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Szene Nostalgie: Die Kelly Family

Einmal im Monat erinnern wir an Musik, die vielleicht verpönt ist, aber niemals vergessen sein wird. Diesmal mit The Kelly Family.

Tristesse im Kinderzimmer: Paddy Kelly hängt mehr auf seinem Stuhl, als dass er sitzt, die lange Mähne weht im Wind, der eigentlich gar nicht da sein dürfte, schließlich ist das kirchenhallengroße Fenster fest verschlossen, und um den traurigen Jungen herum: alles graugraugrau.

Armer Paddy, und megaverständlich, dass er sich hinwegträumt, dass er sich Flügel wünscht, oder, noch besser, gleich ein engelhaftes Dasein, dann wäre er nämlich ziemlich fix auf und davon, dann wäre Schluss mit Schwermut. Die Szenen aus dem Video zum Kelly-Family-Überhit „An Angel“, entnommen aus dem Album „Over The Hump“, sind freilich verzeihlich, hat das Musikfernsehen im Erscheinungsjahr 1994 eh nur auf kitschigen Quitschiquatschi-Kram gesetzt.

Andererseits ist dieses Filmchen dann doch so gruselig, auch weil in weiteren Sequenzen noch der kleine Angelo Kelly mit weit aufgerissenen Augen den Engelsrefrain schmettert, dass einer sich fragt: Durfte das überhaupt vor 22 Uhr gesendet werden? Durften das alle sehen? Rückblickend einleuchtend, der Einwand, selbst Zeitzeugen erzählen heute noch von schwierigen Folgeerscheinungen. Und dennoch: „An Angel“ ist geblieben, kommt jetzt wieder auf die großen Bühnen, denn die Kelly Family ist back, aber so was von, und hat natürlich die Ober-An- gel Paddy und Angelo im Gepäck.  

/ EBH

24.2., Barclaycard Arena, 19.30 Uhr; 25.2., Barclaycard Arena, 18 Uhr


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Februar 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Franz Ferdinand: „Wir wollten aufnehmen wie Elvis“

Die schottischen Indie-Popstars haben sich gezielt auf links gedreht. Ein Gespräch mit Sänger Alex Kapranos über die Neuerfindung und den Sound von „Always Ascending“, dem aktuellen Album der Band.

SZENE HAMBURG: Alex Kapranos, fürs neue Album seid ihr in den einsamen Westen Schottlands gezogen. Es heißt, ihr hättet euch gezielt isoliert und nur auf die Gesellschaft von Bobs (Bassist; Anm. d. Red.) Hund gesetzt, als ihr an den Songs gearbeitet habt.
Alex Kapranos: Der Hund hat unser Leben gerettet (lacht). Kleiner Tipp an alle Musiker, die sich für ihre Arbeit mal abschotten wollen: Nehmt einen Hund mit! Er wird dafür sorgen, dass alle freundlich zueinander bleiben.

Wo und wie genau habt ihr gewohnt? Wie muss man sich euer Arbeitsleben in der Einöde vorstellen?
In einem Haus mit integriertem Studio, ungefähr eine Autostunde südlich von Glasgow. Anfänglich haben wir nur gesprochen, über Ideen und Ziele. Dann haben wir geschrieben, gespielt, vieles neu gelernt. Man kann es wirklich so sagen: Wir hatten uns vorgenommen, eine neue Band zu werden.

Was bedeutete das denn konkret?
Wir wollten Musik erschaffen, die nicht klingt wie so vieles andere gegenwärtige Zeug. Eher wie die Vergangenheit – natürlich nicht unsere eigene.

Das musst du erklären.
Es geht um die Aufnahmemethoden. Wir haben eine rohe Live-Band-Performance in den Vordergrund gestellt. Bei uns wurde nichts programmiert, auch nicht die Synthie-Sounds – das haben wir alles selbst gespielt. Wir waren alle in einem Raum, auch ich zum Singen. Hat schon Elvis Presley so gemacht. Wir wollten also aufnehmen wie Elvis, aber immer noch in 2018 passen.

Rund um die Aufnahmen von „Always Ascending“ habt ihr zudem viel Zeit mit Sam Potter (ehemals Sänger bei Late Of The Pier; Anm. d. Red.) verbracht und euch darüber ausgetauscht, was Drogen mit einem machen und wie man Musik produzieren könnte, die sich für den Hörer anfühlt wie ein Rausch. Welche Ergebnisse haben die Gespräche gebracht?
Sam ist ein guter Freund von uns. Worüber wir tatsächlich viel gesprochen haben, waren psychedelische Erfahrungen und die Zeit, in der man diese noch nicht gemacht hatte und sich nur vorstellen konnte, wie sie sich wohl anfühlen würden. Ich spreche da über die frühen Teenagerjahre. Da überlegte man ja oft: Wie fühlt sich Romantik an? Wie Sex? Wie Drogen? Wie der Sieg bei einem wichtigen Fußballspiel? Wie ein Rockstardasein? Mit Sam kamen wir zu dem Fazit, dass die Vorstellung dieser Erfahrungen viel intensiver waren, als die Erfahrungen selbst. Naivität und Vorstellungskraft sind zusammen extrem stark.

Woher kommt eigentlich der Hang zum Rauschhaften?
Ach, wir sind doch alle auf der Suche nach Stimulation. Wir wollen uns aus unserer Alltagsposition herausheben. Wir streben danach, etwas zu finden, das uns tief berührt. Es geht darum, einen anderen Bewusstseinszustand zu erreichen. Das kann u.a. durch ein Konzert gelingen. Speziell Musik mit seinen widerkehrenden Elementen kann in dieser Hinsicht viel bewirken.

Interview: Erik Brandt-Höge

„Always Ascending“ ist am 9.2. (Domino/Goodtogo) erschienen, Franz Ferdinand spielt am 1. März 2017, 20:00 Uhr im Mehr! Theater

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus der Titelgeschichte von SZENE HAMBURG, Februar 2018. In unserem Magazin finden Sie noch mehr interessante Beiträge über den Stadtteil. Es ist seit dem 26. Januar 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Die DJane ist tot, lang lebe der DJ

Sexismus: Nachts sind alle Katzen grau. Und im Club sind alle Menschen gleich? Schön wär’s. Noch immer gelten Frauen an den Plattentellern als Exoten. Doch zum Glück steigt der Anteil weiblicher DJs – auch in den Hamburger Clubs.

Das Jahr 2017 wird als das in Erinnerung bleiben, in dem zahlreiche Skandale in der Medienwelt die Sexismus-Debatte neu entfachten – und es gab kaum eine Branche, die davon nicht betroffen war. Auch das sich stets als liberal gebende Musikbusiness, so ungern seine Akteure es auch wahrhaben wollen, krankt seit jeher an einem starken Ungleichgewicht von weiblichen und männlichen Künstlern, ungerechten Gagen und Diskriminierung. Diese Probleme, die struktureller Natur sind, machen vor der Clubtür nicht Halt. Denn auch in der elektronischen Musikszene werden – abgesehen von einigen Ausnahmen – weibliche DJs immer noch weniger ernst genommen als ihre männlichen Kollegen. Und statt um Fähigkeiten, geht es in der Regel eher um Äußerlichkeiten.

Bestes Beispiel ist der Fall um Konstantin, Mitbegründer des Weimarer Techno-Labels Giegling. Im Sommer 2017 echauffierte er sich in einem Gespräch mit dem Groove-Magazin über die Ungerechtigkeit, dass weibliche DJs derzeit so sehr gefördert würden – obwohl sie ja meist schlechter auflegten als Männer. Demnach wäre es für Frauen also wesentlich einfacher, als DJ Erfolge zu feiern, weil sie unverhältnismäßig große Unterstützung erfuhren.

Nicht nur bei vielen weiblichen DJs stößt diese Aussage auf großes Unverständnis. Fathia, die seit etwa zwei Jahren in der Hamburger Pooca Bar regelmäßig Deep House und Techno auflegt, meint: „Ich sehe nicht, dass weibliche DJs großartig gehypt werden. Es gibt immer noch genügend Partys, bei denen gar keine Frauen gebucht sind.“

Dabei ist diese Entwicklung hin zur männerdominierten Branche, in denen Frauen, homosexuelle oder queere Personen nur eine Nebenrolle spielen, im Grunde paradox. Denn ihre Geburtsstunde feierte elektronische Clubmusik schließlich in den Schwulenbars von New York und Detroit. An Orten also, an denen die LGBTQ-Gemeinde Zuflucht fand und sich den Diskriminierungen des Alltags zumindest für ein paar Stunden entziehen konnte.

Dass die internationale Clublandschaft spätestens seit den 90er Jahren von heterosexuellen weißen Männern bestimmt wurde und Frauen und andere marginalisierte Personengruppen lange Zeit nahezu unsichtbar waren, bemerkte auch die Musikproduzentin Susanne Kirchmayr, die als Electric Indigo seit mehr als 20 Jahren in den Clubs dieser Welt auflegt. Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken, gründete die Österreicherin 1998 female:pressure – ein Verzeichnis von Künstlerinnen, DJs, VJs, Produzentinnen und Bookerinnen, die im Bereich der elektronischen Musik agieren und sich über eine Datenbank miteinander vernetzen können. Aktuell umfasst diese mehr als 2.000 Mitglieder aus 74 Ländern.

Yeşim Duman setzt sich für weibliche DJs ein.

Dass sich die Geschlechterverhältnisse jedoch langsam aber sicher verschieben, macht eine Studie deutlich, die alle zwei Jahre von female:pressure erhoben wird und die die Sichtbarkeit weiblicher Akteure in der internationalen Festival- und Clubszene beleuchtet. Aus der aktuellen Auflage aus dem Herbst 2017 geht hervor, dass der Anteil an weiblichen Acts, der 2012 noch bei 7,4 Prozent lag, sich 2016 auf 24,6 Prozent erhöht hat, auch in Hamburg.

Einen Teil dazu trägt Bruna bei, die mit dem Projekt „Bruna & Paul“ zum Hamburger Somnium-Kollektiv gehört und seit einigen Jahren unter anderem regelmäßig im Hafenklang an den Decks steht. Weil in unserer Gesellschaft Männer und Frauen eben noch nicht gleichgestellt seien, spiele der Feminismus und die Sensibilisierung dafür nach wie vor eine große Rolle, meint die 26-Jährige: „Ich habe, seitdem ich selbst auflege, immer versucht, mich mit anderen weiblichen DJs zu vernetzen, weil mir der Zusammenhalt und die Solidarität sehr wichtig sind. Ich halte auch nichts von Konkurrenzdenken, sondern sehe den Austausch mit anderen DJs viel mehr als eine Bereicherung an.“

Diesen Ansatz verfolgt auch Yeşim, deren selbst veranstaltete Partys, wie zuletzt „Erdogay“ im Golden Pudel, auch immer mal wieder mit einem rein weiblichen Line-up aufwarten – ohne dass sie das beabsichtigt hätte. Fathia dagegen sieht diese „Female DJ Partys“ kritisch, da sie die Gefahr eines umgekehrten Sexismus bergen, eben weil sie Männer komplett ausschließen. Worin sich jedoch alle einig sind: Die Lösung des Problems kann nur darin liegen, sich vom Schubladendenken zu verabschieden. Ein wichtiger Schritt ist vermutlich dann getan, wenn Menschen endlich aufhören das Wort „DJane“ zu benutzen, bei dem sich vielen weiblichen DJs die Fußnägel hochrollen und das (Geschlechter-)Grenzen aufbaut, wo doch eigentlich keine sein sollten. Fathia bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt: „Es geht doch bei der Musik um Vereinigung, um das Miteinander. Miteinander das Glück teilen. Und nicht um Egokram.“

Text: Katharina Grabowski

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Tocotronic: Das hat viel Kraft gekostet

Die Band, die sich bisher so schwertat, etwas Persönliches preiszugeben, veröffentlicht plötzlich ein autobiografisches Album: „Die Unendlichkeit“. Warum, wieso, weshalb: ein Gespräch mit Sänger und Gitarrist Dirk von Lowtzow.

SZENE HAMBURG: Dirk, über das neue Tocotronic-Album „Die Unendlichkeit“ habt ihr als Band bereits festgehalten: „Mit ganz einfachen Worten, offen und ungepanzert, berichten wir über uns selbst.“ Wie würdest du diese vorherigen „Panzer“ denn beschreiben? Und: Fiel es schwer, sie abzulegen?
Dirk von Lowtzow: Ich denke, man trägt zunächst immer eine Art Körperpanzer mit sich herum, wenn es um persönliche, autobiografische Themen geht. Man will sich schützen, wenig von sich preisgeben. Man sucht nach einer gewissen Distanz. Nicht zuletzt auch zu sich selbst. Im autobiografischen Schreiben für das Album musste ich diese Distanz zu mir selber überwinden, was teilweise eine sehr verstörende, im Großen und Ganzen aber spannende Erfahrung war. Die Entscheidung, für das Album autobiografische Lieder zu schreiben, erforderte auch eine Entscheidung in der Form: Während wir mit Tocotronic bei vorherigen Alben oft nach abwegigen Konstruktionen gesucht haben, um etwas von uns preiszugeben, haben wir hier die Einfachheit gesucht, weil wir wussten, dass in ihr eine große Kraft steckt.

Geführt hat diese Öffnung zu Liedern, die von nicht weniger als Angst, Liebe, Einsamkeit und Tod handeln. Welches Thema hat beim Songschreiben am meisten von dir abverlangt?
Der Song „Unwiederbringlich“, der vom angekündigten Tod meines ältesten Jugendfreundes handelt, war sicherlich der am schwersten zu schreibende Song. Das hat viel Kraft gekostet und ich habe mit Jan Müller, der ein hervorragender Lektor ist, um jedes Wort gerungen.

Es geht nun auch um deine Zeit vor Hamburg: Ums Außenseiterdasein, Beleidigungen, Flucht. Rückblickend: Welche Lebenslektionen musstest du in deiner Jugend lernen?
Ich bin recht behütet in der westdeutschen Provinz der siebziger und achtziger Jahre aufgewachsen, war als Kind sehr fantasievoll und kreativ, aber auch ein Angsthase. Ich habe früh gelernt, dass ich nicht in die auf Stärke und Dominanz ausgerichtete Welt meiner männlichen Mitschüler passe. Außerdem hatte ich ein frühes Faible für modische Extravaganzen, weshalb ich oft Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt war, wenn ich durch die Fußgängerzone stolzierte (lacht). Diese Erfahrung haben wir alle in der Band gemacht, selbst Rick drüben in Maine, so kam es zu dem Lied „Hey Du“.

Für Dirk von Lowtzow war Hamburg ein „absoluter Sehnsuchtsort“. Foto: Michael Petersohn

Wann war die erwähnte Flucht unausweichlich? Und warum fiel die Wahl auf Hamburg?
Mein großer Traum war es schon als Jugendlicher, in einer Rockband zu spielen, das gestaltete sich in der Provinz aber sehr schwierig. Hamburg war mein absoluter Sehnsuchtsort, da ich die ersten Alben der Bands der „Hamburger Schule“ kannte. Ich war Fan von „Capt. Kirk &“, der „Kolossalen Jugend“ und „Huah!“ Als ich durch einen Zufall Jan Müller kennenlernte und durch ihn Arne Zank und wir durch die Bandgründung diesen Zufall sozusagen fixierten, war mein Traum endlich Wirklichkeit geworden. Das hätte zu diesem Zeitpunkt nur in Hamburg passieren können.

Habt ihr euch als Tocotronic auch sofort gut aufgehoben gefühlt in der Hamburger Musiklandschaft? Oder war eure Szene vergleichsweise klein und das Gefühl des Andersseins auf neue Weise wieder sehr präsent?
Die Hamburger Musikszene zu jener Zeit hatte eine eigene Strenge, eine eigene Härte, die sich zum großen Teil noch einem sehr maskulinen 80er-Jahre-Weltbild verdankte, gewürzt mit einem Schuss Ironie und einem Spritzer Ideologie. Es war ein bisschen wie eine außerinstitutionelle Akademie. Oft war ich als etwas zu gefühliger süddeutscher Indieboy mit einer Schroffheit konfrontiert, die ich so vorher nicht kannte. Aber es war eine gute Ausbildung (lacht).

Was meinst du, welche Denkweise oder auch Bandphilosophie euch karrieretechnisch vorangebracht hat? Ein schlichtes Sich-niemals-Verbiegen-lassen? Oder gab es mehr als eine Regel, die ihr euch auferlegt habt? Oder aber: gar keine Regel?
Ich glaube, wir sind ein ziemlich schrulliger Haufen. Bei uns ist in mancherlei Hinsicht, auch karrieretechnisch, Hopfen und Malz verloren.

Ein weiteres Thema auf „Die Unendlichkeit“: Hoffnungen. Welche haben sich denn in Hamburg für dich voll und ganz erfüllt?
Ich bin Musiker geworden. Und ich habe in Hamburg Jan, Arne und später Rick kennengelernt, und darf mit ihnen im Kollektiv arbeiten. Es klingt ein bisschen kitschig, aber ich bin darüber sehr glücklich und meine Hoffnungen haben sich dadurch erfüllt. Ich finde es nachgerade ein Politikum, dass es diese Band nach 25 Jahren noch gibt und wir mit der Gruppe immer genau das machen konnten, was wir wollten. Das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Mit Klick-Zahlen kann man leider keine Diskurse führen. Man fühlt sich demgegenüber manchmal ein bisschen wie ein alter Freibeuter. Das passt ja wiederum ganz gut zu Hamburg (lacht).

Nicht ganz unspannend am Ende: Würdest du es noch mal genauso machen? Noch mal nach Hamburg flüchten?
Ja, selbstverständlich.

Könntest du dir auch eine Rückkehr nach Hamburg aus Berlin vorstellen?
Im Augenblick ehrlich gesagt nicht, denn ich fühle mich in Berlin sehr geborgen. Aber man soll ja nie „nie“ sagen. Eine steife Hamburger Brise kann ja ganz wohltuend sein.

Interview: Erik Brandt-Höge

„Die Unendlichkeit“ erscheint am 26.1. (Vertigo Berlin/Universal); 16.3., Große Freiheit 36, 19 Uhr

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Hamburgerin des Monats: Barbara Barberon

Auch, wenn ihr Name so klingt, Barbara Barberon (50) ist keine waschechte Französin, aber eine im Herzen. Das von ihr mitgegründete „arabesques“ Festival (bis 7. März 2018) vereint Künstler aus beiden Ländern, um die deutsch-französische Freundschaft zu stärken und solidarisch über die Grenzen hinauszuschauen

SZENE HAMBURG: Barbara, woher kommt deine enge Bindung zu Frankreich?
Barbara Barberon: Durch die Familie. Meine Großmutter war Wahlfranzösin und mein Vater hat seine Kindheit dort verlebt. Ich habe sieben Jahre in Chinon, einem gemütlichen mittelalterlichen Städtchen im Val de Loire, gelebt und meine Kinder wurden dort geboren.

Und wie bist du 2012 dazu gekommen, ein deutsch-französisches Festival hier zu initiieren?
Damals hat Nicolas Thiébaud, der Solo-Oboist an der Staatsoper ist, eine Konzertreihe veranstaltet und mich gefragt, ob ich Lust hätte, ergänzende Kulturveranstaltungen zu organisieren. Im ersten Jahr haben wir mit 25 angefangen, im zweiten waren es bereits 55, ein Mix aus Lesungen, Konzerten, Theater und Debatten.

Wie stemmt ihr das?
Anfangs haben wir alles zu zweit gemacht. Mittlerweile sind wir in unserer Organisation etwas breiter aufgestellt. Ich bin für die Programmplanung verantwortlich, also im ständigen Austausch mit Künstlern und Veranstaltungspartnern im In- und Ausland. Trotz Unterstützung einiger Stiftungen, sind wir leider institutionell noch nicht fest aufgestellt. Wir bekommen durch die Kulturbehörde eine jährlich neu zu beantragende Projektförderung, die sehr hilft, aber noch keine sichere langfristige Planung zulässt. Diese Festival-Ausgabe steht unter dem Motto „Gegenwelten“.

Was bedeutet der Begriff?
Ich gestalte jedes Jahr ein Thema, um zu vermeiden, dass das Festival in eine inhaltliche Beliebigkeit rutscht. Wir wollen eine Bindung erzeugen und zeigen, dass wir uns kulturpolitisch für ein Ziel einsetzen. Zu dem Thema „Gegenwelten“ gibt es noch den französischen Zusatz „repenser le monde“, also die Welt noch einmal anders denken. Für mich ist es sehr wichtig, den Mut zu haben und sich der Kraft bewusst zu sein, dass wir die Welt auch immer wieder ganz anders gestalten können. Dazu gehört natürlich die Stärke der Solidarität, des Sicheinsseins in dem Willen, etwas aktiv zu verändern. Wir müssen nicht feststecken – wir können hinterfragen und selbst eine Richtung angeben, kommunizieren, gestalten.

Wie ziehst du von der Systemkritik den Bogen zur deutsch-französischen Beziehung?
Bei der Programmgestaltung gehen wir von der deutsch-französischen Freundschaft aus, denn die Zusammenarbeit dieser beiden Länder ist essenziell für den Frieden in Europa. Wir arbeiten viel mit französischen Künstlern und Institutionen in Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Partnerländern zusammen. Es geht um die Idee, gemeinschaftlich über die Grenzen hinauszuschauen.

Welche Konzepte fördern eine stärkere Solidarität in der Gesellschaft?
Wenn ich auf die Welt blicke, ist für mich ein fehlender Zusammenhalt das Erschreckende, aber auch das Herausfordernde.

Welche Veranstaltung findest du besonders erwähnenswert?
Ende Januar findet ein sehr schönes Projekt in der Klangmanufaktur statt. Dort wird der Komponist und Pianist Thierry Pécou mit seinem Musiker-Ensemble ein sehr besonderes Programm mit Klarinette, Saxophon und Klavier spielen. Sie spüren der Groupe des Six nach, den Klängen von Tango, Disco und Jazz im Paris der 20er. Am Tag darauf werden die Musiker mit Schülern in einem Kompositionsworkshop zusammenkommen.

Die Klangmanufaktur ist ja für sich schon ein schönes Projekt …
Ja, ich finde die Idee und Vision großartig. Ausgehend von dem Gedanken, dass sich viele Künstler und Kulturstätten keinen so guten Flügel leisten können, restaurieren ehemalige Steinway-Mitarbeiter alte Steinway-Flügel. Investoren können, anstatt vielleicht eine Wohnung zu kaufen, einen dieser Flügel erwerben, der dann vermietet wird. Es gibt so viele bezaubernde Kulturstätten, die sich sonst keinen guten Flügel leisten können.

Was bedeutet die 60-jährige Städtepartnerschaft von Marseille und Hamburg für unsere Stadt?
Sie ist ein Symbol dafür, über seine Grenzen hinauszusehen und eine Aufforderung, sich mit der Kultur des Nachbarlandes zu befassen. Das ist nicht überall sichtbar, aber eine sehr schöne Möglichkeit, gemeinsam kulturelle Projekte ins Leben zu rufen und in beiden Ländern zu präsentieren – wie wir es beim Eröffnungskonzert tun werden. Das Ensemble arabesques widmet sich, unter der Leitung von Nicolas Thiébaud, gemeinsam mit Musikern des „Institut des vents français“ südfranzösischen und deutschen Komponisten. Dazu arbeiten wir eng mit dem Goethe-Institut zusammen und planen im Juni ein gemeinsames Hamburg-Marseille-Filmfest im Metropolis.

Woran hängt dein Herz mehr, Hamburg oder Frankreich?
Das kann ich gar nicht sagen. Hamburg war und ist meine Wahlheimat, ich habe hier schon studiert. Ich liebe die Stadt und als ich in Frankreich war, habe ich viel an Hamburg gedacht. Von hier aus habe ich immer Heimweh nach Frankreich. Und dann trage ich auch noch Celle im Herzen, die Stadt, aus der ich komme …

An welchen Ort in der Stadt gehst du, wenn dich die Sehnsucht packt?
Ein für mich wichtiger Ort, seit ich hierher zurückkam, ist das Lycée français geworden, an dem meine Kinder zur Schule gehen. Aber auch das Ensemble Voix de Femmes, in dem ich jeden Mittwochabend singe – ein sehr privater französischer Ort, den Rémi Laversanne geschaffen hat. Und wenn man genau hinsieht, findet man hier überall Frankreich wieder – im Theater, im Kino, in den Konzertsälen …

Das klingt, als würdest du nie Feierabend machen?
Doch, durchaus. Aber da treffe ich auch auf Frankreich: Meine Kinder sind Franzosen, in Frankreich geboren, es war ihre erste Heimat. Jetzt sind sie auch Hamburger, aber eben mit französischen Wurzeln.

Wenn dir mal alles zu viel wird, hast du dagegen eine Strategie?
Die Stille genießen. Und ich reise unglaublich gern, nicht nur nach Frankreich!

Interview: Hedda Bültmann

Foto: Michael Kohls

7. Deutsch-Französisches Kulturfestival arabesques, 22.Januar 2o18 – 7. März 2018, verschiedene Veranstaltungsorte in und um Hamburg; www.arabesques-hamburg.de

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Auf einen Song mit … Haiyti

Jeden Monat trifft Erik Brandt-Höge Hamburger Musiker und holt sich von ihnen aktuelle Musikempfehlungen. Diesmal mit Haiyti. Ihr neues Album „Montenegro Zero“ erscheint am 12.1.

SZENE HAMBURG: Haiyti, wir brauchen neue Kopfhörermusik für die Stadt. Was läuft denn bei dir aktuell?

Haiyti: Ajebutter22: „Ghana Bounce“. Ich grüße die Ghana-Connection aus Hamburg, ich hoffe, sie freut sich!

ITAN: „Kleine Line Koks“.

Alles von Capuz a.k.a. Kapuziner Monch, mein Bruder.

Welchen deiner eigenen neuen Tracks würdest du fürs Unterwegssein mit Kopfhörern empfehlen?

Mein komplettes Album „Montenegro Zero“. Da werdet ihr staunen!

Und wenn wir mal länger und mit dem Auto unterwegs sind: Welcher Song macht eine Fahrt zum reinen Vergnügen?

Wenn ihr im Auto noch ein Tapedeck habt, dann mein Untergrund-Mixtape „Untergrundweltstars“. Da könnt ihr euer blaues Wunder erleben.

Interview: Erik Brandt-Höge

Foto: Tim Bruening

„Montenegro Zero“ erscheint am 12.1.18 (Vertigo Berlin/Universal). Mehr unter www.der-bomber-der-herzen.de.

Mojo Club

18.3.18, 20 Uhr


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Dezember 2017. Das Magazin ist seit 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Auf einen Song mit: Miu

Jeden Monat trifft Erik Brandt-Höge Hamburger Musiker und holt sich aktuelle Musikempfehlungen von denen, die es wissen müssen. Diesmal mit Miu, deren neues Video zum Song Ohana gerade erschienen ist.

SZENE HAMBURG: Miu, wir sind ganz melancholisch drauf. Und wir brauchen einen Soundtrack. Drei Empfehlungen, bitte!

Miu: LCD Soundsystem: „New York I Love You But You’re Bringing Me Down“. Der Song ist so herrlich perfekt unperfekt und könnte die Hassliebe zu einer Stadt wie New York kaum besser ausdrücken.

Black Keys: „Weight Of Love“. Schönster Bass-Sound, eines meiner Lieblingsgitarren-Soli und irgendwie könnte das Lied am Ende eines Roadmovies spielen, wenn der Protagonist in einem alten Auto eine amerikanische Landstraße entlangfährt und die Kamera langsam aus dem Bild zieht.

Damien Rice: „I Don’t Wanna Change You“. Ich könnte eigentlich immer gleich losweinen, wenn ich das Lied höre. Zum einen, weil es einen wunderschönen Streichersatz hat. Zum anderen, weil Damien Rice über eine unerfüllte Liebe mit Größe und Tragik zugleich erzählt.

Was braucht ein schönes melancholisches Lied deiner Meinung nach alles?

Ehrlichkeit! Es geht bei Melancholie nicht um große Instrumentierung oder komplizierte Arrangements. Aber natürlich kann ein Streichersatz an der passenden Stelle Gefühle verstärken. Letztlich zählt aber das Lied an sich. Und wenn es mit dem nötigen Gefühl in Text und Melodie geschrieben ist, dann reicht auch ein guter Sänger mit Gitarre oder Klavier.

Und brauchst du eine melancholische Stimmung, um melancholische Musik schreiben zu können – oder geht das eigentlich immer?

Ich glaube, ich brauche vor allem einen Anlass oder ein Thema, das mich beschäftigt oder in diese Stimmung bringt. Es kann aber auch ein schöner Akkord sein, der im Kopf etwas macht. Aber so ganz grundlos melancholisch bin ich selten, da fängt im Kopf schon meistens irgendetwas an zu rattern. Was ich allerdings gut kann, ist mir zu viele Gedanken machen oder Gefühle aufsaugen und mir zueigen machen. Das begünstigt sicherlich eine gewisse Melancholie in den Texten.

Interview: Erik Brandt-Höge

Knust
12.1.18, 21 Uhr

„Leaf“ von Miu ist am 25.8.17 (Herzog Records) erschienen.


Szene Hamburg Cover August Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Augsut 2017. Das Magazin ist seit 28. Juli 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!


Interview: Die Indie-Pop-Band Fotos über das neue Album

Die Hamburger Indie-Pop-Gruppe ist zurück – kann mit dem Begriff „Comeback“ allerdings nichts anfangen

Wieso, weshalb, warum und alle anderen wichtigen Infos zum neuen Fotos-Album „Kids“ gibt es von Frontmann Tom Hessler (2. v. re.) und Gitarrist Deniz Erarslan (2. v. li.) im Interview.

SZENE HAMBURG: Tom und Deniz, die Musikindustrie und Fachpresse mögen im Zusammenhang mit der Band Fotos gerade sehr den Begriff „Comeback“. Ihr eigentlich auch?

Tom: Wir haben uns schon über diesen Begriff lustig gemacht (lacht). Aber uns war natürlich auch klar, dass je länger wir uns mit diesem Album Zeit ließen, umso mehr würde von einem Comeback die Rede sein.

Deniz: Wir haben in den vergangenen Jahren alle an Musik gearbeitet, Tom vor allem als Produzent und ich als Gitarrist in mehreren anderen Bands.

Tom: Und was das neue Fotos-Album betrifft, sind sämtliche Songs über einen sehr langen Zeitraum entstanden, jedes in einer bestimmten Phase der Band, weshalb es auch stilistisch so große Unterschiede gibt.

Und wie kam ein roter Faden rein? Brauchte es eine Beurteilung von außen?

Tom: Genau die brauchte es am Ende, ja. In Tobias Siebert (Studiobetreiber in Berlin; Anm. d. Red.) haben wir einen Menschen gefunden, der uns für dieses Album wirklich weitergebracht hat. Er war auch derjenige, der uns aufgezeigt hat, dass wir keine zig Songs mit der gleichen Soundästhetik machen müssen, also dass kein roter Faden auch einer sein kann. Dadurch wird ein Album oft viel aufregender.

Einer der neuen Songs heißt „Melodie des Todes“, worin Tom singt: „Ich weiß, dass du mich nie vergisst.“ Gilt das vielleicht auch für euch und euer Publikum? Schließlich hattet ihr mit den ersten drei Alben schon viel erreicht im deutschsprachigen Indie-Pop-Geschäft und wusstet, dass auch eine lange Zeit ohne Neu-Veröffentlichungen kein Vergessen der Fotos bewirken würde.

Tom: Dazu passt folgende Geschichte ganz gut:

Es gibt einen Mann, der vor einigen Jahren per Mail mit mir Kontakt aufgenommen hat. Was er schrieb, ging mir extrem nah. Er erzählte davon, wie er in der Zeit, in der es mit Fotos los ging, bei ganz vielen Konzerten der Band war.

Seine Freundin und er waren große Fans. Plötzlich wurde er schwer krank, hatte einen kompletten Breakdown und musste Dinge wie Essen, Laufen und Sprechen wieder ganz von vorne lernen. In dieser Phase, schrieb er, habe er unser zuletzt erschienenes Album „Porzellan“ und daraus speziell den Song „Angst“ sehr oft gehört. Im Reha-Prozess habe ihn das gestärkt. Und dann stand da noch, er würde sich freuen, wenn wir weitermachen.

Gab es denn mal eine Zeit, in der ihr nicht ans Weitermachen geglaubt habt?

Tom: Es gab zumindest Momente, in denen ich die Flinte schon auch mal ins Korn werfen wollte, ja. Musiker ist ja kein Beruf, der besonders belohnend ist. Oft weiß man nicht genau, woran man ist, wenn man Lieder in die Welt hinaus katapultiert, und das kann sehr frustrierend sein. Durch diese eine Fan-Mail habe ich allerdings gemerkt: Es war die richtige Berufswahl, auch wenn ich, in Anführungszeichen, nur einen Menschen mit Musik erreicht habe. Ich konnte in einer für ihn schweren Zeit eine Stütze für ihn sein. Genau dafür bin ich einst angetreten.

Hattest du selbst so etwas: Eine Band, ein Album oder einen Song, der dir eine Stütze war?

Tom: Ich hatte teils schwere Momente in meiner Jugend, und für mich waren damals Oasis eine große Hilfe. Einerseits war es die Art und Weise, wie mich ihre Lieder emotional berührt haben, dann aber auch diese komischen Persönlichkeiten dahinter und das Selbstbewusstsein, das sie transportiert haben. Für mich, der ich dazwischen 12 und 16 eher unsicher war, war das total wichtig und ein Grund, warum ich später selbst Musiker werden wollte. Dieses Gefühl, dass im eigenen Leben gerade nicht alles so gut ist, es sich aber alles ändert, sobald man sich den Walkman aufsetzt und „Definitely Maybe“ anmacht – das wollte ich auch mal bewirken.

Im Album-Booklet dankt ihr nun zwei weiteren Künstlern: David Bowie und Bud Spencer. Inwiefern waren diese beiden für euch da?

Tom: Textlich beschäftigen wir uns auf dem Album ja viel mit Übersinnlichem, Spirituellem, dem Universum, dem Tod. Es war naheliegend, diejenigen zu würdigen, die uns bisher begleitet und geprägt haben, und die in der Entstehungszeit des Albums gestorben sind.

Deniz: Wir alle sind mit Bud Spencer aufgewachsen, und auch später, als wir mit der Band auf Tour gingen, lag im Bus immer eine DVD-Box mit Filmen von ihm rum. Und mal abgesehen von den Filmen: Wenn man Langeweile hat, muss man sich einfach mal den Lebenslauf von Bud Spencer vornehmen – unglaublich spannend.

Tom: Wir brauchen uns nicht darüber unterhalten, dass seine Filme oft totaler Quatsch waren. Aber die Botschaft war immer gut, geradezu märchenhaft: Es gibt diese Welt, die von Bösen regiert wird, z.B. von Rassisten und Ausbeutern, aber es wird auch immer ein paar Leute geben, die versuchen, sich für das Gute einzusetzen und die Schwachen zu verteidigen.

Dieses Album wollten wir auch denen widmen, die nicht immer ganz leicht durchs Leben durchmarschieren können.

Und Bowie?

Tom: Bowie ist der personifizierte Alien des Pop. Der Mann hat gezeigt, dass Musik mehr ist als die Summe der einzelnen Teile, und dass man auch als Musiker zur Symbolfigur werden kann für weitaus mehr als die Klänge, die man produziert. David Bowie ist ein Grund dafür, weshalb jedes Album bei uns anders klingt – natürlich auch dieses.

/ Interview: Erik Brandt-Höge / Foto: Alexander Gehring

Am 28.4.17 treten die Fotos im Uebel & Gefährlich auf. Los geht es um 20 Uhr