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Hamburg Umland: Echt schön

Wer heute in die Pfingstferien startet, entdeckt sie jetzt schon: Die schönsten Ziele im Hamburger Umland. Für alle anderen gibt es das 9-Euro-Ticket. Mit diesem kann man von 1. Juni bis 31. August 2022 in ganz Deutschland Regionalbahn und Nahverkehr nutzen, so viel man will. Also auf geht’s ins Hamburger Umland. Wir zeigen die zehn schönsten Ziele, die in zwei Stunden vom Hamburger Hauptbahnhof erreichbar sind

Text: Felix Willeke

Lüneburger Heide: Landschaft mit Schaf

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Die Heidschnucken sind typisch für die Lüneburger Heide (Foto: www.lueneburger-heide.de)

Die Lüneburger Heide kennen vermutlich die meisten, doch ihre Größe überblicken nur die wenigsten. Über 200 Quadratkilometer ist die Naturlandschaft groß und erstreckt sich dabei vom Hamburger Süden bis nach Celle. Wer sie komplett und möglichst naturnah erleben möchte, für den eignet sich der Heidschnuckenweg. Der Wanderweg erstreckt sich über 13 Etappen und 223 Kilometer von Hamburg bis nach Celle. Für diejenigen, die nur einzelnen Abschnitte laufen wollen empfehlen sich die ersten beiden Etappen über insgesamt 41 Kilometer. Mit Start in der Fischbeker Heide (S-Bahn bis Neugraben) geht es über Buchholz in der Nordheide bis nach Handeloh – hier empfiehlt sich eine Rast im „Der Schafstall“ im Büsenbachtal, nur eine Bahnstation vor Handeloh. 

Hin mit der S-Bahn und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Neugraben rund 30 Minuten und zurück von Handeloh rund eine Stunde

Lüneburg: Auf Salz gebaut

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Hier riecht es förmlich noch nach Hanse, am Stint in Lüneburg (Foto: Lüneburg Marketing GmbH)

Es war einmal ein Jäger, der erschoss eine Wildsau, in ihrem Fell entdeckte er Salzkristalle und so begann die Geschichte. Welche Geschichte? Die Geschichte der Stadt Lüneburg als Salzstadt in Norddeutschland. Das „weiße Gold“ verschaffte der Stadt Reichtum und durch die Mitgliedschaft in der Hanse profitierte sie umso mehr. Diesem Umstand verdankt Lüneburg auch seine Altstadt. Die Häuser rund um „Am Sande“ und das Rathaus zeugen von der ruhmreichen Zeit in der Hanse. Besonders vom naheliegenden Kalkberg lässt sich die Altstadt gut überblicken. Auch sonst gibt es in Lüneburg – angetrieben von einer lebhaften Studierendenszene – einiges zu sehen. Sei es per Kanu oder Kayak von der Ilmenau aus, zu Fuß auf den Spuren der Geschichte und bekannter Fernsehserien oder mit dem Rad auf dem Weg zum Schiffshebewerk Lüneburg-Scharnebeck.

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Lüneburg rund 40 Minuten

Lübeck: Die echte Hanse

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Der Malerwinkel: Einer der schönsten Orte in Lübeck (Foto: LTM/Olaf Malzahn)

Was hat die kleine Stadt an der Trave dem großen Nachbarn Hamburg voraus? Eine richtige Altstadt. Wurde Hamburg im Zweiten Weltkrieg großflächig zerstört und nur zum Teil wieder aufgebaut – ja, der Große Brand spielt hier auch eine Rolle –, sieht es in Lübeck noch aus wie im 13. und 14. Jahrhundert, zur Blütezeit der Hanse. Lübeck war damals als Hauptort der Hanse die wichtigste Handelsstadt in Nordeuropa. Die übrig gebliebenen Gebäude kann man auf der kleinen Insel in der Trave bis heute bewundern. Dazu gibt es bestes Marzipan und eine Brise Meeresluft von der Ostsee. 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Lübeck rund 45 Minuten

Das Alte Land: Der Apfel ruft

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Im Alten Land stehen noch viele traditionelle Höfe, die modernen Obstanbau betreiben (Foto: Andreas Garbrecht)

Im Frühjahr blüht es von Buxtehude bis Stade und im Herbst wird geerntet. Dazwischen lässt sich der Sommer im Alten Land genießen. Die weiten Apfelbaumreihen reichen hier bis zum Horizont. Dazwischen immer wieder kleine Höfe, die zum Einkehren und Übernachten einladen. Dazu gibt es das Ganze direkt vor der Haustür Hamburgs. Zwischen Buxtehude und Stade ist es fast egal, wo man aussteigt, oft sind es nur wenige Meter bis zu den ersten Apfelbäumen. Und wer ein bisschen mehr Zeit mitbringt, schwingt sich aufs Rad. Es gibt kaum eine bessere Variante, als das Alte Land auf zwei Rädern zu erfahren. So sind es vom S-Bahnhof Neukloster nur knappe 30 Minuten bis nach Jork, der heimlichen kleinen Hauptstadt des Alten Landes.

Hin und weg mit der S-Bahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Neukloster rund 45 Minuten

Bremen: gemütlich

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In Bremen gibt es viele schön kühle Gassen zu entdecken (Foto: Ingrid Krause/BTZ Bremer Touristik-Zentrale)

Warum Bremen? Ganz einfach: Weil es sich lohnt! Bremen ist zwar das kleinste Bundesland und wird häufig übersehen, allerdings völlig zu Unrecht. Von Hamburg aus eignet sich die Stadt an der Weser perfekt für einen Tagesausflug. Vom Bahnhof geht es durch die Parkanlagen am Wall schnurstracks an die Weserpromenade. Wer diesen Weg zwischen dem 13. und 17. Juli 2022 wählt, landet direkt im Trubel, denn dann ist Breminale, das fünftägige Open-Air-Kulturfestival am Osterdeich. Eben diesen Osterdeich geht es jetzt gen Süden. Nur ein paar hundert Meter flussaufwärts an der Weser entlang und man erreicht „Das Viertel“, Bremens wohl schönstes und ursprünglichstes Quartier. Hier lässt es sich bestens beim Kaffee entspannen oder durch die kühlen Gassen schlendern und wer dann noch einen Absacker braucht, lässt sich im „Wohnzimmer“ direkt um die Ecke in eines der gemütlichen Sofas fallen. 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Bremen rund 70 Minuten

Kiel: Die Unterschätzte

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Die Füße im Sand am Falckensteiner Strand in Kiel (Foto: Marketing/Jens Koenig)

Kiel, das ist Waschbeton und einmal im Jahr die Kieler Woche. Damit wären die Klischees abgehakt, kommen wir zur Wahrheit: Kiel ist eine Großstadt direkt am Meer und wirklich schön. Selbstverständlich ist die Kieler Woche (18. bis 26. Juni 2022) ein großes Highlight im Jahr, doch auch sonst gibt es viel zu erleben und zu sehen. Sei es ein Konzert in der Freilichtbühne Krusenkoppel oder die Fahrt mit der Hafenfähre an die Strände von Laboe und Friedrichsort – die Fährfahrt ist im 9-Euro-Ticket enthalten. Besonders empfehlenswert ist ein Spaziergang an der östlichen Fördeseite. Mit der Fähre geht es nach Mönkeberg, die Sonne im Gesicht und das Wasser im Blick führt der Weg bis nach Laboe. Auf den knapp zehn Kilometern lässt es sich auch bestens einkehren, wie im Strandrestaurant „Kiek ut“ und zum Schluss gibt es bei der Mobilen Fischräucherei in Laboe die wohl besten Fischbrötchen der Region. Aber Vorsicht, den Möwen schmecken sie auch! 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Kiel rund 75 Minuten

Brodtner Ufer: Meer sehen

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Vom Brodtner Ufer schaut man in die Weite der Lübecker Bucht (Foto: Felix Willeke) 

Lübeck-Travemünde und Timmendorfer Strand kennen vermutlich viele. Zwei Orte an der Ostsee, die in der Sommerzeit von Touristen überlaufen sind. Dazwischen liegt jedoch eine echte Ruheoase: das Brodtner Ufer. Natürlich sind hier, besonders am Wochenende, auch viele Menschen unterwegs. Wer aber die Steilküste erst mal erklommen hat, wird vom Blick entschädigt. Vor einem liegt die weiter der Lübecker Bucht. Bei gutem Wetter kann man problemlos Grömitz und den Hansa-Park im Westen und das Schlossgut Gross Schwansee im Osten sehen. Mit ein bisschen Glück lässt sich sogar die Fehmarnsundbrücke erahnen. Wer vom Bahnhof Timmendorf Strand startet, läuft bis zur Haltestelle in Travemünde Strand rund zwölf Kilometer. Auf der gesamten Strecke laden Cafés und Buden zur Pause ein. 

Hin und weg mit der Regionalbahn über Lübeck, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof rund 80 Minuten

Schwerin: Geschichte und Gegenwart

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Der Schweriner Schlossgarten ist eine wahre Oase (Foto: Volker Koehn/erlebnis-mv.de)

Die zweitgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern ist zugleich die Landeshauptstadt. In Schwerin sitzt der Landtag nämlich nicht irgendwo, sondern im „Neuschwanstein des Nordens“, dem Schweriner Schloss. Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert – in der heutigen Form existiert es seit 1857 und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es umfassend restauriert – ist das wohl bekannteste in Schwerin. Im Sommer finden hier direkt am See die Schlossfestspiele statt und nicht weit entfernt gibt es auf der Freilichtbühne im Schlossgarten Jahr für Jahr große Konzerte. Auch darüber hinaus zeigt Schwerin sich im Sommer von der besten Seite. Von Wasser umgeben lässt es sich herrlich durch Gassen schlendern und das Residenzensemble Schwerin bewundern, dass sich um den Status als UNESCO-Welterbe bewirbt. 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Schwerin rund 90 Minuten

Plöner See: Ein bisschen Kanada

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Fast wie in Kanada: der Plöner See (Foto: unsplash/Lisa Fecker)

Wasser kann der Norden und mit dem Schweriner See, Ratzeburger See oder Lütjensee gibt es auch im Inland viel kühles Nass. Aber wohl nirgendwo ist es so schön wie am Plöner See. Der sechstgrößte See Deutschlands liegt in der Mitte der Holsteinischen Schweiz und umgeben von Hügelland und Wald wird diese Region auch von einigen Klein-Kanada genannt. Das mag vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen sein, doch hat der Plöner See für jeden etwas zu bieten: Vom Paddeln, über Angeln, Segeln, Schwimmen und Tauchen ist hier fast alles möglich. Außerdem ist Plön einer der Spielstätten des Schleswig-Holstein Musik Festival. Wen es hingegen mehr in die Natur zieht, für den sind die Campingplätze rund um den See ein ideales Ziel. Oft kann man hier auch Boote mieten und damit auf Erkundungstour gehen. Wer sich dann in der Mitte des Sees in Richtung eines Waldstücks dreht und die Augen schließt hört nur das Wasser, den Wind und fühlt sich vielleicht sogar ein bisschen wie in Kanada. 

Hin und weg mit der Regionalbahn über Lübeck, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Plön rund 100 Minuten

Cuxhaven und Neuwerk: Watt? Nordsee!

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Ein einzigartiges Erlebnis: eine Wattwanderung zwischen Cuxhaven und Neuwerk (Foto: Mediaserver Hamburg/Ingo Boelter)

Auch wenn das kleine Cuxhaven ein eher industriell geprägter Ort ist, kann man hier bestens verweilen. Vom Bahnhof gelangt man direkt zum Hafen, von wo aus die Fähren unter anderem nach Helgoland ablegen. Nur ein paar Kilometer weiter steht die Kugelbarke. Sie markiert die Mündung der Elbe in die Nordsee und ist zugleich der Beginn des kilometerlangen Sandstrandes der Stadt. Über fast fünf Kilometer gibt es hier Sand, Strandkörbe und vor allem Watt. Cuxhaven ist einer der Orte, an dem die Gezeiten am besten zu beobachten sind. Wenn das Meer sich einmal am Tag zurückzieht, legt es eine riesige Fläche Watt frei. Für die Sportlichen ist dies die Gelegenheit eine richtig lange Wattwanderung zu machen. In drei bis dreieinhalb Stunden erreicht man von hier aus die Nordseeinsel Neuwerk, die zu Hamburg gehört – zurück geht es dann nur noch mit der Fähre. Bei dieser Wanderung empfiehlt es sich allerdings, sie geführt zu machen und auf die Erfahrung eines Guides zu vertrauen, denn das Meer kommt manchmal schnell als man denkt

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Cuxhaven rund 1:45 Stunden

Sylt: Für die mit mehr Zeit (und Geld)

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Ein Morgen im Sommer in Sylt: Die Ruhe genießen (Foto: unsplash/Michael Kleinjohann)

Welch Panik: Mit dem 9-Euro-Ticket kommen die Billigurlauber nach Sylt und machen die schöne Insel kaputt! So hieß es eine Zeit lang, doch was soll man auf Sylt kaputt machen? Einer Insel, auf der es wegen der hohen Preise kaum noch einheimisches Leben gibt, die mit Sandaufspülungen am Leben gehalten werden muss und bei der man für die Anreise mit der Bahn traditionell fast immer Verspätungen einrechnen muss… Aber trotzdem ist Sylt wunderschön. Sei es das Rote Kliff in der Abendsonne, die Surfer die vor Westerland über die Wellen flitzen oder der Ausblick von der Uwe-Düne an einem Sonnentag, Sylt hat auch außerhalb der teuren Orte wie Kampen oder Keitum echt viel zu bieten. 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Altona nach Sylt rund 3,5 Stunden

Das 9-Euro-Ticket

Das 9-Euro-Ticket ist ab dem 23. Mai 2022 in ganz Deutschland erhältlich. Für neun Euro pro Monat kann man damit vom 1. Juni bis 31. August 2022 den gesamten Nahverkehr sowie die Regionalbahnen nutzen. Ausgenommen sind Fernzüge und einige Privatbahnen. Erhältlich ist das 9-Euro-Ticket an allen Automaten und in der HVV-App. Menschen, die eine Monatskarte oder ein Semesterticket haben, brauchen sich jedoch nicht um das Ticket bemühen. So gelten beispielsweise Semestertickets automatisch als 9-Euro-Ticket und kosten in diesem Zeitraum auch nur 9 Euro pro Monat – der Differenzbetrag soll später erstattet werden. Damit steht einem Sommer im Hamburger Umland nichts mehr im Wege (außer Verspätungen natürlich).


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Die Wasserlichtkonzerte sind zurück

Aufgrund der Corona-Pandemie gab es sie seit 2019 nicht mehr, jetzt sind sie zurück: Die Wasserlichtkonzerte in Planten un Blomen

Text: Felix Willeke

In jedem Sommer gibt es die traditionellen Wasserlichtkonzerte in Planten un Blomen. In den letzten beiden Jahren mussten die farbenfrohen und klangvollen Konzerte Pandemie-bedingt ausfallen. Jetzt kehren sie zurück. Die Saison 2022 startet am 1. Mai mit dem Programm „Von Sibelius über Tschaikowski bis Rachmaninow“. Dazu kommen mit „Cinema“, „Scheherazade“, „L‘art de la danse“, „Tango“, „Karneval der Tiere“ und der Premiere von „Reverie und Bacchanal“ sechs weitere Programme bis zum 30. September. Während der Konzerte kommt die Musik vom Band, die Wasserlichtorgel wird live gespielt. Schon 1938 wurde die erste Wasserfontäne in Planten un Blomen installiert. Mit den Internationalen Gartenschauen 1953, 1963 und 1973 entwickelte sie sich zur Orgel in der heutigen Form. Nach einer umfangreichen Sanierung 2018 hat sie heute 566 LED-Scheinwerfer mit bis zu 32 Watt.

Das ganze Programm, inklusive aller Konzerte im Musikpavillon gibt es bei Planten un Blomen


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Hafengeburtstag im September

Wurde mit dem Hamburger Hafengeburtstag das größte Hafenfest der Welt im Januar noch abgesagt, steht der Ersatztermin nun fest: Der September 2022

Text: Felix Willeke

Der 833. Hamburger Hafengeburtstag findet vom 16. bis 18. September 2022 statt. Das größte Hafenfest der Welt findet seit 1977 in jedem Jahr statt. In den letzten beiden Jahren fiel es pandemie-bedingt aus. Das hat jetzt ein Ende. Wurde der traditioneller Termin Anfang Mai noch im Januar wegen der „nicht eindeutig vorhersehbaren Pandemie-Lage“ abgesagt, hatte man schon damals gehofft, in den Spätsommer ausweichen zu können.

Dabei steht auch der Hafengeburtstag 2022 im Zeichen der weiteren Entwicklung der Corona-Lage. Eine Absage ist immer noch im Bereich des Möglichen. Denn Einlasskontrollen wie beim Hamburger Dom 2021, die einen corona-konformen Ablauf möglich machen würden, sind beim Hafengeburtstag nicht möglich.


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Hier wird Fahrradkultur zelebriert

Endlich – es wird Frühling in Hamburg! Die Sonnenstrahlen kommen raus und und die Lust nach luftigen Tagesausflügen steigt. Der Weg zur Arbeit könnte auch wieder vergnügt mit dem Rad zurückgelegt werden. Bei diesen Adressen könnt ihr klapprige Drahtesel wieder flott machen, euch Tipps abholen oder Workshops machen und das eigene Traumfahrrad basteln.

Text: Fabio Zamboni

The #Brake

The #Brake ist eine kollektiv organisierte, für jeden offene Community im Gängeviertel, wo sich alles um DIY-Kultur und Fahrräder dreht. Es gibt eine Selbsthilfewerkstatt, in der man sich mit Anderen austauschen kann und ein Café, in dem immer wieder Events wie Vorträge, Open-Air-Filmvorführungen oder Release-Partys stattfinden.

Valentinskamp 28 A-B (Gängeviertel); brake.ilmondoegran.de

Fahrradhafen Hamburg

Christian und Ralph sind so verrückt nach Fahrrädern, dass sie sich dazu entschlossen haben, neben ihren eigentlichen Berufen spendenbasierte Workshops zum Fahrradselbstbau anzubieten. In einer alten Kakaolagerhalle auf dem Grasbrook haben sie dazu eine Werkstatt eingerichtet. Da man jedes einzelne Teil nach seinem Geschmack konfigurieren kann, ist dies wohl der beste Weg zum persönlichen Traumrad. Für Individualist:innen, die es lieben selber Hand anzulegen.

Am Windhukkai 5 (Kleiner Grasbrook); fahrradhafen.hamburg

XYZ CARGO

XYZ CARGO bauen individuell konfigurierbare, super robuste Lastenfahrräder. Nutzlasten bis 400 kg sind möglich. Ein XYZ-Fahrrad erkennt man sofort als solches, dank der Riffelblech-Optik, die einige Modelle auszeichnet, und dem typischen schlanken, minimalistischen Aluskelett. In Kopenhagen hat das kleine Unternehmen einen zweiten Laden.

Stockmeyerstraße 43, Halle 4K (Oberhafenquartier); xyzcargo.com

Le Vélo

Bei Le Vélo gibt es komplett generalüberholte Retrobikes. Wert legt Inhaber Senad Sarac insbesondere darauf, an den Oldtimern so wenig Teile wie möglich auszutauschen – sonst wären es ja keine Oldtimer mehr. Das ladeneigene Coffee Bike, das man zum Beispiel für Hochzeiten mieten kann, wartet mit frisch gebrühtem Kaffee.

Große Bleichen 31 (Neustadt); levelo-bikes.de

Suicycle

Bei den zwei Meistern und mehreren Angestellten sind reparaturbedürftige Bikes in guten Händen. Es werden auch Fahrräder nach Wunsch individuell aufgebaut und Workshops angeboten. Auf der Seite findet sich eine beeindruckend lange Fotogalerie aller als Unikat aufgebauten Fahrräder. Es gibt ein umfangreiches Ersatzteillager, das auch über den eigenen Onlineshop einsehbar ist. Der Laden ist mittlerweile so kultig, dass sie auch eigenen Merch verkaufen. 

Wohlwillstraße 12 (St. Pauli); suicycle-store.com

Fahrradzentrum Hoheluft

Das Fahrradzentrum in der Gärtnerstraße beinhaltet gleich 3 Fahrradläden: Der Name Brompton steht für kompakte Falträder, die Filiale im Center ist die größte Norddeutschlands.Gazelle, eine der beliebtesten und tradtionsreichsten Hollandradmarken, ist ebenfalls dort vertreten, der offizielle Store umfasst auch eine Serviceabteilung und Werkstatt.

Gärtnerstr. 18e (Hoheluft-West); fahrradzentrum-hoheluft.com


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20. Hamburger Comedy Pokal – verschoben

Die Bedingungen sind hart, die Zuschauer treu und die Trophäe ist aus Frottee. 2022 feiert der Hamburger Comedy Pokal 20-jähriges Jubiläum – auch wenn es verschoben werden muss. Initiator und Comedian Sebastian Schnoy im Gespräch über die Bedeutung, den Heimvorteil und die gesündeste Droge

Interview: Dagmar Ellen Fischer

 

2022 heißt es beim Hamburger Comedy Pokal anstatt „hingehen – lachen – Sieger machen“ – Corona sei Dank – schon wieder: „stoppen – schieben – später lachen“. Wie schon im letzten Jahr, muss der Pokal seinen Wettbewerb vom traditionellen Januar-Termin in den Sommer schieben. Grund ist die aktuelle Infektionslage.

Doch Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Der 20. Hamburger Comedy Pokal soll trotzdem im altbekannten Format – mit elf Spielstätten in ganz Hamburg und dem großen Finale im Schmidts Tivoli – vom 8. bis 11. Juli 2022 stattfinden. Ob alle nominierten Comedians dann auch mit dabei sind, steht aktuell noch nicht fest.

Wer aber sicher mit dabei ist, ist Sebastian Schnoy, Initiator des Pokals und Moderator der Shows im Schmidts Tivoli.

 

Jeden Abend gewinnen

 

SZENE HAMBURG: Sebastian Schnoy, warum gilt der Comedy Pokal als der härteste Kleinkunstwettbewerb?

Sebastian Schnoy: Weil er sich über vier Tage erstreckt, die Teilnehmenden müssen jeden Abend gewinnen. Man muss also dreimal gewinnen, bis man einen Pokal in der Hand hält. Schon am ersten Abend, wenn zehn gegen zehn in zehn Hamburger Kulturzentren auftreten, fliegen zehn raus, im Halbfinale scheiden weitere fünf aus. Aber auf diese 15 wartet die Second Chance Show am Sonntagabend im Schmidts Tivoli, vielleicht die aufregendste Show des Pokals. Wer es hier ganz nach vorne schafft, kommt doch noch ins Finale. Eine besondere Magie: Es hat sich die letzten Jahre gezeigt, wer am Anfang rausfliegt und in der Second Chance Show gewinnt, der schafft es im Finale meist unter die ersten drei oder gewinnt sogar noch den Pokal, was für eine Nervenanspannung!

 

Deutschlands größter Comedy-Wettbewerb

 

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Der Hamburger Comedy Pokal feiert 2022 sein 20. Jubiläum – im Sommer (Foto: Hamburger Comedy Pokal)

Was hat Sie vor zwanzig Jahren bewogen, den Comedy Pokal ins Leben zu rufen?

Am Anfang hatte ich eine ganz persönliche Motivation. Im Januar verbreitet sich oft Katerstimmung. Weihnachten, Silvester, die Leute haben viel gefeiert, waren oft aus, und nun ist man vernünftig und geht lieber joggen. Für mich hieß das immer, dass ich im Januar nur wenige Auftritte hatte. Also dachte ich mir: Ein großes wiederkehrendes Event wäre doch eine gute Strategie, den Januar aufzuwerten. Im Juli 2022 werde ich mit 52 Jahren den Hamburger Comedy Pokal moderieren, den ersten moderierte ich mit 32. Es ist erstaunlich, welche Bedeutung er gewonnen hat.

Der Pokal ist eine Veranstaltung von zehn Hamburger Kulturzentren in den Stadteilen von Barmbek bis Bergedorf. Gemeinsam machen sie Deutschlands größten Comedy-Wettbewerb, zu dem Leute von den größten deutschen Comedy-Agenturen anreisen, um zu gucken, welche neuen Sterne am Comedy-Himmel aufgehen. Was mir besonders wichtig ist: Die Hauptarbeit leisten Petra Niemeyer und Peter Rautenberg. Seit einigen Jahren ist ihr Verein Hamburger Comedy Pokal e.V., auch Veranstalter des Wettbewerbs.

Auch 2022 muss der Pokal wieder in den Sommer verlegt werden, nimmt das etwas von der Magie?

Wenn die Magie darin besteht, im Schneeregen nach Hause zu gehen, dann ja. Da der Pokal auch im Juli indoor stattfindet und auf genau denselben Bühnen, bleibt es wie im Winter. Ich freu mich drauf! Nach dem letzten Bier wird die Sonne über St. Pauli schon aufgegangen sein, das ist doch auch schön.

 

„Es geht allein um Witzigkeit“

 

Wie viele Pokal-Anwärter bewerben sich jedes Jahr?

Mehrere hundert.

Und welche Kriterien müssen die Bewerber erfüllen: Soll ein breites Spektrum gezeigt werden oder gilt nur Witzigkeit?

Es geht allein um Witzigkeit: Werden die Leute zum Lachen gebracht? Allerdings können Originalität, abgründige Themen, der eigene, möglichst besondere Blickwinkel auf die Welt, alles, was einen von anderen unterscheidet, entscheidend sein, um den Pokal einzusacken. Es gibt reichlich Stammpublikum beim Pokal, das schon viel Comedy gesehen hat. Eine Imitation der Stimmen von Grönemeyer oder Udo Lindenberg, Stand-up über Ikea, Männer und Frauen können beim Publikum Gähnen auslösen. Die Betonung liegt auf kann, denn es gibt kein Thema, das schon durch ist. Es geht nur um gute Gags. Es ist also möglich, dass im Januar jemand erfolgreich ist mit einer Nummer, wie Grönemeyer und Lindenberg bei Ikea aufeinandertreffen und mit ihren Frauen in Streit geraten.

Wer wählt die 20 Kandidaten aus?

Das macht eine Jury aus zehn Leuten, die die zehn Kulturzentren leiten, in denen die Hauptrunde stattfindet. Sie schauen sich in einer endlosen Sitzung Youtube-Bewerbungen, DVDs und früher auch VHS- Kassetten an.

 

Den Heimvorteil gibt es

 

2022 sind auch wieder Bewerber aus Hamburg dabei, gibt es so etwas wie einen Heimvorteil?

Für den Publikumspreis auf jeden Fall, wenn man es schafft, zweihundert Freunde ins Tivoli zu setzen. Das Publikum freut sich immer, wenn ein Hamburger Gesicht auftaucht, es freut sich aber auch, wenn Comedians ihr Set mit dem Satz „Ich komme aus Südtirol …“ beginnen. Schön als Hamburger ist natürlich, dass man breitesten Slang reden kann und alle einen verstehen.

Chris Tall, Sascha Grammel und Cindy aus Marzahn gehörten vor Jahren zu den Teilnehmenden, bekamen sie hier den entscheidenden Karriereschub?

Die drei wären auch ohne Comedy Pokal ihren Weg gegangen, allerdings haben sie beim Pokal etwas Wichtiges gezeigt: Dass ihr Programm auch auf einer längeren Strecke funktioniert, sie müssen echte Menschen fast eine Stunde vom Hocker reißen, Jung und Alt, Publikum aus reicheren und auch ärmeren Stadtteilen. Das ist etwas, was Youtube-Stars oder künstliche Agentur-Comedians, die in Kölner Labors fürs Fernsehen gezüchtet werden, oft nicht können.

 

„Ich bin Comedian, der sich mit politischen Themen beschäftigt“

 

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Seit 20 Jahren moderiert Sebastian Schnoy beim Hamburger Comedy Pokal (Foto: Franca Wrage)

Sie selbst machen intelligentes, politisches Kabarett, fehlt Ihnen dieser Aspekt nicht hin und wieder bei den Kandidaten und deren Beiträgen?

Danke, danke. In meinem Herzen bin ich ein Comedian, der sich mit politischen Themen beschäftigt. Ich mache keinen Unterschied zwischen Kabarett und Comedy. Üblicherweise sagt man, Comedians machen einfach nur Gags, und im Kabarett geht es darum, mit Humor auf Missstände hinzuweisen. Natürlich haben auch Comedians eine Haltung, es gehört zur Comedy-Tradition, dem Publikum zu sagen, wer man ist und woher man kommt. Auf Comedy-Bühnen geht es viel diverser zu als im Kabarett. Ehemalige Flüchtlinge machen erfolgreich Comedy, mit Wurzeln in den unterschiedlichsten Ländern.

Mit Osan Yaran gewann ein Mann den Pokal, der zuvor bei Lidl an der Kasse gearbeitet hat. Kabarettisten sind meist alte, weiße Männer, in Bayern sogar alte, dicke, weiße Männer. Sie schwa- dronieren über den Mindestlohn und das harte Leben der Pflegekräfte und fahren selbst immer 1. Klasse Bahn mit der Jahreskarte und sammeln heimlich Immobilien. Darüber hört man in ihren Nummern aber nichts. Da sind mir Comedians lieber, da sie – Achtung überstrapaziertes Wort – authentisch sind. Ich selber spiele meine Soloprogramme immer in Alma Hoppes Lustspielhaus in Hamburg, eine Bühne, auf der ich mich sehr zu Hause fühle.

 

„Es gibt noch viele unentdeckte Komikerinnen“

 

Sie sind Kabarettist, Autor von „Spiegel“-Bestsellern, Moderator, Redner – was fordert Sie am meisten?

Der Kick auf der Bühne, die unmittelbare Reaktion des Publikums sind die beste und gesündeste Droge, die es gibt. Nach einem Auftritt ist man immer total aufgedreht und fühlt sich großartig und ist deshalb übrigens auch einen gewissen Zeitraum vermindert schuldfähig. Wenn man also vom Hoteldach auf die Reeperbahn pinkelt, einen Fernseher aus dem Fenster schmeißt oder Ähnliches, und es stellt sich vor Gericht heraus, dass man kurz zuvor noch auf der Bühne bejubelt wurde, ist das hilfreich. Bücher schreiben ist das genaue Gegenteil, ich bin ganz allein mit meinen Texten. Bücher sind immer Mammutprojekte. In der heißen Phase bringe ich meine Kinder, um 20 Uhr ins Bett, schlafe dann bis 22 Uhr und mache eine Nachtschicht bis der Wecker klingelt und ich die Kinder wieder anziehe, bizarr.

2022 gehen sieben Frauen ins Rennen um den Comedy Pokal, ungewöhnlich viele. Dennoch sind Männer im Genre Comedy klar in der Überzahl, woher kommt das?

Ich denke, es gibt noch viele unentdeckte Komikerinnen, die sich vielleicht nicht trauen, es auf der Bühne zu probieren. Deshalb hier ein Aufruf: Wenn ihr eine Frau kennt, die immer wieder ihr Umfeld zum Lachen bringt, ermutigt sie, es auf der Bühne zu probieren. Wir vom Pokal beraten gerne, meldet euch. Und wer gut ist, setzt sich auf jeden Fall durch. Ich bin zum Beispiel Fan von Annalena Baerbock. Allein die Vorstellung, dass Deutschland den Russen drohen könnte, finde ich einen grandiosen Gag. Müssen wir nur noch einen Tornado finden, der auch fliegt.

Hamburger Comedy Pokal, 8. bis 11. Juli 2022; hamburgercomedypokal.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2022. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Zukunftsmusik: Der Sound der Hamburger Musikerin Sherly

Die Hamburger Sängerin Sherly sprach mit SZENE HAMBURG über ihren Sound, Stil und den Weg dorthin.

Text & Interview: Kevin Goonewardena

 

Mehr als ein Jahrzehnt hält die Renaissance des Neunziger R ‘n B nun schon an. Weiterentwickelt von Künstler:innen wie dem kanadischen Superstar The Weekend, FKA Twigs oder Frank Ocean als Future R ‘n B etikettiert, wird die melodiöse, verkitschte, oft chauvinistisch-sexuell aufgeladene, von nicht Wenigen heutzutage als trashig empfundene Musik von damals in eine progressive Variante zwischen Club, Pop und Vernissage verwandelt. Bei Fans und dem Feuilleton kommt das gleichermaßen an. Die Hamburger Musikerin Sheryl Verbindet verschieden Genre in ihrem Sound.

 

SZENE HAMBURG: Ein Blick auf deinen Instagram Account zeigt sofort: Hier hat man es mit jemandem mit einem urbanen, aber sehr eigenen Stil zu tun. Ein Stil der neugierig macht.

Sherly: Mittlerweile greift alles ineinander: die Musik, meine Leidenschaft für das Tanzen, die visuelle Erscheinung. Das war natürlich ein langer Weg dahin und der Prozess dauert nicht nur an, er wird ja auch nie abgeschlossen sein.

Vor allem deine Outfits stechen heraus. 

Ich habe das Glück dass mir eine befreundete Designerin (@lenavoutta, Anmerk. des Verfassers) viele Sachen auf den Leib schneidert. Einzelstücke, die ich dann tragen darf.

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Dein Sound ist sehr elektronisch. Allerdings nicht in der Art, dass du auf eine elektronisch Melodie etwas souliges singen würdest, sondern streckenweise sehr experimentell, brüchig. Wie hat sich dieser über die Jahre entwickelt und wo hast du musikalisch begonnen?

Wenn ich ganz weit zurückgehe, dann habe ich schon früh angefangen zu singen, bin als Schülerin auf Hochzeiten und Galas in allen erdenklichen Kombinationen aufgetreten: Solo, als Teil eines Duos, mit Band. Ich habe Coversongs gesungen, eigene hatte ich da noch nicht. Hauptsache es war soulig.

Wann hast du angefangen an eigenen Stücken zu arbeiten ?

Ich hatte schon länger selbstgeschriebene Texte in der Schublade, aber es war am Anfang schwer für mich für die Songs die richtige Instrumentierung, die richtigen Leute zu finden. Ein Kumpel hat mir dann den Popkurs an der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) empfohlen, der wichtig für das Networken war. Das war praktisch der Start für meine eigene Musik, denn dort habe ich die richtigen Leute gefunden. 2015 habe ich das erste Konzert mit eigener Musik gegeben.

Der Sound dürfte damals noch ein anderer gewesen sein. Wie hörte sich deine Musik anfangs an?

Anfangs klang ich noch viel weniger elektronisch, mein Sound war organischer. Es gab Gitarren und viel echte Drums. Damals lag der Fokus meiner Musik noch sehr auf Melodie und Text. Ich mag das auch immer noch, aber irgendwann hatte ich das Bedürfnis, was anderes zu machen. Ich wollte auch, dass es auf den Konzerten abgeht.

Gab es einen Anstoß, vielleicht einen Moment durch den langsam der Weiterentwicklungsprozess in Gang gesetzt wurde?

Das Tanzen war ein großer Einfluss für mich, auch für die Weiterentwicklung meines Sounds. Ich komme aus der rhythmischen Sportgymnastik, habe Wettkämpfe bestritten und mich dann irgendwann HipHop, Dancehall und anderen Tanzstilen zugewandt, weil man rhythmische Sportgymnastik irgendwann nicht mehr machen kann – das ist eigentlich ein Sport für Kinder und Jugendliche. Über die jeweiligen Tänze habe ich mich auch der entsprechenden Musik zugewandt und mich mehr damit beschäftigt.

Und musikalisch?

Kaytranada war ein großer Einfluss, denn er hat es geschafft schöne Melodien mit tanzbaren Beats zu vereinen. Ich finde, oft hat in moderner Musik die Stimme kaum Platz und wenn doch, dann sind die Songs sehr poppig. Bei ihm ist das anders. Auch NAO und Kelela finde ich gut, fresher Sound, kein klassischer R ‘n B wie früher.

Was möchtest du durch deine Musik transportieren, was möchtest du weitergeben?

Musikalisch versuche ich aus meinen Einflüssen von früher und heute etwas Neues zu kreieren, das auch gleichzeitig mich abbildet und dabei die neuen, technischen Möglichkeiten zu nutzen, die wir haben.

Und thematisch? Gibt es so etwas wie eine Message?

Es gibt keine explizite Message, ich möchte weder die Künstlerin sein, die sich ständig zu allem äußert, noch die, die wichtige Themen unserer Zeit nicht behandelt. Es gibt immer wieder Stücke, die ernste, aktuelle Themen behandeln, wenn diese mich bewegen und ich was dazu sagen möchte.

Beispielsweise „Faster, Better, Stronger“: In dem Lied geht es um den Selbstoptimierungswahn, dem viele heutzutage unterliegen. In einem anderen Song geht es darum, dass wir vieles geschehen lassen, obwohl wir sehen was passiert, da wir auch ein Stück weit überfordert sind mit der Welt in der wir leben und dem was passiert – mich eingeschlossen. Die Texte sind allgemein gehalten. Sie sollen eine Gültigkeit über das Hier und Jetzt hinaus besitzen und sich nicht auf etwas beziehen, was morgen vorbei und eventuell vergessen ist.

Was planst du für die Zukunft?

So viel wie möglich live spielen und natürlich neue Musik erarbeiten und veröffentlichen – ein Album ist allerdings nicht geplant. Ich mag es, wenn jeder Song für sich stehen kann. Auch hören die Leute heute eher einzelne Songs von Künstler:innen, anstatt ganze Alben.

Sherly ist am 13. August im Rahmen des Kultursommers im Künstlerhaus Faktor, Max-Brauer-Allee 229, 22769 Hamburg, bei der Serie “In The Mix” live zu erleben.


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Kulinarischer Kultursommer-Abschluss: Eis on the Road

Lotto Hamburg und der Kultursommer Hamburg bringen in einer gemeinsamen Aktion Eis unter das Hamburger Kulturpublikum

Fotos: Andreas Hornoff

 

Die Kampagne #playoutloud findet in gefrorener Form ihren kulinarischen Abschluss mit einer wundervollen Geste für das Hamburger Kulturpublikum: Der Einladung auf ein Eis. Lotto Hamburg und der Kultursommer Hamburg verteilen bis zum 15. August täglich an drei verschiedenen Kultursommer-Spots in der Stadt fruchtiges Eis am Stiel.

Vier Tage gibt’s kostenloses Eis mit Orange-Karotte-Ingwer-, Kiwi-, Mango- und Blaubeer-Geschmack. An folgenden Orten bricht bei leckerstem Hamburger Wetter die Eis-Zeit aus:

12. August:

17–18 Uhr: KNUST2GO, Rollschuhbahn Planten un Blomen
18:30–20 Uhr: Hippocampus, Ruderverein Bille
20:30 Uhr–Ende: NDR-Bühne, Kampnagel

13. August:

17–18 Uhr: KNUST2GO, Rollschuhbahn Planten un Blomen
18:30–20 Uhr: pundd records, Galerie Pfund & Dollar, Oberhafen
20:30–21:30 Uhr: Kampnagel

14. August:

16:30–17:45 Uhr: Kampnagel
18:30–20 Uhr: Hippocampus, Ruderverein Bille
20:3–22 Uhr: Black Atlantic!, Schlosspark Bergedorf

15. August:

16–17:15 Uhr: Black Atlantic!, Schlosspark Bergedorf
18:30–19:30 Uhr: Hippocampus, Ruderverein Bille
20:30 Uhr–Ende: Schanzenkino, Schanzenpark

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Vol. 4: Eine sommerliche Kulturwoche voller Ideen

Der Kultursommer Hamburg bietet über vier Wochen noch bis zum 15. August insgesamt mehr als 1700 Veranstaltungen in der ganzen Stadt verteilt an. Damit da nicht der Überblick verloren wird, haben wir uns durchs Programm gelesen und empfehlen hier tägliche Events in der Vorschau, damit die Woche gut geplant, genossen und vieles mitgenommen werden kann! Auf in die letzten sieben Tage des Kultursommers!

 

9. August 2021

Bei „Ein zirkus in der Stadt“ zeigen Kinder und Jugendlichen der Zirkusschule Die Rotznasen e.V. an verschiedenen öffentlichen Plätzen wie zum Beispiel im Altonaer Gerichtsviertel, im Emil-Wendt-Park, im Goethepark und in der Altonaer Fußgängerzone – ihr Können. Eine kleine Zirkusshow und Stelzenauftritte werden präsentiert.

Am 9. August sind die Rotznasen im kleinen Zirkuszelt im Emil-Wendt-Park an der Thadenstraße, direkt gegenüber vom Wohlers Park, zu bestaunen. Die Zirkusproben gehen von 15.30 bis 16.30 Uhr und der Zirkusauftritt folgt um circa 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei!

 

10. August 2021

Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Sie sind weniger sichtbar und verdienen auch deutlich weniger Geld. Um darauf aufmerksam zu machen, veranstaltet das HausDrei in Kooperation mit dem Frauen Musik Zentrum die Konzertreihe FEM*Jazz. Die Konzertserie legt ihren Fokus auf die Unterstützung von Frauen und nicht-binären Menschen und ihre Gruppen, Ensembles und Kollaborateure.

Die Bühne im August-Lütjens-Park bietet einen barrierefreien Zugang zu den Konzerten. Für 1,50 Euro gibt es hier ab 18:30 Uhr Musik mit Saxofon, Flöte, Klavier und Gesang auf die Ohren.

 

11. August 2021

 47 Galerien zeigen im Rahmen des Kultursommers noch bis zum 15. August in einer Schaufenster-Ausstellung in den Stadthöfen Arbeiten ihrer Künstler:innen. Neben Fotografie gibt es Malereien, Skulpturen und Installationen zu sehen. Die Stadthöfe in der Innenstadt sind ein historischer Ort und eine Gedenkstätte. Sie befinden sich an der Grenze von Hamburgs Altstadt zur Neustadt. Der Haupteingang befand sich an der Ecke Stadthausbrücke/Neuer Wall. Die Erbauung erfolgte während der französischen Besetzung.

Führungen zur Schaufenster-Ausstellung „Aufmerken“ finden nach Voranmeldung unter info@galerien-in-hamburg.de täglich um 18.00 Uhr statt. Die Werke können am 15. August 2021 um 15.00 Uhr in einer Open-Air-Auktion in den Stadthöfen im Palaishof ersteigert werden.

 

12. August 2021

 Im Schroedingers im Schanzenpark finden im Rahmen des Kultursommers insgesamt acht Konzerte und Veranstaltungen statt, die zeigen, wie hoch die kulturelle Vielfalt in Hamburg ist. Von Comedy bis Singersongwriter von Punk bis Pop bis Poetry Slam gab es schon tolle Events. Am Donnerstag, 12. August, findet die Reihe in Kooperation mit der Astra Stube mit der Live-Show zum Hamburger Podcast „Normale Möwe“ ihr Ende. Auf der Bühne schnacken dann zwei Kerle: Hinnerk Köhn ist Comedian und Max Scharff ist DJ. Zusammen reden sie über Alles und Nichts, ein Special Guest ist eingeladen. Spaßig wird es allemal! Tickets gibt es für 20 Euro.

 

13. August 2021

 Die Hamburger Textilkünstlerin Anne Reiter bearbeitet mit handwerklichen Techniken wie Weben, Knüpfen und Siebdrucken Möglichkeiten von Erinnerungskulturen. Gemeinsam mit der Leipziger Künstlerin Sophie Lindner, welche die Pop-Kultur des Ostens mit dem Motiv des Planeten Saturn erforscht, wird ein Siebdruck Workshop in Kooperation mit dem Museum für Kunst und Gewerbe am 13. August um 14 Uhr in der Innenstadt Hamburgs Haltungen zu Ost und West erfragen.

Die Künstlerinnen sind Beide im Osten geboren und aufgewachsen. Als Nachwendegeneration fühlen sie sich mit verantwortlich über den Stand der deutschen Einheit zu sprechen. Wo steht deutsch-deutsche Geschichte heute? Kann Erinnerungskultur verstofflicht werden und individuelle Bilder entstehen?

Zusätzlich zu den zehn fest angemeldeten Teilnehmer:innen werden auch Passant:innen eingeladen mit den Künstlerinnen Ambivalenzen in Ost- und Westperspektiven zu behandeln. Mit einem Konvolut an Motiven können die Teilnehmer:innen des Workshops Stoffe bedrucken. Halstuch, Pioniertuch, Stola: Die Textilien können anschließend von den Teilnehmer:innen mitgenommen werden.

Anmeldungen zum Workshop können bis zum 10. August an julia.meer@mkg-hamburg.de geschickt werden.

 

14. August 2021

Das Kultursommer Special beim Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel, präsentiert von NDR und ZEIT-Stiftung, zeigt unter freiem Himmel ein regionales Programm mit vielen Konzerten, Live-Podcasts und Events für Kinder. Auf der Wald- und der Kanalbühne finden am 14. August von 14.30 bis nach 22 Uhr ein Kinderprogramm mit der „Hexe Knickbein“, ein Live-Podcast mit Ralf Schlüter und seinem Gast Ebba Durstewitz, einem Konzert mit Philipss Playlist und den NDR Akademisten statt.

On top gibt’s die Hamburg Spinners zu hören: Die Supergroup bestehend aus Carsten „Erobique“ Meyer, Produzent Dennis Rux, Afrokraut-Spezialist David Nesselhauf und The KBCS-Drummer Lucas Kochbeck. Zwischen Orgel-Jazz, Stax-Records und Morricone-Soundtracks wird ein Hamburg vergangener Tage heraufbeschworen. Auf Kampnagel präsentieren sie sich und ihr Album erstmals live dem Hamburger Publikum. Tickets für das ganze Programm gibt es für drei Euro.

 

15. August 2021

Popkultur ist für alle Generationen da, daher bringen Mitra Kassai und ihr ehrenamtliches Team der gemeinnützigen Hamburger Initiative OLL INKLUSIV seit 2018 Senioren und Senioritas bei Kulturveranstaltungen zusammen. Am 15. August kommt nun der ganz große Aufschlag: OLL INKLUSIV lädt von 15 bis 18 Uhr zur HALBPENSION in den Stadtpark.

Bei der Open-Air-Sause ist der Hamburger Kneipenchor am Start. Dieser Chor schmettert Pophits von den Beginnern bis Queen, von Miley Cirus bis Die Ärzte. Ebenfalls mit dabei ist das Hamburger Trio WHT?!. Ihr eingängiger Mix aus Pop, Neo-Funk, Soul und HipHop steht für gute Laune. Und natürlich wird auch das Musikbingo mit DJ Rita nicht fehlen.

Auch U-60-jährige sind – gegen Spende – in den Stadtpark eingeladen, damit Alt und Jung zusammen feiern können.


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