- und Marschlande

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Entlang der Vier- und Marschlande fließt die Dove Elbe und lädt bei einer Pause zum Sonnenbaden oder Sprung ins Wasser ein (Foto: Mediaserver Hamburg)

Über 10.000 Hektar groß und zwölf Stadtteile – was andernorts eine ganze Stadt ist, ist in in Hamburg die größte landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die Vier- und Marschlande liegen im Südosten der Stadt und sind im Sommer nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch die wohl größte Trainingsstrecke für Hamburgs Rennrad-Community. Mit Start in der HafenCity fahren die meisten über die Elbinsel Entenwerder und den Kaltehofe-Hauptdeich bis zur Tatenberger Schleuse, dem Tor zu den Vier- und Marschlanden. Hier trennen sich dann aber auch die Wege von Rennradfahrer:innen und Hobby-Bikern.

Für die Ambitionierten geht es am Deich entlang in Richtung Oortkatensee oder sogar bis zur Grenze nach Schleswig-Holstein kurz vor Geesthacht. Unterdessen fahren die Gemütlichen mit dem Rad nach der Schleuse links in Richtung des Marschbahndamm. Dieser rund 30 Kilometer lange und nahezu komplett autofreie Weg war früher die Hamburger Marschbahn. Eine Kleinbahn, die 1921 eröffnet wurde und während der Nazizeit als Transportverbindung für Waren und Häftlinge des KZ Neuengamme diente – dessen Gedenkstätte immer einen Besuch wert ist. Heute sind die Gleisanlagen längst abgebaut und der Marschbahndamm ist einer der schönsten Radwege der Stadt. 

Die Elbe runter

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Das Falkensteiner Ufer ist perfekt für eine Pause und nur wenige Kilometer weiter in Wedel locken leckere Fischbrötchen (Foto: Felix Willeke)

Doch nicht nur in Richtung gibt es rund um die Elbe viel zu entdecken: Vom Fischmarkt aus Richtung Westen kann man zum Großteil direkt an der Elbe entlang radeln. Wasser, Sonne und Ausblick! Über den Altonaer Balkon und vorbei an der Strandperle geht es bis nach Teufelsbrück. Zwischen Övelgönne und dem Alten Schweden ist jedoch Schieben angesagt, außer man weicht auf die Elbchaussee aus. Nach sechs Kilometern erreicht man dann Teufelsbrück. Hier hat man die Wahl: Entweder noch rund zehn Kilometer weiterfahren über Blankenese, das wunderschöne Falkensteiner Ufer bis Wedel in Schleswig-Holstein. Oder auf die südliche Elbseite übersetzen.

Einfach in Teufelsbrück auf die Fähre, eine Station fahren und direkt hinter Finkenwerder und dem Airbus-Gelände eröffnet sich mit dem Alten Land ein riesiges Gebiet, in dem es sich wunderbar radeln lässt. Besonders schön ist es im Alten Land zur Apfelblüte im Frühling oder zu Ernte im Herbst. Wer im Norden bleibt, legt vom Fischmarkt bis Wedel rund 20 Kilometer zurück. Zur Belohnung gibt es am Willkomm-Höft – der Schiffsbegrüßungsanlage in Wedel – ein Fischbrötchen oder man läutet im Strandbad Wedel die Afterhour ein. Zum Glück ist man mit der S-Bahn ab Wedel auch schnell und ohne Anstrengung wieder in der Stadt.

Loop Wilhelmsburg

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Auf dem Loop in Wilhelmsburg kommt man einmal durch den ganzen Stadtteil (Foto: Bezirk Hamburg-Mitte)

Los geht es an den Landungsbrücken: Ab in den Aufzug des Alten Elbtunnels und einmal unter der Elbe hindurch. Auf der anderen Seite radelt man vorbei an Blohm+Voss, über die Argentinienbrücke und entlang der Klütjenfelder Straße nach Wilhelmsburg. Hier erreicht man nach wenigen Metern den Loop. Die fast zehn Kilometer lange Strecke ist dank guter Beschilderung und ebenem Belag sehr angenehm zu fahren, außerdem erreicht man sowohl die imposanten Industrieanlagen wie auch das Dockville-Gelände bestens.

Nach einer Pause im Wilhelmsburger Inselpark kann man entlang der Velororute 11 entweder noch weiter bis nach Harburg fahren oder sich von der S-Bahn ab Wilhelmsburg bequem zurück auf die andere Seite der Elbe bringen lassen. Wer noch einen Blick über die Stadt werfen will, für den geht es weiter zum Energieberg Georgswerder. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick über den Hafen, die Elbphilharmonie bis zum Michel. Zurück nach Hamburg geht es dann über die Veddel und die Elbbrücken.

Die Alster bis nach Schleswig-Holstein

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Links die Alster und rundherum Grün: das Alstertal (Foto: Felix Willeke)

Hamburg kann Wasser, das dürfte mittlerweile allen klar sein. Der berühmteste Fluss neben der Elbe ist die Alster. Sie ist nicht nur die blaue Mitte der Stadt, sondern fließt auch über 20 Kilometer durch Hamburg. Dabei ist fast der gesamte Verlauf von Rad- und Wanderwegen gesäumt. Startet man in der Nähe von Dammtorbahnhof und Kennedybrücke, geht es entlang der Außenalster bis zum südlichen Ende des Alsterlaufs. Diesem folgt man über den Hayns Park, wo die Tarpenbek in die Alster mündet bis nach Ohlsdorf. Vorbei an der Fuhlsbütteler Schleuse beginnt hier der Teil des Alsterlaufs, der auch als Alstertal bezeichnet wird.

Durch eher wohlhabende Teile der Stadt führt der Weg durch pures Grün, vorbei an großen Gärten und riesigen Villen. Hat man die Burg Henneberg links liegen gelassen, geht es vorbei an der Alten Mühle Bergstedt – wunderschön gelegen und perfekt für eine kleine Pause – ins Rodenbeker Quellental. Kurz vor der Stadtgrenze werden die Wege dann auch ein bisschen anspruchsvoller für das Rad. Aber eh man sich versieht, ist man schon in Duvenstedt, direkt an der Grenze zu Schleswig-Holstein. Und wer nach fast 30 Kilometern noch nicht genug hat, kann hier dem Fluss noch weiter bis zur Quelle in Henstedt-Ulzburg folgen, Wander- oder Radwege gibt es aber außerhalb der Stadt am Fluss nur noch wenige.

Der 2. Grüne Ring

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Der 2. Grüne Ring führt auch durch den Altonaer Volkspark (Foto: Thomas Krenz)

Jetzt wird’s richtig sportlich. Waren die Strecken bisher nicht länger als 30 Kilometer in eine Richtung, verdreifacht der Grüne Ring dies glatt. Über 100 Kilometer zieht sich der 2. Grüne Ring durch und um Hamburg – ein grünes Band und ein Paradies für Wanderlustige und Radler:innen. Von den 100 Kilometern verlaufen 60 nördlich und 40 Kilometer südlich der Elbe. Im Norden beginnt die Route an der Elbe bei Teufelsbrück und verbindet zunächst die großen Park- und Grünanlagen bis zum Altonaer Volkspark und seinem berühmten Dahliengarten. Weiter geht es durch das Niendorfer Gehege, die Kleingärten in Groß Borstel und den Friedhof Ohlsdorf.

Direkt dahinter führt der Weg durch den Osten der Stadt. Nach der ehemaligen Trabrennbahn Farmsen geht es durch den Jenfelder Moorpark und den Öjendorfer Park bis in die Boberger Dünen. Nach einem Abstecher in die Vier- und Marschlande führt der Grüne Ring über die Elbbrücken in den Süden der Stadt. Fährt man nun durch den Wilhelmsburger Inselpark, ist nach einiger Zeit die Süderelbe erreicht. In Harburg angekommen führt der Grüne Ring am Neuländer See vorbei durch den Harburger Stadtpark und das Göhlbachtal an den Rand der Harburger Berge, in denen sich besonders gerne die Mountainbiker:innen austoben. Angekommen in der Süderelbmarsch, die Hafenanlagen in der Ferne im Blick, geht es durch die Obstanbaugebiete in Francop weiter bis nach Finkenwerder. Hier geht es dann mit mit dem Rad auf die Fähre zurück auf die Nordseite der Elbe zum Ausgangspunkt nach Teufelsbrück.

Hilfe, wo bin ich?!

Um sich bei der nächsten Radtour besser orientieren zu können, setzen viele Hobbyradler:innen auf GoogleMaps. Dabei gibt es für die Tour auf zwei Rädern deutlich bessere und zum Teil auch kostenlose alternativen. Zwei Beispiele sind die Apps von Bike Citizens (zum Teil kostenpflichtig)und komoot (ideal auch für Spaziergänger:innen und in der Pro-version kostenpflichtig). Bei Letzterer gibt es viele dieser Routen und mehr zum nachfahren: Einfach bei komoot.de anmelden, unter „Freunde finden“ nach der Stadt Hamburg suchen, folgen und die Strecken selbst entdecken.


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20. Hamburger Comedy Pokal – verschoben

Die Bedingungen sind hart, die Zuschauer treu und die Trophäe ist aus Frottee. 2022 feiert der Hamburger Comedy Pokal 20-jähriges Jubiläum – auch wenn es verschoben werden muss. Initiator und Comedian Sebastian Schnoy im Gespräch über die Bedeutung, den Heimvorteil und die gesündeste Droge

Interview: Dagmar Ellen Fischer

 

2022 heißt es beim Hamburger Comedy Pokal anstatt „hingehen – lachen – Sieger machen“ – Corona sei Dank – schon wieder: „stoppen – schieben – später lachen“. Wie schon im letzten Jahr, muss der Pokal seinen Wettbewerb vom traditionellen Januar-Termin in den Sommer schieben. Grund ist die aktuelle Infektionslage.

Doch Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Der 20. Hamburger Comedy Pokal soll trotzdem im altbekannten Format – mit elf Spielstätten in ganz Hamburg und dem großen Finale im Schmidts Tivoli – vom 8. bis 11. Juli 2022 stattfinden. Ob alle nominierten Comedians dann auch mit dabei sind, steht aktuell noch nicht fest.

Wer aber sicher mit dabei ist, ist Sebastian Schnoy, Initiator des Pokals und Moderator der Shows im Schmidts Tivoli.

 

Jeden Abend gewinnen

 

SZENE HAMBURG: Sebastian Schnoy, warum gilt der Comedy Pokal als der härteste Kleinkunstwettbewerb?

Sebastian Schnoy: Weil er sich über vier Tage erstreckt, die Teilnehmenden müssen jeden Abend gewinnen. Man muss also dreimal gewinnen, bis man einen Pokal in der Hand hält. Schon am ersten Abend, wenn zehn gegen zehn in zehn Hamburger Kulturzentren auftreten, fliegen zehn raus, im Halbfinale scheiden weitere fünf aus. Aber auf diese 15 wartet die Second Chance Show am Sonntagabend im Schmidts Tivoli, vielleicht die aufregendste Show des Pokals. Wer es hier ganz nach vorne schafft, kommt doch noch ins Finale. Eine besondere Magie: Es hat sich die letzten Jahre gezeigt, wer am Anfang rausfliegt und in der Second Chance Show gewinnt, der schafft es im Finale meist unter die ersten drei oder gewinnt sogar noch den Pokal, was für eine Nervenanspannung!

 

Deutschlands größter Comedy-Wettbewerb

 

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Der Hamburger Comedy Pokal feiert 2022 sein 20. Jubiläum – im Sommer (Foto: Hamburger Comedy Pokal)

Was hat Sie vor zwanzig Jahren bewogen, den Comedy Pokal ins Leben zu rufen?

Am Anfang hatte ich eine ganz persönliche Motivation. Im Januar verbreitet sich oft Katerstimmung. Weihnachten, Silvester, die Leute haben viel gefeiert, waren oft aus, und nun ist man vernünftig und geht lieber joggen. Für mich hieß das immer, dass ich im Januar nur wenige Auftritte hatte. Also dachte ich mir: Ein großes wiederkehrendes Event wäre doch eine gute Strategie, den Januar aufzuwerten. Im Juli 2022 werde ich mit 52 Jahren den Hamburger Comedy Pokal moderieren, den ersten moderierte ich mit 32. Es ist erstaunlich, welche Bedeutung er gewonnen hat.

Der Pokal ist eine Veranstaltung von zehn Hamburger Kulturzentren in den Stadteilen von Barmbek bis Bergedorf. Gemeinsam machen sie Deutschlands größten Comedy-Wettbewerb, zu dem Leute von den größten deutschen Comedy-Agenturen anreisen, um zu gucken, welche neuen Sterne am Comedy-Himmel aufgehen. Was mir besonders wichtig ist: Die Hauptarbeit leisten Petra Niemeyer und Peter Rautenberg. Seit einigen Jahren ist ihr Verein Hamburger Comedy Pokal e.V., auch Veranstalter des Wettbewerbs.

Auch 2022 muss der Pokal wieder in den Sommer verlegt werden, nimmt das etwas von der Magie?

Wenn die Magie darin besteht, im Schneeregen nach Hause zu gehen, dann ja. Da der Pokal auch im Juli indoor stattfindet und auf genau denselben Bühnen, bleibt es wie im Winter. Ich freu mich drauf! Nach dem letzten Bier wird die Sonne über St. Pauli schon aufgegangen sein, das ist doch auch schön.

 

„Es geht allein um Witzigkeit“

 

Wie viele Pokal-Anwärter bewerben sich jedes Jahr?

Mehrere hundert.

Und welche Kriterien müssen die Bewerber erfüllen: Soll ein breites Spektrum gezeigt werden oder gilt nur Witzigkeit?

Es geht allein um Witzigkeit: Werden die Leute zum Lachen gebracht? Allerdings können Originalität, abgründige Themen, der eigene, möglichst besondere Blickwinkel auf die Welt, alles, was einen von anderen unterscheidet, entscheidend sein, um den Pokal einzusacken. Es gibt reichlich Stammpublikum beim Pokal, das schon viel Comedy gesehen hat. Eine Imitation der Stimmen von Grönemeyer oder Udo Lindenberg, Stand-up über Ikea, Männer und Frauen können beim Publikum Gähnen auslösen. Die Betonung liegt auf kann, denn es gibt kein Thema, das schon durch ist. Es geht nur um gute Gags. Es ist also möglich, dass im Januar jemand erfolgreich ist mit einer Nummer, wie Grönemeyer und Lindenberg bei Ikea aufeinandertreffen und mit ihren Frauen in Streit geraten.

Wer wählt die 20 Kandidaten aus?

Das macht eine Jury aus zehn Leuten, die die zehn Kulturzentren leiten, in denen die Hauptrunde stattfindet. Sie schauen sich in einer endlosen Sitzung Youtube-Bewerbungen, DVDs und früher auch VHS- Kassetten an.

 

Den Heimvorteil gibt es

 

2022 sind auch wieder Bewerber aus Hamburg dabei, gibt es so etwas wie einen Heimvorteil?

Für den Publikumspreis auf jeden Fall, wenn man es schafft, zweihundert Freunde ins Tivoli zu setzen. Das Publikum freut sich immer, wenn ein Hamburger Gesicht auftaucht, es freut sich aber auch, wenn Comedians ihr Set mit dem Satz „Ich komme aus Südtirol …“ beginnen. Schön als Hamburger ist natürlich, dass man breitesten Slang reden kann und alle einen verstehen.

Chris Tall, Sascha Grammel und Cindy aus Marzahn gehörten vor Jahren zu den Teilnehmenden, bekamen sie hier den entscheidenden Karriereschub?

Die drei wären auch ohne Comedy Pokal ihren Weg gegangen, allerdings haben sie beim Pokal etwas Wichtiges gezeigt: Dass ihr Programm auch auf einer längeren Strecke funktioniert, sie müssen echte Menschen fast eine Stunde vom Hocker reißen, Jung und Alt, Publikum aus reicheren und auch ärmeren Stadtteilen. Das ist etwas, was Youtube-Stars oder künstliche Agentur-Comedians, die in Kölner Labors fürs Fernsehen gezüchtet werden, oft nicht können.

 

„Ich bin Comedian, der sich mit politischen Themen beschäftigt“

 

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Seit 20 Jahren moderiert Sebastian Schnoy beim Hamburger Comedy Pokal (Foto: Franca Wrage)

Sie selbst machen intelligentes, politisches Kabarett, fehlt Ihnen dieser Aspekt nicht hin und wieder bei den Kandidaten und deren Beiträgen?

Danke, danke. In meinem Herzen bin ich ein Comedian, der sich mit politischen Themen beschäftigt. Ich mache keinen Unterschied zwischen Kabarett und Comedy. Üblicherweise sagt man, Comedians machen einfach nur Gags, und im Kabarett geht es darum, mit Humor auf Missstände hinzuweisen. Natürlich haben auch Comedians eine Haltung, es gehört zur Comedy-Tradition, dem Publikum zu sagen, wer man ist und woher man kommt. Auf Comedy-Bühnen geht es viel diverser zu als im Kabarett. Ehemalige Flüchtlinge machen erfolgreich Comedy, mit Wurzeln in den unterschiedlichsten Ländern.

Mit Osan Yaran gewann ein Mann den Pokal, der zuvor bei Lidl an der Kasse gearbeitet hat. Kabarettisten sind meist alte, weiße Männer, in Bayern sogar alte, dicke, weiße Männer. Sie schwa- dronieren über den Mindestlohn und das harte Leben der Pflegekräfte und fahren selbst immer 1. Klasse Bahn mit der Jahreskarte und sammeln heimlich Immobilien. Darüber hört man in ihren Nummern aber nichts. Da sind mir Comedians lieber, da sie – Achtung überstrapaziertes Wort – authentisch sind. Ich selber spiele meine Soloprogramme immer in Alma Hoppes Lustspielhaus in Hamburg, eine Bühne, auf der ich mich sehr zu Hause fühle.

 

„Es gibt noch viele unentdeckte Komikerinnen“

 

Sie sind Kabarettist, Autor von „Spiegel“-Bestsellern, Moderator, Redner – was fordert Sie am meisten?

Der Kick auf der Bühne, die unmittelbare Reaktion des Publikums sind die beste und gesündeste Droge, die es gibt. Nach einem Auftritt ist man immer total aufgedreht und fühlt sich großartig und ist deshalb übrigens auch einen gewissen Zeitraum vermindert schuldfähig. Wenn man also vom Hoteldach auf die Reeperbahn pinkelt, einen Fernseher aus dem Fenster schmeißt oder Ähnliches, und es stellt sich vor Gericht heraus, dass man kurz zuvor noch auf der Bühne bejubelt wurde, ist das hilfreich. Bücher schreiben ist das genaue Gegenteil, ich bin ganz allein mit meinen Texten. Bücher sind immer Mammutprojekte. In der heißen Phase bringe ich meine Kinder, um 20 Uhr ins Bett, schlafe dann bis 22 Uhr und mache eine Nachtschicht bis der Wecker klingelt und ich die Kinder wieder anziehe, bizarr.

2022 gehen sieben Frauen ins Rennen um den Comedy Pokal, ungewöhnlich viele. Dennoch sind Männer im Genre Comedy klar in der Überzahl, woher kommt das?

Ich denke, es gibt noch viele unentdeckte Komikerinnen, die sich vielleicht nicht trauen, es auf der Bühne zu probieren. Deshalb hier ein Aufruf: Wenn ihr eine Frau kennt, die immer wieder ihr Umfeld zum Lachen bringt, ermutigt sie, es auf der Bühne zu probieren. Wir vom Pokal beraten gerne, meldet euch. Und wer gut ist, setzt sich auf jeden Fall durch. Ich bin zum Beispiel Fan von Annalena Baerbock. Allein die Vorstellung, dass Deutschland den Russen drohen könnte, finde ich einen grandiosen Gag. Müssen wir nur noch einen Tornado finden, der auch fliegt.

Hamburger Comedy Pokal, 8. bis 11. Juli 2022; hamburgercomedypokal.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2022. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Zukunftsmusik: Der Sound der Hamburger Musikerin Sherly

Die Hamburger Sängerin Sherly sprach mit SZENE HAMBURG über ihren Sound, Stil und den Weg dorthin.

Text & Interview: Kevin Goonewardena

 

Mehr als ein Jahrzehnt hält die Renaissance des Neunziger R ‘n B nun schon an. Weiterentwickelt von Künstler:innen wie dem kanadischen Superstar The Weekend, FKA Twigs oder Frank Ocean als Future R ‘n B etikettiert, wird die melodiöse, verkitschte, oft chauvinistisch-sexuell aufgeladene, von nicht Wenigen heutzutage als trashig empfundene Musik von damals in eine progressive Variante zwischen Club, Pop und Vernissage verwandelt. Bei Fans und dem Feuilleton kommt das gleichermaßen an. Die Hamburger Musikerin Sheryl Verbindet verschieden Genre in ihrem Sound.

 

SZENE HAMBURG: Ein Blick auf deinen Instagram Account zeigt sofort: Hier hat man es mit jemandem mit einem urbanen, aber sehr eigenen Stil zu tun. Ein Stil der neugierig macht.

Sherly: Mittlerweile greift alles ineinander: die Musik, meine Leidenschaft für das Tanzen, die visuelle Erscheinung. Das war natürlich ein langer Weg dahin und der Prozess dauert nicht nur an, er wird ja auch nie abgeschlossen sein.

Vor allem deine Outfits stechen heraus. 

Ich habe das Glück dass mir eine befreundete Designerin (@lenavoutta, Anmerk. des Verfassers) viele Sachen auf den Leib schneidert. Einzelstücke, die ich dann tragen darf.

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Dein Sound ist sehr elektronisch. Allerdings nicht in der Art, dass du auf eine elektronisch Melodie etwas souliges singen würdest, sondern streckenweise sehr experimentell, brüchig. Wie hat sich dieser über die Jahre entwickelt und wo hast du musikalisch begonnen?

Wenn ich ganz weit zurückgehe, dann habe ich schon früh angefangen zu singen, bin als Schülerin auf Hochzeiten und Galas in allen erdenklichen Kombinationen aufgetreten: Solo, als Teil eines Duos, mit Band. Ich habe Coversongs gesungen, eigene hatte ich da noch nicht. Hauptsache es war soulig.

Wann hast du angefangen an eigenen Stücken zu arbeiten ?

Ich hatte schon länger selbstgeschriebene Texte in der Schublade, aber es war am Anfang schwer für mich für die Songs die richtige Instrumentierung, die richtigen Leute zu finden. Ein Kumpel hat mir dann den Popkurs an der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) empfohlen, der wichtig für das Networken war. Das war praktisch der Start für meine eigene Musik, denn dort habe ich die richtigen Leute gefunden. 2015 habe ich das erste Konzert mit eigener Musik gegeben.

Der Sound dürfte damals noch ein anderer gewesen sein. Wie hörte sich deine Musik anfangs an?

Anfangs klang ich noch viel weniger elektronisch, mein Sound war organischer. Es gab Gitarren und viel echte Drums. Damals lag der Fokus meiner Musik noch sehr auf Melodie und Text. Ich mag das auch immer noch, aber irgendwann hatte ich das Bedürfnis, was anderes zu machen. Ich wollte auch, dass es auf den Konzerten abgeht.

Gab es einen Anstoß, vielleicht einen Moment durch den langsam der Weiterentwicklungsprozess in Gang gesetzt wurde?

Das Tanzen war ein großer Einfluss für mich, auch für die Weiterentwicklung meines Sounds. Ich komme aus der rhythmischen Sportgymnastik, habe Wettkämpfe bestritten und mich dann irgendwann HipHop, Dancehall und anderen Tanzstilen zugewandt, weil man rhythmische Sportgymnastik irgendwann nicht mehr machen kann – das ist eigentlich ein Sport für Kinder und Jugendliche. Über die jeweiligen Tänze habe ich mich auch der entsprechenden Musik zugewandt und mich mehr damit beschäftigt.

Und musikalisch?

Kaytranada war ein großer Einfluss, denn er hat es geschafft schöne Melodien mit tanzbaren Beats zu vereinen. Ich finde, oft hat in moderner Musik die Stimme kaum Platz und wenn doch, dann sind die Songs sehr poppig. Bei ihm ist das anders. Auch NAO und Kelela finde ich gut, fresher Sound, kein klassischer R ‘n B wie früher.

Was möchtest du durch deine Musik transportieren, was möchtest du weitergeben?

Musikalisch versuche ich aus meinen Einflüssen von früher und heute etwas Neues zu kreieren, das auch gleichzeitig mich abbildet und dabei die neuen, technischen Möglichkeiten zu nutzen, die wir haben.

Und thematisch? Gibt es so etwas wie eine Message?

Es gibt keine explizite Message, ich möchte weder die Künstlerin sein, die sich ständig zu allem äußert, noch die, die wichtige Themen unserer Zeit nicht behandelt. Es gibt immer wieder Stücke, die ernste, aktuelle Themen behandeln, wenn diese mich bewegen und ich was dazu sagen möchte.

Beispielsweise „Faster, Better, Stronger“: In dem Lied geht es um den Selbstoptimierungswahn, dem viele heutzutage unterliegen. In einem anderen Song geht es darum, dass wir vieles geschehen lassen, obwohl wir sehen was passiert, da wir auch ein Stück weit überfordert sind mit der Welt in der wir leben und dem was passiert – mich eingeschlossen. Die Texte sind allgemein gehalten. Sie sollen eine Gültigkeit über das Hier und Jetzt hinaus besitzen und sich nicht auf etwas beziehen, was morgen vorbei und eventuell vergessen ist.

Was planst du für die Zukunft?

So viel wie möglich live spielen und natürlich neue Musik erarbeiten und veröffentlichen – ein Album ist allerdings nicht geplant. Ich mag es, wenn jeder Song für sich stehen kann. Auch hören die Leute heute eher einzelne Songs von Künstler:innen, anstatt ganze Alben.

Sherly ist am 13. August im Rahmen des Kultursommers im Künstlerhaus Faktor, Max-Brauer-Allee 229, 22769 Hamburg, bei der Serie “In The Mix” live zu erleben.


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