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Tretbootverleihe rund um die Alster

Wenn die Sonne scheint, sieht man überall auf der Alster und den Kanälen die Leute kräftig ins Pedal treten. Hier kommen fünf Bootsverleihe, an denen man sich ein Tretboot leihen kann

Text: SZENE Redaktion

Barca an der Alster

Direkt an einem großen Bootssteg an der Alster findet sich das Barca. Neben Eventlocation, Kreativraum, Cafe und Bar gibt es hier auch einen größeren Bootsverleih. Tretboote können zwar ausschließlich ohne Reservierung ausgeliehen werden. Praktisch ist aber, dass ein Link eingerichtet wurde, unter dem sich die aktuelle Wartenummer checken lässt.

In jedem Boot befindet sich ein Getränkehalter und es haben bis zu vier Personen Platz. Leihen kann man sich ein Boot ab 22 Euro die Stunde. Nach dem Schippern auf der Alster lohnt sich an lauen Sommerabenden auf jeden Fall ein Sundowner auf dem Steg mit perfektem Blick auf den Sonnenuntergang.

An der Alster 67a, 20099 Hamburg

Foto: Barca an der Alster

Bootsvermietung Dornheim

Am Osterbekkanal beim Cafe und Restaurant „Zur Gondel“ liegt auch der Bootsverleih Dornheim. Hier warten gleich drei verschiedene Typen von Tretbooten: Schwan, Sonne oder Flamingo. Besonders beliebt ist das Zweier-Tretboot im Stil des Alsterschwans.

Funfact: 2006 hat sich ein Schwan sogar mal ein ein solches Tretboot verliebt. Auch das Tretboot „Sonne“ ist auf zwei Personen ausgerichtet, allerdings die klassischere Variante. Für Vierer-Gruppen eignet sich das Boot „Flamingo“ am besten. Die Preise variieren dabei. Die günstigste Variante gibt es ab 13,50 Euro die Stunde.

Kaemmererufer 25, 22303 Hamburg-Winterhude

Foto: Dornheim Bootsvermietung und Restaurant Zur Gondel

Anleger Hamburg

Seit knapp hundert Jahren gibt es den Anleger an der Alster am Lattenkamp. Mit Wechsel der Besitzer wurde 2015 auch der „Strand an der Alster“ gegründet. Seitdem wird im Sommer im Beachclub gegrillt, getrunken und die Sonne genossen. Besonders große Gruppen mit bis zu fünf Personen können hier gemeinsam ein Tretboot ab 29 Euro die Stunde mieten. Die Alster fährt man hier übrigens flussaufwärts.

Deelbögenkamp 2 – 3, 22297 Hamburg

Foto: Anleger Hamburg

Supper Club

Eine gemütliche Tretboot-Tour kann perfekt vom Isebekkanal in Eppendorf aus gestartet werden. Der Supper Club ist nicht nur eine tolle Location am Wasser mit Terrasse und Bar, sondern auch ein super Ort um verschiedensten Boote und SUPs zu leihen. Die Fahrt für vier Personen mit dem Tretboot ist ab 22 Euro die Stunde erhältlich.

Wer mit dem Tretboot einen romantischen Ausflug erleben möchte, kann auch ein Special buchen: Mit einer Flasche Champagner, Verpflegung, Musikbox und Lämpchen wird dann in den Abendstunden durch die Kanäle geschippert.

Isekai 13, 20249 Hamburg

Foto: Supper Club Bootsverleih

Bootsvermietung am Stadtparksee

Auch direkt vom Stadtpark aus lassen sich schöne Touren mit dem Tretboot starten, die Alster ist durch die verschiedenen Kanäle schnell erreichbar. Weitere Highlights sind die vielen Stadtvillen direkt am Wasser oder der prächtige Rondeelteich.

Die Bootsvermietung am Stadtparksee befindet sich als idealer Ausgangspunkt auf der romantischen Liebesinsel. Verschiedene Tretboote können hier verhältnisweise günstig ab 14 Euro pro Stunde gemietet werden.

Südring 5a, 22303 Hamburg

Foto: hamburgfotogen

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JazzHall Festival – der Jazz-Tempel lädt ein

Etwas mehr als ein Jahr ist die neue JazzHall nun alt. Nach einem Corona-bedingt eingeschränktem Programm läuft zur Zeit das JazzHall Festival: Weltklasse Jazz direkt an der Alster

Text: Felix Willeke

Hamburgs neuster Jazz-Tempel liegt direkt an der Alster. Mit derJazzHall hat die Hochschule für Musik und Theater (HfMT) endlich seine eigene Konzerthalle bekommen. 15 Jahre wurde geplant, zwei Jahre gebaut und seit Juni 2021 ist sie endlich da. Im Mai 2022 bekommt sie mit dem JazzHall Festival auch endlich seinen ersten großen Auftritt vor vollem Haus.

Vom 4. bis 20 Mai 2022 sind viele Größen des Jazz zu Gast und stehen teilweise zusammen mit Studierenden und Absolvent:innen der HfMT auf der Bühne. So spielt am 6. Mai um der Finne Kalle Kalima ab 19 Uhr mit dem JazzHall Ensemble, am 7. Mai ist Dieter Glawischnig mit seinem Projekt „Cercle“ zu Gast und am 8. Mai geben sich der Pianist Florian Weber & Kenan Azmeh die Ehre.

Konzerte bis zum 20. Mai und darüber hinaus

Noch bis zum 20. Mai sind unter anderem das Lisa Wulff Quartett, Björn Atle Anfinsen mit Arve Henriksen, Dan Gottschalk, Kenny Garrett, die NDR Bigband sowie Nils Landgren mit China Moses zu Gast. Das komplette Programm gibt es unter jazzhall.hfmt-hamburg.de.


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Unterwegs mit Hamburgs Sportlerin des Jahres

Edina Müller wurde am 25. April 2022 zum zweiten mal zu Hamburgs Sportlerin des Jahres gewählt. SZENE HAMBURG Divers(c)city war mit der Paralympics-Siegerin in ihrer Heimatstadt unterwegs und hat ihre Lieblingsorte besucht. Eine Tour mit Sohn Liam, auf der Suche nach Barrierefreiheit

Text: David Hock

Als Edina Müller und ihr Sohn Liam auf mich zurollen, linst die Sonne hinter den Wolken hervor. „Hallo David“, grüßt mich der Dreijährige fröhlich und pustet die letzten Seifenblasen aus der Dose. Zuletzt begegneten Edina und ich uns bei der Rollstuhl-Basketball-WM 2018 in Hamburg. Da war Liam noch gar nicht auf der Welt – und seine Mama noch nicht Paralympics-Siegerin von Tokio 2020 im Kanu. Doch heute geht es nicht nur um Sport. Unser Treffen führt uns an verschiedene Orte Hamburgs. Edina und Liam wollen mir zeigen, wo sie privat gern unterwegs ist. Immer mit Blick auf mögliche Barrieren. Wir starten an den Alsterwiesen. „Siehst du die Brücke?“, fragt Edina und zeigt auf das Bauwerk am gegenüberliegenden Ufer. „Rechts daneben geht es rein zum Kanu Club.“

Dort, in der Hohenfelder Bucht, haben wir uns im Frühjahr 2016 zum ersten Mal getroffen. Sie stand damals vor ihrer ersten Paralympics-Teilnahme im Kanu, nachdem sie 2008 in Peking (Silber) und 2012 in London (Gold) mit den Rollstuhl-Basketballerinnen gewonnen hatte. Am 14. September 2016 durfte ich live erleben, wie sie in der Lagune Rodrigo de Freitas nahe der Copacabana in Rio de Janeiro bei den Olympischen Spielen 0,015 Sekunden nach ihrer britischen Rivalin als Zweite ins Ziel fuhr. Fünf Jahre später klappte es sogar mit Gold – allen Pandemiewidrigkeiten mit der Verschiebung der Spiele, umständlicher Akkreditierung für Liam und dem Verbot von Zuschauer:innen zum Trotz.

Ziel Paris 2024

Hamburg Divers(c)ity Cover
Hamburg Divers(c)ity zeigt die ganze Vielfalt der Stadt

Bis zu den nächsten Spielen sind es weniger als drei Jahre: „Paris würde ich gern noch machen. Auch wenn ich gucken muss, dass ich mit meinen Kräften haushalte“, sagt die Spitzensportlerin. Im Winter trainiert Edina sie auf dem Ergometer und im Kraftraum in Allermöhe. Aufs Wasser gehe sie wieder, wenn es mindestens acht Grad habe und windstill sei. „Aufgrund meines Querschnitts friert mein Unterkörper komplett durch und wärmt draußen dann auch nicht wieder auf. Da kann ich mich oben so viel bewegen, wie ich möchte.“

Auch an Land wird es jetzt ungemütlich; eine dunkelgraue Regenfront hat die Außenalster überzogen. Wir steuern trotzdem noch die Brücke des Anlegers Rabenstraße an, wie auch eine jüngst fertiggestellte Behindertentoilette, die mir auf meiner letzten Joggingrunde aufgefallen war. Ein weiteres Plus des breiten, ebenen Spazierwegs mit bestem Hamburg-Blick auf Elphi, Michel und Co. Nur die Spielgeräte, auf denen Liam herumturnt, sind über den vom Regen durchnässten Boden heute mit Rollstuhl nicht erreichbar. Da ist der Spielplatz in der Neustadt, den wir als Nächstes anvisieren, deutlich attraktiver. 

Wenn wir draußen vorm Restaurant nett zusammensaßen, bin ich zwischendurch zu Hause auf die Toilette gegangen

Edina Müller

Hamburgs erster inklusive Spielplatz

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Edina Müller und Sohn Liam auf Hamburgs erstem inklusiven Spielplatz „Onkel Rudi“ (Foto: David Hock)

Ab in die alte „Hood“

Es steht ja auch die nächste Etappe an auf unserer Tour an: Veringstraße, Wilhelmsburg. Das ist Edina Müllers alte „Hood“. Über Bergedorf im Jahr 2011 ist sie 2013 hierhergezogen, nach dem Studium der Rehabilitationspädagogik an der Uni Köln und Mitarbeit als wissenschaftliche Hilfskraft an der Deutschen Sporthochschule.

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Schuld an der fehlenden Barrierefreiheit in Wilhelmsburg ist die Flut von 1962 (Foto: David Hock)

Im Inselpark südlich der Elbe hat sie in der Rollstuhlbasketball-Mannschaft des HSV gespielt – mit Niko, der vor dem Umzug ihr sportlicher Gegner war, und dann ihr Lebenspartner geworden ist. „Ach, das war schon schön hier“, kommt Edina ins Schwärmen, als wir in die Veringstraße einfahren, wo sich Restaurants, Cafés, Gemüsehändler und Wettbüro aneinanderreihen.

Edina kommt ins Erzählen: „Im ‚Knusperkeks‘ waren wir gern. Als ich zu Beginn meiner Schwangerschaft mit Übelkeit zu tun hatte, habe ich bei unserem Italiener oft bestellt, Pizza ging am besten. Dann machte auch noch ein Sushi-Laden auf, da dachte ich: Jetzt sind wir gut aufgestellt.“ Doch spätestens als Liam die nun fünfköpfige Patchwork Familie verstärkte, wurde die Drei-Zimmer-Wohnung am Stübenplatz zu eng. „Wir wären gern geblieben, haben hier in Wilhelmsburg auch angefangen zu suchen. Unser Radius ist dann aber immer größer geworden.“ Gelandet ist die Familie schließlich in einem Bungalow im niedersächsischen Stelle. Dass die Elbinsel ein Stück Heimat geblieben ist, spüre ich. Als wir aussteigen, treffen wir einen Vater mit Kind, die Edina noch von früher kennt. Sie plaudern. 

Warum Wilhelmsburg (noch) nicht barrierefrei ist

Im Sommer sei es in Wilhelmsburg besonders schön gewesen. Denn dann habe sie die Außenplätze der Lokale nutzen können. Edina klärt mich über einen großen Nachteil des Stadtteils auf: Nach der großen Hamburger Sturmflut seien die Böden aller Häuser ein paar Stufen hochgesetzt worden. Rollstuhlgerecht ist also Fehlanzeige. „Wenn wir draußen vorm Restaurant nett zusammensaßen und es gar nicht mehr ging, bin ich zwischendurch zu Hause auf Toilette gegangen.“ Vier Straßen weiter östlich kommt Barrierefreiheit indes in Bewegung: Auf 47 Hektar plant die städtische Entwicklungsgesellschaft IBA Hamburg das Elbinselquartier mit 2100 Wohneinheiten und 18 Hektar Freifläche. Ziel sei laut Unternehmen, „ein Quartier zu schaffen, in dem sich die Interessen aller Beteiligten wiederfinden und wohlfühlen“. Inklusion ist dabei ein Aspekt.

Fortschritte werden gemacht

Die Stadt Hamburg bemüht sich mit dem regelmäßig überprüften und weiterentwickelten Landesaktionsplan seit 2012, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Konkret geht es dabei unter anderem um den barrierefreien Ausbau des ÖPNV, Schaffung von barrierefreiem Wohnraum oder Informationsangebote in Leichter Sprache. In Edinas Berufsalltag als Sporttherapeutin im Klinikum Boberg geht es darum, Menschen nach einem Arbeitsunfall für eine Rückkehr in den Alltag vorzubereiten. Sie erstellt in einer Erstaufnahme zunächst individuell einen Trainingsplan. In einer großen Halle mit unterschiedlichen Stationen betreut sie dann fünf Patient:innen pro Stunde.

Ihre eigene Geschichte – 2000 erlitt sie in Folge eines Reitunfalls ihre Querschnittlähmung – empfindet Edina im Job als „großen Vorteil“: „Mir können die Patienten zum Teil ganz andere Fragen stellen als Fußgängern.“ Ihre Sportkarriere hält sie im Job bewusst im Hintergrund. „Die Patient:innen sind an einem ganz anderen Punkt. Da brauche ich erst mal nicht mit Medaillen zu winken.“ Ihrem Arbeitgeber ist sie dankbar, dass er sie seit Beginn vor zehn Jahren unterstützt, Beruf und Spitzensport zu vereinbaren: „Ich arbeite in Teilzeit, bin aber für alle Wettkampf- und Trainingsmaßnahmen freigestellt, muss da also keinen Urlaub nehmen.“

Die Patient:innen sind an einem ganz anderen Punkt. Da brauche ich erst mal nicht mit Medaillen zu winken

Edina Müller

Ein richtig schöner Nachmittag

Auch für unsere Tour muss Edina Müller keinen Urlaub nehmen. Am Freitagnachmittag hat sie regulär frei. Als es anfängt zu dämmern, bedanke ich mich und will mich verabschieden. „Kommst du mit essen?“, fragt mich Liam. Ein paar Minuten später sitzen wir im Imbiss „Pause“ auf dem Stübenplatz. Der Eingang hier ist ohne Stufe. Der Betreiber freut sich, Edina nach mehr als einem Jahr wiederzusehen. Liam fährt mit seinen Spielzeugautos um die Gewürzstreuer Parcours. Wir alle haben ordentlich Hunger nach fünf Stunden auf Achse. Irgendwann ist dann aber wirklich Zeit, Tschüss zu sagen. Ich setze mich in einen Bus gen Norden, Edina und Liam ins Auto in Richtung Niedersachsen.

Ich lasse die Bilder der letzten Stunden Revue passieren, sehe uns drei an den verschiedenen Orten. War das jetzt eigentlich ein journalistischer Termin, bei dem wir Hamburg auf Barrierefreiheit geprüft haben? Oder einfach ein richtig schöner Nachmittag? Wahrscheinlich beides. Wir haben erlebt, dass Barrierefreiheit an einzelnen Stellen nachgebessert (Toilette an der Alster), bei neuen Projekten aber auch grundsätzlich mitgedacht wird (Spielplatz „Onkel Rudi“), und anderswo – wie in der Veringstraße – einfach noch fehlt. Und dass dies zu einem gewissen Grad wettgemacht werden kann, wenn das Miteinander auch einander zugewandt, ja inklusiv ist. Und eines kann ich ganz sicher ich sagen: Auf „Onkel Rudi“ hätte ich wieder Lust.


Zur Person

Edina Müller wurde kurz nach ihrem Umzug in die Hansestadt 2012 zum ersten Mal „Hamburgs Sportlerin des Jahres“. Mit Prominenz und Expertise ist die 38-Jährige in der Stadt aktiv, wenn es um Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe geht. Ihre Haltung: „Wenn wir in einer diversen Gesellschaft leben möchten, müssen die einzelnen Personengruppen in Entscheidungspositionen.“ Müller ist im Kuratorium der Alexander-Otto-Sportstiftung, Jurorin beim Werner-Otto-Preis sowie beim HanseMerkur Preis für Kinderschutz. Im Sommer 2021 reichte sie mit Marinus Bester und Philipp Wenzel eine Kandidatur für das Präsidium des Hamburger Sportvereins ein. Der Beirat ließ die drei als Team nicht zur Wahl zu.


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Marathon in Hamburg erleben – und mehr

Es wird wieder gelaufen in der Stadt. Am 24. April 2022 startet der 36. Hamburg-Marathon. Rund um die Strecke können dabei nicht nur die Läufer:innen angefeuert werden, es gibt auch viel zu erleben. Hier kommen zehn Tipps für den Marathonsonntag

Während beim diesjährigen Hamburg-Marathon fast 30.000 Läufer:innen an den Start gehen, werden sie von deutlich mehr Menschen an der Strecke unterstützt. Was es drumherum zu erleben gibt, zeigen wir hier: 

Start & Ziel an den Messehallen

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Auf der Marathon-Messe können sich Sportler:innen nochmal mit allem Notwenigen versorgen (Foto: unsplash/Hobi industri)

Die Ersten und die Letzten kommen und gehen sehen, das geht natürlich am besten an Start und Ziel direkt unterm Fernsehturm. Während sich die Läufer:innen um 9:30 Uhr auf den Weg machen, kann man von hier aus wunderbar auf einen Kaffee ins Karolinenviertel schlendern und ist pünktlich um 11:30 Uhr zurück, wenn die ersten im Ziel erwartet werden.
Kleiner Tipp: Auf der Marathon-Messe gibt es kurz vor dem Marathon rund um den Lauf alles, was Läufer:innen brauchen – insbesondere günstige Laufschuhe.

Marathon-Messe
22. April 2022 12 bis 19 Uhr & 23. April 9 bis 19 Uhr

Nach der Party-Nacht Marathon gucken

Kilometer 2 & 11

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Nach der langen Kiez-Nacht auf den Fischmarkt und dabei auch noch Marathon gucken, das geht nur in Hamburg (Foto: Johanna Zobel)

Samstagabend auf dem Kiez, Sonntagmorgen für Kaffee und Fischbrötchen auf den Fischmarkt – ein Klassiker. Doch an diesem Sonntag geht noch mehr: Beseelt von einer guten Nacht kann man auf dem Heimweg noch die ersten Sportler:innen anfeuern. Zwischen 8:30 Uhr (Rollstuhlfahrer:innen) und 10:15 Uhr (die letzten Läufer:innen) führt der Marathon über die komplette Reeperbahn. Und wer besonders viel Ausdauer hat, kann bis 11:30 Uhr auch noch an den Landungsbrücken Athlet:innen abfangen.

An den Landungsbrücken raus

Kilometer 11

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Die Landungsbrücken: Ein beliebter Spot zum Marathon gucken (Foto: unsplash/Christian Lue)

„An den Landungsbrücken raus, dieses Bild verdient Applaus“, ist zwar eine der bekanntesten Liedzeilen der Hamburger Band Kettcar, doch hoffentlich nicht das Motto der Läufer:innen. Aber egal was man hier tut, die Landungsbrücken sind und bleiben einer der beliebtesten Orte in Hamburg – nicht nur für Tourist:innen. Beim Marathon ist hier fast immer gute Stimmung. Schließlich sind die Landungsbrücken einer von 23 Spots, an denen Bands die Marathonis nach vorne treiben. Traditionell ist dabei am Alten Elbtunnel Samba angesagt. 

Neue Eindrücke im Museum für Kunst und Gewerbe

Kilometer 14

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DRIFT: Shylight, 2006 im Museum für Kunst und Gewerbe (Foto: Henning Rogge)

Sport ist ein Kulturgut, genauso wie das gute alte Museum. Wer nach dem Läufer:innengucken noch im mehr Eindrücke sammeln will, für den lohnt sich ein Ausflug ins Museum für Kunst und Gewerbe. Aktuell werden hier mit „Die Sprache der Mode“ und „Dressed“ gleich zwei Ausstellungen zum Thema Mode und Textil gezeigt. Hinzu kommt mit „Drift“ eine Installation anlässlich des fünften Geburtstags der Elbphilharmonie. Und natürlich setzt auch das MK&G ein Zeichen gegen den Angriffskrieg auf die Ukraine. Im ganzen Haus sind daher Plakate und Fotografien zu sehen, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise mit dem Wunsch nach Frieden und dem Land Ukraine auseinandersetzen.

Museum für Kunst und Gewerbe
Sonntags von 10 bis 18 Uhr, Eintritt 12 Euro (ermäßigt 8 Euro), alle unter 18 Jahren haben freien Eintritt

Brunch im Café Paris

Kilometer 15,5

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Perfekt zum brunchen: Das Café Paris (Foto: Café Paris)

Es ist 10:15 Uhr, die Spitze der Läufer:innen ist gerade durch und jetzt wartet man noch auf die oder den Liebste:n, aber dann muss auch mal was gefrühstückt werden. Wieso nicht genau hier der Strecke den Rücken zuwenden und im Café Paris direkt hinterm Rathaus richtig lecker brunchen? Das gemütliche Café gehört dabei zu den besten Spots der Stadt für einen gemütlichen Brunch

Café Paris
Geöffnet ab 9:30 Uhr

Alsterspaziergang

Kilometer 16 – 20 & 38,5 – 39,5

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Nichts geht über einen gemütlichen Sonntagsspaziergang an der Alster (Foto: Isabel Rauhut)

Und er sah, dass das Wetter gut war – hoffentlich. Der April in Hamburg hält zwar immer die ein oder andere Überraschung bereit, doch aktuell verspricht der Sonntag zumindest nicht, verregnet zu werden. Daher lohnt parallel zum Marathon auch immer ein Spaziergang an der Alster. Während sich die Läufer:innen 10 bis 12:30 Uhr (Ostseite) und von 11:30 bis 15:00 Uhr (Westseite) an Hamburgs blauer Mitte entlang quälen, können sich diejenigen, für die das Café Paris nicht gepasst hat, gemütlich schlendern oder sich im Literaturhaus Café verwöhnen lassen. 

Literaturhaus Café
Geöffnet ab 9:30 Uhr (Reservierung empfohlen)

Neue Perspektive auf die Stadt

ab Kilometer 22

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Auf dem Wasser durchs Grüne – eine ganz neue Perspektive auf die Stadt (Foto: Felix Willeke)

Sonntag in Hamburg ist auch immer Familienzeit. Für viele geht es deswegen zum Fußball spielen, Minigolfen oder einfach zum Spazieren in den Stadtpark. Für die etwas andere Perspektive lohnt ein Abstecher auf die Liebesinsel. Am hiesigen Bootsverleih lassen sich neben Tretbooten auch Ruderboote und Kanus leihen, um Hamburg vom Wasser aus zu erkunden. 

Bootsvermietung auf der Liebesinsel
Geöffnet bei gutem Wetter ab ca. 9:30 Uhr

Familiäre Atmosphäre

Kilometer 30,5

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Frisches vom Grill und gute familiäre Stimmung gibt‘s in Ohlsdorf fast in jedem Jahr (Foto: pixabay)

Marathon in Hamburg und Ohlsdorf, das ist eine wahre Liebesbeziehung. Während die Strecke in den vergangenen Jahren immer wieder angepasst wurde, blieb der nördlichste Punkt immer gleich: Die Querung der Alster „am Hasenberge“. Direkt am S- und U-Bahnhof Ohlsdorf trifft sich der Hamburger Norden zum Marathon gucken. Hier gibt es frisch Gegrilltes von der Freiwilligen Feuerwehr und dem THW, dazu extrem viel gute Laune und familiäre Stimmung. 

Eppendorf und der „Mann mit dem Hammer“

Kilometer 36 – 38

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Wenn am Eppendorfer Baum die Beine brennen, helfen gute Stimmung und grüße von oben (Foto: Alice von der Laden)

Wenn der sprichwörtliche „Mann mit dem Hammer“ kommt, dann braucht es erst recht Unterstützung. Spätestens ab Kilometer 37 setzen bei vielen Marathonis Krämpfe und Erschöpfung ein. Gut, dass der Hamburg-Marathon hier sein stimmungsmäßiges Epizentrum bereit hält: den Eppendorfer Baum. Geht es bei Kilometer 36 an der Eppendorfer Landstraße um 11:15 Uhr schon mit den ersten Bands los, erreicht die Stimmung an der U-Bahn Eppendorfer Baum ihren Höhepunkt. Bis kurz vor drei werden hier auch die letzten Läufer:innen nach vorne gepeitscht.

Eine Ruheoase kurz vor dem Ziel

Kilometer 41

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Direkt neben Start und Ziel liegt mit Planten un Blomen eine Oase der Ruhe (Foto: Berndt Andresen)

Man hat schon über 40 Kilometer in den Beinen, läuft bei der Spielbank Hamburg um die Ecke und vor einem taucht der Gorch-Fock-Wall auf, die letzte „Steigung“ beim Hamburg Marathon. Auch wenn das Wort Steigung hier wohl kaum ernsthaft verwendet werden sollte, tut den Läufer:innen jeder Schritt weh und jeder Höhenmeter nervt. Deswegen brauchen sie gerade hier besonders viel Unterstützung. Und wer keine Lust aufs Anfeuern hat, für den wartet mit Planten un Blomen eine echte Ruheoase direkt um die Ecke.

Wer sich selbst nochmal orientieren möchte: Den Strecken- und Zeitplan sowie alle Infos rund um den Marathon gibt es auf haspa-marathon-hamburg.de


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Den Kopf frei kriegen: Fünf Orte zum Entspannen

Entspannung, einfach nur Entspannung. Bitter nötig in dieser Zeit. SZENE HAMBURG-Autor:innen erzählen, wo sie derzeit besonders gut durchschnaufen können

 

Ordentlich Wind um die Ohren

 

Text: Rosa Krohn

Erholung am Klütjenfelder Hauptdeich in Wilhelmsburg (Foto: Rosa Krohn)

Erholung am Klütjenfelder Hauptdeich in Wilhelmsburg (Foto: Rosa Krohn)

Ich bin sicher nicht die einzige, bei der ein Großteil der letzten zwei Jahre pandemiebedingt zu Hause stattfand. Als Studentin wurde der sonst recht lange Fahrweg zur Uni durch den, nun ja, erheblich kürzeren Gang zum eigenen Schreibtisch ersetzt. Das war zwar durchaus bequem, doch gab es Tage, an denen musste ich buchstäblich nicht ein einziges Mal meine Wohnungstür öffnen. So beschloss ich eines Tages während der zähen Tage im Lockdown: mindestens einmal raus, jeden Tag. Denn, wie sehr einem die Decke auf den Kopf fällt, hat man bis zur Dämmerung nicht einmal das Haus verlassen, muss ich hier wohl gar nicht schildern. Den Vorsatz habe ich seitdem nicht mehr gebrochen. Teils waren es schöne Tagesausflüge, wenn die Zeit das erlaubte. Aber oft reichte die nur für einen Spaziergang im eigenen Viertel. Und so war es für mich ein großes Glück, dass es zwei Minuten von meiner Haustür entfernt einen Deich gibt.

Von Anfang an bedeutete der Klütjenfelder Hauptdeich für mich nicht nur – seinem Zweck folgend – Schutz vor Sturmfluten, sondern Zuflucht an stressigen Tagen. Einmal den Blick über die Elbe in die Weite des Hafens schweifen lassen, sich den heftigen Wind da oben um die Ohren wirbeln lassen, runterkommen, abschalten. An warmen Tagen im Sommer bietet der Deich sich ebenso gut dafür an, sich mit einem guten Buch in sein warmes Gras zu legen. In den Lockdowns wurde der Deich essenziell, brachte mich, eine Person, die Joggen zutiefst verabscheute, schließlich sogar dazu, die Runde joggend zu drehen. Das mache ich bis heute. Ja, es gibt Tage, da mag ich nicht. Gerade im Winter ist es kalt, oft grau und es kostet Überwindung, sich aufzuraffen. Doch wann immer es gelingt und ich doch eine Runde über den Deich jogge oder einfach nur spaziere, werde ich stets mit einem freien Kopf belohnt, mit dem sich die Dinge leichter verrichten lassen. Ist so vieles ungewiss und unstet in den letzten Monaten – der Deich hat mich noch nicht hängen lassen.

 

Natur Pur

 

Text: Felix Willeke

Zu jeder Jahreszeit entspannend: der Wohldorfer Wald (Foto: Felix Willeke)

Zu jeder Jahreszeit entspannend: der Wohldorfer Wald (Foto: Felix Willeke)

Hamburg ist grün, das wissen mittlerweile alle. Was den meisten dabei aber noch nicht klar ist: Hamburg ist zu fast zehn Prozent ein Naturschutzgebiet. Dabei ist es egal, ob Norden, Süden, Osten oder Westen, in der Stadt gibt es 36 geschützte Gebieten. Orte, an denen fast überall Entspannung garantiert ist. Einer dieser entspannten Orte ist der Wohldorfer Wald. Nur wenige Gehminuten von der U-Bahn-Station Ohlstedt entfernt liegt das fast 300 Hektar große Naturschutzgebiet. Ein riesiges Areal, an denen man selbst an den schönsten Tagen oftmals keiner Menschenseele begegnet – erst recht im Winter. Ein idealer Ort für alle, die dem Trubel der Stadt entkommen wollen. Hier können Kinder durch das Unterholz flitzen, Eltern die frische Luft genießen oder bei einem Kaffee am Mühlenteich entspannen. Auch mit dem Rad lässt sich das Gebiet auf den vielen Wegen bestens erkunden.

Dazu kommt: Der Wohldorfer Wald ist umgeben von noch mehr Natur: Während sich im Norden mit dem Duvenstedter Brook das drittgrößte Naturschutzgebiet der Stadt anschließt, ist es im Süden nur ein Schritt über die Hauptstraße und man steht am Alsterlauf. Hier im Norden zwischen Duvenstedt und Poppenbüttel verläuft die Alster durch das Rodenbeker Quellental und vorbei am Hainesch-Iland, zwei weiteren Hamburger Naturschutzgebieten. Also auf geht’s: feste Schuhe an Winterjacke übergestreift und Mütze auf, es ist Zeit für einen Spaziergang in der herrlichen Wintersonne.

 

Romantik beim Container

 

Text: Erik Brandt-Höge

An der Brücke 10 am Alten Elbtunnel gibt es einen entspannten Blick auf die schönste Stadt der Welt (Foto: Jasmin Tran)

An der Brücke 10 am Alten Elbtunnel gibt es einen entspannten Blick auf die schönste Stadt der Welt (Foto: Jasmin Tran)

Ich wollte mal nach Wilhelmsburg, kam aber nie an. Lag daran, dass ich nicht wie zuvor mit den Öffis die Strecke vom Karoviertel bis zum Inselpark zurücklegte, in dem ich gerne joggte, sondern mit dem Rad unterwegs war. Die Radroute führte durch den Alten Elbtunnel, diese mehr als 400 Meter lange Fliesenröhre unterm Fluss. Heraus kam ich an einem schwarzen Container, auf dem stand: Brücke 10 am Alten Elbtunnel. Brücke 10? Da war doch was! Genau, die Fischbrötchenbude auf den Landungsbrücken. Nur herrschte rund um den neu entdeckten Container weit weniger Trubel als dort, wo Dutzende und Dutzende sich in die Barkassen schoben, um gemeinsam Richtung Elbstrand zu tuckern.

Der Container, wo es die gleichen Fischbrötchen gab wie gegenüber, war im Vergleich ein Ruhepol. Geradezu ein Ort der Romantik – denn der Blick von dort auf die Landungsbrücken war fantastisch. Auf der Containerseite tummelten sich keine alles und jeden knipsenden Touri-Trupps, sondern Pärchen, die sich mit ihren Rollmops-Snacks und Bierchen auf die Mauern setzten, schnackten, knutschten, die Stille genossen. Kann man so machen, dachte ich, kann man sogar öfter machen. Ende dieser Radtour. Seitdem komme ich regelmäßig zurück. Nichts gegen Wilhelmsburg, schon gar nichts gegen den Inselpark. Aber auf dem Weg dorthin lädt diese Station dazu ein, einfach mal nicht weiterzufahren.

 

Runde um Runde

 

Text: Erik Brandt-Höge

Der Eppendorfer park ist einer von vielen Erholungsorten in der Stadt (Foto: Erik Brandt-Höge)

Der Eppendorfer Park ist einer von vielen Erholungsorten in der Stadt (Foto: Erik Brandt-Höge)

Es gibt größere Parks als den Eppendorfer Park. Das Areal, direkt beim UKE gelegen, ist nur eine kleine, grüne Oase des Stadtteils. Aber sie reicht: für Dates, die hier ihre Runden drehen. Für Familien, die hier ihre Runden drehen. Für Jogger, die hier … ja, schon klar. Anwohner und Eppendorf-Besucher machen das Beste aus dem Stückchen Natur, das es hier gibt. Manche spannen eine Slackline zwischen den dicken Birken, andere nutzen die Wiesen zum Gruppensport, stellen ein Tablet auf und lassen Pamela Reif die Übungen vormachen.

Im Winter ist der Eppendorfer Park deshalb so empfehlenswert, weil in seinem Zentrum ein Teich ist. Einen See kann man die paar Liter Wasser schlichtweg nicht nennen. Immerhin: Sie sind genug, damit ein gutes Dutzend Menschen – bei ausreichenden Minusgraden versteht sich – mit oder ohne Schlittschuhen übers Eis gleiten kann. Entspannen geht nicht bloß an Orten, die gefühlt unendliche Weiten bieten. Entspannung geht auch da, wo jederzeit jede Menge möglich ist. Zum Beispiel im Eppendorfer Park.

 

Hoch über der Hektik

 

Text: Marco Arellano Gomes

Entspannt mit Blick auf den Hafen am Aussichtspunkt: Bei der Erholung (Foto: Marco Arellano Gomes)

Entspannt mit Blick auf den Hafen am Aussichtspunkt: Bei der Erholung (Foto: Marco Arellano Gomes)

Hier, direkt am Hotel Hafen Hamburg, ist der Name des Ortes Programm: „Aussichtspunkt Bei der Erholung“. Es sind nur einige Treppen zu besteigen, um zu dieser einzigartigen Plattform mit Panoramablick über den Hafen zu gelangen, bei der man sich ganz nebenbei von der Hektik und dem Trubel der Stadt erholen kann. Links im Hintergrund grüßt die Elphi, die gerade ihr fünfjähriges Bestehen feiert, direkt vor einem erstrecken sich die Landungsbrücken, und auf der rechten Seite sieht man im Hintergrund die Kräne, die die Container aus Übersee entladen, um die Kaufhausregale mit all dem Spielzeug, den Elektrogeräten und Fahrrädern zu füllen, die seit Monaten zuverlässig ausverkauft sind.

Wer der Fotografie zugeneigt ist (mit einer echten Kamera, nicht diesen Handy-Spielzeugen!), dem wird hier an klaren Wintertagen ein Lichtspektakel sondergleichen geboten: Wenn die Sonne im Stile von „Apocalypse Now“ hinter der Elbe verschwindet und die Skyline, während die Schiffe ein- und auslaufen, in ein rot-orange-vanille-farbenes Tableau färbt. Es ist unzweifelhaft eine der schönsten Aussichtsplattformen der Stadt, aus dem seltsamerweise ein Braukessel aus Messing herausragt: Astra. Was dagegen? Seit 2004 gibt es hier auch einen kleinen, knapp 600 Meter langen, feinen Wanderweg, der sinnigerweise „Bei der Erholung“ heißt. Sitzgelegenheiten sind vorhanden, bei den winterlichen Temperaturen allerdings nur mit Zeitung oder SZENE HAMBURG unterm Hintern zu empfehlen. Ach ja: Und unbedingt passend anziehen! Es kann zzzzzziemmmmlich fffffrosssssstig werden.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2022. Das Magazin ist ab dem 22. Dezember 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Simone Buchholz & Bernd Begemann: Ein perfektes Paar

Das Literaturhaus Hamburg schickt für den Kultursommer Autor:innen und andere Kulturschaffende auf Kurzreise über die Alster. Krimiautorin Simone Buchholz und  Entertainer Bernd Begemann harmonierten als kollegiales Duo so perfekt, dass man sich fragt, wieso noch niemand die beiden vorher zusammen gebracht hat

Text: Kevin Goonewardena
Foto: Andreas Hornoff

 

23 Jahre kennen sich Simone Buchholz und Bernd Begemann, ließ uns der Veranstaltungstext wissen. Wie sie sich kennengelernt haben, damals, Ende der 1990er Jahre, erzählen die Autorin und der „Typ, der Lieder singt“, wie Begemann auf seiner Website über sich selbst schreibt, nach dem Ablegen des historischen Alsterdampfers „St. Georg“.

Das Literaturhaus Hamburg hat geladen, rund 15 Literatur- und andere Kulturschaffende duettieren sich an zwei Tagen auf dem ältesten Dampfschiff Deutschlands, seit rund 150 Jahren teilt sich das Wasser bereits unter dessen Kiel.

 

Backstage bei Blumfeld

 

Kennengelernt, so erfährt man, haben sich Buchholz und Begemann auf einem Konzert der Band Blumfeld, die wie Begemann selbst als Geburtshelfer der sogenannten Hamburger Schule gelten.

Buchholz, die in ihrer bekanntesten Buchreihe Staatsanwältin Chastity Riley auf Verbrecher:innenjagd schickt, und Begemann erzählten vom Backstage- und späteren Hotelzimmer-Aufenthalt, nach besagtem Konzert, wie sie sich nussigen Knabbereien hingaben, nicht aber sich, wie beide betonten und seitdem, seit 23 Jahren eben, befreundet sind.

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Sehen tun sie sich immer mal wieder, nur gemeinsam aufgetreten sind sie bis dato noch nie. Die Anekdote leitete natürlich auch das Thema der Veranstaltung ein – es ging um Gefühle. Buchholz las aus ihrem aktuellen Roman “River Clyde” nur die Stellen, in denen es auf irgendeiner Weise um Gefühle geht, Begemann sang seine Lieder und beide taten dies im Wechsel.

 

Reise, Reise

 

Zuerst gemeinsam am Bug des Schiffes, schaute Buchholz dann bei den Fahrgästen am Heck vorbei, um sich zum Finale, in dem sie gemeinsam Begemanns Klassiker „Ich habe nichts erreicht außer dir“ und den Evergreen „Moon River“, den Audrey Hepburn einst in „Breakfast at Tiffany’s“ sangen, wieder nach vorne zu begeben.

Rund 70 Minuten dauerte die Fahrt, die vom Jungfernstieg über Binnen- und Außenalster bis zum Wendehammer eines Nebenarms in Winterhude und zurück führte.

Vorbei an Liegeplätzen für Segelboote, Rudervereinen, Kanufahrer:innen und SUP-Fans, allerlei Wasservögeln und zur Alster hin fallende großzügigen Gärten ging die Reise, die auch als Veranstaltungsformat den Streifzug durch die vorgetragenen Gefühlswelten unterstrich.

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 literaturhaus.de


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JazzHall: Ein neuer Jazz-Tempel für Hamburg

Am 17. Juni 2021 eröffnet die JazzHall – Hamburgs neuer Konzertsaal an der Hochschule für Musik und Theater

Text: Felix Willeke

 

Das Hafenklang, die Elbphilharmonie oder das Birdland – Hamburg hat viele Orte, an denen guter Jazz gespielt wird. Jetzt kommt noch einer hinzu: Nach 15 Jahren Planung und mehr als zwei Jahren Bauzeit eröffnet am 17. Juni 2021 die JazzHallPandemie-bedingt nur virtuell. Die ersten öffentlichen Konzerte sind ab Juni 2021 geplant und im Sommer 2022 soll es dann mit einer musikalischen Festwoche richtig losgehen.

„Die JazzHall kann zu einem Publikumsliebling werden – im Herzen der Stadt und mit Blick auf die Alster“, sagt Bürgermeister Peter Tschentscher. Die neue Konzerthalle ist dabei Teil der Hochschule für Musik und Theater. „Jazz-Studierende sowie nationale und internationale Stars der Szene bekommen einen exzellenten Ort, um neue Konzertformate zu entwickeln und ihr Publikum zu begeistern“, sagt die Wissenschaftssenatorin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank. Die 550 Quadratmeter große Konzerthalle bietet Platz für 300 Gäste und steht neben Konzerten auch der Hochschule für den regulären Studienbetrieb zur Verfügung.


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Schattenplätze in Hamburg

Es wird endlich richtig warm und bald geht es auch über 30 Grad. Bei so viel Hitze braucht es aber auch dringend eine Abkühlung. Diese zehn Plätze versprechen Schatten und vielleicht auch die Chance auf ein kühles Nass

Das Elbufer

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Vorne Strand und hinten Schatten: das Elbufer (Foto: Felix Willeke)

Das Falkensteiner Ufer mit seinem Leuchtturm kennen viele. Doch wer der Elbe den Rücken zuwendet, findet nicht nur im Waldpark Falkenstein viel Schatten. Das gesamte Ufer des Geesthanges zwischen Teufelsbrück und Wedel ist von kleinen Wäldern und Naturschutzgebieten gesäumt. Dazu gehören das Naturschutzgebiet Wittenbergen, der Schinckels Park oder der Hirschpark.

Waldpark Falkenstein

Die Harburger Berge

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Am Rande der Hamburger Berge blüht ab Mitte August die Fischbeker Heide (Foto: Felix Willeke)

Im Süden der Stadt hat die Eiszeit den Hamburger:innen ihre „Berge“ geschenkt. Die Harburger Berge erstrecken sich in Hamburg von Harburg bis in die Fischbeker Heide und sind nahezu komplett mit Wald bedeckt. An einem der südlichsten Zipfel kann man mit dem Hasselbrack (116,2 Meter hoch) den höchsten „Berg“ der Stadt besteigen. Bis Ende der 1970er-Jahre gab es am Reiherberg sogar einen Skilift. Die ehemalige Piste ist heute noch zu sehen und wird von Wandernden, Mountainbiker:innen und im Winter von Schlitten genutzt.

Reiherberg

Die kleinen Gewässer

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Am Kupferteich an der Mellingbek gibt es neben Schatten auch ein kühles Nass (Foto: Felix Willeke)

Hamburg ist neben Fleeten, Kanälen und der Alster auch von vielen kleinen Gewässern durchzogen. Wer diese entdeckt, wird feststellen: Hier gibt es viel Schatten und ein kühles Nass dazu. Neben der Wandse, der Bille oder der Tarpenbek gibt es viele unbekannte wie die Saselbek, die Kollau, die Wedeler Au oder die Mellingbek. Fast alle sind am kompletten Verlauf von Bäumen gesäumt und zwischendurch gibt es auch den ein oder anderen Teich.

Mellingbek

Billetal & Sachsenwald

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Im Billetal begegnen einem auch historische Bauten – zum Glück alles im Schatten (Foto: Felix Willeke)

Direkt hinter der S-Bahn-Station Reinbek beginnt das Billetal. Hier kann man entweder in Richtung Westen und damit nach Bergedorf durch den Wald wandern oder man nimmt die andere Richtung. Nach Osten geht es bald vorbei am Sachsenwaldbad, einem wunderschönen Freibad in Richtung des Sachsenwald. Das mit fast 60 Quadratkilometern nicht nur größte zusammenhängende Waldgebiet in Schleswig-Holstein bietet besonders bei schönem Sommerwetter reichlich Möglichkeiten zum Wandern im Schatten der Bäume. Teile des Waldes gehören dabei auch heute noch der Familie Bismarck und werden von ihr bewirtschaftet.

Sachsenwald

Das Alstertal

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Immer schön schattig: das Alstertal (Foto: Felix Willeke)

Wem speziell am Wochenende der Alsterlauf zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel zu voll ist, sollte nach Norden schauen. Zwischen der Burg Henneberg in Poppenbüttel und dem Naturschutzgebiet Hainisch Iland bietet das Alstertal viel Schatten und etliche Einkehrmöglichkeiten. Die ganz Sportlichen können über das Naturschutzgebiet Rodenbeker Quellental durch Duvenstedt noch weiter in den Wohldorfer Wald wandern.

Das Alstertal

Alter Elbtunnel

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Unter Wasser, kühl und historisch, das ist der Alte Elbtunnel (Foto: Mediaserver Hamburg/ThisIsJulia Photography)

1911 eröffnete der Tunnel von den Landungsbrücken auf die Südseite der Norderelbe. Damals sollte er Arbeiter den Weg zur Werft ermöglichen, wenn die Schiffe wegen Eis nicht über die Elbe fahren konnten. Heute ist der Tunnel ein Touristenmagnet und ein optimaler Zufluchtsort bei Hitze. Nirgendwo ist es so natürlich kühl wie im Alten Elbtunnel und auf der anderen Seite gibts zum schönen Ausblick auch noch gute Fischbrötchen. 

Alter Elbtunnel

U-Bahn Stationen

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Nicht nur optisch eisig: In der U-Bahnstation HafenCity Universität bleibt es auch im Sommer kühl (Foto: Mediaserver Hamburg/Ingo Boelter)

Hamburg hat als eine von vier deutschen Städten eine klassische U-Bahn. Auch wenn weniger als die hälfte der Strecken in Tunneln verlaufen, bieten diese an heißen Sommertagen eine perfekte Abkühlung. Egal ob in den tiefen Stationen der U4 in der HafenCity oder bei dem Windzug der einfahrenden Bahn an der U-Bahn Stephansplatz, Abkühlung ist auf jeden Fall sicher. Dazu bieten die klimatisierten Wagen auch außerhalb der Tunnel die Möglichkeit zum Durchatmen und das beste: Ab dem 1. Juni 2022 kostet diese Abkühlung nur 9 Euro pro Monat.

U-Bahn HafenCity Universität

Speicherstadt

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Außen heißer Asphalt und innen kühle Räume, das gibt es nur im weltkulturerbe Speicherstadt (Foto: Mediaserver Hamburg/ThisIsJulia Photography)

Die Speicherstadt ist von Straßen durchzogen und besonders im Sommer fangen die Fleete bei Ebbe an zu stinken. Trotzdem gibt es hier richtig gute Schattenplätze und zwar in den Speichern. Egal ob Miniatur Wunderland,  Gewürzmuseum oder Speicherstadt Kaffeerösterei, hier ist es immer kühl. Der Grund ist historisch. In den Speichern wurden früher Waren gelagert, die nicht zu heiß oder kalt werden durften – eine Klimaanlage gab es damals noch nicht – deshalb wurden die Speicher so konstruiert, dass es nur selten wärmer als 18 Grad wird und die Temperatur fast nie unter 0 Grad fällt. 

Speicherstadt

Biergärten

Biergarten "Altes Mädchen" in Hamburg; Foto: Henning Angerer
Ein schöner Schattenplatz: der Biergarten des „Alten Mädchen“ (Foto: Henning Angerer)

Im Süden Deutschlands eine Tradition, im Norden noch selten, das sind Biergärten. Hier lässt es sich prima verweilen, bei einem kühlen Bier und herzhaftem Essen. Auch wenn Hamburg noch viel Nachholbedarf hat, gibt es auch in der Hansestadt schöne Biergärten. So zum Beispiels in der Factory Hasselbrook, beim Alten Mädchen oder den Klassiker am Landhaus Walter. Hier lässt sich wahlweise unter großen alten Bäumen oder riesigen Sonnenschirmen ein kühles Getränk genießen. 

Landhaus Walter

Moore

AhrensburgerTunneltal
Im Ahrensburger Tunneltal geht’s auf einem Floßweg durch’s Moor (Foto: Felix Willeke)

Hamburg hat fast 40 Naturschutzgebiete, darunter auch einige Moore. Diese feuchten Areale sind nicht nur ein Paradies für heimische Flora und Fauna, hier lässt es sich auch bei Hitze besonders gut aushalten. Egal ob das Wittmoor und das Raakmoor im Norden, das Schnaakenmoor im Westen oder das Ahrensburger Tunneltal im Osten, überall hier ist Abkühlung, schöne Landschaft und Natur pur garantiert. 

Ahrensburger Tunneltal


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Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Vladimir: „Ich dachte, ich gehe zurück nach St. Petersburg“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Wir fischen sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Vladimir begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Ich verstehe es so: Menschen haben Fragen. Und ein Leben lang bekommen sie auf die gleichen Fragen Antworten. Manchmal sind es die gleichen Antworten, oft sind sie auch unterschiedlich. Die Fragen sind aber immer gleich. Ich habe es für mich umgedreht und glaube, es kommt nicht auf die Antworten an, sondern ich versuche, die richtigen Fragen zu suchen.

Vor zwei Jahren bin ich Papa geworden. Seitdem kommen immer wieder Erinnerungen meiner Kindheit zurück. Ich denke an die Zeit früher in Russland, wie ein Loop kommt es mir vor. Durchs Vatersein habe ich ein neues Gefühl für Zeit bekommen.

Ich bin Ingenieur, meine Frau ist Chirurgin, eigentlich denkst du, du hast zwischen Beruf und Ehe für ein Kind gar keine Zeit. Und dann ist es auf der Welt und nimmt 90 Prozent deiner Zeit ein. Alles andere ordnest du dem unter. Es ist ein anstrengendes, aber schönes Zeitproblem.

 

17 Jahre später

 

Meine Frau und ich sind Kitesurfer und Snowboarder. So haben wir uns auch kennengelernt: Im Schnee in Tschechien. Seitdem wir Eltern sind, schaffen wir den Sport nur noch selten. Wir freuen uns beide darauf, irgendwann zu dritt in die Berge oder ans Meer fahren zu können.

Für Freunde bleibt momentan ebenso kaum Zeit. Auch meine Heimatbesuche sind weniger geworden. Ich komme aus St. Petersburg, dort leben meine Eltern, meine Schwestern und viele Freunde. Als ich vor 17 Jahren nach Hamburg gekommen bin, dachte ich, ich bleibe hier für ein, zwei Jahre und dann geht’s zurück. Jetzt ist es mein Zuhause geworden. Und mein Sohn Nikita ist ein echter Hamburger. Die Frage, wie ich glücklich werde, habe ich mir damit beantwortet.“


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