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„Breaking Waves“ – die Elbphilharmonie leuchtet

Schon im Januar feierte die Elbphilharmonie ihren fünften Geburtstag, jetzt kommt mit der Lichtinstallation „Breaking Waves“ des Studio Drift das große Finale

Text: Felix Willeke

Vom 28. April bis 1. Mai 2022 erleuchtet das Künstlerduo Studio Drift an jedem Abend mit „Breaking Waves“ die Elbphilharmonie. Seit Januar sind die extra für den fünften Geburtstag des Konzerthauses angefertigten Installationen schon im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen. Jetzt bringt das Duo sie direkt zur Elbphilharmonie. An vier Abenden im April und Mai tanzen Hunderte Drohnen um das Konzerthaus und erzeugen ein Wellenspiel aus Licht. Begleitet wird der Tanz vom Zweiten Satz des Klavierkonzertes von Thomas Adès, das bereits zum Geburtstag am 11. Januar zu hören war. 

Ein Wellenspiel an der Elbphilharmonie als Geschenk

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Vertrag verlängert: Christoph Lieben-Seutter, bleibt Intendant der Elbphilharmonie (Foto: Thomas Leidig)

„Breaking Waves“ heißt die Installation und kann an jedem der Abende aus den an die Westspitze der Elphi angrenzenden Hafengebieten bestaunt werden. Während der Vorführung ist die Außenplaza für Besucher:innen gesperrt. Gerade deswegen lohnt ein Blick aus der Ferne. Die Musik zur Show kann parallel unter elphilharmonie.de abgerufen werden. „Wir möchten die Wunder darstellen, die uns in der Natur umgeben“, sagt Leonneke Gordijn. Sie bildet zusammen mit Ralph Nauta das Duo Studio Drift. „Breaking Waves ist unser Geburtstagsgeschenk an die Hamburger:innen“, ergänzt Intendant Christoph Lieben-Seutter, der außerdem gerade seinen Vertrag vorzeitig bis 2029 verlängert hat. 

Seit 2007 leitet Lieben-Seutter die Elbphilharmonie. In Wien geboren, war er zuvor Chef des dortigen Konzerthauses. „Die ersten fünf Jahre der Elbphilharmonie waren eine unglaubliche Reise“, bilanziert er und freut sich dank der Verlängerung „das Profil von Elbphilharmonie und Leaiszahle noch weiter zu schärfen.“ „Dank seiner klugen Programmplanung wird Hamburg weltweit als musikalische Top-Adresse wahrgenommen und ist regelmäßig Ziel für die besten Künstlerinnen und Künstler und Orchester der Welt“, sagt Kultursenator Carsten Brosda und zeigt sich ebenfalls erfreut über die Verlängerung des Vertrages.

„Breaking Waves“ an der Elbphilharmonie 
28. April 2022 um 23 Uhr & 29. April bis 1. Mai 2022 um 22:30 Uhr


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Ostern in und um Hamburg

Ostern steht vor der Tür und das Wetter könnte sogar mitspielen. Hier kommen zehn Ideen für ein entspanntes, gemütliches oder ereignisreiches Osterfest – von Eiersuche bis zu fernen Galaxien

Osterhasen in Hamburgs Stadtnatur

Das Osterwochenende bringt den Frühling zurück! Hamburgs Naturschutzgebiete eignen sich dann wieder hervorragend für ausgiebige Spaziergänge. Im Naturschutzgebiet Höltigbaum kann man zum Beispiel ideal auf Spurensuche gehen und den Lebensraum unserer tierischen Nachbarn erforschen. Vielleicht gibt es sogar den einen oder anderen Osterhasen zu entdecken. Für alle, die die Galloway Rinder im Höltigbaum noch nicht kennen, lohnt sich der Ausflug allemal.

Tierische Natur gibt es aber auch an vielen anderen Orten der Stadt: egal ob Damwild im Niendorfer Gehege oder Heidschnucken in der Fischbeker Heide. Die Loki-Schmidt-Stiftung und einzelne Parks bieten darüber hinaus auch verschiedene Workshops und Aktionen.

Traditionsreiche Hamburger Osterfeuer 

In den letzten zwei Jahren waren sie aufgrund der Corona-Pandemie verboten, jetzt kehren die traditionsreichen Osterfeuer zurück – auch privat ist wieder mehr möglich. Die Osterfeuer in Stellingen oder Langenhorn sind beispielsweise wieder als organisierte Osterfeuer-Highlights dabei. Eine Übersicht über öffentliche Osterfeuer gibt es auf hamburg.de.

Aber auch private Osterfeuer sind wieder nahezu unbeschränkt möglich. Aber egal ob im kleinen Kreis oder gemeinsam mit der Nachbarschaft – das Osterfeuer gehört in Hamburg einfach dazu!

„Prostern“ mit Rum oder Eierlikör

In der 2ten Heimat gibt es am Ostermontag einen echten Geheimtipp für alle Rum-Liebhaber:innen. Die Expert:innen Ueli und Frau Antje entführen alle Teilnehmer in die Karibik und versüßen den Abend mit karibischen Rum-Köstlichkeiten und kubanischen Zigarren. Beginn ist um am 17. April um 17:00 Uhr. Tickets gibt es ab 73 Euro.

Wer es an Ostern lieber traditionell mag, greift vermutlich zum Eierlikör. Absoluten Kultstatus genießt in Hamburg der Eierlikör vom Eier Carl. Die berühmte Kneipe am Fischmarkt macht den Eierlikör noch selbst und steht für feinste Hamburger Qualität. Den Likör gibt es in verschiedenen Geschmackssorten und wer weiß, vielleicht wartet hier auch ein Osterspecial darauf vernascht zu werden. 

Norddeutsche Ostern am Kiekeberg

Am Ostermontag von 10 bis 18 Uhr gibt es im Freilichtmuseum am Kiekeberg ein Oster-Programm für die ganze Familie! Es wird gebastelt, marmoriert und dekoriert. Die Kids können Eierlaufen spielen und Ostereier suchen. Absolutes Highlight: Bei einer digitalen Rallye über die App „Actionbound“ kann das Gelände interaktiv erkundet werden. 

Auch für die Erwachsenen gibt es am 18. April Programm: In der Museumsbrennerei gibt es Frühschoppen zu plattdeutschen Liedern. Die Koffietied Rösterei und das Gasthaus Stoof Mudders Kroog versorgen alle Besucher:innen mit leckeren Snacks. Der Eintritt kostet 9 Euro für Erwachsene und ist für alle unter 18 Jahren frei. 

Klassische Ostern 

Wer es an Ostern gerne klassisch mag, für den ist die Auswahl groß: Angefangen beim Konzert des Landesjugendorchester Bremen (Sa., 16. April 2022, Laeiszhalle Großer Saal, 19:30 Uhr) über einen Klavierabend mit Marianna Shirinyan (Mo., 18. April 2022, Laeiszhalle Kleiner Saal, 17 Uhr) bis zum Ensemble Arabesques (Mo., 18. April 2022, Elbphilharmonie Kleiner Saal, 19:30 Uhr). Karten gibt es ab knapp 20 Euro und wenn das Konzert ausverkauft sein sollte, besonders an der Abendkasse der Elbphilharmonie ist die Chance auf Restkarten fast immer gegeben.

Es geht aber auch kostenlos, bei der Osternacht mit Johann Sebastian Bach am 16. April ab 20 Uhr in der Hauptkirche St. Michaelis – zeitiges kommen lohnt sich. Wer dennoch keinen Platz mehr in der Kirche ergattern kann, kann um Mitternacht dem Micheltürmer lauschen. Dieser läutet dann mit einem Auferstehungschoral das Osterfest ein. 

Kulinarische Ostern

Im Stadtrestaurant Hamburg im Reichshof (Restauranttest des Genuss Guide Hamburg) wartet am Ostersamstag nicht nur ein Vier-Gänge-Menü in edlem Ambiente, dazu gibt es auch Live-Musik der Hamburger Singersongwriterin tucumcari. Der Abend am 16. April kostet 79 Euro inklusive Weinbegleitung.

Wer abends schon etwas anderes vor hat, kann sich zu Ostern auch morgens bestens kulinarisch verwöhnen lassen: Bei diesen 10 Restaurants gibt es einen richtig guten Osterbrunch.

Trödeln und Stöbern statt Eiersuche

Nicht nur Ostereier warten darauf gefunden zu werden, sondern auch alte Schätze und Secondhand-Fundstücke. Egal ob Vintage, Antik, groß oder klein. In fast jedem Viertel Hamburgs gibt es einen beliebten Flohmarkt.

Am Osterwochenende laden zum Beispiel der Flohdom auf der Bahrenfelder Trabrennbahn oder der Horner Rennbahn, aber auch der Kult-Flohmarkt Flohschanze zum Stöbern ein. Eine komplette Liste mit schönen Flohmärkten gibt es hier

Ostern auf dem Dancefloor

Das TurTur in Wilhelmsburg lädt am Freitag in seinen Räumen zur musikalischen „Nachtwanderung“ für Erwachsene ein. Die herrlich unkonventionelle Mischung aus Pizzeria, Bar und Club am Veringkanal ist bekannt für kreative Events, gute Partys und einen toleranten Dancefloor. Am 15. April stehen unter anderem Dj Knarf und Megaföön an den Reglern. 

Die Disco-Barkasse Frau Hedi legt am Samstag zu alten Underground-Disco-Perlen ab und schippert durch den Hamburger Hafen. Die Crew verspricht: „keine ollen Kamellen aus dem Radio, sondern liebevollst ausgewählte Perlen“. Angesteuert wird übrigens ein großes Osterfeuer.

Entspannte Oster-Wellness

Ein langes Osterwochenende, der perfekte Zeitpunkt für Wellness und Selfcare. Kaum etwas sorgt für mehr Entspannung, als im Spa die Seele baumeln zu lassen. Orientalische Wellness gibt es zum Beispiel im Hamam Hafen Hamburg auf St. Pauli. Auf die Besucher wartet ein großer Wellnessbereich mit Kissenlandschaft, beheizten Marmor-Podesten, Körperpeelings und Seifenschaummassagen. Individuelle Behandlungen gibt es hier bereits ab 35 Euro.

Aber natürlich finden sich auch in anderen Teilen der Stadt viele weitere Wohlfühloasen. Klassische und beliebte Anlaufstellen sind zum Beispiel das Meridian Spa, die Kaifu Lodge oder das Heavenly Spa im Westin.

Ostern in den Sternen

Nicht alle können mit den klassischen Ostern etwas anfangen! Wer statt Eiersuche gerne in ferne Galaxien reisen möchte, kommt am 16. April ab 19:30 Uhr in Barclays Arena auf seine Kosten. Das Deutsche Filmorchester Babelsberg bringt unter der Leitung von Ben Palmer bei Star Wars in Concert die Rückkehr der Jedi-Ritter musikalisch auf die Bühne. Tickets gibt es ab 47,75 Euro.

Und für alle anderen hat das Planetarium auch an Ostern diverse Blicke ins All, in die Welt der Musik und unter Wasser zu bieten.


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Verlosung: Nina Chuba in der Elbphilharmonie

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Mit der Haspa Musik Stiftung in die Elbphilharmonie: Wir verlosen 2×2 Tickets für das Konzert von Nina Chuba im Kleinen Saal am 30. März 2022

Foto: Rico Zartner

Das Nachwuchsformat „Made in Hamburg“ in der Elbphilharmonie zeigt, was in Hamburg musikalisch alles los ist. Auf der Bühne des großen Konzerthauses stehen experimentierfreudige Künstler:innen, die sonst vor allem in Clubs, Kneipen, Off-Locations und Proberäumen am Sound der Zukunft feilen. Am 30. März 2022 erwartet die Besucher:innen das spannende Konzert von Nina Chuba.

Von den „Pfefferkörnern“ zu heißen Beats und Rhymes

Die Allrounderin begann ihre Karriere 2008 vorerst als Kinderschauspielerin in der Fernsehserie „Die Pfefferkörner“. Zeitgleich entdeckte die gebürtige Hamburgerin ihre Leidenschaft für die Musik. In den Folgejahren war sie noch im Deutschen Fernsehen in Serien wie „Das Traumschiff“ oder „Notruf Hafenkante“ zu sehen, arbeitete aber auch bereits an ihrer Karriere als Singer-Songwriterin.

Mit ihrer ersten EP „Power“, die im Juli 2020 veröffentlicht wurde, erreichte die Musikerin auf Spotify mehrere Millionen Streams. Ihre Musik: eine einzigartige Mischung aus Soul und Indie-Pop.

Die Haspa Musik Stiftung unterstützt den Hamburger Musiknachwuchs und ist darum auch Partner der Konzertreihe „Made in Hamburg“.

www.haspa-musik-stiftung.de


Wir verlosen zusammen mit der Haspa Musik Stiftung 2×2 Tickets für das bereits ausverkaufte Konzert von Nina Chuba am 30. März 2022 um 20:30 Uhr in der Elbphilharmonie!

Wie ihr mitmachen könnt? Na so:

Bitte gebt für die Teilnahme euren vollständigen Namen an.


Moments of Connection

Installationen des Künstlerduos Drift im Museum für Kunst und Gewerbe

Text: Anna Reclam

Die Wunder der Natur mittels Technologie in Szene gesetzt: leuchtende Löwenzahnsamen, prachtvolle Seidenblüten und die anmutigen Flugbewegungen von Tieren. Drei Lichtinstallationen des Künstlerduos Drift sind anlässlich des 5. Geburtstags der Elbphilharmonie im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen.

Lonneke Gordijn und Ralph Nauta sind bekannt für ihre wunderschönen Objekte und Installationen, die die Vorgänge der Natur simulieren und dadurch meditative Erlebnisräume schaffen. „In einer Welt der Gegensätze und Herausforderungen erlauben die Arbeiten von Drift eine Pause, einen Moment des Friedens, des Innehaltens, um voller Staunen den Bewegungen oder dem stillen Leuchten der Installationen zu folgen“, sagt Direktorin Tulga Beyerle.

„Moments of Connection“: Bis 8. Mai 2022 im Museum für Kunst & Gewerbe


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Film in Hamburg – gedreht wird immer

In Hamburg wird gedreht – oft und gerne. Welche Ecken in der Stadt zu welcher Geschichte passen und wo es sich filmisch durch die Zeit reisen lässt, das weiß Alexandra Luetkens. Sie ist Film Commissionerin bei der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und berät Filmemacher aus aller Welt

Text: Hedda Bültmann 

 

Hollywood zu Besuch auf St. Pauli: Philip Seymour Hoffman trifft sich auf einen Drink mit Robin Wright in der Rooftopbar 20up des Empire Riverside Hotels. Das kann passieren, wie hier für den Film „A Most Wanted Man“. Auch in „Der Morgen stirbt nie“ hat Hamburg einen Auftritt, bekannt ist vor allem die Szene, in der James Bond (Pierce Brosnan) auf das Dach des Atlantic Hotel flüchtet. Und auch die Landungsbrücken und der Blick auf den Hafen schaffen es als Kulisse immer wieder in große internationale Produktionen, aber auch Arthouse Filme.

 

Von langer Hand vorbereitet

 

Die Liste der Streifen, die zumindest teilweise hier gedreht wurden, ist lang. Seit 2000 kümmert sich Alexandra Luetkens gemeinsam mit ihrer Kollegin Christiane Dopp als Film Commissionerin bei der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unter anderem um Anfragen, Drehorte und Beratung. Sie hat schon einige Kreative vom Filmstandort Hamburg überzeugen können.

Wie die von „The Story of My Wife“, auf Deutsch „Die Geschichte meiner Frau“ – ein Liebesdrama, das in den 1920er-Jahren in Hamburg und Paris spielt. Der Film feierte im Juli dieses Jahres auf den Filmfestspielen von Cannes seine Weltpremiere. Doch bereits Anfang 2018 hat Alexandra Luetkens die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi, den Kameramann, die Szenenbildnerin und die Berliner Produktionsfirma Komplizen Film im Namen der Filmförderung nach Hamburg eingeladen, und ist mit ihnen in einem Kleinbus durch die Stadt gefahren – an all die Plätze, die von einem Hamburg in den 1920ern erzählen könnten. Am Ende haben Enyedi die vielfältigen Möglichkeiten überzeugt, sodass sie dann 2019 elf Tage hier gedreht hat, unter anderem natürlich in der Speicherstadt. Aber auch an der Trostbrücke, im Atlantic Hotel, im Museumshafen und auf den Fleeten, wo im Film historische Barkassen fahren.

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Zeitreise: Die Speicherstadt wurde für die Dreharbeiten von „The Story of My Wife“ in die 1920er verlegt (Foto: Hanna Csata)

 

„Die historischen Aufnahmen waren sehr aufwendig“

 

Die MOIN Filmförderung hat die Film Produktion in Hamburg mit 450.000 Euro unterstützt, wobei diese wiederum rund eine Million Euro in Hamburg ausgegeben hat. In der Vorbereitung arbeitete Luetkens eng mit dem Motivaufnahmeleiter zusammen: von ersten Motiv-Vorschlägen über logistische Organisation bis zu den notwendigen Behördengängen.

„Die historischen Aufnahmen waren sehr aufwendig. Die öffentlichen Bereiche mussten weiträumig abgesperrt werden, damit zum Beispiel die Pferdekarren durch die Speicherstadt fahren konnten, ohne dass moderne Autos das Bild durchkreuzten“, erzählt sie. „Wir haben weit im Voraus angefangen alles vorzubereiten, Termine mit den städtischen Behörden vereinbart und auch mit der Port Authority, um die Motivaufnahmeleitung zu unterstützen, dann die Drehgenehmigungen einzuholen.“ Doch es habe sich gelohnt. „Hamburg sieht in dem Film so fantastisch aus, es macht einfach Freude, das zu sehen“, schwärmt die Commissionerin, „und für uns von der Filmförderung ist es eine schöne Bestätigung, dass von hier, aus diesem Projekt heraus, solch großartige Bilder um die Welt gehen.“

 

Hamburgs Plus: die Vielseitigkeit

 

Mehr als 500 öffentliche Plätze in der Stadt sind als potentzielle Drehorte in der Datenbank der MOIN Filmförderung erfasst. Hamburg selbst ist wie eine Leinwand, auf die vieles projiziert werden kann. Zuletzt verlegte Alexandra Luetkens kurzerhand Duisburg nach Hamburg. Die Firma Weydemann Bros, die 2019 den erfolgreichsten Arthouse Film „Systemsprenger“ verantwortet hat, hat für einen im nächsten Jahr geplanten Film eine Förderungszusage bekommen. Und da sie zwar gerne in Hamburg drehen möchten, aber die Geschichte in Duisburg spielt, hat Alexandra Luetkens alle passenden Ecken, wie zum Beispiel das südliche Wilhelmsburg, rausgesucht. Denn was Hamburg als Filmstandort besonders auszeichnet, ist die Vielseitigkeit. „In Deutschland ist es die Stadt mit den meisten Grünflächen einerseits, andererseits gibt es hier viel Industrie. Dann ist da die urbane HafenCity mit ihrer modernen Architektur, dem alteingesessenen Reichtum entlang der Elbchaussee oder rund um die Alster. Und durch den Hafen hat Hamburg ein internationales Flair“, erklärt sie.

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Damit keine Filmfehler passieren, wird bei Drehs oft weiträumig abgesperrt (Foto: Hannah Csata)

 

Der Kiez ist nicht mehr das, was er einmal war

 

Nach wie vor ist aber vor allem auch die Reeperbahn mit ihrem Rotlichtviertel weltweit bekannt und Anziehungspunkt. „Die Nachfrage nach St. Pauli verläuft im Hinblick auf die letzten Jahre immer in Wellen“, meint Luetkens, „aber gerade in diesem Jahr war der Kiez wieder sehr gefragt.“ Aktuell drehe Amazon die (nicht geförderte) Serie „Luden“, die auf dem St. Pauli der 1980er-Jahre spielt. Eine weitere hier ansässige Geschichte, die gerade in Arbeit sei und die von der Filmförderung unterstützt werde, sei die Amazon Miniserie „German Crime Story: Gefesselt“ über den Säurefassmörder Lutz Reinstrom. Historische Stoffe, die ein vergangenes St. Pauli zeigen. „Auch wenn es immer noch viele ursprüngliche Ecken gibt, hat sich der Kiez stark verändert im Vergleich zu dem klassischen Rotlicht- und Prostitutionsviertel der 90er-Jahre“, so Luetkens, „Er ist viel mehr eventisiert, aber auch das kann für andere Projekte passen und wird gebraucht.“

 

Soul Kitchen – ein Zeitzeugnis

 

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Alexandra Luetkens ist seit 2000 Film Commissionerin für Hamburg (Foto: Alexandra Luetkens)

Als Film Commissionerin verfolgt sie sehr aufmerksam die städtische Entwicklung: „Die Stadt verändert sich ja ständig, es entstehen neue Stadtteile wie zwischen HafenCity und den Elbbrücken oder alte Hafenindustrie wie in Steinwerder verschwindet und wird durch andere Bauten ersetzt.“ Die Gentrifizierung und der Verdichtungsprozess haben auch Auswirkungen auf Hamburg als Filmstadt: „Es wird auch aus filmischer Sicht zu viel abgerissen. Alte Bausubstanz geht verloren, vieles, was interessant ist.“ Das thematisierte Hamburgs Kult-Regisseur Fatih Akin bereits 2009 in „Soul Kitchen“, in dem ein Restaurantbesitzer sich in schlechten wirtschaftlichen Zeiten gegen einen Immobilienhai wehren muss.

Der Film ist mittlerweile auch ein Zeitzeugnis, denn die Soul Kitchen-Halle, in der ursprünglich Kulturveranstaltungen stattfanden, wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen und verfällt. Auch die Astra Stube unter der Sternbrücke, in der sich Zinos (Adam Bousdoukos) und Lucia (Anna Bederke) betrinken, ist akut vom Abriss bedroht, da die Brücke erneuert werden soll. Doch: „Wir brauchen auch die abgerockten Ecken, subkulturelle Räume, um die Inhalte von Krimis oder gesellschaftliche Randgruppen darzustellen“, erklärt Alexandra Luetkens. „Ein Drehort muss nicht immer glatt und schön sein.“ So sei auch eine vermeintlich hässlich wirkende Location ein attraktives Motiv und: „Ein Ort braucht nur gewisse logistische Voraussetzungen, ansonsten kann alles, was sich mit Fantasie umgestalten lässt, ein tolles Filmmotiv sein.“

 

Wahrzeichen locken Stars

 

Um so erfreulicher ist es, dass auch neuere Wahrzeichen von Hamburg große internationale Stars nach Hamburg locken. In dem Film „Drei Engel für Charlie“ von Elizabeth Banks aus dem Jahre 2019 – unter anderem mit Kristen Stewart – ist die Elbphilharmonie als einer der zentralen Orte zu sehen. „Dass diese große US-Produktion in Hamburg gedreht hat, war ein persönliches Highlight“, erzählt Luetkens. „Dass das möglich war, haben viele tolle Leute erwirkt und auch wir haben uns dafür sehr reingehängt.“

Der Film habe eine enorme Wirtschaftskraft in die Stadt und weltweite Aufmerksamkeit gebracht. Auch wenn Blockbuster nicht für die Art der Filme stehen, für die die Filmförderung bekannt ist. Das sind eher Arthouse-Filme wie für viele der Hamburgfilm überhaupt, „Absolute Giganten“ von Sebastian Schipper. Diesen hat Alexandra Luetkens sofort vor Augen, wenn sie durch den Alten Elbtunnel schlendert: „Ich weiß, das ist ein Klassiker, aber für mich ist er einer der schönsten Drehorte in Hamburg.“ Und ihr Lieblings-Hamburgfilm? „Gegen die Wand“ von Fatih Akin. Der Film hat nach all den Jahren immer noch diese Power und einen enormen Druck“, sagt sie. „Sobald er losgeht – mit der Autofahrt durch den Elbtunnel zu dem Song ,I Feel You‘ von Depeche Mode – bekomme ich Gänsehaut.“


 Die SZENE HAMBURG Lichtspiele 2021/2022 ist seit dem 11. Dezember 2021 im Handel und im Online Shop erhältlich!

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Happy Birthday, Elbphilharmonie!

Mit der Elbphilharmonie feiert Hamburgs neues Wahrzeichen seinen fünften Geburtstag und bietet vom 9. bis 17. Januar 2022 ein Programm der Extraklasse

Text: Marco Arellano Gomes

 

Sind tatsächlich fünf Jahre vergangen, seit die Elbphilharmonie in Hamburg eröffnete? Es kommt einem irgendwie länger vor. Als wäre sie immer da gewesen, als wäre Hamburg schon immer Teil der ersten Reihe der Musikstädte dieser Welt. Andererseits, kommt es einem kürzer vor – denn auch das strahlende Konzerthaus in der HafenCity musste aufgrund der Pandemie und der Lockdown-Phasen über Monate pausieren. Kein Beethoven, keine Klangwelten, kein Husten und Räuspern in den Pausen. Aber es stimmt: Im Januar feiert die Elbphilharmonie, die die Hansestadt schlagartig in die erste Liga der klassischen Musik katapultierte, ihren fünften Geburtstag. Und das will gebührend gefeiert werden!

 

Feier zum Fest

 

Zu diesem Anlass gibt es vom 9. bis 17. Januar 2022 eine spektakuläre Konzertwoche. Vielfalt, Dichte und Qualität lässt keine Wünsche offen. Das Festkonzert am 11. Januar übernimmt wie am Eröffnungstag das NDR Elbphilharmonie Orchester, diesmal unter Leitung des neuen Chefdirigenten Alan Gilbert. Darüber hinaus gibt es jede Menge prominente musikalische Beiträge: Kent Nagano mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg (9.1./10.1.), der legendäre US-Jazzsaxofonist Charles Lloyd mit seinem Quartett (9.1.), das London Symphony Orchestra unter ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle (13.1./14.1.) sowie die Staatskapelle Berlin mit ihrem Stardirigenten Daniel Barenboim (15./16.1.), um nur die prominentesten zu nennen. Zudem spielt Pianist Kirill Gerstein gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester das jüngste, hochgelobte Klavierkonzert des britischen Komponisten Thomas Adès (12.1.). Ein Highlight ist das Licht-Kunstwerk des international gefeierten Künstlerduos DRIFT aus Amsterdam, das das Konzerthaus spektakulär in Szene setzt – passend zu der parallel beginnenden Ausstellung zum Duo im Museum für Kunst und Gewerbe.

  • Am 11. Januar 2017 wurde die Elbphilharmonie eröffnet (Foto: Maxim Schulz)

    Am 11. Januar 2017 wurde die Elbphilharmonie eröffnet (Foto: Maxim Schulz)
  • Ursprünglich sollte sie schon 2010 fertig sein, doch der Bau gestaltete sich schwieriger als gedacht (Foto: Oliver Heissner)

    Ursprünglich sollte sie schon 2010 fertig sein, doch der Bau gestaltete sich schwieriger als gedacht (Foto: Oliver Heissner)
  • Durch die „Tube“ gelangen fast alle Gäste auf die „Plaza“ der Elbphilharmonie (Foto: Michael Zapf)

    Durch die „Tube“ gelangen fast alle Gäste auf die „Plaza“ der Elbphilharmonie (Foto: Michael Zapf)
  • Die „Plaza“ ist für alle zugänglich und bietet einen einzigartigen Blick auf Hamburg und seinen Hafen (Foto: Iwan Baan)

    Die „Plaza“ ist für alle zugänglich und bietet einen einzigartigen Blick auf Hamburg und seinen Hafen (Foto: Iwan Baan)
  • Das Foyer zum Großen Saal ist lichtdurchflutet und bietet einen Blick auf die Stadt und den Hafen (Foto: Iwan Baan)

    Das Foyer zum großen Saal ist lichtdurchflutet und bietet einen Blick auf die Stadt und den Hafen (Foto: Iwan Baan)
  • Im Großen Saal finden 2.100 Zuschauer:innen platz (Foto: Michael Zapf)

    Im Großen Saal finden 2.100 Zuschauer:innen platz (Foto: Michael Zapf)
  • Der japanische Starakustikert Yasuhisa Toyota ist für den spektakulären Klang verantwortlich (Foto: Michael Zapf)

    Der japanische Starakustikert Yasuhisa Toyota ist für den spektakulären Klang verantwortlich (Foto: Michael Zapf)
  • Yasuhisa Toyota war es auch, der die Idee für die „Weiße Haut“ hatte. Sie sorgt für den Klang im Großen Saal der Elbphilharmonie (Foto: Johannes Arlt)

    Yasuhisa Toyota war es auch, der die Idee für die „Weiße Haut“ hatte. Sie sorgt für den Klang im Großen Saal der Elbphilharmonie (Foto: Johannes Arlt)
  • Der Kleine Saal ist akustisch nicht weniger beeindruckend, er bietet Platz für 550 Besucher:innen (Foto: Michael Zapf)

Elphi-Klänge

 

Die Elbphilharmonie ist eine einzige Offenbarung: Seit dem 11. Januar 2017 führt die etwa 80 Meter lange, leicht gekrümmt Rolltreppe durch einen hellen, mit Glaspailleten bestückten Tunnel (genannt „Tube“) Musikliebhaber und Neugierige hinein in den Kern des Gebäudes. Oberhalb der Plaza gelangt man durch das lichtdurchflutete Foyer schließlich in den Großen Saal mit seinen 2.100 Plätzen, der an einen Weinberg erinnert. Architektur zum Staunen und Musik zum Dahinschmelzen: Außen: Wow! Innen: Ohh! Für Letzteres sorgte nicht zuletzt der japanische Akustik-Experte Yasuhisa Toyota, der im Innenraum des großen Konzertsaals eine spezielle Wand- und Deckenstruktur, bestehend aus 10.000 millimetergenauen, individuell gefrästen Gipsfaserplatten, die „Weiße Haut“ genannt, verbauen ließ, um den perfekten Klang zu ermöglichen. Ein riesiger Reflektor unter der Saaldecke sorgt zusätzlich dafür, dass sich der Klang sich gleichmäßig im Raum verteilt.

 

Hohe Baukunst, hohe Kosten

 

Das kostete nicht nur Geschick und Nerven, sondern auch eine Menge Geld: Die ursprünglich vorgesehenen Baukosten von 77 Millionen Euro erhöhten sich letztendlich um mehr als das zehnfache auf 789 Millionen Euro – insgesamt kostete die Elbphilharmonie inklusive Spenden sogar 866 Millionen Euro. Keine Petitessen, aber inzwischen so gut wie vergessen! Die Hamburger sind stolz auf ihre „Elphi“, haben sich längst mit ihr versöhnt. Jeder Besucher gelangt zuerst auf die „Plaza“ geführt, eine kostenlosen Aussichtsplattform mit 360-Grad-Rundumblick. Schaut her: Das ist unser Wahrzeichen – mit Blick auf die Elbe! Wer darüber hinaus die begehrten Tickets ergattern konnte und den Klängen im Großen oder Kleinen Saal lauscht, verlässt das Gebäude berauscht, auf jeden Fall aber verändert.

Backstein und Glas – kein Gebäude vereint die Dualität der Stadt mit ihren wohlhabenden und weniger wohlhabenden Bevölkerungsteilen so gut wie dieses. Es hat dem Michel und Tele-Michel als Wahrzeichen dieser Stadt längst den Rang abgelaufen. Der Siegeszug begann vor fünf Jahren, abgeschlossen ist er noch lange nicht. 2,7 Millionen Menschen hatten in 2.500 Konzerten bis zum ersten Lockdown die Ehre. Viele folgen seit Wiederaufführung der Konzerte im Sommer 2021. Dieses Gebäude trotzt allem Ärger, allen Kostensteigerungen, allen Wellen. Gratulation!

elbphilharmonie.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2022. Das Magazin ist ab dem 22. Dezember 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Elphi und MK&G: Staunen oder wundern?

Die Elbphilharmonie feiert ihr fünfjähriges Jubiläum mit dem Künstlerduo Drift und dem Museum für Kunst und Gewerbe

Text: Sabine Danek

 

Sind die Installationen des Amsterdamer Duos Drift Kunst oder Design? Zeigen sie die Natur im neuen Licht? Oder sind sie einfach nur Kitsch? Auf jeden Fall ziehen sie einen erst mal in ihren Bann. Ob das ein Betonblock ist, den Lonneke Gordijn und Ralph Nauta scheinbar schwerelos schweben lassen, ob es Pusteblumen, die von innen leuchten oder Seidenblüten, die sich perfekt choreografiert bewegen. Während ihres Studiums an der Designakademie in Eindhoven haben die beiden sich kennengelernt, 2007 ihr Studio gegründet und sich zu ihrer Aufgabe gemacht, die Natur durch Technologie neu erlebbar zu machen. Im Stedelijk Museum in Amsterdam haben sie ausgestellt, während der Biennale in Venedig und zu ihren 5. Geburtstag hat die Elbphilharmonie einen Werkauftrag an Drift vergeben.

 

Drift in der Elbphilharmonie

 

Bis zum Redaktionsschluss war noch nicht bekannt, wie die entstehende Arbeit von Lonneke Gordijn und Ralph Naut konkret aussehen wird. Auf jeden Fall aber wird sie im Außenraum der Philharmonie zu sehen sein, Bezug auf das Gebäude nehmen – und auf die Musik. Und sie wird von einer Ausstellung von Drift im MK&G begleitet. Drei ihrer bekanntesten Werke sorgen dort für eine zweite Natur. Allen voran die kinetische Skulptur „Shylight“ (2016), die sich im Haupttreppenhaus des Museums gleich über zwei Etagen erstreckt. Fünf blassweiße Blüten schweben dabei unter der Decke, öffnen und schließen sich ganz so wie manche Pflanzen, es tun, um sich nachts zu schützen. Im Gegensatz zu menschengemachten Objekten, die eher statisch sind, ist alles natürliche, ganz so wie der Mensch auch, in ständiger Bewegung und Transformation, sagt Drift. Und das möchten sie nachahmen, aufgeladen mit Ausdrucksstärke und Gefühl. Fünf Jahre hat es gebraucht bis die Blüten aus hauchdünner Seide dafür mit der perfekten Mechanik ausgestattet waren. „In 20 Steps“ visualisieren Glasflügel den Traum des Menschen abzuheben während in der Skulptur „Fragile Future III“ Löwenzahnsamen digital zum Leuchten gebracht werden und nach der Zukunft der Natur fragen.

„Drift: Moments of Connection“, Eröffnung am 6. Januar, 19 Uhr, die Ausstellung läuft bis zum 8. Mai 2022 im Museum für Kunst und Gewerbe


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2022. Das Magazin ist ab dem 22. Dezember 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Neuanfang: Alles auf Hamburg

Ein Umzug ist auch immer ein Neuanfang – verbunden mit Träumen, aber auch Ängsten. Vier Wahlhamburger erzählen

Protokolle: Erik Brandt-Höge

 

 

Martin – Unabhängigkeit auf vier Rädern

 

Immer unabhängig und in Hamburg angekommen: Martin (Foto: Erik Brandt-Höge)

Immer unabhängig und in Hamburg angekommen: Martin (Foto: Erik Brandt-Höge)

Berlin und Leipzig waren meine bisherigen Stationen. In Leipzig habe ich meinen Master gemacht, dann ging es nach Hamburg. Hier habe ich einen Job in der Mobilitätsbranche angenommen. Seit Mai 2019 bin ich in der Stadt. Dass ich meine ganzen Sachen immer auf vier Rädern in meinem Bulli zur Verfügung habe, macht mich einerseits sehr unabhängig und hat zudem den Vorteil, dass ich mich schnell zur Nord- oder Ostsee aufmachen kann, um der Sportart nachzugehen, die mir schon lange am Herzen liegt: das Kitesurfen. Ich kite selbst unheimlich gerne, gebe aber auch regelmäßig Unterricht. Meine Lieblings-Spots dafür sind zum Beispiel St. Peter-Ording und Fehmarn.

Was Hamburg und die Hamburger angeht: Ich kannte die Stadt zuvor nur von klassischen Touristenausflügen. Den Hafen, die Speicherstadt – solche Orte. Zu Beginn meiner Hamburg-Zeit merkte ich, dass ich auf GoogleMaps und andere Apps angewiesen war. Nach und nach kannte ich meine Wege immer besser, und nun genieße ich es, mit dem Fahrrad durch die Stadt zu rollen. Und die Leute lerne ich zwar immer noch kennen, muss aber sagen, dass ich alle, die ich bisher getroffen habe, als ziemlich offen für Neu-Hamburger empfunden habe. Ich fühle mich wohl und weiß schon jetzt, dass ich so schnell nicht weg möchte aus Hamburg.

 

Maria – Die Kosmopolitin ist angekommen

 

Neu in Hamburg und in der Welt zu Hause: Maria (Foto: Erik Brandt-Höge)

Neu in Hamburg und in der Welt zu Hause: Maria (Foto: Erik Brandt-Höge)

Eines Tages, das wusste ich schon immer, würde ich in Hamburg leben. Ich bin im Kreis Steinburg geboren, in München aufgewachsen und über Stationen in Ägypten, auf den Kanaren, in Amerika, Ravensburg und zuletzt Berlin dann auch hier gelandet. Das Unternehmen, für das ich arbeite, nämlich Marriott International, hat mir ein tolles Pilotprojekt angeboten: Für das Hamburg Marriott Hotel, das Renaissance Hamburg Hotel und das The Westin Hamburg in der Elbphilharmonie, wo ich auch mein Büro habe, suche ich neue Talente. Ich bin Headhunter, Coach, Mentor, Recruiter, Influencer, Vertriebler und Consultant in einer Person, arbeite vor allem durch Netzwerken. Quasi als Schnittstelle zwischen Talenten und Arbeitgeber. Und ich hoffe sehr, dass ich viele Persönlichkeiten für die Hotellerie begeistern und spannende Karrieren langfristig betreuen kann. Ich selbst bastele mir mein Leben gerade neu zusammen, in einer neuen Stadt, einem neuen Umfeld, einem neuen Job. Und ich freue mich riesig auf Hamburg und die Hamburger, die ich in den ersten Wochen schon als extrem freundlich, ehrlich und auch greifbar erlebt habe.

Hamburger sind vor allem sehr direkt, sagen einem sofort, wenn ihnen etwas gefällt und wenn nicht – was wiederum mir sehr gefällt. Meine bisherigen Hotspots in der Stadt: Ich liebe es, am Abend mit den öffentlichen Fähren die Elbe entlangzufahren oder im Haus 73 den Tag ausklingen zu lassen. Auch ein Spiel im Millerntor-Stadion oder ein Tapas-Abend im Portugiesenviertel haben viel für sich. Und manchmal bleibe ich nach der Arbeit auch einfach noch ein bisschen auf der Plaza und genieße den Ausblick auf das Treiben der Schiffe und den Hafen. Anfänglich habe ich auch im Hotel gewohnt, mittlerweile habe ich eine Personalwohnung außerhalb des Hauses und bin auf der Suche nach einer schönen eigenen Wohnung, bestenfalls typisch hamburgisch mit einer Backsteinziegelwand. Da bin ich ein riesiger Fan von! Mein aktuelles Lieblingsviertel ist Eimsbüttel, wo es noch relativ viele privat geführte Geschäfte gibt, und das wie ein Dorf mitten in der Stadt erscheint. Ach, Hamburg hat einfach so viel zu bieten, so viele Facetten. Es gibt noch unheimlich viel kennenzulernen. Ich war vor meiner Ankunft zudem überzeugt davon, dass man sich aufgrund des Hafens, der Schiffe und des nahe liegenden Meers ein Stück weit freier und weltoffener als anderswo fühlen würde. Und ja: Das hat sich schon bewahrheitet.

 

Hannah und Bilal – Von Kapstadt nach Hamburg

 

Von Süden in den Norden Deutschlands: Hannah und Bilal Neu in der Großstadt Hamburg: Sarah (Foto: Erik Brandt-Höge)

Von Süden in den Norden Deutschlands: Hannah und Bilal Neu in der Großstadt Hamburg: Sarah (Foto: Erik Brandt-Höge)

Bilal: Ich war zehn Jahre alt, als ich von Belgien nach Südafrika zog. Meine Eltern hatten sich getrennt, und meine Mutter, meine Schwester, mein Bruder und ich wollten ein neues Leben beginnen. 17 Jahre ist das jetzt her, die ich in und um Kapstadt verbracht habe.

Hanna: Und ich kam vor acht Jahren nach Kapstadt für ein Praktikum, direkt nach dem Abitur im hessischen Hanau. Für ein Religionsstudium bin ich dann länger geblieben, weil ich mich sehr in die Stadt verliebt habe – und vor rund drei Jahren auch in Bilal.

Als ich meinen Abschluss in Kapstadt hatte, wollte ich zurück nach Deutschland. Die Wirtschaft in Südafrika ist in keiner aussichtsreichen Lage für Leute, die nach der Uni in die Zukunft starten wollen. Außerdem sind die Uni-Kosten ziemlich hoch, sodass ich dort einen Master nicht hätte machen wollen. Also zogen Bilal und ich in eine deutsche Stadt, die für uns total passend erschien: Hamburg. Hier mache ich jetzt mein Masterstudium.

Bilal: Meine Mutter ist Hamburgerin, ich hatte also schon einen kleinen Bezug. Und die Musikszene in Hamburg ist riesig – ganz anders als die von Kapstadt und Südafrika generell. Also dachte ich: Warum nicht?! Ich probiere es einfach mal. Zuerst mache ich einen Deutschkurs, arbeite nebenher und studiere vielleicht auch noch. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich irgendwann als Musiktherapeut in Hamburg arbeite.

Hanna: Uns hat man vor unserem Umzug gesagt, dass Hamburger sehr reserviert und kühl wären. Auch dass es hier sehr viele Snobs geben würde. Aber: Wir wurden positiv überrascht und sind bisher vor allem in offene Arme gelaufen. Die Menschen waren und sind uns gegenüber sehr aufgeschlossen, herzlich und entspannt. Es läuft wirklich gut.

Bilal: Und mit unserer Wohnung in Lokstedt hatten wir auch sehr viel Glück. Wir haben eine gemütliche Dachgeschosswohnung gefunden und eine tolle Vermieterin. Und: Wir können den Garten hinter dem Haus mitbenutzen, der wunderschön ist, sehr natürlich gehalten – und es gibt ganze acht Apfelbäume. Wir haben schon ordentlich geerntet und werden demnächst unseren eigenen Apfelsaft machen können.

 

Sarah – Eine Großstadt ist gewöhnungsbedürftig

 

Neu in der Großstadt Hamburg: Sarah (Foto: Erik Brandt-Höge)

Neu in der Großstadt Hamburg: Sarah (Foto: Erik Brandt-Höge)

Ursprünglich komme ich aus dem Westerwald, so richtig vom Land. Nach der Schule habe ich in Kiel drei Jahre Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation studiert und zog erst letztes Jahr für ein Volontariat bei einem Verlag nach Hamburg. Im Frühjahr 2019 war ich schon für ein Praktikum im selben Haus und war begeistert von der Redaktion, in der ich gelandet bin. Deshalb habe ich das Angebot, mich dort journalistisch weiterzuentwickeln, auch sofort angenommen. Vor dem Praktikum kannte ich Hamburg überhaupt nicht, und ich hätte es ehrlich gesagt auch nie für möglich gehalten, dass ich mal hierherziehen würde. Hamburg, das ist doch viel zu riesig, habe ich als Dorfkind immer gedacht.

Kiel war für mich schon eine absolute Großstadt, und noch größer – das konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Vielleicht war es gut, dass ich mit Kiel eine Art Zwischenschritt hatte, um mich an die Größe zu gewöhnen. Jedenfalls: Auch wenn es sehr weitläufig ist und überall viele unterschiedliche Menschen sind, finde ich Hamburg wirklich total schön. Ich mag den Stadtpark genau- so wie die Speicherstadt. Auch die Schanze hat ihren ganz eigenen Charme. Super ist außerdem, dass ich in Hamburg jeden Abend weggehen kann, wenn ich denn möchte. Durch das große kulturelle Angebot habe ich zum Beispiel eine Leidenschaft für Poetry Slams entwickeln können. Anders als in Kiel, so ist zumindest mein Empfinden, gibt es den typischen Hamburger auf jeden Fall nicht. Einerseits ist Hamburg total links und alternativ geprägt. Aber es gibt eben auch die vielen Besserverdienenden und natürlich überall Touristen. Ich habe viel in meiner Wohnung getan, damit ich mich in meinen eigenen vier Wänden wohl fühle.


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Elbphilharmonie: Meute ganz oben

Die Elbphilharmonie Sessions sind legendär. Doch noch nie fand eine auf dem Dach des Konzerthauses statt, bis Meute kam. Das Video der neusten Session hat am 17. September um 17 Uhr Premiere.

Text: Felix Willeke

 

Meute auf dem Dach der Elbphilharmonie. Nach Tamás Pálfalvi im Parkhaus oder Elbtonal Percussions auf der Plaza, sind die Elbphilharmonie Sessions schon legendär. Seit 2020 bringen sie Künstler:innen an die verschiedensten Orte des Konzerthauses. Jetzt ist ihnen Meute aufs Dach gestiegen. Die Hamburger „Techno Marching Band“ spielt die neuste Session in über 100 Metern Höhe. Sie liefern eine gewohnt großartige Show, inklusive zwei neuer Songs.

 

Premiere am 17. September um 17 Uhr

 

Die Session wurde, wie alle anderen zuvor, natürlich festgehalten. Das Video von Meute hat am 17. September 2021 um 17 Uhr Premiere auf YouTube und unter #sessions auf der Homepage der Elbphilharmonie.

Keine Lust zu klicken, hier gibts die Premiere der Elbphilharmonie Session von Meute:


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Balkon über der Stadt: Dach-Konzerte mit Ausblick

Im Rahmen des Kultursommer Hamburg bringt auch die Handelskammer in Kooperation mit der HKBiS Künstler:innen zurück auf die Bühne – und zwar eine mit grandiosem Ausblick

 

Zusammen mit der Handelskammer Hamburg gibt die HKBiS Hamburger Künstler:innen eine Bühne: „Das Mini Balkon Event“ wird live vom Sonnendeck auf dem CAMPUS75 in der Willy-Brandt-Straße mit Public Viewing in den Restaurants der historischen Deichstraße oder direkt nach Hause gestreamt.

Newcomer und musikalische Talente geben hier Konzerte umgeben von einer wunderschönen Hamburg-Kulisse: Das Rathaus, der Fernsehturm, der Michel, die Hafenkräne und die Elbphilharmonie sind von oben zu sehen! So wurde präsentierten am 4. August ein textgewaltiger Genremix der Superlative für einen vielfältigen Kulturrausch voller Lebendigkeit präsentiert: Die Band VOLLKAPUTTZE um Nick Heymann, FELI brachte mit Akkordeon und Gitarre ihre Hamburg-Chansons auf die Bühne und BINTA begeisterte mit urbaner Ehrlichkeit und Soul-Pop-Stimme.

Ab dem 10. August gibt es Konzerte und eine Lesung auf dem Dach der Handelskammer Hamburg – live und mit kühlen Drinks wird hier weiter Kultur in höchsten Höhen genossen!

Mehr Infos: hkbis.de/das-mini-balkon-event/ 


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