Beiträge

Verlosung: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

WUTROT! Martin McDonaghs serviert einen brillanten, deftigen Genremix aus Neo-Western und Kleinstadt-Satire. Wir verlosen 40 x 2 Tickets für die Preview im ABATON Kino.

Der Zorn verdrängt alle anderen Gefühle, selbst die Trauer. Mildred Hayes (Frances McDormand) will Gerechtigkeit um jeden Preis. Vor sieben Monaten wurde ihre Tochter vergewaltigt und ermordet, vom Täter keine Spur. Die furchtlose, zynische 50-Jährige mietet für 5000 Dollar pro Monat drei riesige Werbetafeln am Ortsausgang und beschuldigt weithin sichtbar Sheriff Bill Willoughby (Woody Harrelson) der Untätigkeit. Ihrer Überzeugung nach foltern die heimischen Cops lieber Schwarze als Verbrechen aufzuklären. Vom ersten Moment an gehört unsere Sympathie der taffen Protagonistin, die mit ihren lakonischen, köstlich vulgären Sprüchen potenzielle Gegner außer Gefecht setzt.

Der britisch-irische Regisseur und Drehbuchautor Martin McDonagh („7 Psychos“) verbindet virtuos bissigen schwarzen Humor mit dem Schrecken griechischer Tragödien. „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist weniger ein feministisch opulentes Rache-Epos als die düstere Chronik amerikanisch provinzieller Bigotterie. Es erzählt von Gewalt, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Korruption und einem kaltherzigen Priester.

Bald schon hat die allein erziehende Mildred fast die ganze Stadt gegen sich. Wenn es sein muss, wehrt sie sich tatkräftig, tritt einem Mitschüler ihres Sohnes in die Eier, im Zuge der Gleichberechtigung kriegt das Mädchen daneben auch was ab. Dem uneinsichtigen, fetten Zahnarzt bohrt sie ein Loch in den Daumen und nachts fliegen Molotow-Cocktails ins Polizei-Revier. Eine Traumrolle für Frances McDormand. Der Film explodiert fast vor verhaltener Wut, ist unberechenbar wie seine verzweifelte, skrupellose Anti-Heldin und trotzdem höchst subtil. In dieser packenden, vielschichtigen Charakterstudie führt McDonagh jede Art von Klischee ad absurdum, er spürt den verschiedenen Ursachen von Hass, Schmerz und Einsamkeit feinfühlig nach.

Chief Willoughby ist ein besonnener kluger Mann, der krebskranke Vater von zwei kleinen Töchtern wird bald sterben. Doch Mildred kennt keine Gnade; selbst dafür hat der Sheriff Verständnis. Genau wie für den gewalttätigen, rassistischen, von Mama gegängelten jungen Officer Dixon (Sam Rockwell), der seinen Zeugen ohne Zögern durch die Fensterscheibe des oberen Stockwerks auf die Straße schleudert. Dixon verabscheut Mildred. Umso überraschender ist das Finale.

Text: Sarah Castell

ABATON Kino

Ab 25. JANUAR 2018

(Preview: 22. Januar 2018, 20 Uhr)

  Wir verlosen 40×2 Tickets für die Preview von Three Billboards Outside Ebbing, Missouri am 22. Januar, 20 Uhr, im Abaton Kino!

Wie könnt Ihr mitmachen? Na so:

Kurzfilm in Hamburg

Mit einer großen Party hat die KurzFilmAgentur im Oktober ihren 25. Geburtstag gefeiert. Schön, schön, happy birthday! Aber – wer oder was ist die KFA eigentlich? Und was machen die da genau? Wir haben bei der Geschäftsführerin Alexandra Gramatke nachgefragt

SZENE HAMBURG: Frau Gramatke, wer ist die Kurzfilmagentur, und was machen Sie genau?

Alexandra Gramatke: Entstanden ist das Ganze aus dem NoBudget Kurzfilmfestival, das schon vor 33 Jahren das erste Mal stattfand. Da gab es immer mehr Nachfragen von Kinos und anderen Veranstaltern, die Kurzfilme auch außerhalb des Festivals zeigen oder sehen wollten. So entstand zunächst der Kurzfilmverleih, der vorrangig an Kinos Kurzfilme verleiht – als Vorfilm oder auch in speziell zusammengestellten, abendfüllenden Programmen. Im Laufe der Zeit entwickelten sich dann immer mehr Bereiche.

Mittlerweile haben wir rund 45.000 Filme, die in unserer Datenbank gespeichert sind.

Zum Beispiel?

Der Vertrieb, der sich um den Lizenzhandel mit Fernsehsendern, Internetportalen oder Bildungseinrichtungen kümmert. Dann haben wir noch den Bereich Kurzfilm Schule, wo Filmemacherinnen Workshops mit Kindern aller Altersklassen und Schulformen veranstalten. Dann haben wir natürlich ein riesiges Archiv, das sich hauptsächlich aus den Einreichungen zum Filmfestival speist. Mittlerweile haben wir rund 45.000 Filme, die in unserer Datenbank gespeichert sind. Wir nutzen das beispielsweise auch dazu, unsere Filmprogramme zusammenzustellen, die wir für unterschiedlichste Veranstaltungen anbieten. Aktuell hatten wir beispielsweise mit dem DESY eine tolle Kooperation: Wir haben zum „Dark Matter Day“ ein entsprechendes Kurzfilmprogramm zusammengestellt. Oder letztens im Rahmen der India Week ein Programm aus indischen Kurzfilmen, die man hier sonst auch nicht sehen kann. Wir bekommen relativ häufig solche Anfragen, auch von außerhalb Hamburgs, weltweit.

Das heißt, Sie sind ein riesengroßes, internationales Unternehmen?

Kann man so sagen, ja. Auch wenn wir nicht so aussehen (lacht). Wir sind tatsächlich dadurch, dass unsere Mitarbeiter durch die ganze Welt reisen und auf Festivals auch in Panels sitzen oder Vorträge halten, weltweit ziemlich gut vernetzt.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie denn?

Feste Mitarbeiter? 15, aber nicht alle arbeiten Vollzeit. Und zwei davon kümmern sich um die organisatorische und künstlerische Leitung des Internationalen Kurzfilmfestivals, das ja unter dem Dach der Kurzfilmagentur stattfindet.

Wenn ich jetzt einen Kurzfilm produzieren würde – könnte ich Ihnen den einfach zuschicken?

Ja, genau, ein wichtiger Punkt. Das Schlaueste wäre wahrscheinlich, den bei unserem Festival einzureichen. Da klopfen wir ohnehin alle Filme darauf ab, ob sie beispielsweise als Vorfilm im Kino geeignet sind. Oder ob eventuell Interesse bei einem der Fernsehsender bestehen könnte, mit denen wir zusammenarbeiten. Dann sprechen wir den Filmemacher an und machen einen Vertrag für Verleih oder Vertrieb. Man kann uns den Film aber auch direkt anbieten, dann gucken wir uns das an und melden uns gegebenenfalls zurück.

Wir sehen den Kurzfilm als eigenständige Kunstform und haben mit vielen gestandenen Filmemachern Kontakt, die sich dieser Form verschrieben haben.

Wer schickt Ihnen denn Filme? Hauptsächlich Nachwuchsfilmemacher?

Ja, Nachwuchs ist ein wichtiger Bereich. Aber bei weitem nicht nur. Wir sehen den Kurzfilm als eigenständige Kunstform und haben auch mit vielen gestandenen Filmemachern Kontakt, die sich dieser Form verschrieben haben. Oder beides machen, Kurz- und Langfilm. Natürlich gibt es den finanziellen Aspekt, ein Kurzfilm kostet einfach weniger Geld. Aber ein Kurzfilm ist auch ästhetisch oder inhaltlich interessant, weil man viel mehr Freiheiten als im Langfilm hat, wo man meistens doch recht fest an Genre- oder Formatvorgaben gebunden ist. Man kann viel mehr ausprobieren.

Wie lang darf ein Kurzfilm denn sein, gibt’s da offizielle Grenzen?

Das ist von Land zu Land unterschiedlich. In Deutschland ist die Vorgabe für Förderung, dass er bis zu 30 Minuten lang sein darf. Die meisten Festivals handhaben das auch so. Wir auch. Natürlich machen wir Ausnahmen, wenn uns ein Film wirklich begeistert. Wir haben auch schon welche gezeigt, die 45 Minuten lang waren, auch wenn das offiziell ein „mittellanger“ Film ist. Für den Vertrieb, also die Ausstrahlung bei Fernsehsendern, sind am besten Filme geeignet, die zwischen 15 und 20 Minuten lang sind. Aber auch hier sind Ausnahmen immer möglich.

Wie viele Filme werden bei Ihnen eigentlich eingereicht?

Die meisten beim Festival, das sind zwischen 5000 und 6000 pro Jahr. Das ist natürlich ein ganz schöner Aufwand, die alle zu sichten. Jeder Wettbewerb hat eine eigene Sichtungsgruppe, und die müssen sich dann tage- und nächtelang da durchsehen. Außer der Reihe werden uns auch noch mehrere Filme pro Woche zugesandt.

Aus der ganzen Welt …?

Ja, genau. Unser Archiv ist sehr international.

Wir haben einen eigenen Youtube-Channel, auf dem wir in regelmäßigen Abständen Filme kostenlos zur Verfügung stellen.

Kann ich als Privatperson eigentlich auch bei Ihnen Filme ausleihen? Zum Beispiel für einen Filmabend mit Freunden?

Das ginge, klar. Allerdings müssten Sie dafür ein bisschen Geld bezahlen. Es für uns sehr wichtig, dass die Filme nicht umsonst rausgehen. Zum einen müssen wir natürlich einen gewissen Umsatz machen. Vor allem wollen wir aber, dass die Urheber in irgendeiner Form finanziell irgendetwas zurückbekommen. Auch wenn das manchmal nur kleine, eigentlich symbolische Beträge sind. Schließlich ist so ein Kurzfilm ja auch ein Wert. Wir haben aber trotzdem auch einen eigenen Youtube-Channel, auf dem wir in regelmäßigen Abständen Filme kostenlos zur Verfügung stellen. Das sind normalerweise Filme, die ihre Verwertung schon größtenteils hinter sich haben, also auf Festivals gelaufen sind oder vom Fernsehen gekauft wurden. Davor wird Werbung geschaltet, sodass die Urheber dafür dann auch eine kleine Vergütung erhalten, je nach Klickzahl.

Kurzfilme werden häufig belächtelt. Fühlen Sie sich in Hamburg trotzdem ernst genommen?

Auf jeden Fall! Das hängt auch mit dem Festival zusammen, dadurch werden wir sehr viel besser wahrgenommen. Die Agentur ist für den Endverbraucher ja gar nicht so sichtbar. Der sieht höchstens vielleicht im Kino einen Kurzfilm als Vorfilm oder eine Filminstallation im Museum, weiß aber gar nicht, dass das über uns dort gelandet ist. Wir wünschen uns natürlich mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit für den Kurzfilm, und dass er nicht nur als Nachwuchsformat gesehen wird. Nach oben hin ist da natürlich immer alles offen.

Interview: Maike Schade

www.shortfilm.com


Der KFA-Kurzfilm des Monats Dezember 2017:

 


Dieser Text ist ein Auszug aus der SZENE HAMBURG, Dezember 2017. Das Magazin ist seit 30. Oktober 2017 am Kiosk und zeitlos in unserem Online Shop erhältlich!

 

Neu im Kino: Loving. Lieben! Und Lieben lassen

Lieben und lieben lassen – es könnte ja so einfach sein. War es aber nie, und ist es bis heute nicht, wie wir gerade heute wieder in Diskussionen über die gesetzliche Gleichstellung Homosexueller erleben können.

Loving

Ihre Liebe als Stein des Anstoßes: Mildred und Richard

„Loving“ behandelt dagegen eine Zeit, in der die gleichgeschlechtliche Ehe noch undenkbar war. In den 50er Jahren war es in manchen Staaten der USA noch verboten, als Weißer eine schwarze Frau zu heiraten, und umgekehrt. Dieser Problematik widmet sich das Drama von Jeff Nichols („Take Shelter“) aus der sehr persönlichen Sicht von Mildred und Richard Loving. Als sie schwanger wird, macht er ihr ohne zu zögern einen Antrag. Obwohl die sogenannte interracial marriage im Staat Virginia illegal ist. Noch während der Schwangerschaft werden die beiden verhaftet. Der Beginn eines Kampfes, der den Liebenden alles abverlangt.

Nicht zuletzt dank Robert Kennedy wurden die Lovings zum Gegenstand einer Gesetzesänderung, dank der sich die Geschichte der USA maßgeblich verändern sollte. Ein Präzedenzfall, aus dem Nichols allerdings kein Justizdrama macht, sondern eine Liebesgeschichte, die ganz ohne Kitsch auskommt.

Mildred und Richard sind keine Bürgerrechtler. Sondern einfache Menschen, mit dem einfachen Traum, ihr Leben miteinander zu verbringen. Eine Liebe, die glaubwürdig wird durch das würdevoll zurückhaltende Spiel von Joel Edgerton und Ruth Negga, die für ihre Performance eine Oscar-Nominierung erhielt.

„Sagen Sie dem Richter nur, dass ich meine Frau liebe“, sagt der wortkarge Richard seinem Anwalt in einer anrührenden Szene. Davon gibt es einige im Film, verpackt in wunderschöne Landschaftsbilder. Die Kamera schweift über die endlosen Weiten Virginias, und man beginnt zu ahnen, was es bedeutet, wenn Menschen durch irrationale Gesetze von ihrer Heimat getrennt werden.

„Loving“ ist ein Film, der seine durchaus aktuelle politische Aussage sozusagen auf natürlichem Weg vermittelt: Wo das individuelle Glück illegalisiert wird, hat die Gesellschaft ein menschliches Problem. Damals wie heute.

/ Karin Jirsak

Regie: Jeff Nichols. Mit Joel Edgerton, Ruth Negga, Marton Csokas. Ab 15.6.17 im Kino

Preview im Abaton Kino am 13.6.17, 20 Uhr

Aki Kaurismäki: Die andere Seite der Hoffnung

So lustig wie tragisch und auf der Berlinale preisgekrönt: Aki Kaurismäki erzählt wie ein junger syrischer Flüchtling und ein finnischer Vertreter für Oberhemden sich finden. Jetzt im Kino

Es ist ein kleines Wunder, wie Aki Kaurismäki es immer wieder schafft, einen so lakonischen wie zutiefst menschlichen Blick auf die Welt zu werfen, der einen lachen lässt und gleichzeitig zutiefst bewegt.

Diesmal fällt dieser auf den syrischen Flüchtling Khaled (Sherwan Haji), den es auf einem Kohle-Schiff nach Finnland verschlägt. Inständig bemüht, alles richtig zu machen, geht er erst duschen, scheitelt sich ordentlich das Haar und meldet sich dann ordnungsgemäß bei den Behörden. Und während er durch die bürokratische Mangel gedreht, in eine Flüchtlingsunterkunft gebracht und stundenlang verhört wird, entspinnt sich eine zweite Geschichte, die ebenfalls von einem Neuanfang erzählt, der dennoch ein ganz anderer ist.

Wortlos verlässt Waldemar Wikström (Sakari Kuosmanen), ein finnischer Vertreter für Oberhemden, seine langjährige Gattin, um als Restaurantbesitzer neu zu starten – in einem heruntergekommenen Etablissement, in dem lediglich ein Gericht auf der Speisekarte steht, ein Terrier in der Küche versteckt wird und man – bei dem Versuch mit der Zeit zu gehen – das wohl schlechteste Sushi der Filmgeschichte serviert.

Natürlich kreuzen sich die Wege von Khaled und Wikström und seinem schrägen Küchenpersonal. Und was zwischen ihnen entsteht, erzählt in satten Bildern, so schön, als seien sie auf Zelluloid gemalt, was es bedeutet, Mensch zu sein.

Plädiert für frisches Blut in Europa. Aki Kaurismaeki

„Wo zum Teufel noch mal ist die Menschlichkeit geblieben? Wir sind alle gleich, wir sind alle Menschen und morgen können wir es sein, die als Flüchtlinge enden“, stellte Kaurismäki auf der Berlinale wütend fest, wo er dem Silbernen Bären für die beste Regie gewann und watschte auch die Angst vor Islamisierung ab.

„Ich beobachte keine kulturellen Veränderungen in Europa, obwohl wir die eigentlich brauchen. Unser Blut wird langsam zu dick“, schimpfte er und ließ seinen Hauptdarsteller und langjährigen Freund Sakari Kuosmanen einen finnischen Tango anstimmen.

Er gehört zu Kaurismäkis Stammpersonal, aber auch mit den kampflustigen Obdachlosen gibt es ein Wiedersehen, die schon im ersten Teil von Kaurismäkis Flüchtlingstrilogie „Le Havre“ einen schlagkräftigen Auftritt hatten. Denn schließlich vereint „Die andere Seite der Hoffnung“ einmal mehr alles, was einem Kaurismäki-Film so umwerfend macht: mundfaule Komik, gepaart mit Einstellungen, in denen schon mal ein Gummibaum mit einer einsamen Jukebox einen Dialog eingeht – und dazu gibt es jede Menge Musik.

Im Helsinski Kaurismäkis steht an jeder Ecke ein Bluesmusiker, von denen er den Bogen zu Khaleds syrischen Gitarrenklängen zieht, als dieser zurück nach Aleppo soll. Schließlich haben die finnischen Behörden errechnet, dass die Gefahr gemessen an der Bevölkerungsdichte dort nicht allzu hoch sei. Dabei war Khaled sogar dem Rat eines irakischen Flüchtlings gefolgt: „Sieh unbedingt glücklich aus“, empfahl der, „denn die Melancholiker werden immer als erste ausgewiesen.“ / Sabine Danek

Regie: Aki Kaurismäki. Mit Sherwan Haji, Sakari Kuosmanen, Ilkka Koivula. Ab 30.3.17 im Kino

Copyright: ©Sputnik Oy / Fotograf Malla Hukkanen

LenaLove: Jannik Schümann im Interview

Drei Fragen an den Hamburger Nachwuchsschauspieler Jannik Schümann

Jannik Schümann, 24, stand bereits als Elfjähriger das erste Mal vor der Kamera. Seitdem kamen etliche Auftritte in Filmen und Serien (u.a. „Tatort“) hinzu. Von 22. September an ist er in Florian Gaags knallhartem, spannendem Kinofilm „LenaLove“ zu sehen. Schümann spielt darin Tim, den Schwarm der 16-jährigen Lena, die einem gefakten Datingprofil auf einem Internet-Portal und so den Cybermobbing-Attacken zweier Mitschülerinnen zum Opfer fällt. Nach „Homevideo“ (2011) ist es Schümanns zweiter Film zum Thema Cybermobbing.

SZENE HAMBURG: Warum ist dir das Thema Cybermobbing ein Anliegen? Hast du Erfahrungen damit gemacht?

Jannik Schümann: Über Cybermobbing aufgeklärt zu werden, ist für die Generation 12+ wahnsinnig wichtig. Ich bin froh, das mit dem Medium Film tun zu können. Sowohl in „LenaLove” als auch in „Homevideo“ zeigen wir Jugendlichen, bis wohin Mobbing führen kann und dies in einer sehr harten und direkten Weise, sodass man wirklich sehr schockiert aus diesen Filmen rausgeht.

Was hälst du von Online-Dating?

Ich bin weder Pro noch Contra. Aber ist es nicht viel schöner, direkt auf der Straße angesprochen zu werden oder jemanden anzusprechen und sofort im direkten Augenkontakt mit der Person zu stehen? Das muss sich wieder mehr getraut werden!

Dein noch nicht realisiertes Herzensprojekt?

Ich freue mich auf alles was noch so kommt, auf tolle Kollegen, spannende Drehbücher und abgefahrene Drehorte.

Interview: Ulrich Thiele

Foto: Verleih