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Ein Gründungsdirektor für das Deutsche Hafenmuseum

Das Deutsche Hafenmuseum auf dem Areal des historischen Schuppen 50A am Hansahafen hat mit Prof. Dr. Klaus Bernhard Staubermann seinen Gründungsdirektor und dieser steht vor großen Aufgaben

Text: Ronja Güldner

 

Am 1. November 2022 trat der Historiker Prof. Dr. Klaus Bernhard Staubermann seine Aufgabe als Direktor des Deutschen Hafenmuseums in Hamburg an. „Häfen waren für mich schon immer besonders faszinierende Orte.“, so Staubermann. Jetzt steht er auch als ein Teil des Direktionsteams der Stiftung Historischer Museen (SHMH) vor den nächsten Herausforderungen.

Entwicklung in Sicht

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Die Peking ist der Besucher:innenmagnet des Deutschen Hafenmuseum (©Mediaserver Hamburg/Martin Elsen, luftbild.fotograf.de)

2021 strömten rund 44.000 Besucher:innen ins Hafenmuseum. „Die aktuellen Besucherzahlen am Standort Schuppen 50A und auf der Peking zeigen, welche Faszination der Hafen ausübt.“, sagt Dr. Carsten Brosda, Hamburgs Senator für Kultur und Medien. Deswegen soll es nicht bei dem einen Standort bleiben. „Die Herausforderung, an zukünftig zwei attraktiven Standorten die historischen, gegenwärtigen und möglichen zukünftigen Zusammenhänge des Welthandels sowie die soziokulturellen Auswirkungen der damit verbunden Vernetzungen anschaulich zu machen, liegen bei Herrn Staubermann in fachlich hochqualifizierten Händen“, sagt Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der SHMH. Der zweite Standort für das Deutsche Hafenmuseum soll in dem geplanten Stadtteil Grasbrook entstehen. Der Bund stellt dafür 185,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Zwei Standorte, ein Museum

So soll das Museum zukünftig „Geschichte, Gegenwart und Zukunft des globalen Handels und der Globalisierung erzählen“, sagt Kultursenator Brosda. Die Entwicklung des Museums mit dem Highlight, der Viermastbark Peking, liegt ab sofort in den Händen von Prof. Dr. Klaus Bernhard Staubermann, der damit eines der anspruchsvollsten Museumsprojekte Europas verantwortet.

 


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#seeforfree 2022: Freier Eintritt in über 30 Museen

Bei #seeforfree gibt es auch in diesem Jahr am Reformationstag freien Eintritt in über 30 Hamburger Museen

Text: Felix Willeke

 

Auch am 31. Oktober 2022 heißt es in Hamburg wieder #seeforfree. Zum diesjährigen Reformationstag gibt wieder es freien Eintritt in über 30 Hamburger Museen, damit sind es 2022 so viele wie nie zuvor. „Alle sind eingeladen, Kunst und Kultur zu entdecken und bei Führungen in verschiedenen Sprachen, Mitmachangeboten für Kinder oder Lesungen tiefer in Hamburgs vielfältige Museumslandschaft einzutauchen. So machen wir den Tag der Reformation in Hamburg zu einem echten Tag der Auseinandersetzung mit unserer Welt“, sagt Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien.

Klassiker und viel Neues

Bei #seeforfree sind 2022 natürlich die großen und etablierten Häuser wie die Hamburger Kunsthalle, die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, das Museum für Hamburgische Geschichte und das Museum für Kunst und Gewerbe. mit dabei. Dazu bietet der Aktionstag 2022 aber auch viel Neues. Darunter unter anderem das Universitätsmuseum, dass die bewegte Vergangenheit der Hamburger Universität erzählt. Ebenso neu dabei ist das vor—gänge. museum für alternative stadt, dass eine Ausstellung zur historischen Hamburger Innenstadt und zum aktuellen sozio-kulturellen Projekt Gängeviertel zeigt. Und in diesem Jahr wohl einmalig mit dabei ist die Artstadt, die Kreative Zwischennutzung des ehemaligen Karstadt Sport Gebäudes am Hamburger Hauptbahnhof.

Ein vielfältiges Begleitprogramm

Bei #seeforfree kommen die Besucher:innen nicht nur bei freiem Eintritt in die Museen, die Häuser bieten auch eine Reihe spezieller Führungen an. So gibt es im Altonaer Museum und im Museum für Bergedorf und die Vierlande Führungen auf Ukrainisch und Russisch. Das Museum der Arbeit bietet neben englischen auch französische und spanische Highlight-Führungen. Dazu kommen reguläre Führungen, Rundgänge auf Plattdeutsch, für blinde und seheingeschränkte Menschen sowie Angebote in Gebärdensprache.

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Mining Photography zeigt im Museum für Kunst und Gewerbe den ökologische Fußabdruck der Bildproduktion – zu sehen bei freiem Eintritt im Rahmen von #seeforfree (©Museum für Kunst und Gewerbe)

Diese Museen sind 2022 bei #seeforfree mit dabei:


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Atmen: Von wegen nur Luft!

Von biblischen Metaphern zu Black Lives Matter: „Atmen“ ist die erste große Ausstellung weltweit, die zu diesem Thema Werke der Alten Meister mit der Kunst der Gegenwart zusammenbringt. Ein Gespräch mit der Kuratorin Brigitte Kölle über die politische Dimension des Atmens, kontaminierte Seifenblasen und Pandemie – und warum es ein gutes Zeichen ist, wenn wir nicht auf unseren Atem achten

Interview: Sabine Danek

 

SZENE HAMBURG: Brigitte Kölle, die Ausstellung „Atmen“ spannt einen beeindruckend weiten Bogen. Wie ist er entstanden?

Brigitte Kölle: In den letzten Jahren habe ich eine Reihe von Ausstellungen an der Kunsthalle kuratiert, die sich mit gesellschaftlich relevanten, teils auch tabuisierten Themen beschäftigen. „Besser scheitern“ machte den Anfang, dann kam „Warten“, dann „Trauern“. Für „Atmen“ habe ich meine Kollegin Sandra Pisot, die in der Kunsthalle die Sammlung der Alten Meister betreut, gefragt, ob wir nicht die Ausstellung gemeinsam machen wollen. Ich finde es spannend zu untersuchen, wie sich Künstler:innen mit kollektiven Erfahrungen auseinandersetzen – und wie sie das über die Jahrhunderte hinweg tun.

Hat sich das Bild des Atems über die Jahrhunderte grundsätzlich verändert?

Vieles von dem, was unsere Sicht bestimmt, ist schon vor Jahrhunderten angelegt. Beispielsweise das Verständnis des Atmens als Lebensspender, als Zeichen der Kreativität und Inspiration, als Voraussetzung für Kommunikation und Sprache. Die Problematisierung des Atmens hat sich heute jedoch verschärft: Umweltverschmutzung, Industrialisierung, der ungleiche Zugang zu frischer Luft, die Luft als Medium der Kontrolle, der Disziplinierung und der rassistischen Gewalt und vieles mehr. Das Atmen hat eine gesellschaftspolitische Relevanz und diese tritt heute deutlicher zutage. Und natürlich haben sich die Medien und Formen der Kunst selbst verändert. Wo es früher Bilder und Skulpturen gab, gibt es jetzt Soundpieces, Videos, Fotografien, Rauminstallationen, performative Werke.

„Das Atmen ist unsere unmittelbarste Beziehung zur Welt“

Sie sagen, dass „Atmen immer eine – mehr oder weniger offensichtliche – gesellschaftspolitische Aussage trifft“.

Es ist entscheidend, ob die Atmung als ein allgemeines Recht aller verstanden wird oder ein ungleich verteiltes Gut ist. Das haben wir in der Pandemie in der Frage nach dem Zugang zu nötigen Beatmungsgeräten erfahren. Und nicht von ungefähr ist der Satz „I can’t breathe“ zu einer sprichwörtlichen Anklage von institutioneller, rassistischer Gewalt geworden.

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Markus Schinwald: Phoebe, 2017 (Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2022)

Gerade auch durch die Pandemie ist der Atem viel stärker in unserer Bewusstsein gelang. Gibt es Arbeiten, die das thematisieren?

Am stärksten – so finde ich persönlich – ist unsere Erfahrung von Corona in den Bildern von Markus Schinwald erlebbar, die er interessanterweise jedoch einige Jahre vor COVID-19 angefertigt hat. Es sind alte Porträts, in die Schinwald Masken, Zangen, Stützen malerisch eingefügt hat. Das Interessante dabei ist jedoch nicht die Parallele zu den Attributen der Pandemie, sondern der Riss in unserer Beziehung zur Welt, den Corona erzeugt hat und für den Schinwald eine Bildsprache entwickelt hat. Das Atmen ist, wie es der Soziologe Hartmut Rosa formulierte, unsere unmittelbarste Beziehung zur Welt. Diese unhinterfragte, und oft unbewusste Form der Wechselbeziehung ist nun infrage gestellt worden.

„Vielleicht versuchen manche sogar die Luft anzuhalten“

Die Ausstellung erstreckt sich durch weite Teile der Kunsthalle. Zentral ist die radikale Installation von Teresa Margolles.

„En el Air“ ist eine unglaublich bezaubernde und zugleich schockierende Arbeit. Sie besteht aus Seifenblasen, die im Lichthof der Galerie der Gegenwart auf die Besucher:innen fallen. Schillernd, leicht, verführerisch. Doch die Seifenlauge ist mit einem Stoff infiziert, der wiederum mit den Orten von Gewalttaten in Berührung gekommen ist. Plötzlich bekommen die schönen Seifenblasen etwas Bedrohliches, Kontaminiertes. Wir können ihnen jedoch nicht ausweichen, sie zerplatzen auf unserer Haut, unserer Kleidung. Vielleicht versuchen manche sogar die Luft anzuhalten, um sie nicht einzuatmen, aber wir spüren, dass wir uns nicht entziehen können. Dass alles miteinander zusammenhängt und nicht unabhängig voneinander existiert. Von jeher sind Seifenblasen ein Sinnbild für die Vergänglichkeit des Lebens. Teresa Margolles fügt dem eine zwingende Komponente hinzu, die uns keine Möglichkeit zur Flucht gibt.

Auch Forensic Architecture haben eines ihrer Werke auf die Schau zugeschnitten.

Mit ihrer Arbeit „Cloud Studies“ untersucht Forensic Architecture Formen der Kriegsführung von Staaten und Unternehmen durch die Luft. Herbizide, Tränengas, Phosphor – allesamt Substanzen, die sich schlecht nachweisen lassen, da sie ihre Form verändern und eh fast unsichtbar sind. Anhand von Wolkenformationen versucht Forensic Architecture diese bildlich „zu fassen“ und zieht hier Parallelen zur Tradition der Wolkenbilder in der Kunstgeschichte. Wir haben daher ganz bewusst romantische Wolkenstudien von Caspar David Friedrich und anderen daneben gehängt. Plötzlich sieht man die so vertrauten Bilder mit anderen Augen!

Andreas Greiner hingegen hat, wie manche andere, extra eine Arbeit entwickelt.

Auf dem Vorplatz der Hamburger Kunsthalle stehen zwei riesige Platanen. Letzten Herbst haben wir Samenkugeln gesammelt, die Andreas Greiner in seinem Berliner Atelier über einige Monate gehegt und gepflegt hat. Die inzwischen ungefähr 15 cm großen Setzlinge sind in schwarze NASA-Säcke gepackt, die von der Decke hängen und gleichsam im Raum schweben. Sie begrüßen die Besucher:innen und machen auf den Kreislauf von Sauerstoff- und Kohlendioxid-Produktion aufmerksam, auf das faszinierende, aber auch fragile Ineinandergreifen von Mensch und Natur.

Lee Ufan koppelt den Malprozess an seinen eigenen Atem

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Natalie Czech: True Fact, 2020 (Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2022)

Gibt es ein Werk, das Sie besonders überrascht hat?

Heute haben wir einen Raum mit Arbeiten von Lee Ufan eingerichtet. Er koppelt den Malprozess an seinen eigenen Atem: Beim Ausatmen setzt er einen Pinselstrich auf die Leinwand. Das sind sehr reduzierte und minimalistische, ja meditative Arbeiten, die eine enorme Präsenz im Raum entwickeln. Ungeheuer stark. Und es ist schon verrückt zu erleben, wie man intuitiv und emphatisch den eigenen Atemrhythmus dem des Künstlers angleicht.

In die Stadt hinein wird Jenny Holzers Arbeit „I can’t breathe“ leuchten, die an die Wand der Galerie der Gegenwart projiziert wird. Wie kam es dazu?

Jenny Holzer ist mit ihrem LED-Laufband, das sie bei Einrichtung der Galerie der Gegenwart vor 25 Jahren anbrachte, der Kunsthalle sehr verbunden. In der Ausstellung sind drei kleine bronzene Textarbeiten zu sehen. Und am 19. November wird sie eine riesige Außenprojektion auf die Galerie der Gegenwart werfen, die sie so noch nie realisiert hat: Es sind die letzten Worte von George Floyd und viele Namen der Opfer von rassistischer Gewalt. Das ist eine ephemere Arbeit, aber ein starkes Statement. Wegsehen geht nicht.

Wird man nach dem Besuch der Ausstellung anders auf seinen Atmen achten?

Ja, ganz bestimmt. Aber dann werden wir das Atmen auch wieder vergessen. Das ist doch gerade das Faszinierende: Wenn wir nicht auf unseren Atem achten, wenn er einfach so vonstattengeht ohne viel Beachtung oder Aufhebens, dann ist alles in Ordnung.

„Atmen“, noch bis zum 15. Januar 2023 in der Hamburger Kunsthalle


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100 Jahre Museum für Hamburgische Geschichte

Eines der größten stadthistorischen Museen Europas feiert seinen 100. Geburtstag mit einem Jubiläumsfest und zahlreichen Veranstaltungen

Text: Katharina Stertzenbach

Seit 1922 können Besucher und Besucherinnen des Museums für Hamburgische Geschichte in die spannende Stadtgeschichte der Hansestadt eintauchen. Das Museum präsentiert nicht nur die historische Stadtentwicklung, die bis ins Jahr 800 reicht, sondern auch die gegenwärtige Entwicklung der Stadt.


Am 13./14. August 1922 öffnete das Museum seine Türen, die direkt an den Wallanglagen liegen, für die Öffentlichkeit. Das 100-jährige Bestehen des Museums bietet somit allen Anlass zum Feiern. Highlight der Feierlichkeiten ist das Jubiläumsfest am 28. August 2022. Von 10-18 Uhr finden im Museum viele Veranstaltungen statt. Wer interessiert ist einen Blick hinter die Kulissen des Museums zu werfen, erhält diesen zum Beispiel bei einer Kuratoren-Führung. Zudem kann die HipHop Academy bei ihren Tanzperformances bestaunt werden. Kleine und große Eisenbahnfans können die Modelleisenbahn des Museums selbst fahren lassen. Zum krönenden Abschluss der Jubiläumsfeier lädt das Museum zum Sommernachtskino im historisch schönen Innenhof ein.

shmh.de


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Macht.Mittel.Geld.
Image as Currency? Currency as Image!

Inspiriert vom Motto der Triennale der Photographie präsentiert das Museum für Hamburgische Geschichte mit der Ausstellung die Kolonialmünzen des Museums in einem komplett anderen Licht

Text: Katharina Stertzenbach

Bis zum 15. August läuft die Ausstellung von der mexikanisch-deutschen Kuratorin Yolanda Gutiérrez und dem ruandischen Fotografen Chris Schwagga. Die Münzen und der Körper als Inspirationsquelle und Ausdruckskraft werden in der Ausstellung in den Fokus genommen. Die Tänzerin Eva Lomby, mit der Gutiérrez bereits zusammengearbeitet hat, symbolisiert den Körper.

Münzen und verschiedene Perspektiven

Es entsteht daraus eine Collage aus Fotografien auf denen die Münzen und unter anderem Lomby porträtiert sind. Chris Schwagga beleuchtet mit dieser Arbeit verschiedene Aspekte aus der historischen, (post-)kolonialen, kulturellen, sozialen, ästhetischen sowie technischen Perspektive. Dabei nimmt er gleichzeitig den Blick der ehemals Kolonisierten auf.

Welche Bedeutung und Funktion hatten diese Münzen – für wen? Welche wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Auswirkungen hatte die Einführung der Kolonialwährung in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika?

shmh.de


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Auf den Spuren der Hafengeschichte

Das neu geplante Deutsche Hafenmuseum startet mit zweitem Standort rund um die historischen 50er-Schuppen und neuem Namen in 2022

Text: Katharina Stertzenbach

Gewaltige Kräne ragen in den Himmel, historische Güterwagen stehen auf den Schienen der einstigen Hafenbahn und im Hafenbecken schwimmen historische Wasserfahrzeuge. Darunter der heimliche Star des Hamburger Hafenmuseum: die über 100 Jahre alte Viermasterbark Peking. Am Schuppen 50A sieht es noch so aus, wie ganz früher im Freihafen. Die denkmalgeschützten Kaischuppen 50, 51 und 52 sind die letzten erhaltenen Umschlagsorte aus der Kaiserzeit im Hamburger Hafen. Genau hier befindet sich seit einigen Jahren das Hamburger Hafenmuseum. Für das Museum hätte es wohl kaum eine bessere Location geben können als die alten Kaischuppen.

Über 2500 Quadratmeter erstreckt sich im südlichen Teil des Schuppens 50A das Schaudepot des Museums. Ebenda können Besucher die etwa 10.000 Ausstellungsobjekte rund um die Themen Hafenarbeit, Güterumschlag, Schiffbau und Revierschifffahrt bestaunen. Besonders hervorzuheben ist der Teil der Ausstellung, der zeigt, was den einstigen Hafenalltag grundlegend veränderte – der Container.

Schiffsbegeisterte Besucher erfahren alles über die Containerisierung, zu den charakteristischen Berufen oder zur Kunst des Laschens – also dem Verzurren von Containern und Schiffen. Unter den ehrenamtlichen Fachleuten, die regelmäßig Führungen geben, sind auch die sogenannten Hafensenioren. Sie können den kleinen und großen Besuchern durch persönlichen Erfahrungen die spannende Geschichte des Hafens noch näher bringen.


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Ostern in und um Hamburg

Ostern steht vor der Tür und das Wetter könnte sogar mitspielen. Hier kommen zehn Ideen für ein entspanntes, gemütliches oder ereignisreiches Osterfest – von Eiersuche bis zu fernen Galaxien

Osterhasen in Hamburgs Stadtnatur

Das Osterwochenende bringt den Frühling zurück! Hamburgs Naturschutzgebiete eignen sich dann wieder hervorragend für ausgiebige Spaziergänge. Im Naturschutzgebiet Höltigbaum kann man zum Beispiel ideal auf Spurensuche gehen und den Lebensraum unserer tierischen Nachbarn erforschen. Vielleicht gibt es sogar den einen oder anderen Osterhasen zu entdecken. Für alle, die die Galloway Rinder im Höltigbaum noch nicht kennen, lohnt sich der Ausflug allemal.

Tierische Natur gibt es aber auch an vielen anderen Orten der Stadt: egal ob Damwild im Niendorfer Gehege oder Heidschnucken in der Fischbeker Heide. Die Loki-Schmidt-Stiftung und einzelne Parks bieten darüber hinaus auch verschiedene Workshops und Aktionen.

Traditionsreiche Hamburger Osterfeuer 

In den letzten zwei Jahren waren sie aufgrund der Corona-Pandemie verboten, jetzt kehren die traditionsreichen Osterfeuer zurück – auch privat ist wieder mehr möglich. Die Osterfeuer in Stellingen oder Langenhorn sind beispielsweise wieder als organisierte Osterfeuer-Highlights dabei. Eine Übersicht über öffentliche Osterfeuer gibt es auf hamburg.de.

Aber auch private Osterfeuer sind wieder nahezu unbeschränkt möglich. Aber egal ob im kleinen Kreis oder gemeinsam mit der Nachbarschaft – das Osterfeuer gehört in Hamburg einfach dazu!

„Prostern“ mit Rum oder Eierlikör

In der 2ten Heimat gibt es am Ostermontag einen echten Geheimtipp für alle Rum-Liebhaber:innen. Die Expert:innen Ueli und Frau Antje entführen alle Teilnehmer in die Karibik und versüßen den Abend mit karibischen Rum-Köstlichkeiten und kubanischen Zigarren. Beginn ist um am 17. April um 17:00 Uhr. Tickets gibt es ab 73 Euro.

Wer es an Ostern lieber traditionell mag, greift vermutlich zum Eierlikör. Absoluten Kultstatus genießt in Hamburg der Eierlikör vom Eier Carl. Die berühmte Kneipe am Fischmarkt macht den Eierlikör noch selbst und steht für feinste Hamburger Qualität. Den Likör gibt es in verschiedenen Geschmackssorten und wer weiß, vielleicht wartet hier auch ein Osterspecial darauf vernascht zu werden. 

Norddeutsche Ostern am Kiekeberg

Am Ostermontag von 10 bis 18 Uhr gibt es im Freilichtmuseum am Kiekeberg ein Oster-Programm für die ganze Familie! Es wird gebastelt, marmoriert und dekoriert. Die Kids können Eierlaufen spielen und Ostereier suchen. Absolutes Highlight: Bei einer digitalen Rallye über die App „Actionbound“ kann das Gelände interaktiv erkundet werden. 

Auch für die Erwachsenen gibt es am 18. April Programm: In der Museumsbrennerei gibt es Frühschoppen zu plattdeutschen Liedern. Die Koffietied Rösterei und das Gasthaus Stoof Mudders Kroog versorgen alle Besucher:innen mit leckeren Snacks. Der Eintritt kostet 9 Euro für Erwachsene und ist für alle unter 18 Jahren frei. 

Klassische Ostern 

Wer es an Ostern gerne klassisch mag, für den ist die Auswahl groß: Angefangen beim Konzert des Landesjugendorchester Bremen (Sa., 16. April 2022, Laeiszhalle Großer Saal, 19:30 Uhr) über einen Klavierabend mit Marianna Shirinyan (Mo., 18. April 2022, Laeiszhalle Kleiner Saal, 17 Uhr) bis zum Ensemble Arabesques (Mo., 18. April 2022, Elbphilharmonie Kleiner Saal, 19:30 Uhr). Karten gibt es ab knapp 20 Euro und wenn das Konzert ausverkauft sein sollte, besonders an der Abendkasse der Elbphilharmonie ist die Chance auf Restkarten fast immer gegeben.

Es geht aber auch kostenlos, bei der Osternacht mit Johann Sebastian Bach am 16. April ab 20 Uhr in der Hauptkirche St. Michaelis – zeitiges kommen lohnt sich. Wer dennoch keinen Platz mehr in der Kirche ergattern kann, kann um Mitternacht dem Micheltürmer lauschen. Dieser läutet dann mit einem Auferstehungschoral das Osterfest ein. 

Kulinarische Ostern

Im Stadtrestaurant Hamburg im Reichshof (Restauranttest des Genuss Guide Hamburg) wartet am Ostersamstag nicht nur ein Vier-Gänge-Menü in edlem Ambiente, dazu gibt es auch Live-Musik der Hamburger Singersongwriterin tucumcari. Der Abend am 16. April kostet 79 Euro inklusive Weinbegleitung.

Wer abends schon etwas anderes vor hat, kann sich zu Ostern auch morgens bestens kulinarisch verwöhnen lassen: Bei diesen 10 Restaurants gibt es einen richtig guten Osterbrunch.

Trödeln und Stöbern statt Eiersuche

Nicht nur Ostereier warten darauf gefunden zu werden, sondern auch alte Schätze und Secondhand-Fundstücke. Egal ob Vintage, Antik, groß oder klein. In fast jedem Viertel Hamburgs gibt es einen beliebten Flohmarkt.

Am Osterwochenende laden zum Beispiel der Flohdom auf der Bahrenfelder Trabrennbahn oder der Horner Rennbahn, aber auch der Kult-Flohmarkt Flohschanze zum Stöbern ein. Eine komplette Liste mit schönen Flohmärkten gibt es hier

Ostern auf dem Dancefloor

Das TurTur in Wilhelmsburg lädt am Freitag in seinen Räumen zur musikalischen „Nachtwanderung“ für Erwachsene ein. Die herrlich unkonventionelle Mischung aus Pizzeria, Bar und Club am Veringkanal ist bekannt für kreative Events, gute Partys und einen toleranten Dancefloor. Am 15. April stehen unter anderem Dj Knarf und Megaföön an den Reglern. 

Die Disco-Barkasse Frau Hedi legt am Samstag zu alten Underground-Disco-Perlen ab und schippert durch den Hamburger Hafen. Die Crew verspricht: „keine ollen Kamellen aus dem Radio, sondern liebevollst ausgewählte Perlen“. Angesteuert wird übrigens ein großes Osterfeuer.

Entspannte Oster-Wellness

Ein langes Osterwochenende, der perfekte Zeitpunkt für Wellness und Selfcare. Kaum etwas sorgt für mehr Entspannung, als im Spa die Seele baumeln zu lassen. Orientalische Wellness gibt es zum Beispiel im Hamam Hafen Hamburg auf St. Pauli. Auf die Besucher wartet ein großer Wellnessbereich mit Kissenlandschaft, beheizten Marmor-Podesten, Körperpeelings und Seifenschaummassagen. Individuelle Behandlungen gibt es hier bereits ab 35 Euro.

Aber natürlich finden sich auch in anderen Teilen der Stadt viele weitere Wohlfühloasen. Klassische und beliebte Anlaufstellen sind zum Beispiel das Meridian Spa, die Kaifu Lodge oder das Heavenly Spa im Westin.

Ostern in den Sternen

Nicht alle können mit den klassischen Ostern etwas anfangen! Wer statt Eiersuche gerne in ferne Galaxien reisen möchte, kommt am 16. April ab 19:30 Uhr in Barclays Arena auf seine Kosten. Das Deutsche Filmorchester Babelsberg bringt unter der Leitung von Ben Palmer bei Star Wars in Concert die Rückkehr der Jedi-Ritter musikalisch auf die Bühne. Tickets gibt es ab 47,75 Euro.

Und für alle anderen hat das Planetarium auch an Ostern diverse Blicke ins All, in die Welt der Musik und unter Wasser zu bieten.


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Deutsch-französische Begegnungen

Die Hamburger Kunsthalle stellt mit dieser Neupräsentation deutscher und französischer Werke des Impressionismus nationale Kategorien der Strömung in Frage

Text: Rosa Krohn

 

Die Hamburger Kunsthalle stellt in der Ausstellung „Impressionismus – Deutsch-französische Begegnungen“ nationale Kategorien der Stilrichtung des Impressionismus in Frage. Ab dem 29. Oktober 2021 sind rund 80 Werke der französischen und deutschen Vertreter dieser Stilrichtung zu sehen. Die Kunsthalle vergleicht dabei in den thematischen Kapiteln „Portrait“, „Landschaft“, „Inszenierte Figur“, „Stadt und Freizeit“ sowie „Stillleben“ diese Werke miteinander. Dabei wird Unterschieden sowie Gemeinsamkeiten auf den Grund gegangen: Woher stammen wesentliche Impulse der Maler? Welche Wechselwirkungen sind visuell und historisch nachvollziehbar?

 

Impressionisten, nicht nur aus Frankreich

 

Die Stilrichtung des Impressionismus wird überwiegend Frankreich zugeschrieben. Claude Monet, Édouard Manet und Auguste Renoir zeigen in ihren Werken strahlende und farbenfrohe Szenen im Freien. Sie setzen sich in seriellen Arbeiten mit unterschiedlichen Lichtstimmungen bestimmter Motive auseinander. Und doch handelt es sich eigentlich um keine exklusiv französische Strömung. Auch in Deutschland finden sich – freilich einem späteren Zeitpunkt – impressionistische Strömungen. Vor allem Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt zählen als das sogenannte Dreigestirn zu den Vertretern des deutschen Impressionismus. Strömungen in Deutschland reichten im Gegensatz zu denen des französischen Geburtslands sogar bis weit in die 1920er Jahre.

Impressionismus – Deutsch-französische Begegnungen, Hamburger Kunsthalle, ab dem 29. Oktober 2021 


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#seeforfree: Kunst und Kultur kostenlos erleben

Mit dem Reformationstag am 31. Oktober hat Hamburg seit 2018 einen zusätzlichen Feiertag. Mittlerweile ist es gute Tradition, dass an diesem Tag die Hamburger Museen mit freiem Eintritt locken, so auch 2021

Text: Felix Willeke

 

Das Altonaer Museum, das Archäologisches Museum, die Deichtorhallen Hamburg, die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, das Museum der Arbeit, … Diese Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen. Insgesamt 31 Museen sind bei „#seeforfree“ 2021 dabei und geben bei freiem Eintritt Zugang zu Kunst und Kultur. Mit dabei sind Highlights wie die aktuelle Ausstellung des MARKK „Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“ oder die Ausstellung des Dänen Adam Christensen im Harburger Bahnhof.

 

Corona-Maßnahmen

 

Fiel der Tag im letzten Jahr Corona-bedingt noch aus, nimmt die Pandemie in diesem Jahr nur noch wenig Einfluss auf #seeforfree. 2021 gibt es in 27 der 31 Museen freien Eintritt nach dem 2G-Modell. Das heißt, nur Geimpfte und Genesene kommen in die Museen (Ausnahme: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren). Damit fallen in diesen Häusern auch Einschränkungen wie Maskenpflicht oder Abstandsgebote weg. In drei der vier Museen mit Einlass nach 3G müssen vorher Zeitslots für den Einlass gebucht werden.

#seeforfree: 31. Oktober 2021, ab 10 Uhr


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Sammlung Falckenberg: Rätselhafte Bilderwelten

Die faszinierende Ausstellung „Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne. Das Original“ zeigt die immense Kreativität des eigenwilligen Kunsthistorikers Aby Warburg, Spross der gleichnamigen Hamburger Bankiersfamilie

Text: Marco Arellano Gomes

 

Eigentlich war für Aby Warburg (1866–1929) eine Karriere in der familieneigenen Bankdynastie vorgesehen. Doch der Spross jener gut betuchten, angesehenen Hamburger Bankiersfamilie hatte seinen eigenen Kopf und widmete sich dem Studium der Kunstgeschichte. Er promovierte zur Malerei der Renaissance, befasste sich mit Astrologie und suchte schon bald nach Mustern und Zusammenhängen, die den Gelehrten womöglich verborgen geblieben sind. Warburg vermutete Wechselwirkungen von Bildern aus verschiedenen Epochen und kulturellen Kontexten. Er reiste um die Welt, um die Kunstwerke mit eigenen Augen zu betrachten, pinnte Reproduktionen berühmter Gemälde in seinem Eppendorfer Studierzimmer an die Wände, machte Notizen und stellte Zeitungsartikel sowie Buchsammlungen zusammen.

 

Zukunftsweisend?

 

Aby Warburg in Neapel, 1929 (Foto: František Pospíšil. Courtesy The Warburg Institute)

Aby Warburg in Neapel, 1929 (Foto: František Pospíšil. Courtesy The Warburg Institute)

Er schuf sein eigenes Intranet samt Pinterest – lange bevor an diese Technologien und Plattformen zu denken war. Es wäre sicher nicht vermessen zu behaupten, dass er von dieser Idee ein wenig besessen war. Böse Zungen bezeichneten ihn als verrückt. Und in der Tat wirken einige seiner Zusammenhänge zumindest bizarr: So klebt neben einem von Eugène Delacroixs Bildern ein Foto einer deutschen Golfspielerin, in direkter Nachbarschaft zu einer Klopapier-Packung und einigen historischen Münzen. Hat er etwa die Corona-Pandemie vorhergesehen? So ungewöhnlich die Collagen hier und da daherkommen: Sie wecken in jedem Fall das Interesse des Betrachters und sind eine Herausforderung für jeden, der sich diesem Rätsel stellt. Nun sind sie erstmals in Hamburg zu sehen – allerdings nur noch bis zum 31. Oktober 2021. Die Ausstellung trägt den etwas sperrigen Namen „Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne“, benannt nach der griechischen Göttin der Erinnerung. Erinnert wird vor allem an Aby Warburgs Atlas, der bislang der Öffentlichkeit vorenthalten war.

 

Vor den Nationalsozialisten gerettet

 

(Rekonstruktion Ohrt / Heil 2020) (Foto: Wootton / fluid; Courtesy The Warburg Institute)

Aby Warburg, Bilderatlas Mnemosyne, Tafel 39
(Rekonstruktion Ohrt / Heil 2020) (Foto: Wootton / fluid; Courtesy The Warburg Institute)

In mühsamer Kleinarbeit rekonstruierten die Kuratoren Roberto Ohrt und Axel Heil die Zusammenstellung Warburgs, die nun selbst als Kunstwerk daherkommt – auch wenn Warburg sie bis zu seinem Tod als unfertig betrachtete. Den Wert seiner Arbeit erkannten Familie und Freunde dennoch – und retteten den Nachlass vor den Nationalsozialisten, indem sie alles nach London brachten: 971 Fotos und Papiere, Rekonstruktionen und Bücher, die darauf warteten, sortiert und – so gut es eben ging– zu den ursprünglichen Collagen arrangiert zu werden. Notizen von Aby Warburg dazu gibt es keine, nur Fotos und Hinweise. 63 Tafeln sind in der Sammlung Falckenberg in Harburg seit August zu bestaunen, sie sind der letzten dokumentierten Version des Atlas von 1929 nachempfunden. Um alles wirklich zu verstehen, muss man sehr in der Welt der Kunst bewandert sein und sich tiefer mit der Materie beschäftigen. Aber selbst wer sich nicht zu diesem erlesenen Kreis zählt, kann sich einfach im Pinterest-Modus von den optischen Eindrücken berauschen lassen.

„Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne“ Sammlung Falckenberg, 21. August bis 31. Oktober 2021; deichtorhallen.de/ausstellung/aby-warburg


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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