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Hamburgs neuer Radiosender: Ahoy

Die Gute Leude Fabrik verfolgt eine Mission: frischen Wind in die Hamburger Radiowelt mit dem neuen Sender ahoy bringen. Und das mit guter Musik und coolen Podcasts, wie zum Beispiel dem von Sänger Bosse

Text: Katharina Stertzenbach

ahoy verspricht gute Musik, gute Gespräche, gute Kultur, gute Ideen und gutes Tun. Fazit: gutes Radio eben. Hinter dem neuen Radiosender stehen erfahrene und in der Hamburger Musik- und Kulturszene bestens vernetzte (Musik-)Redakteure, Podcaster und Kommunikationsprofis.

Gunnar Astrup, ahoys Direktor, erklärt: „ahoy versteht sich als integraler Bestandteil der Hamburger Kultur- und Musikszene.“ Der Radiosender verspricht nicht zu viel, on air werden unter anderem Jan Plewka, Simone Buchholz, Enno Bunger und viele mehr sein.

ahoy läuft seit dem 25. Mai: ahoyradio.de


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Top 10: Events über Ostern in Hamburg

Ostern 2022 findet nicht mehr im kleinsten Kreis und mit nächtlicher Ausgangssperre statt, deswegen gibt es auch wieder mehr zu Erleben. Die besten Events in Hamburg gibt’s hier:

Freitag, 15.04. | Theater | Don Carlos | Ernst Deutsch Theater

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Sebastian Eggers als Don Carlos (mitte) und Hannes Hellmann als König Philipp II. (rechts) am Ernst Deutsch Theater (Foto: Oliver Fantitsch)

Drei Stunden spanischer Hof, das ist Don Carlos im Ernst Deutsch Theater. Regisseurin Mona Kraushaar bringt Schillers Klassiker auf die Bühne. Während Sebastian Egger als Kronprinz Don Carlos mit dem Liebeskummer ringt, spielt Hannes Hellmann einen König zwischen verletztem männlichen Ego und der Macht des Einzelnen. Im Stück wird dabei nicht weniger als die Zukunft Europas verhandelt. Durch die aktuellen Ereignisse hat dieses Thema nur noch mehr an Relevanz gewonnen. Noch bis zum 16. April ist die Inszenierung an der Mundsburg zu sehen.

Don Carlos im Ernst Deutsch Theater
15. & 16. April 2022, jeweils 19:30 Uhr

Freitag, 15.04. | Nachtleben | Friday I’m in love | Molotow

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Molotow: Getanzt wird immer (Foto: Erik Brandt-Höge)

Tanzverbot an Karfreitag? Gibt‘s auf‘m Kiez nicht! Deswegen lädt das Molotow ab 23 Uhr auch zu einem „Feuerwerk aus 60 Jahren Rock’n’Roll und Pop“. Bei Friday I’m in love legen die DJ‘s Axelmania und Jet Boy alles auf, was das Tänzer:innenherz begehrt. Der Eintritt kostet 5 Euro für alle Floors und das Ganze ist eine 2G-Plus-Veranstaltung.

Friday I’m in love
15. April 2022, 23 Uhr

Samstag, 16.04. | Musik | Dan Gotthalls‘s – Artful Earfull | Birdland

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Steht bei Dan Goothall’s – Artful Earful mit auf der Bühne: Die Hamburgerin Sandra Hempel (Foto: Natascha Protze)

Altehrwürdig und ein Klassiker, das ist das Birdland in Hamburg. Seit 1985 gibt es im Kellerclub in der Gärtnerstraße besten Jazz, so auch am Ostersamstag. Bei „Dan Gotthalls‘s – Artful Earfull“ geben sich fünf außergewöhliche Künstler:innen die Ehre. Neben dem Posaunisten Dan Gottshall sind unter anderem die Hamburger Gitarristin Sandra Hempel und der Kieler Pianist Buggy Braune mit von der Partie. Das Konzert ist eine 2G-Plus-Veranstaltung und kostet 19,90 Euro.

Dan Gotthalls‘s – Artful Earfull
16. April 2022, Einlass 19 Uhr und Beginn 20:30 Uhr

Samstag, 16.04. | Sonstiges | Osterfeuer | Ganz Hamburg

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2022: Die Osterfeuer sind zurück in Hamburg (Foto: pixabay/floerio)

Egal ob im eigene garten, bei Freunden oder am Elbstrand: Das Osterfeuer gehört zu Ostern wie das Eiersuchen. Dieses Jahr ist es auch wieder möglich, denn die Kontaktbeschränkungen wie 2021 gibt es nicht mehr. Neben den traditionsreichen Feuern in Blankenese gibt es noch viele weiter öffentliche, zum Beispiel im Strandbad Farmsen oder an der Kreuzkirche in Stellingen.

Osterfeuer in Hamburg
16. April 2022, diverse Orte, Beginn meistens zum Sonneruntergang

Samstag, 16.04. | Nachtleben | Hip-Hop | Chief Brody

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Im Chief Brody gibt‘s zu Ostern was zum Tanzen (Foto: unsplash / Sam)

Auch im Kellerclub auf der Schanze darf zu Ostern natürlich getanzt werden. Im Fokus: Richtig guter Hip-Hop. Während sich Karfreitag Ticklish & Buzz-T die Ehre geben, gibt es am Ostersamstag von Dipped in Colors & Draft X was auf die Ohren. Los geht‘s um 23 Uhr, der Eintritt kostet 10 Euro und das Ganze ist eine 2G-Plus-Veranstaltung.

Dipped in Colors & Draft X im Chief Brody
16. April 2022, jeweils 23 Uhr

Sonntag, 17.04. | Sonstiges | Street Food Festival | Landhaus Walter

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Es geht auch mexikanisch beim Street Food Festival am Landhaus Walter (Foto: unsplash)

Ostern kann man fein dinieren, brunchen oder einfach mal neues Ausprobieren. Viel Neues gibt es beim Street Food Festival am Landhaus Walter unter dem Motto „New Yorker Food Klassiker“. Von Süßem über mexikanische Leckerbissen bis zum klassischen Hot Dog ist für jede:n etwas dabei. Der Eintritt kostet 5 Euro, alle unter 12 Jahren kommen gratis rein.

Street Food Festival
17. April 2022, 11:30 bis 18:30 Uhr

Sonntag, 17.04. | Sonstiges | U96 mit Claude-Oliver Rudolph | Planetarium

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Führt als Nautilus durch die Jules Verne Experience: Claude Oliver-Rudolph (Foto: The Jules Verne Experience)

Jules Vernes Science-Fiction-Romane haben Millionen fasziniert. 150 Jahre nach der Erstausgabe von „20.000 Meilen unter dem Meer“ haben die Elektronik-Band U96 daraus ein bild- und klanggewaltiges Unterwasser-Erlebnis geschaffen. Schauspieler Claude-Oliver Rudolph entführt das Publikum als Kapitän Nemo an Bord der Nautilus in eine fantastische Unterwasserwelt – eine 360-Grad-Tauchfahrt in nie gehörte und nie gesehene phantastische Welten. Das 60-minütige Erlebnis kostet 14 Euro und ist für Menschen ab 10 Jahren empfohlen.

U96 mit Claude-Oliver Rudolph – 20.000 Meilen unter dem Meer
17. April 2022, 17:30 Uhr & weitere Termine

Sonntag, 17.04. | Nachtleben | Soul Allnighter | Mojo Club

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Ein Klassiker kehrt zurück: Der Soul Allnighter (Foto: unsplash/Vishnu R Nair)

Corona ist gefühlt schon fast vorbei. Höchste Zeit, das Nüske & Berge aus der Corona-Pause zurückkehren. Beim mittlerweile traditionellen und fast schon legendären Soul Allnighter legen die beiden wieder so lange auf, bis alle tanzen und jede Sohle qualmt. Am 17. April ab 22 Uhr darf also wieder bester Soul genossen werden, für 10 Euro Eintritt und natürlich unter 2G-Plus-Bedingungen.

Soul Allnighter
17. April 2022, 22 Uhr

Montag, 18.04. | Sonstiges | Kulturflohmarkt | Museum der Arbeit

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Flohmarkt geht immer (Foto: pixabay)

Feiertag, Zeit zum Stöbern, Feilschen und Entdecken. Am besten geht das auf einem der vielen Flohmärkte der Stadt. Ein guter alter Bekannter ist dabei der Kulturflohmarkt am Museum der Arbeit. Am Ostermontag ist Start für die Saison 2022. Bei hoffentlich bestem Wetter lässt es sich auf dem Gelände nach Lust und und Laune verweilen, schlendern und echte Schätze entdecken.

Kulturflohmarkt am Museum der Arbeit
18. April 2022, 9 bis 16 Uhr

Montag, 18.04. | Musik | Soulounge | Fabrik

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Soulounge in der Fabrik: Ein Live-Erlebnis für die Seele (Foto: Marcus May)

Wie kommt man am besten raus aus dem Osterwochenende? Mit Musik für die Seele! Genau das gibt es am Ostermontag in der Fabrik. Hier feiern Soulounge ihr 20-jähriges Bandjubiläum. Alle, die die Band schonmal erlebt haben wissen, Soulounge ist ein ganz besonderes Live-Erlebnis – auch nach 20 Jahren. Einlass für das Konzert in der Fabrik ist um 19 Uhr, Konzertbeginn um 20 Uhr und die Tickets kosten 19 Euro im Vorverkauf. Auch dieses Konzert ist eine 2G-Plus-Veranstaltung.

Soulounge in der Fabrik
18. April 2022, 20 Uhr


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Kunst auf dem Kiez: Artwalk von Viva con Agua ARTS

Vom 14. bis 30. Juni präsentiert der „Johnnie Walker X Viva con Agua ARTS Artwalk“ die Werke von jungen Künstlerinnen auf der Reeperbahn

Text: Felix Willeke

 

Der „Johnnie Walker Artwalk“ führt vom 14. bis 30. Juni 2021 auf Digitaldisplays entlang der Reeperbahn durch die Welt von jungen Künstlerinnen. Johnnie Walker und Viva con Agua ARTS präsentieren die Werke von Anabelle von Georg, Danika Arndt, Evgenia Chuvardina, Lerke Nennemann und Melanie Gandyra. Das Thema der Ausstellung ist der positive Neuanfang – jetzt, wo das Leben auf die Straßen zurückkehrt.

Ziel ist eine es Plattform für junge Künstler:innen zu schaffen und natürlich die Unterstützung der vielen Projekte von Viva con Agua. Darum stehen die Originale der Werke auch im Onlineshop von Viva con Agua ARTS zum Verkauf. Der Erlös kommt zum Teil den Projekten von Viva con Agua zu Gute.


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Kurzes Vergnügen: Kurzfilm Festival Hamburg startet

Nachdem im vergangenen Jahr das Kurzfilm Festival zunächst verschoben und dann abgesagt werden musste, gibt es in diesem Jahr eine digitale – und teilweise analoge – Veranstaltung mit vielen spannenden Einsichten

Text: Marco Arellano Gomes

 

Die gute Nachricht: Das 37. Kurzfilm Festival (1.–7. Juni) findet wieder statt, wenn auch vorwiegend digital. Nachdem es im vergangenen Jahr erst verschoben und dann ausfallen musste, ist es ein Lichtblick in der Welt der Hamburger Filmfeste. „I am because we are“ („Ich bin, weil wir sind“) lautet das Motto. Es ist eine Anlehnung an Ubuntu, jener südafrikanischen Philosophie der Verbundenheit, Menschlichkeit, Nächstenliebe – und dies erscheint nach der langen Zeit des Social Distancing mehr als passend.

 

Drei Wettbewerbe – 92 Kurzfilme

 

„Kultur ist einer der entscheidenden Motoren, der die Gesellschaft zusammenhält, heißt es auf der Festival-Website. Und dazu gehören eben auch Kurzfilme, die in kürzester Zeit Verständnis schaffen, Perspektiven eröffnen und Gedanken provozieren. Digital? Analog? Hauptsache gemeinsam! Die insgesamt 92 Kurzfilme treten wie bekannt in den drei Wettbewerben an: dem Internationalen, dem Deutschen und Dreifachen Axel (Filme mit maximal drei Minuten). Die Preisverleihung hat einen Gesamtwert von 19.000 Euro.

Besonders ins Auge fällt ein optisch an den Film „Mad Max“ angelehnter Animationsfilm mit dem Titel „Mad Mask: Fury Roll“, in dem eine Klorolle in einer Wüste vor einer Horde Menschen mit Einkaufswagen und auf Motorrädern fahrenden Corona-Kugeln davonläuft. Das ist nicht nur visuell brillant, sondern auch zum Totlachen komisch. So langsam beginnt sie also, die Verarbeitung der vergangenen Monate. Auch die Filmemacher kommen in Online-Videos ausführlich zu Wort.

 

Ein buntes Programm

 

Die Sektion „Labor der Gegenwart“ bietet drei Schwerpunkte: „Gestimmtheiten – Das Kino und die Gesten“, „Afrotopia – In the Sense“ und die „Hamburger Positionen“, die sich den Kulturräumen und der Stadtentwicklung zwischen Utopie und Wirklichkeit widmen. Welche Möglichkeiten und Grenzen haben Kunst und Kultur, aktiv Einfluss auf die Stadtentwicklung zu nehmen? Dieser Frage wird – exemplarisch an den Stadtteilen Diebsteich und Grasbrook – nachgegangen.

Highlight ist eine Diskussion, an der unter anderem Oberbaudirektor Franz-Josef Höing teilnimmt, moderiert von Christoph Twickel („Die Zeit“). Das „Archiv der Gegenwart“ wiederum gewährt Einblick in die kritischen Perspektiven kanadischer Filmschaffender und den Schwerpunkt auf dem Werk der Avantgardekünstlerin Joyce Wieland. Zudem bietet das „Open Space“ die Installation „Dance to the End of Love“ von Akram Zaatari. Je nach Infektionsgeschehen, wird die Ausstellung „Open Space“ im ehemaligen Heizkraftwerk auf dem Postgelände am Kaltenkircher Platz für Besucher und Besucherinnen geöffnet sein. Für den Besuch wäre eine Anmeldung erforderlich.

 

 

Das Kurzfilm Festival Hamburg gehört zu den renommiertesten und wichtigsten Kurzfilmfestivals Europas und findet seit 1986 statt. Auch das Mo&Friese Kinder Kurzfilm Festival (30. Mai–7. Juni) findet in diesem Jahr als Teil des Kurzfilm Festival Hamburg online statt und richtet sich an ein junges Publikum von 4–18 Jahren. In den drei Wettbewerben des jungen Programms Neon (ab 14 und 16 Jahren) erleben Zuschauer und Zuschauerinnen Energie, Raserei, Mut, Toleranz, Rückzug, Party, Protest, Aktion, Freundschaft, Provokation und Utopie. Das Ganze ist selbstredend äußerst kurzweilig.

festival.shortfilm.com | moundfriese. shortfilm.com


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Mai 2021 im

Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Lichthof Theater: Generations-Performance

Die Start off-Produktion „Jesse James oder was der Kommunismus war“ feiert digitale Premiere. Worum es in dem Stück geht, erzählt das Team

Interview: Anna Meinke

 

SZENE HAMBURG: Welches Thema bearbeitet ihr in dem Stück?

Linda Jiayun Gao-Lenders: Die Video- und Bühnen- performance begleitet drei Väter-Biografien aus Südvietnam, Iran und der Tschechoslowakei, die im unterschiedlichen Verhältnis zum erlebten Sozialismus stehen. Die Performance baut teilweise auf Interviews mit den Vätern auf und reflektiert die Perspektiven der zweiten Generation, die größtenteils in Deutschland aufgewachsen ist.

Was ist für euch der aktuelle Bezug?

Janis Jirotka: Linke Ideen und Vorschläge gehören für uns nicht der Vergangenheit an. Die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus wirft Fragen auf, die sich auch an unsere Gegenwart richten, denn soziale und ökonomische Probleme werden im Kapitalismus immer größer. Ausgehend von unseren Elternbiografien, greifen wir gesellschaftliche Fragen auf, die in der Vergangenheit bereits gestellt wurden, und verhandeln sie auf der Bühne.

 

 

Wie fühlte es sich an, tief einzutauchen in die eigene Familiengeschichte?

Nguyễn Quốc Tuấn: Durch die Beschäftigung mit dem Erlebten der Väter ist das Verständnis für sie gewachsen, aber auch ein Bewusstsein dafür, einen Platz in dieser Gesellschaft einzufordern. Gleichzeitig gibt es natürlich Reibungspunkte zwischen den Generationen, die so aber auch in einen konkreten, teils kontroversen Austausch getreten sind – der nicht abgeschlossen ist.

Für das Konzept der Inszenierung habt ihr den Start Off Nachwuchspreis erhalten. Was macht die Darstellungsform so besonders?

Shahab Anousha: Wir sind die ersten Performance Studies- Absolventinnen und -Absolventen, die den Nachwuchswettbewerb Start off gewonnen haben. Unser Team ist aber interdisziplinär, nicht nur aus Performance, sondern auch aus Film und Sozialwissenschaften zusammengesetzt. Uns interessieren fragmentarische Erzählformen und das performative Forschen mit Interviewmaterial, das sich zwischen Alltag und Theaterraum bewegt.

Lichthof Theater: Premiere: 20.5., 20.15 Uhr im Stream des #lichthof_lab, Stream on demand bis 30.5.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2021. Das Magazin ist seit dem 29. April 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Digitale Europawoche in Hamburg: Feier der Vielfalt

Vielfältige Veranstaltungen bei digitaler Europawoche in Hamburg

Text: Anna Meinke

 

Europa ist mehr als nur ein Wirtschaftsraum, mehr als ein Zusammenschluss von Staaten. Europa, vor allem die EU, das sind auch Werte, Normen und Ideen der Zusammenarbeit. Jedes Frühjahr wird diese Vielfalt gefeiert, und zwar mit der Europawoche. So auch in Hamburg.

Vom 1. bis 9. Mai laden rund 40 digitale Veranstaltungen zum Erleben, Informieren und Diskutieren ein. Das Themenspektrum ist dabei so breit wie spannend: Es geht unter anderem um die Zukunft transatlantischer Beziehungen zu den USA, um den Schutz von Demokratie, Menschenrechten und Freiheit in der EU, um die Fluchtproblematik und die Situation an den europäischen Außengrenzen. Ergänzt wird das Programm unter dem Motto „Europäisch – digital – vielfältig“ um Filmvorführungen, virtuelle Ausstellungstouren und weitere Angebote wie einen europapolitischen Podcast.

„Die Europawoche bringt Europa nach Hamburg und Hamburg nach Europa. Die Corona-Pandemie und die Klimawende können wir nur gemeinsam bewältigen. Ich freue mich auf das abwechslungsreiche Programm mit einer Vielfalt europäischer Themen, Veranstaltungen und Debatten“, so Staatsrätin Almut Möller.

 

Gemeinsamer Austausch

 

Die verschiedenen Perspektiven zeigen, dass Europa vor großen Herausforderungen steht. Hamburg nimmt diese Herausforderungen als Anlass, den Blick für eine Woche nach Europa zu richten, Fragen zu stellen und in einen gemeinsamen Austausch zu treten. „Zusammenhalt und Zusammenarbeit in Europa sind wichtig, um gemeinsam die großen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen“, so Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher. Er lädt dazu ein, die vielen Facetten Europas kennenzulernen.

hamburg.de/europawoche


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2021. Das Magazin ist seit dem 29. April 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Homeoffice mit Andrea Rothaug

Was vor Corona oft eher die Ausnahme war, hat sich innerhalb kürzester Zeit zum festen Bestandteil in vielen Branchen entwickelt: Gearbeitet wird in den eigenen vier Wänden. Doch klappt das immer reibungslos? Andrea Rothaug zeigt ihr Homeoffice

Text: Andreas Daebeler & Ilona Lütje

 

Für Andrea Rothaug ist Homeoffice schon lange Alltag. Dabei ist eigentlich die Bühne ihr Geschäft: Aus ihrer behaglich eingerichteten Wohnung auf St. Pauli zieht die Rockcity-Chefin die Fäden für Hamburgs Musikszene. Der Schreibtisch wirkt improvisiert. Darauf ist mächtig was los. Bücher, Zettel und Reste einer kleinen Zwischenmahlzeit konkurrieren um die Aufmerksamkeit. Gleich daneben zeugt eine Staffelei von kreativen Schüben. Vor allem aber ist in dieser Wohnung auf St. Pauli Musik drin. Das amtlich gefüllte Plattenregal erzählt Geschichten. Von Rock, von Pop und vom Punk, das grelle Sex-Pistols-Cover sticht sofort ins Auge.

Es erzählt die persönliche Geschichte von Andrea Rothaug, deren Name draußen auf dem Klingelschild steht. Einer Frau, die kaum eine Pause kennt und aus Hamburgs Kulturszene nicht wegzudenken ist. Immer im Einsatz für Liedermacher, Gitarrenheldinnen und Bühnenbauenden. Gern auch vom heimischen Schreibtisch aus. Nicht nur, wenn draußen grad ein fieses Virus nervt. Andrea Rothaug liebt es drinnen ruhig und konzentriert und draußen Krach + Getöse. So nennt sich denn auch der Hamburg Music Award, den die Geschäftsführerin des Dachverbands der Hamburger Musikszene RockCity Hamburg gemeinsam mit ihrem Team vor zwölf Jahren an den Start gebracht und während der Corona-Krise mal eben auf online getrimmt hat. Aus dem Homeoffice, das für sie auch vorm Virus eine wichtige Rolle spielte. Bei ihr wird auf harten Stühlen bei mittelschwachem WLAN geackert.

 

Kurzer Weg zum Kühlschrank

 

Die Datenleitung wird dabei ordentlich auf die Probe gestellt. Denn nebenbei ist Rothaug noch als Präsidentin des Bundesverbands Popularmusik am Start, sitzt im Kuratorium Junge Ohren Berlin, im Koordinierungskreis Kultur HafenCity und im Beirat des Reeperbahn Festivals. Autorin, Kulturmanagerin, PR-Frau und zertifizierter Artist- und Businesscoach ist sie eh. Beim Clubkombinat mischte sie ebenso mit wie bei der Gründung der Hanseplatte oder der IHM ebenfalls. Eine echte Strategin und passionierte Netzwerkerin also. Die auch zu Hause selten Feierabend hat. „Homeoffice ist für uns alle Fluch und Segen“, sagt die 55-Jährige. „Einerseits wahnsinnig effektiv wegen der Ruhe.“ Andererseits unruhig wegen 9.222 ungelesener Mails, Hunger nach echter Begegnung und neuerdings digitaler Dauerschleifen. Auch nicht so gut: „Ich sitze auch mal zwölf Stunden in Konferenzen und habe gleichzeitig einen extrem kurzen Weg zum Kühlschrank. Nicht gut.“

Dabei sei sie mit fast hundert Quadratmeter großer Wohnung, zwei Balkonen und der bereits in einer eigenen Bude auf St. Pauli lebenden Tochter Juno noch gut dran. „Mein Mitgefühl ist bei denen, die Familie, Wohngemeinschaften und kleine Räume haben, da ist Homeoffice wirklich Nervenkoller und nicht gesund.“ Welche Rolle spielen Design und Stil im heimischen Büro? „Ich muss mich wohlfühlen und entscheide nach Licht und WLAN, wo ich arbeite. An meinem Maltisch zwischen den Tuben mag ich es an manchen Tagen und an anderen brauche ich ein bisschen Ordnung für die Konzentration.“ Unverzichtbar seien eigentlich nur Mac, WLAN, Grüntee, Zettel und Stifte.

 

Ruhephasen, Yoga, Rawfood

 

Einen klaren Tagesplan? „Habe ich nur, um davon abzuweichen.“ Und wie schafft sie es, die unzähligen Jobs und Aufgaben unter einen Hut zu bekommen? „Jahrelanges Training, 24 Stunden an sieben Tagen erreichbar sein, wenig Schlaf, digitale Kommunikation, abwechselnd mit Ruhephasen, Yoga, Rawfood und Strandhaus“, verrät Rothaug ihr Rezept. „Während ich vor dem Virus einen inneren Reminder hatte, dass ich nicht zu viel arbeite, ist seit Corona alles aus dem Ruder. 15 Stunden Arbeit am Tag sind keine Seltenheit.“

Die Kulturbranche habe angesichts der Krise keine andere Wahl. „Entweder wir hängen uns rein oder es gibt bestimmte Dinge einfach nicht mehr.“ Es gehe darum, für Innovations- und Hilfsprogramme zu trommeln. „Sonst werden wir zukünftig nur noch Einheitsbrei essen, Billigbier auf dem Fußboden trinken und Musik als Beruf nicht mehr in Betracht ziehen. Das wäre eine Dystopie, in der ich nicht leben mag.“ Die Gegenwart ist grad vor allem eines – ziemlich viel Video. Es wird konferiert, gechattet und gezoomt was das Zeug hält. Skurrile Szenen inklusive. Rothaug hat schon viel erlebt: „Nasebohren, einschlafen, vorm Mikro essen und Anzugträgern beim Kindersitten zuschauen.“

Zusätzlichen Pfunden durchs Hardcore-Homeoffice während des Lockdowns trotzte Rothaug mit einer besonderen Strategie: „Kühlschrank und Prepperregal einfach leergeputzt und nichts nachgekauft.“ Morgens gibt es Rawfood-Bowls. „Dann kann der Tag kommen.“ Homeoffice in der eigenen, gemütlichen Bude ist das eine. Aber Andrea Rothaug muss auch raus. Bei den Leuten sein. „Ich habe normalerweise einen umtriebigen Job, düse durch die Stadt, spreche mit Menschen aus Branche, Politik, Kultur und Szene, höre zu, das nur am Rechner zu tun, ist öde.“ Kein Wunder, dass da starre Regeln während Corona auch mal aufgeweicht wurden. „Bei mir war abends auch mal die Bude voll“, gibt sie zu. „Natürlich mit Abstand und FFP3-Mundschutz.“


https://szene-hamburg.com/wp-content/uploads/2020/07/Cover-Living-Guide-2020.jpg SZENE HAMBURG WOHNEN+LEBEN, 2020/2021. Das Magazin ist seit dem 31. Oktober 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Semesterstart Zuhause: Im Netz leben

Das Gute am heimischen Studieren alleine vor dem Laptop ist: man weiß seine Tagesdecke wieder zu schätzen

Text: Markus Gölzer

 

Was du als junger Mensch auch ohne akademische Weihen so richtig gut kannst? Alles falsch machen. Gehst du als Schüler für die Umwelt auf die Straße, schreien sie dich an, dass du dich um deine Hausaufgaben kümmern sollst. Hast du dich nach dem Abi entschieden, dein Studium schnellstmöglich durchzuziehen, um das System zügig von innen auszuhöhlen, erklären sie dich zum Konformisten ohne Lebensneugierde.

Das Klagen über die Jungen ist noch älter als die Klagenden selbst. Schon Sokrates wusste vor 2500 Jahren: „Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern beim Essen und ärgern ihre Lehrer.“ Die gute Nachricht: Jetzt ist Schluss mit Rumgenöle. Ab sofort machst du nie wieder etwas falsch. Einfach, weil du gar nichts mehr machst. Ein kurzes Danke an Corona sollte genügen.

 

Hintergrund mit Südseemotiv

 

Wo du dich als Teenager über das Klischee vom Italiener amüsiert hast, der sich bis ins Rentenalter im Hotel Mama beglucken lässt, verbringst du heute die beste Zeit deines Lebens in deinem Kinderzimmer bei der Online-Vorlesung. Falls dich Mama nicht schon längst rausgeworfen hat, um es an einen Studenten zu vermieten. Statt im Auslandssemester auf der Südhalbkugel deinen Twerk-Flow zu optimieren, sitzt du in der Norddeutschen Tiefebene vor dem Rechner und träumst von den endlosen Weiten des Hörsaals. Hier empfiehlt sich als stimmungserhellende Maßnahme ein virtueller Hintergrund mit Südseemotiv.

Vorbei die Zeiten der schicken Pärchenfotos an Top-Locations auf Instagram. Du schaltest zur Live-Vorlesung die Kamera ein, und die Couch hinter dir erwacht träge zum Leben. Unter dem Deckenhaufen schält sich dein Partner hervor, kratzt sich am Po und hüpft als missmutiger Pavian aus dem Bild. Statt als Single in der Uni zu flirten, gehst du ein eheähnliches Verhältnis mit deiner Tagesdecke ein. Sieh es positiv: Je früher du dich von der romantisierten Vorstellung des Studentenlebens verabschiedest, desto besser für deinen Einstieg in die Berufswelt. Hier zählen nur drei Dinge: Egoismus, Egoismus und Egoismus.

 

Du und deine Topfpflanze

 

Und wer braucht noch rotweinselige Diskussionen in der Studentenkneipe, wenn er eigentlich schon längst im Netz lebt? Hier kannst du trefflich die abstrusesten Verschwörungstheorien kultivieren, und deine Topfpflanze ist vielleicht ein stiller Gesprächspartner, dafür widerspricht sie auch nicht ständig. Du bist kein Verschwörungstheoretiker? Gratuliere. Deine Topfpflanze auch nicht. Als besonderen Bonus kannst du den Tag mit einem Frühstückswein eröffnen. Im virtuellen Hörsaal kann keiner deine Fahne riechen, deine verwaschene Aussprache wird als Tonstörung interpretiert.


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