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Neu im Kino: The French Dispatch

Der neue Film von Wes Anderson ist eine Hommage an die Welt der Print-Magazine

Text: Marco Arellano Gomes

 

Star-Regisseur Wes Anderson („Grand Budapest Hotel“) wollte schon länger einen Film drehen, der in Frankreich spielt. Einen, der das legendäre Stadtmagazin „The New Yorker“ thematisiert. Und einen, der aus Kurzgeschichten besteht. Nun erhält die Kinowelt alles drei auf einmal: Spiel, Spaß und unvergessliche Bilder. Sein neuestes Werk „The French Dispatch“ zeigt das Treiben des gleichnamigen, im fiktionalen französischen Ort Ennui-sur-Blasé produzierten wöchentlichen Magazins. Ganz im Stile des realen Vorbilds lässt Herausgeber Arthur Howitzer Jr. (Bill Murray) die Crème de la Crème der schreibenden Zunft Geschichten in Worte fassen: Herbsaint Serzarac (Owen Wilson), J.K.L. Berensen (Tilda Swinton), Lucinda Krementz (Frances McDormand), Roebuck Wright (Jeffrey Wright) – das sind die Autoren und Autorinnen, die realen Vorbildern nachempfunden sind.

 

Bizarre und unterhaltsame Geschichten

 

„The French Dispatch“, der neue Film von Wes Anderson (Foto: The Walt Disney Company)

„The French Dispatch“, der neue Film von Wes Anderson (Foto: The Walt Disney Company)

Nach dem Ableben ihres geliebten Herausgebers, versammeln sie sich, um einen Nachruf zu verfassen. Die Autoren erinnern sich an vier Geschichten, die in einer Aneinanderreihung von Kurzfilmen vorgestellt werden: eine Stadtrundfahrt per Fahrrad, die Geschichte eines begnadeten, im Gefängnis sitzenden Künstlers (Benicio del Toro), eine Reportage über politisch engagierte Jugendliche, die die Welt verändern möchten (unter anderem Timothée Chalamet) sowie eine Kriminalgeschichte um einen Kommissar (Mathieu Amalric) und einen Koch namens Nescaffier (Stephen Park). Eine Geschichte ist bizarrer und unterhaltsamer als die andere.

 

Mit viel Liebe zum Detail

 

Anderson gelingt mit einem Ensemble namhafter Schauspieler und dem Einsatz diverser stilistischer Mittel (Schwarz-Weiß, Farbe, Breitbildformat, Normalformat, Comic-Optik etc.) das Kunststück, all das, was Printmagazine so liebenswert macht, filmisch auszudrücken. Darüber hinaus erweist er dem französischen Film (von Godard über Vigo bis Truffaut) seine Referenz. Das ist ansehnlich, komisch und in der Fülle ein wenig überwältigend. Selbst das Presseheft wurde gestaltet, als wäre es eine Ausgabe des „The French Dispatch“ – bis hin zu Illustrationen der Figuren. Man möchte die Zeitschrift am liebsten abonnieren. Doch leider gibt es sie nicht. No crying! – es bleibt der Gang ins Kino.

„The French Dispatch“, Regie: Wes Anderson. Mit Bill Murray, Benicio del Toro, Frances McDormand. 107 Min. Ab 21.10. im Kino

Noch nicht überzeugt? Hier gibt’s den Trailer zum Film:


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Der Herbst ist da: Zehn Tipps für kühle Tage

Es ist Herbst, die Tage werden kürzer, draußen ist es nass und kalt und der sogenannte Herbstblues setzt ein. Hier kommen zehn Tipps, um aus dieser Jahreszeit einen goldenen Herbst zu machen

Text: Felix Willeke & Henry Lührs

 

Ausflug zum Kürbisparadies Hof Adolf

 

Auf dem Hof Adolf gibt es Kürbis satt (Foto: unsplash/Alexas Fotos)

Auf dem Hof Adolf gibt es Kürbis satt (Foto: unsplash/Alexas Fotos)

Der Herbst bringt nicht nur Schmuddelwetter und viel Laub, sondern auch den Kürbis und alles, was dazugehört. Das große, orange Fruchtgemüse macht sich nicht nur gut in der eigenen Wohnung, auch die Kürbissuppe ist ein absolutes Herbst-Highlight. Ganz zu schweigen von den vielen verschiedenen Grusel-Grimassen, die sich zu Halloween in die Kürbisse schnitzen lassen. Umso besser, dass es in und um Hamburg verschiedene Kürbishöfe gibt.

Der Hof Adolf vor den Toren der Stadt bietet in seinem Kürbisparadies 200 verschiedene Sorten an. Aber auch viele selbsterzeugte und regionale Kürbisprodukte wie Sekt, Marmeladen oder Öl locken auf den Hof. Schnitzvorlagen und Schnitzwerkzeug für die Grusel-Party liegen für die Besucher bereit. Bis Ende Oktober ist das Kürbisparadies jeden Tag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

Hof Adolf, Im Dorf 8 (Braak); hof-adolf.de


 

Gemütliches Filme-Gucken gegen den Herbstblues

 

Der Filmraum in Eimsbüttel, ein Programmkino mit gemütlicher Atmosphäre (Foto: filmRaum)

Der Filmraum in Eimsbüttel, ein Programmkino mit gemütlicher Atmosphäre (Foto: filmRaum)

Nirgendwo lässt sich ein verregneter, kühler Herbsttag besser verbringen als in einem muckeligen Kino. Neben den großen Blockbuster-Kinos gibt es in Hamburg aber auch die kleinere, gemütliche Variante. Der Filmraum im Herzen von Eimsbüttel erinnert mit seinem Kinosaal eher an ein zweites Wohnzimmer.

Das kleine Programmkino setzt auf alten Kino-Charme und Filme fernab des Mainstreams. Arthouse-, Spiel- und Dokumentarfilme laufen hier in Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Seit über 10 Jahren hat sich der Filmraum im Viertel, aber auch in ganz Hamburg als wichtiger Kulturraum etabliert. Für den Klönschnack danach lohnt sich die heiße Schokolade oder der Chai Tea im Herz und Bauch Cafe gegenüber.

Müggenkampstraße 45 (Eimsbüttel); filmraum.net


 

Herbstliches Basteln und kreatives Gestalten

 

Im Herbst ist Zeit für Kreativität (Foto: unsplash/Vladimir Proskurovskiy)

Im Herbst ist Zeit für Kreativität (Foto: unsplash/Vladimir Proskurovskiy)

Wenn es draußen früher dunkel und kühler wird, ist es Zeit, um drinnen wieder kreativ zu werden. In Hamburg gibt es dazu zum Glück viele Möglichkeiten, Veranstaltungen und Workshops. In der Diele in Ottensen dreht sich am 30. Oktober 2021 zum Beispiel alles um die Trockenblume. Mit Floristentape und Basteldraht werden bei einem Workshop Kränze für das eigene Wohnzimmer hergestellt.

Bei der Veranstaltung „Malen, Basteln, Werkeln“ im Bucerius Kunst Forum werden am 7. November neue künstlerische Wege mit Materialien aus dem Haushalt erforscht. In der Kreativwerkstatt Hamburg Ottensen gibt es am 19. November eine Einführung in die Kunst des Plisseefaltens. Kugeln im Origami-Stil werden hierbei aus dem individuellen Lieblingspapier gefaltet. Aber auch in den eigenen vier Wänden lässt es sich natürlich wunderbar kreativ werden. Viele Anleitungen, zum Beispiel zum Thema Upcycling, gibt es auf Youtube.


 

Entspannen in den Wellnessoasen von Hamburg

 

Entspannen, das geht im Kaifu Sole (Foto: Bäderland Hamburg)

Entspannen, das geht im Kaifu Sole (Foto: Bäderland Hamburg)

Die Herbst- und Wintermonate können gerne mal richtig stressig werden. Der Urlaub ist ausgeschöpft und die Ferien wieder in weiter Ferne. Bei Studierenden rauscht das Wintersemester rein und die ersten Abgaben oder Vorträge stehen an. Aber auch auf der Arbeit steigt der Druck durch Fristen zum Jahresende. Kaum etwas sorgt für mehr Entspannung, als im Spa die Seele baumeln zu lassen. Orientalische Wellness gibt es zum Beispiel im Hamam Hafen Hamburg auf St. Pauli. Auf die Besucher wartet ein großer Wellnessbereich mit Kissenlandschaft, beheizten Marmor Podesten, Körperpeelings und Seifenschaummassagen. Individuelle Behandlungen gibt es hier bereits ab 35 Euro.

Natürlich finden sich auch in anderen Teilen der Stadt viele weitere Wohlfühloasen. Klassische und beliebte Anlaufstellen sind zum Beispiel das Meridian Spa in Poppenbüttel oder die Kaifu Lodge und Kaifu Sole in Eimsbüttel. Aber auch das Aspira in Uhlenhorst bietet neben verschiedenen Spa-Bereichen mehrere beheizte Innen- und Außenpools, die auch in den Herbst- und Wintermonaten geöffnet sind.

Seewartenstraße 10 (St. Pauli); hamam-hamburg.de


 

Schlemmen bei den Genuss-Touren Hamburg

 

Auf den Genuss-Touren Hamburg gibt es viele kulinarische Highlights (Foto: Jérome Gerull)

Auf den Genuss-Touren Hamburg gibt es viele kulinarische Highlights (Foto: Jérome Gerull)

Der Herbst ist da – kein Grund, sich drinnen zu verstecken. An der frischen Herbstluft lässt sich die Hamburger Gastro Szene ideal bei der Genuss-Tour Hamburg erforschen. Während der kulinarischen Entdeckungsreise durch Hamburgs Stadtteile kommen die Besucher in den Genuss der leckersten Pizza, des besten Burgers oder der gemütlichsten Bar.

Die Tourguides haben außerdem immer jede Menge Insidertipps parat. In Kooperation mit Urban Gurus werden alle Teilnehmenden dazu eingeladen, Hamburg kulinarisch zu entdecken und satt und zufrieden zurückzukehren. Gebucht werden können die Touren in vielen verschiedenen Vierteln wie Speicherstadt und Hafencity oder Altona und Ottensen.

genusstouren-hamburg.de


 

Sterne gucken und mehr

 

Einen Blick in die Sterne gibt's im Planetarium Hamburg (Foto: Jan-Rasmus Lippels)

Einen Blick in die Sterne gibt’s im Planetarium Hamburg (Foto: Jan-Rasmus Lippels)

Draußen hängen die Wolken tief und drinnen funkeln die Sterne. Das geht nicht? Doch und zwar bestens im Planetarium Hamburg. Egal ob Geschichten für die Kleinen, Wissen für alle oder spektakuläre Shows für die Größeren, das Planetarium bietet die ganze Bandbreite. Ab dem 1. November kommen sogar noch mehr Besucher:innen in den Genuss der Shows, denn das Haus stellt auf die 2G-Regel um.

Für die Zeit vor oder nach der Show gibt es außerdem im Erdgeschoss das Café Schmidtchen im Planetarium, im Foyer die Ausstellung „Mensch, Kosmos!“ mit Bildern des Hubble-Teleskops und ganz oben die fast schon legendäre Aussichtsplattform. Für alle mit Tickets zu einer Veranstaltung ist die Plattform im Preis enthalten, alle anderen Zahlen ein bis zwei Euro für einen der schönsten Blicke über die Stadt.

Linnering 1 im Stadtpark (Winterhude); planetarium-hamburg.de


 

Kunst, Kunst, Kunst

 

TOYEN: Die neue Welt der Liebenden; (Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2021/Katrin Backes, Sylvain Tanquerel)

TOYEN: Die neue Welt der Liebenden; (Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2021/Katrin Backes, Sylvain Tanquerel)

Über 80 Museen gibt es in Hamburg, dazu kommen unzählige Galerien und Pop-up-Räume, es spricht also nichts dagegen, den Herbst ins Zeichen der Kunst zu stellen. Sei es die aktuelle Toyen-Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle, die hochgelobte Ausstellung „Tom Sachs Space Program: Rare Earths“ in den Deichtorhallen (noch bis zum 10. April 2022) oder die wechselnden Ausstellungen im KuBaSta im Münzviertel.

Aktuell untersuchen Student:innen der HAW das menschliche Verhältnis zu Landschaft und Naturdarstellungen im Lichte der globalen Umweltveränderungen zeichnerisch in der Ausstellung „Landschaft als Metapher“. Los geht es im KuBaSta am 15. Oktober mit einer Vernissage, vom 16. bis zum 28. Oktober ist täglich von 18 bis 21 Uhr geöffnet.

KuBaSta Repsoldstraße 45 (Hammerbrook); xpon-art.de


 

Raus ins Laub

 

Damwild, einfach schöne Tiere im Niendorfer Gehege (Foto: unsplash/Zhengyu Lyu)

Damwild, einfach schöne Tiere im Niendorfer Gehege (Foto: unsplash/Zhengyu Lyu)

Spaziergänge im Sommer, das können alle. Aber es gibt fast nichts schöneres als ein Spaziergang an einem Herbstmorgen, wenn der Tau noch über der Wiese liegt und der Morgennebel die Sonne in ein leicht milchiges Licht taucht.

Egal ob Damwild im Niendorfer Gehege beobachten, Galloway Rinder im Höltigbaum oder Heidschnucken in der Fischbeker Heide, neben der morgendlichen Frische gibt es in den Parks und Naturschutzgebiet in und um die Stadt herum noch viel mehr zu entdecken. Die Loki-Schmidt-Stiftung und die einzelnen Parks bieten darüber hinaus auch noch Führungen und Workshops an.


 

Herbstzeit ist Apfelzeit

 

Äpfel gibt es in Hamburg regional und saisonal immer im Herbst (Foto: unsplash/Matheus Cenali)

Äpfel gibt es in Hamburg regional und saisonal immer im Herbst (Foto: unsplash/Matheus Cenali)

Mittagspause, der Körper verlangt nach Vitaminen, da kommt der frische Apfel gerade recht. Noch besser ist er, wenn er nicht nur frisch, sondern auch selbst gepflückt ist. Und wie es die Natur will, hat Hamburg das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Deutschlands direkt vor der Tür. Im Alten Land ist aktuell noch Zeit für die Apfelernte und auf Höfen wie dem Herzapfelhof Lühs kurz vor Jork kann man täglich selbst zum Pflücken vorbei kommen. Noch bis Ende Oktober 2021 hängen hier Sorten wie Jonagold oder Topaz an den Bäumen. Zum Pflücken braucht man eine Pflückkarte, die man bei der Anmeldung vor Ort bekommt.

Wer es nicht schafft, ins Alte Land zu fahren und trotzdem alte und regionale Apfelsorten probieren will, die zum Teil auch für Allergiker:innen in Frage kommen, der geht am besten zu Judith Bernhard und Eckart Brandt vom Boomgarden Projekt. Sie stehen mit ihrem Verkaufsstand noch bis zum 15. November immer montags von 12 bis 16 Uhr auf dem Burchardplatz vor dem Chilehaus.

Herzapfelhof Lühs, Osterjork 102 (Jork); herzapfelhof.de


 

Einfach Lesen

 

Herbstzeit ist Lesezeit (Foto: unsplash/Matias North)

Herbstzeit ist Lesezeit (Foto: unsplash/Matias North)

Während beim Discounter die Spekulatius schon wieder ausverkauft sind und die ersten Einzelhändler:innen sich auf Weihnachten vorbereiten, laden die Herbsttage zum Lesen ein. Am Anfang vom Lesen steht immer noch das Buch und Buchläden gibt es in Hamburg reichlich: Von den großen Buchhandlungen bis zu den kleinen Lieblingsläden um die Ecke wie die Buchhandlung Ulrich Hoffmann in Barmbek oder der Buchladen Osterstraße in Eimsbüttel. Hier gibt es beste Beratung auf dem Weg zum neuen Lieblingsbuch.

Doch wer noch mehr bedarf hat, der kann sich vom 2. bis 6. November 2021 auf Kampnagel in die Welt der Krimi-Ligatur entführen lassen. Beim 14. Hamburger Krimifestival warten rund 40 Autor:innen, darunter Nele Neuhaus oder Sebastian Fitzek, auf die Literaturfans.


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Filmfest Hamburg: Das gibt’s noch zu sehen

Es sind die zwei Wochen im Jahr, in denen es in den Hamburger Kinos hoch her geht. Beim Filmfest Hamburg gibt es große Premieren und viele kleine Highlights. Hier kommt eine Übersicht, was bis es bis zum 9. Oktober 2021 noch zu sehen gibt

Texte: Marco Arellano Gomes, Mark Stöhr, Cornelis Hähnel, Helen Peetzen, Anselm Scherer, Claire Bösenberg

 

Das Filmfest Hamburg ist in vollem Gange. In der letzten Woche gab es die Highlights des Filmfestes, hier kommt eine Übersicht, was es bis zum 9. Oktober 2021 noch zu sehen gibt.

 

Sektion Große Freiheit

 

Filme aus Deutschland: Die ausgewählten Kinofilme nutzen die Freiheiten, die sich ihnen bieten – mit viel Lust an neuen Themen und Narrationen.

 

Alles in bester Ordnung

 

Wie viel muss der Mensch wirklich besitzen? Eine feinsinnige Komödie über das Zuviel und das Zuwenig mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle.

Alles in bester Ordnung (Foto: Niklas Lindschau)

Alles in bester Ordnung (Foto: Niklas Lindschau)

D 2021, 96 Min., Regie Natja Brunckhorst Drehbuch Natja Brunckhorst, Martin Rehbock Besetzung Corinna Harfouch, Daniel Strässer, Joachim Król; Blankenese Kino, Di. 5.10. 19:45 Uhr

 

Niemand ist bei den Kälbern

 

Mit unbestechlichem Blick und dokumentarischem Duktus räumt das Drama mit dem Mythos vom romantischen Landleben auf.

Niemand ist bei den Kälbern (Foto: Weydemann Bros / Max Preiss)

Niemand ist bei den Kälbern (Foto: Weydemann Bros / Max Preiss)

D 2021, 116 Min., Regie Sabrina Sarabi Drehbuch Sabrina Sarabi, basierend auf einem Roman von Alina Herbing Besetzung Saskia Rosendahl, Rick Okon, Godehard Giese, Enno Trebs, Peter Moltzen; Cinemaxx 1, Di. 5.10. 20:45 Uhr

 

Sektion Veto!

 

Politisches Kino: Filme mit Ausrufezeichen, meinungs- und ausdrucksstarke Interventionen und Irritationen: Das Spiel- und Dokumentarfilmprogramm unterstreicht die politische Kraft des Kinos.

 

Futura

 

Eine neue Generation italienischer Regisseur·innen erforscht in einem Kollektivfilm die Zukunft ihres Landes.

Futura (Foto: The Match Factory GmbH)

Futura (Foto: The Match Factory GmbH)

I 2021, 110 Min., Regie und Drehbuch Pietro Marcello, Francesco Munzi, Alice Rohrwache; Metropolis, Mi. 6.10. 19:00 Uhr

 

La Civil

 

Ziviler Mut in einer Gesellschaft ohne Gewaltmonopol: In diesem fesselnden Entführungsthriller aus Mexiko nimmt eine Mutter die Suche nach ihrer Tochter selbst in die Hand.

La civil (Foto: Urban Distribution International)

La Civil (Foto: Urban Distribution International)

B, MEX, RO 2021, 145 Min., Regie Teodora Ana Mihai Drehbuch Teodora Ana Mihai, Habacuc Antonio De Rosario Besetzung Arcelia Ramirez, Alvaro Guerrero, Ayélen Muzo, Jorge A. Jimenez; Studio Kino, Mi. 6.10. 21:30 Uhr

 

 

Sektion Transatlantik

 

Kino aus Nordamerika: Diese Sektion strotzt vor Lebendigkeit und Kreativität und hat den Mut zu außergewöhnlichen Geschichten und Ästhetiken, egal ob in Studio- oder Independent-Produktionen.

 

Starlet

 

Eine ziellose 21-Jährige, eine weit über 85-Jährige, ein bisschen Pornoindustrie und eine Thermoskanne voller Geld – Sean Baker macht in seinem vierten Film ein Universum voller Unterschiede und Überraschungen auf.

Starlet (Foto: Rapid Eye Movies HE GmbH)

Starlet (Foto: Rapid Eye Movies HE GmbH)

USA 2012, 103 Min., Regie Sean Baker Drehbuch Sean Baker, Chris Bergoch Besetzung Dree Hemingway, Besedka Johnson; Studio Kino, Do. 7.10. 21:30 Uhr

 

Land of Dreams

 

Die USA in naher Zukunft – ein abgeschottetes Land, in dem nicht einmal mehr das Träumen frei ist. Bildgewaltig entwerfen Shirin Neshat und Shoja Azari eine Dystopie, die vielleicht näher an der Wirklichkeit ist, als uns lieb ist.

Land Of Dreams (Foto: Bon Voyage Films, Palodeon Pictures / Ghasem Ebrahimian)

Land of Dreams (Foto: Bon Voyage Films, Palodeon Pictures / Ghasem Ebrahimian)

USA, D, QAT 2021, 113 Min., Regie Shirin Neshat, Shoja Azari Drehbuch Jean-Claude Carrière Besetzung Sheila Vand, Matt Dillon, William Moseley, Isabella Rossellini, Anna Gunn, Christopher McDonald; Studio Kino, Fr. 8.10. 16:00 Uhr

 

Poser

 

Das Psychodrama um eine junge Frau auf Identitätssuche ist ein beeindruckendes Stück US-Indiekino und taucht tief in die vibrierende Subkultur von Columbus in Ohio ein.

Poser (Foto: UTA)

Poser (Foto: UTA)

USA 2021, 87 Min., Regie Ori Segev, Noah Dixon Drehbuch Noah Dixon Besetzung Sylvie Mix, Bobbi Kitten; Abaton, Fr. 8.10. 21:30 Uhr

 

Sektion Asia Express

 

Filmkulturen aus Fernost: Die Sektion spiegelt das aktuelle Filmschaffen unabhängiger asiatischer Filmemacher•innen. Sie steht für ein Kino der Grenzüberschreitungen und cineastischen Sinnsuchen.

 

Anatomy of Time

 

Eine in Fragmenten erzählte Untersuchung über Entscheidungen, Vergänglichkeit und die Wirkungsweisen der Zeit.

Anatomy of Time (Foto: Diversion, Damned Films, Sluizer Film Productions, M'GO Films, Mit Out Sound Films)

Anatomy of Time (Foto: Diversion, Damned Films, Sluizer Film Productions, M’GO Films, Mit Out Sound Films)

THA, F, NL, SIN 2021, 118 Min., Regie und Drehbuch Jakrawal Nilthamrong Besetzung Thaveeratana Leelanuja, Prapamonton Eiamchan, Sorabodee Changsiri, Wanlop Rungkumjad; Metropolis, Fr. 8.10. 16:30 Uhr und Cinemaxx 2, Sa 9.10., 16:00 Uhr

 

On the Job: The Missing 8

 

Korrupte Politiker, verschwundene Journalisten und Gefängnisse voller Auftragsmörder: Mit frenetischer Kamera und mitreißender Musik inszeniert Erik Matti einen epischen Politthriller, der sich auf wahre Begebenheiten stützt.

On the Job: The Missing 8 (Foto: Reality Entertainment)

On the Job: The Missing 8 (Foto: Reality Entertainment)

PHI 2021, 208 Min., Regie Erik Matti Drehbuch Michiko Yamamoto Besetzung John Arcilla, Dennis Trillo, Dante Rivero; Cinemaxx 2, Sa. 9.10. 20:30 Uhr

 

All about my Sisters

 

Eine Langzeitstudie über familiäre Verflechtungen, die psychologischen Auswirkungen der Ein-Kind-Politik und die Rolle der Frau in der chinesischen Gesellschaft.

All about my sisters (Foto: Asian Shadows)

All about my Sisters (Foto: Asian Shadows)

USA 2021, 174 Min., Regie Wang Qiong Protagonist∙innen Zhou Jin, Wang Li, Yan Xiaoqing, Wang Jianhua, Wang Sifan; Cinemaxx 2, Do. 7.10. 17:30 Uhr

 

Whether the Weather is fine

 

Die Odyssee dreier Menschen in den Nachwirren einer Sturmflut wird zur visuell beeindruckenden Vision einer Welt nach der Katastrophe.

Whether the Weather is Fine (Foto: Rediance Films)

Whether the Weather is Fine (Foto: Rediance Films)

F, D, PHI, SIN, IDN, QAT 2021, 104 Min., Regie Carlo Francisco Manatad Drehbuch Giancarlo Abrahan V, Carlo Francisco Manatad, Jeremie Dubois Besetzung Charo Santos-Concio, Daniel Padilla, Rans Rifol; Cinemaxx 2, Mi. 6.10. 21:15 Uhr

 

Sektion Voilà!

 

Französischsprachige Filme: Unsere frankophone Sélection beweist Jahr für Jahr, welch exzellenter Output möglich ist, wenn Talent, Vision und Unabhängigkeit zusammenkommen.

 

France

 

Mit absurdem Witz erzählt der neue Film von Bruno Dumont anhand einer französischen Starjournalistin, wie schnell man in einen Abgrund fallen kann – und stärker wieder aus ihm auftaucht.

France (Foto: R. Arpajou / 3B PRODUCTIONS 2020; SBS)

France (Foto: R. Arpajou / 3B PRODUCTIONS 2020)

F, D, B, I 2021, 133 Min., Regie und Drehbuch Bruno Dumont Besetzung Léa Seydoux, Juliane Köhler, Benjamin Biolay, Blanche Gardin; Passage, Do. 7.10. 18:45 Uhr

 

Die Gute Mutter

 

Mit einem liebevollen Blick zeichnet Hafsia Herzi das filmische Porträt einer Mutter, einer Familie und eines Viertels im Norden Marseilles.

Die Gute Mutter (Foto: SBS Productions / Guy Ferrandis)

Die Gute Mutter (Foto: SBS Productions / Guy Ferrandis)

F 2021, 99 Min., Regie und Drehbuch Hafsia Herzi Besetzung Halima Benhamed, Sabrina Benhamed, Jawed Hannachi Herzi; Passage, Fr. 8.10. 19:00 Uhr und Sa. 9.10. 17:00 Uhr

 

Vortex

 

Gaspar Noé erzählt eine berührende Geschichte über ein alterndes Paar. Die stilistische Besonderheit: Das Bild ist geteilt in zwei Fenster – auf der einen Seite beobachtet die Kamera den Mann, auf der anderen die Frau.

Vortex (Foto: Wild Bunch)

Vortex (Foto: Wild Bunch)

F, B, MON 2021, 142 Min., Regie und Drehbuch Gaspar Noé Besetzung Françoise Lebrun, Dario Argento, Alex Lutz; Cinemaxx 3, Fr. 8.10. und Sa. 9.10. 21:00 Uhr

 

Sektion Vitrina

 

Spanisch- und portugiesischsprachiges Kino: Das Programm mit aktuellen Filmproduktionen ist ein Schaufenster voll unterschiedlicher Stile, Narrationen und Genres.

 

El Gran Movimiento

 

Flirrend zwischen Realität und Fantasie, taucht das bolivianische Drama tief in die unsichtbaren Welten von La Paz ein. Bolivien in der Gegenwart.

El Gran Movimiento (Foto: Altamar Films / Socavón Cine)

El Gran Movimiento (Foto: Altamar Films / Socavón Cine)

BOL, F, CH, QAT 2021, 85 Min., Regie und Drehbuch Kiro Russo Besetzung Julio Cézar Ticona, Max Bautista Uchasara, Francisca Arce de Aro, Israel Hurtado, Gustavo Milán Ticona; Cinemaxx 2, Sa. 9.10. 14:00 Uhr

 

Jesús López

 

Das Dorf und der tote Rennfahrer: In eindringlichen Bildern erzählt das argentinische Drama eine verstörende Geschichte über Trauer und jugendliche Identität.

Jesús López (Foto: Murillo Cine)

Jesús López (Foto: Murillo Cine)

ARG, F 2021, 90 Min., Regie Maximiliano Schonfeld Drehbuch Maximiliano Schonfeld, Selva Almada Besetzung Lucas Schell, Joaquín Spahn, Sofía Palomino, Ia Arteta, Alfredo Zenobi; Metropolis, Di. 5.10. 21:30 Uhr und Cinemaxx 2 Sa. 9.10. 18:30 Uhr

 

Splinters

 

Als junges Mädchen filmte die Regisseurin, wie die Waffenfabrik in ihrer Heimatstadt in die Luft flog. 20 ahre später macht sie eine ungeheuerliche Entdeckung.

Splinters (Foto: Punto de Fuga Cine)

Splinters (Foto: Punto de Fuga Cine)

ARG 2020, 70 Min., Regie und Drehbuch Natalia Garayalde Protagonist∙innen Nicolás Garayalde, Carolina Garayalde, Esteban Garayalde, Gabriela Garayalde, Esther Rostagno; Passage, Do. 7.10. 17:00 Uhr

 

 

Sektion Kaleidoskop

 

Filme aus aller Welt: Unsere kinematografische Reise durch die Kontinente bietet ein plurales Nebeneinander unterschiedlicher filmischer Identitäten, Sprachen und Erzählungen.

 

Annette (Douglas Sirk Preis)

 

Nach neun Jahren stellt Leos Carax einen neuen Film vor. Das Musical und Melodram über eine Liebe, das Showbiz und einen Kinderstar ist ein Kinoereignis, exzessiv und ergreifend.

Annette (Foto: Detailfilm GmbH)

Annette (Foto: Detailfilm GmbH)

F, D, B 2021, 140 Min., Regie Leos Carax Drehbuch Leos Carax, Ron Mael, Russell Mael Besetzung Marion Cotillard, Adam Driver, Simon Helberg; Abaton, Mi. 6.10. 21:15 Uhr

 

Belfast

 

Working Class Hero: Mit viel Herz und einem großartigen Cast erzählt Kenneth Branagh von seiner Kindheit im turbulenten Nordirland der späten 1960er-Jahre.

Belfast (Foto: Universal Pictures International Germany GmbH)

Belfast (Foto: Universal Pictures International Germany GmbH)

GB 2021, 98 Min., Regie und Drehbuch Kenneth Branagh Besetzung Caitríona Balfe, Judi Dench, Jamie Dornan, Ciarán Hinds, Colin Morgan, Jude Hill; Passage, Mi. 6.10. 18:30 Uhr und Sa. 9.10. 19:15 Uhr

 

Die Hand Gottes

 

Von Gott berührt: In seinem autobiografischen Coming-of-Age-Drama balanciert Paolo Sorrentino zwischen fellinesker Absurdität und tragischem Ernst.

Die Hand Gottes (Foto: Netflix)

Die Hand Gottes (Foto: Netflix)

I 2021, 129 Min., Regie und Drehbuch Paolo Sorrentino Besetzung Filippo Scotti, Toni Servillo, Teresa Saponangelo, Marlon Joubert, Luisa Ranieri; Cinemaxx 1, Di. 5.10. 17:45 Uhr und Passage Fr. 8.10. 21:30 Uhr

 

Noch mehr Kino

Neben den vorgestellten Filmen gibt es in jeder Sektion auch noch mehr zu sehen. Darüber hinaus zeigen die Sektionen Television und Michal auf der einen Seite TV-Produktionen im Kino und beim Kinder- und Jugend Filmfest Michel gibt es auf der anderen Seite auch Kino für die Kleinen. Das Filmfest Hamburg läuft noch bis zum 9. Oktober 2021. Alle weiteren Informationen und das Programm gibt es auf der Homepage des Filmfests.

Das Filmfest Hamburg: 30.9. bis 9.10. in diversen Hamburger Kinos


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Herbst-Oasen: Graue Tage? Gute Tage!

Es wird früher dunkel, immer kälter – und die Stimmung schon mal schlechter: Der Herbst ist da. Ein Herbst-Blues muss aber nicht aufkommen. Die Stadt bietet allerhand Orte, die von jetzt auf gleich stimmungsaufhellend wirken

Interview: Erik Brandt-Höge

 

Hygge Brasserie & Bar

 

Klein Dänemark in Nienstedten

Wer das Hygge betritt, weiß, warum das Wort Gemütlichkeit bedeutet (Foto: Nina Struve/Hygge)

Wer das Hygge betritt, weiß, warum das Wort Gemütlichkeit bedeutet (Foto: Nina Struve/Hygge)

Klar, eine Reise nach Dänemark lohnt sich immer. Schließlich gibt es dort diese kleinen, süßen, supergemütlichen Häuschen mit Kamin, in denen man sich von jetzt auf gleich geborgen fühlt. Genau dieses gute Dänemark-Gefühl gibt es aber auch in Hamburg, genauer: in Nienstedten. Die Hygge Brasserie & Bar bietet dort ein Wohlfühl-Ambiente der besonderen, weil eben dänischen Art. Fachwerk, Hängelampen, Ledersessel und -sofas, Kaminfeuer – alles da. Zudem eine feine Auswahl an Weinen und Cocktails sowie Essen aus aus hochwertigen, regionalen Zutaten.

Baron-Voght-Straße 179 (Nienstedten); hygge-hamburg.de

 

Komet

 

Versteckter Schuppen

Feiern auf dem Kiez ohne Touristen und Junggesellenabschiede, das Komet (Foto: Erik Brandt-Höge)

Feiern auf dem Kiez ohne Touristen und Junggesellenabschiede, das Komet (Foto: Erik Brandt-Höge)

Keine fünf Gehminuten weg vom Kiez-Gewimmel liegt ein kleiner, feiner Laden namens Komet. Etwas versteckt und deshalb nicht von Junggesellenabschiedssuffis überlaufen, können hier (aktuell nach 2G-Regel) die Abende und Nächte in alten Kinosesseln verbracht oder zu Blues, Soul, Rockabilly und Italo-Pop durchgetanzt werden. Zwischen Discokugel, gerahmten Filmstars an den Wänden und LeuchtGlobus finden übrigens auch regelmäßig Schallplattenauktionen statt.

Erichstraße 11 (St. Pauli); komet-st-pauli.de

 

Tropen-Aquarium Hagenbeck

 

Exotischer Kurzurlaub

Große Haie, kleine Fische und vieles mehr gibt es im Tropenaquarium bei Hagenbeck (Foto: Hagenbeck)

Große Haie, kleine Fische und vieles mehr gibt es im Tropenaquarium bei Hagenbeck (Foto: Hagenbeck)

Haien und Rochen ganz nah kommen, ohne sich dabei auch nur ansatzweise in Gefahr zu begeben: kein Problem – zumindest nicht im Tropen-Aquarium Hagenbeck. Durch die Sichtscheibe des Großen Hai-Atolls, einem 30 Meter langen Becken, können die genannten sowie viele weitere Meeresbewohner wie im Kino bestaunt werden. Neben dem Großen Hai-Atoll gibt es im Tropen-Aquarium unter anderem einen Krokodilsee, eine sattgrüne Dschungellandschaft und Hamburgs einzigen Wasserfall. Insgesamt sind im Tropen-Aquarium mehr als 14.300 exotische Tiere äquatorialer Gebiete zu Hause.

Lokstedter Grenzstraße 2 (Lokstedt); hagenbeck.de

 

Holthusenbad

 

Relaxen de luxe

Draußen Wind und Regen, drinnen im Holthusenbad relaxen (Foto: Bäderland)

Draußen Wind und Regen, drinnen im Holthusenbad relaxen (Foto: Bäderland)

Lust auf etwas Gesundes? Auf Tiefenentspannung? Auf Unterhaltung? Und nicht zuletzt auf hohe, teils sehr hohe Temperaturen? Das Holthusenbad bietet all das in seiner Saunalandschaft. Und zwar en masse. Nicht eine, nicht zwei, nicht drei, nein: ganze neun Schwitzangebote gibt es – von 45 °C bis 100 °C, von ruhig bis erlebnisreich. Unter anderem können in der Mediensauna (Foto) bei 90 °C-Aufgüsse ebenso genossen werden wie die dazu gelieferten Filme und Musiken.

Goernestraße 21 (Eppendorf); baederland.de

 

zeise kinos

 

Ab in den Sessel – und eine andere Welt

Eines der schönsten Programmkinos der Stadt, das zeise Kino (Foto: Jan Brandes)

Eines der schönsten Programmkinos der Stadt, das zeise Kino (Foto: Jan Brandes)

Kinos gibt es allerhand in der Stadt. Schöne Kinos auch. Besonders schöne sind die zeise kinos. In den Ottensener Zeisehallen, wo einst Schiffsschrauben produziert und in alle denkbaren Länder exportiert wurden, trifft heute Industrie-Charme auf moderne Glas-Stahl-Architektur. In den drei Kinos mit mehr als 523 Plätzen werden nationale wie internationale Top-Filme gezeigt, darunter viele Premieren mit Regisseuren, Schauspielern und Teams als Gästen. Auch Singer und Poetry Slams sowie Lesungen und Konzerte werden veranstaltet. Einmal in die gemütlichen Samtsessel gefallen, schon kann eine andere, faszinierende Welt erlebt werden. Übrigens können die Säle samt Film für ein Wunschkino auch gemietet werden.

Friedensallee 7–9 (Ottensen); zeise.de

 

Yu Garden

 

Oase südchinesischer Bauart

Das Yu Garden ist eine chinesische Oase mitten in der Stadt (Foto: Marc Sill)

Das Yu Garden ist eine chinesische Oase mitten in der Stadt (Foto: Marc Sill)

Schon gewusst: Hamburg und Shanghai sind Partnerstädte. 2006 wurde dieser Partnerschaft ein regelrechtes Denkmal im Hamburger Stadtbild gebaut: der Yu Garden. Das Teehausensemble nach südchinesischer Bauart ist außen wie innen ein absoluter Hingucker. Neben traditioneller chinesischer Küche wie gerösteter Ente mit Wokgemüse und Hoisin-Soße können hier zahlreiche Tees der Extraklasse genossen werden. Rund 13.000 Kilometer entfernt von Shanghai ist der Yu Garden eine Hamburger Oase, in der eine ferne Kultur durch ihre Küche kennengelernt werden kann.

Feldbrunnenstraße 67 (Rotherbaum); yugarden.de

 

Adolf-Jäger-Kampfbahn

 

Bierchen, Bratwurst, Fußball

Fußball wie früher, das ist Altona 93 (Foto: Erik Brandt-Höge)

Fußball wie früher, das ist Altona 93 (Foto: Erik Brandt-Höge)

Die Leidenszeit von Fußballfans und -spielern ist vorbei, sie sind wieder vereint. Tausende sind zurück in den Stadien und live dabei, wenn etwa der HSV und St. Pauli versuchen, in der 2. Bundesliga voranzukommen. Ein paar Nummern kleiner, deshalb aber nicht unspannender, sind die Spiele von Altona 93 auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn. Bierchen, Bratwurst und ziemlich ansehnlichen Fußball gibt es nämlich auch hier – und das zu ziemlich fairen Preisen.

Griegstraße 62 (Ottensen); altona93.de

 

Hamburger Tierschutzverein

 

Gassigehen mit Tierheim-Hunden

Ehrenamtlich mit Hunden Gassi gehen? Jap, das geht beim Hamburger Tierschutzverein (Foto: Hamburger Tierschutzverein)

Ehrenamtlich mit Hunden Gassi gehen? Jap, das geht beim Hamburger Tierschutzverein (Foto: Hamburger Tierschutzverein)

Schon mal in die Augen eines Tierheim-Hundes geguckt, wenn er aus seinem Gehege herauskommt, einen Spaziergang im Grünen macht, herumtollt und überall schnüffelt, wo es etwas zu schnüffeln gibt? Das ist das pure Glück! Und eben dieses färbt auf denjenigen ab, der den Spaziergang ermöglicht. Das Gassigehen ist eine enorm dankbare Aufgabe und nur eines der zahlreichen Ehrenämter, die man beim Hamburger Tierschutzverein ausüben kann. Nach einer Schulung sowie Probespaziergängen wird ein Gassi-Geh-Ausweis erworben – damit können die Hunde ausgeführt werden. Voraussetzung ist zudem ein Mindestalter von 18 Jahren. Aktuell sucht der Verein speziell für die Gassi-Zeiten unter der Woche Unterstützung.

Süderstraße 399 (Hamm-Süd); hamburger-tierschutzverein.de

 

Kaffee Stark

 

Gemütlich, gemütlicher, Stark

Auf der Suche nach einem gemütlichen Café für jeden Anlass, dann ab ins Café Stark (Foto: Erik Brandt-Höge)

Auf der Suche nach einem gemütlichen Café für jeden Anlass, dann ab ins Kaffee Stark (Foto: Erik Brandt-Höge)

Rausgekämpft aus dem Gewühl auf der Wohlwillstraße und reingekommen ins Kaffee Stark, schon ist Entschleunigung angesagt. Uriges Holzmobiliar, allerhand warm-leuchtende Kunst an den Wänden, Kissen en masse: So geht Café- und Bar-Spaß. Es gibt Kaffee, Kuchen, Snacks und Kaltgetränke, und es ist immer gemütlich, immer entspannend. Und übrigens auch immer vegan.

Wohlwillstraße 18 (St. Pauli); kaffeestark.de

 

Blankeneser Leuchtturm

 

Pötte gucken

Durchs Treppenviertel an die Elbe, selbst im grauen Herbst wunderschön (Foto: Erik Brandt-Höge)

Durchs Treppenviertel an die Elbe, selbst im grauen Herbst wunderschön (Foto: Erik Brandt-Höge)

Immer und immer wieder bombastische Bilder: Wenn die ganz großen Pötte langsam in den Hamburger Hafen einfahren. Gerade die halbe Welt umschippert, sind die XXL-Containerschiffe ihrem Zielort schon sehr nah, wenn sie den Leuchtturm Unterfeuer Blankenese passieren. Der hat eine Aussichtsplattform, von der aus Besucher die Riesen auf dem Wasser besonders gut beobachten und fotografieren können. Selbst bei Regen und im tiefsten Nebel empfehlenswert.

Treppenviertel (Blankenese)


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Must-See: Highlights beim Filmfest Hamburg

Viel Kino, das geht wieder und besonders gut beim Filmfest Hamburg. Vom 30. September bis zum 9. Oktober 2021 gibt es reichlich hochkarätige Filme zu sehen. Hier kommen acht Highlights, die man auf keinen Fall verpassen sollte

Texte: Marco Arellano Gomes, Mark Stöhr, Cornelis Hähnel, Helen Peetzen, Anselm Scherer, Claire Bösenberg

 

Große Freiheit

 

Eine Liebe im Zeichen des Paragrafen 175: Im Nachkriegsdeutschland landet ein Mann wegen seiner Homosexualität immer wieder im Knast und begegnet dort einem lebenslänglich Verurteilten.

Der Eröffnungsfilm Große Freiheit (Foto: Freibeuterfilm, Rohfilm)

Der Eröffnungsfilm Große Freiheit (Foto: Freibeuterfilm, Rohfilm)

Der Eröffnungsfilm ist ein intensiver Film über Sehnsucht und Freiheit. Hans (Franz Rogowski) liebt Männer. Das ist in Westdeutschland auch nach 1945 ein Verbrechen. Der berüchtigte §175 ist weiter in Kraft und macht alle Hoffnungen von Hans auf ein Leben in Freiheit zunichte. Im Gefängnis trifft er, der Wiederholungstäter, auf Viktor (Georg Friedrich), einen verurteilten Mörder. Aus anfänglicher Abneigung entwickelt sich im Laufe der Jahre eine intensive Verbindung voller Respekt und Empathie. Vielleicht sogar so etwas wie Liebe?

Auf drei Zeitebenen erzählt über eine Periode von 24 Jahren, beschäftigt sich das deutsch-österreichische Drama mit einem dunklen Kapitel der bundesdeutschen Justizgeschichte. Auch wenn das Totalverbot 1969 aufgehoben werden musste, blieb §175 bis 1994 bestehen. Große Freiheit feierte seine Weltpremiere in Cannes in der Sektion Un Certain Regard, wo er den Großen Preis der Jury erhielt. Zudem wurde er beim Filmfestival in Sarajevo als bester Film und mit dem CICAE Award ausgezeichnet. Der Darstellerpreis ging an Georg Friedrich.

A, D 2021, 100 Min., Regie Sebastian Meise Drehbuch Sebastian Meise, Thomas Reider Besetzung Franz Rogowski, Georg Friedrich, Anton von Lucke, Thomas Prenn; Cinemaxx 1, Do 30.09. 19:30 Uhr und Passage, Fr 01.10. 18:15 Uhr

 

Blutsauger

 

Bis zum Ende des Kapitals: Der neue Film von Julian Radlmaier verbindet Marxismus mit Vampirismus und ist eine wunderbar ironische, absurde Komödie.

Blutsauger, wunderbar ironisch und absurd (Foto: Grandfilm)

Blutsauger, wunderbar ironisch und absurd (Foto: Grandfilm)

1928: Der sowjetische Arbeiter Ljowuschka (Alexandre Koberidze) wird als Trotzki-Darsteller für einen Film von Eisenstein gecastet. Seine Träume vom Künstlerleben platzen, als Trotzki bei Stalin in Ungnade fällt und er aus dem Film herausgeschnitten wird. Jetzt will er sein Glück in Hollywood versuchen. Noch steckt er allerdings an einem mondänendeutschen Badeort fest, wo er bei einem Strandspaziergang die exzentrische Fabrikbesitzerin Octavia Flambow-Jansen (Lilith Stangenberg) kennenlernt. Eine sommerliche Romanze bahnt sich an.

D 2021, 128 Min., Regie und Drehbuch Julian Radlmaier Besetzung Alexandre Koberidze, Lilith Stangenberg, Alexander Herbst, Corinna Harfouch, Andreas Döhler; Metropolis, Sa 02.10. 18:00 Uhr

 

Für nichts und wieder nichts

 

Sie gerieten in jungen Jahren in die Mühlen der DDR-Justiz: Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Maric porträtieren drei Ex-Häftlinge, bei denen die Gefängniserfahrung lebenslange Spuren hinterlassen hat.

Für nichts und wieder nichts, über die Mühlen der DDR-Justiz (Foto: Utbüxen Filmproduktion GbR) Rintelen

Für nichts und wieder nichts, über die Mühlen der DDR-Justiz (Foto: Utbüxen Filmproduktion GbR) Rintelen

Das Zuchthaus Bützow war berüchtigt. Es galt als überfüllt und heruntergekommen. Hier saßen Siegfried, Brunound Klaus mehrere Jahre, eingepfercht in Einmannzellen. Zermürbt von endlosen Verhören und Gewalt hatten sie alles gestanden, was ihnen vorgeworfen wurde: Spionagetätigkeit, staatsgefährdende Hetze, Gefährdung der Verteidigungsbereitschaft der DDR.

D 2021, 80 Min., Regie Margot Neubert-Maric, Gisela Tuchtenhagen Protagonist∙innen Bruno Niedzwetzki, Klaus Rintelen, Siegfried Jahnke; Metropolis, Sa 02.10. 12:00 Uhr

 

Happening

 

Das eindringliche Porträt einer Frau im schmerzvollen Kampf um Körperpolitik und Selbstbestimmung basiert auf einer Geschichte von Annie Ernaux.

Happening nach einem Roman von Annie Ernaux (Foto: Wild Bunch International)

Happening nach einem Roman von Annie Ernaux (Foto: Wild Bunch International)

Frankreich 1963. Anne ist eine begabte und beflissene Studentin, die den sozialen Aufstieg vor sich sieht und damit einen Ausweg aus den Zwängen ihrer Herkunft. Wegen einer ungewollten Schwangerschaft droht sich diese Tür für Anne zu verschließen – über andere Wege herrscht im Frankreich dieser Zeit Stillschweigen. Anne absolviert vergebliche Arztbesuche, sucht verzweifelt Hilfe und erfährt keine Solidarität. In ihrem intensiven Spiel lässt Hauptdarstellerin Anamaria Vartolomei den souveränen Geist einer Unbeugsamen spürbar werden.

F 2021, 100 Min., Regie Audrey Diwan Drehbuch Audrey Diwan, Marcia Romano, basierend auf dem Roman »L‘Événement« von Annie Ernaux Besetzung Anamaria Vartolomei, Kacey Mottet-Klein, Luàna Bajrami, Louise Orry-Diquero, Louise Chevillotte; Metropolis, Fr 1.10. 29:30 Uhr und Cinemaxx 2, Mo 04.10. 21:15 Uhr

 

The French Dispatch

 

Mit einem Starensemble – darunter Benicio del Toro, Tilda Swinton und Frances McDormand – erweckt Wes Anderson vier Geschichten zum Leben, die in der letzten Ausgabe eines amerikanischen Magazins veröffentlicht werden.

In The French Dispatch erweckt ein Starensemble vier Geschichten zum Leben (Foto: The Walt Disney Company Germany GmbH / Searchlight Pictures)

In The French Dispatch erweckt ein Starensemble vier Geschichten zum Leben (Foto: The Walt Disney Company Germany GmbH / Searchlight Pictures)

Anlässlich des Todes ihres Verlegers Arthur Howitzer Jr. versammeln sich die Mitarbeiter·innen von The French Dispatch, eines amerikanischen Magazins mit Sitz in der französischen Stadt Ennui-sur-Blasé, um einen Nachruf zu verfassen. So entstehen vier von den Erinnerungen an Howitzer geprägte Geschichten: ein Reisebericht aus den verrufensten Ecken der Stadt selbst, eine Story über einen geistesgestörten, kriminellen Maler, eine Chronik von Liebe und Tod auf dem Höhepunkt der Studierendenrevolte – und eine Geschichte über Drogen, Kidnapping und gehobene Küche.

GB, F, D 2020, 108 Min., Regie und Drehbuch Wes Anderson Besetzung Benicio del Toro, Adrien Brody, Tilda Swinton, Léa Seydoux, Frances McDormand, Elisabeth Moss, Bill Murray, Christoph Waltz, Timothée Chalamet, Saoirse Ronan, Willem Dafoe; Cinemaxx 1, Fr 8.10. 20:00 Uhr

 

Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar

 

Mit Ironie und quer durch die Genres erzählt der indonesische Regisseur Edwin die Liebes- und Leidensgeschichte eines Getriebenen.

Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar erzählt die Liebesgeschichte eines Getriebenen (Foto: The Match Factory GmbH)

Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar erzählt die Liebesgeschichte eines Getriebenen (Foto: The Match Factory GmbH)

Ajo Kawir ist ein berüchtigter Unruhestifter, der seine Impotenz durch Gewalt kompensiert und sich als Handlanger in der lokalen Unterwelt verdingt. Bei der Begegnung mit dem weiblichen Bodyguard Iteung stößt er nicht nur auf eine ebenbürtige Gegnerin, es bahnt sich auch eine wechselvolle Beziehung an, in deren Verlauf sich Ajo Kawir seiner Vergangenheit stellen muss. Dem Film gelingt es, den Machismo seiner Figuren aufs Korn und sie in ihren Verletzungen zugleich ernst zu nehmen. Dabei prallen Martial Arts, Romantik und Roadmovie aufeinander.

IDN, D 2021, 114 Min., Regie Edwin Drehbuch Edwin, Eka Kurniawan Besetzung Marthino Lio, Ladya Cheryl, Reza Rahadian, Ratu Felisha, Sal Priadi; Cinemaxx 1, Fr 8.10. 22:30 Uhr und Metropolis, Sa 09.10. 18:45 Uhr

 

Wo in Paris die Sonne aufgeht

 

In wildpoetischen Schwarz-Weiß-Bildern erzählt Jacques Audiard einen modernen Liebesreigen in Zeiten von Dating-Apps und Sex im Internet.

Wo in Paris die Sonne aufgeht ist eine wildpoetische Liebesgeschichten in Schwarz-Weiß (Foto: Neue Visionen Filmverleih)

Wo in Paris die Sonne aufgeht ist eine wildpoetische Liebesgeschichten in Schwarz-Weiß (Foto: Neue Visionen Filmverleih)

Der Film basiert auf zwei Graphic Novels des New Yorker Cartoonisten Adrian Tomine. Paris, die ewige Stadt der Liebe. Hier leben sie dicht gedrängt, zwischen Sehnsüchten, Abenteuern, Dramen: Émilie schlägt sich nach ihrem Elite-Studium mit billigen Gelegenheitsjobs herum, hat schnellen Sex und träumt von einer Beziehung. Camille hat als junger Lehrer beruflich noch Illusionen, dafür keine in der Liebe, außer unkomplizierten Sex. Nora ist in die Stadt gekommen, um ihrer Vergangenheit zu entfliehen und mit Anfang 30 ihr Jurastudium wieder aufzunehmen – und Louise bietet als »Amber Sweet« im Internet erotische Dienste gegen Bezahlung an.

Émilie, Nora, Louise und Camille – drei Frauen, ein Mann. Ihre Lebenswege kreuzen sich im 13. Arrondissement in Paris. Camille zieht bei Émilie als Mitbewohner ein, wird ohne Umschweife ihr Liebhaber und zieht ebenso schnell wieder aus. Liebe ist angeblich nicht sein Stil – bis er die kühle Nora trifft. Noras Hoffnungen auf einen akademischen Neuanfang in Paris haben sich unterdessen zerschlagen: Nach einer wilden Disconacht wollen Kommiliton·innen in ihr den Pornostar »Amber Sweet« wiedererkennen. Noras Zukunftsträume wanken. Sie muss die süße Amber nun unbedingt persönlich kennenlernen.

F 2021, 105 Min., Regie Jacques Audiard Drehbuch Jacques Audiard, Léa Mysius, Céline Sciamma Besetzung Lucie Zhang, Makita Samba, Noémie Merlant, Jehnny Beth, Camille Léon-Fucien, Océane Cairaty; Cinemaxx 1, Sa, 09.10. 20:00 Uhr

 

Memoria

 

Tilda Swinton leidet in diesem mysteriösen Drama von Apichatpong Weerasethakul an Gehör-Halluzinationen.

Memorial zeigt Tilda Swinton in einem mysteriösem Drama (Foto: Sandro Kopp / Kick the Machine Films, Burning, Anna Sanders Films, Match Factory Productions, ZDF/Arte and Piano, 2021)

Memorial zeigt Tilda Swinton in einem mysteriösem Drama (Foto: Sandro Kopp / Kick the Machine Films, Burning, Anna Sanders Films, Match Factory Productions, ZDF/Arte and Piano, 2021)

Eines Nachts wird die in Kolumbien lebende Engländerin Jessica von einem lauten Knall aus dem Schlaf gerissen. Fortan ist ihr Leben nicht mehr, wie es war. Denn als sie ihre Schwester Karen im Krankenhaus besucht, realisiert sie, dass das seltsame Geräusch sie begleitet – und scheinbar niemand anderes es hören kann. Jessica freundet sich mit der Archäologin Agnes (Jeanne Balibar) an, die menschliche Überreste, die beim Bau eines Tunnels entdeckt wurden, untersucht. Schon bald beschleicht Jessica das ungute Gefühl, dass die Geräusche eine seltsame Vorahnung sein könnten.

COL, THA, GB, MEX, F, D, QAT 2021,136 Min., Regie und Drehbuch Apichatpong Weerasethakul Besetzung Tilda Swinton, Elkin Díaz, Jeanne Balibar, Juan Pablo Urrego, Daniel Giménez Cacho; Cinemaxx 1, Mo 4.10. 17:45 Uhr und Do 7.10. 21:45 Uhr


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Roter Teppich wird wieder ausgerollt: Filmfest Hamburg startet

Vom 30. September bis zum 9. Oktober 2021 wird in Hamburg wieder der rote Teppich ausgerollt. Das diesjährige Filmfest verspricht hochkarätige Filme. Eröffnet wird mit „Große Freiheit“, der in Cannes Premiere feierte

Text: Marco Arellano Gomes

 

Schau! Wow! heißt es im of­fiziellen Trailer des Filmfest Hamburg 2021. Der Trailer vom finnischen Regisseur Ma­tias Autio ist inspiriert „von einer Autowerkstatt im Osten Helsinkis“, in der einst Zigaretten und Alkohol an minder­ jährige Teenager vertickt wurden. Den Nervenkitzel samt schweißnassen Händen wollte der Regisseur im Trailer transportieren. Das ist ihm gelungen. Die Vorfreude steigt. Das Publikum besucht wieder fleißig die Kinos – fehlt nur noch das alljährliche Highlight: das Filmfest Hamburg.

Vom 30. September bis zum 9. Oktober 2021 ist es so weit: Der rote Teppich wird wieder ausgerollt, Stars und Sternchen sind zu Besuch und das Publikum bekommt eine erlesene Filmauswahl zu sehen, darunter einige Premie­ren. 100 Produktionen stellten Filmfest-­Leiter Albert Wieder­spiel und sein Team zusam­men. Eröffnet wird das Fest mit „Große Freiheit“ von Sebastian Meise, Gewinner in Cannes in der Sektion „Un Certain Regard“. Der Film handelt von der Kriminalisierung Homo­sexueller im Nachkriegsdeutsch­land – einem bislang wenig be­achteten Thema im deutschen Film. Hauptdarsteller ist Franz Rogowski. Im Film spielt er Hans, der im Gefängnis auf den Zellengenossen Viktor (Georg Friedrich) trifft, einen verurteilten Serienmörder. „Ge­rade heute, wo die Intoleranz zunimmt, müssen wir aus der Geschichte lernen“, sagt Fes­tivalleiter Albert Wiederspiel.

 

Viele weitere Highlights

 

Auch die weiteren Filme versprechen einen filmreifen Start in den Kinoherbst: „Die Geschichte meiner Frau“ von Berlinale-Preisträgerin Ildikó Enyedi („Körper und Seele“) wurde in Teilen in der Ham­burger Speicherstadt gedreht. Hauptdarstellerin Léa Seydoux spielt auch im Film „France“, der ebenfalls in Cannes aufge­führt wurde. Darin wird die Ge­schichte der Starjournalistin France de Meurs erzählt, deren Leben außer Kontrolle gerät. Produziert wurde Bruno Du­monts Film unter anderem auch von der Hamburger Produk­tionsfirma Red Balloon Film.

Weitere Highlights: Andrei Kon­chalovskys Film „Dear Com­rades!“, „Töchter“ von Nana Neul, „Vengeance Is Mine, All Others Pay Cash“, produziert von Fatih Akins Bombero Interna­tional und The Match Factory. Viel­ versprechend sind zudem „Hinterland“ von Oscarpreisträ­ger Stefan Ruzowitz­ky („Die Fälscher“) sowie „Niemand ist bei den Kälbern“ mit der für ihre Leistung ausgezeichneten Darstellerin Saskia Rosendahl („Fabian – oder Der Gang vor die Hunde“).

„Wir freuen uns, dass so viele ausgezeichnete Filme ihre Deutschlandpremieren in Hamburg feiern“, so Wieder­spiel. Festivalkinos sind Aba­ton, Cinemaxx Dammtor, Me­tropolis, Passage und Studio­ Kino. Programm und Tickets gibt es auf filmfesthamburg.de.

Filmfest Hamburg: 30.9. bis 9.10. in diversen Hamburger Kinos


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Methoden der Neuen Rechten im Kino: „Je suis Karl“

„Je suis Karl“ ist ein Beängstigendes Drama um die manipulativen Methoden der Neuen Rechten, jetzt im Kino

Text: Daniel Schieferdecker

 

Ende des Monats ist Bundestagswahl. Aufdringlich designte Wahlplakate verschandeln schon seit Wochen die Städte. Auch die hässliche Fratze der AfD buhlt mit bewährt provokanten Hetzparolen um die Gunst von DemokratieFeinden und solchen, die es werden wollen. Selbst dem linkesten Realitätsverweigerer wird damit tag­täglich vor Augen geführt: Die Rechte ist unter uns.

Der charismatische Student Karl (Jannis Niewöhner) verführt und überzeugt; Foto: Pandora Film

Der charismatische Student Karl (Jannis Niewöhner) verführt und überzeugt; Foto: Pandora Film

Und davon erzählt Christian Schwochows neuer Film „Je suis Karl“. Im Zentrum des Dramas steht ein Terroranschlag, bei dem eine Bombe in einer Wohnung detoniert. Maxi (Luna Wedler) verliert dabei ihre Mutter und ihre beiden Brüder. Schwere Vorwürfe macht sich ihr Vater Alex (Milan Peschel), denn der nahm die Bombe von einem falschen, vermeintlich islamistischen Paketboten an. Beide, Maxi und ihr Vater, sind zerrissen von ihrer Trauer, von ihrer Wut, von Schuldgefühlen. Doch während Alex den Kampf gegen den Schmerz vor allem in seinem Inneren führt, sucht Maxi ein Ventil – und da kommt ihr der charismatische Student Karl (Jannis Niewöhner) zur Hilfe.

 

Der Lockruf der Rechten

 

Der lockt Maxi zu einer Veranstaltung der Re/Generation Europe. Doch was auf den ersten Blick wie eine Feier der europäischen Idee anmutet, entpuppt sich als Bootcamp der Identitären Bewegung. Ungeschönt und mit voller Wucht nimmt Christian Schwochow sein Publikum in „Je suis Karl“ mit ins verstörende Paralleluniversum der Neuen Rechten. Er zeigt, wie schnell man im überbordenden Gefühlschaos, ausgelöst durch eine initiierte Extremsituation, von seinen Idealen abrücken kann. Er macht das Unsichtbare sichtbar, indem er die modern und aufgeschlossen wirkende Jugendgruppierung um Karl als manipulative rechte Bewegung enttarnt. „Je suis Karl“ ist beängstigend und verstörend. Denn indem Schwochow erzählerisch bisweilen ähnlich radikal vorgeht wie seine charismatische Hauptfigur, wird einem durch das fiktive, aber eben doch sehr realitätsnahe Drama einmal mehr bewusst: Die Rechte ist unter uns.

 „Je suis Karl“, Regie: Christian Schwochow. Mit Luna Wedler, Jannis Niewöhner, Milan Peschel. 126 Min. Seit dem 16.9. im Kino

Hier gibts den Trailer zu „Je suis Karl“:


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Hoffnung und Sein: dokumentarfilmwoche Hamburg

Vom 15. bis 19. September 2021 findet in Hamburg die 18. dokumentarfilmwoche statt. „Herr Bachmann und seine Klasse“ ist dabei nur einer der, bei der Berlinale 2021 prämierten, Filme, die gezeigt werden

Text: Marco Arellano Gomes

 

Die 18. dokumentarfilmwoche findet in diesem Jahr im Herbst statt. Vom 15. bis 19. September 2021 gibt es in den drei teilnehmenden Kinos Metropolis, B-Movie und Lichtmeß jede Menge anspruchsvolle Dokumentationen, unter anderem das achtstündige Landschaftsepos „The Works and Days“ (15.9., 10 Uhr im Metropolis) von C. W. Winter und Anders Edström, die beide auch zu Gast sein werden. Der Gewinner-Film der 70. Berlinale in der Kategorie „Best Film Encounters“ ist ein kinematografisches Ereignis über die Landwirtschaft und ein Liebesbrief an das Kino. 14 Monate lang wurde der Film in einem kleinen japanischen Bergdorf gedreht und beschreibt eindrucksvoll den Kreislauf des Daseins.

 

Viel Programm

 

Das Festivalteam hat ein breites Programm zusammengestellt – von der international prämierten Produktion bis hin zu Hamburger Debütfilmen. Einige Höhepunkte sind: „Please Hold the Line“ (15.9., 20.30 Uhr, Metropolis), die herzerwärmende Doku „Herr Bachmann und seine Klasse“ (16.9., 19 Uhr, Metropolis) sowie „Her Name was Europa“ (18.9., 21 Uhr, Lichtmeß). Besonders im Fokus stehen unter dem Label „Dokland Hamburg“ auch Hamburger Produktionen. Das volle Programm ist bereits veröffentlicht.

 

Herr Bachmann und seine Klasse

 

Diese Dokumentation lässt einen noch mal die Schulbank drücken. Nur sitzt man während der rasant laufenden knapp dreieinhalb Stunden auf den ungleich bequemeren Kinosesseln statt auf den harten Holzbänken. „Herr Bachmann und seine Klasse“ gibt einem das Gefühl, als wäre man mittendrin, statt nur dabei. Der kurz vor der Pension stehende Lehrer Dieter Bachmann unterrichtet seine 6b in Stadtallendorf (Hessen), einer Industriestadt mit hohem Anteil an ausländischen Mitbürgern, auf eine Art und Weise, die einen mitreißt.

 

Hoffnung

 

Es geht zwar auch um Mathematik, Deutsch, Englisch und Musik, vor allem aber ist diese Dokumentation eine Lehrstunde in Demokratie und Menschlichkeit. Dieser Lehrer macht Hoffnung und entlässt einen mit dem Gefühl, dass es keine Barrieren gibt, die nicht überwunden werden können, wenn Menschen einander aufrichtig zuhören, sich vertrauen und mit Ehrlichkeit und Respekt begegnen. Diese profunde und elementare Erkenntnis wird aber nicht oberlehrerhaft dargeboten, sie fließt vielmehr ganz ungezwungen und mit einer stoischen Ruhe, die Herr Bachmann mit jeder Pore ausstrahlt, von der Leinwand in die Köpfe des Kinopublikums. Eine Lehrstunde des Kinos.

Die 18. dokumentarfilmwoche, 15.-19.09; 15. dokfilmwoche.com
Herr Bachmann und seine Klasse, Regie: Maria Speth. 217 Min. Ab 16.9. in den Kinos

Hier der Trailer zum Film „Herr Bachmann und seine Klasse“:


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Filmkritik: Curveball – Wir machen die Wahrheit

Der neue Film von „Curveball“ von Johannes Naber ist eine Gratwanderung zwischen Groteske und Politdrama, ab dem 9. September 2021 in den Kinos

Text: Anna Grillet

 

Im bayrischen Asylbewerberheim Zirndorf hat Agent Retzlaff (Michael Wittenborn) einen potenziellen irakischen Informanten namens Rafid Alwan (Dar Salim) angeworben. Die Nachricht löst helle Begeisterung beim BND aus, braucht man doch dringend Erfolge im Konkurrenzkampf mit CIA und MI6. Biowaffenexperte Dr. Arndt Wolf (exzellent: Sebastian Blomberg) glaubt noch immer unverdrossen, dass Saddam Hussein trotz UN-Kontrollen Anthrax-Viren herstellen lässt. Er selbst war drei Jahre vor Ort und hatte nach geheimen Produktionsstätten gesucht. Vergeblich. Vom Jagdfieber gepackt, drängt er nun darauf, den Informanten persönlich zu betreuen. Die Angaben von Rafid Alwan bleiben seltsam vage, seine Forderungen dagegen sind klar und unmissverständlich: ein deutscher Pass, eine eigene Wohnung. Er fühle sich verfolgt vom Geheimdienst seiner Heimat. Nach langem Zögern rückt Rafid mit der Sprache raus: mobile Labore. Eine Sensation, die für internationale Schlagzeilen sorgt und am Ende einen Krieg auslöst, auch wenn ein Satellitenfoto beweist, dass die Story frei erfunden ist. Wolf wird entlassen, während andere Karriere machen.

 

Wes Anderson lässt grüßen

 

Regisseur Johannes Naber und Drehbuchautor Oliver Keidel geht es in ihrer Politsatire vorrangig um die Instrumentalisierung von Geheiminformationen, aber auch um den absurden Umgang miteinander in der Maschinerie des Bundesnachrichtendienstes. Wer will sich schon mit der Wahrheit blamieren, die bleibt schließlich topsecret.

Erinnert an Wes Anderson Filme: Curveball; Foto: Filmwelt

Erinnert an Wes Anderson Filme: Curveball; Foto: Filmwelt

Wer das Schweigen bricht, dem droht Landesverrat. Es ist die Geburtsstunde der Fake News. Der skurrile Mix aus Fiktion und Realität ist brillant. Als Rafid nachts entführt wird, nimmt Wolf todesmutig als einsamer störrischer Don Quijote die Verfolgung auf. Die vermeintlichen Schergen entpuppen sich als CIA-Agenten, darunter die Ex-Geliebte des Protagonisten, die er aus der gemeinsamen Zeit im Irak kennt. Sie will ein Exklusiv-Interview fürs USFernsehen. Wenn der glücklose Held im blau gestreiften Pyjama auf einem kleinen Schlitten die schneebedeckten Hügel runterrast, fühlt man sich unweigerlich an Wes Anderson und das Grand Budapest Hotel erinnert.

Curveball – Wir machen die Wahrheit, Regie: Johannes Naber. Mit Sebastian Blomberg, Dar Salim, Thorsten Merten. 108 Min. Ab 9. September 2021 in den Kinos

Noch nicht Überzeugt? Hier gibts den Trailer zum Film:


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2G gleich A3: Ausgrenzung hoch drei

Das Vorhaben des Senats, Veranstaltern und Betreibern die Option zu geben, nur noch Geimpfte und Genesene zuzulassen, ist falsch. Ein Kommentar

Text: Erik Brandt-Höge

 

Die Senat’sche Corona-Politik bot freilich nicht bloß Glanzstunden. Dass etwa pickepackevolle Busse und Bahnen zu jedem Zeitpunkt seit Pandemiebeginn möglich waren, Gastronomen und Kulturschaffende mit tipptopp Sicherheits- und Hygienekonzepten hingegen zeitweise völlig in die Röhre gucken mussten, ist nur ein Beispiel der politischen Fehler. Nun soll es einen weiteren geben: das 2G-Optionsmodell.

Veranstalter und Betreiber bekommen ab kommenden Samstag, 28. August, die Chance, nur Geimpfte und Genesene in ihre Läden beziehungsweise zu ihren Veranstaltungen kommen zu lassen. Getestete wären also raus – ob sie nun in Zukunft für ihre Tests selbst zahlen müssen, oder nicht. Das ist schlichtweg Quatsch. Nicht nur, weil Geimpfte und Genesene weiterhin infektiös sein und erkranken können. Und weil Tests, auf die man doch von Seiten des Senats bisher so sehr vertraut hat, nicht schlechter werden. Sondern auch, weil Restaurants, Theater, Kinos, Konzertstätten für alle da sind. Niemand darf ausgegrenzt werden, weil er sich noch nicht impfen lassen wollte oder konnte, weil er noch nicht erkrankt und genesen ist. Jeder, der nachweisen kann, dass er nicht infiziert ist, muss auch dabei sein dürfen – überall, drinnen und draußen.

Und dass bei 2G-Veranstaltungen womöglich Auflagen wegfallen, etwa Maskenpflicht und Abstandsregeln, mag auf den ersten Blick reizvoll klingen, weil unter anderem wirtschaftlich attraktiv. Aber wer wünscht sich derzeit wirklich einen direkten Nachbarn im Kino oder Theater, 30 Zentimeter neben einem, zwei Stunden lang? Eher wenige. So weit sind die von der Pandemie und der dazugehörenden Senats-Politik geprägten Köpfe noch nicht. Die Nachfrage wird ausbleiben. Also: weg mit der 2G-Option, zurück zum 3G-Denken. Alles andere wäre Ausgrenzung hoch drei.


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