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Happy Birthday, Elbphilharmonie!

Mit der Elbphilharmonie feiert Hamburgs neues Wahrzeichen seinen fünften Geburtstag und bietet vom 9. bis 17. Januar 2022 ein Programm der Extraklasse

Text: Marco Arellano Gomes

 

Sind tatsächlich fünf Jahre vergangen, seit die Elbphilharmonie in Hamburg eröffnete? Es kommt einem irgendwie länger vor. Als wäre sie immer da gewesen, als wäre Hamburg schon immer Teil der ersten Reihe der Musikstädte dieser Welt. Andererseits, kommt es einem kürzer vor – denn auch das strahlende Konzerthaus in der HafenCity musste aufgrund der Pandemie und der Lockdown-Phasen über Monate pausieren. Kein Beethoven, keine Klangwelten, kein Husten und Räuspern in den Pausen. Aber es stimmt: Im Januar feiert die Elbphilharmonie, die die Hansestadt schlagartig in die erste Liga der klassischen Musik katapultierte, ihren fünften Geburtstag. Und das will gebührend gefeiert werden!

 

Feier zum Fest

 

Zu diesem Anlass gibt es vom 9. bis 17. Januar 2022 eine spektakuläre Konzertwoche. Vielfalt, Dichte und Qualität lässt keine Wünsche offen. Das Festkonzert am 11. Januar übernimmt wie am Eröffnungstag das NDR Elbphilharmonie Orchester, diesmal unter Leitung des neuen Chefdirigenten Alan Gilbert. Darüber hinaus gibt es jede Menge prominente musikalische Beiträge: Kent Nagano mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg (9.1./10.1.), der legendäre US-Jazzsaxofonist Charles Lloyd mit seinem Quartett (9.1.), das London Symphony Orchestra unter ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle (13.1./14.1.) sowie die Staatskapelle Berlin mit ihrem Stardirigenten Daniel Barenboim (15./16.1.), um nur die prominentesten zu nennen. Zudem spielt Pianist Kirill Gerstein gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester das jüngste, hochgelobte Klavierkonzert des britischen Komponisten Thomas Adès (12.1.). Ein Highlight ist das Licht-Kunstwerk des international gefeierten Künstlerduos DRIFT aus Amsterdam, das das Konzerthaus spektakulär in Szene setzt – passend zu der parallel beginnenden Ausstellung zum Duo im Museum für Kunst und Gewerbe.

  • Am 11. Januar 2017 wurde die Elbphilharmonie eröffnet (Foto: Maxim Schulz)

    Am 11. Januar 2017 wurde die Elbphilharmonie eröffnet (Foto: Maxim Schulz)
  • Ursprünglich sollte sie schon 2010 fertig sein, doch der Bau gestaltete sich schwieriger als gedacht (Foto: Oliver Heissner)

    Ursprünglich sollte sie schon 2010 fertig sein, doch der Bau gestaltete sich schwieriger als gedacht (Foto: Oliver Heissner)
  • Durch die „Tube“ gelangen fast alle Gäste auf die „Plaza“ der Elbphilharmonie (Foto: Michael Zapf)

    Durch die „Tube“ gelangen fast alle Gäste auf die „Plaza“ der Elbphilharmonie (Foto: Michael Zapf)
  • Die „Plaza“ ist für alle zugänglich und bietet einen einzigartigen Blick auf Hamburg und seinen Hafen (Foto: Iwan Baan)

    Die „Plaza“ ist für alle zugänglich und bietet einen einzigartigen Blick auf Hamburg und seinen Hafen (Foto: Iwan Baan)
  • Das Foyer zum Großen Saal ist lichtdurchflutet und bietet einen Blick auf die Stadt und den Hafen (Foto: Iwan Baan)

    Das Foyer zum großen Saal ist lichtdurchflutet und bietet einen Blick auf die Stadt und den Hafen (Foto: Iwan Baan)
  • Im Großen Saal finden 2.100 Zuschauer:innen platz (Foto: Michael Zapf)

    Im Großen Saal finden 2.100 Zuschauer:innen platz (Foto: Michael Zapf)
  • Der japanische Starakustikert Yasuhisa Toyota ist für den spektakulären Klang verantwortlich (Foto: Michael Zapf)

    Der japanische Starakustikert Yasuhisa Toyota ist für den spektakulären Klang verantwortlich (Foto: Michael Zapf)
  • Yasuhisa Toyota war es auch, der die Idee für die „Weiße Haut“ hatte. Sie sorgt für den Klang im Großen Saal der Elbphilharmonie (Foto: Johannes Arlt)

    Yasuhisa Toyota war es auch, der die Idee für die „Weiße Haut“ hatte. Sie sorgt für den Klang im Großen Saal der Elbphilharmonie (Foto: Johannes Arlt)
  • Der Kleine Saal ist akustisch nicht weniger beeindruckend, er bietet Platz für 550 Besucher:innen (Foto: Michael Zapf)

Elphi-Klänge

 

Die Elbphilharmonie ist eine einzige Offenbarung: Seit dem 11. Januar 2017 führt die etwa 80 Meter lange, leicht gekrümmt Rolltreppe durch einen hellen, mit Glaspailleten bestückten Tunnel (genannt „Tube“) Musikliebhaber und Neugierige hinein in den Kern des Gebäudes. Oberhalb der Plaza gelangt man durch das lichtdurchflutete Foyer schließlich in den Großen Saal mit seinen 2.100 Plätzen, der an einen Weinberg erinnert. Architektur zum Staunen und Musik zum Dahinschmelzen: Außen: Wow! Innen: Ohh! Für Letzteres sorgte nicht zuletzt der japanische Akustik-Experte Yasuhisa Toyota, der im Innenraum des großen Konzertsaals eine spezielle Wand- und Deckenstruktur, bestehend aus 10.000 millimetergenauen, individuell gefrästen Gipsfaserplatten, die „Weiße Haut“ genannt, verbauen ließ, um den perfekten Klang zu ermöglichen. Ein riesiger Reflektor unter der Saaldecke sorgt zusätzlich dafür, dass sich der Klang sich gleichmäßig im Raum verteilt.

 

Hohe Baukunst, hohe Kosten

 

Das kostete nicht nur Geschick und Nerven, sondern auch eine Menge Geld: Die ursprünglich vorgesehenen Baukosten von 77 Millionen Euro erhöhten sich letztendlich um mehr als das zehnfache auf 789 Millionen Euro – insgesamt kostete die Elbphilharmonie inklusive Spenden sogar 866 Millionen Euro. Keine Petitessen, aber inzwischen so gut wie vergessen! Die Hamburger sind stolz auf ihre „Elphi“, haben sich längst mit ihr versöhnt. Jeder Besucher gelangt zuerst auf die „Plaza“ geführt, eine kostenlosen Aussichtsplattform mit 360-Grad-Rundumblick. Schaut her: Das ist unser Wahrzeichen – mit Blick auf die Elbe! Wer darüber hinaus die begehrten Tickets ergattern konnte und den Klängen im Großen oder Kleinen Saal lauscht, verlässt das Gebäude berauscht, auf jeden Fall aber verändert.

Backstein und Glas – kein Gebäude vereint die Dualität der Stadt mit ihren wohlhabenden und weniger wohlhabenden Bevölkerungsteilen so gut wie dieses. Es hat dem Michel und Tele-Michel als Wahrzeichen dieser Stadt längst den Rang abgelaufen. Der Siegeszug begann vor fünf Jahren, abgeschlossen ist er noch lange nicht. 2,7 Millionen Menschen hatten in 2.500 Konzerten bis zum ersten Lockdown die Ehre. Viele folgen seit Wiederaufführung der Konzerte im Sommer 2021. Dieses Gebäude trotzt allem Ärger, allen Kostensteigerungen, allen Wellen. Gratulation!

elbphilharmonie.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Januar 2022. Das Magazin ist ab dem 22. Dezember 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Jan: „Das ist für mich der Ursprung der Musik“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Jan begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena

 

„Ich bin in Drage in Schleswig-Holstein aufgewachsen. Als ich ungefähr acht Jahre war, hat mich mein Vater auf mein erstes Konzert mitgenommen. Ein Irish Folk-Konzert im Nachbardorf von unserem 250 Seelen Nest. Das war nur ein Trecker mit einem Anhänger als Bühne, unglaublich intim. Die Musiker haben die Leute nur mit ihren Stimmen und Gitarren in ihren Bann gezogen. Ich kannte so was gar nicht. Aus dem Fernsehen kann ich nur große Pop-Konzerte und wusste nicht, dass es da noch andere Abstufungen gibt. Auch wenn ich noch klein war, fühle ich diese Stimmung heute noch und das Gefühl, was sie damals in mir auslöste.

Für mich ist es eines der schönsten Dinge bei der Kunst ein Gefühl zu vermitteln, dass man nicht unbedingt beschreiben können muss. Das möchte ich auch mit meiner eigenen Musik erreichen. Ich möchte, dass die Leute so nah wie möglich an mich rankommen und verstehen, was ich fühle und dass sie das fühlen, was ich als Kind auf diesen intimen Konzerten gefühlt habe.

 

Fernsehshow: Unauthentisch

 

Ich hoffe, ich ermutige die Leute, zu sein wie sie sind, indem ich ihnen zeige dass ich so bin, wie ich mich gebe. Zwischen mir und meiner Kunstfigur gibt es keinen großen Unterschied. Vor drei oder vier Jahren war ich in Köln, beim Vor-Vor-Entscheid des Eurovision Songcontest – quasi der Vorstufe zu der Fernsehsendung, bei der der deutsche Kandidat gekürt wird. Dort fragte mich eine Choreografin, ob ich eine Choreografie hätte und was ich denn auf der Bühne anziehen würde. Ich hatte ein schwarzes T-Shirt an und meinte: ‚Ja das hier, was ich jetzt auch gerade anhabe‘, eine Choreografie hätte ich nicht. Als mir dann eine angeboten wurde – ich sollte Halb-Playback spielen, ohne Gitarre –, habe ich schnell gemerkt, dass ich da nicht reinpasse. Ich bin kein Pop-Star, dessen Natur es mitbringt, unnahbar und unerreichbar zu sein.

 

Ein Kreis schließt sich

 

Auch heute noch liebe ich besonders die kleinen Konzerte. Da bin ich ganz nah am Publikum und kann nachher noch mit den Leuten schnacken. Ich spiele viele Sofa-Konzerte und Gigs in Kneipen, diese kleinen Sachen ohne Barriere zwischen Künstler und Publikum. Das ist für mich der Ursprung der Musik. Dieses Irish Folk-Konzert damals war sowas, wie ein Schlüsselmoment. Später hat sich dann auch ein ein Kreis geschlossen. ich habe irgendwann auf auf einem meiner eigenen Gigs eine Frau kennengelernt. Sie war damals auch auf diesem Folk-Konzert und kannte meinen Vater und mich.”


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Mike: „Macht einfach, traut euch!“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Mike begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena

 

„Dieser etwas inflationär gebrauchte DIY-Begriff, zieht sich nicht nur seit zwanzig Jahren durch mein Leben. Der Gedanke dahinter ist mein Motor und die dazugehörigen Werte mein Kompass. Eine Orientierungshilfe für das eigene Leben und das Zusammenleben mit anderen. Ich ziehe aus der DIY-Szene den Antrieb, das zu tun, was ich tun will und möchte meine eigenen Regeln und das Tempo bestimmen.

Ich bin also ein Macher, ohne jetzt Bezos, Musk oder Maschmeyer zu sein. Für mich steht das DIY-Prinzip, also ‚Do it yourself‘, im Kontext von Punk- und Hardcoremusik. In dieser Szene ist das selbst organisieren von Konzerten, Herstellen von Magazinen am Kopierer oder das Herausbringen von Musik ohne Plattenfirma im Rücken immer auch das gewesen, was vieles erst möglich gemacht hat. Entweder man hat selbst was auf die Beine gestellt oder es hat halt niemand gemacht. Das ist eine ganz wichtige Lektion für das Leben.

 

Auf dem Land groß geworden

 

Als ich Mitte der Zweitausender Jahre als Teenager im Saarland aufwuchs, da war es normal, immer zehn, fünfzehn Konzerte jedes Wochenende im Umkreis von dreißig, fünfzig Kilometern besuchen zu können. Konzerte gab es in jedem Kaff. Wir sind einfach ins Auto und an einem Abend zu zwei oder drei Konzerten, später sind wir auch weiter gefahren, nach Mainz oder rüber nach Frankreich. Die Bands der Zeit, das, was sie verkörpert haben, das hat mich fasziniert. Ich wollte schnell auch Dinge ‚Selber machen‘, also in erster Linie Konzerte veranstalten. Das habe ich dann auch getan: Fjort zum Beispiel, Toxoplasma – eine legendäre Deutschpunkband der frühen 80er – oder Escapado hier aus dem Norden, und viele andere…

 

Arbeiter im Hintergrund

 

Das liegt mir mehr, ich habe mich nie auf der Bühne gesehen. Ich wollte immer im Hintergrund sein als der, der organisiert. Eine Zeit lang liefen die Shows auch ganz gut. Aber gerade im Saarland, wo insgesamt nicht viel los ist, ging die Rechnung auf Dauer nicht auf. Ich bin dann nach Mainz, wo ich studiert habe und feststellen musste, dass dort alles ein wenig anders lief. Einfach so was organisieren, das war nicht mehr möglich. Da hieß es dann: Plenum hier, Sitzung dort. Als der Kassetten-Hype einsetzte, habe ich begonnen, Tapes herauszubringen und heute ist es Vinyl. Ich möchte mit dem DIY eine Botschaft weitergeben: macht einfach, traut euch! Heute arbeite ich im Musikvertrieb, schreibe für ein Fanzine und betreibe mehrere kleine Labels, wo ich die Musik von Künstlern veröffentliche, die ich gut finde. Dass ich das heute von Hamburg aus mache, ist wahrscheinlich so was wie Schicksal, wenn man die Musik-History der Stadt kennt, könnte man das schon meinen.


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Zukunftsmusik: Der Sound der Hamburger Musikerin Sherly

Die Hamburger Sängerin Sherly sprach mit SZENE HAMBURG über ihren Sound, Stil und den Weg dorthin.

Text & Interview: Kevin Goonewardena

 

Mehr als ein Jahrzehnt hält die Renaissance des Neunziger R ‘n B nun schon an. Weiterentwickelt von Künstler:innen wie dem kanadischen Superstar The Weekend, FKA Twigs oder Frank Ocean als Future R ‘n B etikettiert, wird die melodiöse, verkitschte, oft chauvinistisch-sexuell aufgeladene, von nicht Wenigen heutzutage als trashig empfundene Musik von damals in eine progressive Variante zwischen Club, Pop und Vernissage verwandelt. Bei Fans und dem Feuilleton kommt das gleichermaßen an. Die Hamburger Musikerin Sheryl Verbindet verschieden Genre in ihrem Sound.

 

SZENE HAMBURG: Ein Blick auf deinen Instagram Account zeigt sofort: Hier hat man es mit jemandem mit einem urbanen, aber sehr eigenen Stil zu tun. Ein Stil der neugierig macht.

Sherly: Mittlerweile greift alles ineinander: die Musik, meine Leidenschaft für das Tanzen, die visuelle Erscheinung. Das war natürlich ein langer Weg dahin und der Prozess dauert nicht nur an, er wird ja auch nie abgeschlossen sein.

Vor allem deine Outfits stechen heraus. 

Ich habe das Glück dass mir eine befreundete Designerin (@lenavoutta, Anmerk. des Verfassers) viele Sachen auf den Leib schneidert. Einzelstücke, die ich dann tragen darf.

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Dein Sound ist sehr elektronisch. Allerdings nicht in der Art, dass du auf eine elektronisch Melodie etwas souliges singen würdest, sondern streckenweise sehr experimentell, brüchig. Wie hat sich dieser über die Jahre entwickelt und wo hast du musikalisch begonnen?

Wenn ich ganz weit zurückgehe, dann habe ich schon früh angefangen zu singen, bin als Schülerin auf Hochzeiten und Galas in allen erdenklichen Kombinationen aufgetreten: Solo, als Teil eines Duos, mit Band. Ich habe Coversongs gesungen, eigene hatte ich da noch nicht. Hauptsache es war soulig.

Wann hast du angefangen an eigenen Stücken zu arbeiten ?

Ich hatte schon länger selbstgeschriebene Texte in der Schublade, aber es war am Anfang schwer für mich für die Songs die richtige Instrumentierung, die richtigen Leute zu finden. Ein Kumpel hat mir dann den Popkurs an der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) empfohlen, der wichtig für das Networken war. Das war praktisch der Start für meine eigene Musik, denn dort habe ich die richtigen Leute gefunden. 2015 habe ich das erste Konzert mit eigener Musik gegeben.

Der Sound dürfte damals noch ein anderer gewesen sein. Wie hörte sich deine Musik anfangs an?

Anfangs klang ich noch viel weniger elektronisch, mein Sound war organischer. Es gab Gitarren und viel echte Drums. Damals lag der Fokus meiner Musik noch sehr auf Melodie und Text. Ich mag das auch immer noch, aber irgendwann hatte ich das Bedürfnis, was anderes zu machen. Ich wollte auch, dass es auf den Konzerten abgeht.

Gab es einen Anstoß, vielleicht einen Moment durch den langsam der Weiterentwicklungsprozess in Gang gesetzt wurde?

Das Tanzen war ein großer Einfluss für mich, auch für die Weiterentwicklung meines Sounds. Ich komme aus der rhythmischen Sportgymnastik, habe Wettkämpfe bestritten und mich dann irgendwann HipHop, Dancehall und anderen Tanzstilen zugewandt, weil man rhythmische Sportgymnastik irgendwann nicht mehr machen kann – das ist eigentlich ein Sport für Kinder und Jugendliche. Über die jeweiligen Tänze habe ich mich auch der entsprechenden Musik zugewandt und mich mehr damit beschäftigt.

Und musikalisch?

Kaytranada war ein großer Einfluss, denn er hat es geschafft schöne Melodien mit tanzbaren Beats zu vereinen. Ich finde, oft hat in moderner Musik die Stimme kaum Platz und wenn doch, dann sind die Songs sehr poppig. Bei ihm ist das anders. Auch NAO und Kelela finde ich gut, fresher Sound, kein klassischer R ‘n B wie früher.

Was möchtest du durch deine Musik transportieren, was möchtest du weitergeben?

Musikalisch versuche ich aus meinen Einflüssen von früher und heute etwas Neues zu kreieren, das auch gleichzeitig mich abbildet und dabei die neuen, technischen Möglichkeiten zu nutzen, die wir haben.

Und thematisch? Gibt es so etwas wie eine Message?

Es gibt keine explizite Message, ich möchte weder die Künstlerin sein, die sich ständig zu allem äußert, noch die, die wichtige Themen unserer Zeit nicht behandelt. Es gibt immer wieder Stücke, die ernste, aktuelle Themen behandeln, wenn diese mich bewegen und ich was dazu sagen möchte.

Beispielsweise „Faster, Better, Stronger“: In dem Lied geht es um den Selbstoptimierungswahn, dem viele heutzutage unterliegen. In einem anderen Song geht es darum, dass wir vieles geschehen lassen, obwohl wir sehen was passiert, da wir auch ein Stück weit überfordert sind mit der Welt in der wir leben und dem was passiert – mich eingeschlossen. Die Texte sind allgemein gehalten. Sie sollen eine Gültigkeit über das Hier und Jetzt hinaus besitzen und sich nicht auf etwas beziehen, was morgen vorbei und eventuell vergessen ist.

Was planst du für die Zukunft?

So viel wie möglich live spielen und natürlich neue Musik erarbeiten und veröffentlichen – ein Album ist allerdings nicht geplant. Ich mag es, wenn jeder Song für sich stehen kann. Auch hören die Leute heute eher einzelne Songs von Künstler:innen, anstatt ganze Alben.

Sherly ist am 13. August im Rahmen des Kultursommers im Künstlerhaus Faktor, Max-Brauer-Allee 229, 22769 Hamburg, bei der Serie “In The Mix” live zu erleben.


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Kraftwerk Bille: Gemeinschaftlich kaufen, sanieren und betreiben 

Ein Gespräch mit Nina Manz und Julia Marie Englert vom HALLO: e.V. über Geschichte, Problematik und Lösungen für das Projekt Kraftwerk Bille

Text & Interview: Kevin Goonewardena
Fotos: Jérome Gerull

 

Mit dem Festival HALLO: Festspiele und dem experimentellen Stadtteilbüro Schaltzentrale hat sich das ehemalige Kohlekraftwerk an der Bille in den letzten Jahren zum wichtigen Kulturstandort im Osten Hammerbrooks entwickelt. Nun soll sich der für die Aufwertung des einst brach liegenden Industriekomplexes maßgeblich verantwortliche HALLO: e.V. den Interessen des neuen Eigentümers beugen. Der will das Areal zu Büros umbauen, die weitere sekundäre kulturelle Nutzung des Geländes müsste als Feigenblatt des Projekts herhalten. Die Künstler:innen sollen auch ihre Programmhoheit und zugesagte Fördermillionen abgeben – die jedoch wollen das Gelände lieber gemeinschaftlich kaufen und ihre gemeinwohlorientierte Arbeit fortsetzen. 

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SZENE HAMBURG: Die HALLO: Festspiele – ein mehrtägiges Festival für experimentelle Kunst unterschiedlicher Disziplinen – fand erstmals 2015 statt, der HALLO: e.V. gründete sich kurz zuvor. Worum ging es euch damals?

Nina Manz: Julia und ich waren damals noch gar nicht dabei, wir sind erst 2018 dazu gekommen. Als 2015 dieses Gelände hier vom HALLO: e.V entdeckt wurde, ging es erstmal vorrangig um die Umsetzung der HALLO: Festspiele, mit denen es hier angefangen hat und dem Hintergedanken, verschlossene Räume der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dass die Festspiele eine Vorhut für eine dauerhafte Nutzung sein sollen, war von Anfang an das Ziel. Relativ schnell hat sich dann durch die künstlerische Forschung vor Ort ein Verständnis für den Raum und die Besitzverhältnisse ergeben.

Die da waren?

Nina Manz: Damals gehörte der Komplex der MIB, genauer der MIB Kraftwerk Bille GmbH, einem Privatinvestor, dessen Entwicklungsgesellschaft MIB Colored Fields GmbH beispielsweise auch die Baumwollspinnerei in Leipzig entwickelt. Sie ist spezialisiert darauf, Industrieliegenschaften durch kulturelle Umnutzung wieder zu reaktivieren. 

Die Aufwertung ehemals brachliegender Gebäude durch kulturelle Pioniernutzer:innen gehört zum Geschäftsmodell der MIB. Auf einem so reaktivierten Gelände können mit anderen Nutzungen dann höhere Mieten erzielt werden – oder die Immobilie lässt sich wie in unserem Fall für ein Vielfaches des ursprünglichen Kaufpreises weiter verkaufen.

 Nach der ersten Ausgabe der HALLO: Festspiele seid ihr geblieben. Wie kam es dazu?

Nina Manz: Es gab nach den ersten HALLO: Festspielen 2015 das Bedürfnis nach einem dauerhaften Standort für die kulturellen Aktivitäten, die nicht nur einmal im Jahr zum Festival durchgeführt werden sollten. 

Von Beginn an haben Mitglieder des Vereins Konzepte für dauerhafte Nutzungen für die Hallen des Kraftwerks konzipiert und der Eigentümergesellschaft vorgeschlagen. Daraufhin wurde uns von MIB die Räumlichkeiten der Schaltzentrale zur Nutzung angeboten: Mit einem jährlich kündbaren Mietvertrag von Seiten der MIB, ohne Miete, gegen Zahlung der Nebenkosten und relativer inhaltlicher Freiheit für den Verein.

 

Mangel an Räumen

 

Dass hinter dem Projekt Kraftwerk Bille eine Gmbh steht, habe ich vor Jahren bei einem offenen Treffen erfahren. In diesem Kontext wirkte das befremdlich, aber solange ein gemeinsames Ziel verfolgt wird, sollte eine solche Trägerschaft eigentlich kein Problem darstellen. Es muss ja auch nicht jeder Impuls zur Veränderung von unten kommen…

Julia Marie Englert: Die Entscheidung in einer privat besessenen Immobilie kulturelle Nutzungen zu initiieren, wurde notgedrungen akzeptiert – aus dem auch in Hamburg vorhandenen Mangel an Räumen für nicht-kommerzielle Tätigkeiten. Ebenso die prekären, temporären Konditionen der Nutzung. Darum war es uns auch so wichtig, die Aufwertung, die wir zwangsläufig mit in die Nachbar:innenschaft bringen, dauerhaft für diese zu sichern. 

Mit MIB sah es so aus, als ob dies gemeinsam möglich wäre, bis diese das Kraftwerk ohne unser Wissen verkauften, während wir zeitgleich eine Zusicherung von ihnen bekamen, im Rahmen der Förderung, einen Kraftwerksteil als Gemeingut zu sichern.

 Was ist da passiert?

Julia Marie Englert: Die MIB hatte jahrelang betont, dass Kraftwerk selbst entwickeln zu wollen. Warum es dann doch plötzlich zu einem Verkauf kam, wissen wir nicht. Bis heute bleibt das intransparent. Bisher wissen wir, dass die Anteile an der Gesellschaft Kraftwerk Bille Hamburg GmbH an neue Anteilseigner:innen verkauft wurden. Es wurde also nicht das Gebäude und der Grund verkauft, sondern die GmbH, die diese hält. 

Diese Art von Immobilientransaktionen werden häufig genutzt, um die Grunderwerbssteuer zu sparen. Die neuen Eigentümer:innen sind ein Immobilienunternehmer aus Berlin, sowie Arzt und ein weiterer Investor, die beide aus München kommen.

Und das passierte dann über Nacht?

Nina Manz: Über Nacht beziehungsweise parallel dazu, dass wir zusammen mit MIB und dem Bezirk Mitte eine Förderung für WERK beim Bund für ‘Nationale Projekte des Städtebaus’ beantragt haben. Die Förderzusage kam, als das Kraftwerk bereits neue Eigentümer hatte. 

Bei der Förderung geht es, mit einer Kofinanzierung der Stadt Hamburg, um neun Millionen Euro. Seitdem spitzt sich die Situation zu. Dadurch, dass der aktuelle Eigentümer nun nicht mehr verkaufen möchte, können wir das Geld der Förderung nicht annehmen, weil die Förderung an die gemeinwohlorientierte Eigentums- und Betriebsform unseres Konzeptes geknüpft ist. Unter diesen Umständen kommen wir natürlich unter wahnsinnigen Zugzwang: Wie können diese Bundesgelder A, nicht in die Taschen von profitorientierten Akteuren fließen und B, der Realisierung und Sicherung von bezahlbaren, dauerhaften Räumen für Kunst und Kultur, Produktion, Forschung und soziale Infrastruktur zugute kommen?

Häuser und Boden, in denen ihr arbeitet gehören jetzt also einer Firma, die das Gelände anders entwickeln möchte als der vorherige Eigentümer und ihr und das ohne euch?

Nina Manz: Hier sollen vor allem hochpreisige Büros entstehen. Wie sie an vielen Orten in Hammerbrook leer stehen. Die Gebäude des Areals – bei denen es Statik und Denkmalschutz zulassen – sollen aufgestockt und saniert werden, inklusive Teppichboden. Die Kesselhalle soll eine Art Kunst-Mall werden, so nennt es der Investor. Der neue Geschäftsführer kommt aus der klassischen Projektentwicklung und hat unter anderem Infrastrukturprojekte und Shopping Malls entwickelt. Also was sehr anderes als das Kraftwerk jetzt ist – und wofür es seit Jahren mit den erprobten Nutzungen steht. Es geht hier klar um ein Investment, was möglichst hohe Renditen erwirtschaften soll.

 

„Zeit, fair zu verkaufen“

 

Und wie sehen eure Pläne für die Entwicklung des Geländes aus?

Julia Maria Englert: Unser Konzept sieht vor das Grundstück mit Hilfe der Schweizer Stiftung Edith Maryon zu kaufen. Das ist eine gemeinwohlorientierte Stiftung, die Immobilien dem Markt entzieht und an gemeinnützige Organisationen wie z.B. eine Genossenschaft  verpachtet um deren Projekte zu ermöglichen. Sie ist auch ein Garant dafür, dass das Grundstück nicht weiter verkauft werden kann und zukünftiger Spekulation entzogen wird.  Über unsere  Genossenschaft WERK eG planen  wir dann den eigenständigen Kauf des Gebäudes, welches auf dem Grundstück steht.

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Eurem Konzept zufolge sollen die jetzigen Besitzer:innen das Grundstück der Stiftung und das Gebäude eurer Genossenschaft verkaufen. Nur zu einem geringeren Preis als dieser durch die Vermarktung als Bürostandort durch Mieteinnahmen erzielen könnte.

Julia Maria Englert: Genau. Mit den zugesagten Fördermittel in Höhe von rund neun Millionen Euro von Stadt und Land könnte das Gebäude dann saniert werden, ebenso wird die gemeinschaftliche Entwicklung finanziert – denn wir finden, dass alle mitbestimmen sollen, wie dieser einzigartige Ort zukünftig genutzt wird.

Diese Geldsumme braucht es auch, denn die Bausubstanz wird mit jedem Jahr schlechter. Die Fördermittel sind allerdings an unser Konzept geknüpft – ohne WERK gibt es demnach auch keine Förderung. Wir lassen uns aber nicht für die geplante kulturelle Zwischennutzung einspannen, um den Eigentümer:innen diese Fördermillionen zu ermöglichen.

 Was würde sich ändern?

Julia Maria Englert: Eigentum und Betrieb wäre durch die Genossenschaft anders organisiert: Jede:r könnte Teil davon sein und als aktives Mitglied die Zukunft des Kraftwerks mitbestimmen. Für WERK sehen wir eine Nutzungsmix zu je einem Drittel Kunst/Kultur, sozialem und produzierendem Gewerbe vor. Das garantiert die Vielfalt, die der Ort und der Stadtteil Hammerbrook brauchen. 

Wie ist die Position der Stadt Hamburg?

Nina Manz: Sehr positiv. Die Stadt hat mit uns den Förderantrag gestellt. Gleichzeitig zeigt sich hier, was wir bereits wissen: städtisches Grundeigentum sollte nicht verkauft werden, die Steuerungsinstrumente und Einflussnahmen auf gemeinwohlorientierte Nutzungen sind sehr gering, sobald sich die Immobilien in privater Hand befinden.

Mit der Kampagne „Zeit, fair zu verkaufen“ fordert ihr die Eigentümergesellschaft Kraftwerk Bille Hamburg GmbH nun zum Verkauf eines Gebäudeteils an die zu gründende Genossenschaft zu einem fairen Preis auf.

Julia Maria Englert: „Mit der Kampagne wollen wir auf die Situation aufmerksam machen und den Druck erhöhen, dazu finden auch im Rahmen des Kultursommers zahlreiche Veranstaltungen statt. Wie wichtig dieses und ähnliche Projekte für ihre Umgebung, aber auch die Stadt selbst sind, sieht man auch an unseren Erstunterzeichnerr:innen – darunter befinden sich sowohl Einzelpersonen und Organisationen aus Hamburg, Deutschland und darüber hinaus. Nicht nur Künstler:innen, sondern auch Wissenschaftler:innen, Forscher:innen, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen, die an Stadtentwicklung beteiligt sind.

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Mehr Infos und zu den über 150 Erstunterzeichner:innen. Mit unter anderem Mundhalle, Hallo: Radio, Gängeviertel, Golden Pudel, Papiripar Galerie 21, Kampnagel – Internationales Zentrum für schönere Künste, Fux Genossenschaft, Elbphilharmonie, Recht auf Stadt Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Kunstverein. Hier geht’s zur Petition.


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Ensemble Resonanz unter freiem Himmel: Alte Helden am Alten Wall

Mit der Reihe „urban string“ verwandelt das Kammermusikorchester Ensemble Resonanz den öffentlichen Raum regelmäßig in eine Konzertbühne. Im Rahmen des Kultursommers  ließen die Musiker:innen nun gemeinsam mit der Bucerius Stiftung den Alten Wall erklingen

Text: Kevin Goonewardena

 

Zeitgenössische Musik und klassisches Repertoire in lebendige Zusammenhänge stellen, dass ist die Idee hinter dem Streicherensemble Ensemble Resonanz. Am Alten Wall konnten  die Zuschauer:innen Interpretationen der Werke alter Helden nun einen Abend lang genießen. 

Mit Blick auf das Rathaus, die Handelskammer und die zweiteilige Skulpturen „Gesellschaftsspiegel“ des Künstlers Olafur Eliasson, wurden Auszüge der Werke des ehemaligen Kichendiektors Hamburgs G.F. Telemann, des zeitgenössischen US-Komponisten John King oder der musikalischen Adaption (durch Alan Ridout) des Kinderbuchlassikers „Ferdinand, der Stier“ von Munro Leaf, unter dem Motto „superhero serenade“, aufgeführt.


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Vol. 4: Eine sommerliche Kulturwoche voller Ideen

Der Kultursommer Hamburg bietet über vier Wochen noch bis zum 15. August insgesamt mehr als 1700 Veranstaltungen in der ganzen Stadt verteilt an. Damit da nicht der Überblick verloren wird, haben wir uns durchs Programm gelesen und empfehlen hier tägliche Events in der Vorschau, damit die Woche gut geplant, genossen und vieles mitgenommen werden kann! Auf in die letzten sieben Tage des Kultursommers!

 

9. August 2021

Bei „Ein zirkus in der Stadt“ zeigen Kinder und Jugendlichen der Zirkusschule Die Rotznasen e.V. an verschiedenen öffentlichen Plätzen wie zum Beispiel im Altonaer Gerichtsviertel, im Emil-Wendt-Park, im Goethepark und in der Altonaer Fußgängerzone – ihr Können. Eine kleine Zirkusshow und Stelzenauftritte werden präsentiert.

Am 9. August sind die Rotznasen im kleinen Zirkuszelt im Emil-Wendt-Park an der Thadenstraße, direkt gegenüber vom Wohlers Park, zu bestaunen. Die Zirkusproben gehen von 15.30 bis 16.30 Uhr und der Zirkusauftritt folgt um circa 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei!

 

10. August 2021

Frauen im Jazz sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. Sie sind weniger sichtbar und verdienen auch deutlich weniger Geld. Um darauf aufmerksam zu machen, veranstaltet das HausDrei in Kooperation mit dem Frauen Musik Zentrum die Konzertreihe FEM*Jazz. Die Konzertserie legt ihren Fokus auf die Unterstützung von Frauen und nicht-binären Menschen und ihre Gruppen, Ensembles und Kollaborateure.

Die Bühne im August-Lütjens-Park bietet einen barrierefreien Zugang zu den Konzerten. Für 1,50 Euro gibt es hier ab 18:30 Uhr Musik mit Saxofon, Flöte, Klavier und Gesang auf die Ohren.

 

11. August 2021

 47 Galerien zeigen im Rahmen des Kultursommers noch bis zum 15. August in einer Schaufenster-Ausstellung in den Stadthöfen Arbeiten ihrer Künstler:innen. Neben Fotografie gibt es Malereien, Skulpturen und Installationen zu sehen. Die Stadthöfe in der Innenstadt sind ein historischer Ort und eine Gedenkstätte. Sie befinden sich an der Grenze von Hamburgs Altstadt zur Neustadt. Der Haupteingang befand sich an der Ecke Stadthausbrücke/Neuer Wall. Die Erbauung erfolgte während der französischen Besetzung.

Führungen zur Schaufenster-Ausstellung „Aufmerken“ finden nach Voranmeldung unter info@galerien-in-hamburg.de täglich um 18.00 Uhr statt. Die Werke können am 15. August 2021 um 15.00 Uhr in einer Open-Air-Auktion in den Stadthöfen im Palaishof ersteigert werden.

 

12. August 2021

 Im Schroedingers im Schanzenpark finden im Rahmen des Kultursommers insgesamt acht Konzerte und Veranstaltungen statt, die zeigen, wie hoch die kulturelle Vielfalt in Hamburg ist. Von Comedy bis Singersongwriter von Punk bis Pop bis Poetry Slam gab es schon tolle Events. Am Donnerstag, 12. August, findet die Reihe in Kooperation mit der Astra Stube mit der Live-Show zum Hamburger Podcast „Normale Möwe“ ihr Ende. Auf der Bühne schnacken dann zwei Kerle: Hinnerk Köhn ist Comedian und Max Scharff ist DJ. Zusammen reden sie über Alles und Nichts, ein Special Guest ist eingeladen. Spaßig wird es allemal! Tickets gibt es für 20 Euro.

 

13. August 2021

 Die Hamburger Textilkünstlerin Anne Reiter bearbeitet mit handwerklichen Techniken wie Weben, Knüpfen und Siebdrucken Möglichkeiten von Erinnerungskulturen. Gemeinsam mit der Leipziger Künstlerin Sophie Lindner, welche die Pop-Kultur des Ostens mit dem Motiv des Planeten Saturn erforscht, wird ein Siebdruck Workshop in Kooperation mit dem Museum für Kunst und Gewerbe am 13. August um 14 Uhr in der Innenstadt Hamburgs Haltungen zu Ost und West erfragen.

Die Künstlerinnen sind Beide im Osten geboren und aufgewachsen. Als Nachwendegeneration fühlen sie sich mit verantwortlich über den Stand der deutschen Einheit zu sprechen. Wo steht deutsch-deutsche Geschichte heute? Kann Erinnerungskultur verstofflicht werden und individuelle Bilder entstehen?

Zusätzlich zu den zehn fest angemeldeten Teilnehmer:innen werden auch Passant:innen eingeladen mit den Künstlerinnen Ambivalenzen in Ost- und Westperspektiven zu behandeln. Mit einem Konvolut an Motiven können die Teilnehmer:innen des Workshops Stoffe bedrucken. Halstuch, Pioniertuch, Stola: Die Textilien können anschließend von den Teilnehmer:innen mitgenommen werden.

Anmeldungen zum Workshop können bis zum 10. August an julia.meer@mkg-hamburg.de geschickt werden.

 

14. August 2021

Das Kultursommer Special beim Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel, präsentiert von NDR und ZEIT-Stiftung, zeigt unter freiem Himmel ein regionales Programm mit vielen Konzerten, Live-Podcasts und Events für Kinder. Auf der Wald- und der Kanalbühne finden am 14. August von 14.30 bis nach 22 Uhr ein Kinderprogramm mit der „Hexe Knickbein“, ein Live-Podcast mit Ralf Schlüter und seinem Gast Ebba Durstewitz, einem Konzert mit Philipss Playlist und den NDR Akademisten statt.

On top gibt’s die Hamburg Spinners zu hören: Die Supergroup bestehend aus Carsten „Erobique“ Meyer, Produzent Dennis Rux, Afrokraut-Spezialist David Nesselhauf und The KBCS-Drummer Lucas Kochbeck. Zwischen Orgel-Jazz, Stax-Records und Morricone-Soundtracks wird ein Hamburg vergangener Tage heraufbeschworen. Auf Kampnagel präsentieren sie sich und ihr Album erstmals live dem Hamburger Publikum. Tickets für das ganze Programm gibt es für drei Euro.

 

15. August 2021

Popkultur ist für alle Generationen da, daher bringen Mitra Kassai und ihr ehrenamtliches Team der gemeinnützigen Hamburger Initiative OLL INKLUSIV seit 2018 Senioren und Senioritas bei Kulturveranstaltungen zusammen. Am 15. August kommt nun der ganz große Aufschlag: OLL INKLUSIV lädt von 15 bis 18 Uhr zur HALBPENSION in den Stadtpark.

Bei der Open-Air-Sause ist der Hamburger Kneipenchor am Start. Dieser Chor schmettert Pophits von den Beginnern bis Queen, von Miley Cirus bis Die Ärzte. Ebenfalls mit dabei ist das Hamburger Trio WHT?!. Ihr eingängiger Mix aus Pop, Neo-Funk, Soul und HipHop steht für gute Laune. Und natürlich wird auch das Musikbingo mit DJ Rita nicht fehlen.

Auch U-60-jährige sind – gegen Spende – in den Stadtpark eingeladen, damit Alt und Jung zusammen feiern können.


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