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Recap: 4 Wochen Kultursommer Hamburg

Vom 15. Juli bis 16. August 2021 ist die Kultur beim Kultursommer Hamburg eindrucksvoll zurück auf die festen und freien Bühnen der Stadt gekehrt. So war das Spektakel:

Foto: Andreas Hornoff

 

In Hamburg ist die Kultur vielfältig und bunt zurückgekehrt: Der am 16. August 2021 zu Ende gegangene Kulturmarathon beim Kultursommer Hamburg zieht eine beeindruckende Bilanz: Über vier Wochen wurden 1.800 Veranstaltungen von 185.000 Besucher:innen besucht. Es haben insgesamt 110 Kulturveranstalter:innen ihre Projekte realisiert und dabei 200 Veranstaltungsorte mit Kultur aller Sparten bespielt, verteilt auf 55 Stadtteile und meistens open air. Daran waren mehr als 5.700 Künstler:innen beteiligt, von denen 75 Prozent aus der Metropolregion Hamburg kamen.

Nach dem Kultursommer geht es kulturell berauschend weiter: In Hamburg starten die Theater und Konzerthäuser in die neue Saison und die großen Festivals wie das Reeperbahn Festival oder das Filmfest Hamburg stehen an. Nach dem Motto: Runter von den Screens, rein in den Raum, rauf auf die Bühnen. Zurück in die Stadt, zurück zum Publikum, zurück in die Zukunft markierte der Kultursommer Hamburg den Anfang des Neustarts der Kultur in Hamburg nach dem langen Lockdown im Winter und Frühling und wurde durch ein umfangreiches Förderprogramm der Stadt Hamburg ermöglicht. Letztendlich verwandelten 1.800 oft auch kurzfristig geplante Musik- und Kunstfestivals, Ausstellungen, Performances, Open-Air Kinos und Lesungen die gesamte Elbmetropole für einen Monat in eine Bühne für 5.700 Hamburger Künstler. Nach dem Kultursommer geht Hamburg einen weiteren Schritt in Richtung neue kulturelle Normalität.


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„Jetzt erst recht“: 11. Hamburger Club Awards

Am 25. August 2021 wurden die 11. Hamburger Club Awards verliehen, zum ersten mal Open Air im Schrødingers am Schanzenpark – mit glücklichen und verdienten Preisträger:innen

Text: Felix Willeke

 

Herrschte bei den 10. Hamburger Club Awards im Januar 2020 noch Aufbruchsstimmung, stand die 11. Ausgabe unter ganz anderen Vorzeichen: Kaum eine Branche wurde von der Pandemie derartig getroffen und ausgebremst wie die Kultur- und Clubszene. Deswegen fanden die 11. Hamburger Club Awards auch unter dem Motto „Jetzt erst recht“ statt. 2021 wurden Preise in fünf Kategorien vergeben: Bester Live-Stream 2020/2021, Bestes Open-Air-Event 2020/2021, Sonderpreis, die zerbrochene Gitarre und der Ehrenpreis.

 

Die Gewinner:innen

 

Der Sonderpreis ging 2021 an das Schrødingers im Schanzenpark; Foto: Charles Engelken

Der Sonderpreis ging 2021 an das Schrødingers im Schanzenpark; Foto: Charles Engelken

All Hands on Deck sicherte sich den Award für den besten Live-Stream 2020/2021. Am 22. Mai 2021 spielte das Kollektiv den ganzen Tag auf dem Hausboot von Fynn Kliemann und Olli Schulz, „eine bunte Mischung aus Musik, Interviews und Spaß“, so die Begründung der Jury. Außerdem wurden im Rahmen der Veranstaltung auch Spenden für #handforahand und #coronakuenstlerhilfe gesammelt.

Das Beste Open-Air-Event 2020/2021 fand laut der Jury in Planten un Blumen statt. Die Reihe Draussen im Grünen räumte den Preis ab. Im Musikpavillon der Parkanlage finden und fanden 2020 und 2021 Konzerte statt, die „die Fläche in Planten un Blomen neu denken, erschließen und mit einem breiten kulturellen Leben füllen“, so die Jury. Der Sonderpreis wurde ebenfalls von der neunköpfigen Expert:innen-Jury vergeben und ging an das Schrødingers im Schanzenpark. Die Jury würdigte neben dem Live-Spielort auch das „vielfältige gesellschaftliche Engagement des Teams rund um Claudia Mohr und John Schierhorn“, wie beispielsweise die wöchentliche Essensausgabe für bedürftige Menschen und das Fungieren als betreutes Zeltlager für wohnungslose Menschen im Winter.

 

Der Ehrenpreis und die zerbrochene Gitarre

 

Der Negativpreis die zerbrochene Gitarre ging 2021 an das Tanzverbot in der Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in der Freien und Hansestadt Hamburg; Foto: Charles Engelken

Während die ersten drei Preise mit Preisgeldern von ingesamt 1.000 Euro dotiert waren und in Kooperation mit der Behörde für Kultur und Medien vergeben wurden, vergab das Clubkombinat mit dem Ehrenpreis und dem Negativpreis „die zerbrochene Gitarre“ auch zwei eigene Awards. Der Ehrenpreis ging dabei an die Behörde für Kultur und Medien und wurde stellvertretend durch den Kultursenator Carsten Brosda entgegengenommen. Damit würdigt das Clubkombinat die Arbeit der Behörde, die mit Förderprojekten wie dem Kultursommer  maßgeblich dazu beitragen, „dass Clubkultur in Corona Zeiten noch eine Überlebenschance hat“, so die Begründung.

Der Negativpreis „die zerbrochene Gitarre“ ging an das Tanzverbot in der Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in der Freien und Hansestadt Hamburg. In seiner Begründung sagt das Clubkombinat unter anderem, dass aus seiner Sicht Tanzveranstaltungen unter Einhaltung von AHA-Regeln möglich sind, ohne hierbei den Gesundheitsschutz zu vernachlässigen.

 

Stimmen

 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, lobte: „Diese besondere Ausgabe des Club Awards zeigt, wie wichtig die Clubkultur für Hamburg ist. Die Hamburger Clubszene prägt ganz wesentlich die Kulturstadt Hamburg. Der diesjährigen Ehrenpreis ist Ansporn, sich weiterhin gemeinsam für die vielfältige Kultur in Hamburg zu engagieren. Wir werden weiter miteinander im Gespräch bleiben, um sinnvolle Regelungen zu finden, mit denen das Infektionsrisiko begrenzt wird, die Kultur aber auch wieder wirklich aufleben kann. Vor allem aber kommt es jetzt darauf an, dass sich möglichst viele impfen lassen.“ Kai Schulz, 1. Vorsitzender des Clubkombinat Hamburg e.V., sagte: „Dass wir den Club Award in dieser Sonderausgabe veranstalten, ist für uns ein wichtiges Zeichen. Clubs sind Kultur – die viele Arbeit und das persönliche Engagement gilt es zu würdigen.”


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Kultursommer Hamburg: Abschluss mit Pauken und Trompeten

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und Kultursenator Dr. Carsten Brosda feiern mit Hamburger Publikum das Ende des Kultursommers bei einem lauen Sommerabend auf dem Rathausmarkt

 

Mit einer vom Generalmusikdirektor Kent Nagano dirigierten Hommage an Jacques Offenbach endete das Festival offiziell. Bürgermeister Peter Tschentscher und Kultursenator Carsten Brosda genossen als Zuhörer den trockenen Abend auf dem Rathausmarkt.

Um die 1.800 Veranstaltungen unter freiem Himmel hatten seit Mitte Juli in einer Vielzahl von Hamburger Spielstätten, darunter viele ungewöhnliche Orte in den Bezirken, stattgefunden. Nun richtet sich der Blick auf den kommenden Herbst, wenn Kultur wieder drin stattfinden soll.

 


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Alli Neumann: Ein Wirbelwind beim „Fast ein MS Dockville“

Wirbelwind beim MS Dockville: Alli Neumann präsentiert ihr Debütalbum „Madonna Wh0r3 Komplex“ schon vor dem offiziellen Release am 3. September bei ihrem Gig auf dem „Fast ein MS Dockville“ am 13. August

Foto: Andreas Hornoff
Video: Marc Westphal

 

Grüne Haarspitzen, Vintageklamotten, Sommersprossen und ein Herz aus Regebogenfarben – Alli Neumann ist die moderne Pipi Langstrumpf der deutschen Popkultur. Wir haben die Musikerin und Schauspielerin vor ihrem Auftritt bei „Fast ein MS Dockville“ zum Interview getroffen und über Hamburg, Kunst und Inspiration, Freundschaft und beendete Beziehungen gesprochen.


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Zukunftsmusik: Der Sound der Hamburger Musikerin Sherly

Die Hamburger Sängerin Sherly sprach mit SZENE HAMBURG über ihren Sound, Stil und den Weg dorthin.

Text & Interview: Kevin Goonewardena

 

Mehr als ein Jahrzehnt hält die Renaissance des Neunziger R ‘n B nun schon an. Weiterentwickelt von Künstler:innen wie dem kanadischen Superstar The Weekend, FKA Twigs oder Frank Ocean als Future R ‘n B etikettiert, wird die melodiöse, verkitschte, oft chauvinistisch-sexuell aufgeladene, von nicht Wenigen heutzutage als trashig empfundene Musik von damals in eine progressive Variante zwischen Club, Pop und Vernissage verwandelt. Bei Fans und dem Feuilleton kommt das gleichermaßen an. Die Hamburger Musikerin Sheryl Verbindet verschieden Genre in ihrem Sound.

 

SZENE HAMBURG: Ein Blick auf deinen Instagram Account zeigt sofort: Hier hat man es mit jemandem mit einem urbanen, aber sehr eigenen Stil zu tun. Ein Stil der neugierig macht.

Sherly: Mittlerweile greift alles ineinander: die Musik, meine Leidenschaft für das Tanzen, die visuelle Erscheinung. Das war natürlich ein langer Weg dahin und der Prozess dauert nicht nur an, er wird ja auch nie abgeschlossen sein.

Vor allem deine Outfits stechen heraus. 

Ich habe das Glück dass mir eine befreundete Designerin (@lenavoutta, Anmerk. des Verfassers) viele Sachen auf den Leib schneidert. Einzelstücke, die ich dann tragen darf.

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Dein Sound ist sehr elektronisch. Allerdings nicht in der Art, dass du auf eine elektronisch Melodie etwas souliges singen würdest, sondern streckenweise sehr experimentell, brüchig. Wie hat sich dieser über die Jahre entwickelt und wo hast du musikalisch begonnen?

Wenn ich ganz weit zurückgehe, dann habe ich schon früh angefangen zu singen, bin als Schülerin auf Hochzeiten und Galas in allen erdenklichen Kombinationen aufgetreten: Solo, als Teil eines Duos, mit Band. Ich habe Coversongs gesungen, eigene hatte ich da noch nicht. Hauptsache es war soulig.

Wann hast du angefangen an eigenen Stücken zu arbeiten ?

Ich hatte schon länger selbstgeschriebene Texte in der Schublade, aber es war am Anfang schwer für mich für die Songs die richtige Instrumentierung, die richtigen Leute zu finden. Ein Kumpel hat mir dann den Popkurs an der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) empfohlen, der wichtig für das Networken war. Das war praktisch der Start für meine eigene Musik, denn dort habe ich die richtigen Leute gefunden. 2015 habe ich das erste Konzert mit eigener Musik gegeben.

Der Sound dürfte damals noch ein anderer gewesen sein. Wie hörte sich deine Musik anfangs an?

Anfangs klang ich noch viel weniger elektronisch, mein Sound war organischer. Es gab Gitarren und viel echte Drums. Damals lag der Fokus meiner Musik noch sehr auf Melodie und Text. Ich mag das auch immer noch, aber irgendwann hatte ich das Bedürfnis, was anderes zu machen. Ich wollte auch, dass es auf den Konzerten abgeht.

Gab es einen Anstoß, vielleicht einen Moment durch den langsam der Weiterentwicklungsprozess in Gang gesetzt wurde?

Das Tanzen war ein großer Einfluss für mich, auch für die Weiterentwicklung meines Sounds. Ich komme aus der rhythmischen Sportgymnastik, habe Wettkämpfe bestritten und mich dann irgendwann HipHop, Dancehall und anderen Tanzstilen zugewandt, weil man rhythmische Sportgymnastik irgendwann nicht mehr machen kann – das ist eigentlich ein Sport für Kinder und Jugendliche. Über die jeweiligen Tänze habe ich mich auch der entsprechenden Musik zugewandt und mich mehr damit beschäftigt.

Und musikalisch?

Kaytranada war ein großer Einfluss, denn er hat es geschafft schöne Melodien mit tanzbaren Beats zu vereinen. Ich finde, oft hat in moderner Musik die Stimme kaum Platz und wenn doch, dann sind die Songs sehr poppig. Bei ihm ist das anders. Auch NAO und Kelela finde ich gut, fresher Sound, kein klassischer R ‘n B wie früher.

Was möchtest du durch deine Musik transportieren, was möchtest du weitergeben?

Musikalisch versuche ich aus meinen Einflüssen von früher und heute etwas Neues zu kreieren, das auch gleichzeitig mich abbildet und dabei die neuen, technischen Möglichkeiten zu nutzen, die wir haben.

Und thematisch? Gibt es so etwas wie eine Message?

Es gibt keine explizite Message, ich möchte weder die Künstlerin sein, die sich ständig zu allem äußert, noch die, die wichtige Themen unserer Zeit nicht behandelt. Es gibt immer wieder Stücke, die ernste, aktuelle Themen behandeln, wenn diese mich bewegen und ich was dazu sagen möchte.

Beispielsweise „Faster, Better, Stronger“: In dem Lied geht es um den Selbstoptimierungswahn, dem viele heutzutage unterliegen. In einem anderen Song geht es darum, dass wir vieles geschehen lassen, obwohl wir sehen was passiert, da wir auch ein Stück weit überfordert sind mit der Welt in der wir leben und dem was passiert – mich eingeschlossen. Die Texte sind allgemein gehalten. Sie sollen eine Gültigkeit über das Hier und Jetzt hinaus besitzen und sich nicht auf etwas beziehen, was morgen vorbei und eventuell vergessen ist.

Was planst du für die Zukunft?

So viel wie möglich live spielen und natürlich neue Musik erarbeiten und veröffentlichen – ein Album ist allerdings nicht geplant. Ich mag es, wenn jeder Song für sich stehen kann. Auch hören die Leute heute eher einzelne Songs von Künstler:innen, anstatt ganze Alben.

Sherly ist am 13. August im Rahmen des Kultursommers im Künstlerhaus Faktor, Max-Brauer-Allee 229, 22769 Hamburg, bei der Serie “In The Mix” live zu erleben.


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Kraftwerk Bille: Gemeinschaftlich kaufen, sanieren und betreiben 

Ein Gespräch mit Nina Manz und Julia Marie Englert vom HALLO: e.V. über Geschichte, Problematik und Lösungen für das Projekt Kraftwerk Bille

Text & Interview: Kevin Goonewardena
Fotos: Jérome Gerull

 

Mit dem Festival HALLO: Festspiele und dem experimentellen Stadtteilbüro Schaltzentrale hat sich das ehemalige Kohlekraftwerk an der Bille in den letzten Jahren zum wichtigen Kulturstandort im Osten Hammerbrooks entwickelt. Nun soll sich der für die Aufwertung des einst brach liegenden Industriekomplexes maßgeblich verantwortliche HALLO: e.V. den Interessen des neuen Eigentümers beugen. Der will das Areal zu Büros umbauen, die weitere sekundäre kulturelle Nutzung des Geländes müsste als Feigenblatt des Projekts herhalten. Die Künstler:innen sollen auch ihre Programmhoheit und zugesagte Fördermillionen abgeben – die jedoch wollen das Gelände lieber gemeinschaftlich kaufen und ihre gemeinwohlorientierte Arbeit fortsetzen. 

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SZENE HAMBURG: Die HALLO: Festspiele – ein mehrtägiges Festival für experimentelle Kunst unterschiedlicher Disziplinen – fand erstmals 2015 statt, der HALLO: e.V. gründete sich kurz zuvor. Worum ging es euch damals?

Nina Manz: Julia und ich waren damals noch gar nicht dabei, wir sind erst 2018 dazu gekommen. Als 2015 dieses Gelände hier vom HALLO: e.V entdeckt wurde, ging es erstmal vorrangig um die Umsetzung der HALLO: Festspiele, mit denen es hier angefangen hat und dem Hintergedanken, verschlossene Räume der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dass die Festspiele eine Vorhut für eine dauerhafte Nutzung sein sollen, war von Anfang an das Ziel. Relativ schnell hat sich dann durch die künstlerische Forschung vor Ort ein Verständnis für den Raum und die Besitzverhältnisse ergeben.

Die da waren?

Nina Manz: Damals gehörte der Komplex der MIB, genauer der MIB Kraftwerk Bille GmbH, einem Privatinvestor, dessen Entwicklungsgesellschaft MIB Colored Fields GmbH beispielsweise auch die Baumwollspinnerei in Leipzig entwickelt. Sie ist spezialisiert darauf, Industrieliegenschaften durch kulturelle Umnutzung wieder zu reaktivieren. 

Die Aufwertung ehemals brachliegender Gebäude durch kulturelle Pioniernutzer:innen gehört zum Geschäftsmodell der MIB. Auf einem so reaktivierten Gelände können mit anderen Nutzungen dann höhere Mieten erzielt werden – oder die Immobilie lässt sich wie in unserem Fall für ein Vielfaches des ursprünglichen Kaufpreises weiter verkaufen.

 Nach der ersten Ausgabe der HALLO: Festspiele seid ihr geblieben. Wie kam es dazu?

Nina Manz: Es gab nach den ersten HALLO: Festspielen 2015 das Bedürfnis nach einem dauerhaften Standort für die kulturellen Aktivitäten, die nicht nur einmal im Jahr zum Festival durchgeführt werden sollten. 

Von Beginn an haben Mitglieder des Vereins Konzepte für dauerhafte Nutzungen für die Hallen des Kraftwerks konzipiert und der Eigentümergesellschaft vorgeschlagen. Daraufhin wurde uns von MIB die Räumlichkeiten der Schaltzentrale zur Nutzung angeboten: Mit einem jährlich kündbaren Mietvertrag von Seiten der MIB, ohne Miete, gegen Zahlung der Nebenkosten und relativer inhaltlicher Freiheit für den Verein.

 

Mangel an Räumen

 

Dass hinter dem Projekt Kraftwerk Bille eine Gmbh steht, habe ich vor Jahren bei einem offenen Treffen erfahren. In diesem Kontext wirkte das befremdlich, aber solange ein gemeinsames Ziel verfolgt wird, sollte eine solche Trägerschaft eigentlich kein Problem darstellen. Es muss ja auch nicht jeder Impuls zur Veränderung von unten kommen…

Julia Marie Englert: Die Entscheidung in einer privat besessenen Immobilie kulturelle Nutzungen zu initiieren, wurde notgedrungen akzeptiert – aus dem auch in Hamburg vorhandenen Mangel an Räumen für nicht-kommerzielle Tätigkeiten. Ebenso die prekären, temporären Konditionen der Nutzung. Darum war es uns auch so wichtig, die Aufwertung, die wir zwangsläufig mit in die Nachbar:innenschaft bringen, dauerhaft für diese zu sichern. 

Mit MIB sah es so aus, als ob dies gemeinsam möglich wäre, bis diese das Kraftwerk ohne unser Wissen verkauften, während wir zeitgleich eine Zusicherung von ihnen bekamen, im Rahmen der Förderung, einen Kraftwerksteil als Gemeingut zu sichern.

 Was ist da passiert?

Julia Marie Englert: Die MIB hatte jahrelang betont, dass Kraftwerk selbst entwickeln zu wollen. Warum es dann doch plötzlich zu einem Verkauf kam, wissen wir nicht. Bis heute bleibt das intransparent. Bisher wissen wir, dass die Anteile an der Gesellschaft Kraftwerk Bille Hamburg GmbH an neue Anteilseigner:innen verkauft wurden. Es wurde also nicht das Gebäude und der Grund verkauft, sondern die GmbH, die diese hält. 

Diese Art von Immobilientransaktionen werden häufig genutzt, um die Grunderwerbssteuer zu sparen. Die neuen Eigentümer:innen sind ein Immobilienunternehmer aus Berlin, sowie Arzt und ein weiterer Investor, die beide aus München kommen.

Und das passierte dann über Nacht?

Nina Manz: Über Nacht beziehungsweise parallel dazu, dass wir zusammen mit MIB und dem Bezirk Mitte eine Förderung für WERK beim Bund für ‘Nationale Projekte des Städtebaus’ beantragt haben. Die Förderzusage kam, als das Kraftwerk bereits neue Eigentümer hatte. 

Bei der Förderung geht es, mit einer Kofinanzierung der Stadt Hamburg, um neun Millionen Euro. Seitdem spitzt sich die Situation zu. Dadurch, dass der aktuelle Eigentümer nun nicht mehr verkaufen möchte, können wir das Geld der Förderung nicht annehmen, weil die Förderung an die gemeinwohlorientierte Eigentums- und Betriebsform unseres Konzeptes geknüpft ist. Unter diesen Umständen kommen wir natürlich unter wahnsinnigen Zugzwang: Wie können diese Bundesgelder A, nicht in die Taschen von profitorientierten Akteuren fließen und B, der Realisierung und Sicherung von bezahlbaren, dauerhaften Räumen für Kunst und Kultur, Produktion, Forschung und soziale Infrastruktur zugute kommen?

Häuser und Boden, in denen ihr arbeitet gehören jetzt also einer Firma, die das Gelände anders entwickeln möchte als der vorherige Eigentümer und ihr und das ohne euch?

Nina Manz: Hier sollen vor allem hochpreisige Büros entstehen. Wie sie an vielen Orten in Hammerbrook leer stehen. Die Gebäude des Areals – bei denen es Statik und Denkmalschutz zulassen – sollen aufgestockt und saniert werden, inklusive Teppichboden. Die Kesselhalle soll eine Art Kunst-Mall werden, so nennt es der Investor. Der neue Geschäftsführer kommt aus der klassischen Projektentwicklung und hat unter anderem Infrastrukturprojekte und Shopping Malls entwickelt. Also was sehr anderes als das Kraftwerk jetzt ist – und wofür es seit Jahren mit den erprobten Nutzungen steht. Es geht hier klar um ein Investment, was möglichst hohe Renditen erwirtschaften soll.

 

„Zeit, fair zu verkaufen“

 

Und wie sehen eure Pläne für die Entwicklung des Geländes aus?

Julia Maria Englert: Unser Konzept sieht vor das Grundstück mit Hilfe der Schweizer Stiftung Edith Maryon zu kaufen. Das ist eine gemeinwohlorientierte Stiftung, die Immobilien dem Markt entzieht und an gemeinnützige Organisationen wie z.B. eine Genossenschaft  verpachtet um deren Projekte zu ermöglichen. Sie ist auch ein Garant dafür, dass das Grundstück nicht weiter verkauft werden kann und zukünftiger Spekulation entzogen wird.  Über unsere  Genossenschaft WERK eG planen  wir dann den eigenständigen Kauf des Gebäudes, welches auf dem Grundstück steht.

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Eurem Konzept zufolge sollen die jetzigen Besitzer:innen das Grundstück der Stiftung und das Gebäude eurer Genossenschaft verkaufen. Nur zu einem geringeren Preis als dieser durch die Vermarktung als Bürostandort durch Mieteinnahmen erzielen könnte.

Julia Maria Englert: Genau. Mit den zugesagten Fördermittel in Höhe von rund neun Millionen Euro von Stadt und Land könnte das Gebäude dann saniert werden, ebenso wird die gemeinschaftliche Entwicklung finanziert – denn wir finden, dass alle mitbestimmen sollen, wie dieser einzigartige Ort zukünftig genutzt wird.

Diese Geldsumme braucht es auch, denn die Bausubstanz wird mit jedem Jahr schlechter. Die Fördermittel sind allerdings an unser Konzept geknüpft – ohne WERK gibt es demnach auch keine Förderung. Wir lassen uns aber nicht für die geplante kulturelle Zwischennutzung einspannen, um den Eigentümer:innen diese Fördermillionen zu ermöglichen.

 Was würde sich ändern?

Julia Maria Englert: Eigentum und Betrieb wäre durch die Genossenschaft anders organisiert: Jede:r könnte Teil davon sein und als aktives Mitglied die Zukunft des Kraftwerks mitbestimmen. Für WERK sehen wir eine Nutzungsmix zu je einem Drittel Kunst/Kultur, sozialem und produzierendem Gewerbe vor. Das garantiert die Vielfalt, die der Ort und der Stadtteil Hammerbrook brauchen. 

Wie ist die Position der Stadt Hamburg?

Nina Manz: Sehr positiv. Die Stadt hat mit uns den Förderantrag gestellt. Gleichzeitig zeigt sich hier, was wir bereits wissen: städtisches Grundeigentum sollte nicht verkauft werden, die Steuerungsinstrumente und Einflussnahmen auf gemeinwohlorientierte Nutzungen sind sehr gering, sobald sich die Immobilien in privater Hand befinden.

Mit der Kampagne „Zeit, fair zu verkaufen“ fordert ihr die Eigentümergesellschaft Kraftwerk Bille Hamburg GmbH nun zum Verkauf eines Gebäudeteils an die zu gründende Genossenschaft zu einem fairen Preis auf.

Julia Maria Englert: „Mit der Kampagne wollen wir auf die Situation aufmerksam machen und den Druck erhöhen, dazu finden auch im Rahmen des Kultursommers zahlreiche Veranstaltungen statt. Wie wichtig dieses und ähnliche Projekte für ihre Umgebung, aber auch die Stadt selbst sind, sieht man auch an unseren Erstunterzeichnerr:innen – darunter befinden sich sowohl Einzelpersonen und Organisationen aus Hamburg, Deutschland und darüber hinaus. Nicht nur Künstler:innen, sondern auch Wissenschaftler:innen, Forscher:innen, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen, die an Stadtentwicklung beteiligt sind.

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Mehr Infos und zu den über 150 Erstunterzeichner:innen. Mit unter anderem Mundhalle, Hallo: Radio, Gängeviertel, Golden Pudel, Papiripar Galerie 21, Kampnagel – Internationales Zentrum für schönere Künste, Fux Genossenschaft, Elbphilharmonie, Recht auf Stadt Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Kunstverein. Hier geht’s zur Petition.


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Kulinarischer Kultursommer-Abschluss: Eis on the Road

Lotto Hamburg und der Kultursommer Hamburg bringen in einer gemeinsamen Aktion Eis unter das Hamburger Kulturpublikum

Fotos: Andreas Hornoff

 

Die Kampagne #playoutloud findet in gefrorener Form ihren kulinarischen Abschluss mit einer wundervollen Geste für das Hamburger Kulturpublikum: Der Einladung auf ein Eis. Lotto Hamburg und der Kultursommer Hamburg verteilen bis zum 15. August täglich an drei verschiedenen Kultursommer-Spots in der Stadt fruchtiges Eis am Stiel.

Vier Tage gibt’s kostenloses Eis mit Orange-Karotte-Ingwer-, Kiwi-, Mango- und Blaubeer-Geschmack. An folgenden Orten bricht bei leckerstem Hamburger Wetter die Eis-Zeit aus:

12. August:

17–18 Uhr: KNUST2GO, Rollschuhbahn Planten un Blomen
18:30–20 Uhr: Hippocampus, Ruderverein Bille
20:30 Uhr–Ende: NDR-Bühne, Kampnagel

13. August:

17–18 Uhr: KNUST2GO, Rollschuhbahn Planten un Blomen
18:30–20 Uhr: pundd records, Galerie Pfund & Dollar, Oberhafen
20:30–21:30 Uhr: Kampnagel

14. August:

16:30–17:45 Uhr: Kampnagel
18:30–20 Uhr: Hippocampus, Ruderverein Bille
20:3–22 Uhr: Black Atlantic!, Schlosspark Bergedorf

15. August:

16–17:15 Uhr: Black Atlantic!, Schlosspark Bergedorf
18:30–19:30 Uhr: Hippocampus, Ruderverein Bille
20:30 Uhr–Ende: Schanzenkino, Schanzenpark

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Fast ein MS Dockville: Auftakt des letzten Tanzes

Der Höhepunkt der Sommerfestivals auf der Elbinsel erstreckt sich dieses Jahr über ganze sieben Tage. An dem gewohnt stilsicheren Musikmix des MS Dockville Festivals hat sich trotz Pandemie allerdings nichts geändert: So bitten auch 2021 die angesagtesten Indie- & Pop-Künstler:innen mit Ausflügen in die Welt von Electronic und HipHop zum letzten Tanz der Saison an den Wilhelmsburger Reiherstieg

Text: Kevin Goonewardena
Fotos: Andreas Hornoff

 

Er ist schon lange so etwas wie der gar nicht mehr so geheime Geheimtipp der hiesigen Szene: Der Kölner Künstler Moglii, ausgebildeter Jazz-Pianist, Produzent und Sänger, begeisterte mit seinem einzigartigen organischen Sound aus warmen Beats, Soul-Samples und analogen Synths die Besucher:innen am Dienstagabend, dem ersten Tag der diesjährigen Pandemie-gerechten Dockville-Ausgabe am Reiherstieg.

Der diesjährige popNRW-Preis- und New Music Award-Nominee spielte nach 2017 zum zweiten Mal in Wilhelmsburg – der Schritt auf die große Bühne ist dabei längst überfällig.

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Genregrenzen rissen auch MADANII & LLUCID bei ihrem Dockville-Auftritt auf allen Ebenen ein: Ihre Musik ist an Neunziger-R ‘n B genauso abgelehnt, wie sie orientalische Einflüsse beinhaltet, scheut sich nicht vor Pop-Gestus und funktioniert auch in Electro-Clubs.

Zwar erschien das Duo optisch leger auf der Nest-Bühne, doch auch wenn sie ihre  normalerweise extravagante Kleidung und Schmuck, der sie in Kombination mit der Musik irgendwo zwischen Orient, Avantgarde, Sexclub und Underground-Rave verortet, ihre ekstatische Liveshow auf der Nest-Bühne versetzte Körper und Beine der Besucher:innen zum Dockville-Start in Wallungen.dockville_c_a_hornoff_0037

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Vom 11. bis 22. August treten bei den Ein-Tages-Veranstaltungen unter anderem Alli Neumann, Antje Schomaker, Beterov, Casper-Produzent Blvth, Ilgen-Nur, Leoniden, mia Morgen und Haiyti am Reiherstieg auf. Außerdem gibt es Live-Podcasts.

Fast ein MS Dockville: 11. bis 22. August 2021


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Schwesternsache: JOCO beim Stadtpark Open Air

Das Hamburger Gesangs-Duo JOCO bespielte am 8. August im Rahmen des Kultursommers die Open-Air-Bühne im Stadtpark und ließen ihre poppigen Melodien quer durch Winterhude klingen

Text: Isabel Rauhut
Fotos: Andreas Hornoff

 

Zwei Schwestern, eine Band: Josepha und Cosima Carl sind zusammen die Band JOCO. 2016 traten sie beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest an und 2017 veröffentlichten die Schwestern bereits ihr zweites Album Into the Deep, welches im legendären Abbey Road Studio in London produziert wurde.

Ihre Musik, bestehend aus nur zwei Stimmen, einer Hand voll Percussions und einem Klavier, passt wunderbar in die verregnete Atmosphäre im Stadtpark: denn vor allem live entfaltet sich der Sound von Joco. Die beiden vermischen Melodien, ihre Texte, die meist einfach aus dem Leben gegriffen sind und geben dem mit ihren Stimmen und ihrer Präsenz eine wohlklingende Form, die so wohl nur Schwestern zustande bringen können.

 

Hier gibt’s ein paar Impressionen vom Konzert:

 

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Kampnagel Sommerfestival: Avantgarde im Garten

Auf Kampnagel zeigen Künstler:innen rund zwei Wochen lang in der Krise entstandene Perspektiven für die Zukunft. Dafür verwandelt sich das ehemalige Industriegelände des international renommierten Kulturzentrums in Winterhude in die gewohnte all-sommerliche avantgardistische Festival-Location

Text: Kevin Goonewardena

 

Bereits seit Mitte der 1980er Jahre ist das internationale Kulturzentrum auf dem Gelände der ehemaligen und namensgebenden Maschinenfabrik „Nagel & Kaemp, Zivilingenieure“ Austragungsort verschiedener Festivals aus den Bereichen Tanz, Theater, Performance, Musik, Bildende Kunst und Film.

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Vom verregneten Auftakt des diesjährigen „Internationalen Sommerfestival“ im 15. Jahr des Bestehens der Reihe am Dienstagabend, 4. August, ließen sich weder Besucher:innen, noch Künstler:innen die Vorfreude auf die kommenden zwei Wochen verderben – und das trotz der bereits zweiten Pandemie-gerechten Ausgabe hintereinander.

Sich und seinen organisch, melodischen und mediativen Stilmix aus Jazz, Klassik, Pop und Balkan-Elementen stellte unter anderem der mazedonische Gitarrist und Komponist Filipp Dinev mit seiner Band dem Publikum vor. Dinev, der in Hamburg Jazz studiert, gab genau wie das nachfolgende Duo Clara Lucas und Hauke Renken im Rahmen der von seiner Hochschule (HfMT – Hochschule  für Musik und Theater) kuratierten Bühne eine Kostprobe seines Könnens. Bei Clara Lucas und Hauke Renken umfasste selbiges die ganze Bandbreite von Jazz-Stücken bis hin zu Songs des Pop-Superstars und Stilikone Billie Eilish.

 

Wald- und Kanalbühne vom NDR und der ZEIT-Stiftung

 

Den Höhepunkt des ersten Abends stellte die Zusammenarbeit des jiddischen Künstlers Josh „Socalled“ Dolgin und die durch den kanadischen Klavier-Virtuosen mit kölschem Wohnsitz Chilly Gonzales bekannt gewordenen Streicher Kaiser Quartett dar, die unter dem Namen „One Night in Odessa“ sowohl gemeinsame Stücke, jiddische Lieder ihres jeweiligen Repertoires und Erstaufführungen in der Pandemie entstandener Songs und Arrangements, vortrugen.

Noch bis zum 15. August sind auf verschiedenen von dem NDR und der ZEIT-Stiftung präsentierten Bühnen und im eigentlichen Herzstück des „Internationalen Sommerfestival“ – dem Avant-Garten – lokale, nationale und internationale Künstlerinnen, junge Talente, etablierte Größen und deren Werke zu sehen, hören und zu bestaunen. NDR_ZEIT_Buehnen_Kampnagel_-Kultursommer_Foto_Team_Szene-16Zum Beispiel der afghanische und in Neuwiedenthal im Hamburger Süden aufgewachsene afghanische Produzent Farhad Samadzada, der unter seinem Alias Farhot nicht nur für Die Fantastischen Vier und Haftbefehl produzierte. Sein letztjähriges Produzentenalbum „Kabul Fire Vol. II“ wurde nicht nur vom deutschen Feuilleton begeistert aufgenommen, auch schaffte er es unter anderem in die renommierte britische Zeitung „The Guardian“ – die seine in Rillen gepresstes musikalisches Erbe Kabuls gar zum „Global Album of The Month“ ernannte. Farhot ist am 12. August in einem Talk-Format auf der Waldbühne zu hören.

Auch die Hamburger Popmusikerin Sophia Kennedy, die kürzlich ihr Zweitwerk „Monsters“ herausgebracht hat, Fritzi Ernst (ehemals Teil des Duos Schnipo Schranke), Ashraf Sharif Khan & Pudel-Mitbetreiber Victor Marek und viele weitere musikalische Gäste sind in den kommenden Tagen auf Kampnagel zu erleben. Neben dem Musikprogramm erwarten die Besucher:innen Performance, Filmvorführungen, DJ-Sets, die schon angesprochenen Talks oder auch Live-Podcasts.

 

Bunte Abkühlung

 

Für eine Abkühlung bei den ab Mittwoch, 11. August wieder höheren Temperaturen, sorgt Eis: Im Rahmen des Kultursommers fährt ein Eiswagen mit buntem „Play out loud“-Logo-Eis am Stil zu verschiedenen Venues und macht natürlich auch halt auf Kampnagel: Am 12. August gibt es dort dann ab 20:30 Uhr bunte Vielfalt auch für auf die Zunge!

Kampnagel Sommerfestival: 4. – 22. August 2021


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