19.09. | Film | LETsDOK: Katzenjammer Kauderwelsch | Zeise Kinos

Bundesweit wird heute bei „LETsDOK“ der Dokumentarfilm gefeiert: Die teilnehmenden Kinos zeigen eine kuratierte Filmauswahl der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm, die sowohl erfolgreiche Produktionen der letzten Jahre als auch gerade frisch fertiggestellte Filme umfasst. Auch in Kulturzentren, auf Häuserwänden, in Hinterhöfen, bei mobilen Projektionen und an vielen weiteren Orten kann man in das bunte Film-Angebot eintauchen.

In den Zeise Kinos läuft zum Beispiel „Katzenjammer Kauderwelsch“. Der Film behandelt die Lebensgeschichte der Brüder Rudolph und Gus Dirks, die mit ihren Comics „The Katzenjammer Kids“ und „Latest News from Bugville“ Bekanntheit erlangten.Regisseurin Martina Fluck und Filmkomponist Felix Raffel sind zum anschließenden Filmgespräch vor Ort.

/ IR

Zeise Kinos
 19.9.2020, 18:30 Uhr


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16.-19.09. | Märkte+Feste | VinoKilo Sale | Kulturkirche Altona

Fashion-Friends aufgepasst: Vier Tage lang können in der Kulturkirche Altona Vintage-Schätze entdeckt werden: Beim VinoKilo Sale gibt es Kleidung bekannter Marken aus vergangenen Dekaden zum Kilopreis von 35 Euro zu kaufen. Egal ob Hemd, Bluse, Lederjacke, Jeans oder Hut – alle Größen sind verfügbar und die vielen modischen Teile freuen sich auf neue Besitzer. Vor Ort kann mit Bargeld oder EC-Karte bezahlt werden. Aufgrund der hygienischen Anforderungen sind die Plätze begrenzt und ein kostenloses Ticket für den Einlass erforderlich.

/ IR

Kulturkirche Altona
 16.-19.9.2020, Mittwoch-Freitag: 12-20 Uhr, Samstag: 10-18 Uhr


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18.09. | Theater | Get together | Thalia Gauß

Das Thalia lädt zum großen Get-together in die Gaußstraße: Zunächst wird die grüne Installation „GaußGarten – DasWasWächst“ eröffnet. Ausgangspunkt für die Bepflanzung von Hochbeeten war die Frage: „Wie wollen wir zusammenwachsen?“.

Außerdem lädt die Embassy of Hope zu Beginn der neuen Spielzeit zur Open-Air-Wiedereröffnung ein. Auf dem Hof vor dem Theater spielt Sängerin Rasha Nahas eine Mischung aus Rock’n’Roll und Free Jazz. Außerdem werden verschiedene Kunst-Performances gezeigt. Der Eintritt kostet 5 Euro.

Thalia Gauß
18.9.2020, 16-19 Uhr


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17.09. | Theater | Draussen im Grünen: Poetry Slam | Planten un Blomen

Und noch mehr Live-Shows unter freiem Himmel: Die Hamburger Musikunternehmen OHA! Music und popup booking haben gemeinsam die Konzertreihe „Draussen im Grünen“ auf die Beine gestellt. Und grün ist hier wirklich Programm, denn die Auftritte von unter anderem Provinz (19.9.), die „Draussen im Grünen“-Ausgabe von TV Noir mit Tex und Phela (26.9.)  und Fil Bo Riva (2.10.) finden im Musikpavillon in Planten un Blomen statt. Am 17.9. findet der Poetry Slam von Kampf der Künste auf der Bühne statt. Bis Anfang Oktober wird es noch allerhand Kultur zu erleben geben, natürlich nach allen geltenden Hygiene-Regeln.

/ EBH

Planten un Blomen
17.9.2020


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16.-19.09. | Musik | Reeperbahn Festival | Hamburg

Das Reeperbahn Festival verbindet vom 16.-19. September in seinem Programm ein vielfältiges Line-Up neuer, internationaler Talente mit der Themenvielfalt eines progressiven Musik-Marktplatzes. Seit dem Debüt im Jahr 2006 hat sich das Reeperbahn Festival zu einem der wichtigsten Treffpunkte für die Musikwelt entwickelt und zeigt, wie sich ein überbordendes musikalisches Line-Up mit musikwirtschaftlichen Interessen und zivilgesellschaftlichem Engagement verbinden lässt. Neben den rund 600 Konzerten internationaler Künstler, umfasst das Programm auch Formate aus der Bildenden Kunst oder Virtual Reality sowie ein thematisch vielfältiges Film- und Literaturangebot. Partnerland in 2020 ist Dänemark.

Die Haspa Musik Stiftung ist seit vielen Jahren dabei und unterstützt das Reeperbahn Festival als wichtige Plattform für den musikalischen Nachwuchs. Aufgrund der derzeitigen Entwicklungen rund um Corona wird das Reeperbahn Festival in einer Pandemie-gerechten Ausführung geplant. Dies geht mit umfangreichen Anpassungen des Programms sowie der Situation vor Ort einher.

Auch in diesem Jahr sind wieder Preisträger von KRACH+GETÖSE, dem Award von RockCity und Haspa Musik Stiftung, mit von der Partie, wenn das beliebte Festival an den Start geht. Dieses Jahr rocken die KRACH+GETÖSE Preisträger Monako, Friedo und Douniah das Reeperbahn Festival.

Und hier sind die Hamburger Nachwuchskünstler zu sehen:

Friedo
Bahnhof Pauli
16.9.2020, 19:30 Uhr

Douniah
Bahnhof Pauli
16.9.2020, 22:30 Uhr

Monako
Molotow
19.9.2020, 19:00 Uhr


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16.-20.09. | Film | Fantasy Filmfest | Savoy Kino

Quer durch Deutschland findet jährlich das Fantasy Filmfest statt, das sich durch einen bunten Genrefilm-Mix auszeichnet. Ein solches Programm gibt es so kompakt normalerweise nicht in den Kinos zu sehen: atemraubende Thriller, träumerische Science-Fiction, emotionale Arthouse-Kunstwerke oder blanker Horror – beim Fantasy Filmfest ist für jeden etwas dabei, der den Mainstream meidet und es gern anders mag.

Drachen, Feen, albtraumhafte Wälder, fremde Planeten gibt es hier ebenso zu bestaunen, wie unvergessliche Charaktere aus der Welt der Fantasie. Diese Filme brechen mit den gängigen Konventionen und provozieren neue Gedankengänge, indem sie bewusst aus der Reihe tanzen. Das macht sie meist unvergesslich, mag den einen oder anderen aber überfordern. Doch genau das wird beim 24. Fantasy Filmfest gefeiert. Vom 16. bis 20. September auch im Savoy Filmtheater in Hamburg.

/ MAG

Savoy Kino
16.-20.9.2020 


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15.09. | Theater | Tyll | Ernst Deutsch Theater

Schon vor Aufführungsbeginn schlagen die Emotionen hohe Wellen im Ernst Deutsch Thea­ter, wo Regisseur Erik Schäff­ler mit seiner Bühnenfassung von Daniel Kehlmanns Roman „Tyll“ die neue Spielzeit ein­läutet. Intendantin Isabella Vértes­-Schütter dankt mit Blick auf die Coronazeit dem anwesenden Kultursenator Carsten Brosda für dessen „unglaubliche Kompetenz und gewaltiges Engagement“. Im Zuschau­ersaal wurde jede zweite Stuhl­reihe entfernt. Man sitzt auf Ab­stand – und nach fünf Monaten Zwangspause erstmals wieder in einem Theater!

Das fühlt sich gut an, zu­mal Schäffler und seinen acht Schauspielern, die in rund 40 verschiedenen Rollen brillieren, das Kunststück glückt, Kehlmanns Bestseller in einen rasanten Bühnenmärchenzau­ber zu verwandeln, dem es trotz der düsteren Umstände des Stationendramas nicht an Witz fehlt: Nachdem sein Vater als Ketzer hingerichtet wurde, zieht Tyll Ulenspiegel zusam­men mit Bäckerstochter Nele als Gaukler und Narr durchs Land. Ein Wachturm und Ansammlungen zersägter Baum­stämme deuten die allgemeine Zerstörung zurzeit des Drei­ßigjährigen Krieges an, der mit seinen Epidemien und gesell­schaftlichen Umbrüchen auch Parallelen zu Jetztzeit erlaubt. Roh und unbehauen wie das Holz, sind auch die Menschen, die das Stück uns zeigt.

Rune Jürgensen und Sven Walser ver­dichten die Figur des Tyll im Wechsel zu einem unbändigen Bündel anarchischer Energie. An Tylls Seite reift Ines Nieri als Nele vom naiven Mädchen zur eigenständigen Frau. Oliver Hermann überzeugt unter an­ derem als eiskalter Jesuit At­hanasius Kircher und in der Rolle des selbstgefälligen Groß­kotz – eine Parodie auf Schwe­denkönig Gustav Adolf. Auch Bänkelsänger Oliver Pätz, der als sprechende Esel ebenfalls gute Figur macht, und die be­stens aufgelegte Mignon Remé, die als Königin Elisabeth herr­lich herablassende Posen ein­nimmt, machen die Inszenie­rung zu dem, was sie ist: Zu einem exzellent besetzten Historienspektakel mit Musik, Tanz, Possen­ und Puppenspiel sowie einem Schnelldurchlauf durch die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. Wer hier alle Feinheiten mitbekommen möchte, sollte allerdings lieber zur Buchvorlage greifen.

/ Sören Ingwersen

Ernst Deutsch Theater
15.9.2020, 19:30 Uhr


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14.09. | Literatur | Der letzte Satz | Robert Seethaler

Im April 1911 sitzt Gustav Mahler auf einem Dampfer nach Europa. Es ist seine letzte Reise. Das Fieber schüttelt den weltberühmten Komponisten und Dirigenten, die diagnostizierte Herzinnenhautentzündung ist sein Todesurteil. Eingepackt in Decken sitzt der Künstler an Deck der„Amerika“und erinnert sich. An den frühen Tod seiner Tochter Maria, an seine Zeit als Direktor der Hofoper in Wien, an seine Liebe zu Alma und deren Affäre. Und er hadert mit der „Nichtigkeit des Lebens“: „Es war kaum mehr als ein kurzes Ausatmen […] und doch liebte er das Leben so sehr, dass ihm die Traurigkeit über die Vergeblichkeit dieser Liebe das Herz zerreißen wollte.“

Der Titel ist ein Verweis auf Mahlers 9. Sinfonie, an deren Schluss die verklingende Musik laut Mahler immer wieder „ersterbend“ gespielt werden solle. Mit Mahlers Musik setzt Seethaler sich allerdings gar nicht erst auseinander, diese Herausforderung umschifft er mit einer faulen Plattitüde: „Man kann über Musik nicht reden, es gibt keine Sprache dafür. Sobald sich Musik beschreiben lässt, ist sie schlecht.“

Seethaler wollte offenbar ein Werk von existenzieller Größe schreiben und die Kitschgefahr, die in der pathetischen Grundsituation liegt, mit betont ruhiger Sprache umgehen. Gerade diese arg kalkulierte Kitschvermeidung führt den Roman letztlich doch in den Kitsch. Zumal der Autor die zeithistorischen Bedingungen Mahlers außen vor lässt und lieber in metaphysischer Außerzeitlichkeit schwebt. Wie anders ist das doch in Seethalers Bestseller „Ein ganzes Leben“, in dem der Österreicher das entbehrungsreiche Leben eines einfachen Mannes ab Beginn des 20. Jahrhunderts porträtiert. Der Titel deutet bereits die eindringliche Erkenntnis des Romans an: Das, was der Mensch des 21. Jahrhunderts als gelungenes Leben evaluiert – mit Selbstverwirklichung und Selfies vor Panorama-Landschaften – ist kein überzeitliches Bewertungskriterium, mit dem die Ganzheitlichkeit eines Lebens beziffert werden kann. Diese existenzielle Kraft erreicht „Der letzte Satz“ bei Weitem nicht.

/ Ulrich Thiele

Robert Seethaler: „Der letzte Satz“, 128 Seiten, 19 Euro


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14.09. | Theater | Wir haben getan, was wir konnten | Malersaal

Die Pandemie hat zwar gezeigt, dass unser Gesundheitssystem im weltweiten Vergleich sehr gut aufgestellt ist, aber als in sich geschlossenes System oft dis­kussionswürdig. Der Anstoß: Die Privatisierung macht aus Krankenhäusern Wirtschafts­unternehmen und der einzel­ne Patient wird vergessen. Die­ses Thema verpackt der Regis­seur und Autor Tuğsal Moğul, der auch als Anästhesist und Notarzt in Münster arbeitet, in die theatrale Inszenierung „Wir haben getan, was wir konnten“.

Drei Kriminalfälle, die so nur passieren konnten, weil ein marodes Gesundheitssystem die Bedingungen geschaffen hat: Patienten und Ärzte wer­den zu Leistungserbringern geformt, damit sich Klinikbe­treiber die Taschen vollstopfen können. Das Geschehen in einer Intensivstation wird von baro­cker Live­-Musik begleitet und es spielt unter anderem der wun­derbare Christoph Jöde.

/ HED

Schauspielhaus (Malersaal)
14.9.2020, 20 Uhr


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13.09. | Literatur | Schäfchen im Trockenen | Anke Stelling

Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral, wusste schon Bertolt Brecht. Moral kann sich leisten, wer satt ist, sagte er da­mit, deswegen ist es Heuchelei, wenn die hohe Schicht der nied­rigen Schicht Moral predigt.

Anke Stellings Protagonistin Resi rechnet mit der „Schein­heiligkeit der Mittelschicht“ und den materiellen Wider­sprüchen in ihrem Milieu ab, dem linksliberalen Bürgertum in Prenzlauer Berg. „Schäfchen im Trockenen“ ist eine Wutrede im Dienste der Aufklärung. Bei­ßend schreibt Resi über gut situ­ierte Mittvierziger mit postma­teriellen Idealen, laut denen alle gleich sind und somit auch die gleichen Chancen haben – wo­ bei die finanzielle Realität ganz anders aussieht. Auch für Resi.

Die Ehefrau und Mutter von vier Kindern kämpft mit den ge­sellschaftlichen Erwartungen. Immer wieder merkt sie, dass sie, als Kind aus prekärem El­ternhaus und erfolglose Autorin, nicht in diese Mittelklasse passt. Es ist ihr Widerspruch: Resi kritisiert das Leben ihrer privile­gierten Freunde, hat gleichzeitig aber Angst vor dem Statusverlust und dem gesellschaftlichen Abstieg. Sie ist „eine Wandle­rin zwischen den Welten, eine Mutter, die ihre Armut verbirgt.“ Wie schon ihre eigene Mutter, die vergeblich versuchte, dazu­ zugehören und sich anzupassen.

In ihrer spartanisch einge­richteten Kammer schreibt Resi einen Brief für ihre 13­-jährige Tochter Bea, der sie schonungslos die Wahrheit über die „neoliberale Gehirnwäsche“ erzählen will. Ungehemmt schreibt sie über die Desillusionierung des Jugendtraums von einem linksalternativen Leben, über die Ernüchterungen, die hinter der Fassade des gelungenen Erwachsenendaseins stecken – Work-­Life-­Balance, verheiratet, zwei Kinder und ein Hund. Resi schreibt über alles, was verschwiegen wird: das Gefängnis des Ehe­ und Familienlebens, Geburten mit damit einherge­henden Dammrissen, Überforderung, Existenzängste – und gesellschaftliche Ungleichheit.

Als sie das Schweigen zu­vor schon einmal brach und das Baugruppenunternehmen ihrer Freunde in einem Buch öffentlich anprangerte, stellte sie fest: „Bei Geld hört die Freund­schaft auf.“ Eines Tages fand sie die Kündigung des einst freundschaftlichen Untermietverhält­nisses zwischen ihr und dem Mann ihrer besten Freundin vor. „Wer in der finanziellen Hierarchie unten steht, muss sich überlegen, wohin er austeilt“, konstatiert sie. Resi fehlen die finanziellen Mittel, um sich weiterhin eine Wohnung in der Innen­stadt leisten zu können. Die Familie muss in den „Höl­lenkreis außerhalb des Berli­ner S­-Bahn-­Rings“ ziehen, wo „übergewichtige, in Polyester mit Aufdruck gekleidete Leute ihre Kinder im Buggy Red­Bull­-Imitate trinken lassen“.

Resis Name bedeutet über­ setzt „Redefreiheit“. Passend dazu kritisiert sie unaufhörlich eine Mittelklasse, in der man sich stets korrekt verhalten muss, den anderen keine Angriffsfläche bie­ten darf und in der sogar Wörter und Sätze aus dem Repertoire ge­strichen werden, weil ansonsten die Verbannung droht. „Schäf­chen im Trockenen“ ist ein wich­tiger Roman, der aufzeigt, wie maßgebend die Schichtzugehö­rigkeit ist.

/ Ingrun Gade

Verbrecher Verlag, 202 Seiten, 22 Euro


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