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Ties Rabe: „Die Luft wird auch für Hamburg dünner“

Ties Rabe (SPD) ist seit 2011 Hamburgs Schulsenator. Im Interview spricht er über die Integration von Geflüchteten, die Digitalisierung und das Nachwuchsproblem bei den Lehrer:innen

Interview: Mirko Schneider

 

SZENE HAMBURG: Herr Senator, an Hamburgs Schulen herrscht keine Testund Maskenpflicht mehr. Wie glücklich sind Sie damit?

Ties Rabe: Ich finde es richtig, dass an den Schulen dieselben Regeln gelten wie in anderen Lebensbereichen. Die Menschen dürfen ihre Freizeit bis auf wenige Ausnahmen ohne Test- und Maskenpflicht gestalten. Also wären derartige Einschränkungen in der Schule falsch.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung für die Schulen in diesem Winter?

Im hohen Krankenstand der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler. Öffentliche Angebote in bestimmten Bädern oder in Restaurants müssen ja teil­weise schon eingeschränkt werden. An den Schulen stehen wir vor der großen Herausforderung, den Schulbetrieb mit voller Kraft aufrechtzuerhalten.

„Eine Entscheidung sollte erst fallen, wenn sich die derzeitige Situation etwas entspannt“

Eine weitere Herausforderung für die Hamburger Schulen besteht in der Integration der ukrainischen Flüchtlingskinder. Wie gewaltig ist diese Aufgabe?

Aktuell haben wir seit Be­ginn des Krieges 6.200 Kinder und Jugendliche allein aus der Ukraine aufgenommen. Das entspricht beispielsweise der gesamten Schülerzahl in Wilhelmsburg. Nach neuesten Schätzungen werden wir zusammen mit den Flüchtlingskindern aus weiteren Ländern in diesem Jahr 9.000 Kinder ins Hamburger Schulsystem integrieren. Die Krise ist größer als bei der Flüchtlingswelle 2015. Doch während damals auf vielen Ebenen der Eindruck vermittelt wurde, wir stünden kurz vor dem Weltuntergang, so habe ich heute den Eindruck, die aus dieser Lage entstehenden Schwierigkeiten werden in der öffentlichen Debatte eher unterschätzt.

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Ties Rabe sieht bei der Digitalisierung noch Nachholbedarf (©unsplash/Georgie Cobbs)

Was tut die Hamburger Schulbehörde, um diese Schwierigkeiten zu meistern?

Wir besitzen eine große Routine darin, neue Willkommensklassen einzurichten. In Hamburg heißen sie internationale Vorbereitungsklassen. Das tun wir in großer Zahl. Alle Schulen rund um die Flüchtlingsunterkünfte sind jetzt ausgelastet. Nun beginnen wir mit einer Verteilung über die ganze Stadt. An Geld mangelt es dabei nicht. Die Fragen lauten eher: Haben wir genügend Räume? Und finden wir genügend Lehrer?

In Hamburg lernen geflüchtete Kinder in Willkommensklassen ein Jahr lang Deutsch, bevor sie den Regelunterricht besuchen. Eine Studie des Leibnitz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen basierend auf Hamburger Daten stellt dieses System nun für Grundschulkinder infrage. Der Schluss der Studie: Wer in der Grundschule gleich eine Regelklasse besucht, integriert sich besser. Werden Sie das Hamburger System nun verändern?  

Wir nehmen diese Studie sehr ernst. Was die Studie allerdings nicht untersucht, ist die praktische Frage der Umsetzung. Wie kann es funktionieren, ein Kind, das kein Wort Deutsch spricht und keine unserer Schulregeln kennt, sofort in eine Regelklasse zu integrieren? Wir werden uns mit dieser Studie intensiv auseinandersetzen. Nur: Jetzt, wo wir auf dem Höhepunkt einer Krise mit unserer Lokomotive Schule mit Volldampf durch die Lande brausen, sollten wir nicht das Gleis wechseln. Eine Entscheidung sollte erst fallen, wenn sich die derzeitige Situation etwas entspannt.

„Das Problem der Lehrerversorgung ist in Hamburg am geringsten“

Ein Thema, mit dem Sie sich beständig auseinandersetzen müssen, ist Ihr 2019 vorgelegter Schulentwicklungsplan. Er sah vor, bis ins Jahr 2030 44 neue Schulen zu bauen und 123 weitere Schulen baulich zu erweitern. Wie liegen Sie im Plan?

Wir sind gut im Plan. Zwei Unwägbarkeiten existieren allerdings. Die Baukonjunktur in Hamburg ist sehr angespannt. Wir haben große Mühe, Handwerksbetriebe zu finden, deshalb ist es uns nicht gelungen, all das zur Verfügung gestellte Geld für den Schulbau auszugeben. Wir hoffen jetzt auf eine Entspannung der Lage. Außerdem sieht es so aus, als wenn wir insgesamt mit unserer Schülerzahl-Prognose sehr gut hinkommen. In einzelnen Fällen und Stadtteilen muss eventuell nachjustiert werden. Auch hier gilt: Am Geld wird es nicht scheitern. In der ersten Dekade der 2000er-Jahre investierte Hamburg pro Jahr 150 Millionen Euro in Schulbauten. Nun sind es 400 Millionen Euro.

„Schulen in regionalen Randlagen nicht so begehrt bei den Lehrkräften.“
Schulsenator Thies Rabe

Die schönsten Gebäude nützen nichts ohne Lehrkräfte. Die Opposition wirft Ihnen vor, in Hamburg existiere Lehrermangel. Wie sehen Sie die Situation?

Im Vergleich zu den anderen Bundesländern ist das Problem der Lehrerversorgung in Hamburg am geringsten. Wir haben eineinhalbmal so viele Bewerberinnen und Bewerber wie Referendariatsplätze, müssen kaum Quer- und Seiteneinsteiger einstellen. Was stimmt: Die Luft wird auch für Hamburg dünner. Schulen in Stadtteilen, in denen die Kinder aus schwierigen sozialen Milieus oder sozial benachteiligten Elternhäusern kommen, sind ebenso wie Schulen in regionalen Randlagen nicht so begehrt bei den Lehrkräften.

Ein Nachwuchsproblem?

Die CDU fordert einen Vertretungspool, Die Linke eine weitere Erhöhung der Referendariatsplätze. Beide betonen, die Schulbehörde müsse beim Thema Lehrermangel eingreifen …

Wir greifen ein. Wenn an bestimmten Standorten große Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung auftreten, werden wir als Schulbehörde tätig. Wir bitten zum Beispiel Schulen in der Umgebung oder fordern diese sogar auf, ihr Personal an solche Schulen zu schicken, die mit Personalproblemen zu kämpfen haben. Vorrangig sehe ich die Aufgabe der Hamburger Schulbehörde darin, Regeln aufzustellen und Lehrkräfte in einer ausreichenden Zahl auszubilden. Auch deshalb haben wir die Zahl der Referendariatsplätze um 40 Prozent auf 810 erhöht. Alle Regeln des Hamburger Schulsystems infrage zu stellen und grundsätzlich zu überdenken, ist aus meiner Sicht erst dann geboten, wenn alle anderen Wege ausgereizt sind. Ich sehe übrigens noch einen anderen wichtigen Punkt.

Welchen? 

Die Lage an den Universitäten. Aus den Universitäten kommen unter 600 Lehrkräfte pro Jahr auf den Hamburger Arbeitsmarkt. Das ist viel zu wenig und muss sich dringend ändern.

„Wir können nicht Digitalisierung fordern und sie gleichzeitig blockieren“

Muss sich auch etwas ändern beim Thema Digitalisierung?

Im Verhältnis zu den anderen Bundesländern gehören wir zu einer kleinen Spitzengruppe. Es gibt in jedem Klassenraum eine digitale Tafel, fast in jedem Klassenraum leistungsfähiges WLAN. Jede Lehrkraft hat von der Schulbehörde ein Tablet oder einen Laptop bekommen, immerhin auch jede dritte Schülerin oder jeder dritte Schüler. Drei Viertel der Schulen verwenden bereits eine einheitliche Lernmanagementplattform. Trotzdem: Dänemark und einzelne baltische Staaten sind weiter als wir. Wir haben aber auch größere Schwierigkeiten als andere Staaten. Nur ein Beispiel von vielen: Wir dürfen in den Schulen aus datenschutzrechtlichen Gründen grundlegende Programme wie Zoom und Microsoft Office nicht verwenden. Darüber müssen wir in Deutschland nachdenken. Wir können nicht Digitalisierung fordern und sie gleichzeitig blockieren.

„Ich wundere mich über die albernen Argumente“
Schulsenator Thies Rabe

Kommen wir noch zu Ihrer Grundsatzrede in der Bürgerschaft vom 4. Juni. „Leistung macht glücklich“ haben Sie gesagt – und damit eine öffentliche Debatte ausgelöst. Wie definieren Sie Leistung?

Leistung definiert die Gesellschaft, nicht ein einzelner Schulsenator. Deshalb definiere ich Leistung so wie jeder Mensch in seinem Berufs- und Privatleben. Schreibt ein Kind einen sechs Seiten langen, weitgehend fehlerfreien Aufsatz, der das Thema trifft, ist das eine bessere Leistung als ein Aufsatz eines anderen Kindes, der das Thema nicht trifft, nur eine Seite lang ist und 33 Fehler hat. Auch beim Sport ist klar: Wer weiter wirft, hat eine bessere Leistung gebracht als jemand, der kürzer wirft. Oder in der Teamarbeit: Wer Menschen mitnimmt und Gemeinschaft stiftet, leistet mehr als derjenige, der ständig Streit anzettelt oder schmollend in der Ecke sitzt. Ich wundere mich schon darüber, mit welchen albernen Argumenten einzelne Schulvertreter so tun, als könnten sie freihändig einen anderen Leistungsbegriff definieren.

„Für mich ist das ein sozialer Skandal“

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Schriftliche Klausuren: Ein Problem bei Hamburger Schülerinnen und Schüler, sagt Ties Rabe (©unsplash/Kimberly Farmer)

Die GEW Hamburg kritisierte, Sie seien nur an „abfragbarem Wissen und bildungsökonomischen Rankings interessiert“. Trifft diese Kritik zu?

Im Gegenteil. Mir ist es wichtig, dass Schule endlich sozial gerecht wird. In Deutschland hängt der spätere Lebenserfolg sehr stark davon ab, in welchem Elternhaus ein Kind geboren wird. Für mich ist das ein sozialer Skandal. Er liegt daran, dass die Schule es nicht schafft, den fehlenden Rückenwind vieler Elternhäuser durch gutes und intensives Lernen in der Schule auszugleichen. Für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern ist die Schule oft die einzige Chance, um im Beruf und Studium erfolgreich zu sein.

Deshalb müssen alle Kinder in der Schule gut und intensiv lernen. Sie müssen zum Beispiel richtig schreiben, lesen und rechnen lernen. Kein Unternehmen stellt jemanden nur deshalb ein, weil er ein netter Mensch ist. Als ich deshalb vor fünf Jahren die Rechtschreibung zu einem Kernthema gemacht habe, erntete ich einen Aufschrei der Empörung in Teilen der Schulwelt. Rechtschreibung galt als uncool, unmodern, unwichtig. Doch viele Firmen stellen nur Bewerber ein, die sicher schreiben können. Das Ergebnis meiner Politik: In den Bildungsvergleichen ist Hamburg von Rang 14 der Bundesländer katapultartig auf Rang sechs gestiegen. Auf diesen Erfolg bin ich stolz. Und ich bin froh, hier viele Lehrerinnen und Lehrer auf meiner Seite zu haben.

Mehr Klausuren und weitere Ziele

Wollen Sie auch deshalb mehr Klausuren schreiben lassen, die schriftlichen Leistungen insgesamt aufwerten und Klausurersatzleistungen streichen?

Viele Hamburger Schülerinnen und Schüler haben Probleme in schriftlichen Klausuren. Also wollen wir da etwas tun. Selbst nach unseren Vorschlägen für neue Bildungspläne würden in Hamburg übrigens immer noch nicht so viele Klausuren geschrieben wie in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein. Wenn wir weiterhin so wenige Klausuren schreiben, werden unsere Schülerinnen und Schüler auf die vielen Klausuren im späteren Studium oder in den Berufsschulen niemals so gut vorbereitet werden wie die Schülerinnen und Schüler in den Nachbarbundesländern.

Zum Abschluss: Wie blicken Sie auf Ihre bisherige Zeit als Bildungssenator in Hamburg zurück und was möchten Sie noch erreichen?

Ich habe von Anfang an gesagt: Mit Rang 14 im Vergleich der Bildung zwischen den 16 Bundesländern finde ich mich nicht ab. Jetzt stehen wir auf Rang sechs. Mittlerweile wird außerhalb Hamburgs mit großer Anerkennung über unsere Schulen gesprochen. Ich sage aber auch ganz offen: Platz sechs ist schön, aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Alle Kinder sollen in Hamburg ihren Platz und ihre Chancen finden, einen guten Beruf erlernen und an einer besseren Zukunft mitarbeiten können. Zwanzig Prozent unserer Kinder haben immer noch Schwierigkeiten mit den Kernkompetenzen. Da müssen wir besser werden. Dafür werde ich mich weiter mit all meiner Kraft einsetzen.


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Leere in den Kunstmuseen der Ukraine

Die Fotoausstellung „Leere. Das Khanenko-Museum in Kyiv“ zeigt Eindrücke aus einem wegen des russischen Angriffskrieges evakuierten Museums in der Ukraine

Text: Ronja Güldner

 

Eine scheinbar unbeachtete Realität des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ist die Evakuierung ukrainischer Museen, um Kulturgüter in Sicherheit zu bringen. Die Fotografien des Ukrainers Yurii Stefaniak in der Ausstellung „Leere. Das Khanenko-Museum in Kyiv“ zeigen wie das „Bohdan and Varvara Khanenko National Museum of Arts“ nach der Evakuierung der Exponate zurückbleibt.

Leere Vitrinen, nackte Wände

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Leere Ausstellungsvitrinen im Khanenko-Musuem (©Yurii Stefaniak)

Ausgeräumte Vitrinen, nackte Wände und verlassene Ausstellungssäle des Kunstmuseums in Kyiv eröffnen einen neuen Blick auf das Leben im Krieg. Zu sehen ist die Ausstellung im Flur des kunstgeschichtlichen Seminars an der Uni Hamburg. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der TU Dortmund, dem Khanenko Museum in Kiew, dem Netzwerk Kulturschutz Ukraine und der Universität Greifswald. Zuvor war die Ausstellung an der TU in Dortmund und an der Akademie der Künste in Berlin zu sehen.

 

„Leere. Das Khanenko-Museum in Kyiv“ im ESA W der Universität Hamburg ist noch bis zum 18. Februar 2023 zu sehen


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Krisengespräch: Wie sozial ist Hamburg, Melanie Leonhard?

Melanie Leonhard, die Senatorin für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration im Gespräch über die derzeit größten Herausforderungen der Stadt 

Interview: Erik Brandt-Höge

 

SZENE HAMBURG: Melanie Leonhard, Pandemie, Krieg, Inflation, Energiekrise: Können Sie aus Senatorinnenperspektive derzeit überhaupt noch ruhig schlafen?

Melanie Leonhard: Jedenfalls ist es schwierig. Wenn man ein Thema einigermaßen im Griff hat, kommt schon ein neues. Aber da geht es mir als Senatorin nicht anders, als allen anderen Menschen: Man muss damit umgehen.

Gibt es denn aktuell ein Thema, das bei Ihnen besonders im Fokus steht?

Was uns zu Beginn des Herbstes sehr fordert, ist die Unterbringung von Geflüchteten. Schon im Sommer hatten wir eine erhebliche Zuwanderungsdynamik. Und auch wenn wir in Rekordzeit Plätze in öffentlichen Unterbringungen geschaffen haben, haben wir jetzt die Situation, dass wir gar nicht so schnell Immobilien oder Container in Betrieb nehmen können, wie die Menschen sie brauchen. Deswegen haben wir jetzt auch die ersten Zeltplätze in Betrieb genommen. Das ist nicht unser Anspruch, deswegen versuchen wir auch, schnell wieder andere Unterkünfte zu finden.

 

„Es fehlen vor allem Flächen“

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„Wir tun als Stadt sehr viel“, sagt Senatorin Leonhard (©Senatskanzlei/Daniel Reinhardt)

Erleben Sie eine generelle Willkommenskultur in der Stadt? Oder würden Sie sagen: Da geht noch mehr?

Mein Eindruck ist, dass es eine ganze Menge Hamburgerinnen und Hamburger gibt, die ganz unabhängig von eigenen Einschränkungen echt viel tun und sich enorm anstrengen in dieser schwierigen Zeit. Das reicht vom Bereitstellen von Unterkünften über die Hausaufgabenhilfe bis zum Vorbeibringen von Kinderspielzeug. Manchmal kann man sehen, dass es den Menschen gar nicht so leicht fällt, derzeit etwas abzugeben. Aber sie tun es und geben sich wirklich große Mühe.

Sie sagen, es mangelt an Unterkünften. Worauf ist dieser Mangel zurückzuführen? Auch auf fehlende Gelder?

Uns fehlen schlicht und ergreifend die Flächen. Wir sind in einem engen Stadtstaat, in dem die Fläche begrenzt ist. Wir haben auch keine großen Industriebrachen oder leer stehende Wohnblöcke in Hamburg. Und wo Wohnungsbau geplant ist, wird er auch erfolgen, alles andere wäre kontraproduktiv. Es sind also trotz der hohen Kosten, die wir stemmen müssen, nicht in erster Linie die Gelder, die fehlen, sondern vor allem fehlende Flächen.

Wir erzählen im November auch von Hamburgerinnen und Hamburgern, die sich besonders sozial engagieren. Gibt es Menschen, die Ihnen momentan sehr imponieren?

Ja, viele! Ich mag eigentlich niemanden besonders hervorheben, nur Beispiele nennen, etwa die Ukraine-Hilfe. Was da an ehrenamtlichem Engagement entfaltet wird, ist wirklich enorm. Zudem gibt es schon seit 2015 Initiativen, die sich für Geflüchtete einsetzen, im ganzen Stadtgebiet von „Harvestehude hilft“ bis „Willkommen in Süderelbe“. Auch viele dieser Initiativen haben nie nachgelassen. Das finde ich sehr beeindruckend. Ebenso wie den Förderverein Winternotprogramm, der Winter für Winter das Abendbrot für obdachlose Menschen zubereitet.

 

„Wir unternehmen große Anstrengungen, allen Obdachlosen zu helfen.“

Apropos Winternotprogramm an. Sie haben mal gesagt, niemand müsse im Winter auf der Straße schlafen …

… das ist so. Wir unternehmen große Anstrengungen, allen Obdachlosen zu helfen. Wer keine Möglichkeit hat, sich selbst zu helfen, bekommt von uns einen Schlafplatz angeboten. Aber Obdachlosigkeit hat häufig nicht nur mit einem fehlenden Dach über dem Kopf zu tun – es gibt oft verschiedene Gründe, warum Menschen das Angebot nicht annehmen können, darunter schwere psychische oder Suchterkrankungen.

„Wenn man ein Thema einigermaßen im Griff hat, kommt schon ein neues“, sagt Senatorin Melanie Leonhard

Ihr Satz, niemand müsse draußen schlafen, suggeriert letztlich, dass viele Hundert Menschen in Hamburg dies freiwillig tun.

Im Rahmen des Winternotprogramms machen wir eine Beratung, die darauf zielt, dass man seine Sozialleistungsansprüche auch realisiert, wieder zu Geld kommt und eine Meldeadresse erhält. Aber nicht immer sind die Menschen auch bereit dazu. Es gibt Dinge, die der Annahme von Hilfe entgegenstehen. Zum Beispiel, wenn man außerhalb der EU beheimatet ist und in Hamburg ohne Arbeit keinen Aufenthaltsstatus hat. Oder wenn man erhebliche Probleme hat, aber noch nicht bereit ist, sich diesen zu stellen.

Rund 50 Prozent der Menschen, die in Hamburg auf der Straße leben, haben keine Krankenversicherungskarte, sind aber wie alle anderen weiterhin von der Pandemie betroffen. Dürfen diese Menschen sich Hoffnung auf eine Auffrischungsimpfung gegen die Omikron-Variante machen?

Ja! Seit es das Impfen gibt, haben wir immer große Anstrengungen unternommen, um auch diese Menschen zu erreichen. Wir haben von Beginn an spezielle Impfangebote für obdach- und wohnungslose Menschen gemacht, die auch gut angenommen wurden. Man kann auch ohne Krankenversicherungskarte ins Impfzentrum kommen, und es gibt laufend mobile Einsätze unserer Impfteams.

 

Kommen die „Verbesserungen“ für Beschäftige im Gesundheitssystem zu spät?

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Viele Hamburgerinnen und Hamburger zeigen Flagge, bleiben solidarisch (©Erik Brandt-Höge)

Bleiben wir beim Thema Pandemie. Vor mehr als zwei Jahren wurden Hamburgerinnen und Hamburger, die im Gesundheitssystem arbeiten, von Balkonen aus beklatscht. Finden Sie, dass die Beklatschten vom Senat ausreichende und vor allem nachhaltige Wertschätzung erhalten haben?

Es liegt auf jeden Fall seitdem ein viel stärkerer Fokus auf ihrer Arbeit. Ob sich das immer in der Wertschätzung ausdrückt, die diese Menschen verdienen, ist schwer zu sagen. Es gibt eine Menge Menschen, die zum Beispiel in Pflegeheimen arbeiten, die sich nicht ausreichend gesehen fühlen. Es wird ihnen aber helfen, wenn wir die politischen Reformen jetzt zum Abschluss bringen.

Denken Sie nicht, dass „jetzt“ ein bisschen spät ist?

Es waren ja schon zu Beginn von Corona eine Menge Reformen in Kraft beziehungsweise angestoßen, etwa zum Thema Personaluntergrenzen. Durch Corona konnte eine solche Reform aber keine Wirkung entfalten, sie fiel weg, weil man sonst nicht so viele Patientinnen und Patienten hätte aufnehmen können. Jetzt kann das und einiges andere aber passieren.

Sie meinen also, dass aus politischer Sicht ausreichend für zum Beispiel Pflegekräfte getan wird?

Die ersten Schritte sind getan und die nächsten müssen jetzt getan werden. Unter anderem geht es darum, mehr Entlastung für das Personal in allen pflegerischen Bereichen zu schaffen. Und die tarifliche Bezahlung in der Altenpflege tritt auch jetzt erst in Kraft.

 

Corona: „Wir haben eine hohe Dunkelziffer“

Glauben Sie, die pandemische Lage in der Stadt wird sich im Herbst und Winter verbessern, wenn die Bürger weiterhin für Tests zahlen müssen und bereits fünf Tage nach einer Corona-Erkrankung wieder in der Öffentlichkeit unterwegs sein dürfen, wie es die aktuelle Pandemie-Politik besagt?

Es gibt auch heute nur noch wenige Bereiche, in denen man überhaupt noch Tests braucht. Wo man einen braucht, wird er weiterhin bezahlt, zum Beispiel bei Besuchen in Krankenhäusern oder nach einem positiven Schnelltest. Viele politische Kräfte meinen zwar, dass alle Vorgaben zur Isolationsdauer wegfallen sollten. Gesundheitsminister Karl Lauterbach ist einer der Wenigen, die überhaupt noch finden, dass Erkrankte fünf Tage in Isolation gehen sollen. Welche Entscheidung dazu getroffen wird, muss sich aber aus der wissenschaftlichen Einschätzung ergeben, und weniger eine politische Entscheidung sein.

Aber durch diese Politik können die vom Gesundheitsamt herausgegebenen Zahlen doch gar kein realistisches Abbild des Pandemiegeschehens sein.

Ja, es gibt kein exaktes Abbild: Wir haben eine hohe Dunkelziffer, weil wir nur noch die Test-Befunde erfassen, die im Labor bestätigt wurden. Das ist – so sagen es auch viele Wissenschaftler – aber ein Teil des Lebens mit der Pandemie.

 

Melanie Leonhard sagt: „Die Hamburgerinnen und Hamburger sind sehr sozial“

Leben müssen Hamburgerinnen und Hamburger auch mit explodierenden Energiekosten. Politische Maßnahmen gibt es, um ihnen zu helfen. Nur: Wie wollen Sie langfristige Unterstützung sichern?

Neben den Hilfen, die der Bund leistet, tun wir als Stadt sehr viel. Wir tragen zum Beispiel mit einem Notfallfonds für Energiekosten ab Dezember dazu bei, dass diejenigen, die nicht mehr wissen, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen, Hilfe bekommen. Und diese Hilfe ist dauerhaft. Für alle Hilfeempfängerinnen und -empfänger zahlen wir die Heizkosten übrigens aus kommunalen Mitteln der Stadt sowieso. Auch damit tragen wir dazu bei, dass die Menschen sicher durch die Krise kommen.

Abschließend noch die Frage: Wie sozial ist Hamburg? Vielleicht können Sie Ihre Antwort auf einer Skala von eins bis zehn ansiedeln, wenn zehn sehr sozial ist.

Die allermeisten Hamburgerinnen und Hamburger sind sehr sozial. Deshalb: acht oder neun!


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Kunst im Phoxxi: The New Abnormal

Die Fotoausstellung im Phoxxi, dem temporären Haus der Photographie der Deichtorhallen vermittelt einen Eindruck vom gegenwärtigen Leben in der Ukraine mit Werken von zwölf ukrainischen Fotograf:innen

Vom 3. September bis zum 6. November läuft die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Odesa Photo Days Festival stattfindet. „The New Abnormal“ zielt darauf ab, mit den Fotografien der ukrainischen Dokumentarfotograf:innen und Fotokünstler:innen, das Leben im Angesicht des
Krieges zu vermitteln.

Das Odesa Photo Days Festival wurde 2015 auf künstlerische Reaktion auf den Krieg gegründet, den Russland im Osten der Ukraine begonnen hatte. Sieben Jahren lang fand das Festival statt. Aufgrund des russischen Angriffs im Februar fiel es dieses Jahr allerdings aus. Umso wichtiger ist, dass die Fotografien jetzt in der Ausstellung im Phoxxi zu sehen sind.

deichtorhallen.com


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Kalte Füße in Hamburg?

Je näher die kalte Jahreszeit rückt, desto größer wird bei vielen Menschen die Sorge vor einem Gasmangel. Wie reagiert die Politik auf bevorstehende Engpässe und steigende Kosten für Verbraucher:innen? Ein Interview mit Jens Kerstan, Senator der Hamburger Umweltbehörde

Interview: Anna Meinke

SZENE HAMBURG: Jens Kerstan, wie lautet Ihre Prognose für die kommenden
Herbst- und Wintermonate hinsichtlich der Versorgungsengpässe? Wird Heizen in Hamburg zum Luxus?

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Jens Kerstan, Senator der Umweltbehörde (Foto:Florian Besser)

Jens Kerstan: Wir befinden uns in einer schwierigen Lage. Deutschland bezieht mittlerweile 40 Prozent des Gasbedarfes aus Russland, die Lieferungen wurden um 80 Prozent gekürzt. Aber wir bekommen auch Gas vor allem aus Norwegen und Niederlande geliefert. Durch die vier geplanten LNG- Terminals könnten wir die Kürzungen des Russland-Gases im Wesentlichen ausgleichen. Aber von den vier Terminals gehen jetzt erst zwei an den Start. Wir müssen also wesentliche Einsparungen im Gasverbrauch vornehmen. Der EU-Notfallplan sieht eine Senkung des nationalen Gasverbrauchs um 15 Prozent vor. Dadurch könnten die Füllstände der europäischen Gasspeicher im Durchschnitt eine Höhe von etwa 80 Prozent erreichen. Wir in Hamburg wollen unseren bestmöglichen Beitrag leisten, diese Ziele zu erreichen.

„Ich gehe fest davon aus, dass niemand in Hamburg frieren müssen wird“

Jens Kerstan

Ich gehe fest davon aus, dass niemand in Hamburg frieren müssen wird. Die Haushaltskunden sind nach EU-Recht geschützte Kunden, das heißt, wenn nötig wird zuerst in der Industrie und der Wirtschaft rationiert. Aber auch dort wird niemandem das Gas komplett abgedreht. Erst wenn das nicht ausreicht, also quasi alle Stricke reißen, würde auch bei den Haushaltskunden rationiert. Aber das sehe ich zurzeit nicht.

Uns ist allen bewusst, dass die Energiepreise durch die Decke gehen. Und ich kann nur an alle Hamburgerinnen und Hamburger appellieren, den Energieverbrauch zu reduzieren und wenn möglich, monatlich einen Betrag zurückzulegen, um sich auf die Jahresabrechnungen in diesem Bereich vorzubereiten. An dieser Stelle möchte ich davor warnen, Heizlüfter anzuschaffen. Denn Strom zum Heizen kostet vier Mal so viel wie Gas. Und wenn Heizlüfter im großen Stil eingesetzt werden, kann es in einzelnen Straßenzügen das Stromnetz überlasten.

Auf der Website der Umweltbehörde werden den Hamburger:innen Energiespartipps für zu Hause ans Herz gelegt. Werden die Anstrengungen von Privathaushalten allein ausreichen, um ohne kalte Füße durch die Wintermonate zu kommen?

Nein, es wird eine gemeinsame Kraftanstrengung vonnöten sein – von Politik, Industrie, Wirtschaft und von allen Hamburgerinnen und Hamburgern. Wir haben zu Beginn der Woche den 25-Punkte-Energiesparplan der Stadt vorgestellt. Anfang September werden wir eine große Kampagne starten, an der sich neben der Stadt unter anderem auch die Kammern, die Wirtschaft und die Verbände beteiligen werden. Dabei geht es auch darum, mehr Informationen und Hilfestellungen für die Hamburgerinnen und Hamburger und Gewerbetreibenden zu bieten.

„Es ist klar, dass alle an einem Strang ziehen müssen, damit wir gut durch den Winter kommen“

Jens Kerstan

Es ist klar, dass alle an einem Strang ziehen müssen, damit wir gut durch den Winter kommen und um einer drohenden Gasmangellage entgegenzuwirken. Wir wollen aber auch vermeiden, dass Hamburg als Industriestandort und große Unternehmen in unserer Stadt in Schwierigkeiten geraten, weil sie im Falle einer Gasmangellage nur noch gedrosselt produzieren können.

Energiesparen hin oder her – wenn die Bürger:innen demnächst die rasant steigenden Energiekosten zahlen müssen, werden viele vor großen finanziellen Problemen stehen. Wie wird den Hamburger:innen bei explodierenden Kosten geholfen?

Es werden generelle finanzielle Hilfen wie zum Beispiel das Energiegeld von der Bundesregierung bereitgestellt. Wir in Hamburg prüfen derzeit, ob es rechtlich möglich ist, die vom Bund beschlossene Gas-Umlage nicht auf die Fernwärme und Gaskunden der städtischen Energiewerke (HEnW) umzulegen.

Auch bereiten wir einen Härtefallfonds nach dem Vorbild Niedersachsens vor, um auch die Kundinnen und Kunden privatwirtschaftlicher Unternehmen zu unterstützen, wenn Sie die Umlage nicht zahlen können. Zudem sind wir in Gesprächen mit den Energieversorgern, dass es bei Zahlungsverzug zu keinen Sperrungen von Strom und Gas in diesem Winter kommen soll. Alle diese Maßnahmen dienen dazu, eine Notlage zu vermeiden. Wir werden niemanden im Stich lassen.

Der Bundeskanzler bezeichnete die aktuelle Energiekrise als „sozialen Sprengstoff “
– gerade die Ärmsten unserer Gesellschaft leiden unter den massiven Preissteigerungen. Befürchten Sie, dass sich soziale Ungleichheiten in Hamburg im Zuge der Krise verstärken werden?

Die Energiekrise, verursacht durch den Angriffskrieg in der Ukraine und den Erpressungsversuchen von Putin, betrifft jeden. Die Preissteigerungen sind allerorts spürbar. Wir werden in Hamburg alles tun, um diese Krise sozial gerecht zu meistern.

Andere Bundesländer legen bereits Energiesparpläne vor, die auch die Beheizung und nächtliche Beleuchtung öffentlicher Gebäude sowie die Industrie in den Blick nehmen. Wie sieht hier der Plan für Hamburg aus?

Wir als Senat, als Verwaltung, nehmen eine Vorbildfunktion in dieser dramatischen Situation ein und haben einen umfangreichen 25-Punkte-Plan zum Energiesparen vorgelegt. Darin geht es unter anderem um die Senkung der Raumtemperatur in den öffentlichen Gebäuden auf die gesetzlich vorgegebene Mindesttemperatur von 20 Grad, um das Abschalten von Warmwasser, um die Reduzierung der Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden und in Parks- und Grünanlagen sowie bezirklichen Sportanlagen außerhalb der Nutzungszeiten.

Wir werden den Betrieb von Brunnenanlagen, der Alsterfontäne, der Wasserspiele in Planten un Blomen einstellen – um nur ein paar Punkte zu nennen. Als Industriestandort haben wir in Hamburg einen vergleichsweise hohen Energieverbrauch. Die Industrieunternehmen in Hamburg verbrauchen ein Drittel des Gases. Es ist also auch für unseren Wirtschaftsstandort wichtig, dass es nicht zu einer Gasmangellage kommt.


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Go_A: „Das Böse hat Angst vor der Wahrheit“

Die ukrainische „Go_A“ Band musste aus bekannten Gründen ihr Hamburg-Konzert im April verschieben. Im Kurzinterview erzählt Frontfrau Kateryna Pavlenko, wie es ihr und ihren Kollegen geht

Interview: Erik Brandt-Höge

SZENE HAMBURG: Kateryna, mittlerweile seid ihr raus aus der Ukraine und fern des schrecklichen Krieges. Sicher vergeht aber kein Tag, an dem ihr nicht daran denkt. Magst du deine aktuelle Gefühlslage kurz beschreiben?

Kateryna Pavlenko: Der Krieg hat wirklich jeden Ukrainer getroffen. In den ersten Tagen des Krieges waren auch wir aus der Band gezwungen, unser Zuhause zu verlassen und Zuflucht an anderen Orten zu finden. Ich musste meine Wohnung in Kiew am 24. Februar um fünf Uhr morgens verlassen und bin in die Region um Tscherkassy gezogen. Ich konnte nicht mal meinen Laptop mit meinen Demo-Tracks mitnehmen – was letztlich natürlich unwichtig ist, wenn das Leben auf dem Spiel steht. Alles, was ich fortan brauchte, waren eh nur ein Platz zum Schlafen und Zugang zu Nachrichten. Mittlerweile fühlen wir uns an unseren Aufenthaltsorten sicher und wieder stark genug, uns auf Musik und Konzerte zu konzentrieren.

„Das, was gerade passiert, wird vermutlich immer in uns sein“

Ihr spielt auch wieder Konzerte in diesem Sommer, tretet auf Festivals auf. Sind das dann Stunden, in denen ihr wirklich nur an Musik denken könnt?

Vor dem 24. Februar haben wir uns enorm auf den coolen Festival-Sommer gefreut, der vor uns lag, hatten viele Pläne. Wir wollten zum Beispiel ein Album veröffentlichen und Musikvideos drehen. All das hat aber von jetzt auf gleich an Bedeutung verloren. Ich habe unseren Konzertmanager angerufen und gesagt, wir würden einige Shows absagen, andere auf 2023 verschieben. Wir haben uns irgendwann entschieden, wieder zu spielen, weil wir dadurch Spenden für die Ukraine sammeln können. Wir spielen in 29 Städten, 15 Ländern. Viele ukrainische Geflüchtete können uns dort sehen. Ob wir es schaffen, während der Konzerte mal nicht an den Krieg zu denken, weiß ich nicht. Das, was gerade passiert, wird vermutlich immer in uns sein.

„Jeder sollte die Ukraine unterstützen, wo er nur kann“ und „nicht leise sein“

Wird eure Musik fortan womöglich politischer ausfallen?

Wenn in unserem Land Krieg herrscht, weil jemand einmarschiert ist, um unsere Identität zu zerstören, ist erst mal alles um einen herum politisch. Was wir jetzt tun können und müssen, ist uns unsere Kultur zu bewahren und laut auszusprechen, was da gerade geschieht. Das Böse hat Angst vor der Wahrheit. Und Präsident Selenskyj hat es bei seiner Grammy-Rede schon gesagt: „Jeder sollte die Ukraine unterstützen, wo er nur kann“ und „nicht leise sein“.

„Go_A“, am 26. Februar 2023 live um 20 Uhr im Grünspan, Tickets ab 40 Euro

„Go_A“ live beim Eurovision Song Contest 2021:


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Wir sind ein Stück Heimat für dich

Professor Dr. em. Hans-Jürgen Schulke (76) ist einer der bekanntesten deutschen Sportsoziologen. Als Hochschullehrer für Sportsoziologie lehrte er in Hamburg und Bremen. Wir sprachen mit ihm über Herausforderungen für die Hamburger Vereine aus sportsoziologischer Sicht

Interview: Mirko Schneider

SZENE HAMBURG: Herr Schulke, welche Vereine hatten es in der Pandemie bislang besonders schwer?

Hans-Jürgen Schulke: Zunächst: Die Vereine gibt es nicht. Dafür sind die Profile von 90.000 Vereinen in Deutschland mit 27 Millionen Mitgliedern zu unterschiedlich. Grundsätzlich hatten Vereine Schwierigkeiten, die in starren Organisationsstrukturen verharren. Vereine, die flexibel agierten und neue Trainingsformen entwickelten oder in Kursen andere Sportarten anboten, die im Freien ausgeübt werden konnten, konnten ihre Mitglieder besser halten. Ebenso wie die etwa 40 Prozent der deutschen Vereine, die digitale Angebote machten nach dem Motto: Ihr könnt gerade nicht zu uns kommen, also kommen wir zu euch.

„Sportvereine sollten sich als Gesundheitsanbieter verstehen“

Zu Beginn der Pandemie erschienen einige Einschränkungen für den Vereinssport überzogen…

Ich habe schon beim Ausbruch der Pandemie einen Essay mit der These „Die Sportvereine müssen die Hotspots der Prävention werden“ geschrieben. Es lag im März 2020 wirklich eine merkwürdige Situation vor. Tausende Studien belegen empirisch, wie stabilisierend Bewegung auf Gesundheit und Immunkompetenz des Körpers wirkt. Als die Weltgesundheitsorganisation die Pandemie ausrief, machte sich das kaum jemand bewusst. Leider auch manche Vereine nicht. Das ist nachvollziehbar. Es lag eine Ausnahmesituation vor, die viele existenzielle Ängste bei der Bevölkerung hervorrief. Aber wir können daraus lernen und die wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Zukunft viel stärker beachten.

„Jeder sollte sich sportlich ertüchtigen können.“

Prof. Dr. em. Hans-Jürgen Schulke

Was folgt daraus für die Vereine?

Die Vereine sollten sich als Gesundheitsanbieter für ihre Mitglieder verstehen. Und sie sollten auch gegenüber Dritten wie zum Beispiel politischen Akteuren so auftreten. Vereine leisten einen unermesslich hohen Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung. Auch die Verbände haben diesen Aspekt viel zu spät betont. Ketzerisch gesagt hätte ich die Aussagen von Verbänden, dass das Land sich mehr bewegen muss, gerne schon vor zwei Jahren gehört. Die Funktion des Sports für die Gesundheit ist ja sogar gesetzlich verankert. Beispielsweise existiert seit 2015 ein Präventionsgesetz. Es ermöglicht den Sportvereinen, aus Präventionsgeldern der Krankenkassen Unterstützung zu erhalten. Auch im Jugend- und Seniorenbereich gibt es vielfältige Möglichkeiten der Unterstützung.

„Es war eine Fehlentscheidung, die Spielplätze zu schließen“

Welchen Einfluss hatte hat die Pandemie aus sportsoziologischer Sicht auf die Kinder?

Es ist leider ein psychomotorischer Entwicklungsrückstand von bis zu eineinhalb Jahren entstanden. Auch das ist empirisch nachgewiesen. Die Sportentwicklungsberichte und die Public Health-Forschung sprechen hier eine eindeutige Sprache. Aus meiner Sicht war es eine Fehlentscheidung, die Spielplätze zu schließen und sie teilweise sogar durch Polizisten bewachen zu lassen. Man hätte sagen müssen: Unter bestimmten Rahmenbedingungen sollen Kinder gerade jetzt miteinander spielen dürfen.

„Ein Wir-Gefühl schaffen“

Wie können die Hamburger Vereine in diesen schwierigen Zeiten Mitglieder binden?

Neben den bereits benannten Aspekten der flexiblen Angebote, der Digitalisierung und des Selbstverständnisses als Gesundheitsanbieter ist die „Verheimatung“ wichtig. Die Menschen leben in diesen immer hektischer werdenden Zeiten in immer größeren Einheiten zusammen. Vereine müssen ihren Mitgliedern zeigen: Wir sind ein Stück Heimat für dich. Bei uns findest du deine Nachbarn und viele Leute, mit denen du gerne zusammen bist. Man hat das ja an Fußballvereinen in der Pandemie gesehen, die nicht mehr in den hohen Leistungsklassen spielen. Als die gemeinsame Geselligkeit nach dem Training pandemiebedingt wegfiel, machte ihnen auch das Training keinen Spaß mehr. Es gilt mehr denn je, in den Vereinen ein Wir-Gefühl zu schaffen. Vereine wie der Walddörfer SV, der SV Eidelstedt, die TSG Bergedorf oder der ETV schaffen das hervorragend.

Vereine müssen ein Stück Heimat sein, meint der Sportsoziologe Professor Dr. em. Hans-Jürgen Schulke (Foto: privat)

Einige Vereine denken über Beitragserhöhungen nach, andere schrecken davor zurück. Was sagt die Forschung dazu?

Es lässt sich nachweisen, dass die Ankündigung einer Beitragserhöhung partiell ein Wehgeschrei auslöst. Das sollte man ernst nehmen und es ist sogar historisch erklärbar, denn Sport ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Deutschland eine urdemokratische Einrichtung. Das Credo von Turnvater Jahn war ja, dass jeder sich sportlich ertüchtigen können solle. Interessant ist aber: Wenn die Beitragserhöhung erst einmal Realität ist, hat sie bei den meisten Vereinen kaum Einfluss auf die Mitgliederzahlen.

Viele Vereine umgehen das Problem, indem sie die Erhöhung der Beiträge an die gestiegenen Lebenshaltungskosten koppeln. Das ist für ihre Mitglieder dann verständlich. Beitragserhöhungen sind also kein Tabu, sollten aber mit einem sozialen und lösungsorientierten Blick der Vereine auf die Mitglieder verbunden werden, die sich eine solche Erhöhung nicht oder nur schwer leisten können. Natürlich müssen die Vereine aber auch auf ihre Kostenstruktur schauen. So sind die finanziellen Folgen der Ukraine-Krise in Form von höheren Energiekosten noch gar nicht abzusehen.

Der Hamburger Sport ist Widerstandsfähig

Befürchten Sie durch die Folgen der Pandemie eine nachhaltige Schädigung der Hamburger Sportlandschaft oder blicken Sie optimistisch in die Zukunft der Hamburger Sportvereine?

Die Sportlandschaft in Hamburg ist eine ganz besondere. Hamburg ist die Stadt mit den meisten Großvereinen in Europa. Die Selbstorganisationskraft hier war schon immer sehr hoch. 1946 wurde der Vorläufer des Hamburger Sportbundes von 180 Vereinen inmitten einer Trümmerlandschaft im Besenbinderhof wieder aus der Taufe gehoben, um den Menschen eine Perspektive zu geben. Vereine sind eine großartige soziale Organisationsform. Die Stadt hat das nach anfänglicher Zögerlichkeit mittlerweile auch erkannt und Maßnahmen ergriffen wie den Active-City-Gutschein. Ich bin optimistisch, dass die Hamburger Sportlandschaft über genügend Widerstandskraft verfügt, um diese krisenhafte Situation zu meistern.


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Die Hamburger Tafel braucht Spenden

In Zeiten von Krieg und Inflation kommt besonders der Hamburger Tafel eine immer größere Bedeutung zu – doch die Spenden werden knapp. Der NDR ruft jetzt zusammen mit der Tafel zur großen Spendenaktion auf

Text: Felix Willeke

Schon vor dem Krieg in der Ukraine arbeitete die Hamburger Tafel am Limit. Vor dem Hintergrund der Hamsterkäufe waren besonders Konserven in den vergangenen Monaten immer wieder Mangelware. Jetzt steigen die Lebensmittelpreise in Hamburg, immer mehr Geflüchtete sind auf die Tafel angewiesen und der Verein ist dringender denn je auf Spenden angewiesen. Deswegen rufen der NDR und die Tafel für den 21. April 2022 zur großen Spendenaktion auf. 

Spenden: Was, wann und wo?

Dafür werden in Hamburg vier Zentren zur Abgabe von Lebensmittelspenden und Hygieneartikeln am 21. April 2022 eingerichtet:

Benötigt werden besonders folgende Lebensmittel:

  • Nudeln
  • Reis
  • Kartoffelprodukte
  • Mehl, Backpulver, Trockenhefe
  • Kaffee/Tee
  • Konserven (Erbsen, Bohnen, Mais, Möhren, …)
  • Gläser (Kirschen, Apfelmus, …)
  • H-Milch/H-Sahne/Kaffeesahne (keine Kühlprodukte)
  • Müsli/Cornflakes/Knäckebrot (kein frisches Brot/Brötchen)
  • Margarine (keine Butter)
  • Marmelade/Honig/Schoko-Aufstrich/Wurst/Käse (keine Kühlprodukte)
  • Gewürze

Und folgende Hygiene- und Reinigungsartikel:

  • Shampoo
  • Duschgel
  • Zahnpasta
  • Wasch- und Spülmittel
  • Toilettenpapier
  • Küchentücher
  • Taschentücher

Wer individuell Lebensmittel an die Tafel spenden möchte, kann hierfür unter 040 300 605 600 einen Termin vereinbaren. Darüber hinaus nimmt die Hamburger Tafel auch finanzielle Spenden entgegen.


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#StandWithUkraine – Aktuelles aus Hamburg

Die Ukraine wird von Russland angegriffen und in ganz Deutschland ist die Solidarität groß, auch in Hamburg. Seien es Spendenaktionen, Demonstrationen oder Links zu Portalen, die informieren. SZENE HAMBURG fasst die aktuellen Informationen für die Stadt in diesem Ticker zusammen

Spendenaktionen

Die aktuellen größeren Spendenaktionen in Hamburg:

Hanseatic Help ist eine der zentralen Anlaufstellen für Spenden für die Ukraine in Hamburg. Spendenannahme ist Dienstag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr. Auch beim Sichten und Sortieren der Bestände wird fast immer Hilfe gebraucht.

Eine Liste mit Sammelstellen und Informationen, was gebraucht wird, findet sich auch beim Ukrainischen Hilfsstab

Listen mit geprüften Organisationen, die Spenden-Aktionen organisieren finden sich beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen.

Wer Geld spenden möchte kann sich auch an den Hamburger Hilfskonvoi e.V., die Aktion Deutschland Hilft, Ärzte ohne Grenzen oder #LeaveNoOneBehind wenden

Grundsätzlich empfiehlt die Menschenrechtsorganisation medico International, vor allem Geld zu spenden. Hintergrund: Sach- und Materialspenden verursachen zum Teil hohe Kosten. Hinzu kommen zeitaufwendige Prozesse wie die Sortierung und die Zollabfertigung. Mit Geldspenden können notwendige Produkte im Land selbst gekauft werden, sofern das möglich ist. Außerdem empfiehlt der Hamburger Senat keine privaten Transporter an die Grenze der Ukraine zu organisieren, da laut den Hilfsorganisationen vor Ort diese Fahrten die humanitäre Arbeit vor Ort erheblich behindern. Diese Hilfsorganisationen beraten im Einzelfall auch Menschen, die dies trotzdem planen.

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Demonstrationen

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Aktionen in Hamburg

Ein Überblick über aktuelle (Benefiz-)Veranstaltungen:

Noch bis zum 30. Juni 2022 läuft die Filmreihe „Perspectives of Ukrainian Cinema“ der Deutschen Kinemathek im Abaton Kino. Die Reihe zeigt aktuelle Filme aus der Ukraine. Zu jeder Filmvorführung sind ukrainische Moderator:innen anwesend, die im Anschluss an den Film Gespräche mit den Filmschaffenden führen. Der Eintritt zu allen Filmen der Reihe ist kostenfrei.

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Quellen für aktuelle Berichterstattung

Wer sich über die aktuelle Lage in der Ukraine informieren will, der findet hier Ticker, Hintergrundberichte und aktuelle Einschätzungen:

Noch mehr und ausführlichere Einordnungen und Hintergrundinformationen gibt es beim Podcast „das Politikteil“ der Zeit, beim Podcast „Acht Milliarden“ des Spiegel und vielen anderen Formaten.

Grundsätzlich gilt: Bei Informationen zur Ukraine den oben genannten Medien und anderen großen Leitmedien vertrauen. Diese Informationen sind eingeordnet und überprüft. Bei Informationen via Social media gilt:

  • Möglichst Inhalte von glaubwürdigen und unabhängigen Medien konsumieren.
  • Fotos und Videos von Quellen, die man nicht einschätzen kann, sind mit Skepsis zu betrachten.
  • Man sollte sich sehr gut überlegen, was, von wem und ob man etwas selbst verbreitet.

Nachrichten aus Hamburg

Hamburg und Kyjiw haben eine strategische Städtepartnerschaft vereinbart. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko haben dazu einen „Pakt für Solidarität und Zukunft“ unterzeichnet. Der Pakt soll dabei nicht nur im Lichte des Angriffskrieges auf die Ukraine ein Zeichen setzen, er soll auch die Unterstützung für den Wiederaufbau sichern. Während die humanitäre Hilfe zusammen mit Handelskammer Hamburg und in Kooperation mit der Initiative #WeAreAllUkrainians sowie dem Verein Hanseatic Help umgesetzt wird, sollen in der zweiten Phase besonders wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Beziehungen gestärkt werden. „Diese Vereinbarung ist sehr wichtig für die Stadt Kyjiw. Ich bin der Stadt Hamburg dankbar, die für mich persönlich sehr viel bedeutet, für die weitere Bestätigung echter Freundschaft, Unterstützung und die Bereitschaft, der Stadt Kyjiw und der Ukraine zu helfen“, sagt Vitali Klitschko. „Mit dem Städtepakt schaffen wir jetzt ein offizielles und starkes Band zwischen Kyjiw und Hamburg, das zielgerichtet Hilfe leistet, aber auch ein Versprechen für die Zukunft ist“, ergänzt Peter Tschentscher.

Weitere Infos aus der Stadt

Für Ukrainer:innen die in Hamburg ankommen ist die Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung im Bargkoppelweg 66a die erste Anlaufstelle. Hier wird die Registrierung vorgenommen und sich um Versorgung und Unterbringung der Geflüchteten gekümmert. Des Weiteren können sich Ukrainer:innen beim Call-Center des Ukrainisches Hilfsstabs melden. Die Nummer lautet: 0800 504 562 (und für Anrufe aus der EU: 00800 38 38 38 00). Helfer:innen können sich unter 00800 38 38 38 00 melden.

Geflüchtete die privat unterkommen, können sich auch zur Registrierung im Amt für Migration in Wandsbek (Hammer Straße 32-34) melden. Geöffnet ist es zu diesem zweck ab sofort täglich (auch am Wochenende) von 8 bis 17 Uhr.

Außerdem bietet der FC St. Pauli in den Fanräumen des Millerntor Stadions jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat von 15 bis 19 Uhr eine kostenlose anwaltliche Beratung für Geflüchtete an. Eine Übersicht der Termine bis Juni 2023 gibt es auf fcstpauli.com.

Der Ethem Yilmaz Verlag hat zusammen mit tabmag und der niedersächsischen Lotto-Stiftung zur Zeit an einen Sprachguide für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine entwickelt. Dieser ist unter wegbegleiter-ukraine.de zu finden.

Wer sich um Geflüchtete kümmern möchte oder private Unterkünfte anbieten will, kann sich beim Bündnis Hamburg Flüchtlingsinitiativen, der Aktion #LeaveNoOneBehind, der Initiative #Unterkunft für Menschen aus der Ukraine oder dem Verein Mission Lifeline melden.

Für Ehrenamtliches Engagement gibt es ebenfalls einige Anlaufstellen in der Stadt. Eine Liste mit Organisationen aus Hamburg und Norddeutschland, die immer ehrenamtliche Helfer:innen suchen, findet sich bei der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Hamburg.

Wer nicht direkt vom Krieg in der Ukraine betroffen ist, sich aber trotzdem Sorgen macht oder Ängste hat, kann sich an die Telefonseelsorge wenden. Unter 0800 / 111 01 11 oder 0800 / 111 02 22 ist diese 24 Stunden am Tag erreichbar.
Ein für Eltern, Kinder und Jugendliche spezialisiertes Anbot bietet die Nummer gegen Kummer. Kinder und Jugendliche können unter der Nummer 116 111 von montags bis Samstag von 14 bis 20 Uhr Hilfe in Anspruch nehmen. Für Eltern ist dies montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und dienstags und donnerstags bis 19 Uhr unter 0800 / 111 05 50 möglich.

Dieser Ticker erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer noch Tipps und Informationen zu Demos, Spendenaufrufen oder anderen Aktionen in der Stadt hat, kann sich gerne via Instagram oder Facebook an SZENE HAMBURG wenden.


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