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„Peter von Kant“: Jeder tötet was er liebt

Der Film „Peter von Kant“ ist eine ausdrucksstarke, grandios besetze Adaption und Interpretation des Stücks „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ und eine kraftvolle Hommage an Regie-Legende Rainer Werner Fassbinder

Text: Marco Arellano Gomes 

 

Der berühmte Regisseur Peter von Kant (grandios: Denis Ménochet) führt ein geradezu dekadentes Leben in seinem großzügigen Kölner Domizil. Er ist auf dem Zenit seines Schaffens, trinkt gern, hat Stimmungsschwankungen und lässt seine Allüren an seinem zutiefst loyalen Diener Karl (Stéfan Crépon) aus. Durch seine Lieblingsschauspielerin und einstige Muse Sidonie (Isabelle Adjani) macht er die Bekanntschaft mit dem jungen, hübschen Amir (Khalil Gharbia), verliebt sich Hals über Kopf in diesen, lässt ihn bei sich wohnen und macht ihn zum Schauspielstar. Doch während Peter den Jüngling liebt, begehrt und sich in eine zerstörerische Abhängigkeit begibt, empfindet Amir zunehmend nur Spott, betrügt und demütigt diesen und folgt dem Ruf der eigenen Karriere. Verlassen wendet sich Peter gegen alle, die ihn noch lieben – von der Mutter (Hanna Schygulla) bis zur Tochter. Liebend, singend, schreiend, koksend und saufend führt der Regisseur ein Schauspiel auf, das seinesgleichen sucht.

Ein Tribut an die 70er und das Kino

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„Peter von Kant“ ist ein Tribut an das Kino, die 70er und einen außergewöhnlichen Regisseur (Foto: Barbarella Entertainment)

Der Film basiert auf dem von Rainer Werner Fassbinder stammenden Stück „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“. Im Gegensatz zum Stück und der gleichnamigen Verfilmung von 1972 ist die neue Kinofassung von François Ozon („8 Frauen“) mit homosexuellen Männern statt Frauen besetzt. Davon abgesehen folgt er der ursprünglichen Konstellation und Handlung Punkt für Punkt. „Peter von Kant“ ist ein starkes, emotionales Kammerspiel voller Sex und Leidenschaft und eine Hommage mit starken Bildern und einem grandios aufspielenden Hauptdarsteller – der nicht zufällig optisch und charakterlich an Fassbinder erinnert. Ménochets Darbietung ist von einer ungeheuren Wucht. Der Film, der 2022 die Berlinale eröffnete, ist ein Tribut an das Kino, die 70er und einen außergewöhnlichen Regisseur. Kurz: Kino pur!

„Peter von Kant“, Regie: François Ozon. Mit Denis Ménochet, Isabelle Adjani, Hanna Schygulla. 85 Min. Ab dem 22. September im Kino

Hier gibt’s den Trailer zum Film:

 


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Filmfest Hamburg: Filme vom Feinsten

30 Jahre Filmfest in der Hansestadt! Das will gefeiert werden – und zwar mit großartigen Filmen wie „Rheingold“ von Fatih Akin, „Triangle of Sadness“ von Ruben Östlund und dem Eröffnungsfilm „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ von Hans-Christian Schmid

Text: Marco Arellano Gomes 

 

Das Filmfest Hamburg feiert in diesem Jahr sein 30. Jubiläum. Vom 29. September bis 8. Oktober 2022 werden 110 Produktionen aus aller Welt als Europa-, Deutschland- oder Hamburg-Premieren gezeigt, darunter viele hochkarätige Filme. Unter anderem feiert der neue Fatih Akin-Film „Rheingold“ in Hamburg seine Weltpremiere. Der Hamburger Regisseur und Douglas-Sirk-Preisträger Fatih Akin zeigt darin den dramatischen und abenteuerlichen Weg von Rapper Xatar (gespielt von Shooting Star Emilio Sakraya) – vom Knast bis zum erfolgreichen Musiker und Unternehmer.

Film-Highlights

Filmfest Hamburg_30.Jubilaeum_Logo_gelber-kleinEröffnet wird das Filmfest mit „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ von Hans-Christian Schmid („Was bleibt“), der die Entführung von Jan Philipp Reemtsma aus der Perspektive dessen Sohnes thematisiert. „Endlich wieder ein Kinofilm von Hans-Christian Schmid! Und dazu einer über einen bundesweit bekannten Hamburger Kriminalfall, der in Hamburg gedreht wurde und bei uns seine Weltpremiere feiern wird“, so Festivalleiter Albert Wiederspiel.

Sehnsüchtig erwartet wird auch der Goldene-Palme-Gewinner „Triangle of Sadness“ von Ruben Östlund („The Square“) – eine sozialkritische Satire, die mit einigen provokanten und unvergesslichen Szenen aufwartet. Der Film „Meinen Hass bekommt ihr nicht!“ von Kilian Riedhof („Gladbeck“) greift die Geschehnisse und Folgen rund um das Attentat im Pariser Club Bataclan vom 13. November 2015 auf. Der Dokumentarfilm „Lars Eidinger – Sein oder nicht sein“ nähert sich, wie der Titel bereits ausdrückt, dem Ausnahmekünstler und gibt einen intimen Einblick darin, wie Eidinger sich seine Rollen erarbeitet. Das Filmfest Hamburg hatte schon immer ein Herz für ungewöhnliche Filme und zeigt auch den in Cannes mit dem Jurypreis ausgezeichneten Film „EO“ des mehrfach preisgekrönten polnischen Regisseurs Jerzy Skolimowski. Darin wird die Welt aus der Perspektive eines Esels gezeigt. Das kann bei so viel Eselei in der Welt nicht von Nachteil sein.

MICHEL Kinder und Jugend Filmfest

Auch das zum Filmfest Hamburg gehörende MICHEL Kinder und Jugend Filmfest (30. September bis 5. Oktober im Abaton) bietet ein buntes Portfolio an Filmen, die sich an Kinofans zwischen vier und 16 Jahren richtet. Themen sind Freundschaft, Mut und Identität. Eröffnungsfilm ist die bittersüße Familienkomödie „Lucy ist jetzt Gangster“ (Regie: Till Endemann). Der Film erzählt die Geschichte von Lucy, deren Eltern eine Eisdiele führen. Nachdem die Eismaschine kaputtgeht, heckt sie einen teuflischen Plan aus, um ihre Familie vor dem finanziellen Ruin zu bewahren.

Neben den Kinofilmen versprechen auch die „Reihe für Minis“ und zwei neue Detektivgeschichten der „Pfefferkörner“ beste Unterhaltung. „Die Themen sind vielschichtig und bieten generationsübergreifend die Möglichkeit, sich auszutauschen und in verschiedene Perspektiven einzufühlen“, sagt Steffi Falk, Leiterin des MICHEL Kinder und Jugend Filmfest.

Festival im Festival

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist die Einbindung des Molodist Kyiv International Film Festivals im Rahmen des Filmfest Hamburg – quasi als Festival im Festival (30. September bis 5. Oktober im Alabama Kino). Ukrainische Regisseure zeigen in der Hansestadt – sofern es die aktuelle und sich ständig ändernde politische Lage in der Ukraine zulässt – ihre Kurz- und Langfilme. „Es geht um gelebte Solidarität und um das Sichtbarmachen der ukrainischen Filmkultur“, so Filmfest-Hamburg-Leiter Albert Wiederspiel. „Wir freuen uns auf neue ukrainische Filme und auf einen lebhaften Austausch.“

Arbeits- und Dialograum

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Der Film „Rheingold“ von Fatih Akin feiert beim Filmfest Hamburg Weltpremiere (Foto: bombero international/Warner-Bros Entertainment / Gordon Timpen)

Erstmals bietet das Filmfest Hamburg in Kooperation mit der Semaine de la Critique in Cannes, dem Verbund der deutschen Filmhochschulstudierenden und dem Institut français mit dem #ATELIER22 einen kreativen Arbeits- und Dialograum für Filmstudierende aus Deutschland und internationale Debütfilmer an. Die Idee ist, Theorie und Praxis besser zu vernetzten, das gegenseitige Verständnis zu erweitern und Kontakte zu knüpfen. Die auserwählten Debütfilme sind: „Summer Scars“ von Simon Rieth (Frankreich 2022), „Love according to Dalva“ vom Emmanuelle Nicot (Belgien, Frankreich 2022) und „The Woodcutter Story“ von Mikko Myllylahti (Finnland, Dänemark, Niederlande, Deutschland 2022).

Festivalkinos sind das Abaton, Cinemaxx Dammtor, Metropolis, Passage und das StudioKino.

Hier gibt’s den Trailer zu „Rheingold“:

 


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Moonage Daydream: David Bowies Kosmos

„Moonage Daydream“ ist eine Hommage des Regisseurs Brett Morgen an den 2016 verstorbenen David Bowie und nimmt das Publikum mit auf ein ganz besonderes audiovisuelles Erlebnis 

Text: Anna Grillet 

 

Die Dokumentation „Moonage Daydream“ katapultiert die Zuschauer als multimedialer Wahnsinnstrip mitten in den kreativen Kosmos des 2016 verstorbenen brillanten Sängers und Songwriters David Bowie, eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Musikszene. Ein Ausnahmekünstler, der ständig Stile und Persönlichkeiten wechselte, Grenzen überschritt, von Nietzsche und Buddhismus inspiriert war. Ob als Ziggy Stardust, Elephant Man oder Major Tom, auf der Bühne, im Film oder beim Malen – die Suche nach sich selbst ist für ihn, den Gender-Dissidenten, das Kreieren neuer Ausdrucksformen im vertrauten Chaos.

Ein Kaleidoskop aus Sound, Bildern und Spiritualität

Filmemacher Brett Morgen („Kurt Cobain: Montage of Heck“, 2016) sichtete fünf Millionen Dokumente, Filmaufnahmen, Interviews, Tagebücher. Entstanden ist ein atemberaubend rasantes Kaleidoskop aus Sound, Bildern und Spiritualität. Live-Auftritte alternieren mit Film-Zitaten, experimenteller Videokunst und selbstreflektierenden Kommentaren David Bowies über Ziele, Zweifel und den Tod, aber auch die Gewissheit, keinen Moment des Lebens vergeudet zu haben.

„Moonage Daydream“,  Regie: Brett Morgen. 134 Min. Ab dem 15. September im Kino

Hier gibt’s den Trailer zum Film:


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Fantasy Filmfest: Fantastisch, innovativ und skurril

Das Fantasy Filmfest kommt Mitte September 2022 nach Hamburg und schickt seine Zuschauerinnen und Zuschauer mit Herz- und Kunstblut in den Herbst

Text: Marco Arellano Gomes 

 

Vom 14. bis 21. September 2022 tourt das Fantasy Filmfest durch Hamburg und bietet es seinen Zuschauern und Zuschauerinnen einen einzigartigen Mix an Genrefilmen. Atemlose Thriller, obskure Sci-Fi-Träume, harte Horrorschocker und gefühlvolle Arthouse-Perlen sind zu sehen – und stellen seit 36 Jahren eine Alternative zum „Superhelden-Einheitsbrei im Mainstreamkino“. Fantasy steht hier nicht für Drachen, Feen und verwunschene Wälder, sondern für Fantasie, Innovation und Skurrilität.

Zum Auftakt gibt’s Harry Styles

Eröffnet wird das 36. Fantasy Filmfest mit „Don’t Worry Darling“ (14. September, 19.30 Uhr) von und mit Olivia Wilde, mit Harry Styles in der Hauptrolle und einem furchteinflössenden Chris Pine. Sehenswert ist zudem der Film „Speak no Evil“ (18. September, 17.30 Uhr), in dem einer netten dänischen Familie im Urlaub in der Toscana das Grauen gelehrt wird sowie der Abschlussfilm „Emercency Declaration“ (21. September, 20.30 Uhr), der einige koreanische Topstars in die Katastrophe schickt. Diese Filme tanzen aus der Reihe, fordern und überfordern, brechen mit Konventionen und provozieren bis aufs Blut – exklusiv im Savoy.

Hier gibt’s den Trailer zum Eröffnungsfilm:

 


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Binnenalster-Filmfest: Großes Kino in großer Kulisse

Beim Binnenalster-Filmfest im Spätsommer ist wieder Zeit für vier Abende Freilichtkino am Jungfernstieg

Text: Marco Arellano Gomes 

 

Im Spätsommer findet das Binnenalster-Filmfest statt. Vom 15. bis zum 18. September 2022 verwandelt eine schwimmende Leinwand direkt auf der Binnenalster den Jungfernstieg in ein Freilichtkino. Platz wird auf der Treppe der Promenade genommen. Auf dem Programm stehen die Filme „Manche mögen’s heiß“ mit Marilyn Monroe (15. September), die Liebeskomödie „Harry und Sally“ mit Meg Ryan und Billy Crystal (16. September), Georges Bizets Oper „Carmen“, zur Spielzeit-Eröffnung der Staatsoper Hamburg, (17. September) und „Pappa ante Portas“ von Kultkomiker Loriot (18. September). Gastronomische Angebote sorgen für das leibliche Wohl. Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. Das Binnenalster-Filmfest wird vom City Management Hamburg, dem Filmfest Hamburg und dem Verein Lebendiger Jungfernstieg e.V. organisiert.

 


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Dokumentarfilmtage: LETsDOK

Vom 5. bis zum 18. September finden die Dokumentarfilmtage LETsDOK in Hamburg und Schleswig-Holstein statt und bieten dem Pubikum ein facettenreiches Programm

Zum Start gibt es eine vorgelagerte Live-Vertonungsprobe zu Vertovs Stummfilm „Der Mann mit der Kamera“ (1929), gespielt von ukrainischen Musikern in der Roten Flora (5.9., 21 Uhr).
Offizieller Auftakt ist eine Kino-Lesung mit Filmausschnitten von Dziga Vertov (12.9., 20 Uhr, Lichtmess). Vertov (1896–1954) gilt aufgrund seines experimentellen Stils als einer der wichtigsten frühen Regisseure von Dokumentarfilmen.

Abwechslungsreiches Programm 

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Bundesweite Dokumentarfilmtage kommen nach Hamburg und Schleswig-Holstein (Logo: LetsDok)

Gezeigt werden zudem: „Red Cunt“ (13.9., 20 Uhr, Schanzenkino 73), „Der Mann mit der Kamera“ mit dem Vorfilm „Sieben ein- fache Phänomene“ (14.9., 21.15 Uhr, Metropolis), „Dancing Pina“ (15.9., 20 Uhr, Abaton), „Football under cover“ (16.9., 20 Uhr, Klappstuhlkino Kellinghusen), „Ritual der schwarzen Sonne“ (17.9., 17 Uhr, Flora-Kino), „Die Aufseherin – Der Fall Johanna Langefeld“ (18.9., 11 Uhr, Flora-Kino), „Bettina“ (18.9., 15 Uhr, Kino Koki, Lübeck) und „Alice Schwarzer“ (18.9., 17.30 Uhr, Kino Koki, Lübeck).

/ MAG

 

 

 


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https://szene-hamburg.com/film-evolution-woody-allen/
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Easterfield Festival: Aus Liebe zur Kultur

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Drei Tage Film, Performances, Talks, Livemusik und Kunst aus Hamburg für Hamburg beim Easterfield Festival

 

Das erste Easterfield Festival 2021 war ein voller Erfolg – deswegen starten die Veranstalter dieses Jahr in eine zweite Runde. Vom 8. bis zum 10. September 2022 wird die Kulturszene der Stadt wieder auf dem Außengelände der Osterfeldstraße 6 gefeiert.

Auf dem Festival trifft sich die Hamburger Kulturszene und alle, denen die Kultur der Stadt am Herzen liegt. Besucher:innen können sich auf ein abwechslungsreiches Programm aus Musik, Installationen und Skuplturen, Performance, Film und Talks freuen. Ergänzt wird das künstlerische Programm mit sorgsam ausgesuchtem Streetfood und einem Getränkeangebot Hamburger Brands.

 

Programm-Highlights

 

Musikalisch bietet das Easterfield Festival die perfekte Begleitung für ausgelassene Sommerabende.Für das Line-Up mit Indie-Pop und Singer-Songwriter-Sounds konntendie Kurator:innen unter anderem den Hamburger Liedermacher Pohlmann und den Kopf der Band Selig, Jan Plewka, gewinnen. Viele weitere Musiker:innen aus der Hansestadt runden das Programm ab.

Besonders gespannt sein darf man auch auf die Performances, zum Beispiel von der Künstlerin TinTin Patrone. Björn Beneditz überträgt zudem Teile seiner Performance-Show aus dem Delphi Theater „Learning All Night Long, die Akademie der Nacht mit Drinks und Dozenten“ auf das Außengelände. Eine sorgsam kuratierte Filmauswahl wird dank Kopfhörern zum Silent Kino und sorgt für eine besondere Atmosphäre. Abgerundet wird das Festival-Programm von einem Skulpturengarten, dessen aufwändige Installationen von 11 Künstler:innen gestaltet wurden

 

Auf zum Easterfield Campus!

 

Alle künstlerischen Beiträge werden sorgfältig von einem namhaften Kurator:innen-Team aus der Hamburger Kunst- und Kulturszene ausgewählt. Das Team bestseht unter anderem aus Timm Weber, Kreativer Vorstand des MK&G, Felix Grassmann vom Abaton und Marie Kuhn vom Kunstverein Harburg.

Das Festival ist auf 400 Besucher:innen pro Tag beschränkt. Diese 400 Besucher können dann von Donnerstag, 8. September, bis Samstag, 10. September, täglich ab 17 Uhr das bunte Programm auf dem Easterfield Campus genießen. Tagestickets liegen bei 14 Euro, ermäßigt bei 10 Euro. Ein Drei-Tagesticket kostet regulär 35 Euro, ermäßigt 25.

Mehr Infos zum Easterfield Festival


Szene Hamburg verlost zusammen mit dem Easterfield Festival 2×2 Drei-Tagestickets via Instagram. Schaut auf unserem Account vorbei und macht beim Gewinnspiel mit!


 

Filmkritik: Die Zeit, die wir teilen

Flirrendes Drama von Regisseur Laurent Lari­vière mit Isabelle Huppert und Lars Eidinger in den Hauptrollen

Text: Christopher Diekhaus

Einfach macht es Laurent Lari­vière dem Publikum nicht in sei­ner zweiten abendfüllenden Re­giearbeit, die von Anfang an zwi­schen unterschiedlichen Zeit­ ebenen hin­ und her wechselt. Es braucht eine Weile, bis man sich zurechtgefunden hat, ein Gefühl für die Figuren und ihre Bezie­hungen bekommt. Dreh­ und Angelpunkt der Handlung ist, das kristallisiert sich allerdings sofort heraus, die Verlegerin Joan Verra (Isabelle Huppert). Eine selbstbewusste Frau, die in Paris ihre große Liebe aus Jugend­tagen wiedertrifft. Nach dieser zufäl­ligen Begegnung fährt sie in ihr Landhaus, wo sie immer mehr in die Welt ihrer Erinne­rungen abtaucht. Joan sei kühl und distanziert,beklagt an einer Stelle der leiden­schaftlich-­selbstzerstörerische Autor Tim Ardenne (voll in sei­ nem Element: Lars Eidinger), der sich rettungslos in sie ver­liebt hat.

Ein Spaziergang durch ein Leben mit Brüchen und Enttäuschungen

Ein Vorwurf, den man Larivières Film sicherlich nicht machen kann. „Die Zeit, die wir teilen“ erweist sich vielmehr als flirrend bebilderter Spaziergang durch ein Leben mit Brüchen und Enttäuschungen, über die wir die Protagonistin mehr und mehr kennenlernen. Wobei Vorsicht geboten ist: Joans Rückblicke und Gedanken sind, wie eine Enthüllung gegen Ende zeigt, stark von Wünschen und schmerzhaften Erfahrungen ge­prägt. Dass keine objektive, son­dern eine subjektive Sicht vor­ herrscht, unterstreichen schon die schwankende Tonlage und die sich oft verändernde opti­sche Gestaltung.

Auf der Zielgeraden kommt ein Twist

Der Regisseur zieht viele Register, kann aber nicht mit allen Kniffen überzeu­gen. Die Brechung der vierten Wand etwa wird willkürlich eingesetzt. Und gelegentlich gibt es merkwürdige Einschübe, deren Sinn sich nicht erschlie­ßen will. Bestes Beispiel: eine völ­lig aus dem Rah­men fallende Sex­szene mit einem Oktopus. Aus­drucksstark wie eigentlich immer spielt Isabelle Huppert gegen die Unebenheiten an und schafft es mehrfach, dem mäandernden Drama eine emotionale Tiefe zu verleihen. Auch auf der Zielgeraden, wo sich der erwähnte Twist offenbart, der bestimmt nicht jedem gefallen wird.

Regie: Laurent Larivière. Mit Isabelle Huppert, Lars Eidinger, Freya Mavor. 101 Min. Ab 31.8.

 


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Neu im Kino: Evolution

„Evolution“ von Kata Wéber und Kornél Mundruczó zeigt drei Generationen jüdisches Leben nach dem Holocaust

Text: Marco Arellano Gomes

Wie lebt es sich als Überlebende des Holocaust in Europa? Dieser Frage widmen sich Kata Wéber und Kornél Mundruczó („Pieces of a Woman“) in dem Film „Evolution“, der im vergangenen Jahr auf dem Filmfest Hamburg lief. In drei zeitlich unterschiedlichen, wenngleich miteinander verwobenen Episoden zeigt der Film drei Generationen einer jüdischen Familie, die den Holocaust überlebte – von 1945 bis heute.

Von Auschwitz über Budapest nach Berlin

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„Evolution“ von egisseure Kata Wéber und Kornél Mundruczó, ab dem 25. August in den Kinos (Foto: Match Factory Productions/Proton Cinema)

In der ersten Episode zeigen kraftvolle Bilder, wie in einer verlassenen Gaskammer ein kleines Mädchen namens Éva gefunden wird, das auf wundersame Weise die Hölle von Auschwitz überlebt hat. Die Atmosphäre ist surreal, albtraumhaft und fängt den menschlichen Horror, der sich hier abgespielt hat, gespenstisch und eindringlich ein.

Jahrzehnte später wird die inzwischen leicht demente Evá (Lili Monori) in Budapest von ihrer Tochter Léna (Annamária Láng) besucht. Die Mutter soll eine Auszeichnung als Überlebende erhalten, hält es aber für moralisch untragbar, diese anzunehmen und verweigert daher mitzugehen. Die beiden streiten, Vorwürfe fliegen durch den Raum, seelische Verletzungen treten zutage – und kulminieren in einer bildstarken Szene, in der eine Urkraft sich ihren Weg ebnet. „Ich will keine Überlebende sein, ich will leben“, sagt die Tochter in einem ergreifenden Moment.

Die dritte Episode zeigt Évas Enkel Jonás (Goya Rego), der mit seiner Mutter kürzlich nach Berlin zog. In der Schule wird er verprügelt und schikaniert, zugleich hat er sich in ein junges Mädchen verliebt. Als er nach einem Brand in der Schule nach Hause geht, erwischt er seine Mutter mit einem fremden Mann – es kommt zum Streit, bei der auch die eigene Vergangenheit nicht außen vor bleibt.

Große Fragen und Hoffnung

Von Generation zu Generation findet eine Evolution statt, bei der die Frage der eigenen Existenz im Raum steht. Was bedeutet es, jüdisch zu sein? Jede Generation hat ihre eigene Antwort – was filmisch an den unterschiedlichen Bildsprachen (Kamera: Yorick Le Saux) und Erzählformen deutlich wird. Es mag kein Entkommen aus der eigenen Vergangenheit geben – und doch bleibt die Zukunft ein offener Weg, auch voller Hoffnung.

„Evolution“, Regie: Kata Wéber und Kornél Mundruczó. Mit Lili Monori, Annamária Lang, Goya Rego. 97 Min. Ab dem 25. August in den Kinos 

Hier gibt’s den Trailer zum Film:


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UNERHÖRT! Das Musikfilmfestival

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Vom 7. bis 10. September findet das UNERHÖRT! Musikfilmfestival schon zum 16. Mal statt. Das heißt vier Tage und 30 Werke inklusive Gästen und Livekonzert

Das UNERHÖRT! Musikfilmfestival hat Tradition. Schon zum 16. Mal findet das Musikfilmfestival in Hamburg statt. Diesmal ist neben dem 3001 Kino und dem B-Movie auch erstmals das Alabama-Kino auf Kampnagel mit dabei.

Auch 2022 haben sich wieder Hunderte Filme beworben. Gezeigt werden in den vier Tagen 30 Werke in 22 Vorstellungen. Den Anfang macht „Aşk, Mark ve Ölüm – Liebe, D-Mark und Tod“ von Regisseur Cem Kaya. Er thematisiert in seinem brandneuen Film die Musik der sogenannten türkischen Gastarbeiter:innen in der Zeit der 1960er-Jahre. Das Besondere beim diesjährigen Auftakt ist neben dem Film die Location: Der Film läuft am 7. September um 20 Uhr am HausDrei und zwar Open Air.

Von Sheryl Crow bis Stockhausen

Außerdem laufen beim UNERHÖRT! 2022 die Filme Sheryl, ein Porträt über Sheryl Crow sowie Cesaria Evora, eine Dokumentation über die barfüßige Diva von den Kapverdischen Inseln und mit „Licht – Stockhausesn’s Legacy“ wirft die niederländische Regisseurin Oeke Hoogendijk einen Blick auf das Werk des 2007 verstorbenen Komponisten. Ohnehin sind in diesem Jahr beim UNERHÖRT! mehr Regisseurinnen als männliche Filmemacher vertreten.

Das Festival erwartet neben tollen Filmen auch den ein oder anderen Gast. Außerdem ist ein kleines Livekonzert geplant.

Lust auf mehr? SZENE HAMBURG verlost 3 x 2 Tickets für eine Vorstellung nach Wahl. Wie man an die Tickets kommt? Ganz einfach! Auf dem Instagram-Kanal von SZENE HAMBURG gibt es alle Infos dazu.