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Wir helfen! Heute: Malte Wittmann von Hanseatic Help

Viel hilft viel – zumindest, wenn es um Soziales geht. An den ersten drei Montagen im November 2022 lassen wir an dieser Stelle immer eine:n von drei Hamburger:innen zu Wort kommen, die sich besonders einsetzen und von ihrer Arbeit erzählen. Heute: Malte Wittmann von Hanseatic Help

Protokoll: Anarhea Stoffel

 

Malte Wittmann

Freiwilligenkoordinator bei Hanseatic Help

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„Engagement in der Stadt sollte auch außerhalb von Krisenzeiten beständig bleiben, das wünsche ich mir“, sagt Malte Wittmann von Hanseatic Help (©Rosemarie Schoenthaler)

„Ich war im Juni 2019 privat auf dem Hurricane Festival und habe dort mitbekommen, wie Hanseatic Help Isomatten, Schlafsäcke und Zelte für obdachlose Menschen gesammelt hat. Ich war damals gerade fertig mit meinem Studium der Sozialökonomie war und hatte viel Zeit. Dann habe ich mich im Anschluss dort einfach ehrenamtlich engagiert. Im Team wurde ich darauf angesprochen, dass gerade die Stelle des Freiwilligenkoordinators ausgeschrieben war. Da habe ich mich sofort beworben und im August 2019 hauptamtlich bei Hanseatic Help angefangen. Als Freiwilligenkoordinator bei Hanseatic Help bin ich, wie der Name schon sagt, für unsere vielen freiwilligen Helfer und Helferinnen zuständig.

Ich versuche einfach, möglichst viele Menschen für ehrenamtliches Engagement zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass sie auch mit wenig Zeit viel Gutes tun können. Besonders wichtig ist mir, dass hier Menschen mit ganz unterschiedlichem Background zusammenkommen und gemeinsam in einem sehr hilfsbereiten Umfeld an etwas Gutem arbeiten. Es erfüllt mich, dass ich mit so vielfältigen Menschen zusammenarbeite, denen es wichtig ist, anderen zu helfen, wenn sie Unterstützung brauchen. Hanseatic Help ist Kleiderspenden-Annahmestelle, Soziallogistik-Zentrum und Begegnungsstätte für Menschen mit unterschiedlichsten Biografien.

„Hilfe wird immer gebraucht“

Wir versorgen mehr als 300 Organisationen in und um Hamburg mit Kleider- und Hygienespenden. Was regional nicht benötigt wird, senden wir in Krisenregionen weltweit – wie beispielsweise vermehrt in die Ukraine seit März dieses Jahres.

Ich wünsche mir, dass das Engagement in der Stadt auch außerhalb von Krisenzeiten beständig bleibt. Hilfe wird immer gebraucht. Wir stehen vor dem Winter, der härtesten Zeit des Jahres, und befinden uns in einer Situation, in der immer mehr Menschen in die Existenzgefährdung kommen. Wenn wir es schaffen, alle bedürftigen Menschen in Hamburg in einem würde- und verständnisvollen Umgang mit dem Nötigsten an Kleidung und Hygiene zu versorgen, hätten wir als Hanseatic Help schon viel erreicht. Und wenn viele Menschen dabei freiwillig mithelfen, weiß ich, dass meine Arbeit viel bewirkt.“

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Das große Lager von Hanseatic Help in der Großen Elbstraße (©Pedro Seixas)


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Kunst für die Freiheit

Die Ausstellung „Ein Jahr Taliban“ zeigt Gedichte, Bilder und Eindrücke aus dem Land, indem vor mehr als einem Jahr die Taliban die Macht übernommen haben. Ein Gespräch der Aktivistin und Organisatorin Juliane Bandelow  

Interview: Katharina Stertzenbach

 

Juliane Bandelow unterstützt Menschen in Afghanistan. Mit der Kunstausstellung „Ein Jahr Taliban“, möchte sie Afghaninnen und Afghanen eine Stimme geben und auf ihre Situation aufmerksam machen. Im Gespräch erzählt sie, inwieweit ihr Engagement etwas bewegt und welche Steine ihr in den Weg gelegt werden.

 

SZENE HAMBURG: Juliane, wie hast du die Künstler:innen für die Ausstellung gefunden?

Juliane Bandelow die Organisatorin der Ausstellung „Ein Jahr Taliban“ (Foto: privat)

Juliane Bandelow, die Organisatorin der Ausstellung „Ein Jahr Taliban“ (Foto: privat)

Ich bin seit einiger Zeit Mitglied in einer Telegram-Gruppe, in der sich explizit afghanischen Frauen austauschen. Mit der Zeit haben einige angefangen, mir ihre Geschichten zu erzählen. Das war so eindrücklich, dass ich die Idee hatte, diese Geschichten weiter erzählen zu wollen. Da hat es gepasst, dass die Frauen mir ohnehin schon Gedichte und Fotos geschickt hatten, die ihre Situation illustrieren und zeigen, wie sich ihr Leben seit der Machtübernahme der Taliban vor einem Jahr verändert hat. Daraus ist dann die Kunstausstellung „Ein Jahr Taliban“ entstanden. Dadurch können die Frauen ihre Situation in Afghanistan auch einem deutschen Publikum näherbringen. 

 

Zunächst war die Ausstellung ausschließlich für Künstlerinnen konzipiert. Jetzt sind in der Artstadt auch Werke von Künstlern ausgestellt. Wie kam es dazu?

Das Stimmt. Zunächst hieß die Ausstellung auch „Die Stimme der Frauen“. Dann habe ich aber einen afghanischen Künstler kennengelernt, der Frauen gemalt hat. Auch seine Bilder spiegeln die Situation der Frauen in dem Land wider. Die Kunst passte perfekt zu den Arbeiten der Frauen und so kam es, dass wir auch Kunst von männlichen Künstlern zeigen.  

Die Situation der Frauen

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Ein Bild von dem afghanischen Künstler Samir Qasimi

Profitieren die Kontakte in Afghanistan von der Ausstellung? 

Aktuell noch nicht. Wir haben zwar für ein paar Künstler einen Antrag auf Ausreise nach Deutschland ans Auswärtige Amt gestellt. Einige konnten auch bereits ausreisen, aber nicht nach Deutschland. Aktuell sind sie im Iran und Tadschikistan und befinden sich dadurch nicht mehr in unmittelbarer Lebensgefahr. 
Die Situation der Frauen ist allerdings komplizierter. Ihnen wird die Ausreise , anders als bei den Männern, oft nicht gestattet. Sie können auch nicht einfach flüchten – das wäre zu gefährlich. Meistens machen das die Männer erstmal allein und versuchen ihre Frauen dann nachzuholen. Die Frauen sind also buchstäblich in Afghanistan gefangen. 

 

Was möchtest du über die direkte Hilfe hinaus mit der Ausstellung bewirken?

Ich möchte Menschen in Afghanistan und besonders den Frauen eine Stimme geben. 
Außerdem freue ich mich, wenn die Ausstellung wächst und noch mehr Afghaninnen und Afghanen ihre Geschichten mit Hilfe von Kunst erzählen. Darüber hinaus sind wir auch eine Vernetzungsplattform. Ich wünsche mir, das Menschen zusammenfinden, die wissen wie man explizit Künstler:innen in Afghanistan helfen kann. Aktuell gibt es kaum Initiativen für Künstler:innen. Viele von ihnen waren in Afghanistan durch ihre Arbeit auch gleichzeitig politisch aktiv. Das macht die Situation unter den Taliban für sie gefährlich. Mein Wunsch wäre es, das wir eine Organisation oder einen Verein gründen können um den Künstler:innen direkt zu helfen. 

Die Ausstellung „Ein Jahr Taliban“ ist noch bis zum 26. September 2022 in der Artstadt zu sehen. Zudem wurde eine betterplace -Kampagne gestartet, über die Spenden für die Künstler:innen gesammelt werden.

 


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Die Hamburger Tafel braucht Spenden

In Zeiten von Krieg und Inflation kommt besonders der Hamburger Tafel eine immer größere Bedeutung zu – doch die Spenden werden knapp. Der NDR ruft jetzt zusammen mit der Tafel zur großen Spendenaktion auf

Text: Felix Willeke

Schon vor dem Krieg in der Ukraine arbeitete die Hamburger Tafel am Limit. Vor dem Hintergrund der Hamsterkäufe waren besonders Konserven in den vergangenen Monaten immer wieder Mangelware. Jetzt steigen die Lebensmittelpreise in Hamburg, immer mehr Geflüchtete sind auf die Tafel angewiesen und der Verein ist dringender denn je auf Spenden angewiesen. Deswegen rufen der NDR und die Tafel für den 21. April 2022 zur großen Spendenaktion auf. 

Spenden: Was, wann und wo?

Dafür werden in Hamburg vier Zentren zur Abgabe von Lebensmittelspenden und Hygieneartikeln am 21. April 2022 eingerichtet:

Benötigt werden besonders folgende Lebensmittel:

  • Nudeln
  • Reis
  • Kartoffelprodukte
  • Mehl, Backpulver, Trockenhefe
  • Kaffee/Tee
  • Konserven (Erbsen, Bohnen, Mais, Möhren, …)
  • Gläser (Kirschen, Apfelmus, …)
  • H-Milch/H-Sahne/Kaffeesahne (keine Kühlprodukte)
  • Müsli/Cornflakes/Knäckebrot (kein frisches Brot/Brötchen)
  • Margarine (keine Butter)
  • Marmelade/Honig/Schoko-Aufstrich/Wurst/Käse (keine Kühlprodukte)
  • Gewürze

Und folgende Hygiene- und Reinigungsartikel:

  • Shampoo
  • Duschgel
  • Zahnpasta
  • Wasch- und Spülmittel
  • Toilettenpapier
  • Küchentücher
  • Taschentücher

Wer individuell Lebensmittel an die Tafel spenden möchte, kann hierfür unter 040 300 605 600 einen Termin vereinbaren. Darüber hinaus nimmt die Hamburger Tafel auch finanzielle Spenden entgegen.


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#StandWithUkraine – Aktuelles aus Hamburg

Die Ukraine wird von Russland angegriffen und in ganz Deutschland ist die Solidarität groß, auch in Hamburg. Seien es Spendenaktionen, Demonstrationen oder Links zu Portalen, die informieren. SZENE HAMBURG fasst die aktuellen Informationen für die Stadt in diesem Ticker zusammen

Spendenaktionen

Die aktuellen größeren Spendenaktionen in Hamburg:

Hanseatic Help ist eine der zentralen Anlaufstellen für Spenden für die Ukraine in Hamburg. Spendenannahme ist Dienstag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr. Auch beim Sichten und Sortieren der Bestände wird fast immer Hilfe gebraucht.

Eine Liste mit Sammelstellen und Informationen, was gebraucht wird, findet sich auch beim Ukrainischen Hilfsstab

Listen mit geprüften Organisationen, die Spenden-Aktionen organisieren finden sich beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen.

Wer Geld spenden möchte kann sich auch an den Hamburger Hilfskonvoi e.V., die Aktion Deutschland Hilft, Ärzte ohne Grenzen oder #LeaveNoOneBehind wenden

Grundsätzlich empfiehlt die Menschenrechtsorganisation medico International, vor allem Geld zu spenden. Hintergrund: Sach- und Materialspenden verursachen zum Teil hohe Kosten. Hinzu kommen zeitaufwendige Prozesse wie die Sortierung und die Zollabfertigung. Mit Geldspenden können notwendige Produkte im Land selbst gekauft werden, sofern das möglich ist. Außerdem empfiehlt der Hamburger Senat keine privaten Transporter an die Grenze der Ukraine zu organisieren, da laut den Hilfsorganisationen vor Ort diese Fahrten die humanitäre Arbeit vor Ort erheblich behindern. Diese Hilfsorganisationen beraten im Einzelfall auch Menschen, die dies trotzdem planen.

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Demonstrationen

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Aktionen in Hamburg

Ein Überblick über aktuelle (Benefiz-)Veranstaltungen:

Noch bis zum 30. Juni 2022 läuft die Filmreihe „Perspectives of Ukrainian Cinema“ der Deutschen Kinemathek im Abaton Kino. Die Reihe zeigt aktuelle Filme aus der Ukraine. Zu jeder Filmvorführung sind ukrainische Moderator:innen anwesend, die im Anschluss an den Film Gespräche mit den Filmschaffenden führen. Der Eintritt zu allen Filmen der Reihe ist kostenfrei.

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Quellen für aktuelle Berichterstattung

Wer sich über die aktuelle Lage in der Ukraine informieren will, der findet hier Ticker, Hintergrundberichte und aktuelle Einschätzungen:

Noch mehr und ausführlichere Einordnungen und Hintergrundinformationen gibt es beim Podcast „das Politikteil“ der Zeit, beim Podcast „Acht Milliarden“ des Spiegel und vielen anderen Formaten.

Grundsätzlich gilt: Bei Informationen zur Ukraine den oben genannten Medien und anderen großen Leitmedien vertrauen. Diese Informationen sind eingeordnet und überprüft. Bei Informationen via Social media gilt:

  • Möglichst Inhalte von glaubwürdigen und unabhängigen Medien konsumieren.
  • Fotos und Videos von Quellen, die man nicht einschätzen kann, sind mit Skepsis zu betrachten.
  • Man sollte sich sehr gut überlegen, was, von wem und ob man etwas selbst verbreitet.

Nachrichten aus Hamburg

Hamburg und Kyjiw haben eine strategische Städtepartnerschaft vereinbart. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko haben dazu einen „Pakt für Solidarität und Zukunft“ unterzeichnet. Der Pakt soll dabei nicht nur im Lichte des Angriffskrieges auf die Ukraine ein Zeichen setzen, er soll auch die Unterstützung für den Wiederaufbau sichern. Während die humanitäre Hilfe zusammen mit Handelskammer Hamburg und in Kooperation mit der Initiative #WeAreAllUkrainians sowie dem Verein Hanseatic Help umgesetzt wird, sollen in der zweiten Phase besonders wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Beziehungen gestärkt werden. „Diese Vereinbarung ist sehr wichtig für die Stadt Kyjiw. Ich bin der Stadt Hamburg dankbar, die für mich persönlich sehr viel bedeutet, für die weitere Bestätigung echter Freundschaft, Unterstützung und die Bereitschaft, der Stadt Kyjiw und der Ukraine zu helfen“, sagt Vitali Klitschko. „Mit dem Städtepakt schaffen wir jetzt ein offizielles und starkes Band zwischen Kyjiw und Hamburg, das zielgerichtet Hilfe leistet, aber auch ein Versprechen für die Zukunft ist“, ergänzt Peter Tschentscher.

Weitere Infos aus der Stadt

Für Ukrainer:innen die in Hamburg ankommen ist die Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung im Bargkoppelweg 66a die erste Anlaufstelle. Hier wird die Registrierung vorgenommen und sich um Versorgung und Unterbringung der Geflüchteten gekümmert. Des Weiteren können sich Ukrainer:innen beim Call-Center des Ukrainisches Hilfsstabs melden. Die Nummer lautet: 0800 504 562 (und für Anrufe aus der EU: 00800 38 38 38 00). Helfer:innen können sich unter 00800 38 38 38 00 melden.

Geflüchtete die privat unterkommen, können sich auch zur Registrierung im Amt für Migration in Wandsbek (Hammer Straße 32-34) melden. Geöffnet ist es zu diesem zweck ab sofort täglich (auch am Wochenende) von 8 bis 17 Uhr.

Außerdem bietet der FC St. Pauli in den Fanräumen des Millerntor Stadions jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat von 15 bis 19 Uhr eine kostenlose anwaltliche Beratung für Geflüchtete an. Eine Übersicht der Termine bis Juni 2023 gibt es auf fcstpauli.com.

Der Ethem Yilmaz Verlag hat zusammen mit tabmag und der niedersächsischen Lotto-Stiftung zur Zeit an einen Sprachguide für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine entwickelt. Dieser ist unter wegbegleiter-ukraine.de zu finden.

Wer sich um Geflüchtete kümmern möchte oder private Unterkünfte anbieten will, kann sich beim Bündnis Hamburg Flüchtlingsinitiativen, der Aktion #LeaveNoOneBehind, der Initiative #Unterkunft für Menschen aus der Ukraine oder dem Verein Mission Lifeline melden.

Für Ehrenamtliches Engagement gibt es ebenfalls einige Anlaufstellen in der Stadt. Eine Liste mit Organisationen aus Hamburg und Norddeutschland, die immer ehrenamtliche Helfer:innen suchen, findet sich bei der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Hamburg.

Wer nicht direkt vom Krieg in der Ukraine betroffen ist, sich aber trotzdem Sorgen macht oder Ängste hat, kann sich an die Telefonseelsorge wenden. Unter 0800 / 111 01 11 oder 0800 / 111 02 22 ist diese 24 Stunden am Tag erreichbar.
Ein für Eltern, Kinder und Jugendliche spezialisiertes Anbot bietet die Nummer gegen Kummer. Kinder und Jugendliche können unter der Nummer 116 111 von montags bis Samstag von 14 bis 20 Uhr Hilfe in Anspruch nehmen. Für Eltern ist dies montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und dienstags und donnerstags bis 19 Uhr unter 0800 / 111 05 50 möglich.

Dieser Ticker erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer noch Tipps und Informationen zu Demos, Spendenaufrufen oder anderen Aktionen in der Stadt hat, kann sich gerne via Instagram oder Facebook an SZENE HAMBURG wenden.


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„Wir haben eine Verantwortung“

Die Solidarität mit der Ukraine und mit den vor dem russischen Angriffskrieg fliehenden Menschen ist groß. Auch aus der erst kürzlich wieder hochgefahrenen Club- und Veranstaltungsszene gibt es Hilfe. John Schierhorn vom Schrødingers im Schanzenpark berichtet

Interview: Ole Masch

Benefiz-Flohmarkt im PAL, Ukraine Fundraiser-Party im Edelfettwerk oder der „Peace Please Soli-Rave“ am 1. April 2022 im Fundbureau sind nur einige Beispiele, wie innerhalb der Clubszene geholfen wird. Auch die Crew um John Schierhorn vom Schrødingers packt kräftig mit an. Bereits im letzten Jahr wurde das Kulturzentrum mit dem Sonderpreis des Club Awards geehrt. Diverse Soli-Veranstaltungen, unter anderem für Sea Watch, eine wöchentliche Essensausgabe für bedürftige Menschen oder im Winter Platz für ein Zeltlager, um Obdachlosen einen Ort zum Verweilen zu ermöglichen, waren Gründe für die Auszeichnung. In der aktuellen Situation, wo täglich Tausende Geflüchtete in Hamburg ankommen, konnte das Schrødingers sein Netzwerk ebenfalls nutzen, um Menschen direkt zu unterstützen.

„Erst einmal muss es meist schnell gehen“

SZENE HAMBURG: John, woher kommt der Antrieb immer wieder zu helfen?

John Schierhorn: Es wird halt gerade einfach Hilfe gebraucht. Wir sind ja nicht nur Konzertort, sondern vor allem auch Stadtteilkulturzentrum. Als solches haben wir eine Verantwortung. Und wir wissen: Die Welt wird nicht besser, wenn nicht alle daran mitarbeiten. Also begreifen wir uns als Team und Ort, an dem jeder Mensch mithelfen kann!

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„Es wird gerade einfach Hilfe gebraucht“ sagt John Schierhorn vom Schrødingers (Foto: ohne Credit)

Welche Hilfsaktionen habt ihr im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine initiiert?

Wir unterstützen die Helfenden an der Registrierungsstelle in Wandsbek. Dort sind jeden Tag mehrere Hundert Menschen. Wir haben ein kleines Logistikzentrum gebaut und koordi­nieren die Versorgung mit warmen und kalten Speisen, Hygieneartikeln, Decken et cetera mit. Zusätzlich werden wir ab dem Monatswechsel im Schrødingers eine Kinderbetreuung einrichten, damit die geflüchteten Kids ein wenig auf andere Gedanken kommen und die Eltern sich um Orga und so weiter kümmern können.

Wie baut man so eine Hilfsaktion auf ?

Erst einmal muss es meist schnell gehen. Dann aber geht es viel um Logistik. Es braucht eine gewisse Infrastruktur vor Ort, das erleichtert jeden weiteren Schritt erheblich. Dazu zählt auch allerhand Organisation. Dabei ist die freiwillige Mitarbeit von Menschen, die idealerweise eine solide Vorbildung haben, megawichtig. Insbesondere Menschen aus dem Veranstaltungsbereich haben natürlich einen guten Überblick, wie viele Menschen zu versorgen und die Abläufe zu planen sind.

Wie schafft ihr das neben dem eigent­lichen Betrieb?

Wir teilen uns auf, arbeiten richtig viel und haben Mut zur Lücke.

„Kriege einfach nicht mehr führen, wäre ganz geil“

Wie schätzt du die Solidarität inner­halb der Club­ und Veranstaltungs­szene ein?

Die Clubs sind gerade alle mitten in der Eröffnung. Aber viele stellen zum Beispiel ihre Bandappartements zur Verfügung und die Mitarbeitenden vor Ort sind oft Clubmenschen. Lieblingskommentar gerade gestern: „Eigentlich fehlt hier nur noch der DJ.“

Wie kann man sich als Einzelperson beteiligen?

Es gibt an allen Hilfsorten mittler­weile Orgateams, die über Facebook, Padlet und Whatsapp vernetzt sind. Im Zweifel einfach vor Ort vorbeischauen und dort fragen, wie man in die Gruppen kommt.

Was sollte man vermeiden?

Einfach mit irgendwelchen Sachen kommen. Insbesondere Klamotten­ spenden werden fast nirgends mehr angenommen. Vor Ort oder in den Gruppen nach den tagesaktuellen Bedarfen fragen. Oder gerne auch einfach Geld spenden, damit kann meist am schnellsten auf die aktuellen Bedarfe reagiert und in großen Mengen eingekauft werden.

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Kriege einfach nicht mehr führen, wäre ganz geil. Und dafür sorgen, dass alle Menschen ein Dach über dem Kopf und genug gesundes Essen haben. Das kann verdammt noch mal nicht so schwer sein, wenn alle mitmachen!

schroedingers.hamburg/spenden

Eine Übersicht über weitere Hilfsaktionen, Soli-Veranstaltungen der Kultur, Demonstrationen und Informationen für Geflüchtete und Helfende gibt es im Ukraine-Ticker der SZENE HAMBURG.


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MenscHHamburg WG

Zweite Heimat für Geflüchtete durch Spenden und Verkauf von #MoinMoinRefugees-Buttons

Text: Katharina Stertzenbach

MenscHHamburg e. V. sorgt dafür, dass rund 20 geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer in einer Wohngemeinschaft Zuflucht finden. Unter dem Motto „Voneinander lernen, miteinander leben“, wohnen die Vertriebenen für ein Jahr unter einem Dach. Dabei helfen ihnen Mitglieder und Freundinnen des Vereins bei der Bewältigung des WG-Alltags, hier in ihrer vorübergehend neuen Heimat. Die Unterstützung geht hier über die gewöhnlichen Hilfestellungen wie Behördengänge oder Arztbesuchen hinaus. So unternehmen die Unterstützer auch freizeitliche Aktivitäten mit den ukrainischen Refugees. Zusammen statten sie zum Beispiel dem FC St. Pauli einen Besuch im Millerntorstadion ab, oder sie organisieren gemeinsame Spielabende.


Stand with Ukraine

Die Ukraine wird von Russland angegriffen und in ganz Deutschland ist die Solidarität groß, auch in Hamburg. Seien es Spendenaktionen, Demonstrationen oder Links zu Portalen, die informieren. SZENE HAMBURG fasst die aktuellen Informationen für die Stadt in diesem Ticker zusammen.


Unterstützt werden kann die MenscHHamburg-WG durch Spenden an den Verein sowie durch den Kauf der #MoinMoinRefugees-Buttons im Ukraine-Design. Firmen erhalten gegen eine Spende von 100 Euro an MenscHHamburg e. V. 50 Buttons. Einzelne Buttons sind im Büro des Vereins für einen Euro erhältlich.

Seit 2011 ruft MenscHHamburg e. V. mit außergewöhnlichen Aktionen wie zum Beispiel MauMauMasters oder dem Welttrinkgeldtag zum sozialen Engagement in der Stadt auf. Mit der Kampagnen wie „Keiner kommt, alle machen mit“ oder #TeamHamburg hat der Verein während der Pandemie über eine Million Euro für Kulturschaffende gesammelt und sorgte damit bundesweit für Aufmerksamkeit.

Susannenstraße 26 (Mo–Do 11–18 Uhr, Fr 11–16 Uhr), mensch.hamburg, @MenscHHamburgWG


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Kleiderspende: Hier könnt ihr Altkleider abgeben

Ihr habt euren Kleiderschrank aussortiert? Gut erhaltene Textilien könnt ihr bei diesen Stellen in Hamburg abgeben.

Text: Michelle Kastrop

 

Die Stadtreinigung hat alle 120 Altkleider-Container in der Stadt abgebaut, auch das Deutsche Rote Kreuz sperrte seine Container. Die Hauptgründe: Die Tatsache, dass unbrauchbare Textilien gespendet werden und die hohe Menge, weil die Hamburger während der Corona-Pandemie ihre Schränke ausgemistet haben. Wer trotzdem helfen oder die Kleidung aus Umweltgründen länger im Kreislauf halten möchte, sollte sich die Frage stellen: Würde ich es meinem besten Freund geben? Wenn die Antwort Nein ist, gehören die Textilien auf Recyclinghöfe. Wenn sie Ja lautet, nehmen folgende Stellen die Ware entgegen.

 

Stilbruch

Als Tochterunternehmen der Stadtreinigung Hamburg ist Stilbruch bekannt für Gebrauchtwaren, die sonst auf dem Müll landen. Auch Privatpersonen können ihre ausrangierten, aber noch brauchbaren Sachen zu Stilbruch bringen – natürlich auch Klamotten. Die Kleidungsstücke müssen allerdings in absolutem Topzustand und eigentlich zu schade zum Wegwerfen sein. Dann nehmen die Gebrauchtwarenkaufhäusern von Stilbruch sie gerne entgegen. Die Stores sind übrigens der perfekte Ort für Schnäppchenjäger.

Ruhrstraße 51 (Altona)
Helbingstraße 63 (Wandsbek)
Lüneburger Straße 39 (Harburg)
stilbruch.de

 

Oxfam Shops

Mittlerweile gibt es 54 Oxfam Shops in Deutschland. In den drei Hamburger Filialen können gut erhaltene Kleidungsstücke abgegeben werden. Doch es geht nicht nur um die Qualität der Secondhand-Artikel, sondern aktuell auch um die Quantität: eine Tasche oder eine kleine Kiste mit Kleidung, die zur Saison passen, reichen aus. Die Oxfam Shops stehen außerdem für nachhaltigen und bewussten Modekonsum und nehmen keine Artikel aus der Fast-Fashion-Industrie an. Die erwirtschafteten Finanzmittel kommen der Nothilfe, den Entwicklungsprojekten sowie der Kampagnenarbeit von Oxfam Deutschland e. V. zugute.

Bahrenfelder Straße 130 (Ottensen)
Hoheluftchaussee 58 (Hoheluft-Ost)
Wandsbeker Marktstraße 10 (Wandsbek)
shops.oxfam.de

 

Hanseatic Help

Im August 2015, als die Flüchtlingsströme in Europa ihren Höhepunkt erreichten, brachten viele Hamburger ihre Spenden zu der Kleiderkammer in den Messehallen. Aus dieser Aktion entstand zwei Monate später der Verein Hanseatic Help. Seit 2016 hat der Verein seinen neuen Standort am Fischmarkt. Es werden alltagstaugliche, saubere und intakte Spenden benötigt und derzeit nehmen die Helfer nur maximal zwei Taschen, Kartons oder Säcke pro Person an. Welche Textilien besonders gebraucht werden, steht auf der Homepage. Da die Festival-Sammelaktion von Hanseatic Help dieses Jahr nicht stattfinden kann, fehlt es insbesondere an Schlafsäcken und Isomatten.

Große Elbstraße 264 (Altona)
hanseatic-help.org

 

Kleiderkammer Caritas

Bis Anfang Oktober öffnen die Caritas im Norden nur die „Kleiderkammer to go“ am Mariendom 5 für Spendenausgaben. Danach nimmt sie wieder Altkleiderspenden entgegen. Die benötigten Klamotten sind: Jeans, Kapuzenpullis und Sportschuhe für junge Männer. Wichtig bei allen Artikeln ist neben der 1A-Qualität, dass sie passend nach Saison abgegeben werden. Kurze Sachen zum Frühling und Sommer, Winterjacken und Pullis zum Herbst und Winter. Also: Im September anfangen auszumisten und Anfang Oktober spenden!

Danziger Straße 66 (St. Georg)
caritas-im-norden.de

 

Nutzmüll

Nutzmüll e.V. wirkt aktiv an der Verbesserung der Lebensqualität von sozial benachteiligten Menschen mit. Die Stärke des Vereins ist die Verknüpfung von Beschäftigung, Qualifizierung sowie beruflicher und sozialer Integration von Langzeitarbeitslosen und Schwerbehinderten. Zugleich praktiziert Nutzmüll Umweltschutz durch Müllvermeidung, Wiederverwendung und Upcycling. Die Abgabe von Spenden ist in Bahrenfeld, Wandsbek und Billstedt möglich.

Boschstraße 15b (Altona) 
Am Stadtrand 56 (Wandsbek) 
Billbrookdeich 266, Zufahrt Berzeliusstraße 95f (Mitte) 
www.nutzmuell.de

 


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