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Max Raabe: Raus aus der Realität

„Guten Tag, liebes Glück“ ist der Titel des aktuellen Konzertprogramms von Max Raabe & Palast Orchester. So richtig viele Glücksmomente gab es für die Meister der gehobenen Unterhaltung zuletzt freilich nicht. Ein Gespräch mit Raabe über Show-Ausfälle, das Vermissen des Publikums und den Ehrgeiz, Letzteres jetzt wieder aus dem Alltag zu entführen

Text: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Max Raabe, „Heut mach’ ich gar nichts, keinen Finger krumm, ich bleib’ zu Haus’ und liege hier einfach nur so rum“, heißt es in Ihrem Song „Der perfekte Moment“ – erschienen in einer Zeit, in der so etwas für einen viel beschäftigten Künstler noch Luxus war. Im vergangenen Jahr war es eine nicht zu umgehende Dauersituation. Wie haben Sie die CoronaMonate ohne Live-Auftritte erlebt?

Max Raabe: Schon ein bisschen apathisch. Es hat sich eine gewisse Teilnahmslosigkeit entwickelt.

Muss viel Organisation gewesen sein, immerhin hatten Sie zig Orchestermitglieder immer wieder über Konzertverlegungen zu informieren.

Das war furchtbar! Wir haben zwar keine Konzerte abgesagt, aber eben immer wieder verschoben. Zuerst um ein paar Monate, weil man dachte, es wird ja wohl bald wieder vorbei sein. Dann aber doch auf den Spätsommer, auf den Herbst und schließlich ins Jahr 2021. Es war eine enorme organisatorische Arbeit. Gott sei Dank lastete sie nicht voll und ganz auf meinen Schultern, aber sie war schon sehr nervenaufreibend. Was in dieser Zeit aber sehr schön und tröstend war: Dass wirklich niemand seine Karte zurückgegeben hat, sondern alle abgewartet haben, bis wir wiederkommen.

Haben einzelne Mitglieder zeitweise etwas mehr unter der Situation gelitten und um Gespräche gebeten?

Manchmal hat uns alle der Fatalismus umklammert. Aber es war auch allen klar: Von uns hatte niemand Schuld an der Situation, niemand hatte einen Fehler gemacht. Der – in Anführungsstrichen – Feind kam von außen. Und die Geschlossenheit des Orchesters war immer gegeben.

 

Ein Mangel an Geselligkeit

 

Für jemanden, der normalerweise 80, 90 Konzerte im Jahr spielt: Führt es zu Entzugserscheinungen, wenn so lange so gar kein Konzert möglich ist?

Ich muss gestehen, dass mir vor allem die Treffen im Restaurant und in der Kneipe gefehlt haben. Wenn wir Konzerte spielen, fängt für mich um 17 Uhr der schöne Teil des Tages an: Dann haben wir Catering. Noch schöner wird es, wenn wir 20 Uhr auf die Bühne gehen – dann können wir machen, was wir wollen. Wir haben dann den Ehrgeiz, die Leute dazu zu bringen, die Realität zu vergessen. Keiner soll mehr daran denken, ob sein Auto gerade im Parkverbot steht. Jeder soll sich ganz dem Programm hingeben. Dafür ist diese Musik ja auch gemacht worden: Damit man sich mal kurz um was Banales, Verrücktes, Romantisches oder Sentimentales kümmert. Und eben dieser Ehrgeiz, das hinzukriegen, treibt uns von Stadt zu Stadt, von Land zu Land.

Passt zu dem, was Sie mal über sich selbst sagten: Sie nähmen sich nicht so wichtig, die Musik hingegen sehr – und damit sicherlich auch das Publikum für Ihre Musik.

Ich sage es mal so: Wir haben mal ein Streamingkonzert gegeben, also eines ohne Publikum vor der Bühne. Und da war der Witz weg. Wir überlegen uns ja eine Dramaturgie, um damit beim Publikum eine Reaktion zu erzeugen. Wir möchten direkt sehen, ob die Sachen, die wir machen, ankommen oder nicht. Und wenn mal etwas nicht läuft, wird das Programm so lange umgebaut, bis es funktioniert. Von daher sind uns die Menschen vor der Bühne sehr wichtig.

 

Zeit für Neues

 

Haben Sie eigentlich während der pandemiebedingten Pause neue Songs geschrieben?

Haben wir, ja. Erst kürzlich habe ich mich mit einem Kollegen von Rosenstolz getroffen, auch mit Annette Humpe und Achim Hagemann. Das sind meine favorisierten Top-Fachkräfte, mit denen ich mir gerne Sachen ausdenke. Wir haben uns angehört, was wir vor einige Monaten gemacht hatten. Einiges davon ist in hohem Bogen in den Papierkorb geflogen, anderes haben wir unter Jubel weiterbearbeitet. Das normale Geschäft.

Wird davon schon etwas bei den anstehenden Konzerten, etwa beim Stadtpark Open Air, zu hören sein?

Nein, dazu ist es noch zu früh. Man muss die Stücke eine Zeit lang ruhen lassen, um zu merken, ob sie wirklich gut sind. So war es schon immer. Ich bin zudem unheimlich pingelig – gerade bei den eigenen Stücken. Für mich muss immer alles sitzen. Wenn von den Mitschreibenden auch nur einer komisch guckt, weiß ich, dass es nicht passt.

Wird dieser Perfektionismus vom kompletten Orchester getragen?

Die Kollegen sind mindestens genauso präzise. Wobei mir Perfektionismus etwas zu humorlos klingt. Ich würde es eher eine Liebe zum Detail nennen und ein Überprüfen, ob etwas berührend sein kann oder einfach nur abgedroschen ist.

 Wir verlosen 2×2 personalisierte Tickets für Max Raabe & Palast Orchester am 9. September 2021!

Wie könnt ihr mitmachen? Na so:

Bitte gebt für die Teilnahme euren vollständigen Namen und eure Adresse, sowie die Daten eurer Begleitung an. 

Max Raabe & Palast Orchester: Stadtpark Open Air, 9. September 2021, 20 Uhr


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2021. Das Magazin ist seit dem 28. August 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Zukunftsmusik: Der Sound der Hamburger Musikerin Sherly

Die Hamburger Sängerin Sherly sprach mit SZENE HAMBURG über ihren Sound, Stil und den Weg dorthin.

Text & Interview: Kevin Goonewardena

 

Mehr als ein Jahrzehnt hält die Renaissance des Neunziger R ‘n B nun schon an. Weiterentwickelt von Künstler:innen wie dem kanadischen Superstar The Weekend, FKA Twigs oder Frank Ocean als Future R ‘n B etikettiert, wird die melodiöse, verkitschte, oft chauvinistisch-sexuell aufgeladene, von nicht Wenigen heutzutage als trashig empfundene Musik von damals in eine progressive Variante zwischen Club, Pop und Vernissage verwandelt. Bei Fans und dem Feuilleton kommt das gleichermaßen an. Die Hamburger Musikerin Sheryl Verbindet verschieden Genre in ihrem Sound.

 

SZENE HAMBURG: Ein Blick auf deinen Instagram Account zeigt sofort: Hier hat man es mit jemandem mit einem urbanen, aber sehr eigenen Stil zu tun. Ein Stil der neugierig macht.

Sherly: Mittlerweile greift alles ineinander: die Musik, meine Leidenschaft für das Tanzen, die visuelle Erscheinung. Das war natürlich ein langer Weg dahin und der Prozess dauert nicht nur an, er wird ja auch nie abgeschlossen sein.

Vor allem deine Outfits stechen heraus. 

Ich habe das Glück dass mir eine befreundete Designerin (@lenavoutta, Anmerk. des Verfassers) viele Sachen auf den Leib schneidert. Einzelstücke, die ich dann tragen darf.

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Dein Sound ist sehr elektronisch. Allerdings nicht in der Art, dass du auf eine elektronisch Melodie etwas souliges singen würdest, sondern streckenweise sehr experimentell, brüchig. Wie hat sich dieser über die Jahre entwickelt und wo hast du musikalisch begonnen?

Wenn ich ganz weit zurückgehe, dann habe ich schon früh angefangen zu singen, bin als Schülerin auf Hochzeiten und Galas in allen erdenklichen Kombinationen aufgetreten: Solo, als Teil eines Duos, mit Band. Ich habe Coversongs gesungen, eigene hatte ich da noch nicht. Hauptsache es war soulig.

Wann hast du angefangen an eigenen Stücken zu arbeiten ?

Ich hatte schon länger selbstgeschriebene Texte in der Schublade, aber es war am Anfang schwer für mich für die Songs die richtige Instrumentierung, die richtigen Leute zu finden. Ein Kumpel hat mir dann den Popkurs an der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) empfohlen, der wichtig für das Networken war. Das war praktisch der Start für meine eigene Musik, denn dort habe ich die richtigen Leute gefunden. 2015 habe ich das erste Konzert mit eigener Musik gegeben.

Der Sound dürfte damals noch ein anderer gewesen sein. Wie hörte sich deine Musik anfangs an?

Anfangs klang ich noch viel weniger elektronisch, mein Sound war organischer. Es gab Gitarren und viel echte Drums. Damals lag der Fokus meiner Musik noch sehr auf Melodie und Text. Ich mag das auch immer noch, aber irgendwann hatte ich das Bedürfnis, was anderes zu machen. Ich wollte auch, dass es auf den Konzerten abgeht.

Gab es einen Anstoß, vielleicht einen Moment durch den langsam der Weiterentwicklungsprozess in Gang gesetzt wurde?

Das Tanzen war ein großer Einfluss für mich, auch für die Weiterentwicklung meines Sounds. Ich komme aus der rhythmischen Sportgymnastik, habe Wettkämpfe bestritten und mich dann irgendwann HipHop, Dancehall und anderen Tanzstilen zugewandt, weil man rhythmische Sportgymnastik irgendwann nicht mehr machen kann – das ist eigentlich ein Sport für Kinder und Jugendliche. Über die jeweiligen Tänze habe ich mich auch der entsprechenden Musik zugewandt und mich mehr damit beschäftigt.

Und musikalisch?

Kaytranada war ein großer Einfluss, denn er hat es geschafft schöne Melodien mit tanzbaren Beats zu vereinen. Ich finde, oft hat in moderner Musik die Stimme kaum Platz und wenn doch, dann sind die Songs sehr poppig. Bei ihm ist das anders. Auch NAO und Kelela finde ich gut, fresher Sound, kein klassischer R ‘n B wie früher.

Was möchtest du durch deine Musik transportieren, was möchtest du weitergeben?

Musikalisch versuche ich aus meinen Einflüssen von früher und heute etwas Neues zu kreieren, das auch gleichzeitig mich abbildet und dabei die neuen, technischen Möglichkeiten zu nutzen, die wir haben.

Und thematisch? Gibt es so etwas wie eine Message?

Es gibt keine explizite Message, ich möchte weder die Künstlerin sein, die sich ständig zu allem äußert, noch die, die wichtige Themen unserer Zeit nicht behandelt. Es gibt immer wieder Stücke, die ernste, aktuelle Themen behandeln, wenn diese mich bewegen und ich was dazu sagen möchte.

Beispielsweise „Faster, Better, Stronger“: In dem Lied geht es um den Selbstoptimierungswahn, dem viele heutzutage unterliegen. In einem anderen Song geht es darum, dass wir vieles geschehen lassen, obwohl wir sehen was passiert, da wir auch ein Stück weit überfordert sind mit der Welt in der wir leben und dem was passiert – mich eingeschlossen. Die Texte sind allgemein gehalten. Sie sollen eine Gültigkeit über das Hier und Jetzt hinaus besitzen und sich nicht auf etwas beziehen, was morgen vorbei und eventuell vergessen ist.

Was planst du für die Zukunft?

So viel wie möglich live spielen und natürlich neue Musik erarbeiten und veröffentlichen – ein Album ist allerdings nicht geplant. Ich mag es, wenn jeder Song für sich stehen kann. Auch hören die Leute heute eher einzelne Songs von Künstler:innen, anstatt ganze Alben.

Sherly ist am 13. August im Rahmen des Kultursommers im Künstlerhaus Faktor, Max-Brauer-Allee 229, 22769 Hamburg, bei der Serie “In The Mix” live zu erleben.


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Kraftwerk Bille: Gemeinschaftlich kaufen, sanieren und betreiben 

Ein Gespräch mit Nina Manz und Julia Marie Englert vom HALLO: e.V. über Geschichte, Problematik und Lösungen für das Projekt Kraftwerk Bille

Text & Interview: Kevin Goonewardena
Fotos: Jérome Gerull

 

Mit dem Festival HALLO: Festspiele und dem experimentellen Stadtteilbüro Schaltzentrale hat sich das ehemalige Kohlekraftwerk an der Bille in den letzten Jahren zum wichtigen Kulturstandort im Osten Hammerbrooks entwickelt. Nun soll sich der für die Aufwertung des einst brach liegenden Industriekomplexes maßgeblich verantwortliche HALLO: e.V. den Interessen des neuen Eigentümers beugen. Der will das Areal zu Büros umbauen, die weitere sekundäre kulturelle Nutzung des Geländes müsste als Feigenblatt des Projekts herhalten. Die Künstler:innen sollen auch ihre Programmhoheit und zugesagte Fördermillionen abgeben – die jedoch wollen das Gelände lieber gemeinschaftlich kaufen und ihre gemeinwohlorientierte Arbeit fortsetzen. 

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SZENE HAMBURG: Die HALLO: Festspiele – ein mehrtägiges Festival für experimentelle Kunst unterschiedlicher Disziplinen – fand erstmals 2015 statt, der HALLO: e.V. gründete sich kurz zuvor. Worum ging es euch damals?

Nina Manz: Julia und ich waren damals noch gar nicht dabei, wir sind erst 2018 dazu gekommen. Als 2015 dieses Gelände hier vom HALLO: e.V entdeckt wurde, ging es erstmal vorrangig um die Umsetzung der HALLO: Festspiele, mit denen es hier angefangen hat und dem Hintergedanken, verschlossene Räume der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dass die Festspiele eine Vorhut für eine dauerhafte Nutzung sein sollen, war von Anfang an das Ziel. Relativ schnell hat sich dann durch die künstlerische Forschung vor Ort ein Verständnis für den Raum und die Besitzverhältnisse ergeben.

Die da waren?

Nina Manz: Damals gehörte der Komplex der MIB, genauer der MIB Kraftwerk Bille GmbH, einem Privatinvestor, dessen Entwicklungsgesellschaft MIB Colored Fields GmbH beispielsweise auch die Baumwollspinnerei in Leipzig entwickelt. Sie ist spezialisiert darauf, Industrieliegenschaften durch kulturelle Umnutzung wieder zu reaktivieren. 

Die Aufwertung ehemals brachliegender Gebäude durch kulturelle Pioniernutzer:innen gehört zum Geschäftsmodell der MIB. Auf einem so reaktivierten Gelände können mit anderen Nutzungen dann höhere Mieten erzielt werden – oder die Immobilie lässt sich wie in unserem Fall für ein Vielfaches des ursprünglichen Kaufpreises weiter verkaufen.

 Nach der ersten Ausgabe der HALLO: Festspiele seid ihr geblieben. Wie kam es dazu?

Nina Manz: Es gab nach den ersten HALLO: Festspielen 2015 das Bedürfnis nach einem dauerhaften Standort für die kulturellen Aktivitäten, die nicht nur einmal im Jahr zum Festival durchgeführt werden sollten. 

Von Beginn an haben Mitglieder des Vereins Konzepte für dauerhafte Nutzungen für die Hallen des Kraftwerks konzipiert und der Eigentümergesellschaft vorgeschlagen. Daraufhin wurde uns von MIB die Räumlichkeiten der Schaltzentrale zur Nutzung angeboten: Mit einem jährlich kündbaren Mietvertrag von Seiten der MIB, ohne Miete, gegen Zahlung der Nebenkosten und relativer inhaltlicher Freiheit für den Verein.

 

Mangel an Räumen

 

Dass hinter dem Projekt Kraftwerk Bille eine Gmbh steht, habe ich vor Jahren bei einem offenen Treffen erfahren. In diesem Kontext wirkte das befremdlich, aber solange ein gemeinsames Ziel verfolgt wird, sollte eine solche Trägerschaft eigentlich kein Problem darstellen. Es muss ja auch nicht jeder Impuls zur Veränderung von unten kommen…

Julia Marie Englert: Die Entscheidung in einer privat besessenen Immobilie kulturelle Nutzungen zu initiieren, wurde notgedrungen akzeptiert – aus dem auch in Hamburg vorhandenen Mangel an Räumen für nicht-kommerzielle Tätigkeiten. Ebenso die prekären, temporären Konditionen der Nutzung. Darum war es uns auch so wichtig, die Aufwertung, die wir zwangsläufig mit in die Nachbar:innenschaft bringen, dauerhaft für diese zu sichern. 

Mit MIB sah es so aus, als ob dies gemeinsam möglich wäre, bis diese das Kraftwerk ohne unser Wissen verkauften, während wir zeitgleich eine Zusicherung von ihnen bekamen, im Rahmen der Förderung, einen Kraftwerksteil als Gemeingut zu sichern.

 Was ist da passiert?

Julia Marie Englert: Die MIB hatte jahrelang betont, dass Kraftwerk selbst entwickeln zu wollen. Warum es dann doch plötzlich zu einem Verkauf kam, wissen wir nicht. Bis heute bleibt das intransparent. Bisher wissen wir, dass die Anteile an der Gesellschaft Kraftwerk Bille Hamburg GmbH an neue Anteilseigner:innen verkauft wurden. Es wurde also nicht das Gebäude und der Grund verkauft, sondern die GmbH, die diese hält. 

Diese Art von Immobilientransaktionen werden häufig genutzt, um die Grunderwerbssteuer zu sparen. Die neuen Eigentümer:innen sind ein Immobilienunternehmer aus Berlin, sowie Arzt und ein weiterer Investor, die beide aus München kommen.

Und das passierte dann über Nacht?

Nina Manz: Über Nacht beziehungsweise parallel dazu, dass wir zusammen mit MIB und dem Bezirk Mitte eine Förderung für WERK beim Bund für ‘Nationale Projekte des Städtebaus’ beantragt haben. Die Förderzusage kam, als das Kraftwerk bereits neue Eigentümer hatte. 

Bei der Förderung geht es, mit einer Kofinanzierung der Stadt Hamburg, um neun Millionen Euro. Seitdem spitzt sich die Situation zu. Dadurch, dass der aktuelle Eigentümer nun nicht mehr verkaufen möchte, können wir das Geld der Förderung nicht annehmen, weil die Förderung an die gemeinwohlorientierte Eigentums- und Betriebsform unseres Konzeptes geknüpft ist. Unter diesen Umständen kommen wir natürlich unter wahnsinnigen Zugzwang: Wie können diese Bundesgelder A, nicht in die Taschen von profitorientierten Akteuren fließen und B, der Realisierung und Sicherung von bezahlbaren, dauerhaften Räumen für Kunst und Kultur, Produktion, Forschung und soziale Infrastruktur zugute kommen?

Häuser und Boden, in denen ihr arbeitet gehören jetzt also einer Firma, die das Gelände anders entwickeln möchte als der vorherige Eigentümer und ihr und das ohne euch?

Nina Manz: Hier sollen vor allem hochpreisige Büros entstehen. Wie sie an vielen Orten in Hammerbrook leer stehen. Die Gebäude des Areals – bei denen es Statik und Denkmalschutz zulassen – sollen aufgestockt und saniert werden, inklusive Teppichboden. Die Kesselhalle soll eine Art Kunst-Mall werden, so nennt es der Investor. Der neue Geschäftsführer kommt aus der klassischen Projektentwicklung und hat unter anderem Infrastrukturprojekte und Shopping Malls entwickelt. Also was sehr anderes als das Kraftwerk jetzt ist – und wofür es seit Jahren mit den erprobten Nutzungen steht. Es geht hier klar um ein Investment, was möglichst hohe Renditen erwirtschaften soll.

 

„Zeit, fair zu verkaufen“

 

Und wie sehen eure Pläne für die Entwicklung des Geländes aus?

Julia Maria Englert: Unser Konzept sieht vor das Grundstück mit Hilfe der Schweizer Stiftung Edith Maryon zu kaufen. Das ist eine gemeinwohlorientierte Stiftung, die Immobilien dem Markt entzieht und an gemeinnützige Organisationen wie z.B. eine Genossenschaft  verpachtet um deren Projekte zu ermöglichen. Sie ist auch ein Garant dafür, dass das Grundstück nicht weiter verkauft werden kann und zukünftiger Spekulation entzogen wird.  Über unsere  Genossenschaft WERK eG planen  wir dann den eigenständigen Kauf des Gebäudes, welches auf dem Grundstück steht.

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Eurem Konzept zufolge sollen die jetzigen Besitzer:innen das Grundstück der Stiftung und das Gebäude eurer Genossenschaft verkaufen. Nur zu einem geringeren Preis als dieser durch die Vermarktung als Bürostandort durch Mieteinnahmen erzielen könnte.

Julia Maria Englert: Genau. Mit den zugesagten Fördermittel in Höhe von rund neun Millionen Euro von Stadt und Land könnte das Gebäude dann saniert werden, ebenso wird die gemeinschaftliche Entwicklung finanziert – denn wir finden, dass alle mitbestimmen sollen, wie dieser einzigartige Ort zukünftig genutzt wird.

Diese Geldsumme braucht es auch, denn die Bausubstanz wird mit jedem Jahr schlechter. Die Fördermittel sind allerdings an unser Konzept geknüpft – ohne WERK gibt es demnach auch keine Förderung. Wir lassen uns aber nicht für die geplante kulturelle Zwischennutzung einspannen, um den Eigentümer:innen diese Fördermillionen zu ermöglichen.

 Was würde sich ändern?

Julia Maria Englert: Eigentum und Betrieb wäre durch die Genossenschaft anders organisiert: Jede:r könnte Teil davon sein und als aktives Mitglied die Zukunft des Kraftwerks mitbestimmen. Für WERK sehen wir eine Nutzungsmix zu je einem Drittel Kunst/Kultur, sozialem und produzierendem Gewerbe vor. Das garantiert die Vielfalt, die der Ort und der Stadtteil Hammerbrook brauchen. 

Wie ist die Position der Stadt Hamburg?

Nina Manz: Sehr positiv. Die Stadt hat mit uns den Förderantrag gestellt. Gleichzeitig zeigt sich hier, was wir bereits wissen: städtisches Grundeigentum sollte nicht verkauft werden, die Steuerungsinstrumente und Einflussnahmen auf gemeinwohlorientierte Nutzungen sind sehr gering, sobald sich die Immobilien in privater Hand befinden.

Mit der Kampagne „Zeit, fair zu verkaufen“ fordert ihr die Eigentümergesellschaft Kraftwerk Bille Hamburg GmbH nun zum Verkauf eines Gebäudeteils an die zu gründende Genossenschaft zu einem fairen Preis auf.

Julia Maria Englert: „Mit der Kampagne wollen wir auf die Situation aufmerksam machen und den Druck erhöhen, dazu finden auch im Rahmen des Kultursommers zahlreiche Veranstaltungen statt. Wie wichtig dieses und ähnliche Projekte für ihre Umgebung, aber auch die Stadt selbst sind, sieht man auch an unseren Erstunterzeichnerr:innen – darunter befinden sich sowohl Einzelpersonen und Organisationen aus Hamburg, Deutschland und darüber hinaus. Nicht nur Künstler:innen, sondern auch Wissenschaftler:innen, Forscher:innen, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen, die an Stadtentwicklung beteiligt sind.

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Mehr Infos und zu den über 150 Erstunterzeichner:innen. Mit unter anderem Mundhalle, Hallo: Radio, Gängeviertel, Golden Pudel, Papiripar Galerie 21, Kampnagel – Internationales Zentrum für schönere Künste, Fux Genossenschaft, Elbphilharmonie, Recht auf Stadt Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Kunstverein. Hier geht’s zur Petition.


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Ensemble Resonanz unter freiem Himmel: Alte Helden am Alten Wall

Mit der Reihe „urban string“ verwandelt das Kammermusikorchester Ensemble Resonanz den öffentlichen Raum regelmäßig in eine Konzertbühne. Im Rahmen des Kultursommers  ließen die Musiker:innen nun gemeinsam mit der Bucerius Stiftung den Alten Wall erklingen

Text: Kevin Goonewardena

 

Zeitgenössische Musik und klassisches Repertoire in lebendige Zusammenhänge stellen, dass ist die Idee hinter dem Streicherensemble Ensemble Resonanz. Am Alten Wall konnten  die Zuschauer:innen Interpretationen der Werke alter Helden nun einen Abend lang genießen. 

Mit Blick auf das Rathaus, die Handelskammer und die zweiteilige Skulpturen „Gesellschaftsspiegel“ des Künstlers Olafur Eliasson, wurden Auszüge der Werke des ehemaligen Kichendiektors Hamburgs G.F. Telemann, des zeitgenössischen US-Komponisten John King oder der musikalischen Adaption (durch Alan Ridout) des Kinderbuchlassikers „Ferdinand, der Stier“ von Munro Leaf, unter dem Motto „superhero serenade“, aufgeführt.


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Vol. 4: Eine sommerliche Kulturwoche voller Ideen

Der Kultursommer Hamburg bietet über vier Wochen noch bis zum 15. August insgesamt mehr als 1700 Veranstaltungen in der ganzen Stadt verteilt an. Damit da nicht der Überblick verloren wird, haben wir uns durchs Programm gelesen und empfehlen hier tägliche Events in der Vorschau, damit die Woche gut geplant, genossen und vieles mitgenommen werden kann! Auf in die letzten sieben Tage des Kultursommers!

 

9. August 2021

Bei „Ein zirkus in der Stadt“ zeigen Kinder und Jugendlichen der Zirkusschule Die Rotznasen e.V. an verschiedenen öffentlichen Plätzen wie zum Beispiel im Altonaer Gerichtsviertel, im Emil-Wendt-Park, im Goethepark und in der Altonaer Fußgängerzone – ihr Können. Eine kleine Zirkusshow und Stelzenauftritte werden präsentiert.

Am 9. August sind die Rotznasen im kleinen Zirkuszelt im Emil-Wendt-Park an der Thadenstraße, direkt gegenüber vom Wohlers Park, zu bestaunen. Die Zirkusproben gehen von 15.30 bis 16.30 Uhr und der Zirkusauftritt folgt um circa 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei!

 

10. August 2021

Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Sie sind weniger sichtbar und verdienen auch deutlich weniger Geld. Um darauf aufmerksam zu machen, veranstaltet das HausDrei in Kooperation mit dem Frauen Musik Zentrum die Konzertreihe FEM*Jazz. Die Konzertserie legt ihren Fokus auf die Unterstützung von Frauen und nicht-binären Menschen und ihre Gruppen, Ensembles und Kollaborateure.

Die Bühne im August-Lütjens-Park bietet einen barrierefreien Zugang zu den Konzerten. Für 1,50 Euro gibt es hier ab 18:30 Uhr Musik mit Saxofon, Flöte, Klavier und Gesang auf die Ohren.

 

11. August 2021

 47 Galerien zeigen im Rahmen des Kultursommers noch bis zum 15. August in einer Schaufenster-Ausstellung in den Stadthöfen Arbeiten ihrer Künstler:innen. Neben Fotografie gibt es Malereien, Skulpturen und Installationen zu sehen. Die Stadthöfe in der Innenstadt sind ein historischer Ort und eine Gedenkstätte. Sie befinden sich an der Grenze von Hamburgs Altstadt zur Neustadt. Der Haupteingang befand sich an der Ecke Stadthausbrücke/Neuer Wall. Die Erbauung erfolgte während der französischen Besetzung.

Führungen zur Schaufenster-Ausstellung „Aufmerken“ finden nach Voranmeldung unter info@galerien-in-hamburg.de täglich um 18.00 Uhr statt. Die Werke können am 15. August 2021 um 15.00 Uhr in einer Open-Air-Auktion in den Stadthöfen im Palaishof ersteigert werden.

 

12. August 2021

 Im Schroedingers im Schanzenpark finden im Rahmen des Kultursommers insgesamt acht Konzerte und Veranstaltungen statt, die zeigen, wie hoch die kulturelle Vielfalt in Hamburg ist. Von Comedy bis Singersongwriter von Punk bis Pop bis Poetry Slam gab es schon tolle Events. Am Donnerstag, 12. August, findet die Reihe in Kooperation mit der Astra Stube mit der Live-Show zum Hamburger Podcast „Normale Möwe“ ihr Ende. Auf der Bühne schnacken dann zwei Kerle: Hinnerk Köhn ist Comedian und Max Scharff ist DJ. Zusammen reden sie über Alles und Nichts, ein Special Guest ist eingeladen. Spaßig wird es allemal! Tickets gibt es für 20 Euro.

 

13. August 2021

 Die Hamburger Textilkünstlerin Anne Reiter bearbeitet mit handwerklichen Techniken wie Weben, Knüpfen und Siebdrucken Möglichkeiten von Erinnerungskulturen. Gemeinsam mit der Leipziger Künstlerin Sophie Lindner, welche die Pop-Kultur des Ostens mit dem Motiv des Planeten Saturn erforscht, wird ein Siebdruck Workshop in Kooperation mit dem Museum für Kunst und Gewerbe am 13. August um 14 Uhr in der Innenstadt Hamburgs Haltungen zu Ost und West erfragen.

Die Künstlerinnen sind Beide im Osten geboren und aufgewachsen. Als Nachwendegeneration fühlen sie sich mit verantwortlich über den Stand der deutschen Einheit zu sprechen. Wo steht deutsch-deutsche Geschichte heute? Kann Erinnerungskultur verstofflicht werden und individuelle Bilder entstehen?

Zusätzlich zu den zehn fest angemeldeten Teilnehmer:innen werden auch Passant:innen eingeladen mit den Künstlerinnen Ambivalenzen in Ost- und Westperspektiven zu behandeln. Mit einem Konvolut an Motiven können die Teilnehmer:innen des Workshops Stoffe bedrucken. Halstuch, Pioniertuch, Stola: Die Textilien können anschließend von den Teilnehmer:innen mitgenommen werden.

Anmeldungen zum Workshop können bis zum 10. August an julia.meer@mkg-hamburg.de geschickt werden.

 

14. August 2021

Das Kultursommer Special beim Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel, präsentiert von NDR und ZEIT-Stiftung, zeigt unter freiem Himmel ein regionales Programm mit vielen Konzerten, Live-Podcasts und Events für Kinder. Auf der Wald- und der Kanalbühne finden am 14. August von 14.30 bis nach 22 Uhr ein Kinderprogramm mit der „Hexe Knickbein“, ein Live-Podcast mit Ralf Schlüter und seinem Gast Ebba Durstewitz, einem Konzert mit Philipss Playlist und den NDR Akademisten statt.

On top gibt’s die Hamburg Spinners zu hören: Die Supergroup bestehend aus Carsten „Erobique“ Meyer, Produzent Dennis Rux, Afrokraut-Spezialist David Nesselhauf und The KBCS-Drummer Lucas Kochbeck. Zwischen Orgel-Jazz, Stax-Records und Morricone-Soundtracks wird ein Hamburg vergangener Tage heraufbeschworen. Auf Kampnagel präsentieren sie sich und ihr Album erstmals live dem Hamburger Publikum. Tickets für das ganze Programm gibt es für drei Euro.

 

15. August 2021

Popkultur ist für alle Generationen da, daher bringen Mitra Kassai und ihr ehrenamtliches Team der gemeinnützigen Hamburger Initiative OLL INKLUSIV seit 2018 Senioren und Senioritas bei Kulturveranstaltungen zusammen. Am 15. August kommt nun der ganz große Aufschlag: OLL INKLUSIV lädt von 15 bis 18 Uhr zur HALBPENSION in den Stadtpark.

Bei der Open-Air-Sause ist der Hamburger Kneipenchor am Start. Dieser Chor schmettert Pophits von den Beginnern bis Queen, von Miley Cirus bis Die Ärzte. Ebenfalls mit dabei ist das Hamburger Trio WHT?!. Ihr eingängiger Mix aus Pop, Neo-Funk, Soul und HipHop steht für gute Laune. Und natürlich wird auch das Musikbingo mit DJ Rita nicht fehlen.

Auch U-60-jährige sind – gegen Spende – in den Stadtpark eingeladen, damit Alt und Jung zusammen feiern können.


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Antilopen Gang auf der Rollschuhbahn: Revoluzzer im Regen

Bei ihrem Auftritt auf der Rollschuhbahn in Planten un Blomen begeisterte die Düsseldorfer Band ihr Publikum mit einem Querschnitt durch ihr Schaffen und einer Show, die alles bereit hielt, was ein gutes Konzerterlebnis verspricht. Den gelungenen Abend ließen sich die Fans auch von Bestuhlung und Dauerregen nicht verderben

Text: Kevin Goonewardena
Fotos: Jérome Gerull

 

Die Gruppe um die Rapper Koljah, Panik Panzer und Danger Dan – der erst im Frühjahr mit seinem Solo-Album, dem überraschenden Klavierwerk „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ die Spitze der deutschen Charts anführte – dürfte so ziemlich jedem Musikfan in Deutschland ein Begriff sein.

Unter dem Radar läuft die Band, die sich zwischen Punk-, Rap- und Popmusik bewegt, allerdings immer noch. Daran hat auch ihr Nummer eins Album „Anarchie und Alltag“ (2017) nicht viel geändert. So ist es nicht wirklich überraschend, dass es für das Konzert auf der Eislaufbahn in Planten un Blomen am 6. August 2021 im Rahmen des Kultursommers noch Tickets zu moderaten 35 Euro an der Abendkasse gab.Antilopen-Gang_Kultursommer_Foto_Jerome_Gerull-4

Mit der Hook „Antilopen gibt ‘ne Party und ihr kommt nicht rein“ des Stückes „Pepsi Und Basmatireis“ eröffnen die Rheinländer ihr Set, da hatten sie die über den Absperrzaun des Veranstaltungsort lugenden ticketlose Zuschauer:innen längst entdeckt.

In gut eineinhalb Stunden spielte sich die Gruppe quer durch ihren musikalischen Werdegang – inklusive der obligatorischen Erwähnung des ehemaligen und vierten Bandmitgliedes NMZS. Dieser hatte im Jahr 2013 noch vor Abschluss des Plattenvertrags mit dem Label JKP, der Düsseldorfer Punkband Die Toten Hosen, und vor dem Erscheinen des Debütalbums „Aversion“ (2014), den Freitod gewählt. Die drei verbliebenen Mitglieder widmeten ihm das Stück „Enkeltrick“, das, so die Rapper, auf eine Idee ihres verstorbenen Freundes zurück geht.

 

Tanzfläche Tisch

 

„DIE KYNGZ SIND BACK!!!1“, „Wünsch dir nix“, „Globuli“, natürlich ihr Stück „Pizza“, über das sie selbst immer ironisch an ihre Hörerschaft gewandt sagen: „Wenn ihr nicht dumm wärt, wäre ‘Pizza’ kein Hit“ und ihren Klassiker, Lead-Single ihres Debüts „Beate Zschäpe hört U2“, waren nur einige der live dargebotenen Songs.

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Das Publikum musste aus Pandemie-Gründen zwar auf den sonst üblichen Moshpit verzichten, gab aber auch im Sitzen alles  – vor allem zeigte sich der Großteil vertraut mit den Texten der Rapper. Die gaben sich alle Mühe die Pandemie vergessen zu machen: Schon der Refrain des zweiten Stückes „Army Parka“ wurde zum Mitmach-Moment des Konzertes: „Ich schlender’ durch das KaDeWe / Ohne Geld im Portemonaie / Ich klau mir, was ich will, ok. Alléz, alléz, alléz…“ heißt es dort.Antilopen_Gang_Kultursommer_Foto_Jérome_Gerull-14

Als dann schließlich beim letzten Song des Abends, mit dem bezeichnenden Titel „Anti Alles Aktion“ (Unter dem Namen haben die Musiker auch vor Antilopen Gang Musik gemacht) doch noch das gesamte Publikum unaufgefordert den Drang nicht mehr unterdrückte sich zu bewegen, aufstand, neben den Bierbänken und auf den Tischen begann zu tanzen, hatte das Konzert auch diesen Moment, in dem Musik, Künstler:innen, Publikum, Zeit und Ort eins werden. 

Diesen Moment also, den man nicht planen und nicht wiederholen kann, der hier wider der Vernunft war, aber immer authentisch ist und die Erinnerung an den Abend bestimmen wird.


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WiebuschBosseUhlmann: Hits hoch drei

Die drei Sänger und Songschreiber machen gemeinsame Sache und sind am 11. August 2021 im Stadtpark

Text: Erik Brandt-Höge

 

Supergroups gibt es wie Sand am Meer. Immer wieder schließen sich bekannte Musiker zusammen, um im Kollektiv noch mehr Spaß zu haben – und anderen zu machen. Sicher, das haut nicht immer so hin wie geplant. Teils entstehen ach so wilde Formationen, deren Songs nur für ganz, ganz eingefleischte Anhänger der Bandmitglieder interessant sind. Manchmal sind Supergroups aber auch total, nun ja, super eben.

Eine von ihnen: WiebuschBosseUhlmann. Muss nicht zwingend erklärt werden, dass Marcus Wiebusch, Aki Bosse und Thees Uhlmann dahinterstecken. Ebenso müssen die drei Sänger und Songschreiber niemandem mehr vorgestellt werden. Ein Blick auf das Programm des Trios hingegen lohnt sich. Mit Band im Rücken spielen sie ihre Lieblingslieder – die von sich selbst und von den anderen. Kann also gut angehen, dass Wiebusch auf der Stadtpark’schen Freilichtbühne „Dein Hurra“ von Bosse singt. Und Uhlmann „Frankfurt/Oder“, auch von Bosse. Und dass Bosse Kettcars „48 Stunden“ und Uhlmanns „Danke für die Angst“ interpretiert. Und und und. Vorstellbar ist so ziemlich jeder Song der drei, performt von jedem. Deswegen macht diese Supergroup auch so viel Sinn.

 Wir verlosen 2×2 personalisierte Tickets für WiebuschBosseUhlmann am 11. August 2021!

Wie könnt ihr mitmachen? Na so:

Bitte gebt für die Teilnahme euren vollständigen Namen und eure Adresse, sowie die Daten eurer Begleitung an. 

WiebuschBosseUhlmann: Stadtpark Open Air, 11. August 2021, 20 Uhr


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Juli 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Hammer Sommer in Hamm: Das Sommerfestival

Es begann 2009 mit einem Fest im Hammer Park, 2018 wurde daraus das Hammer Sommerfest und 2021 veranstaltet der Kulturladen Hamm vom 6. bis 22. August 2021 im Rahmen des Hamburger Kultursommers das Hammer Sommerfestival 

Text: Felix Willeke

 

Das Hammer Sommerfestival findet vom 6. bis 22. August 2021 im Hammer Park, dem Hammer Süden und auf dem Platz der Kinderrechte statt. Außerdem gibt es unter dem Titel „Von Hamm bis Horn“ verschiedenste kleine Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten wie der Jungen Kirche Hamm, der Christuskirche oder der Kita Kinderschlupf. Zu den Highlights zählen in diesem Jahr die Konzerte im Hammer Park, die in Zusammenarbeit mit „Kunst 2 Go“ stattfinden. Hier sind dann unter anderem Celine Love, Clara Bauer und die aus dem Zwick bekannten Rudolf Rock & Die Schocker zu sehen. Die Konzerte kosten fünf Euro, Tickets gibt es bei „Kunst 2 Go“ (tixforgigs.com). Wenn der Kultursommer und damit auch die Konzerte im Hammer Park am 14. August vorbei sind, geht das Hammer Sommerfestival noch weiter.

Das breit gefächerte Programm reicht dabei von einem Fußball-Freundschaftsspiel über das Hammer Kinderfest am 14. August, „Klassik im Park“ am 15. August bis zu Kurzfilmen und Gespräche zu Themen wie der Seenotrettung von Flüchtenden im Mittelmeer oder das Leben junger geflüchteter Männer in Hamburg.

Fast alle Veranstaltungen des Hammer Sommerfestivals sind kostenlos. Bei einigen ist allerdings eine Anmeldung notwendig. Für das komplette Festival gelten die aktuellen Hygienebestimmungen wie das Tragen einer OP- oder FFP2-Maske und der Nachweis eines negativen Schnelltests, einer vollständigen Schutzimpfung oder einer Genesung. Zudem werden bei allen Veranstaltungen die Kontaktdaten zur Kontaktverfolgung erfasst.

6. – 22.8., Hamm, verschiedene Orte; hh-hamm.de/sommerfestival/ 


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Balkon über der Stadt: Dach-Konzerte mit Ausblick

Im Rahmen des Kultursommer Hamburg bringt auch die Handelskammer in Kooperation mit der HKBiS Künstler:innen zurück auf die Bühne – und zwar eine mit grandiosem Ausblick

 

Zusammen mit der Handelskammer Hamburg gibt die HKBiS Hamburger Künstler:innen eine Bühne: „Das Mini Balkon Event“ wird live vom Sonnendeck auf dem CAMPUS75 in der Willy-Brandt-Straße mit Public Viewing in den Restaurants der historischen Deichstraße oder direkt nach Hause gestreamt.

Newcomer und musikalische Talente geben hier Konzerte umgeben von einer wunderschönen Hamburg-Kulisse: Das Rathaus, der Fernsehturm, der Michel, die Hafenkräne und die Elbphilharmonie sind von oben zu sehen! So wurde präsentierten am 4. August ein textgewaltiger Genremix der Superlative für einen vielfältigen Kulturrausch voller Lebendigkeit präsentiert: Die Band VOLLKAPUTTZE um Nick Heymann, FELI brachte mit Akkordeon und Gitarre ihre Hamburg-Chansons auf die Bühne und BINTA begeisterte mit urbaner Ehrlichkeit und Soul-Pop-Stimme.

Ab dem 10. August gibt es Konzerte und eine Lesung auf dem Dach der Handelskammer Hamburg – live und mit kühlen Drinks wird hier weiter Kultur in höchsten Höhen genossen!

Mehr Infos: hkbis.de/das-mini-balkon-event/ 


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