(27.5.) Märkte/Feste, Schanzenmarkt #1, Altes Mädchen, 12 Uhr

Hallo Nachbar! Am Sonntag, den 27. Mai, findet der erste Schanzenmarkt des Jahres in den Hamburger Schanzenhöfen statt. Nachbarn, Freunde und Familien sowie Händler und Künstler des Viertels feiern gemeinsam und zeigen, was in Hamburg in Sachen Mode, Design und Kulinarik zurzeit so geht. Flohmarktstände locken Schnäppchenjäger und sorgen für ein besonders nachbarschaftliches Gefühl. Das perfekte Sonntagsausflugziel für Groß und Klein.

Foto: Henning Angerer

Altes Mädchen
27.5.18, 12-18 Uhr

(29.5.) Musik, The Night Game, Prinzenbar, 20 Uhr

Natürlich gibt es sie noch, die lupenreinen Popper im Musikgeschäft. Die Künstler, die scheinbar geradezu um Airplay und Auftritte in den großen Hallen betteln. Martin Johnson ist so einer. Der Bostoner, der bereits als Boys Like Girls-Frontmann auf sich aufmerksam machte, strebt mit seinem Projekt The Night Game wohl danach, den catchigsten aller catchy Refrains zu produzieren. Dazu ein bisschen Kopfstimmengesang und New-Wave-Sprengsel – fertig sind die potenziellen Hits.

/ EBH

Prinzenbar
29.5.18, 20 Uhr

(29.5.) Musik, Josh T. Pearson, Knust, 21 Uhr

Manche Musiker veröffentlichen Alben im Zwei-Jahres- Takt. Manche brauchen länger, drei oder vier Jahre. Und dann gibt es welche, bei denen Zeit scheinbar überhaupt keine Rolle spielt. Zu ihnen zählt der texanische Songwriter Josh T. Pearson. Der veröffentlichte zuletzt 2011 ein Album und legt jetzt, nach zahlreichen Reisen und Jobs, musikalisch nach. Mehr noch: Mit „The Straight Hits!“ geht der Country-Rocker sogar auf Tournee.

/ EBH / Foto: Eliot Lee Hazel

Knust
29.5.18, 21 Uhr

(28.5.) Film, „Guardians of the Earth“, Abaton, 19:30 Uhr

Wie rettet man eigentlich die Welt? Nichts weniger als das haben im Jahr 2015 mehr als 20.000 Experten bei der Weltklimakonferenz in Paris versucht. „Guardians of the Earth“ zeigt in vielen Einzelinterviews, wie verschieden die Länder den Klimawandel verstehen und wie alle um eine gemeinsame Haltung ringen. Der Film des Regisseurs Filip Antoni Malinowski, der heute auch im Abaton zu Gast sein wird, lässt die Zuschauer spüren, wie zeitraubend aber ungemein dringend eine Lösung der Klimafragen ist.

/ MT

Abaton
28.5.18, 19:30 Uhr

 

(28.5.) Musik, Rolling Blackouts Coastal Fever, Molotow, 20 Uhr

Australische Indie-Pop-Exporte schreiben Erfolgsgeschichten in Europa, immer wieder. Von den Go-Betweens bis Gotye haben es hier schon zig Down-Under-Formationen geschafft. Die nächste mag Rolling Blackouts Coastal Fever sein, eine fünfköpfige Truppe aus Melbourne, die sich mit sandstrandseichten Gitarrensongs samt süßen Melodien in ihrer Heimat schon einen Namen gemacht hat.

/ EBH / Foto: Warwick Baker

Molotow
28.5.18, 20 Uhr

(27.5.) Theater, „Hallo, Dolly!“, Ohnsorg Theater, 16 Uhr

Hello, Dolly!“ – nur zwei Wörter, aber eine der berühmtesten Musical-Melodien, die fast jeder sofort mit summen kann. Seit der Uraufführung 1964 am New Yorker Broadway gehört die Inszenierung zu den erfolgreichsten Musicals weltweit. Ein bisschen Screwballkomödie mit schmissigen Dialogen und eingängigen Hits.

Die lebenslustige Dolly soll den wohlhabenden Kaufmann Roland van der Gelder mit der Hamburger Hutmacherin Irene verkuppeln. Doch eigentlich möchte sie ihn für sich selbst gewinnen und lenkt die Geschehnisse zu ihrem Gunsten. Als noch van der Gelders Angestellte Cornelius und Barnabas auftauchen, gerät alles durcheinander, und doch fügt es sich wiederum für Dolly wie gewünscht. Denn Irene findet viel mehr Gefallen an Cornelius als an dem reichen, aber uncharmanten Chef.

/ HED / Foto: Oliver Fantitsch

Ohnsorg Theater
27.5.18, 16 Uhr / Premiere

(23.-27.5.) Film, 19. Japan Filmfest, u.a. Metropolis und Studio Kino

Wer abgedrehtes Kino mag, muss zum Japan Filmfest Hamburg (JFFH). 90 Filme, fünf Tage cineastischen Hochgenuss, bietet die 19. Auflage den Freunden fernöstlicher Kinokunst – die in diesem Jahr besonders bunt ausfällt: Das JFFH 2018 steht ganz im Zeichen von Manga- und Anime-Realverfilmungen. Und da ist wirklich alles drin, von düsterer Science-Fiction bis hin zur gefühlvollen Romantik.

(Fast) immer schrill, immer durchgeknallt, reichlich blutig, klar. Jede Menge japanische Filmschaffende werden kommen, mehrere Weltpremieren stehen an, und der Eröffnungsfilm wird zum ersten Mal in Europa gezeigt: „Gintama“ von Yuichi Fukuda, eine laut JFFH „rasant inszenierte Samurai-Fantasy-Action- Komödie im Sci-Fi-Setting“. – Nicht fragen. Gucken.

/ MAS

Metropolis, 3001 Kino, Studio Kino
23.-27.5.18

(26.5.) Märkte/Feste, Street Mag Show, Großmarkt, ab 11 Uhr

Happy Birthday, Street Mag Show! Das beliebte Oldtimer-Event wird 25 – die Sause auf dem Neumarkt noch rauschender als in den letzten Jahren. Es geht zurück in die 30er bis 80er in den Vereinigten Staaten. Dazu gibt’s Rock ’n’ Roll, Rockabilly-Style und original amerikanisches Essen – ein Fest für Gaumen, Augen und Ohren. Und ein Muss für Freunde des American Way of Life und alle, die auf schicke alte Karren stehen. Auch am Sonntag, 27.5.

/ SAP

Großmarkt
26.5.18, ab 11 Uhr

Frankenstein – „Ohne Liebe existierst du nicht“

Der Berliner Regisseur Philipp Stölzl ist in vielen Welten zu Hause. Er dreht Kinofilme, Musikvideos und bringt nun eine düstere Oper auf die Kampnagel-Bühne.  

SZENE HAMBURG: Philipp, du bringst deine Baseler Frankenstein-Theateraufführung nach Hamburg, und zwar als Oper. Was ist passiert? 

Philipp Stölzl: Das Baseler Schauspiel war glaube ich auf ein Art sehr musikalisch und – im guten Sinn – große Oper auf kleinen Raum. Liegt sicher auch daran, dass der Autor Jan Dvorak nicht nur Literat sondern eben auch Komponist ist und sehr musikalisch schreibt.  Als Georges Delnon von Basel nach Hamburg wechselte hat er uns dann gefragt, ob wir aus dem Abend nicht eine richtige Oper machen könnten. Jan hat dann das Video der Aufführung genommen und seinen eigenen Text vertont, quasi 1:1, eine Übermalung mit Musik.

Warum habt Ihr Euch für Kampnagel entschieden, nicht für die große Opernbühne?

Die Basler Aufführung hatte eine Art Arena-Bühne, man saß um einen großen Käfig herum, das war intensiv und irgendwie auch brutal. Das kann man auf Kampnagel genau so wieder herstellen. In dem Käftig ist eine überlebensgroße Puppe zu sehen, die von drei Spielern geführt wird, das Monster. Die Nähe zu diesem Wesen und das Mitleid mit ihr ist essentiell für die Inszenierung, das würde in einer großen Guckkastenbühne auf die Distanz so nicht funktionieren.

Ihr nennt das Stück eine „Gothic Oper“ – früher hast du unter anderem Musikvideos für Rammstein gedreht. Kommt da etwas von dieser Vergangenheit wieder zurück?

Kann sein. Man selber denkt ja da nicht so drüber nach. Tatsächlich habe ich meinen ersten Opernauftrag durch einen Freund bekommen, der Fan meiner Rammstein-Videos war. Das war Webers „Freischütz“, auch so ein Art deutscher „Goth“

Was hat dich am Frankenstein-Stoff gereizt?

Es ist ein starker Stoff, der mich tatsächlich schon lange beschäftigt. Ich hab als Bub die alte Verfilmung mit Karloff gesehen, viel zu früh, ich war ziemlich traumatisiert danach,  später dann den Roman gelesen. Das Buch ist ja ganz anders als die Genre-Verfilmungen, die auf Grusel und Horror abzielen, total psychedelisch, surreal, am ehesten mit E.T.A Hoffmann verwandt, entfesselte schwarze Romantik. Und eben auch politisch, was man so nicht vermuten würde. Mary Shelly hat ihn zwar als junge Frau geschrieben, aber sie behandelt darin sehr erwachsene Fragestellungen, es geht um ganz essentielle Bausteine des Menschseins. Was macht uns eigentlich aus?

Und? 

In einem Wort: Die Liebe. Ohne Liebe existieren wir nicht. Das Monster, oder die Kreatur, wacht am Anfang der Geschichte im Wald auf und weiß nichts über die Welt, kann sich selbst auch nicht einordnen. Dann lernt sie: Kälte, Hunger, Schmerz, die Sprache der Tiere. Dann trifft es auf Menschen, die sich fürchten, ihm gewaltsam begegnen. Dann begreift es: Jedes Lebenwesen hat Eltern. Und sucht seine Herkunft, seinen Schöpfer und erfährt, dass es das einzige Wesen seiner Art ist. Es kommt aus dem Nichts und geht ins Nichts. Darum bittet es seinen Schöpfer ihm eine Gefährtin zu bauen. Es will nicht allein sein. Es will auch Liebe erfahren. Als ihm sein Schöpfer das versagt, nimmt es fürchterliche Rache. Es bringt die Verlobte seines Schöpfers um. Wenn es auf ewig allein sein muss, soll es sein Schöpfer auch sein. Am Ende verfolgen sich das Monster und sein Schöpfer um den ganzen Erdball, es geht in die Arktis, an den Rand der Welt. Die Geschichte hat eine biblische Wucht, fängt auf eine Art bei Adam und Eva im Paradies an und endet mit Kain und Abel.

Du bist auch Regisseur von großen Kinofilmen wie „Nordwand“ und „Der Medicus“, verwendest du Film denn auch als Stilmittel auf der Bühne?

Manchmal schon, bei „Frankenstein“ nicht. Es ist trotzdem eine sehr filmische Aufführung. In dem Sinne, dass sie ein sehr schlüssiges und geschlossenes Narrativ hat und rasant-suggestiv, mit vielen Szenenwechseln erzählt. Außerdem ist die Inszenierung auch ein Stück weit Unterhaltung, es gibt jede Menge Nebel und einen Wald mit Bäumen, die Arktis, sogar ein bisschen Action, Sie ist,  wenn man so will, „breit“ verständlich, so wie Kino eben meistens ist. Ich bilde mir ein, dass man damit möglicherweise auch Theaterfremde begeistern könnte.

Eine letzte Frage, die dich vermutlich fast jeder fragt. Du hast in der Vergangenheit einmal ein Musikvideo für Madonna gedreht und sie hat dich angerufen. Wie war sie?  

Immer wieder diese Frage! Na gut: Sie war nett und sehr professionell. Aber das ist einfach schon sehr lange her. Eine Lebensstation unter vielen anderen. Für einen Künstler ist es glaube ich gut, nach vorne zu gucken. Ruhm ist etwas sehr Vergängliches. Mein älterer Sohn hat vor ein paar Jahren seinem kleineren Bruder von meinem Madonna-Moment erzählt. Der Kleine darauf hin: „Madonna, wer ist das?“ Der Große darauf: „Naja, sie ist so eine Art Katy Perry der Vergangenheit“…

Interview: Stefanie Maeck 

Internationales Musikfest zeigt: „Frankenstein“ auf Kampnagel, 20.-21.5., 25.-27.5.2018


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Dieses Wochenende: Fahrraddemo

Anfang des Monats ist erneut eine Radfahrerin tödlich verunglückt. Am Samstag, den 19.5.18 um 14 Uhr, werden Hamburgs Radfahrer in Eimsbüttel für sichere Straßen demonstrieren. Treffpunkt: Kaifu-Ufer.

Am 7. Mai 2018 wurde eine Hamburger Radfahrerin von einem LKW überrollt. Sie verstarb an den Folgen des Unfalls. Auf ihren Tod folgte eine Mahnwache, bei der sich am Unglücksort niederlegten. Außerdem wurde ein sogenanntes Ghost Bike aufgestellt. Die weiß gestrichenen Fahrräder weisen weltweit auf tödlich verunglückte Radfahrer hin. Eine Demonstration ist nun für Samstag, den 19.5. geplant.

Mehr Sicherheit für Radfahrer

Organisator ist der Verein „Kurs Fahrradstadt“, der sich seit mehreren Jahren für die Sicherheit von Radfahrern einsetzt. Dieser kritisiert die Mobilitätspolitik des Hamburger Senats und fordert  ihn zum Handeln auf. An der Demonstration am kommenden Samstag (19.5.2018) beteiligen sich auch der ADFC, Radentscheid Hamburg und Politiker der Grünen (Anjes Tjarks und/oder Martin Bill) und Linken. Sie fordern eine Tempo-30-Zone im Eppendorfer Weg und auf der Osterstraße sowie eine umfassende Wende hin zu einer fahrradorientierten Verkehrspolitik.

Auf ihrer Facebookseite schreiben die Veranstalter: „Bastelt Tempo 30 Schilder, lasst eure Kinder Bilder malen, wie sie sich ihre Straßen in Eimsbüttel wünschen und bringt – wer mag – gerne auch Blumen mit, die wir an den Unfallstellen ablegen werden. Damit auch wirklich alle dabei sein können, gilt diesmal: Wer sein Rad liebt, der schiebt.”

Demo:
Sa. 19.5.18, 14 Uhr; Bundesstraße – Wiese hinter der Haltestelle Kaiser-Friedrich-Ufer; Kursfahrradstadt.wordpress.com

Critical Mass:
jeden letzten Freitag im Monat, 19 Uhr (nächster Termin: 25.5.18; Treffpunkt: Kaifu Ufer) https://criticalmass.hamburg/

Text: Sabrina Pohlmann
Foto: Kurs Fahrradstadt

Mehr Artikel über’s Radfahren in Hamburg:


Radfahren ist ein Schwerpunkt der SZENE HAMBURG, April 2018. Das Magazin ist zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!