Beiträge

Wie nachhaltig sind Hamburgs Kulturinstitutionen?

Statements: Was tun Hamburgs Kulturinstitutionen in Sachen Nachhaltigkeit?

Protokolle: Anna Meinke & Erik Brandt-Höge

 

Mike Keller, Markthalle Hamburg

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„Nachhaltigkeit ist für uns mehr als nur Umweltschutz. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz – wir als Unternehmen zeigen im Spannungsfeld von Umwelt, Natur, Wirtschaft und Mensch Verantwortung. So achten wir beispielsweise auf eine nachhaltige Energieversorgung und verringern stets unsere Abfallproduktion.

Außerdem achten wir auf eine flexible Arbeitszeitgestaltung, führen regelmäßig Fortbildungen zu zukunftsrelevanten Themen mit unseren Mitarbeitenden durch und zeigen klare Haltung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Damit können wir einen kleinen Teil zur gesellschaftlichen Transformation in Richtung Nachhaltigkeit beitragen.

Als Kulturbetrieb sind wir systemrelevant für Menschen, das sehen und spüren wir derzeit sehr deutlich. Von daher ist es nur logisch, dass wir uns als bedeutsamer Teil der Gesellschaft im Bereich Nachhaltigkeit engagieren. Kulturschaffende können mit ihrer Arbeit auf Fehlentwicklungen oder Herausforderungen in der Gesellschaft aufmerksam machen und mögliche Lösungen anregen oder begleiten.“

 

Matthias Elwardt, Zeise Kinos

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Foto: Heike Blenk

„Kino ist ein nachhaltiges Lebensmittel – und das Zeise Kino hat sich schon früh Gedanken über Nachhaltigkeit gemacht und lokale Partner gesucht. Für unseren Bio-Tee vom Hamburger Produzent Samova und unseren ‚Hey Dude‘-Biokaffee aus Ottensen nutzen wir Gläser mit Henkel. Für Wein und andere Getränke haben wir robuste 0,15-Liter-Gläser. So gibt es bei uns weder Strohhalme, noch Plastik- oder Pappbecher.

Unser Eis kommt von Luciella’s aus Hamburg, und neu ist unser Zeise-Bio-Bier mit eigenem Etikett vom Wildwuchs Brauwerk. Zudem ist unser Kino ein Ort für Filme zu sozialen und Umweltthemen, womit wir zum Nach- und Umdenken anregen wollen. Und wir kommen hier mit Filmemachern sowie lokalen Initiativen ins Gespräch.“

 

Marcel Kummerfeld, Barbarabar

„Alles, was man nachhaltig gestalten kann, ist in der Barbarabar auch nachhaltig. Und wir merken, dass das gar nicht so schwer ist: Auf der Getränkekarte steht das Bio-Bier ganz oben und schmeckt mindestens genauso gut wie ein herkömmliches Bier. Der alternativlose Bio-Wein ist nicht einmal teurer als der konventionelle Wein.

Putzmittel und Handseife ohne Mikroplastik gibt’s in jedem Supermarkt, man muss sich nur dafür entscheiden. Und die Kosten für die neu eingebauten Fenster haben wir durch eingesparte Heizkosten schon wieder rausbekommen. Eine Solaranlage auf dem Dach und Zeitschaltuhren an den Kühlschränken sorgen für ein nachhaltiges Energiemanagement.

Wir machen das aus Überzeugung. Und es zahlt sich aus: Aktuell bauen wir mit unserer neu gegründeten Firma hello sun Solarbau Photovoltaikanlagen zum Beispiel auch für umliegende Bars und andere Gewerbebetriebe – das hält uns während der Pandemie über Wasser, verbreitet den Nachhaltigkeitsgedanken und sorgt für günstige Strompreise in den Betrieben.“

 

AG Nachhaltigkeit des Thalia Theater

„Seit September 2019 widmet sich das Thalia Theater gezielt dem Thema Nachhaltigkeit. Warum? Weil gerade wir als namhafte Kulturinstitution mit mehr als 350 Festangestellten einen Beitrag leisten sollten, wollen und können! Im Rahmen von stets anfallenden Sanierungsfragen wird das Thema Nachhaltigkeit sukzessive brisanter.

Nach einer abteilungsübergreifenden Umfrage zum Ist-Stand sowie den Wünschen und Zielen, die die einzelnen Abteilungen mittel- und langfristig verfolgen, wurde dann die AG Nachhaltigkeit gegründet. In regelmäßigen Abständen treffen sich die Vertreter und Vertreterinnen der Abteilungen und erarbeiten gemeinsam, welche Maßnahmen den Betrieb im Rahmen der ökologischen Nachhaltigkeit weiterbringen, beispielsweise zu den Bereichen Gastronomie, Verkehr, Mülltrennung, Sanierungs- und Baumaßnahmen, Ausstattung und Büroarbeitsplätzen.

Durch monatliche Kampagnen sollen die Mitarbeitenden durch kleine, aber wirkungsvolle Anregungen zur Nachhaltigkeit am eigenen Arbeitsplatz selbst in die Praxis kommen.“


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2021. Das Magazin ist seit dem 29. April 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Lessingtage 2021: „Es ist ein großes Experiment“

Die vom Thalia Theater und dem Königlichen Dramatischen Theater in Stockholm initiierten Lessingtage 2021 werden per Internet-Stream präsentiert. Kuratorin Nora Hertlein und Intendant Joachim Lux wünschen sich eine „paneuropäische Theatercouch“

Interview: Sören Ingwersen

 

SZENE HAMBURG: Herr Lux, wie schnell und leicht haben Sie die Entscheidung getroffen, die Lessingtage aufgrund des erneuten Corona-Lockdowns digital stattfinden zu lassen?

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Intendant des Thalia Theaters: Joachim Lux (Foto: Armin Smailovic)

Joachim Lux: Wir hatten uns bis November noch der Illusion hingegeben, die Lessingtage würden das erste Festival sein, bei dem europäische Kultur sich nach Corona wieder treffen kann. Dafür haben wir aus unserer Sicht eines der spannendsten Programme zusammengestellt, die wir je hatten.

Danach fällt es einem natürlich wahnsinnig schwer, das zu streichen. Im Rahmen von „mitos21“, einem Netzwerk europäischer Theatermacher, dem auch wir angehören, haben wir dann beschlossen, alles zu ändern und ein nicht kuratiertes Festival auf die Beine zu stellen, für das die Theater selbst entscheiden, welche Aufführungen sie zeigen möchten.

Frau Hertlein, als Kuratorin des internationalen Programms am Thalia Theater haben Sie im letzten Jahr zum ersten Mal die Lessingtage kuratiert. Wie hat sich Ihre organisatorische Arbeit für das Festival durch Corona verändert?

Nora Hertlein: Durch die Reiseeinschränkungen ist der Anteil von Theateraufführungen, die ich mir per Video Nora-Hertlein-Foto-Armin-Smailovic1angeschaut habe, massiv in die Höhe geschnellt. Wir haben unsere Kolleginnen und Kollegen in den unterschiedlichen Ländern gebeten, uns Aufnahmen von Inszenierungen zu schicken, von denen sie glauben, dass sie ihr jeweiliges Theater am besten repräsentieren.

Von den meisten Häusern haben wir, zwei bis drei Stücke zur Auswahl bekommen, wodurch ich die Möglichkeit hatte, noch einen kleinen kuratorischen Bogen zu spannen. Dabei kam es mir diesmal besonders auf die Herstellung von Kontexten und die dramaturgisch-inhaltliche Aufbereitung der Inszenierungen an. Auf unserer Homepage findet man Hintergrundmaterialien, Making-of-Videos, Interviews mit Regieführenden und kommentierende Texte.

 

Welten der Fantasie, der Freiheit und der Schönheit erschaffen

 

Wie gehen Theatermacher mit der gesellschaftlichen Fokussierung auf das Corona-Thema um? Muss das Theater in diesem Strom mitschwimmen, um interessant zu bleiben? Oder kommt es gerade jetzt darauf an, die Themenvielfalt zu wahren?

Lux: Ganz klar Letzteres. Das gilt auch für die zukünftige Arbeit. Es herrscht ja ein fast terroristischer Gestus dieses Virus vor, dem die Medien aus ökonomischen Interessen folgen, indem sie tägliche neue Überbietungsnachrichten präsentieren.

Ich glaube, die große Sehnsucht der Menschen zielt darauf, eine Gegenwelt zu erfahren. Welten der Fantasie, der Freiheit und der Schönheit zu erschaffen, das ist unsere Aufgabe. Das Theater wäre sehr schwach, wenn es nur versuchen würde, die aktuelle Situation zu spiegeln.

Hertlein: Wobei viele wichtige politische Themen durch die Pandemie an den Rand gedrängt werden. Es geht also nicht nur darum, eskapistisch andere Geschichten anzubieten, sondern um viele andere Probleme in der Welt, um die wir uns als künstlerische Institution kümmern wollen. Was passiert derzeit in Ungarn und Polen? Wie kann man den politischen Druck dort künstlerisch ins Blickfeld holen?

Lux: Wir hatten auch kurz überlegt, Live-Streamings der einzelnen Aufführungen anzubieten. Das war aber organisatorisch in der kurzen Zeit nicht möglich, was zugleich bedeutet, dass die meisten der gezeigten Aufführungen vor Corona entstanden sind. Nur unser eigener Beitrag ist in der Zeit der Pandemie entstanden: Christopher Rüpings „Paradies fluten / hungern / spielen“ möchten wir als Live-Stream anbieten.

Wie stark verändert sich der Charakter des Festivals dadurch, dass die Theater ihre Beiträge diesmal selbst ausgewählt haben?

Lux: Sehr stark. Wenn wir etwas aussuchen – wie es normalerweise geschieht –, fließt unser persönlicher Geschmack in die Auswahl ein. Diesmal wird sich aber möglicherweise herausstellen, dass man in anderen Ländern ganz andere ästhetische Wege geht als bei uns, die wir so stolz sind auf unsere großartige, avantgardistische Theaternationen – das sage ich jetzt mit Ironie. Europa ist sehr vielfältig und unterschiedlich. Gott sei Dank.

Hertlein: Gerade in dieser Zeit, in der die Grenzen geschlossen und wie physisch so immobil sind, wie schon lange nicht mehr, ist die Konfrontation mit ganz anderen Ästhetiken und Theatersprachen eine bereichernde Erfahrung und ein wichtiges Zeichen.

 

Identische Erfahrungen

 

Der Grundgedanke der Lessingtage ist die Verständigung von Kulturen und Religionen. Hat in Ihren Augen die Pandemie diese Verständigung eher vorangetrieben oder geschadet?

Lux: Was jetzt gerade passiert, hat es in der Geschichte der Menschheit überhaupt noch nie gegeben: dass ungefähr 10 Milliarden Menschen vollkommen identische Erfahrung durchmachen müssen. Das ist zugleich etwas Verbindendes, aber auch etwas Trennendes, weil viele Debatten gerade nicht geführt werden: Wie kommen privilegierte Nationen wie Deutschland durch die Krise mit einem ökonomischen Polster für jeden Einzelnen? Und wie stößt die Pandemie in anderen Teilen der Welt wie Südamerika oder Afrika die Menschen wirklich komplett in den Abgrund?

Während sich im Moment nur jeder um sich selber kümmert, wird sich die Frage der Solidarität wahrscheinlich bald noch sehr viel massiver stellen als ohnehin schon.

Das Motto der diesjährigen Lessingtage lautet „Stories from Europe“. Welche Geschichten werden da erzählt? Sie haben zum Beispiel zwei unterschiedliche Inszenierungen von Dostojewskis „Der Idiot“ im Programm …

Hertlein: Ursprünglich wollten wir nicht zwei gleiche Stücke zeigen, doch der starke Unterschied der Inszenierungen hat uns begeistert. Die Inszenierung von Mattis Andersson für das Königliche Dramatische Theater in Stockholm, unserem Koproduktionspartner, ist eine moderne Lesart, in der sich sehr zeitgenössische Figuren den Text aneignen.

Der russische Beitrag vom Theater der Nationen in Moskau ist komplett anders und orientiert sich an der Ästhetik des Cirque Noir. Hier konzentriert sich alles auf die Gesichter, die Körper und eine holzschnittartige Bildlichkeit in den Farben Schwarz, Weiß und Rot. Dadurch erzählt der junge Regisseur Maxim Didenko, ein absoluter Shooting-Star der russischen Szene, eine komplett andere Geschichte.

Und ihr persönlicher Favorit?

Hertlein: … kommt aus Antwerpen. Es handelt sich um eine Doppelvorstellung mit zwei zeitgenössischen Bearbeitungen antiker Stoffe: „Antigone in Molenbeek“ von Stefan Hertmans und „Tiresias“ von Kate Tempest.

Antigones Bruder, der aus Gründen der Staatsräson nicht bestattet werden darf, ein bei Hertmans, der die Handlung im Brüsseler Stadtteil Molenbeek ansiedelt, ein radikalisierter Islamist.

Lux: Wir erinnern uns, dass Molenbeek 2015 der Hotspot war, von dem die Pariser Anschläge unter anderem auf das Bataclan-Theater ausgingen.

Hertlein: Guy Cassiers hat das Stück als Monolog für eine Frau mit einem virtuellen Kammermusikensemble inszeniert, sodass die Schauspielerin mit der Musik von Schostakowitsch kommuniziert. „Teresias“ greift eine andere zeitgenössische Debatte auf: die Gender-Fluidität des Protagonisten, der zugleich Mann und Frau ist.

Sie haben auch ein Stück von Luigi Pirandello im Programm, ein italienischer Klassiker, der hierzulande nur selten inszeniert wird …

Hertlein: Spannend ist, dass „So ist es (wenn es Ihnen so scheint)“ in der Regie von Filippo Dini derzeit das erfolgreichste italienische Tourneestück im Ausland ist, das selbst in China Begeisterungsstürme ausgelöst hat, aber noch nie in Deutschland zu sehen war. Hier sieht man, wie ein junger Regisseur ein Stück, das eher eine Schmonzette ist, in einer grotesken Interpretation verwandelt.

 

Das Zeremoniell zu Hause

 

Herr Lux, in der Ankündigung der Lessingtage sprechen Sie von einer „paneuropäischen Theatercouch“. Was meinen Sie damit?

Lux: Mich fasziniert die Idee, dass sich Freunde und Bekannte aus Amsterdam, Moskau, Barcelona oder Stockholm miteinander verabreden und sozusagen „gemeinsam“ an einem bestimmten Tag eine Aufführung angucken, sich hinterher dazu austauschen, chatten oder per Zoom mit einem Glas Wein anstoßen und sich die Köpfe darüber heißreden, ob das jetzt eine gute Aufführung war. In einer Zeit, in der Kontakte nicht mehr möglich sind, kann das die Menschen auf eine schöne Weise miteinander verbinden.

Bieten Sie dafür auch eine digitale Plattform an?

Hertlein: Wir werden die Kommunikation mit dem Publikum über unsere sozialen Medien betreiben und wahrscheinlich auch einige Mitmach-Aktionen anbieten.

Lux: Man erlebt ja auch ganz lustige Szenen im Bereich des Streamings. Mir haben Freunde aus Amsterdam erzählt, wo Live-Streamings grundsätzlich entgeltpflichtig sind, dass ein Ehepaar sich zwei Karten anstelle von einer gekauft und sich auch etwas Anständiges angezogen hat – wie bei einem traditionellen Theaterbesuch.

Ist doch schön, wenn man auch zu Hause das Zeremoniell pflegt …

Hertlein: Aus diesem Grund haben wir uns auch entschlossen, die Stücke jeweils nur einen Abend zwischen 19 und 24 Uhr online zu stellen, damit das Gefühl des Einmaligen und Besonderen erhalten bleibt und der Wert dieser Aufführungen geschätzt wird.

Lux: Mit dieser Zeitspanne tragen wir auch den europäischen Zeitzonen für unsere Zuschauer von Moskau bis Paris Rechnung, die die Videos mit englischen Untertiteln präsentiert bekommen. Es ist ein großes Experiment, von dem wir nicht wissen, ob es funktionieren wird.

Und wer teilnehmen möchte, kauft sich ein Online-Ticket und meldet sich damit an?

Lux: Nur für unseren eigenen Live-Stream von „Paradies“ muss online eine Karte erworben werden, alles andere wird kostenfrei angeboten.

Lessingtage 2021
20.1.-31.1.2021, täglich 19-24 Uhr


Cover_SZ0121 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2021. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2020 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Mediensatire im Thalia Theater: „Network“

Regisseur Jan Bosse entdeckt Sidney Lumets filmische Mediensatire „Network“ aus dem Jahr 1976 für das Thalia Theater und erzählt, was sie über die Gegenwart aussagt

Interview: Sören Ingwersen

 

SZENE HAMBURG Jan Bosse, worum geht es in dem Film „Network“, dessen Stoff sie auf die Bühne des Thalia Theaters bringen werden? 

Jan Bosse: „Network“ ist eine vierfach oscar-prämierte, bitterböse Satire aus dem Jahr 1976 über den Ursprung des kommerzialisierten Fernsehens. Es geht um den älteren, in der Krise steckenden Nachrichtensprecher Howard Beal, der entlassen werden soll und für seine letzte Sendung ankündigt, sich vor laufender Kamera zu erschießen. Der Sender merkt, dass Beals Zorn, der eine Revolte gegen das Medium Fernsehen darstellen sollte, große Aufmerksamkeit erreicht.
So wird die Sendung ein Quotenhit und Beal als eine Art Guru inszeniert.

Ist es im Zeitalter der digitalen Medien noch denkbar, dass eine einzige Sendung ein so großes Echo in der Gesellschaft hervorruft? Inwieweit ist der Stoff heute noch aktuell? 

Der Stoff ist in gewisser Weise tatsächlich altmodisch. Er steht aber am Beginn von etwas, das man als große Entwicklung lesen kann und ist im gewissen Sinn der Nukleus der schamlosen Inszenierung von Öffentlichkeit und der Manipulation von Wahrheit. Gibt es überhaupt noch Wahrheit, wenn Nachrichten zu Meinungen werden?

Heute steht es jedem frei, im Internet auf nahezu unbegrenzte Informationsquellen zurückzugreifen. Ist es dadurch nicht viel schwieriger geworden, Menschen zu manipulieren? 

Meine Generation hat die Entstehung des Internets miterlebt und die unglaubliche Freiheit, die es versprach, weil es anfangs als sehr demokratisches Medium galt. Ohne zynisch sein zu wollen, scheint es mir, dass diese Freiheit nicht mehr existiert. Den sogenannten seriösen Journalismus, an den ich als 50-Jähriger immer noch glaube, halten viele für inzwischen total ausgehebelt. Amerika ist in dieser Hinsicht immer schon ein gutes Beispiel gewesen, weil sich die Phänomene dort viel mehr zuspitzen. Fox News zum Beispiel ist ein Sender, der inzwischen ganz offensichtlich Regierungspropaganda betreibt und unter dem Gaukelspiel der Objektivität Meinung fabriziert und gestaltet.

Also sehen Sie auch einen aktuellen Bezug zu Ihrer Inszenierung? 

Ich möchte den Stoff gar nicht aktualisieren und erhoffe mir eher – fast wie bei einem Klassiker –, dass der Abstand zu den Realitäten, auf die man schaut, zu einem Erkenntnisgewinn führt. Im humoristischen Bereich funktioniert das ja auch sehr gut. Nehmen Sie eine Zigarettenwerbung aus den 1960er Jahren, wo die Kinder den Eltern etwas zu rauchen anbieten und fast noch fragen, ob sie selbst auch mal ziehen dürfen. Das ist aus heutiger Sicht, wo Rauchen fast schon ein gesellschaftliches Tabu ist, eine bitterböse Satire, weil solche Sachen heute total abstrus erscheinen, sich im Kern aber nicht viel verändert hat.

Howard Beal, ein etabliertes Mitglied aus der gesellschaftlichen Mitte, hat keine Hemmungen, seinen Zorn öffentlich zu artikulieren. Ist er ein Vorläufer des heutigen Wutbürgers?

Der Wutbürger tritt in der Masse auf und artikuliert seine Stimme auf der Straße. In unserem Stück bewegen wir uns aber in der geschlossenen Welt des Fernsehstudios. Die Realität endet nur per Außenschaltung statt, wo man dann Menschen sieht, die inspiriert von Howard Beal ihrem Zorn Luft machen. Hinter Beals Slogan „I’m mad as hell and I’m not gonna take it anymore“ steht aber keine politische Haltung, keine Idee und kein Ziel. Er ist kein Revolutionär, Anarchist oder Wortführer – er schreit nur seine Wut heraus, wobei am Ende die Frage offenbleibt: Wohin führt diese aufgerissene Gesellschaft? Da gibt es eine deutliche Parallele zu heute. Ob das in dem Film damals so gemeint war, weiß ich nicht, da Howard Beal trotz seiner psychotischen Störung dort eine große Sympathiefigur ist.

Wird Beal auch bei Ihnen zum Sympathieträger?

Bei uns ist die Figur mit Wolfram Koch besetzt, mit dem ich in Frankfurt vor zwei Jahren „Richard III.“ und vor zwei Monaten „Jedermann (stirbt)“ inszeniert habe. Es ist natürlich toll, wenn man es schafft, dass die Zuschauer eine solche Figur lieben, die sich dann in eine Richtung verändert, der man nicht mehr applaudieren möchte. Dadurch bekommt die Haltung des Zuschauers eine ähnliche Ambivalenz wie die Figur. Ein Charmeur und Entertainer, der zum Tyrannen wird – dafür ist Wolfram genau der Richtige.

Thalia Theater
24.10. (Premiere), 31.10. und weitere


Cover_SZ1020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2020. Das Magazin ist seit dem 27. September 2020 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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„Der Geizige“ läuft auf der Bühne im Thalia Theater

Nach „Der eingebildete Kranke“ im Jahr 2001 inszeniert Leander Haußmann mit „Der Geizige“ nun eine weitere Komödie von Molière am Thalia Theater. Wie der Corona-Lockdown einer geizigen Gesellschaft den Spiegel vorhält, erzählt der Regisseur im Interview

Interview: Sören Ingwersen

 

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Reizen die Archetypen menschlicher Verfehlungen: Leander Haußmann (Foto: Armin Smailovic)

SZENE HAMBURG: Leander Haußmann, Ihre Inszenierung von „Der Geizige“ sollte bereits Mitte Mai am Thalia Theater stattfinden und wurde wegen Corona verschoben. Was bedeutete das für Ihre Probenarbeit?

Vor zwanzig Jahren wäre der Lockdown schlimmer gewesen, jetzt waren wir durch das Internet ganz gut darauf vorbereitet. Wir konnten uns bei den Proben per Videokonferenz sehen und hören und uns auf das konzentrieren, was in physischen Proben oft zu kurz kommt, nämlich Inhalte: Worum geht es den Figuren? Worum geht es in dem Stück? Wo liegt die Komik in diesem Stoff, und auf welcher Ebene möchte man die Menschen zum Lachen brin- gen? In meinem Fall natürlich wieder auf der untersten Ebene. (lacht) Aber durch das Ensemble mit Jens Harzer an der Spitze ist ja immer auch Niveau mit an Bord. Ich habe am Thalia Theater wahnsinnig fordernde Schauspieler, wie ich sie an noch keinem anderen Theater getroffen habe. Wenn man da auf einer Bananenschale ausrutscht, tut man das auf eine philosophische oder gesell- schaftskritische Weise.

War es problemlos möglich, das Geprobte auf die Bühne zu übertragen?

Ich hatte mir vorgestellt, das Stück gemeinsam mit den Schauspielern im Kopf komplett durchzuarbeiten und zu inszenieren, bis es so tief in uns drin sitzt, dass wir es spontan überall spielen könnten: auf einer Party, in einem Zimmer oder auf der Straße. Als wir das erste Mal wieder auf der Bühne standen, empfanden wir tiefe Dankbarkeit, dass wir besser vorbereitet waren als jemals zuvor.

Andererseits mussten wir auch wieder ganz von vorne anfangen. „Der Geizige“ zählt ja zu den ganz großen Komödien und Charakterstudien, die eine extreme physische Herausforderung für den Schauspieler sind.

 

„Wir gönnen dem anderen nicht, was wir selber haben“

 

Mit der Charaktereigenschaft des Geizes verbinden wir die Vorstellung eines Menschen, dessen Welt eng ist, der sich anderen gegenüber nicht öffnet und misstrauisch Abstand hält. Gibt es hier Parallelen zur Corona-Zeit?

Alle großen Stücke passen immer irgendwie in die Gegenwart, sonst wären sie keine Klassiker. Aber man muss den Gegenwartsbezug nicht forcieren, ich würde ihn sogar eher tarnen. Der Geiz ist nicht umsonst eine der sieben Todsünden, und wir Theatermacher beschäftigen uns nun mal mit diesen Archetypen menschlicher Verfehlungen. Erzählungen bedienen sich dabei bestimmter Formen.

Nehmen wir die Fabel: Wenn man den Tierkopf abnimmt, der Fuchs letztendlich nur ein listiger Mensch ist, und wir uns nicht mehr im Tier entdecken dürfen, dann ist die Fabel kaputt. Das macht die Stücke klein, und es langweilt mich auch, wenn ich zu sehr belehrt werde. Ich denke, es steht schon ein tieferer Sinn dahinter, Dinge zu überhöhen, zu überspitzen, märchenhafter oder allgemeingültiger zu machen, sodass man sie sich auch noch angucken kann, wenn wir längst nicht mehr an Corona denken.

Wo verläuft die Trennlinie zwischen Sparsamkeit und Geiz?

Es geht nicht nur um Geiz und Sparsamkeit. Es geht um Großzügigkeit. Geiz ist etwas Pathologisches. Sparsamkeit kann auch aus einem Verantwortungsgefühl resultieren. Ich müsste im Grunde viel sparsamer sein, weil ich vier Kinder zu ernähren habe. Da wird kein großes Erbe übrig bleiben, aber ich gebe eben lieber aus der warmen als aus der kalten Hand.

Wenn wir aber über die Corona-Maßnahmen sprechen, wird deutlich, dass wir über neue Gesellschaftsformen nachdenken müssen. Wenn ein Staat fast schon wie ein Monarch am Volk vorbeifährt und ihm Goldstücke zuwirft, fragt sich das Volk natürlich: Wie viele Goldstücke sind eigentlich noch da? Und wo waren sie vorher? Warum gibt es denn kein bedingungsloses Grundeinkommen und stattdessen unglaublich komplizierte Steuergesetze, die eine riesige Berufsgruppe ernähren. Wenn man das alles gegenrechnet, zahlt der Staat am Ende noch drauf. Hier kommt der Geiz ins Spiel: Wir gönnen dem anderen nicht, was wir selber haben. Leute, die ich unterstützen möchte, sind in den Augen vieler anderer Nichtsnutze und Gammler. Ich sehe das so: Wer arbeiten kann und will, hat Glück gehabt, und wer nicht, soll deshalb nicht diskriminiert werden.

 

„Wir müssen den Umgang miteinander wieder lernen“

 

Eine Frage der Solidarität, die sich aktuell auch in der Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen ausdrückt.Viele Menschen fühlen sich durch diese aber ihrer Freiheit beraubt und schließen sich deshalb großen Demonstrationszügen an. Zu Recht?

Wenn 20.000 Menschen auf der Straße ihren Unmut kundtun, kann die Politik sie nicht einfach ignorieren und als dumm bezeichnen, nur um selbst als klug dazustehen. Da läuft etwas komplett falsch. Es fehlt an Aufklärung und Klarheit. Wenn die Leute aggressiv werden, dann deshalb, weil ihnen die Kunst, die Berührung und der soziale Umgang fehlen.

Ich erwarte von den Politikern auch, dass sie ihre Maßnahmen an empathische Worte koppeln. Sonst steuern wir auf eine zweite Katastrophe zu, in der es kein Erbarmen und keine Solidarität mehr geben wird. Schon gar nicht mit uns Künstlern, weil wir immer schon als reich, arrogant und überflüssig galten.

Was erwarten Sie nach der Wiedereröffnung der Theater von Ihren Zuschauern, die dann auf Abstand sitzen werden?

Da die Leute lieber in der Masse lachen und das Tragen von Masken auch unbewusst Aggressionen freisetzt, müssen wir aufpassen, dass uns das Coronavirus nicht zu extrem unfreundlichen Menschen macht. Ich kann mich an einen Streit im 3-D-Kino erinnern. Da hat sich einer zu Recht aufgeregt, weil ich kurz eine SMS gelesen hatte. Das wäre aber wohl kein Problem gewesen, wenn wir nicht beide diese großen 3-D-Brillen aufgehabt hätten.

Wenn man einem Typen mit Spiegelbrille oder Maske begegnet, denkt man doch gleich: Was will denn dieser Gangster von mir? So ist der Streit eskaliert. Wir müssen den Umgang miteinander wieder lernen. Wenn man den Mund nicht sieht, sollte man mal versuchen, mit den Augen zu lachen. Das kann man trai- nieren. Ich mache das täglich vor dem Spiegel.

Der Geizige: Thalia Theater, 12.9. (Premiere), 13., 22., 24.9.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2020. Das Magazin ist seit dem 29. August 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Matthias Günther: „Theater ist eine Glücksmöglichkeit“

30 Fragen, 30 Antworten: Matthias Günther, Dramaturg am Thalia Theater, über seine persönlichen Lieblingsstücke, die nicht anerkannte Systemrelevanz von Kultur und warum Tocotronic die passenden Worte zur aktuellen Lage gefunden haben

Fragebogen: Ulrich Thiele

 

SZENE HAMBURG: Welches kulturelle Ereig­nis hat Sie geprägt?

Matthias Günther: Seit frühester Kindheit die documenta in meiner Heimatstadt Kassel und insbesondere die Aktion „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ von Joseph Beuys 1982 (documenta 7).

Welches Theaterstück hat Sie als erstes zum Weinen gebracht?

Im Kasperltheater die Entführung der Großmutter im „Räuber Hotzenplotz“.

Und welches zuletzt?

Die erste Probe von „Ode an die Freiheit“ zwei Monate nach der Theaterschließung.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Thea­ terbesuch? Welches Stück haben Sie gesehen und was hat es in Ihnen aus­ gelöst?

Der Besuch des Weihnachtsmärchens „Der gestiefelte Kater“ im Staatstheater Kassel Anfang der 1970er Jahre und meine Empörung über die Pappkulissen. Aus dem Fernsehen kannte ich mehr Wirklichkeit.

Welches Theaterstück hat bei Ihnen vermeintliche Gewissheiten über den Haufen geworfen?

Christoph Marthalers Paraphrase „Goethes Faust Wurzel aus 1+2“ 1993 am Deutschen Schauspielhaus und der grandiose Faust-Monolog von Sepp Bierbichler aufgelöst in Vokale.

Was war Ihre schönste Theatererfahrung?

„Das achte Leben (Für Brilka)“ und „Die Katze und der General“ von Nino Haratischwili in den Adaptionen von Jette Steckel und ihrem Team am Thalia Theater. Diese beiden Arbeiten zeigen großes Menschentheater.

 

 

Und die schlimmste?

Keine. Theater ist für mich ganz großes Zuschauerglück. Selbst, wenn es mal nicht so gut ist. Ich komme immer gerne wieder.

Dieses Stück sollte jeder einmal in seinem Leben gesehen haben:

„Krippenspiel“ von Kindergartenkindern in der Weihnachtszeit.

Über welche Inszenierung haben Sie zuletzt heftig mit jemandem gestritten?

Immer wieder über die großartigen Arbeiten von Florentina Holzinger, die mit ihrem radikalen Körpertheater verstört. Performance, Porno, Provokation?

Die Welt geht in einem Jahr unter und Sie können nur noch ein Stück inszenieren: welches wäre das?

Das neue Stück, das Elfriede Jelinek dann schreibt: „Besser wird’s nicht“ – ein Abgesang!

Mein/e Lieblingsschauspieler:

Ich verliebe mich immer wieder und immer wieder neu. Max Reinhardt schrieb über Schauspieler: „Ihre Aufnahmefähigkeit ist beispiellos, und der Drang zu gestalten, der sich in ihren Spielen kundgibt, ist unbezähmbar und wahrhaft schöpferisch. Sie verwandeln alles in das, was sie wünschen. Und dabei das klare, immer gegenwärtige Bewusstsein, dass alles nur Spiel ist, ein Spiel, das mit heiligem Ernst geführt wird.“

Mein/e Lieblingsdramaturg/en:

Ivan Nagel.

Was bedeutet Kultur in diesen Tagen für unsere Gesellschaft?

Es wird uns klar, was fehlt. Sehr viel!

Was bedeutet Theater grundsätzlich für unsere Gesellschaft?

Eine Glücksmöglichkeit! „Verweile doch! du bist so schön!“ (Goethe).

Gibt es unpolitisches Theater?

Kunst- und Kultureinrichtungen sind offene Räume, die vielen gehören. In der „Erklärung der Vielen“ heißt es: „Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jeden Einzelnen als Wesen der vielen Möglichkeiten!“

Das perfekte Stück zur aktuellen Lage:

Die Stücke, die gerade von Dramatikern wie Thomas Köck, Enis Maci, Bonn Park, Felicia Zeller und vielen anderen geschrieben werden.

Was ist die beruflich größte Herausfor­derung für Sie während der Corona­-Krise?

Die bittere Erkenntnis, dass Kultur nicht als systemrelevant eingestuft wird und die Frage, wie wir unsere wunderbare Kunst in Krisenzeiten erhalten und weitermachen können, denn sie ist lebensrelevant.

Was stimmt Sie momentan hoffnungs­froh?

Die Solidarität des Publikums mit den Theatern.

Was stimmt Sie pessimistisch?

Diese miesen völkisch nationalistischen Zusammenrottungen.

 

„Wir forschen und erfinden das Theater der Zukunft.“

 

Werden virtuelle Möglichkeiten auch in Zukunft eine größere Rolle in der Kul­turlandschaft einnehmen?

Die Digitalisierung ist schon jetzt ein wichtiger Bestandteil für das „Storytelling“ von Kulturinstitutionen, kann aber das direkte Live-Erlebnis nicht ersetzen. Theater sind Orte kollektiver Erfahrung. Das Besondere des Theaters hat der Choreograf Jérôme Bel zusammengefasst in dem Satz: „Some people sitting in the darkness, watching other people sitting in the light.“

Wie wird sich die aktuelle Lage auf das Theater nach Corona auswirken?

Wir machen weiter. Wir forschen und erfinden das Theater der Zukunft. Hugo Ball, der erste Dramaturg der Münchner Kammerspiele und später berühmter Dadaist in Zürich schrieb: „Europa malt, musiziert und dichtet in einer neuen Weise. Das neue Theater wird wieder Masken und Stelzen benützen. Es will Urbilder wecken und Megaphone gebrauchen. Sonne und Mond werden über die Bühne laufen und ihre erhabene Weisheit verkünden.“ Das könnte ein Weg sein.

Wem sind Sie in diesen Zeiten beson­ders dankbar?

Den vielen Künstlern, die versuchen weiterzumachen.

Wer hätte mehr Dankbarkeit verdient?

Eltern, die in dieser Zeit eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe übernommen haben: die Schulpflicht ihrer Kinder durch Homeschooling zu gewährleisten.

Worauf freuen Sie sich in den nächsten drei Jahren am meisten?

Ich freue mich auf jeden neuen Tag und hoffe eine „Handbreit“ weiterzukommen.

Ich mag Hamburg, weil …

… es für mich die schönste Stadt Deutschlands ist.

Ich mag das Thalia Theater, weil …

… es ein Ensembletheater ist.

Die Hamburger Theaterlandschaft ist so besonders, weil …

… sie so vielfältig ist von A–Z (Altonaer Theater bis Theater das Zimmer).

Allgemein gesprochen: Sind Sie lieber dafür oder dagegen?

Meine politische Sozialisation ist eng verbunden mit der Friedenbewegung der 1980er Jahre. Damals war der Slogan: „Aufstehn“.

Wann haben Sie sich das letzte Mal ge­irrt?

„Kluge Irrtümer sind wichtiger als banale Wahrheiten“, hat Heiner Müller gesagt.

Welche Hoffnung haben Sie aufgege­ben?

Ich halte es mit Tocotronic: „Aus jedem Ton spricht eine Hoffnung auf einen Neuanfang.“

 


Cover Szene Juni 2020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Mai 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

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Lessingtage: Festival am Thalia Theater

Unter dem Motto „Wem gehört die Welt?“ finden zum 11. Mal die internationalen Lessingtage statt. Was damit gemeint ist und welche Fragen die Produktionen stellen, erzählen die Leiterin Nora Hertlein und die Dramaturgin Emilia Heinrich im Gespräch

Interview: Ulrich Thiele

 

SZENE HAMBURG: Nora Hertlein und Emilia Heinrich, wem gehört denn die Welt?

Emilia Heinrich: Jeder mit gesundem Menschenverstand würde natürlich sagen, dass die Welt entweder allen oder niemandem gehört. Der Titel ist bewusst polemisch formuliert, um auf Phänomene wie Kolonialisierung und Aus­beutung der Umwelt zu verweisen. Alle Produktionen beschäftigen sich mit diesen beiden Formen ungerechter Machtverteilung und den daraus re­sultierenden Folgen – aber fast immer mit einem positiven, selbstbestimmten Gestus.

Dystopien stehen aber auch auf dem Programm …

Nora Hertlein: Das stimmt, aber selbst die Dystopien sind keine Schwarz­malerei. Sie haben auf ihre Weise einen positiven Gestus, weil sie einen war­ nenden Charakter haben und eine Idee davon vermitteln, wie die Welt nicht werden sollte.

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Emilia Heinrich (l.) ist feste Dramaturgie- assistentin, Nora Hertlein Kuratorin des internationalen Programms (Foto: Andreas Brüggmann)

Wie genau bringen sich die Produktionen in die aktuellen Debatten ein?

NH: Ein Beispiel: Das Stück „Arctic“, eine Dystopie der belgischen Regisseurin Anne-­Cécile Vandalem, vereint beide Themen. Es geht um die Ausbeutung von Grönland und die Eisschmelze, die diese Ausbeutung er­möglicht. Grönland ist eine Lokalität, die die Zuschauer nicht so sehr auf der kognitiven Landkarte haben, wenn sie an Kolonialisierung denken. Vielen ist nicht bewusst, dass Grönland immer noch nicht vollständig unabhängig von der ehemaligen Kolonialmacht Däne­mark ist. Somit erweitert das Stück die Perspektive auf das Thema.

EH: Das Stück ist auch ästhetisch sehr besonders, weil es kein didaktisches Erklärtheater ist, sondern eine fiktive Geschichte entwirft: Im Plot ist ein Schiff mit einer Bohrinsel kollidiert, die illegal dort vor Grönland aufgebaut wurde, wobei Menschen ums Leben gekommen sind. In einer Mischung aus Live­Theater und Film auf Leinwand dreht sich die Geschichte dann um die Aufklärung des Kriminalfalls – wie ein Thriller.

Sie betonen die internationale Ausrichtung der Lessingtage. Was erwartet die Zuschauer außerhalb von Europa? 

EH: Das Stück „Orest in Mossul“ von Milo Rau, nach der Orestie von Aischylos, hat eine interessante politische Fragestellung. Rau wendet die Folie der Orestie – die nach Selbstbestimmung in der Durchbrechung einer Spirale von Gewalt und Rachemorden fragt – auf die politische Situation im Irak an.

2014 hat dort der selbsternannte „Islamische Staat“ das Kalifat ausgerufen. 2017 wurde die Stadt Mossul im Norden des Landes zurückerobert. Rau ist unter anderem mit der Fragestellung dorthin gereist, wie man mit gefangenen IS-­Terroristen umgeht. Er spricht gerne vom „globalen Realismus“ als Kunstform – weil er zum einen vor Ort recherchiert, Videos macht und mit irakischen Schauspielern arbeitet und somit die Realität des Ortes mit auf die Bühne holt. Zum anderen weil er seine Fragestellungen vor dem Hintergrund globaler Zusammenhänge stellt.

Wie kam es zu dem Mexiko-Schwerpunkt?

NH: Das war keine programmatische Idee im Vorhinein. Ich habe „Andares“ von Héctor Flores Komatsu auf einem Festival gesehen und war begeistert. Vier junge indigene Performer aus dem ländlichen Mexiko stehen auf der Bühne und erzählen von ihrer ethnischen Zugehörigkeit und ihrer modernen Lebensrealität. Es gibt ja viele indigene Gruppen in Mexiko, die sich als eigene Nation mit eigenen Sprachen definieren.

„Amarillo“ von Jorge A. Var­gas ergänzt das Thema. Das Stück ist schon einige Jahre alt, ist aber politisch relevanter denn je in Zeiten, in denen Trump einen Zaun zwischen Mexiko und den USA hochziehen will. Die zwei Stücke bilden ein Panorama mit zwei verschiedenen Lebenswelten in einem Land: Einmal geht es um diejenigen, die wegwollen und für die Mexiko ein Transitland ist. Und es geht um die Indigenen, die nicht wegwollen, aber unter dem Druck des Kapitalismus, der Ausbeutung der Natur, und der Mehr­ heitsgesellschaft leben.

Dazu zeigen wir eine Foto-­Ausstellung der spanischen Künstlerin Griselda San Martin. Sie zeigt auf erschütternde Weise, was für einen Riss es für Familien bedeutet, wenn die einen es auf die andere Seite schaffen, während die anderen zurück­ bleiben.

 

„Es ist wichtig, diese Diskussion anzustoßen“

 

Afrika findet sich in „Hereroland“ und „Reverse Colonialism“ wieder. In Ersterem geht es, wie der Titel schon vermuten lässt, um den deutschen Genozid an den Herero und Nama. Worum geht es in Letzterem?

NH: Um Einwanderer aus Kamerun und Nigeria, die in Belgien leben. Das Stück dreht sich um ihren Konflikt damit, keinen Platz in Europa zu finden, weil sie immer zwischen den Stühlen sitzen. Sie sind europäische Afrikaner oder afrikanische Europäer. Letztendlich führen sie diesen Zustand ad absurdum, indem sie ein eigenes Land für europäische Afrikaner entwerfen wollen.

EH: Das alles natürlich mit einem großen Augenzwinkern. Das Publikum kann abstimmen, wie dieser neue Staat aussehen soll. Das Stück führt den Zuschauern vor Augen, wie absurd Kolonialismus ist. Aber das Stück haben selbstbewusste Afrikaner in der Hand, die auf ihr Recht auf ein gutes Leben in Europa bestehen. Gerade weil das Hamburger Publikum mehrheitlich euro­päischstämmig und weiß ist, kann diese Perspektive interessant sein.

Gibt es auch Stücke, bei denen Sie mit einer Kontroverse oder gespaltener Meinung im Publikum rechnen? Dass Rassismus und Kolonialismus falsch sind, darüber dürften sich ja alle einig sein.

NH: Ich hoffe natürlich darauf, dass sich nicht alle im Publikum einig sein werden. Deswegen gibt es zu jeder Produktion eine Publikumsdiskussion. Bei „Orest in Mossul“ kann man zum Beispiel kritisch nachfragen, wo die Machtverhältnisse in der Produktion liegen, wenn ein europäisches Stadttheater in den Irak fährt und dort ein Stück vorbe­ reitet. Wir wollten das Stück trotzdem unbedingt zeigen. Es ist wichtig, diese Diskussion anzustoßen.

Lessingtage: Thalia Theater und Thalia Gauß, 18.1.-9.2.2020


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Dezember 2019. Das Magazin ist seit dem 20. Dezember 2019 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Das Thalia Theater wird zum „Neverland“

Antú Romero Nunes hat Schauspieler aus neun verschiedenen Nationen zusammengetrommelt, um sie ins „Neverland“ zu führen. Auf der Folie von James Matthew Barries „Peter Pan“ erzählt der Regisseur von einer entwurzelten Generation

Interview: Sören Ingwersen

 

SZENE HAMBURG: Warum hast du ausge­rechnet einen Stoff, der als Kinderbuch erfolg­reich wurde, als Vorlage für deine Inszenierung „Neverland“ ausgewählt?

Antú Romero Nunes: „Peter Pan“ war ja kein Kinderbuch, sondern ein Stück für Erwachsene, das nach der Uraufführung 24 Spielzeiten auf dem Programm stand. Ich nutze es aber nur als Blaupause, um meine eigene Geschichte zu erzählen mit einer Konstellation von Figuren, die in den letzten hundert Jahren fast schon zu Archetypen geworden sind: Peter Pan, Tinkerbell, Hook und Wendy.

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Von Hamburg demnächst nach Basel: Antú Romero Nunes (Foto: Armin Smailovic)

Worin liegt das Erfolgsgeheimnis von „Peter Pan“?

Es war damals ein totales Novum, so viele Welten in einem Stück unter­zubringen: die Indianerwelt, die Pira­tenwelt, die Waisenkinderwelt. Aber vor allem hat James Matthew Barrie wahnsinnig gute Szenen geschrieben, die in sich so schlüssig und knackig sind, dass man einfach seinen Spaß hat.

Er beschreibt ein sehr bürgerliches Milieu, in dem es zwar viele Regeln gibt, aber auch eine große Entwur­zelung. Das betrifft auch den Autor selbst, der wie Michael Jackson irgend­wann aufgehört hat zu wachsen, wie ein Kind weitergelebt und sich nur noch mit Kindern verstanden hat.

Barrie ist eine sehr rührende Figur, und ich setze ja immer bei der Person des Autors an, wenn ich einen Stoff auf die Bühne bringe.

Inwiefern ist die Entwurzelung auch heute ein Thema?

Wir sind Europäer, aber Europa stiftet keine Identität mehr. Deshalb er­zähle ich die Geschichte eines Mannes, der in der Mitte seines Lebens durch die Welt reist, aber eigentlich nirgends wirklich ankommt und nur darauf wartet, dass die Welt sich auflöst, so wie er selbst.

Dieses apokalyptische Gefühl hat ja auch mit unserer eigenen Leere zu tun. Es gibt keine neuen Inhalte mehr. Die endlose Wiederholung der Geschichte wird auf Dauer langweilig. Wie man innerlich ausbrennt, brennt auch die Welt um einen herum ab.

Wenn du von Entwurzelung sprichst und ich an die „Lost Boys“ aus „Peter Pan“ denke, liegt auch das Flüchtlings­thema auf der Hand …

Darum geht es mir überhaupt nicht. Ich will die Leute nicht aufklären. Po­litik ist keine Sache des Theaters. Sie ist das Ergebnis von menschlichen Zusammenhängen. Also geht es darum, sich im Leben zu positionieren. Man sollte Fragen, warum Menschen so handeln, wie sie handeln. Versuchen wir nicht immer nur, unseren körper­ eigenen Hormonhaushalt optimal aus­ zugleichen? Sind wir konditionierbar?

Oder: Was haben wir mit den Hunden gemeinsam? Warum lassen wir Hunde überhaupt zu? Was machen die mit uns? Und was steckt alles in einer Liebesbeziehung? Wie kann man sie vergleichen mit der Gentrifizierung einer Stadt? Solche Fragen führen zu hochemotionalen Ergebnissen, die zwar nichts beantworten, aber Türen aufmachen. Dann wird Theater intel­ligenter als ich selbst, und ich sage: Toll, jetzt fängt das Biest an zu leben und erzählt mit etwas!

 

„Das Kollektiv ist das Genie“

 

Wie positionierst du dich selbst als Regisseur? Bist du der Peter Pan, der die Zuschauer mit Feenstaub betäubt, um sie anschließend mit ihren Träumen und Ängsten zu konfrontieren?

Es wäre natürlich sehr schön, wenn man sich so sehen könnte. Ich sehe mich aber nicht als Inspirator, sondern sage nur: Hier sind die Türen. Für „Ne­verland“ habe ich – diesmal zusammen mit Anne Haug – auch den Text ge­schrieben, was ich schon häufiger getan, aber nie öffentlich gemacht habe.

Für mich ist nicht der Autor oder Regisseur, sondern das Kollektiv das Genie. Das besteht diesmal aus Schauspielern, die aus vier Theatern und sieben Schau­spielschulen unterschiedlicher Länder kommen und nicht einmal alle richtig Englisch verstehen. Daher geht es uns auch um die Sprache selbst, um ihren Klang und die Verständigungsmöglich­keiten.

Was macht die Erfindung des Leiselesens eines Buches mit deinem Kopf? Wie beschränkt uns die Tat­ sache, dass wir alles nur noch abstrakt begreifen und kaum noch agieren? Diese Fragen werfe ich in die Gruppe und schaue, was sich daraus entwickelt. Wir sind einfach ein Haufen charismatischer Menschen und zapfen uns alle gegenseitig an.

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„Neverland im Thalia Theater (Foto: Krafft Angerer)

Gibt es einen Weg, Neverland zu ver­lassen, um wieder zur eigenen Identität zu finden?

Vielleicht muss man nur begreifen, dass man sich in einem Neverland befindet und dass es Identität gar nicht gibt und sie auch nicht wichtig ist. Oft fragen mich die Leute: Wie lebst du seit sieben Jahren ohne Wohnung? In welcher Sprache denkst du? In welchem deiner drei Länder – in meiner Familie gibt es ja auch Fluchterfahrungen – fühlst du dich am meisten zu Hause?

Ich finde diese Fragen sehr merkwür­dig. Fragt mich doch lieber, was ich gerne esse oder für welches Buch ich mich interessiere.

Aber steht das alles nicht für eine bestimmte Identität?

Nein, das sind alles bewusste Ent­scheidungen. Man weiß doch, dass Menschen sich von einer zur anderen Sekunde komplett neu erfinden und alles hinter sich lassen können.

Das könnte aber auch heißen, dass Identität eben nur temporär ist. Wenn sie ins Wanken gerät und man einen Therapeuten konsultiert, ist die erste Frage: Was bedeutet Ihnen am meis­ten im Leben? Dahinter steht doch die Frage, was einen ausmacht, wohin man sich bewegen möchte.

Mein Vater ist ja Psychoanalytiker, ich bin damit aufgewachsen und arbeite auch ein bisschen so. Natürlich leben wir auf Grundlage bestimmter Voraussetzun­gen. Aber wichtig ist, dass man ständig Entscheidungen trifft. Und die Summe dieser Entscheidungen und Handlun­gen macht einen Menschen aus. Das be­inhaltet allerdings, dass man sehr wohl verantwortlich ist für das, was man tut.

Verantwortung wirst du ab der nächsten Spielzeit in noch größerem Umfang übernehmen. Stichwort: Basel.

Jörg Pohl vom Ensemble des Thalia Theaters und ich werden zusammen mit den Dramaturginnen Anja Dirks und Inga Schonlau Schauspieldirek­toren am Theater Basel. Nach unserem Leitsatz „Das Genie ist das Kollektiv“ wollen wir auch dort alles aus dem Ensemble und aus den Persönlichkeiten der Schauspieler heraus entwickeln.

Thalia Theater: Alstertor (Altstadt), „Neverland“: 12.10. (Premiere), 13.+17.+18.10.


Szene-Oktober-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Oktober 2019. Titelthema: Neu in Hamburg. Das Magazin ist seit dem 28. September 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Café des Artistes: Typisch Französische Köstlichkeiten

Das Café des Artistes bringt ein Stückchen Frankreich an den Gerhard-Hauptmann-Platz und die Hamburger mit typisch französischer Küche durch den Tag – von Petit déjeuner bis Dîner

Text: Laura Lück
Fotos: Sven Gordon Williams

Ab acht Uhr am Morgen strömt der Duft von frischen Croissants, Pain au chocolat und Café au lait über den Gerhard-Hauptmann-Platz. Zwei waschechte Bretonen haben den Räumlichkeiten der ehemaligen Weltbühne im Thalia Theater französische Lebensart eingehaucht. Thomas Pinçon, der 18 Jahre lang das Café Paris betrieb und sein Geschäftspartner Jean-Sébastien Thimon haben für ihr gemeinsames gastronomisches Projekt „Café des Artistes“ ein gemütliches Zuhause gefunden.

Das neue Café steht in der Tradition jener Bistros in den Städten Fankreichs, die Refugium für den Moment, Treffpunkt zum Gespräch und Ort des Genusses sind. Im Café des Artistes können Gäste vom Petit déjeuner bis zum frischen Hummer beim Dîner hier unprätentiöse französische Küche erleben.  In den Gerichten kommen viele Bio-Produkte französischer Produzenten zum Einsatz. Austern, Seezunge oder Käseplatte – frankophile Hamburger werden hier ganz sicher glücklich.

 

Bistro bis 23 Uhr geöffnet

 

Mit Interieur im Art-Déco-Stil und typischen Bistrostühlen im Außenbereich hat das Café des Artistes zwar einen schicken Look, bleibt atmosphärisch aber gemütlich und entspannt. Direkt am Theater und mitten in der Altstadt kann man hier bestens mit einem Glas Rotwein Passanten beobachten. „Das Ambiente eines solchen kreativen Traditionshauses birgt die gewünschte Atmosphäre schon in sich“, erklärt Pinçon. „Sie mit Leben zu füllen, ist genau die Aufgabe und Herausforderung, die ich mir für das neues Projekt gewünscht habe.“

Highlight: Um Theaterbesuchern Snack und Absacker nach der Vorstellung bieten zu können, serviert das Bistro sogar bis 23 Uhr – natürlich auch ohne Theaterbesuch.

 

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Café des Artistes: Gerhart-Hauptmann-Platz 70 (Altstadt)


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