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Kulturfestival arabesques: Woher kommt Freiheit?

Zum 11. Mal findet das deutsch-französische Kulturfestival arabesques 2022 statt. In diesem Jahr gibt es bis in den Dezember über 50 Veranstaltungen in und um Hamburg

Text: Erik Brandt-Höge

 

Corona-bedingt in die zweite Jahreshälfte verschoben, geht das deutsch-französische Kulturfestival arabesques vom 30. September bis 15. Dezember 2022 in die nächste, nunmehr elfte Runde. Thema dieses Mal: „Métamorphose II: Freiheit – Liberté“. Es soll versucht werden, herauszufinden, woher die Freiheit kommen kann, um einen gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben. Die Initiatoren bringen in einem Programm von mehr als 50 Veranstaltungen erneut französische und deutsche Künstler und Künstlerinnen in Hamburg zusammen. Von Theater über Literatur und Film bis Sport ist allerhand dabei.

So gibt es zum Beispiel am 1. Oktober Chanson von der aus Toulouse stammenden Sängerin Mélinée mit ihrer Band. Am 6. Oktober folgt mit dem Ensemble arabesques & Ariel Zuckermann und ihrer „Werkstatt des Lebens“ im Großen Saal der Elbphilharmonie eines der Highlights. Das Ensemble ist im November noch zweimal im Rahmen des Kulturfestival arabesques zu sehen: Einmal in der Laeiszhalle und einmal in Buchholz in der Nordheide. Den Abschluss bilden dann am 15. Dezember Clara Pazzini und ihre dreiköpfige Band mit „Pazzini’s Christmas Show“.


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Elbphilharmonie

Erst Traumschloss, dann Millionengrab, heute eines der Wahrzeichen Hamburgs. Die Elbphilharmonie ist noch keine zehn Jahre alt und hat jetzt schon eine bewegte Geschichte

Text: Felix Willeke

Die Elbphilharmonie zählt heute zu den bekanntesten Wahrzeichen Hamburgs. Sie hat der Stadt in der Musikwelt neue Bedeutung verliehen. Doch ihr Bau war umstritten. Für das Konzerthaus auf dem historischen Kaispeicher A brauchte es zehnmal mehr Geld als gedacht, einen langen Atem und doch lockt die Elphi, wie sie auch genannt wird, heute bis zu einer Million Konzertbesucher:innen pro Jahr an. Eine bewegte Geschichte, die mit einer Postkarte begann.

Entstehung

Von der ersten Idee zur Elbphilharmonie Anfang der 2000er-Jahre bis zur Eröffnung 2017 gab es eine lange Anlaufzeit, Bauverzögerungen, Kostenexplosionen und Rechtsstreitigkeiten. Viele Hürden für Hamburgs neues Wahrzeichen. 

Idee

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Die Architekten des neuen Hamburger Wahrzeichens: Jacques Herzog. Pierre de Meuron und Ascan Mergenthaler (v. l.n.r.) (Foto: Maxim Schulz)

Ende der 1990er-Jahre plante Hamburg einen neuen Stadtteil: Die HafenCity. Zu Beginn war jedoch unklar, was genau mit dem alten Kaispeicher A passieren sollte. Das frühere Lager für Kaffee und Kakao sollte entweder kulturell genutzt werden oder es sollte, wie von der Politik gewollt, mit dem MediaCityPort ein Bürokomplex entstehen. Während Mieter:innen für das neue Gebäude gesucht wurden, hielt im Hintergrund eine Gruppe um den Architekten Alexander Gérard und seine Frau Jana Marko an den Plänen für eine kulturelle Nutzung fest.

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Gibt es einen besseren Ort für ein Konzerthaus als den Kaiserhöft? (Foto: Thies Rätzke)

Seit 2001 waren beide auf der Suche nach Untersützer:innen für ihre Idee, ein Konzerthaus anstelle des Kaispeichers zu errichten. Dafür reisten sie Ende desselben Jahres in die Schweiz, um sich mit den Stararchitekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron in Basel zu treffen. Gérard legte dabei keine fertigen Baupläne vor, sondern zeigte lediglich eine Postkarte des Kaispeichers. Die Architekten erkannten das Potenzial des Standorts sofort und Jacques Herzog zeichnet eine Welle auf das Dach des Speichers: Die erste grobe Skizze der Elbphilharmonie. 

Doch politisch wurde weiter der Bürokomplex favorisiert. Während die Politik in der Hansestadt sich unter dem neuen Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und nach 40 Jahren SPD-Regierung neu sortierte, ließen sich auch Gérard, Marko und ihre Mitstreiter:innen Zeit. Schlussendlich dauerte es zwei Jahre, bis sie die Pläne zur Elbphilharmonie erstmals öffentlich präsentieren. Die Pläne wurden begeistert bei der Bevölkerung aufgenommen, sodass sich auch die Politik immer mehr mit der Idee anfreundete. Ende 2003 gab es dann den ersten offiziellen Beschluss, die Elbphilharmonie zu bauen. Auch Zahlen wurden erstmals genannte: Das Konzerthaus sollte 53 Millionen Euro kosten.

Finanzierung

Dabei blieb es bekanntlich nicht und die 53 Millionen Euro waren auch nur ein erster Richtwert. Als der Senat 2005 den Bau endgültig am heutigen Standort beschließt, sind es bereits 186 Millionen Euro, wobei sich die Stadt mit maximal 77 Millionen Euro beteiligen will. Doch auch diese Summe hat nur ein Jahr bestand. Ende 2006 verkündet Bürgermeister von Beust neue Zahlen: Jetzt sind es 241,3 Millionen ingesamt und 114,3 Millionen Euro von der öffentlichen Hand. Vor dem Hintergrund dieser Summe stimmt die Bürgerschaft 2007 für den Bau des Konzerthauses und noch im gleichen Jahr wird der Grundstein gelegt. 

Was folgt, ist ein Bau voller Hindernisse. Zuerst verkündet das Bauunternehmen Hochtief 2011 einen Baustopp aufgrund von Sicherheitsbedenken, es folgen Rechtsstreitigkeiten und auf der Baustelle bewegt sich ein Jahr lang fast nichts. Der ursprünglich anvisierte Eröffnungstermin im Jahr 2010 ist längst verstrichen als der neue Bürgermeister Olaf Scholz im April 2013 nach einer Einigung mit Hochtief die endgültigen Kosten für die Elbphilharmonie bekannt gibt. Nach anfänglich weniger als 100 Millionen Euro kostet das Konzerthaus die Stadt schlussendlich 789 Millionen Euro, inklusive einiger Großspenden belaufen sich die Gesamtkosten auf 866 Millionen Euro. 

Bau

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Früher war der Kaispeicher A ein Lager für Kakao und Kaffee, heute steht nur noch die Fassade und oben thront die Elbphilharmonie (Foto: Zoch)

Doch nicht nur Rechtsstreitigkeiten und Bauverzögerung haben die Elbphilharmonie derartig teurer werden lassen. Ein weiterer Grund sind die baulichen Herausforderungen sowie die architektonischen Besonderheiten. So steht der historische Kaispeicher A auf 1.111 im Hafenschlick versengten Betonpfählen. Diese allein tragen aber kein Gebäude wie die Elbphilharmonie, das rund 200.000 Tonnen wiegt. So mussten, nachdem der historische Speicher entkernt worden war, 634 weitere Pfähle bis zu 15 Meter tief in den Boden versenkt werden. Dann wurde der alte Speicher, dessen denkmalgeschützte Backsteinfassade erhalten wurde, um ein Stockwerk erweitert und das neue Dach des Speichers ist heute die Plaza der Elbphilharmonie. Das eigentliche Konzerthaus wurde auf den Speicher gebaut und ist mit seinen 110 Metern Höhe das achthöchste Gebäude der Hansestadt.

Einmalige Architektur

Das neue Wahrzeichen der Stadt sollte kein einfaches Hochhaus werden. Die Architekten Herzog & de Meuron entschieden sich für den Entwurf, den Herzog schon 2001 auf der Postkarte skizziert hatte: Eine sich-brechende Welle. Die Schaumkrone ist das Dach des Hauses. Es besteht aus rund 5.800 Dachpalietten, die aus Aluminium gefertigt wurden. Während das Dach den Schaum auf der sich brechenden Welle symbolisiert, steht die Fassade für das Wasser innerhalb der Welle. Insgesamt sind rund um die Elbphilharmonie rund 1.100 Glaselemente mit zwei bis drei Scheiben angebracht. Fast ein Drittel dieser Scheiben sind dabei sphärisch gebogen, sodass sie von außen betrachtet, wie Luftbläschen im Wasser wirken. Mit 48 Millimeter Scheibenstärke halten die Fenster auch den stärksten Unwettern stand. Um das Gebäude einmal komplett von außen zu reinigen, braucht eine Spezialfirma mit Fassadenkletterern rund drei Wochen.

Besuch

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Die Tube ist die längste Rolltreppe Westeuropas und weltweit die einzig gebogene (Foto: Michael Zapf)

Wer am Haupteingang die Elbphilharmonie betritt, fährt zuerst mit der längsten Rolltreppe Westeuropas, der Tube, rund vier Minuten bis zu einer Zwischenebene. Von hier aus gelangt man einerseits zum Störtebeker Restaurant in der Elbphilharmonie, wie auch zur gleichnamigen Bar. Nach einer weiteren Rolltreppe betreten die Besucher:innen die Plaza auf 27 Metern Höhe. Die (noch) kostenlose Plattform ist für alle zugänglich, egal ob sie in der Elbphilharmonie wohnen, ein Konzert besuchen oder nur die Aussicht genießen wollen.

Die Plaza eröffnete bereits vor dem Konzerthaus im November 2016 ihre Tore und bietet einen Rundumblick über die Stadt: Im Norden schaut man vom Hamburger Dom, dem Stadtteil St. Pauli und den Hauptkirchen bis zur historischen Speicherstadt. Im Osten schließt sich die HafenCity an und mit etwas Glück lassen sich sogar die Elbbrücken erkennen. Während die Besucher:innen im Süden über das riesige Hafengebiet bis zu den Harburger Bergen blicken können, erwartet sie im Westen ein Panoramablick über die Elbe und die Landungsbrücken.

Zu Beginn waren die Tickets für Konzerte in der Elbphilharmonie über Monate, wenn nicht sogar Jahre im Voraus vergriffen. Auch wenn noch heute fast jedes Konzert ausverkauft ist, wird es immer einfacher, an Karten zu kommen. Wer jedoch im Vorverkauf kein Glück hatte, für den gibt es einen bewährten Trick. Einfach rund zwei Stunden vor Konzertbeginn an der Konzertkasse vorbeischauen. Oft kommen hier zurückgegebene Karten wieder in den Verkauf und so lässt sich spontan noch Musik genießen. 

Das Konzerthaus

Wer sich vom Außenbereich der Plaza wieder nach innen begibt, findet inmitten des Gebäudes zwei Eingänge, hier gelangen die Besucher:innen zu den zwei Foyers der beiden Konzertsäle und damit zu noch mehr architektonischen Highlights. 

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Der Große Saal fasst über 2.000 Zuschauer:innen und dank des Weinberg-Prinzips haben alle freie Sicht (Foto: Michael Zapf)

Großer Saal

Der große Konzertsaal der Elbphilharmonie verfügt über rund 2.100 Sitzplätze, die in Terrassen nach dem „Weinberg-Prinzip“ angeordnet sind. So haben alle Gäste, egal ob sie Sitzplatz für 10 Euro in der obersten Etage gekauft haben oder für deutlich mehr Geld in der ersten Reihe sitzen, freie Sicht auf den Dirigenten in der Mitte der Bühne. Der Große Saal erstreckt sich dabei vom 12. Stock – die Plaza ist im 8. Stockwerk – bis zum 16. Stock. 

Der Kleine Saal wird auch liebevoll Schuhkarton genannt (Foto: Michael Zapf)

Kleiner Saal

Der Kleine Saal ist im Gegensatz zu seinem großen Nachbarn nur einstöckig und liegt unterhalb des Großen Saals im 10. Stock. Er bietet Platz für bis zu 550 Gäste. Aufgrund seiner Architektur wird er liebevoll auch als Schuhkarton bezeichnet. Der Saal ist länglich gezogen und man blickt aus einer Richtung auf die Bühne, je nach Anordnung. Während im großen Saal viele klanggewaltige Ensembles und Orchester zu Gast sind, wird der kleine Saal für die intimen Konzerte und kleine Formationen genutzt.

Kaistudio

Noch kleiner als der kleine Saal ist nur das Kaistudio. Als einziges befinden sich die für Musikvermittlung und als Proberaum genutzten Studios im alten Kaispeicher unterhalb der Plaza und bieten bei Konzerten Platz für bis zu 170 Menschen.  

Der perfekte Klang

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Akustiker Yasuhisa Toyota im Großen Saal der Elbphilharmonie (Foto: Michael Zapf)

Der für die Elbphilharmonie verantwortliche Akustiker Yasuhisa Toyota ist Spezialist für die im Großen Saal verwendete „Weinberg-Prinzip“. Seine Ideen sorgten dafür, dass die Elbphilharmonie für jeden Gast auf jedem Platz das gleiche Hörerlebnis bietet – zumindest bei nicht-verstärkter Musik. Dafür ließ Toyota im Vorfeld ein Modell der Säle bauen, indem die Akustik getestet wurde. Letztendlich wurde in den Sälen auf jedes Detail geachtet, um für den perfekten Klang zu sorgen: Von den Stühlen bis zu den Deckenleuchten ist alles im Sinne des Klangs designt.

Als besonderen Kniff hat Toyota für den Großen Saal die „Weiße Haut“ erdacht. Der Große Saal ist mit rund 10.000 Gipsfaserplatten verkleidet, die alle als Unikat gefräst wurden – beim Kleinen Saal besteht die Wand aus individuell gefrästen Eichenholzpaneelen. Diese Wandkonstruktion sorgt jeweils dafür, dass sich der Klang gleichmäßig im Saal verteilt. Dazu kommt. Dass die Säle selbst vom Rest des Gebäudes entkoppelt sind. Um Einflüsse von außen zu minimieren, wurde für beide Säle zuerst ein Hohlraum konstruiert (die Außenschale), in den das Gerüst für den jeweiligen Saal eingebaut wurde. Dieses Gerüst ist nur über Stahlfederpakete – beim großen Saal 632, beim kleinen 56 – mit dem Rest des Gebäudes verbunden. So dringt keinerlei Schall von außen in den Saal und auch nicht vom Saal in den Rest des Gebäudes.

Die Musik

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Das Oslo Philharmonic Orchestra unter Leitung von Klaus Mäkelä am 31. Mai 2022 im Großen Saal der Elbphilharmonie (Foto: Daniel Dittus)

Als Philharmonie ist die Elbphilharmonie in erster Linie der klassischen Musik gewidmet. Mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter dem Chefdirigenten Alan Gilbert ist eines der renommiertesten Orchester Deutschlands hier beheimatet. Darüber hinaus residiert in der Elbphilharmonie mit dem Ensemble Resonanz auch ein Kammerorchester von Weltrang. Außerdem sind neben dem Philharmonischen Staatsorchester und den Symphonikern Hamburg – dem Residenzorchester der Laeiszhalle – auch immer wieder Ensembles und Orchester aus aller Welt zu Gast.

Doch wer jetzt denkt: „Die Elbphilharmonie, das ist doch nur Klassik“, dem beweist das Programm der Elbphilharmonie seit der Eröffnung im Januar 2017 das Gegenteil. Die Bandbreite der Musik reicht von Klassik über Pop, Rock, Jazz, Funk bis hin zu Weltmusik. So waren neben der US-Sängerin Solange Knowles auch schon die Berliner Band Einstürzende Neubauten und Jazzlegenden wie John Zorn zu Gast. 

Orgel

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Die Orgel der Elbphilharmonie erstreckt sich über mehrere Stockwerke (Foto: Michael Zapf)

Die Bonner Orgelbauwerkstatt Johannes Klais hat schon die Orgel im Pekinger Nationaltheater, in der St. Petersburger Philharmonie wie auch in der Kölner Philharmonie und etlichen Kirchen gebaut. Auch für das Instrument im Großen Saal der Elbphilharmonie sind sie verantwortlich. Die Orgel ist 15 Meter hoch und 15 Meter breit, sie wiegt 25 Tonnen und besteht aus 4765 Pfeifen, wovon 380 aus Holz gefertigt wurden, der Rest aus Zinnlegierungen. Die kürzeste Pfeife ist dabei nur elf Millimeter lang und die längste ganze zehn Meter. Gespielt wird die Orgel entweder vom mechanischen Orgeltisch direkt am Instrument oder von einem mobilen in der Mitte des Saals. 

Wohnen und Leben

Neben der Musik gibt es in der Elbphilharmonie aber auch noch mit dem Westin ein Luxushotel sowie 44 Eigentumswohnungen mit Blickrichtung Landungsbrücken.

Hotel

Das Westin Hotel in der Elbphilharmonie gehört mittlerweile zu den besten Adressen der Stadt. Eine Nacht in einer der 244 Zimmer kostet ab 225 Euro aufwärts. Ein Preis für den sich die Gäste neben einem Spa Bereich auch auf ein Restaurant mit 170 Plätzen und eine fantastische Aussicht freuen dürfen. 

Wohnungen

Um einen Teil der Kosten für die Elbphilharmonie zu refinanzieren, waren ein Hotel und Luxuswohnungen von Beginn an Teil des Plans. Liegt das Hotel im Osten der Philharmonie, so haben alle 44 Luxuswohnungen die Blickrichtung Westen. Mit bis zu 38.588 Euro pro Quadratmeter gehören sie zu den teuersten Wohnungen in ganz Hamburg. Daher versteht es sich, dass die Bewohner:innen neben einem eigenen Foyer mit Servicepersonal auch über einen eigenen Parkbereich im Parkhaus der Elbphilharmonie verfügen. 

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Die Plaza bietet einen einmaligen Blick auf die Elbe und die Landungsbrücken (Foto: Michael Zapf)

Wie viel kostet eine Nacht in der Elbphilharmonie?

Eine Nacht im Westin Hotel in der Elbphilharmonie kostet mindestens 225 Euro.

Kann man ohne Ticket in die Elbphilharmonie?

Ja, man kann ohne Konzertkarte die Plaza der Elbphilharmonie (noch) kostenfrei besuchen. Man muss nur ein Ticket für die Plaza haben, das allerdings kostenlos ist. Wer sich einen Konzertsaal anschauen möchte, braucht entweder eine Konzertkarte oder macht eine Führung.

Wie teuer ist ein Ticket für die Elbphilharmonie?

Ein Ticket für die Plaza ist zurzeit noch kostenlos. Karten für die Konzerte gibt es ab 10 Euro. 


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Sommer, Sonne, Festival

2022 gibt es endlich wieder einen richtigen Festival-Sommer. Von Kunst über Musik bis hin zu Party-Pur: hier kommen zehn Events, die man nicht verpassen sollte

Text: Felix Willeke

Schleswig-Holstein Musikfestival

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Ein Highlight beim SHMF: der Werftsommer in der Kulturwerft Gollan in Lübeck (Foto: Felix König)

In Schleswig-Holstein findet seit 1986 eines der größten klassischen Musikfestivals Europas statt. 2022 steht die 37. Ausgabe des Schleswig-Holstein Musikfestivals (SHMF) ganz im Zeichen des Hamburger Komponisten Johannes Brahms und des israelischen Dirigenten Omer Meir Wellber. Vom 2. Juli bis zum 28. August gibt es 204 Konzerte in 123 Spielstätten an 65 Orten in Schleswig-Holstein, Dänemark, Hamburg und im Norden von Niedersachsen.

Darunter sind neben etablierten Konzerthäusern auch ungewöhnliche Orte wie der Hangar 7 der Lufthansa Technik in Hamburg, die Carlebach-Synagoge in Lübeck und die Kieler Gelehrtenschule. Auch wenn der Schwerpunkt die klassische Musik ist, hat das SHMF auch für die Fans des Pop, Jazz und Funk einiges zu bieten. So stehen beim Werftsommer in der Lübecker Kulturwerft Gollan unter anderem Zoe Wees, Gentleman und Moop Mama auf der Bühne – für nur 130 Euro gibt es sieben Konzerte in drei Tagen.

Schleswig-Holstein Musikfestival, vom 2. Juli bis 28. August 2022, diverse Spielorte

Habitat

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Mit dem Habitat kommt das größte Techno-Festival der Stadt nach Wilhelmsburg (Foto: Timo Sommer)

Harburg hat ein neues Festival. Das Habitat Festival zieht vom Flugplatz Hungriger Wolf nahe Itzehoe auf das MS Dockville-Gelände in Wilhelmsburg. Damit ist ab Juli auch der Techno auf der Elbinsel zu Hause. Dauerte das Festival früher vier, sind es heute nur noch zwei Tage. Dafür wird aber durchgehend gefeiert. Am 16. und 17. Juli gibt es auf acht Bühnen 60 verschiedene Acts. Dabei gibt es vom Techno über House bis hin zu Drum & bass alles, was das Technoherz begehrt.

Mit dabei sind in diesem Jahr Ellen Allien, die als eine als Vorreiterin für weibliche DJs gilt. Dazu kommt der DJ der DJs, wie Gerd Janson immer mal wieder bezeichnet wird. Natürlich gibt es mit Künstler:innen wie Parick Mason auch Acs, die in Hamburg aus Clubs wie dem PAL schon lange gut bekannt sind. Und ein besonders Bonbon: Das Habitat eröffnet die Festival Saison in Wilhelmbsurg und vielleicht können die Besucher:innen auch schon einen ersten Blick auf die Kunst des MS Artville Festival erhaschen.

Habitat, am 16. & 17. Juli 2022 auf dem MS Dockville-Gelände

Spielbudenfestival

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Beim Spielbudenfestival zu Gast: Die weltklasse Hochseilartisten Geschwister Weisheit (Foto: Geschwister Weisheit)

Straßenkunst, das ist mehr als der Panflötenspieler in der Fußgängerzone. Wie vielfältig Straßenkunst sein kann, beweist vom 22. bis 24. Juli 2022 zum zweiten Mal das internationale Spielbudenfestival. Wo schon im Jahr 1795 Straßenkünstler:innen das Treiben in und zwischen den hölzernen Spielbuden bereicherten, verwandelt die Corny-Littmann-Stiftung den Platz in diesem Jahr erneut in ein großes, buntes Freilufttheater.

Mit dabei sind unter anderem die Geschwister Weisheit, eine der besten Hochseilartistengruppen weltweit, Jens Ohle, ein artistischer Comedian aus Hamburg und Shiva Grings ein Jazzer unter den Performancekünstler:innen. Das Spielbudenfestival ist am ganzen Wochenende kostenlos. Nach der Show gibt es aber bei allen Künstler:innen den Hut, bei dem die Besucher:innen angehalten sind, sich monetär für die Show zu bedanken.

Spielbudenfestival, 22. bis 24. Juli 2022 auf dem Spielbudenplatz

Spektrum & Vogelball

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Der Vogelball braucht keine Erklärung, man muss ihn erleben (Foto: Andreas Hornoff)

Am 6. August gibt es auf dem MS Dockville-Gelände gleich zwei kleine Festivals mit großer Strahlkraft. Das Line-up des neunten Spektrum Festivals deckt wieder alle Facetten des HipHop und Rap ab. Musikalisch bewegt sich das Festival dabei zwischen Tradition und Grenzüberschreitungen. Mit dabei sind neben „Badmómzjay“ auch „Ezhel“, „Gianni Suave“ und der Hamburger „Disarstar“.

Parallel zum Spektrum gibt es 2022 auch wieder den Vogelball. Zu elektronischen Klängen versammeln sich seit 2011 Menschen als Vögel verkleidet auf dem MS Dockville-Gelände zum queeren Maskenball. Mit einem Programm aus Tanz, Musik und performativen Interventionen ist der Vogelball eines der wichtigsten Events der queeren Szene in Hamburg, 2022 unter anderem mit dem „ArtEmiss Tanz-Kollektiv“, „Best Boy Electric“ und „Godford“. Also setzt die Masken auf und freut euch auf einen Raum jenseits binärer Grenzen.

Vogelball und Spektrum, am 6. August 2022 auf dem MS Dockville-Gelände

Internationales Sommerfestival Kampnagel

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Das Internationale Sommerfestival Kampnagel macht den August zum Kulturmonat (Foto: Anja Beutler)

„We are back!“ heißt es auf der Homepage des Sommerfestival auf Kampnagel. Wie für viele Festivals feiert auch das Sommerfestival der Kulturfabrik in Winterhude nach der Corona-Pause sein Comeback, und was für eins! Los geht es am 10. August mit einer Weltpremiere: Die Choregrafin Oona Doherty präsentiert mit „Navy Blue“ ihr neuestes Werk mit weiteren Vorführungen am 11. und 13. August. Natürlich gibt es beim internationalen Sommerfestival auch Musik. Neben den Konzerten von „Arooj Aftab“ und „Jochen Distelmeyer“ gibt es 2022 auch wieder eine Kooperation des Sommerfestivals mit dem Elbphilharmonie Sommer.

Internationales Sommerfestival Kampnagel, 10. bis 28. August 2022 auf Kampnagel

Elbphilharmonie Kultursommer

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Ein Highlight beim Elbphilharmonie Sommer: Shabaka Hutchings (l.) mit den Sons of Kemet (Foto: Udoma Janssen)
Sons of Kemet

Im Rahmen der Kooperation vom Internationalen Sommerfestival Kampnagel und dem Elbphilharmonie Sommer sind die Berlinerin „Joy Denalane“ (14. August) und die international gefeierte Band „Sons of Kemet“ (17. August) rund um den Saxofonisten Shabaka Hutchings im Großen Saal der Elbphilharmonie zu Gast. Doch damit nicht genug: Der Elbphilharmonie Sommer, dass sind ingesamt drei Wochen Pop, Jazz und Klassik.

Den Auftakt macht am 10. August die Jazzlegende „Kenny Barron“ mit seinem Quintett. Es folgen Musiker wie der Pianist „Jason Moran“ (21. August) und internationale Top-Orchester wie das „Cleveland Orchestra“ (31. August und zum Abschluss am 1. September), das „Philadelphia Orchestra“ (29. und 30. August) oder das „Pittsburgh Symphony Orchestra“ (24. und 25. August). Nicht fehlen darf beim Elbphilharmonie Sommer die Filmmusik. 2022 werden die beiden Stummfilm-Klassiker „Phantom“ (12. August) und „Fräulein Else“ (11. August) mit Live-Musik begleitet. Einige Konzerte des Elbphilharmonie Sommers werden auch wieder live auf großer Leinwand auf dem Vorplatz der Elbphilharmonie zu sehen sein.

Elbphilharmonie Sommer, 10. August bis 1. September 2022 in der Elbphilharmonie

Wutzrock

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Wutzrock, das ist gute Musik, tolle Stimmung und nette Menschen am Eichbaumsee (Foto: Wutzrock)

Erstmals 1979 gab es Musik umsonst und draußen am Eichbaumsee in Hamburg-Allermöhe. Jetzt ist das legendäre Wutzrock Festival nach der pandemiebedingten Pause wieder zurück. Am 12. und 13. August gibt es dann wieder Musik und vor allem gute Laune in Hamburgs Südosten. Nach dem Motto „Kultur von allen für alle“ ist das Wutzrock traditionell umsonst. Allerdings gibt es in diesem Jahr eine klare Festivalbegrenzung und keine Möglichkeit zum Übernachten.

Neben diesen neuen Regelungen haben die Macher:innen auch schon erste Acts bekannt gegeben. Neben Punk aus Thüringen mit „Kornblumenblau“ und dem sechsköpfigen Bordsteinkantenorchester „der Katze & die Hund“ sind auch „Mono & Nikitaman“ am Start. Das verspricht neben Punk & Ska auch richtig guten Dancehall-Reggae auf dem Wutzrock 2022.

Wutzrock, 12. und 13. August 2022 am Eichbaumsee in Hamburg-Allermöhe

Dockville

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Das MS Dockville Festvial: Immernoch ein Klassiker in besten Hafenatmosphäre (Foto: Axel Schilling)
Tash Sultana bei ihrem MTV Unplugged

Vom 19. bis 21. August 2022 findet das MS Dockville Festival zum 14. Mal statt. Neben den „AnnenMayKantereit“ als Headliner begrüßen die Macher:innen 2022 unter anderem auch die Australierin „Tash Sultana“. Mit ihr kommt genre-übergreifender und internationaler Glanz zum Dockville. Spielte die 26-jährige Multiinstrumentalistin vor ein paar Jahren noch auf den Straßen Melbournes, füllt sie mittlerweile die großen Arenen und vor Kurzem wurde ihr sogar die Ehre eines eigenen MTV Unplugged zu Teil – das Album zum Konzert erschien am 3. Juni 2022.

Neben Tash Sultana geben sich mit den „Leoniden“ auch echte Lokalmatadore die Ehre. Erst im letzten Sommer hat die Kieler Indie-Rock-Band mit „Complex Happenings Reduced to a Simple-Design“ ihr aktuelles Album veröffentlicht, dass sogar zeitweise auf Platz 1 der Albumcharts kletterte. Neben dem Dockville Festival gibt es auch noch mehr Kunst und Musik auf dem Gelände in Wilhelmsburg. So findet vom 23. Juli bis 7. August das MS Artville Festival statt und zum Saisonabschluss kann sich Wilhelmsburg auf „Meute“ freuen. Die international gefeierte Band kommt am 4. September 2022 aufs Dockville-Gelände.

Dockville, 19. bis 21. August 2022 auf dem MS Dockville-Gelände

Norden Festival

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Sonne, Wasser und gute Musik: das NORDEN-Festival 2022 (Foto: Lucas Martens)

Sonne, Stand und Festival, diese wohl nahezu eingartige Kombination findet sich beim NORDEN – The Nordic Arts Festival in Schleswig. Das Festival bietet traditionell Künstlern aus Hamburg, Schleswig-Holstein und den skandinavischen Nachbarländern eine Bühne und das 2022 schon zum vierten Mal. Dabei sucht das Das Ambiente des Norden sucht fraglos seinesgleichen. Schließlich wird am idyllischen Strand des Ostseefjords Schlei gefeiert.

An drei aufeinanderfolgenden Wochenenden bietet das Festival ein einzigartiges Kulturprogramm. Neben Lesungen, Slams, einem Filmprogramm, Theater und vielen weiteren Aktivitäten steht beim NORDEN Festival natürlich die Musik im Vordergrund. Mehr als 40 Bands geben sich auf den zwei Konzertbühnen die Ehre. Darunter sind neben Die Sterne, Cäthe und Danube’s Banks auch erstmals Bands aus den Niederlanden wie The Cool Quest.

NORDEN – The Nordic Arts Festival, vom 25. August bis zum 11. September 2022 (immer an den Wochenenden von Donnerstag bis Sonntag)
Wichtig: Das NORDEN ist kein Campingfestival, eine Anreise per Bahn oder Shuttlebus wird empfohlen

Müssen alle mit

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Direkt im Grünen: das „Müssen alle mit“-Festival, 2022 mit dem Headliner Meute (Foto: STADE Marketing und Tourismus GmbH)

Erstmals fand das „Müssen alle mit“-Festival 2013 im Stader Bürgerpark statt. 2022 ist es nach einer pandemiebedingten Pause nun wieder zurück. Am 27. August stehen dann neben Husten, der Band bestehend unter anderem aus Gisbert zu Knyphausen und Moses Schneider (dem Produzenten von Tocotronic, den Beatsteaks und anderen), und dem Team Schiesse auch Meute auf der Bühne im Bürgerpark. Neben dem Konzert auf dem Dockville-Gelände in Hamburg-Wilhelmsburg ist es der einzige Auftritt der Band im Norden Deutschlands im Sommer 2022.

Müssen alle mit-Festival, am 27. August 2022 im Stader Bürgerpark


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Jazz erleben in Hamburg

Jazz reicht von Improvisation bis hin zu Dixieland und live ist er natürlich am besten. Wir zeigen zehn Orte, an denen es in Hamburg richtig guten Jazz auf die Ohren gibt – darunter das Elbjazz Festival, das Birdland und der Cotton Club

Text: Felix Willeke

Wo genau Jazz entstanden ist, lässt sich nicht sicher bestimmen. Wie viele andere Musikstile entspringt auch er einer Entwicklung. Das Zentrum dieser wird am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts in New Orleans verortet. Hier waren es Afro-amerikanische Communities, die basierend auf unter anderem Blues und Ragtime den Jazz entwickelten. Und was macht Jazz bis heute aus? Vor allem eines: seine Vielfältigkeit. Dabei spielt besonders die Improvisation und die Einzigartigkeit des Spontanen eine große Rolle. Das Vorurteil, Jazz sei elitäre Musik ist dabei völlig falsch. Denn wie sagte schon der amerikanische Jazzpianist Bill Evans: „Es nervt mich, wenn Leute versuchen, Jazz als intellektuelles Theorem zu analysieren. Das ist er nicht. Es ist ein Gefühl.“ Und fühlen kann man Jazz am besten live.

Birdland: Ein klangvoller Name

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Das Birdland: eine Institution der Hamburger Jazz-Landschaft (Foto: Noemi Smethurst)

An einer der holz-vertäfelten Wände steht „Don’t look at the time. Have a drink and enjoy real music“. Damit ist das Motto für das Birdland gesetzt. Diese Hamburger Jazz-Institution gibt es seit 1985.

Nachdem die Gründer 2013, nach mehr als 4.700 Konzerten mit Gästen wie Chet Baker, Diana Krall oder Rebekka Bakken, in den Ruhestand gingen, schien der legendäre Club vor dem Aus. Doch Dank einer der Söhne und einem der Gründer des Freundlich+Kompetent, lebt das Birdland weiter – vielleicht mehr als je zuvor.

Neben regelmäßen Jam- und Vocal Sessions gibt es im Birdland hauptsächlich Modern Jazz zu hören. Dazu kommen Pop-Konzerte und seit Kurzem auch die Schnack Comedy, eine Stand-Up Comedyshow.

Gemütlich im Brückenstern

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Jazz ist entspannt, erst recht im Brückenstern (Foto: unsplash/Bogomil Mihaylov)

Der Brückenstern ist schon fast Kult, seit Jahren führt Kwesi Asiama die kleine Musikkneipe an der Sternbrücke. Waren hier früher viele Künstler der Hamburger Off-Szene zu Gast, ist seit 2019 die JazzKitchen im Brückenstern zu Hause.

Bei gutem Bier und noch besserem Essen gibt es hier richtig gute Musik in Wohnzimmeratmosphäre. Und alleine Kwesi Asiamas Gastfreundschaft ist immer einen Besuch wert.

Cotton Club: Ein echter Klassiker

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Eine Legende erfindet sich 2022 neu: der Cotton Club (Foto: Felix Willeke)

In einem der ältesten Jazz-Clubs der Stadt hat sich etwas verändert: Am 26. März 2022 feierte Dieter Roloff nach über 60 Jahren seinen Abschied vom Cotton Club. Der 1951 eröffnete Club hat seit dem 1. April 2022 neue Betreiber, die den Club in Roloffs Sinne erhalten, aber auch weiter entwickeln wollen. Dabei soll die musikalische Ausrichtung beibehalten werden.

Der Cotton Club war schon immer die Anlaufstalle für den traditionellen Jazz, Oldtime, Dixieland und Swing. Hinzu kommen neue Ideen, eine für den Sommer 2022 geplante Renovierung und weiter viel Leidenschaft für die Musik.

Gesellig am Wasser im Hafenbahnhof

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Gemütlich und etwas versteckt, der Hafenbahnhof (Foto: Felix Willeke)

Früher gab es Bahngleise direkt am Hafen, davon zeugt neben dem Alten Bahntunnel zwischen Fischmarkt und Altona auch der Hafenbahnhof. Das kleine Haus zwischen Kaistraße und Großer Elbstraße ist neben Partylocation auch eine Anlaufstelle für Jazzfans. Jeden Montag gibt es hier Live-Jazz im Jazzraum.

Wenn das Wetter stimmt, finden die Konzerte in der Regel auch Open Air statt. Los geht es jede Woche montags um 19.30 Uhr (Einlass um 18.30 Uhr) und kostet 9 Euro (ermäßigt 6 Euro).

Halle 424: Schick und szenig

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Hier treten auch die Großen auf, in der Halle 424 (Foto: Jürgen Carstensen)

Der Oberhafen ist nicht erst seit gestern ein beliebtes Kulturquartier. In Mitten von alten Lagerhallen, Restaurants und Ausstellungen befindet sich auch die Halle 424, die sich selbst als Ort für „Jazz- und Klassikkonzerte im Oberhafen“ bezeichnet.

Vielleicht lässt sich nirgendwo besser ein Jazz-Abend erleben, als in so einem historischen Gemäuer, das mit liebevollen Details zu einer wirklich schicken Konzert-Location gemacht wurde. 

Der neue Tempel: Jazz Hall

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Ein Tempel für den Jazz, die Jazz Hall (Foto: Noemi Semthurst)

Hamburgs neuster Jazz-Tempel liegt direkt an der Alster. Mit der Jazz Hall hat die Hochschule für Musik und Theater (HfMT) endlich seine eigene Konzerthalle bekommen. 15 Jahre wurde geplant, zwei Jahre gebaut und seit Juni 2021 ist sie endlich da. Corona-bedingt war das erste Jahr noch wenig los, das ändert sich in diesem Sommer.

Im Mai fand das JazzHall Festival statt, bei dem große Stars und Studierende der HfMT auf der Bühne begeisterten. Jetzt geht es weiter mit dem bewährten Mix aus Größen der Szene – zumeist präsentiert von der Jazz Federation – und den Konzerten der Studierenden. 

Höchstes Niveau bei den großen Drei

Wer in Hamburg an die großen Häuser für Jazz denkt, dem fallen sofort drei Namen ein: Die Elbphilharmonie, die Laeiszhalle und das Rolf Liebermann Studio. 

Die Elbphilharmonie

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Im Kleinen Saal der Elbphilharmonie gibt‘s immer wieder großartigen Jazz, wie hier von der US-Trompeterin Jamie Branch im April 2022 (Foto: Daniel Dittus)

In Hamburgs wohl bekanttestem Konzerthaus geben sich nicht nur beim Elbjazz das who is who des Jazz die Klinke in die Hand. Auch außerhalb der Festivals gibt es hier regelmäßig Jazz der Spitzenklasse. Der Andrang auf die Elbphilharmonie ist dabei längst nicht mehr so groß wie am Anfang und so gibt es für einige Konzerte auch kurzfristig noch Tickets, auch an der Abendkasse.

Und während der Große Saal für viele ein Sehnsuchtsort ist, sollte man den Kleinen Saal nicht unterschätzen: Besonders kleine Ensembles bekommen hier genau den richtigen Rahmen. 

Die Laeiszhalle

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Ein intimer Rahmen: Der kleine Saal in der Laeiszhalle (Foto: Thies Ratzke)

Das Haus ist mittlerweile über 110 Jahre alt und hat nichts von seiner Faszination verloren. In die Laeiszhalle kommen sie alle: Von Klassik-Superstars über Größen des Pop bis hin zu Neuentdeckungen des Jazz. Dabei verhält es sich hier ähnlich wie in der Elbphilharmonie: Der große Saal beeindruckt und der Kleine ist perfekt für die intimeren Konzerte. 

Das Rolf Liebermann Studio

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Früher eine Synagoge, heute gibt‘s im Rolf Liebermann Studio Jazz und mehr (Foto: Felix Willeke)

Der Klang in der Elbphilharmonie ist nahezu perfekt, doch ist er nicht mit der Qualität eines Tonstudios zu vergleichen. Der „Große Sendesaal“ des NDR ist eine ehemalige Synagoge und trägt seit 2000 den Namen des jüdischen Komponisten Rolf Liebermann.

Das große Studio des NDR ist das Wohnzimmer der NDR Bigband und in der Reihe NDRJazz finden hier pro Jahr sechs bis sieben Konzerte statt. Darunter finden sich Auftritte von Newcomer:innen genauso wie etablierten Stars – oft begleitet von der NDR Bigband.

Jazz im Süden: White Cube Bergedorf

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Jazz in Clubatmosphäre im White Cube in Bergedorf (Foto: unsplash/Theo Eilertsen)

Jazz gibt es in Hamburg nicht nur rund um die Alster, auch in Bergedorf kann man richtig guter Musik lauschen. Einer der besten Orte dafür ist zweifelsfrei der White Cube Bergedorf.

Der Club liegt etwas versteckt im Gewerbegebiet, ist aber nur knapp einen Kilometer vom Bahnhof Bergedorf entfernt. 2017 wurde das eigentliche Loftgebäude zu einem Club umgebaut. Pro Monat gibt es im Schnitt drei Konzerte im White Cube, hinzu kommen die mittlerweile etablierten Jamsessions. 

Klein und fein: Yoko Club

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Alternativ mit Jazz: der Yoko Club (Foto: Felix Willeke)

Wer in Hamburg Cotton sagt, muss auch Yoko sagen. Neben dem Cotton Club gehört der Yoko Club direkt neben dem Gängeviertel zu einem der besten Jazz-Clubs der Stadt. Von außen sieht das Yoko zwar klein aus, aber hier haben schon ganze Ensembles gespielt. Auch für diejenigen, die neu im Jazz sind, lässt es sich hier bestens reinhören.

Open Air: Jazz geht auch draußen

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Im September gibt‘s wieder Jazz unter freiem Himmel bei den Jazz Open (Foto: Jazz Open)

Seit 2010 gibt’s das Elbjazz fast in jedem Jahr mit Stars und viel Neuem auf dem Werftgelände von Blohm & Voss. Nach einer Pause im Jahr 2016 haben mittlerweile die großen Hamburger Konzertveranstalter übernommen. Unter der Leitung von Karsten Jahnke und Folkert Koopmanns (FKP Skorpio) gab es Besucherrekorde und große Namen wie Jamie Cullum, Kamasi Washington oder in diesem Jahr Web Web mit Max Herre.

Auch neben dem Elbjazz gibt es Musik unter freiem Himmel: Das Jazzbüro veranstaltet seit einigen Jahren die Jazz Open Hamburg in Planten un Blomen. 2022 findet das kleine aber feine Festival am 3. und 4. September statt.

Wer jetzt Lust auf Jazz hat, findet die aktuellen Konzerthighlights in der Stadt auf den Homepages der Clubs und Konzerthallen oder beim Konzertkalender von jazzmoves.de.


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Verlosung: Stella Sommer in der Elphi

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Mit der Haspa Musik Stiftung in die Elbphilharmonie: Wir verlosen 2×2 Tickets für das Konzert von Stella Sommer im Kleinen Saal am Donnerstag, 2. Juni 2022 um 20.30 Uhr

Foto: Gloria de Oliveira

Das Nachwuchsformat „Made in Hamburg“ in der Elbphilharmonie zeigt, was in Hamburg musikalisch alles los ist. Auf der Bühne des großen Konzerthauses stehen experimentierfreudige Künstler:innen, die sonst vor allem in Clubs, Kneipen, Off-Locations und Proberäumen am Sound der Zukunft feilen. Am 2. Juni 2022 erwartet die Besucher:innen das Konzert von Stella Sommer. 

Orchestraler Pop

Vor über zehn Jahren gründete die norddeutsche Musikerin ihre Band „Die Heiterkeit“, mit der sie seither mehrere erfolgreiche Alben veröffentlichte. Stets in wechselnder Besetzung erregt die Gruppe mit ihren emotionalen und intimen Songs inzwischen sogar internationale Aufmerksamkeit.

Am 2. Juni steht Stella Sommer mit ihren ihren Songs irgendwo zwischen Folk, Chanson und orchestralen Pop auf der Bühne des Kleinen Saals in der Elbphilharmonie.

Die Haspa Musik Stiftung unterstützt den Hamburger Musiknachwuchs und ist darum auch Partner der Konzertreihe „Made in Hamburg“.

Haspa Musik Stiftung | Mehr Infos


Wir verlosen 2×2 Tickets für das Konzert von Stella Sommer am 2. Juni 2022 in der Elphi!

Wie ihr mitmachen könnt? Na so:

Bitte gebt für die Teilnahme euren vollständigen Namen an.

Coachella und Straßenkonzerte: Meute im „Taumel“

Vom Dach der Elbphilharmonie auf die Bühne des legendären Coachella Festivals: Die Hamburger Techno-Marching-Band Meute bewegt mittlerweile Massen und landet mit ihren Videos von spontanen Guerilla-Konzerten regelmäßig virale Hits. Wir haben mit dem Gründer, Manager und Trompeter der Band, Thomas Burhorn, über den großen Erfolg, spektakuläre Kulissen und den Bezug zur Hansestadt gesprochen

Interview: Henry Lührs

SZENE HAMBURG: Thomas, unsere Gesellschaft ist geprägt von Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz. Techno mit Blasinstrumenten zu produzieren trifft dennoch offensichtlich den Nerv der Zeit. Oder gerade deswegen?

Thomas Burhorn: Es kann wirklich genau deswegen so sein. Wir machen Roboter wieder arbeitslos. Wir machen die Arbeit, die eigentlich ein Computer macht, wieder mit der Hand. Die Tatsache, dass Digitalisierung so voranschreitet weckt eine besonders große Sehnsucht nach dem Handgemachten. 

2015 hast du die elfköpfige Band zusammengetrommelt. Ab und zu gab es kleine personelle Fluktuationen, aber der Kern ist über die Jahre gleich geblieben. Wie schwer ist es die Meute zusammenzuhalten? 

Es ist auf jeden Fall Arbeit, so eine große Gruppe zusammenzuhalten. Da nicht immer alle können, spielt ab und zu eine Vertretung. Wir müssen als Band immer wieder viel miteinander sprechen und aushandeln, wer wie viel Platz für sich hat und wie man miteinander umgeht. Da bedarf es einer besonderen Energie von allen. Die haben wir aber, deswegen klappt das auch so gut mit uns. 

„Wir machen andere Musik, als die meisten Künstler:innen dort.“

Ihr habt kürzlich auf dem legendären Coachella Festival in Los Angeles  neben Superstars wie Harry Styles und Billie Eilish gespielt. Was war das für ein Gefühl? 

Es hat sich auf jeden Fall richtig angefühlt. Wir machen andere Musik, als die meisten Künstler:innen dort. Gleichzeitig sind wir genau am richtigen Ort. Das Publikum hat das, was wir machen, sofort verstanden und abgefeiert. Es hat gepasst!

In einem Interview hast du mal gesagt, dass ihr bis 2024 zu den erfolgreichsten zehn Deutschen Bands neben Rammstein usw. gehören wollt. Ihr seid auf einem ganz guten Weg, oder? 

Das sind Ziele, die wir uns mal mit einem kleinen Augenzwinkern gesetzt haben. Natürlich ist das auch nicht so leicht zu messen. Aber immerhin sind wir als deutsche Band im Ausland unterwegs, das ist schon mal ganz gut. Wenn wir es schaffen so weiterzumachen wie bisher und dabei unsere gute Laune behalten, dann bin ich happy. 

„Damit setzen wir hoffentlich auch ein kleines Zeichen dafür, dass jeder Ort für jeden Künstler oder jede Künstlerin eine Bühne sein kann.“ 

Ihr habt in Hamburg schon in spektakulären Locations gespielt. Zum Beispiel auf dem Dach der Elbphilharmonie, auf der Viktoria Kaserne in Altona oder im Kraftwerk Bille. Vor ein paar Tagen habt ihr ein Video veröffentlicht, wo ihr durch den Hamburger Hafen marschiert. Wie sucht ihr euch diese Kulissen aus? 

Manchmal machen wir einfach ein Video dort, wo wir zufällig in der Stadt unterwegs sind. Wir versuchen aber auch dahin zu gehen, wo es schön aussieht. Manchmal ergeben sich solche Dinge wie unsere Dach-Konzerte auch einfach.

Mit diesen verschiedenen Szenerien versuchen wir zu unterstreichen, dass wir als akustische Straßenband eigentlich überall spielen können. Damit setzen wir hoffentlich auch ein kleines Zeichen dafür, dass jeder Ort für jeden Künstler oder jede Künstlerin eine Bühne sein kann. 

Gibt es einen Ort, an den du dich besonders gern zurückerinnerst? 

Ich genieße, dass wir an verschiedenen Orten sein können und dass fast alles möglich ist. Egal ob auf der Elbphilharmonie, der Konzertbühne oder in der Fußgängerzone. Neulich haben wir bei der USA-Tour in Venice Beach am Strand gespielt, ein anderes Mal beim Trebur Open Air in einem Swimming Pool. Insofern gibt es gar nicht den einen Lieblingsort.

„Bei der Performance auf der Straße ist es unfassbar ehrlich“

Spontane Guerilla-Konzerte spielt ihr regelmäßig. Was ist für dich der größte Unterschied von einer konventionellen Bühne zu der Performance auf der Straße? 

Bei der Performance auf der Straße ist es unfassbar ehrlich. Wenn die Leute das nicht interessiert, was wir machen, gehen die einfach weiter. Das hat natürlich noch mal eine ganz spezielle Energie. Mit dem eigenen Handwerk muss man sich das Publikum immer wieder erspielen und wirklich etwas machen, was den Leuten richtig zusagt. Wenn wir jetzt ein großes Konzert spielen, dann sind da in der Regel schon Leute gekommen, um uns zu sehen. Aber uns macht beides großen Spaß. 

„Letztendlich spielt es keine große Rolle, wo wir herkommen“

Ihr tretet bewusst als internationale Band auf. Trotzdem seid ihr mit der Hansestadt eng verwurzelt. Wie wichtig ist dir die Identifikation mit Hamburg?

Ich bin nicht so der Lokalpatriot. Anderseits wohne ich seit 20 Jahren wahnsinnig gerne in Hamburg. Hier gibt es eine riesige Musik- und Elektronik Szene, Musikrichtungen und Kulturen vermischen sich. Natürlich sind auch wir irgendwie ein Produkt dieser Stadt. Andererseits sind wir kein Fußballverein und es spielt letztendlich keine große Rolle wo wir herkommen. 

Das Covern und Samplen anderer Songs ist ein elementarer Teil eurer Musik. Gibt es einen Song, den du in Zukunft unbedingt mit Meute covern möchtest? Kannst du uns vielleicht sogar schon verraten, welcher Song als nächstes dran ist? 

Im November kommt unser Album raus. Monat für Monat werden wir jetzt einzelne Songs veröffentlichen. Da sind auch wieder Coverversionen dabei, teilweise von Leuten, die wir noch nicht gekannt haben, aber auch von alten Bekannten. Mehr verrate ich aber nicht.

Das neue Album heisst „Taumel“. Der Duden beschreibt das Wort mit einem rauschhaften Gemütszustand. Trifft das auch auf euer Album zu?

Ach, das ist ja gut! Die Beschreibung trifft auf jeden Fall auf das zu, was wir mit unserer Musik und auf Konzerten erreichen wollen. Dem ist eigentlich gar nichts hinzuzufügen. 

„Taumel“ von Meute erscheint am 18. November 2022 auf dem Label „Tumult“


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„Breaking Waves“ – die Elbphilharmonie leuchtet

Schon im Januar feierte die Elbphilharmonie ihren fünften Geburtstag, jetzt kommt mit der Lichtinstallation „Breaking Waves“ des Studio Drift das große Finale

Text: Felix Willeke

Vom 28. April bis 1. Mai 2022 erleuchtet das Künstlerduo Studio Drift an jedem Abend mit „Breaking Waves“ die Elbphilharmonie. Seit Januar sind die extra für den fünften Geburtstag des Konzerthauses angefertigten Installationen schon im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen. Jetzt bringt das Duo sie direkt zur Elbphilharmonie. An vier Abenden im April und Mai tanzen Hunderte Drohnen um das Konzerthaus und erzeugen ein Wellenspiel aus Licht. Begleitet wird der Tanz vom Zweiten Satz des Klavierkonzertes von Thomas Adès, das bereits zum Geburtstag am 11. Januar zu hören war. 

Ein Wellenspiel an der Elbphilharmonie als Geschenk

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Vertrag verlängert: Christoph Lieben-Seutter, bleibt Intendant der Elbphilharmonie (Foto: Thomas Leidig)

„Breaking Waves“ heißt die Installation und kann an jedem der Abende aus den an die Westspitze der Elphi angrenzenden Hafengebieten bestaunt werden. Während der Vorführung ist die Außenplaza für Besucher:innen gesperrt. Gerade deswegen lohnt ein Blick aus der Ferne. Die Musik zur Show kann parallel unter elphilharmonie.de abgerufen werden. „Wir möchten die Wunder darstellen, die uns in der Natur umgeben“, sagt Leonneke Gordijn. Sie bildet zusammen mit Ralph Nauta das Duo Studio Drift. „Breaking Waves ist unser Geburtstagsgeschenk an die Hamburger:innen“, ergänzt Intendant Christoph Lieben-Seutter, der außerdem gerade seinen Vertrag vorzeitig bis 2029 verlängert hat. 

Seit 2007 leitet Lieben-Seutter die Elbphilharmonie. In Wien geboren, war er zuvor Chef des dortigen Konzerthauses. „Die ersten fünf Jahre der Elbphilharmonie waren eine unglaubliche Reise“, bilanziert er und freut sich dank der Verlängerung „das Profil von Elbphilharmonie und Leaiszahle noch weiter zu schärfen.“ „Dank seiner klugen Programmplanung wird Hamburg weltweit als musikalische Top-Adresse wahrgenommen und ist regelmäßig Ziel für die besten Künstlerinnen und Künstler und Orchester der Welt“, sagt Kultursenator Carsten Brosda und zeigt sich ebenfalls erfreut über die Verlängerung des Vertrages.

„Breaking Waves“ an der Elbphilharmonie 
28. April 2022 um 23 Uhr & 29. April bis 1. Mai 2022 um 22:30 Uhr


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Ostern in und um Hamburg

Ostern steht vor der Tür und das Wetter könnte sogar mitspielen. Hier kommen zehn Ideen für ein entspanntes, gemütliches oder ereignisreiches Osterfest – von Eiersuche bis zu fernen Galaxien

Osterhasen in Hamburgs Stadtnatur

Das Osterwochenende bringt den Frühling zurück! Hamburgs Naturschutzgebiete eignen sich dann wieder hervorragend für ausgiebige Spaziergänge. Im Naturschutzgebiet Höltigbaum kann man zum Beispiel ideal auf Spurensuche gehen und den Lebensraum unserer tierischen Nachbarn erforschen. Vielleicht gibt es sogar den einen oder anderen Osterhasen zu entdecken. Für alle, die die Galloway Rinder im Höltigbaum noch nicht kennen, lohnt sich der Ausflug allemal.

Tierische Natur gibt es aber auch an vielen anderen Orten der Stadt: egal ob Damwild im Niendorfer Gehege oder Heidschnucken in der Fischbeker Heide. Die Loki-Schmidt-Stiftung und einzelne Parks bieten darüber hinaus auch verschiedene Workshops und Aktionen.

Traditionsreiche Hamburger Osterfeuer 

In den letzten zwei Jahren waren sie aufgrund der Corona-Pandemie verboten, jetzt kehren die traditionsreichen Osterfeuer zurück – auch privat ist wieder mehr möglich. Die Osterfeuer in Stellingen oder Langenhorn sind beispielsweise wieder als organisierte Osterfeuer-Highlights dabei. Eine Übersicht über öffentliche Osterfeuer gibt es auf hamburg.de.

Aber auch private Osterfeuer sind wieder nahezu unbeschränkt möglich. Aber egal ob im kleinen Kreis oder gemeinsam mit der Nachbarschaft – das Osterfeuer gehört in Hamburg einfach dazu!

„Prostern“ mit Rum oder Eierlikör

In der 2ten Heimat gibt es am Ostermontag einen echten Geheimtipp für alle Rum-Liebhaber:innen. Die Expert:innen Ueli und Frau Antje entführen alle Teilnehmer in die Karibik und versüßen den Abend mit karibischen Rum-Köstlichkeiten und kubanischen Zigarren. Beginn ist um am 17. April um 17:00 Uhr. Tickets gibt es ab 73 Euro.

Wer es an Ostern lieber traditionell mag, greift vermutlich zum Eierlikör. Absoluten Kultstatus genießt in Hamburg der Eierlikör vom Eier Carl. Die berühmte Kneipe am Fischmarkt macht den Eierlikör noch selbst und steht für feinste Hamburger Qualität. Den Likör gibt es in verschiedenen Geschmackssorten und wer weiß, vielleicht wartet hier auch ein Osterspecial darauf vernascht zu werden. 

Norddeutsche Ostern am Kiekeberg

Am Ostermontag von 10 bis 18 Uhr gibt es im Freilichtmuseum am Kiekeberg ein Oster-Programm für die ganze Familie! Es wird gebastelt, marmoriert und dekoriert. Die Kids können Eierlaufen spielen und Ostereier suchen. Absolutes Highlight: Bei einer digitalen Rallye über die App „Actionbound“ kann das Gelände interaktiv erkundet werden. 

Auch für die Erwachsenen gibt es am 18. April Programm: In der Museumsbrennerei gibt es Frühschoppen zu plattdeutschen Liedern. Die Koffietied Rösterei und das Gasthaus Stoof Mudders Kroog versorgen alle Besucher:innen mit leckeren Snacks. Der Eintritt kostet 9 Euro für Erwachsene und ist für alle unter 18 Jahren frei. 

Klassische Ostern 

Wer es an Ostern gerne klassisch mag, für den ist die Auswahl groß: Angefangen beim Konzert des Landesjugendorchester Bremen (Sa., 16. April 2022, Laeiszhalle Großer Saal, 19:30 Uhr) über einen Klavierabend mit Marianna Shirinyan (Mo., 18. April 2022, Laeiszhalle Kleiner Saal, 17 Uhr) bis zum Ensemble Arabesques (Mo., 18. April 2022, Elbphilharmonie Kleiner Saal, 19:30 Uhr). Karten gibt es ab knapp 20 Euro und wenn das Konzert ausverkauft sein sollte, besonders an der Abendkasse der Elbphilharmonie ist die Chance auf Restkarten fast immer gegeben.

Es geht aber auch kostenlos, bei der Osternacht mit Johann Sebastian Bach am 16. April ab 20 Uhr in der Hauptkirche St. Michaelis – zeitiges kommen lohnt sich. Wer dennoch keinen Platz mehr in der Kirche ergattern kann, kann um Mitternacht dem Micheltürmer lauschen. Dieser läutet dann mit einem Auferstehungschoral das Osterfest ein. 

Kulinarische Ostern

Im Stadtrestaurant Hamburg im Reichshof (Restauranttest des Genuss Guide Hamburg) wartet am Ostersamstag nicht nur ein Vier-Gänge-Menü in edlem Ambiente, dazu gibt es auch Live-Musik der Hamburger Singersongwriterin tucumcari. Der Abend am 16. April kostet 79 Euro inklusive Weinbegleitung.

Wer abends schon etwas anderes vor hat, kann sich zu Ostern auch morgens bestens kulinarisch verwöhnen lassen: Bei diesen 10 Restaurants gibt es einen richtig guten Osterbrunch.

Trödeln und Stöbern statt Eiersuche

Nicht nur Ostereier warten darauf gefunden zu werden, sondern auch alte Schätze und Secondhand-Fundstücke. Egal ob Vintage, Antik, groß oder klein. In fast jedem Viertel Hamburgs gibt es einen beliebten Flohmarkt.

Am Osterwochenende laden zum Beispiel der Flohdom auf der Bahrenfelder Trabrennbahn oder der Horner Rennbahn, aber auch der Kult-Flohmarkt Flohschanze zum Stöbern ein. Eine komplette Liste mit schönen Flohmärkten gibt es hier

Ostern auf dem Dancefloor

Das TurTur in Wilhelmsburg lädt am Freitag in seinen Räumen zur musikalischen „Nachtwanderung“ für Erwachsene ein. Die herrlich unkonventionelle Mischung aus Pizzeria, Bar und Club am Veringkanal ist bekannt für kreative Events, gute Partys und einen toleranten Dancefloor. Am 15. April stehen unter anderem Dj Knarf und Megaföön an den Reglern. 

Die Disco-Barkasse Frau Hedi legt am Samstag zu alten Underground-Disco-Perlen ab und schippert durch den Hamburger Hafen. Die Crew verspricht: „keine ollen Kamellen aus dem Radio, sondern liebevollst ausgewählte Perlen“. Angesteuert wird übrigens ein großes Osterfeuer.

Entspannte Oster-Wellness

Ein langes Osterwochenende, der perfekte Zeitpunkt für Wellness und Selfcare. Kaum etwas sorgt für mehr Entspannung, als im Spa die Seele baumeln zu lassen. Orientalische Wellness gibt es zum Beispiel im Hamam Hafen Hamburg auf St. Pauli. Auf die Besucher wartet ein großer Wellnessbereich mit Kissenlandschaft, beheizten Marmor-Podesten, Körperpeelings und Seifenschaummassagen. Individuelle Behandlungen gibt es hier bereits ab 35 Euro.

Aber natürlich finden sich auch in anderen Teilen der Stadt viele weitere Wohlfühloasen. Klassische und beliebte Anlaufstellen sind zum Beispiel das Meridian Spa, die Kaifu Lodge oder das Heavenly Spa im Westin.

Ostern in den Sternen

Nicht alle können mit den klassischen Ostern etwas anfangen! Wer statt Eiersuche gerne in ferne Galaxien reisen möchte, kommt am 16. April ab 19:30 Uhr in Barclays Arena auf seine Kosten. Das Deutsche Filmorchester Babelsberg bringt unter der Leitung von Ben Palmer bei Star Wars in Concert die Rückkehr der Jedi-Ritter musikalisch auf die Bühne. Tickets gibt es ab 47,75 Euro.

Und für alle anderen hat das Planetarium auch an Ostern diverse Blicke ins All, in die Welt der Musik und unter Wasser zu bieten.


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Verlosung: Nina Chuba in der Elbphilharmonie

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Mit der Haspa Musik Stiftung in die Elbphilharmonie: Wir verlosen 2×2 Tickets für das Konzert von Nina Chuba im Kleinen Saal am 30. März 2022

Foto: Rico Zartner

Das Nachwuchsformat „Made in Hamburg“ in der Elbphilharmonie zeigt, was in Hamburg musikalisch alles los ist. Auf der Bühne des großen Konzerthauses stehen experimentierfreudige Künstler:innen, die sonst vor allem in Clubs, Kneipen, Off-Locations und Proberäumen am Sound der Zukunft feilen. Am 30. März 2022 erwartet die Besucher:innen das spannende Konzert von Nina Chuba.

Von den „Pfefferkörnern“ zu heißen Beats und Rhymes

Die Allrounderin begann ihre Karriere 2008 vorerst als Kinderschauspielerin in der Fernsehserie „Die Pfefferkörner“. Zeitgleich entdeckte die gebürtige Hamburgerin ihre Leidenschaft für die Musik. In den Folgejahren war sie noch im Deutschen Fernsehen in Serien wie „Das Traumschiff“ oder „Notruf Hafenkante“ zu sehen, arbeitete aber auch bereits an ihrer Karriere als Singer-Songwriterin.

Mit ihrer ersten EP „Power“, die im Juli 2020 veröffentlicht wurde, erreichte die Musikerin auf Spotify mehrere Millionen Streams. Ihre Musik: eine einzigartige Mischung aus Soul und Indie-Pop.

Die Haspa Musik Stiftung unterstützt den Hamburger Musiknachwuchs und ist darum auch Partner der Konzertreihe „Made in Hamburg“.

www.haspa-musik-stiftung.de


Wir verlosen zusammen mit der Haspa Musik Stiftung 2×2 Tickets für das bereits ausverkaufte Konzert von Nina Chuba am 30. März 2022 um 20:30 Uhr in der Elbphilharmonie!

Wie ihr mitmachen könnt? Na so:

Bitte gebt für die Teilnahme euren vollständigen Namen an.


Moments of Connection

Installationen des Künstlerduos Drift im Museum für Kunst und Gewerbe

Text: Anna Reclam

Die Wunder der Natur mittels Technologie in Szene gesetzt: leuchtende Löwenzahnsamen, prachtvolle Seidenblüten und die anmutigen Flugbewegungen von Tieren. Drei Lichtinstallationen des Künstlerduos Drift sind anlässlich des 5. Geburtstags der Elbphilharmonie im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen.

Lonneke Gordijn und Ralph Nauta sind bekannt für ihre wunderschönen Objekte und Installationen, die die Vorgänge der Natur simulieren und dadurch meditative Erlebnisräume schaffen. „In einer Welt der Gegensätze und Herausforderungen erlauben die Arbeiten von Drift eine Pause, einen Moment des Friedens, des Innehaltens, um voller Staunen den Bewegungen oder dem stillen Leuchten der Installationen zu folgen“, sagt Direktorin Tulga Beyerle.

„Moments of Connection“: Bis 8. Mai 2022 im Museum für Kunst & Gewerbe


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