Zukunft gesucht? PIERDREI gefunden!

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Eine Ausbildung in der Hotellerie eröffnet eine Welt mit ungeahnten Möglichkeiten. Und im PIERDREI Hotel kann der perfekte Start in die eigene Zukunft gelingen

Ein neuer Club auf dem Kiez? Nein, viel besser. Deine Zukunft in der Hotellerie und/oder Gastronomie. Am Sandtorkai 46, in Hamburgs faszinierender HafenCity, befindet sich nicht nur das spektakuläre PIERDREI Hotel, sondern es gibt auch jede Menge Möglichkeiten, die eigene Zukunft ziemlich aufregend und kreativ zu gestalten. Ganz gleich, ob man einen Job sucht, einen Ausbildungsplatz oder die ganz große Karriere in der Hotellerie anstrebt, beim PIERDREI Hotel erwartet einen das perfekte Umfeld, um sich ganz individuell zu entwickeln. Noch ohne Plan für die eigene Zukunft? Das PIERDREI weiß Rat. Einfach melden und mit den potentiell neuen Kolleg:innen über die eigene, ganz persönliche große Freiheit sprechen. Und sich bei Gelegenheit gleich schon mal umschauen!


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„Ich fange morgens immer gegen 7 Uhr an“

Sarah ist 18 und steht kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung zur Elektronikerin bei der Gerhard Köpke Elektromontagen GmbH. Ein Gespräch übers Lernen, typische „Männerberufe“ und eine Perspektive im Handwerk

Interview: Felix Willeke

 

Seit 1968 kümmert sich die Gerhard Köpke Elektromontagen GmbH um alles, rund um Elektronik in Hamburg. Von Datennetzen über Sicherheits- und Kommunikationstechnik bis hin zur Elektrotechnik in Gebäuden und der Elektroinstallation. Mittlerweile arbeiten rund 160 Azubis, Gesell:innen und Meister wie auch DiplomIngenieur:innen der Elektrotechnik bei Elektro Köpke. Sarah hat nach dem ersten allgemeinen Schulabschluss ihre Ausbildung zur Elektronikerin begonnen. Ende 2022 stehen für die 18-Jährige die Abschlussprüfungen an. Im Gespräch erzählt sie von ihren Erfahrungen, dem Umgangston auf der Baustelle und ihre eigenen Perspektive.

Hallo Sarah, wie oft musstest du schon Freund:innen beim Umzug mit Steckdosen oder Ähnlichem helfen?

Sarah: Zum Glück noch gar nicht (lacht). Die wohnen alle zum Großteil noch zu Hause, auch weil viele noch zur Schule gehen und gerade kurz vorm Abi stehen. Aber das kommt bestimmt!

Während deine Freund:innen Abi machen, bist du Ende des Jahres schon mit deiner Ausbildung bildung zur Elektronikerin fertig, wie bist du überhaupt dazu gekommen?

Eigentlich war der Girls’Day an meiner alten Schule der Auslöser. Dabei sollen Mädchen in „Männerberufe“ reinschnuppern und umgekehrt. Im Zuge dessen haben ich mich informiert.

Und wie bist du dabei auf den Beruf Elektronikerin gestoßen?

Ich habe mich schon immer für Elektrik und die Sachen interessiert, die damit zu tun haben. Ich wollte immer wissen, wie die Dinge funktionieren. Deswegen habe ich für den Girls’Day auch nach Unternehmen gesucht, die in dem Bereich arbeiten. So bin ich auf Elektro Köpke gestoßen.

Und wie kamst du vom Girls’Day zur Ausbildung?

Der Tag in der Firma hat mir einfach so gut gefallen, dass ich mir vorgenommen habe, mich nach meinem Abschluss nach der neunten Klasse auf die Ausbildung zu bewerben und jetzt sitze ich hier.

 

„Auf der Baustelle herrscht allgemein ein anderer Ton“

Ist Elektroniker:in denn noch ein typischer „Männerberuf“?

Ich würde sagen, dass sich das wandelt. Natürlich habe ich in meiner Ausbildung meistens mit Männern zu tun, aber wenn ich mich zum Beispiel in der Berufsschule oder bei der Innung (die Innung ist die Interessenvertretung eines Handwerks auf regionaler Ebene, Anm. d. Red.) umschaue, machen auch immer mehr Frauen die Ausbildung. Ich denke also, dass sich da schon was ändert.

Gehen die Männer mit dir als Frau anders um?

Ich sage es mal so: Sie benehmen sich besser und lassen den einen oder anderen Spruch stecken (lacht). Aber auf der Baustelle herrscht allgemein ein anderer Ton, das ist aber eine Sache, an die man sich schnell gewöhnt. Letztendlich macht es keinen Unterschied, ob ich Mann oder Frau bin, Hauptsache ich mache meinen Job vernünftig.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Ich fange morgens immer so gegen 7 Uhr an und ein Arbeitstag endet meistens um 16.30 Uhr, wobei wir am Freitag meistens früher aufhören. Wo ich arbeite, hängt dabei immer von der jeweiligen Station ab. Im Moment bin ich auf einer Baustelle für ein Bürogebäude am Lohsepark in der HafenCity. Wenn ich da morgens ankomme, bespreche ich zuerst mit meinem Ausbilder, was am Tag ansteht.

Und was sind deine Aufgaben?

Im Moment baue ich sehr viele Hohlwanddosen ein. Hohlwanddosen sind Verbindungsdosen, in die später Dinge wie Steckdosen eingesetzt werden. Wir brauchen die, damit die Kabel in der Hohlwand nicht später einfach so rumliegen und sicher verbunden werden können.

 

Berufsschule, Innung und auf’m Bau

Welche Stationen durchläufst du in deiner Ausbildung?

Die Ausbildung ist bei uns dreigeteilt. Wir sind auf der einen Seite im Betrieb. Dabei durchlaufen wir verschiedene Stationen, bei bestimmten Gesellen, die selbst ihre eigenen Schwerpunkte haben. Dass sind dann Dinge wie Datentechnik, die Brandmeldeabteilung, der Schwachstrombereich. Dabei arbeiten wir meistens auf Baustellen. Dazu kommt dann noch der Bereich Service. Pro Bereich kann man sagen, dass wir als Azubis bei jedem Gesellen rund vier Monate arbeiten. Auf der anderen Seite steht die schulische Ausbildung. Wir sind immer in Blöcken von zwei bis vier Wochen in der Berufsschule. Da geht es dann zumeist um die theoretischen Grundlagen. Mathe und auch Physik spielen da zum Beispiel eine Rolle. Dazu kommen bei uns als Elektroniker:innen die Kurse bei der Innung. Dort liegt der Fokus dann mehr auf der praktischen Grundlagenarbeit.

Sind die Stationen komplett vorgegeben oder hast du Mitspracherecht bei der Gestaltung deiner Ausbildung?

In den ersten anderthalb Jahren ist natürlich viel vorgegeben. Aber wenn man mehr Erfahrungen hat, kann man sagen, dass man in den einen oder anderen Bereich noch tiefer einsteigen möchte und dann bleibt man da auch länger, wenn es passt.

Köpke ist mit seinen über 160 Mitarbeitenden ein relativ großer Betrieb, hast du dadurch mehr Möglichkeiten?

Ich denke schon. Natürlich habe ich keinen Vergleich. Aber dadurch, dass wir so ein großer Betrieb sind, können wir viele Bereiche abdecken und wir als Azubis haben dann die Möglichkeit, in vielen Dingen Erfahrungen zu sammeln. Deswegen haben wir für eine spätere Spezialisierung auch eine größere Auswahlmöglichkeit.

 

„Ich mache lieber und rede weniger“

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Auf der Suche nach dem richtigen Bauteil muss auch in der Ausbildung noch mal etwas nachgeschlagen werden (©Köpke/Oliver Nauditt)

Hast du denn schon einen Lieblingsbereich?

Aktuell bin ich auf der Baustelle ziemlich zufrieden. Mir gefällt es, die grundlegenden Arbeiten zu machen. Denn auch wenn man sich später spezialisiert, müssen alle, egal ob Meister, Geselle oder Azubi die Grundlagen beherrschen.

Gibt es denn auch Dinge, bei denen du gemerkt hast: „Die liegen mir gar nicht“?

Natürlich gibt es so die grundlegenden Dinge wie Kabel ziehen. Die einen lieben es, die anderen hassen es. Da bin ich aber pragmatisch, das muss halt gemacht werden. Ich bin ich mir aber relativ sicher, dass meine Zukunft nicht im Service liegt.

Warum?

Ich bin ein praktischer Mensch. Ich mache lieber und rede weniger.

Und wie lernst du am besten?

Durch Zugucken und dann selbst machen. Am Anfang der Ausbildung war das auch mein Alltag. Ich habe den Gesellen meistens bei der Arbeit zugeschaut und es dann versucht selbst zu machen. Jetzt, nach fast drei Jahren, schaue ich fast gar nicht mehr zu, sondern kann die meisten Aufgaben schon komplett allein erledigen.

Was war denn bisher deine größte Herausforderung?

Ich habe schon im ersten Lehrjahr ein Glasfaserkabel spleißen (das Zusammenfügen von zwei Kabeln, Anm. d. Red.) dürfen. Aber eigentlich ist es das schönste Gefühl, wenn ich durch die Stadt fahre und weiß: Da habe ich gearbeitet und bei dem Haus habe ich das oder jenes Kabel gelegt oder so. Am häufigsten muss ich dabei tatsächlich an das Herold-Center in Norderstedt denken, da habe ich bei meinen ersten Stationen viel gearbeitet und gelernt.

 

„Ich möchte Werbung für uns als Elektroniker:innen machen“

Was braucht es, um eine gute Elektronikerin zu werden?

In erster Linie Interesse und Lust auf das Handwerk. Aber auch ein bisschen Kraft sollte man mitbringen, die Maschinen sind zum Teil ganz schön schwer. Dann ist es relativ klar, dass man auch ohne ein gutes Mathe- und Physikverständnis nicht sehr weit kommt und es muss einem bewusst sein, dass man bei der Arbeit dreckig wird.

Und wie sieht es finanziell aus?

Ich bin zufrieden. Für uns Azubis liegt das Gehalt immer so um die 1.000 Euro, je nach Lehrjahr. Aber wenn man heute sagt: „Ich verdiene im dritten Lehrjahr 1.000 Euro“, kann das in zwei Jahren auch wieder mehr sein. Das hängt natürlich auch immer von der wirtschaftlichen Lage ab.

Und wie sind die Übernahmechancen?

Gut, denke ich (lacht). Ich würde auf jeden Fall auch als Gesellin bei Elektro Köpke bleiben und Fachkräfte werden ja zur Zeit überall gesucht.

Hast du Tipps für zukünftige Azubis?

Ich möchte erst mal Werbung für uns als Elektroniker:innen machen. Von außen merkt man oft gar nicht, wie vielfältig der Job ist und dazu nimmt man auch noch viel praktisches Wissen für den Alltag mit, Stichwort Umzug (lacht). Allgemein denke ich, dass man sich vorher gut informieren sollte. Dabei helfen die Betriebspraktika in der Schule, der Girls’- und der Boys’Day und dann auch vielleicht noch ein Praktikum nach dem Abschluss.


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„Wir wollen die IT-Manager:innen von morgen ausbilden“

Jana Langkabel (31) arbeitet beim Zentrum für Aus- und Fortbildung der Stadt Hamburg. Sie koordiniert den Aufbau und ist Projektleiterin für den neuen Studiengang E-Government, den die Stadt ab 2023 in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) anbietet. Im Gespräch erklärt sie, wie das neue Studium den digitalen Wandel voranbringen soll, was es braucht, um E-Government zu studieren und ob sie selbst für den neuen Studiengang noch mal die Hörsaalbank drücken würde

Interview: Felix Willeke

 

Moin Frau Langkabel, was haben sie eigentlich studiert?

Jana Langkabel: Ich habe Public Management studiert. Das ist ein dualer Studiengang der Stadt Hamburg in Kooperation mit der HAW.

Wie sind Sie dann beim Zentrum für Aus- und Fortbildung (ZAF) gelandet?

Das hat sich entwickelt. Die öffentliche Verwaltung ist deutlich vielfältiger, als die meisten denken. Bevor ich im ZAF gelandet bin, habe ich in der Personal- und Organisationsentwicklung gearbeitet. Dort konnte ich dann ein abteilungsübergreifendes Digitalisierungsprojekt mit aufbauen. Das heißt, ich habe geholfen, die Beschäftigten in der Behörde auf den Weg in die Digitalisierung mitzunehmen. So bin ich zum Thema Digitalisierung gekommen und habe wenig später angefangen, direkt im IT- und Digitalisierungsbereich zu arbeiten. Dann habe ich gesehen, dass eine Projektleitung für den neuen dualen Studiengang E-Government gesucht wird, und jetzt bin ich hier (lacht).

Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es denn noch bei der Stadt außer des Studiengangs Public Management?

Bei der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) selbst unzählige. Wir vom Zentrum für Aus- und Fortbildung verantworten zentral die Einstellung der Nachwuchskräfte unserer Ausbildungs- und Studiengänge. Neben dem Studiengang Public Management bietet die Stadt Hamburg auch den Studiengang Soziale Arbeit an. Darüber hinaus stellen wir in der Allgemeinen Verwaltung zum Beispiel auch Auszubildende zu Verwaltungsfachangestellten ein und ab 2023 kommen Nachwuchskräfte des neuen Studiengangs E-Government dazu. Die Ausbildung findet in den unterschiedlichen Behörden und Ämtern Hamburgs statt.

Schwerpunkt Informatik und Mathematik

Sie haben den neuen Studiengang schon angesprochen. Was ist E-Government genau?

Der Studiengang wird am Ende Verwaltung und Informatik verbinden. Inhaltlich ist das Studium breit gefächert. Auf der einen Seite stehen die Grundlagen in der Informatik und Mathematik, wie IT-Sicherheit, Programmiersprachen und Datenschutz und auf der anderen Seite kommen Grundlagen aus der Verwaltung hinzu. Das sind Bereiche und Themen der Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften.

„In welchem Bereich die Absolvent:innen genau arbeiten werden, lässt sich nur mit einem Wort beantworten: überall“
Jana Langkabel

Wie unterscheidet der neue Studiengang sich vom Studiengang Public Management?

E-Government ist als komplett eigenständiger Studiengang konzipiert. Wir sprechen damit Personen an, die Lust haben an der digitalen Weiterentwicklung der Verwaltung mitzuarbeiten und dazu informatik- und mathematikaffin sind. Nach dem Studium können die Absolvent:innen als Tarifbeschäftigte bei der Stadt Hamburg arbeiten und nach kurzer Zeit auf Wunsch auch verbeamtet werden. Sie sind Spezialist:innen für IT-bezogene Themenfelder und Projekte. Der Unterschied zu Public Management ist vor allem der Schwerpunkt Informatik und Mathematik. Studierende des Public Management sind eher Generalist:innen in allgemeinen Verwaltungsangelegenheiten. Beim Studiengang E-Government bilden wir schlussendlich Menschen aus, die sich in beiden Sphären als Vermittler:innen möglichst optimal bewegen können.

Ein Schub für die Digitalisierung

Warum ist so ein Studiengang notwendig?

Weil die Stadt Hamburg erkannt hat, dass sie für den digitalen Wandel eines so komplexen Gebildes wie der Verwaltung nicht nur externe Expertise heranziehen kann. Wir wollen auch unsere eigenen Expert:innen ausbilden, die dann den Wandel optimal mitgestalten können. Und am Ende geben diese Absolvent:innen, so hoffen wir, dem Digitalisierungsprozess auch noch mal einen Schub.

Warum hat man dafür ein Studium konzipiert und keine Ausbildung?

Das Studium ist ein erster Schritt in der Entwicklung zur Ausbildung eigener Fachkräfte in diesem spezifischen Bereich und die Entwicklung des Studienganges war auch Teil des aktuellen Koalitionsvertrags. Ich will nicht ausschließen, dass es in diesem Arbeitsfeld zukünftig auch noch ein Ausbildungsangebot bei der Stadt geben kann.

Die Übernahmechancen sind gut

Welche Berufsbilder stehen einem nach dem Studium offen?

Wir sehen in den zukünftigen Absolvent:innen Übersetzer:innen und Vermittler:innen zwischen den unterschiedlichen Fachbereichen und IT-Bereichen. Dazu können sie (hoffentlich) auch neue Impulse setzen, weil sie sich in beiden Bereichen auskennen und wissen, was jeweils die Notwendigkeiten sind. In welchem Bereich die Absolvent:innen genau arbeiten werden, lässt sich nur mit einem Wort beantworten: überall. Es gibt in der ganzen Verwaltung Prozesse, Projekte und Vorhaben, die ihre Expertise in Zukunft benötigen. Das reicht von der IT im Bezirksamt bis hin zu Entwicklung von Online-Diensten oder Apps für Bürger:innen.

Und wie sind die Übernahmechancen?

Unser klares Ziel ist es, alle erfolgreichen Absolvent:innen auch in eine dauerhafte Beschäftigung zu übernehmen.

Die Resonanz ist schon heute gut

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„Mir macht die Vermittler:innenrolle unglaublich viel Spaß“, sagt Jana Langkabel vom ZAF (©privat)

Der Studiengang Public Management geht über sechs Semester, E-Government studiert man zukünftig aber sieben Semester, warum?

Das liegt einerseits an den umfangreichen Studieninhalten, aber andererseits auch am dualen Charakter der Ausbildung, sprich an den Praxisphasen. Die Studierenden starten im Oktober 2023 erstmals für zwei Semester mit Theorie an der HAW. Dann folgt im dritten Semester Praxis in einer Dienststelle der öffentlichen Verwaltung und das Ganze wiederholt sich im sechsten Semester. Das siebte Semester sollen die Studierenden dann wieder an der Hochschule verbringen und sich auf ihre Bachelorarbeit konzentrieren.

Wie sind denn die Praxisphasen konzipiert?

Hier merken wir schon jetzt, dass es eine hohe Nachfrage in der Verwaltung gibt. Wir haben schon heute rund 100 Stellen, die sich für eine:n Studierenden in der ersten Praxisphase interessieren und das obwohl diese erst im Oktober 2024 ihren Praxiseinsatz starten. Vom Aufbau her ist es das Ziel, das wir den rund 30 Studierenden pro Jahrgang eine Art Marktplatz mit Wahlmöglichkeiten zur Verfügung stellen wollen, aus dem sie dann ihre Praxisstationen auswählen können. Die Praxisphasen sollen aber auch einen sogenannten Perspektivwechsel beinhalten, um auch aus Anwender:innensicht auf die eigenen Projekte zu gucken und um festzustellen: Was braucht es überhaupt? Genau diesen Perspektivwechsel sollen die Absolvent:innen später auch in ihrer Vermittler:innenrolle leisten können.

In einem dualen Studium gibt es ja auch eine Ausbildungsvergütung …

… das stimmt (lächelt). Im Fall des Studiengangs E-Government, werden die Studierenden für die gesamte Studienzeit mit rund 1.400 Euro brutto monatlich vergütet. So können Sie sich voll und ganz dem Studium widmen.

Es braucht Affinität zur Informatik

Was sollte man mitbringen, um E-Government zu studieren?

Zur Immatrikulation braucht es eine Hochschulzugangsberechtigung, zum Beispiel Abitur oder Fachhochschulreife. Wer auf dem Weg dahin ist, kann sich jetzt bewerben und seine letzten beiden Zwischenzeugnisse vorlegen. Dann ist wie erwähnt Mathematik wichtig. Da erwarten wir von den Bewerber:innen eine gute Note. Was die Fächer Englisch, Deutsch und Gemeinschaftskunde anbelangt, braucht es zumindest ein befriedigend. Neben diesen Hard Facts, die es auf jeden Fall braucht, richtet sich der Studiengang aber nicht nur an Abiturient:innen. Er ist auch offen für Menschen, die schon erste Berufserfahrung haben und sich umorientieren möchten. Was aber alle mitbringen sollten, ist die Affinität zur Informatik und auch die Lust und Fähigkeit zur Kommunikation. Denn als Vermittler:in ist das unerlässlich.

Würden Sie den neuen Studiengang gerne studieren, wenn sie die Möglichkeit hätten?

Ich habe in den Jahren, in denen ich in der Verwaltung arbeite gemerkt, dass mir die Vermittler:innenrolle unglaublich viel Spaß macht. Jedoch fehlte mir ein wenig die Verbindung zur Informatik. Das war etwas, was bei mir in der Schule nicht angeboten wurde. Erst im Beruf bin ich mit dem Thema IT in Berührung gekommen. Aber wenn ich noch einmal neu starten müsste, wäre das auf jeden Fall auch für mich ein attraktives Angebot, das mich sehr reizen würde.


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Hochschule Fresenius: Die besten Aussichten für dich und deine Zukunft

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An der Hochschule Fresenius in Hamburg findest du genau das Studium, das zu dir und deinen Zukunftsplänen passt.

Das Studium ist eine neue und unglaublich spannende Lebensphase. Aber es kann dich auch vor die eine oder andere Herausforderung stellen – allein schon bei der Wahl des passenden Studiengangs. An der Hochschule Fresenius in Hamburg hast du viele spannende Optionen: von zum Beispiel Wirtschaftspsychologie über Game Design bis hin zu BWL und Sportmanagement.

Auch die AMD Akademie Mode & Design, der Fachbereich Design der Hochschule Fresenius, ist am Campus in Hamburg vertreten – und genau das Richtige für dich, wenn du dich für ein Studium in Design, Mode & Designmanagement oder Fashion Journalism & Communication begeisterst. Und wenn dein Herz für Gesundheit schlägt, kannst du an der Carl Remigius Medical School Physician Assistance studieren.

 

Mehr für dich und deine Fähigkeiten

Für welches Studium du dich auch entscheidest, eins ist sicher: Überfüllte Hörsäle wirst du an der Hochschule Fresenius nicht finden. Denn hier lernst du in kleinen Studiengruppen, was die Lehrveranstaltungen sehr persönlich macht. Das Studium folgt einer klaren Struktur und gibt dir doch genügend Freiraum, damit du auch deinen persönlichen Interessen folgen kannst. Du kannst in vielen Studiengängen zwischen verschiedenen Schwerpunkten wählen und auch neben den Lehrveranstaltungen deine Skills erweitern, zum Beispiel eine neue Sprache lernen oder an Start-up-Events im Pioneer Lab teilnehmen.

Die Studieninhalte sind zudem sehr praxisnah. So erwirbst du Fachwissen und Kompetenzen, die dich in deinem späteren Berufsalltag weiterbringen werden. Außerdem kannst du dich mit Unternehmenspartnern der Hochschule vernetzen, Einblicke in die Arbeitspraxis erhalten oder praxisorientierte Projekte durchführen. Diese Praxisnähe erleichtert dir später den Übergang vom Studium in den Beruf.

Mehr Infos zum Studium an der Hochschule Fresenius findest du unter hs-fresenius.de


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Job mit Zukunft: „Sofa“ bei der Knappschaft-Bahn-See!

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Bennet Seemann ist angehender Sozialversicherungsfachangestellter (Sofa). Im Interview erzählt er, was ihm an dem Beruf gefällt und warum er die Ausbildung bei der Knappschaft-Bahn-See macht.

Bennet, warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Mein Großvater hat in der Verwaltung gearbeitet und konnte mich früh für den Job im Büro begeistern. In der Schule hatte ich Spaß am Umgang mit Gesetzen. Und durch Praktika in verschiedenen Bereichen der Verwaltung habe ich gemerkt, dass die verantwortungsvollen und abwechslungsreichen Aufgaben genau das Richtige für mich sind.

Warum bei der Knappschaft-Bahn-See?

Weil die KBS ein einzigartiges Verbundsystem ist und die Ausbildung hier einen Einblick in die verschiedenen Bereiche der Sozialversicherung bietet. Außerdem hat man nach der Ausbildung gute Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Beim Vorstellungsgespräch hatte ich ziemlich schnell das Gefühl, dass es der richtige Ausbildungsbetrieb für mich ist. Alle waren freundlich und offen.

Was macht die Ausbildung aus?

Es ist eine anspruchsvolle Ausbildung. Wir durchlaufen verschiedene Bereiche der Rentenversicherung, der sozialen Pflegeversicherung und der gesetzlichen Krankenversicherung. Das ist anders als bei anderen Ausbildungsstellen zum Sozialversicherungsfachangestellten. Man lernt, Gesetze zu verstehen und diese auch direkt an echten Fällen anzuwenden. So wird es nie langweilig. Die Ausbilder nehmen sich viel Zeit und sind immer da, wenn man Fragen hat. Auch für das Homeoffice hat uns die KBS mit der nötigen Technik ausgestattet und wir hatten immer einen Ansprechpartner, der uns bestmöglich unterstützt hat. Es ist ein angenehmes Arbeitsklima.

Fragen zur Ausbildung in Hamburg beantwortet Stephan Reimann,
Tel.: 040-30388 1835.
kbs.de/ausbildung


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Neues Semester, neues Glück: Tipps für den Semesterstart

Der Sommer ist vorbei und die Uni beginnt wieder. Die folgenden Tipps lassen euch motivierter und entspannter in den Unialltag starten, egal ob ihr bereits schon im Studium seid oder eure Studium jetzt beginnt

Text: Katharina Stertzenbach

 

Selbstorganisation im Studium: Das A & O

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Den Durch- und Überblick während des Studiums behalten, ist nicht immer einfach, hilft aber enorm (© Alexis Brown/unsplash)

Wer plant, behält den Überblick und startet entspannter ins Semester. Erstellt einen Stundenplan, der euch nicht zu viel abverlangt. Das heißt, drei Vorlesungen hintereinander und anschließend noch ein Seminar: Dabei schaltet man schnell ab, ist frustriert, weil so viel Neues gar nicht richtig aufgenommen werden kann. Ein guter Tipp: Schaut mal in das Modulhandbuch eures Studiengangs und checkt, wie viele Creditpoints (CP, auch LP, also Leistungspunkte, genannt) ihr für die Teilnahme an den jeweiligen Vorlesungen, Seminaren oder Übungen erhaltet. Denn die Anzahl der verliehen CPs richtet sich nach dem Arbeitsaufwand, der für die jeweilige Veranstaltung erbracht werden muss. Ein Creditpoint umfasst 25 bis 30 Arbeitsstunden. In einem Bachelorstudium müsst ihr insgesamt 180 Creditpoints erbringen. Bei einem Bachelorstudium wird also ein Arbeitsaufwand von 40 Stunden pro Woche eingeplant. Macht auf keinen Fall mehr als die 40 Stunden.
Außerdem extrem wichtig: Checkt schon zu Semesterbeginn die Prüfungstermine und Anmeldungen.

Money Rules the World: Nebenjob suchen

Mit Nebenjobs das Netzwerk erweitern und die Studi-Kasse ein bisschen füllen (Foto: Schnob / unsplash)

Mit Nebenjobs das Netzwerk erweitern und die Studi-Kasse ein bisschen füllen (© John Schnob/unsplash)

Es ist ja kein Geheimnis, dass Student:innen nicht gerade in Saus und Braus leben. Ein Nebenjob hat viele Vorteile. Erstens: Den monetären, denn Hamburg ist teuer. Mit einem Studi-Job könnt ihr eure Haushaltskasse aufbessern. Außerdem bietet ein Nebenjob einen idealen Ausgleich zum Studium. Beim Bar- oder Café-Job könnt ihr einfach mal in eine komplett andere Welt eintauchen. Ein weiteres Plus, wenn ihr neu in der Stadt seid: Durch einen Studi-Job lernt ihr automatisch neue Leute kennen. Hiwi-Jobs an der Uni, zum Beispiel in den eigenen Fachbereichen, haben den Vorteil, dass ihr nicht weite Arbeitswege einplanen müsst, meistens könnt ihr vor oder nach euren Veranstaltungen arbeiten. Außerdem könnt ihr die Hiwi-Jobs ideal zum Netzwerken nutzen.
Es gibt zahlreiche Internetseiten, die euch bei der Suche nach dem passenden Nebenjob helfen, etwa das Stellenwerk, die Jobmensa und die App Zenjob.

Sport: Der perfekte Ausgleich zum Studium

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Sport ist der perfekte Ausgleich zum Studium (© conscoius/unsplash)

In der Uni verbringt ihr viel Zeit mit Rumsitzen in Hörsälen, Seminarräumen oder der Bibliothek. Sport in den Alltag zu integrieren, hilft einen Ausgleich zu schaffen. Und ein echter Pluspunkt: Sport fördert die Motivation. Das heißt nicht, dass ihr zu totalen Sportfreaks mutieren müsst. Es reichen schon fünf Minuten Yoga am Tag. Und wenn es euch schwerfällt, den inneren Schweinehund alleine zu überwinden: Hochschulsport Hamburg bietet Studierenden ein umfangreiches Sportangebot an. So könnt ihr zusammen mit anderen Studis trainieren. Auf der Internetseite von Hochschulsport Hamburg erhaltet ihr alle Infos über einzelne Sportkurse, sowohl in Präsens als auch online, die drei Uni-Fitnessstudios und sogar Sportreisen.

Perspektive schaffen: Raus aus dem Alltag

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Über den Tellerrand schauen, bei einem Auslandssemester (© Rocky Scott/unsplash)

Nach den Semesterferien ist vor dem Auslandsaufenthalt. Vielleicht wart ihr im Sommer noch auf Reisen und habt euch vorgestellt, wie es wäre, mal in einem anderen Land zu studieren? Dann ist jetzt, zum Semesterbeginn, der perfekte Zeitpunkt, den Gedanken zu konkretisieren und anzufangen, ein Auslandssemester zu planen. Egal ob über ein Erasmus-Semester in Europa oder Erasmsus+ auf einem anderen Kontinent: Es gibt viele Wege und Möglichkeiten, im Ausland zu studieren. Und das muss oft auch nicht teuer sein. Informiert euch am besten in den International Offices eurer Unis.


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Hafenschifferin: Das beste Gefühl auf der Welt

Helena Jumira Rodriguez Buhr macht bei der HADAG Seetouristik und Fährdienst AG eine Ausbildung zur Hafenschifferin. Im Gespräch erzählt sie, wie es dazu kam, was es braucht, um Hafenschifferin zu werden und wie es sich anfühlt, so ein Schiff zu steuern

Interview: Felix Willeke

 

Elf Mal um die Welt – diese Strecke legen die Fähren der HADAG jedes Jahr zurück. Seit dem 8. August 1888 gibt es die regelmäßigen Fährverbindungen entlang und über die Elbe und seit 1921 gehört die HADAG zur Stadt Hamburg. In Kooperation mit dem HVV befördern die 130 Mitarbeiter aktuell rund zehn Millionen Fahrgäste im Jahr. Dafür braucht das Unternehmen Nachwuchs. Pro Jahr fangen fünf neue Auszubildende an, mit dem Ziel, das Hafenpatent zu erlangen. Wir sprechen mit Helena Jumira Rodriguez Buhr über einen Traumberuf, die Besonderheiten der Ausbildung und die Sachen, die nicht so viel Spaß machen.

 

Fokus auf die Work-Life-Balance

 

SZENE HAMBURG: Moin Helena, wie kommst du aufs Wasser?

Helena Jumira Rodriguez Buhr: Ich komme aus Finkenwerder und da machst du entweder irgendwas bei Airbus, in der Landwirtschaft oder was mit Schiffen (lacht). Eigentlich wollte ich nach dem Abitur Hebamme werden. Aber die Bedingungen sind nicht so, dass ich damit später eine Familie ernähren könnte. Entscheidend für den Job als Hafenschifferin und die Ausbildung bei der HADAG war der Fokus auf meine Work-Life-Balance. Möchte ich einen Job mit viel Geld und Prestige? Oder lege ich mehr Wert auf meine Freizeit? Da habe ich mich für den zweiten Weg entschieden.

Hast du von Haus aus einen Seefahrerhintergrund?

Ja, entfernt schon, aber das hat mich in meiner Entscheidung nicht beeinflusst. Als ich hier angefangen habe, haben mir viele nicht geglaubt. Viele haben auch erst geschmunzelt, weil sie einfach nicht wissen wie viel dazu gehört.

Der Hafen gilt als Männerdomäne …

Das stimmt. Hier ist noch vieles traditionell geprägt. Aber man merkt, dass mit uns jungen Leuten auch ein frischer Wind reinkommt. Es verändert sich gerade viel, auch in den Köpfen, es wird moderner. Das ist ein Prozess, bei dem wir viel von den Alteingesessenen lernen können und umgekehrt. Bei der HADAG sind wir aktuell 15 Auszubildende und drei davon sind Frauen. Als Frau wünsche ich mir, dass es nichts Besonderes mehr ist, dass Frauen als Hafenschifferin arbeiten. Für mich persönlich ist es ganz normal, es gibt keinen Grund, warum nicht auch Frauen eine Ausbildung bei der HADAG beginnen sollten.

 

Kraft, Durchhaltevermögen, Konzentrationsfähigkeit und ein dickes Fell

 

Warum hast du dich bei der Ausbildung für die HADAG entschieden und mit deinem Abitur nicht Nautik studiert, um auf große Fahrt zu gehen?

Ich bin ein Heimscheißer. Ich liebe Hamburg. Ich liebe meine Familie. Ich liebe Finkenwerder. Zwei oder drei Monate nicht zu Hause zu sein und die ganze Zeit auf einem Schiff zu leben – ich glaube, da würde ich verrückt werden. Für die HADAG habe ich mich in erster Linie entschieden, weil die Ausbildung mich überzeugt hat und weil es ein öffentliches Unternehmen ist. So kann ich sicher sein, immer pünktlich meinen Lohn zu bekommen und geregelte Arbeitszeiten zu haben.

Was braucht es, um Hafenschifferin zu werden?

Du brauchst Kraft, Durchhaltevermögen, Konzentrationsfähigkeit und ein dickes Fell. Dabei muss man kein Bodybuilder sein, es reicht, wenn man keine allzu zierliche Person ist. Konzentration brauchst du, weil sich die Gegebenheiten auf dem Wasser ständig verändern und du dabei immer am Fahrplan bleiben musst. Und ein dickes Fell für den Umgangston im Hafen. Hier wird eine eigene Sprache gesprochen, es herrscht eine eigene Kultur. Da gehört es dazu, dass man sich untereinander ein bisschen piesackt und auf spielerische Art beleidigt. Aber auch das ist eine Sache der Gewöhnung.

Mit diesen Fähren fährt die HADAG seine Passagiere durch den Hamburger Hafen (Foto: Erik Brandt-Höge)

Mit diesen Fähren fährt die HADAG seine Passagiere durch den Hamburger Hafen (Foto: Erik Brandt-Höge)

 

Dienstbeginn um 5 Uhr morgens

 

Ihr seid ein Fährbetrieb im HVV, die ersten Fähren fahren morgens um 4.50 Uhr los und die letzten legen nach Mitternacht an. Heißt das auch für auch Auszubildende Schichtarbeit?

Ja, wir haben Schichtpläne. In einem Fährbetrieb kann man schließlich nicht den ganzen Tag durcharbeiten. Die Schichtleitung kommt aber den Wünschen der Einzelnen entgegen: Die einen fühlen sich in der Nachtschicht wohler, die anderen, wie ich, in der Frühschicht und einige arbeiten in einer gesunden Wechselschicht. Als Auszubildende bekommen wir einen leichteren Schichtplan, sodass wir zum Beispiel im ersten Jahr auch nicht am Wochenende arbeiten müssen.

Wann hast du dann heute Morgen angefangen?

Ich hatte um 5 Uhr Dienstbeginn.

Und das ist für dich eine gute Work-Life-Balance?

Doch, eigentlich schon. Wenn ich um 5 Uhr anfange, habe ich um 12 oder 13 Uhr Feierabend. Dann fahre ich nach Hause, lege mich für eine Stunde hin und ab 15 Uhr habe ich den Rest des Tages Freizeit.

Hast du als Auszubildende bestimmte Aufgaben?

Primär sollen wir Azubis lernen, die Schiffe zu fahren. In der Ausbildung sind wir dabei aber nie allein und haben immer einen erfahrenen Kollegen an unserer Seite. Zudem gibt es eine Station im technischen Betrieb und wir helfen auch immer mal wieder den Schiffsführern beim Säubern der Schiffe oder bei anderen Arbeiten, die anfallen. Als Azubi bin ich eine Kollegin wie jede andere auch.

 

Theorie und Praxis

 

Wie ist eure Ausbildung aufgebaut?

Am Anfang lernen die Auszubildenden immer den Betrieb kennen, dann folgt eine Woche Kennenlernen mit deinem Ausbilder. Im Anschluss geht es aufs Schiff und du machst schon deine ersten Anlege- und Fahrversuche. Ab dann fährst du im Regelbetrieb mit. Wir lernen dabei immer das, was auch im Alltag gerade passiert. Heute haben wir aber zum Beispiel einen Azubi-Tag, an dem wir uns zusätzlich zur Schule mit der Theorie beschäftigen dürfen, ein kleines Geschenk der HADAG an seine Azubis.

Wieso Geschenk?

Wir sind immer für Blöcke von drei bis vier Wochen in der Berufsschule für Gewerbliche Logistik & Sicherheit in der Wendenstraße. Da machen wir dann die theoretische Ausbildung zur Hafenschifferin. Die Theorie hier im Betrieb ist ein Extra, bei der wir während der Arbeitszeit für die Abschlussprüfung lernen können.

Das heißt, nach deiner Ausbildung sieht man dich direkt im Führerhaus?

Mit der Ausbildung habe ich mein Patent, das heißt aber noch nicht, dass ich ein Fahrgastschiff führen darf. Dafür muss ich den P-Schein zur Personenbeförderung im Hamburger Hafen und die Hafenpatent-Prüfung bei der Hamburg Port Authority machen.

 

„Mittlerweile ist das hier mein absoluter Traumjob“

 

Ist es im Führerhaus nicht auch manchmal einsam?

Als Azubi bin ich ja nie allein am Steuer. Aberich glaube, später kann das schon mal passieren, dann drehst du einfach deine Musik auf, hörst dir ’nen Podcast an oder quatscht mit den Kollegen kurz über den Betriebsfunk, solange du konzentriert bleibst. Letztendlich bin ich hier auf der Arbeit und nach der Schicht kann ich mich privat wieder mit vielen Menschen umgeben. Für die Konzentration ist es auch besser, allein zu sein. Ich mag das Gefühl ohnehin nicht, ständig beobachtet zu werden.

Wie weit bist du aktuell in deiner Ausbildung?

Ich bin jetzt gerade mit dem ersten Jahr fertig und die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre. Bei der HADAG haben wir aber auch die Möglichkeit, wenn die Leistungen stimmen, die Ausbildung um ein halbes Jahr zu verkürzen.

Gibt es die Chance, von der HADAG übernommen zu werden?

Ich möchte auf jeden Fall gerne hier bleiben und nach der Ausbildung Schiffsführerin auf den Fähren im Hamburger Hafen sein. Es gibt zwar keine Übernahmegarantie, aber ich denke, die Chancen stehen im Allgemeinen sehr gut.

Und wie ist das Gefühl, so ein Schiff zu steuern?

Das ist das beste Gefühl auf dieser Welt. Du hast irgendwie mit den Fahrgästen zu tun, bist aber gleichzeitig im Ruderhaus in deiner eigenen Welt. Dabei bewegst du mit diesen kleinen Steuerknüppeln das Schiff und das macht das, was du willst (strahlt). Bei der HADAG haben wir die normalen Fähren und die sogenannten Flachschiffe, jedes Schiff fährt sich anders und ich mag die Herausforderung, mich jedes Mal neu darauf einzustellen. Mittlerweile ist das hier mein absoluter Traumjob.

hadag.de


Cover_SH_Ausbildung_2021-02 Die SZENE HAMBURG Ausbildung 2/2021 ist seit dem 11. November 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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„Ein Goldschmied braucht Durchhaltevermögen“

Lucas Moissonnier (24) möchte Menschen mit Schmuckstücken erfreuen. Und kreativ arbeiten. Warum seine Ausbildung zum Goldschmied bei der Goldschmiede Christoph Greinert beides vereint, erzählt er im Interview

Interview: Mirko Schneider

 

SZENE HAMBURG: Lucas, warum hast du dich für eine Ausbildung zum Goldschmied entschieden?

Lucas Moissonnier: Weil ich etwas Kreatives machen wollte. Über meine erste Ausbildung habe ich ehrlich gesagt nicht so lange nachgedacht. Ich wollte runter von der Schule und habe eine Ausbildung zum Restaurantfachmann absolviert. Das ist kein schlechter Beruf. Ich habe auch zwei Jahre in diesem Bereich gearbeitet. Doch ich bin dort nicht so richtig glücklich geworden und habe mich deshalb noch einmal umorientiert. Nun bin ich im dritten Lehrjahr meiner dreieinhalbjährigen Lehre zum Goldschmied und sehr zufrieden.

Was macht dich so zufrieden?

Schmuck herzustellen, erfüllt mich mit Freude. Besonders, wenn der Schmuck für die Menschen eine ganz spezielle Bedeutung hat. Mein Chef ließ mich gleich zu Beginn meiner Ausbildung Trauringe fertigen. Das hat mir großen Spaß gemacht. Du weißt schon bei der Trauringberatung: Jetzt stellst du etwas her, dass diese beiden sich liebenden Menschen im Idealfall ein Leben lang verbinden wird. Das finde ich sehr motivierend und schön. So wie die Sonderwünsche.

Sonderwünsche?

Wir selbst fertigen fast nur Sonderwünsche unserer Kunden an. Wenn jemand so etwas wie eine 08/15-Kreole möchte, ist es sinnvoller für uns, sie bei einer Fabrik anzukaufen, die sich darauf spezialisiert hat. Möchte jemand aber zum Beispiel einen Ring, der mit Steinen in einer ganz bestimmten Anordnung besetzt sein soll, ist die individuelle Herstellung viel sinnvoller. Das ist unser Bereich. Ich fertige fast nur Sonderwünsche an.

 

Ein Ziel vor Augen

 

Wie sehr hilft dir bei deiner Arbeit zusätzlich zu deinem Betrieb dein in der Berufsschule erworbenes Wissen?

Sehr. Wir lernen dort eine ganze Menge. Natürlich über Metallurgie, also das Verfahren über die Gewinnung und Verarbeitung von Metallen. Wie Werkzeuge funktionieren, wie man etwas ausstanzt, wie ein Scheidevorgang funktioniert. Aber auch Englisch, Wirtschaft und Gesellschaft und Mathematik stehen auf dem Stundenplan. Manchmal haben wir Praxisunterricht. Wir bekommen ein Thema und fertigen dazu Projektarbeiten an. Außerdem besteht die Möglichkeit für mich, meinen Realschulabschluss zu erwerben.

Auf welchem Wege?

Bislang habe ich den Hauptschulabschluss. Wenn meine Noten im Durchschnitt meiner Berufsschuljahre und im Abschlusszeugnis besser sind als ein Notendurchschnitt von 3,0, dann erhalte ich den Realschulabschluss. Darauf arbeite ich natürlich hin.

Was würdest du einem Jugendlichen raten, wenn er sich für eine Ausbildung zum Goldschmied interessiert?

Wer sich dafür interessiert, Goldschmied zu werden, sollte sich sehr sicher sein. Es gibt nicht so viele Ausbildungsplätze. Im Beruf selbst muss man sehr genau arbeiten. Ein Tischler misst in Millimetern, wir messen in Zehntelmillimetern. Das kann grade zu Beginn zu viel Frustration für einen Auszubildenden führen.

 

Durchhaltevermögen

 

Weil auch Sachen schiefgehen und man öfter neu gießen muss, bis das Schmuckstück perfekt ist?

Ja. Dass einem so etwas passiert, ist sogar sehr wahrscheinlich, wenn man jetzt nicht das totale Supertalent ist. Und natürlich ist es nicht schön, seine Arbeit wegen eines kleinen Fehlers wieder von vorne beginnen zu müssen. Außerdem verdient man in der Ausbildung nicht besonders viel. Ich bekomme im dritten Lehrjahr 390 Euro im Monat. Wichtig ist also: Immer weiter lernen wollen und dranbleiben, das eigene Ziel stets vor Augen haben. Durchhaltevermögen ist sehr wichtig.

Was ist dein Ziel?

Ich möchte mich nach Abschluss meiner Ausbildung selbstständig machen. Das hat zum einen finanzielle Gründe. Viele ausgelernte Goldschmiede, die in Anstellung arbeiten, erhalten erst einmal nur den Mindestlohn. Viel wichtiger ist mir aber, selbst kreativ handwerklich tätig zu sein und meine eigenen Ideen verwirklichen zu können. Im Beruf des Goldschmieds ist nicht so viel vorgenormt wie in anderen Berufen. Wenn ich andere Menschen mit meinen Schmuckstücken glücklich machen kann, wäre das sehr schön. Darauf freue ich mich jetzt schon.

goldschmiede-greinert.de


Cover_SH_Ausbildung_2021-02 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Ausbildung. Das Magazin ist seit dem 11. November 2021 im Handel. Bestellt euch das Heft oder die digitale Ausgabe

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Die Heldinnen und Helden der Arbeit

Bei Leben mit Behinderung Hamburg arbeiten viele engagierte Menschen, für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Alltag

 

Pflegekräfte haben Superkräfte – das hat besonders das von der Corona-Pandemie geprägte vergangene Jahr gezeigt. Während die Welt aus den Fugen geriet, behielten sie nicht nur die Nerven, sondern sorgten auch noch dafür, andere Menschen so gut es ging durch diesen neuen Alltag zu begleiten.

Das ist wichtig, denn besonders Menschen mit Behinderung haben keine starke Lobby. Darum brauchen sie Menschen mit Empathie, Fachlichkeit und Kompetenz zur Unterstützung, die das Herz am rechten Fleck und im besten Fall auch noch eine Ausbildung als Pflegefachfrau/Pflegefachmann in der Tasche haben. Die kann bei Leben mit Behinderung Hamburg absolviert werden. In drei Jahren lernen die Auszubildenden hier nicht nur alles, was die ganzheitliche Versorgung unterstützungsbedürftiger Menschen betrifft, sondern auch, wie man älteren Personen und/oder Menschen mit Behinderung dabei hilft, Freude am Leben zu haben.

 

Die Ausbildung verleiht Superkräfte

 

Dazu lernen die Auszubildenden unterschiedliche Einsatzbereiche innerhalb der Organisation kennen und absolvieren zudem drei externe Facheinsätze. Diese Vertiefungseinsätze finden in unterschiedlichen Einrichtungen oder Krankenhäusern statt. Wer eine solche Ausbildung machen möchte, sollte Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein, sowie Spaß an der Arbeit mit Menschen mitbringen. Die Superkräfte entwickeln sich dann von ganz allein.

wasmitmenschen.org


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Gerade jetzt brauchen wir Musik

Das BIMM Institute ist Europas größter Anbieter für musikalische und musikwirtschaftliche Ausbildung

 

Obwohl die aktuelle Corona-Situation Kulturbetriebe, Agenturen und Künstler vor einige Herausforderungen stellt, wird Musik gerade jetzt mehr denn je gebraucht. Besonders in schwierigen Zeiten ist Musik für die so wertvollen Momente von Freude und Entspannung elementar, um sich mental zu stärken. Das BIMM Institute ist fest davon überzeugt, dass gerade jetzt die richtige Zeit ist, sich der eigenen Kreativität zu widmen. „Wir brauchen jetzt eine neue Generation Musikschaffender, um die künftige Musikbranche zu verändern, neue Konzepte für Konzerte und Festivals zu erstellen und innovative Business-Modelle zu entwerfen.“ In den Bachelor-Studiengängen am BIMM Institute lernt man von den Besten aus der Branche und dies in hochmodernen Unterrichtsräumen, mit der neuesten Technik und Ausstattung.

 

Netzwerk

 

Die Dozent*innen sind seit Jahren aktiv in der Musikindustrie tätig und bieten ein breites Netzwerk, um ihren Studierenden die ersten Karriereschritte in der Branche zu ermöglichen. In den letzten drei Jahren fanden 86 Prozent der Absolventen einen Job in der Musikbranche. Derzeit findet der Unterricht am BIMM Institute per Online-Learning statt, aber das BIMM setzt alles daran, den Präsenzunterricht in kleineren Gruppen unter den geforderten Hygienekonzepten schnellstmöglich wieder aufzunehmen und zum Semesterstart im September 2021 die neuen Studierenden im College wieder persönlich zu begrüßen.

bimm-institute.de


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