(24.6.) Sporttag inklusiv, Jahnkampfbahn, 14 Uhr

Beim diesjährigen Sporttag Inklusiv erwartet die Besucher handgemachter Sport: Es darf geschwitzt werden. Verschiedenen Leichtathletik-Disziplinen können ausprobiert und beim Sportabzeichen trainiert werden. Egal ob als aktive Sportler oder Flaneure, alle, so die Veranstalter, sind herzlich willkommen. Ob jung, alt, blind, sehend, im Rolli, zu Fuß, mit oder ohne Behinderung, allein, zu zweit oder als Gruppe: Die Gäste erwartet ein unterhaltsamer inklusiver Nachmittag an der frischen Luft mit Leckereien und jeder Menge Mitmachaktionen.
24.6.17, 14-19 Uhr

Tipp: Mehr zum Thema Inklusion erfahren Sie in unserem Sonderheft Vielfalt leben. Wie inklusiv ist Hamburg schon?

Jetzt neu: Vielfalt leben. Das Magazin von SZENE HAMBURG und Inklusionsbüro / Juni 2017. Das barrierefreie PDF finden Sie hier.

(25.6.) altonale Hafenfest, Museumshafen Övelgönne, 12 Uhr

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein kunterbuntes Programm für große und kleine Hafen-Fans. Mit dabei sind das Polizeimuseum Hamburg, die Traditionsschiffe des Museumshafens, der Leuchtturm sowie der Sehnsuchtsort Pagensand Süd (Open Lighthouse), das Auswandermuseum BallinStadt und die Deutsche Seemannsmission Hamburg-Altona e.V. und der Hamburger Feuerwehrhistoriker e.V..

Profis zeigen, wie man Krabben richtig puhlt. Der Goldschmiedin Sabine Lang kann über die Schultern geschaut werden, wenn sie aus Tintenfischen Schmuck macht. Die Kurverwaltung Helgoland präsentiert die Insel und ist Sponsor des Hauptpreises der Tombola – eine Übernachtung für 2 Personen. Die Schauspieler von iact werden neben Tanz- und Walking Acts, Szenen im Maschinenraum des Schwimmkrans HHLA I spielen.

Auch der Gaumen wird nicht zu kurz kommen – echtes Kutterbier und Seefahrer‘s Kraftmahl u.v.m. sind wieder dabei.

/© Fritz Jaenecke 

Museumshafen Övelgönne
25. Juni, 12-19 Uhr

(24.6.) altonale Salon, Thalia in der Gaußstraße, 13 Uhr

Nach seiner erfolgreichen Premiere im vergangen Jahr gibt es in diesem Jahr die zweite Auflage des altonale Salon. Im Mittelpunkt der „nachbarschaftlichen Diskussion“ steht diesmal die gerade in Altona vielfältige Debatte um Stadtentwicklung im Bezirk. Zwischen den Diskussionsrunden, die von Fachleuten geleitet werden und die allen Interessierten offenstehen, werden Kurzfilme zum Thema Stadtentwicklung gezeigt. Auf dem Programm stehen außerdem das Theaterstück „Zuhause 2.0“ und die Filmvorführung „Wem gehören unsere Städte?“

/Foto: Thomas Panzau

Thalia in der Gaußstraße
24.6.17, 13 bis ca. 17 Uhr 

(24.6.) Nachtleben, Ska Train to Reggae City, Molotow, 23 Uhr

Endlich kommt der Sommer wieder in die Hansestadt – andernfalls lässt er sich aber bestimmt von den jamaikanischen Beats im Molotow locken, denn was passt besser zu Sonnenschein und Cocktails als karibische Klänge aus den 1960er und 70er Jahren? Don Cornel, Frank Upsetter und King Irie bringen den Zug mit Rocksteady und echten Ska-Perlen ins Rollen und starten mit Vollgas und positive Vibration durch zu einer musikalischen Rundfahrt voller Early und Roots Reggae. / KF

Molotow
24.6.17, 23 Uhr

(24.6.) Nachtleben, Senso Sounds Open Air, 14 Uhr

Mit der zum eigenen Label Senso Sound passenden Partyreihe ist Oliver Huntemann regelmäßig in Hamburger Clubs anzutreffen, befreundete Künstler und seine eigenen Sets im Gepäck. Zur Jahreszeit passend, wird dieses Konzept nun erstmalig unter den freien Himmel auf die südliche Elbseite verlagert.

Die Köhlbrandbrücke in Blickweite, auf dem alten Werftgelände am Neuhöferdamm, findet die erste Senso Sounds-Open Air statt. Neben Oliver Huntemann, zeigt sich u.a. Hatzler für das musikalische Rahmenprogramm verantwortlich. / MME

Neuhöfer Damm
24.6.17, 14 Uhr

Serie: Altona. Bahnhof Altona – Zug um Zug

Der Umzug des Altonaer Bahnhofs nach Diebsteich kostet Hunderte Millionen Euro und ist ein Hamburger Vorzeigeprojekt. Doch es gibt Widerstand

Michael Jung schwingt sich aufs Fahrrad. Er spricht fast ununterbrochen, auch wenn er radelt. Zwei Stunden wird die Tour an diesem Montag im Mai dauern.

Während Fakten und Kritik aus ihm heraussprudeln, sucht er sich seinen Weg durch das gigantische Neubaugebiet an der Harkortstraße. Sein roter Anorak flattert im Wind. Ab und zu rückt er seine dunkelblaue Schirmmütze zurecht, jene mit dem Logo der Kreditanstalt für Wiederaufbau an der Seite. Die Rohbauten der ersten neuen Wohnhäuser lässt er links liegen, die haushoch gestapelten Bierkisten der Holstenbrauerei rechts.

Plötzlich versperrt ihm ein Bauzaun den Weg. „Die Käufer der Wohnungen haben etwas unterschreiben müssen“, ruft er. Die Investoren, die hier die Häuser hochziehen, hätten von den neuen Eigentümern verlangt, nicht wegen Bahnlärm und Brauereigeruch nachträglich eine Minderung des Kaufpreises zu verlangen. „So sichern die sich ab, sollten Brauerei und Fernbahnhof doch nicht verlegt werden“, sagt er, während er umständlich wendet. Seine Reifen haben sich zentimetertief in den gelben Sand der Baustelle gegraben.

Altonaer Bahnhof

Rechnet mit dem Schlimmsten: Michael Jung kämpft mit seiner Bürgerinitiative gegen die Pläne von Stadt und Bahn. Foto: Philipp Jung

Die Deutsche Bahn und die Stadt Hamburg wollen den Altonaer Bahnhof nach Diebsteich verlegen. Nur die S-Bahn soll weiter dorthin fahren. Michael Jung will das nicht. Der Rentner hat deshalb die Bürgerinitiative „Prellbock“ gegründet.

Seit Jahren kämpft er mit seinen Mitstreitern gegen Bahn und Stadt und die Pläne, den Zugverkehr vom Altonaer Bahnhof nach Diebsteich zu verlegen, um Platz für das riesige, prestigeträchtige Neubauprojekt „Mitte Altona“ zu schaffen. Auch die Holstenbrauerei soll deshalb umziehen, in den Hamburger Süden. Schließlich wird so Wohnraum geschaffen und gleichzeitig der Zuglärm reduziert. Außerdem entstehen neben schicken Apartments auch Sozialwohnungen, im Verhältnis zwei zu eins.

Doch in Jungs Augen geht das alles auch anders: billiger, schneller, transparenter und ohne den Fernbahnhof zu verlegen.

Der Pressesprecher der Bahn für den Regionalbereich Nord, Egbert Meyer- Lovis, sitzt in einem kleinen, hellen Konferenzraum im obersten Stock eines Büroneubaus in Hamburg-Hammerbrook. Hier hat die Bahn ihre Hamburg-Zentrale.

Vor ihm auf dem Tisch liegen Prospekte der Bahn über den geplanten Bahnhofsumzug. In ihnen sind neben Plänen und Luftbildern auch Illustrationen im Graffiti-Stil zu sehen. Sie zeigen Altonaer Bürger, wie sie sich selbst gern sehen: jung, im Trend, grün.

Die Deutsche Bahn möchte sie so für sich und für das Projekt gewinnen.

Damit springt sie über ihren eigenen Schatten. Für die Bahn gibt es nur Sachbeschädigung, Street Art ist ihr fremd. Jetzt hat sie sie selbst gedruckt.

Zu den hübschen Illustrationen passen auch die Argumente der Bahn für die Verlegung: Nach DB-Angaben spart sie etwa Rangierfahrten, was 370 Tonnen weniger Kohlendioxidausstoß jährlich bedeutet. Zudem sind laut Zahlen der Bahn nur etwa 5.000 der 130.000 Menschen, die täglich in Altona umsteigen, Fernbahnkunden. Das örtliche kleine und große Gewerbe würde also aus Sicht der Bahn nicht allzu sehr leiden, wenn keine Regional- und Fernzüge mehr in Altona halten. Noch dazu, auch das versichert Meyer-Lovis, wird von den 125 Bahnmitarbeitern in Altona niemand entlassen werden.

Hier werden in sechs Jahren Fernzüge halten. Foto: Philipp Jung

Die Angestellten werden vielmehr mit dem Bahnhof umziehen. Sogar die Alternativvorschläge der Bürgerinitiative haben die Bahner geprüft. Ihr Urteil: So leider nicht machbar, der Betrieb am Altonaer Fernbahnhof wäre auch mit den Vorschlägen von „Prellbock“ nicht aufrechtzuerhalten. Die Bahnhofsverlegung scheint alternativlos zu sein.

„Was nun auf die Bahn zukommt, sind die Kosten für die gesamte Verlegung des Bahnhofes“, sagt Meyer-Lovis. Die würden insgesamt bei rund 360 Millionen Euro liegen. „Es gibt außerdem eine vertragliche Regelung zwischen Bahn und Stadt darüber, dass die Stadt einen Investor für den Bereich außerhalb des neuen Bahnhofes in Diebsteich sucht“, sagt er. Es sei also nicht Sache der Bahn, Gebäude dort zu planen, zu bezahlen und auszuschreiben. Ansonsten ist für ihn – laufendes Planfeststellungsverfahren hin oder her – längst ein Point of no return erreicht: Schon vor Jahren hat die Bahn die Grundstücke für das neue Wohngebiet verkauft. Der Deal war umstritten, die Grundstücke wurden mehrfach weiterverkauft und in Bauland für Wohnhäuser umgewidmet.

Der Wert der Immobilien hatte sich so um ein Vielfaches erhöht. Für die „Mitte Altona“ einigte sich die Stadt dann mit dem neuen Eigner, dem Immobilienfonds Aurelis in der Hand von Investor George Soros – auf Kosten der Bürger, wie manche meinen.

Zwischen Meyer-Lovis Prospekten liegt auch ein Ausdruck einer großen Anfrage von CDU-Abgeordneten an die Hamburger Bürgerschaft. 33 Fragen zu den Plänen des Senats und der Bahn haben die Politiker gestellt. Auf viele davon wünschen sich Michael Jung und seine Bürgerinitiative schon lange Antworten. Auch, wenn es sie überrascht, dass ausgerechnet die CDU ihnen jetzt beispringt.

Im nächsten Jahr soll es mit dem Umzug losgehen, 2023 soll alles fertig sein

Etwa die Hälfte der Fragen müssen Meyer- Lovis und seine Leuten nun beantworten helfen, weil sie auch Angelegenheiten der Bahn berühren. Im nächsten Jahr soll es mit dem Umzug losgehen, 2023 soll alles fertig sein, geht es nach den Bahnern.

Altonaer Bahnhof

Befürchtet schwerwiegende Nachteile: Jan-Oliver Siebrand von der Handelskammer Hamburg. Foto: Sebastian Grundke

Was dann in Diebsteich geschieht, beschäftigt auch die Hamburger Handelskammer. In Zimmer 352 der Hamburger Handelskammer hängt eine riesige Landkarte von Hamburg mit vielen roten Markierungen. In dem Zimmer arbeitet Jan-Oliver Siebrand. Er leitet die Abteilung der Kammer für Stadtentwicklung. Längst hat er eigene Pläne für das Gebiet um den neuen Bahnhof in Diebsteich entwickeln lassen.


2 Hochhäuser will die Stadt als Bahnhofsempfangsgebäude bauen. Dafür werden insgesamt 30 Millionen Euro investiert 360 Millionen Euro wird die Verlegung des Bahnhofs Altona voraussichtlich kosten 2023 sollen Fernreisende bereits in Diebsteich in den Zug steigen können


Eine Mehrzweckhalle für Konzerte und Party-Events, Sportplätze auf dem Dach der Lagerhalle eines Großhändlers, ein Parkhaus, ein Hotel, ein Kongresszentrum.

Solche Dinge plant er dort. Diebsteich heißt auf diesen Plänen schon gar nicht mehr Diebsteich, sondern nach dem neuen Bahnhof, der Altona heißen wird. Der bisherige Altonaer Bahnhof wird dann Altona- Mitte heißen, zumindest diese Bahnhofsumbenennung ist, sagt Siebrand, beschlossene Sache.

Er blättert durch seine Unterlagen, erklärt Pläne und Skizzen, den Masterplan der Kammer eben. Er hat heute keinen Schlips um. Seit in der Kammer die Reformer das Sagen haben, geht das. „Die Stadt führt da momentan vorbereitende Untersuchungen durch“, erklärt er dann. Das sei der erste Schritt zu einer sogenannten städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme, die die Umwidmung der Grundstücke dort nach sich ziehen könnte. „Dies gilt als das schärfste planungsrechtliche Schwert“, sagt er.

Seine Kammer habe die Befürchtung, dass das Gebiet in diesem Zuge verstärkt als Wohngebiet ausgewiesen werden könnte. „Für die verbleibenden Betriebe könnte dies schwerwiegende Auswirkungen haben, etwa, dass künftig nicht mehr im Drei- Schicht-Betrieb, sondern nur noch im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet werden darf oder der Zu- und Anlieferverkehr deutlich eingeschränkt wird“, sagt er. Das seien nur zwei Beispiele dafür, was für die Wirtschaft auf dem Spiel stehe, wenn sich die Gegend zum Wohngebiet hin wandeln würde. Die Pläne der Kammer stehen im Widerspruch zu dem, was die Stadt für das Viertel plant.

Altonaer Bahnhof

Dirk Kienscherf von der SPD hat große Pläne für das neue Gebiet beim Diebsteich. Foto: Philipp Jung

Die Stadt, das ist in diesem Fall Dirk Kienscher, Experte für Stadtentwicklung der Hamburger SPD und Bürgerschaftsabgeordneter. „Das Konzept der Handelskammer ist so ganz hübsch und nett. Aber realistisch ist der Bau einer Parkanlage, also ohne Einnahmen, über eine große Gleisanlage bei laufenden Betrieb, nun wirklich nicht“, sagt er. Selbst beim Hauptbahnhof, den Gleisen zum Hühnerposten hin, habe es vielfach Überlegungen zur Überbauung mit Häusern und damit auch einer Gegenfinanzierung gegeben. „Aber bis heute hat das aufgrund der enormen Kosten keiner hingekriegt“, sagt er.

Dirk Kienscherf ist um Bürgernähe bemüht. Auf der Website des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten steht sogar seine Handynummer. Wie er so im Bistro nahe des Altonaer Bahnhofs sitzt und an einem Käsebrötchen kaut, kauft man ihm diese Nähe auch ab. Er ist sogar gekommen, obwohl er momentan mit einer alten Sportverletzung kämpft. Seine Krücken lehnen neben ihm. Den Weg vom Bahnhof ist er praktisch gehumpelt.

„Bis spätestens 2024 muss dieser Bahnhof in Diebsteich stehen, aber was danach kommt, dafür werden wir uns mehr Zeit nehmen“, sagt er. Mit der städtebaulichen Entwicklungsplanung hätten sie jetzt Vorkaufsrechte geltend gemacht. „Wenn jemand auf die Idee kommt, dort mit den Grundstücken zu spekulieren, geht das nicht“, sagt er.

Wie sich das ganze nach der Bahnhofsverlegung tatsächlich weiterentwickeln wird, sei noch offen. Kienscherf plant jedenfalls zwei Hochhäuser mit je 16 bis 20 Stockwerken beim Diebsteich, sozusagen als Bahnhofsempfangsgebäude. Die Grundstücke hat die Stadt bereits gekauft. Die wollte dort ein Bahnhofsgebäude bauen, das Kienscherfs Meinung nach viel zu klein gewesen wäre. Er spricht in dem Zusammenhang gerne von einer Hundehütte.

Auch hat Kienscherf durchgesetzt, dass der neue Bahnhof in Diebsteich längere Bahnsteigüberdachungen bekommt.

Rund 30 Millionen wird das Ganze die Stadt etwa kosten. Langfristig stellt er sich eine Entwicklung wie in Altonas Mitte vor, also mehr Wohnhäuser mit einem Drittel Sozialwohnungen.

Altonaer Bahnhof

Das Ende naht: Feuchtbiotop am Bahnhof Diebsteich. Foto: Philipp Jung

Michael Jung hält an und steigt vom Fahrrad ab. Er ist jetzt mitten im Niemandsland zwischen Altona und Diebsteich angekommen. Nun ist er nur  mit Bahnbelangen befasst, um die Waggonbeschaffung hat er sich damals zum Beispiel gekümmert. Den Krach um den Tiefbahnhof Stuttgart 21 hat er vorhergesehen – jedenfalls, dass das Ganze nicht wie geplant finanzierbar ist. Nun befürchtet er so etwas in kleinerer Form auch in Hamburg. Er würde gerne verhindern, dass es so kommt. So denkt Jung: Wenn etwas noch nicht komplett feststeht, wird es schlimmer als gedacht. Er ist der Pessimist unter den ganzen Zahlenmenschen, die sich mit diesem Projekt beschäftigen. Vielleicht ist er auch der einzige, der laut seine Zweifel äußert. Seine Bürgerinitiative hat auch dem neuen Bahnvorstand geschrieben. In dem Brief prangert er die Missstände des Projekts an: Die mangelnde Bürgerbeteiligung, die fehlende Transparenz und die Gefahr, dass die Kosten steigen zum Beispiel. Den Bahnvorstand fordert er auf, dass Projekt zu stoppen. Er bekam eine freundliche, aber abschlägige Antwort.

Jung steigt wieder aufs Fahrrad. Er möchte noch das Feuchtbiotop am Diebsteicher Bahnhof zeigen. Das soll zugeschüttet werden. Auch weiß er von einigen Gewerbetreibenden dort, die ihre Grundstücke vielleicht bald gewinnbringend verkaufen und dann wegziehen werden.

Deren Niederlassungen möchte er ebenfalls noch zeigen.

/ Text: Sebastian Grundke /Beitragsbild: Philipp Jung


Mehr Infos gibt’s unter www.bahnprojekt-hamburg-altona.de

Jannes Woche 17 23: Künstlerinnen

Die vergangene Woche ist mir ein Thema besonders aufgefallen und zwar, weil eine Freundin und wir selber jede Menge damit zu tun haben: Frauen im Veranstaltungsgeschäft 

 Dieses Jahr durfte ich auf der vom Jahrgang der Veranstaltungskaufleute organisierten Meet Hamburg eine Diskussion über das Thema moderieren und das Blogmagazin Mit Vergnügen Hamburg stellte seine letzte Party unter das Motto »Girl Power«. 

In der vergangenen Woche haben wir in unserem Spendenclub Unterm Strich unsere Female DJ Night veranstaltet, in der wir zeigen wollten, was Hamburg für tolle weibliche DJs hat. Bei uns haben alleine fünf an der Zahl aufgelegt. Gleichzeitig hat das Musikerinnen-Kollektiv Ladies Artists Friends den Vorverkauf für ihr zweites Konzert begonnen. 

Und unsere Freundin Andrea Rothaug vom RockCity Hamburg e.V. hat uns mit der größten Nachricht beglückt: Der Verein hat eine eigene Interessenvertretung namens musicHHwomen – art.business.media gegründet.

Im Rahmen eines Frühschoppens versammelten sich 50 selbständige Musikfrauen aus den Bereichen Art, Business und Media im St. Pauli Club kukuun, um die neue Plattform zu initiieren. Neben Qualifikation, Evaluation, Präsentation, Jobvermittlung, Mentoring-Programm, Training, Politik, Nachwuchspflege und Netzwerktreffen wird musicHHwomen auch eigene Formate entwickeln, die Frauen die Arbeit in der Musikbranche erleichtern.

Andrea Rothaug dazu: »Die gezielte Förderung von Frauen in Führungspositionen, als Urheberinnen oder Firmeninhaberinnen in der Musikbranche ist uns ein besonderes Anliegen.“

Drei Zahlen zum Verdeutlichen:

  • Anteil der Mitgliedsunternehmen des VUT, die von Frauen geführt werden: 7,4 %
  • Anteil von Frauen auf Festivals: unter 8 %
  • Anteil von Produzentinnen, Schlagzeugerinnen, Frauen in Führungspositionen, Labelbetreiberinnen in Hamburg: unter 6 %.

Wir lesen uns Montag wieder, 

Jannes

 /Foto: RockCity Hamburg e.V.


Who the fuck is… Jannes Vahl*?

Jannes Kolumne SZENE HAMBURGVision von und für Hamburg 
Kein Schwarz und Weiß, Kreativität Tag und Nacht, Natur grün und blau. 
 Rezept zum Runterkommen bei zu hohem Lebenstempo 
Meditation. Basketball. Radfahren. 
Karma-Cocktail für ein korrektes Leben 
Rumcola. Und jeden Tag versuchen, ein besserer Mensch zu sein.  ?

*Jannes Vahl ist Clubkinder-Gründer und Inhaber der Agentur Polycore. Und gibt jede Woche bei uns seine persönliche Sicht auf seine Woche. 

Bedrohte Räume #12: Der Schilleropa – eine Archäologie der Unterhaltung

Irgendwas um die Zweitausender war es, da verknallte ich mich in den Senior.

Damals.

Als wir mit Flöten, Pfannen und Filmprojektoren hageldicht und auf allen Vieren durch den Schilleropa von Nils und Christopher krabbelten, um seinen einsturzgefährdeten Manegentrakt zu entern.

Die Nächte waren so wie ich sie mag: erregend, abgefuckt und vollgerümpelt mit gaffageflicktem Sperrmüll. Schummrig, verqualmt, ledrig.

Der versteckte Ort auf St. Pauli – ein geriatrischer Opa mitten in der Kinderdisko.

Damals. Da trug ich noch mein „Ring deutscher Makler – Der Terror geht weiter“-T-Shirt und schlief mit der Faust in der Tasche. Ich weiß noch, wie Benjamin Maack nach einer Lesung seinen Gedichtband abfackelte, er wollte Spiegeleier für die Leute braten.

Dutzende wunderbarer Bands und Erlebnisse, solange bis Nils und Christopher außen und innen so schrott waren wie der Schilleropa, den sie mit Leben füllten.

Damals. Und heute?

Während die Flora blüht, ist der Schilleropa immer noch an Armen und Beinen genagelt. Ein geschundener Körper aus dem Maden, Ratten und Geköter fliehen, in den Händen von raffenden Erben, bei denen sich nichts bewegt, außer die Pupille beim Blick auf den steigenden Wert ihres Baugrundstücks.

Wüsste Konstrukteur Gustave Eiffel, wie hier in Hamburg mit seinem Stahlskelett umgegangen wird, Erbrechen wäre nur eine von Einhundert möglichen Antworten.

Doch statt ihn zu schützen,  haben Schicksal, Eigner und Pächter dem Schilleropa 128 Jahre lang ein wirklich stinkendes Schnittchen geschmiert: Dutzende von Fehlnutzungen, Tauben, Ratten, Unwetter und ein klaffendes Loch wehen seit Jahrzehnten zum Doppel-A0 Fenster hinein.

Sterben ist wie schlafen, nur ewig, denke ich – der schöne Stahlopa als Kleinod frühindustrieller Tragwerksarchitektur, erhaltenswerter Erinnerungsort in jeder Faser seines Seins, Künstler von Rang, Manege, Arena, Rundbau, Amphitheater. Der letzte Zirkusbau seiner Art in Deutschland, buchstäblich filetiert, abgenagt, dem Verfall und Sterben hingegeben, im vollen Bewusstsein, dass hier Schützenswertes vor die Hunde geht.

Doch dieser wichtige Erinnerungsort muss jetzt gerettet werden, ob als vegetierendes Opa-Mahnmal in Gentrifipauli oder zum Leben erweckter Kultursenior.

Deshalb gilt mein tiefster Knicks des Monats der Initiative zur Rettung des Schilleropas, denn sie treten den aktuellen Absichten der Eigentümer zur Befreiung des Denkmalschutzes mit Petition, Behörde und Wumms entgegen.

Du auch? Sign here, please:  http://bit.ly/2qAQDf4

Eure Raumsonde

Andrea

/ Beitragsbild: Ajepbah


Who the fuck is…

Andrea Rothaug Szene Hamburg Stadtmagazin

Foto: Katja Ruge

 

 

Andrea Rothaug ist eine musikalische Raumsonde mit Hang zum Wort, Kulturmanagerin, Autorin, Dozentin, Veranstalterin, Präsidentin. Was diese Frau so alles treibt, erfahren Sie auf  Ihrer Website

(23.6.) altonale, book.beat, Thalia in der Gaußstraße, 19.30 Uhr

Zum fünften Mal heißt es im Rahmen der altonale: Vorhang auf für Song- und Prosatexte, Pop und Poesie, Glam und Gloria! Kurz: für book.beat.

book.beat

Reisen und nie ankommen wollen: Dennis Gastmann. Foto: ©Dennis Gastmann

Im Wechsel auf zwei Bühnen treten auf: Dennis Gastmann, Mary Jane Insane, Andreas Stichmann, Ella Carina Werner und Veranda Music. Dennis Gastmann liest aus seinem „Atlas der unentdeckten Länder“.

book.beat

Bringt Songkunst ins Spiel: Mary Jane Insane©privat

Die Singer-/Songwriterin Mary Jane Insane ist einer US-Metropole unheilbar verfallen und spielt Songs ihrer EP „from Epstein to New York“.

book.beat

Geschliffene Beiträge: Andreas Stichmann. Foto: Patricia Neligan.

Andreas Stichmann präsentiert eine Passage aus seinem neuen Roman „Die Entführung des Optimisten Sydney Seapunk“, Ella Carina Werner, Lesebühnen-Aktivistin und Redakteurin der „Titanic“, liest ein Best-of ihrer satirischen Texte.

Mag’s satirisch: Ella Carina Werner (c) Vera Tammen

Die Band Veranda Music spielt alte und neue Songs. Vielleicht sogar ganz neue, noch nicht veröffentlichte. Ein feines Crossover erwartet euch an diesem Abend!

altonale

Kündigen neues Material an: Veranda Music © privat

/ Beitragsbild: Thomas Panzau


Thalia in der Gaußstraße
23.6.17, 19.30 Uhr

Eintritt 16/14 Euro

Tickets: www.altonale.de/literatur, an der altonale Infobox (Spritzenplatz, ab 6. Juni), sowie unter www.thalia-theater.de