SZENE HAMBURG Redaktionskonzert … mit Frøkedal & John Winston

Hip Hip Hooray! Wir veranstalten wieder ein Redaktionskonzert, exklusiv für euch! Diesmal mit lupenreinem Folk von der norwegischen Sängerin Frøkedal. Los geht’s am 11. September 2018, 19.30 Uhr. Tickets für das Konzert bei der SZENE in Ottensen gibt es nur zu gewinnen!

Lupenreiner Folk, sagen die einen. Dream-Pop aus der Zukunft, meinen die anderen. So oder so: Die Musik von Frøkedal aus Norwegen ist extrem erlebenswert – vor allem in einem so intimen Rahmen wie bei unserem nächsten Redaktionskonzert. Support: John Winston.

 Wir verlosen 20×2 Gästelistenplätze!

Wie könnt Ihr mitmachen? Na so:

  • Mail senden an verlosung@vkfmi.de
  • Betreff: Redaktionskonzert
  • Einsendeschluss: 7.9.18, 10 Uhr

Los geht’s am Donnerstag, 9. September 2018, um 19:30 Uhr in der Gaußstraße 190c.

Mehr von Frøkedal:

Und John Winston:

So war’s beim ersten Redaktionskonzert bei der SZENE in Ottensen:

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WohnSZENE – So gelingt ein Abendessen mit guten Freunden!

| ANZEIGE | Unsere WohnSZENE-Bloggerin Sarah ist eigentlich nicht für ihre Kochkünste bekannt. Neulich kam sie aber nicht darum herum, für ihre gute Freundin Julia und deren Mann Gil ein Abendessen zuzubereiten. Ob ihr die Bowl gelungen ist und welche nützlichen Tipps ihr Julia, die heute als Ernährungsberaterin und Start-Up-Gründerin arbeitet, mit auf den Weg gegeben hat, erfahrt ihr auf www.wohnfreude.de.

Es geht doch nichts über die Abende mit einer Freundin, an denen man beim Essen zusammensitzt, über Gott und die Welt philosophiert und einfach nur den Moment genießt. Nur allzu gern malt man sich an genau solchen Abenden aus, wo man sich selbst in ein paar Jahren sieht. Bleibt man in der Stadt, in der man aktuell lebt oder zieht es einen noch ganz woanders hin? Was wird in Liebesdingen passieren?

Blick in die Vergangenheit

Ich erinnere mich noch daran, dass ich mir genau diese Fragen vor ein paar Jahren mit Julia, einer lieben Freundin von mir, gestellt habe. Zu dem Zeitpunkt haben wir in Enschede Textilmanagement studiert, saßen oft zusammen in ihrer einfachen WG-Küche und ernährten uns hauptsächlich von Nudeln mit Pesto. Auch wenn wir beide damals schon gesagt haben, dass wir gern irgendwann nach Hamburg möchten, …

 

Text & Fotos: Sarah Ramroth

 Dieser Text ist ein Auszug aus Sarahs Beitrag Kleine Küche, gesunder Spaß, wertvolle Tipps – so gelingt der Abend mit guten Freunden! Weiter geht’s auf www.wohnfreude.de, das Hamburger Online-Magazin rund ums Bauen, Wohnen, Finanzieren mit freundlicher Unterstützung der Sparda-Bank Hamburg eG.


Sarah Ramroth gibt auf @wohnglueckhamburg seit über einem Jahr praktische Einrichtungstipps und verbindet sie mit ihrer Liebe zu Hamburg. Einmal pro Monat berichtet sie über hamburger Wohnthemen auf www.wohnfreude.de.

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So was von da – Großer Rausch mit Tendenz zur Überdosis

Jakob Lass bringt Tino Hanekamps Romanvorlage als großen Rausch mit Tendenz zur Überdosis auf die Leinwand.

Es ist zum Kotzen. Im übertragenen genauso wie im wortwörtlichen Sinn. Irgendwann fischt Oskar (Niklas Bruhn) dann tatsächlich in der hochprozentigen Brühe, die er gerade ins vergammelte Klo gewürgt hat, nach seinem Handy. Schließlich muss er ja erreichbar sein für Kiez-Kalle, der ihm noch in dieser Nacht zehn Mille Schutzgeld abpressen will. Diese Nacht… Die letzte. Die letzte des Jahres. Und die letzte seines Clubs: Die „Rakete“ muss dichtmachen, weil das Gebäude abgerissen werden soll – Investorenkohle sticht Kulturraum, hier auf dem Kiez genauso wie anderswo in Hamburg. Doch das sind längst nicht die einzigen Probleme, die Oskar durch den Kopf dröhnen. Nina, die sich merkwürdig benimmt. Rocky, der psychisch angeknackst zu sein scheint. Dessen halbtoten Vater. Die Innensenatorin. Die Party, die völlig aus den Fugen gerät. Und Mathilda. Mathilda … Scheißegal.

Regisseur Jakob Lass haut dem Zuschauer die Endzeitstimmung, in der sich Oskar und seine Freunde befinden, mit voller Wucht ins Gesicht. Wie ein Rausch zieht diese tempo- und katastrophenreiche Abrissnacht vorbei. Für manche der Statisten war es wohl ein realer: Die Produktionsfirma hatte im November 2016 an vier Samstagen zur Party geladen. Möglichst authentisch sollte das Ganze wirken, und so tanzten und tranken sich insgesamt rund 3000 Hamburger zu Beats aus der Konserve und Live-Musik von Acts wie Mule and Man oder Großstadtgeflüster vor der Filmkamera ins Delirium (SZENE HAMBURG berichtete in Ausgabe 12/2016). Oder versuchten es zumindest, denn bei laufender Kamera ist mächtig feiern gar nicht so einfach. Doch alles eine Frage des Pegels…

Auch dem Cast scheint es stellenweise schwer zu fallen, richtig in Stimmung zu kommen. Niklas Bruhn alias Oskar Wrobel ist vor allem in den ruhigeren Passagen überzeugend; geht‘s um Alkohol und Drogen, schießt er über das Ziel hinaus. Oder liegt es am Konzept? Wie schon bei seinen preisgekrönten „Love Steaks“ oder „Tiger Girl“ arbeitete Lass auch hier nur mit einem Skelett-Drehbuch. Die Dialoge sind improvisiert – der 37-jährige Regisseur glaubt, dass die Schauspieler dann authentischer agieren. Doch das funktioniert nur bedingt. Martina Schöne-Raunski, die die todkranke, durchgeknallte, liebenswerte Nina spielt, ist großartig und genau wie „Innensenatorin“ Corinna Harfouch dieser Aufgabe voll gewachsen. Dass Mathias Bloech, der hier den Rocky gibt, auch im wahren Leben Musiker (Frontman von Heisskalt) und mitnichten Schauspieler ist, wird stellenweise dagegen schmerzhaft deutlich. Auch andere Szenen und Gespräche (wie die zwischen Mathilda und Oskar) laden durch ihre Unbeholfenheit fröhlich zum Fremdschämen ein.

Unterm Strich bringt Lass das Abrissparty-Cliquen-Gefühl der gleichnamigen Romanvorlage von Tino Hanekamp dennoch gut auf die Leinwand, ein gewisser Flow ist durchaus da. Leider tendiert der Rausch aber stellenweise – auch in Sachen Kostüm und Schnitt – zur Überdosis. Ein bisschen weniger wäre da mehr gewesen.

 

SZENE HAMBURG: Hi Jakob! Du arbeitest nur mit Skelett-Drehbüchern und besonderen Regeln. Eine davon besagt, dass möglichst in einem Rutsch und chronologisch gedreht wird, damit ein Flow entsteht. Hat die Verteilung auf die vier Party-Samstage das nicht sehr erschwert?

Regisseur Jakob Lass. Foto: Gordon Timpen

Jakob Lass: Wir haben versucht, trotzdem mehr oder weniger chronologisch zu bleiben. Das ist natürlich immer nur bedingt möglich, da spielen ja auch andere Faktoren eine Rolle. Weitestgehend ist uns das aber gelungen – zumindest im Vergleich zu vielen anderen Filmarbeiten, wo ja zum Teil Sekundenbruchstücke des Films völlig voneinander abgesetzt und in zusammengewürfelter Reihenfolge gedreht werden, zum Beispiel die Schlussszene ganz zu Beginn, die dort hinführende dann drei Wochen später und so weiter. Meiner Meinung nach macht es das den Schauspielern fast unmöglich, wirklich in ihrer Figur anzukommen.

 

Hatten die Schauspieler das Buch eigentlich gelesen? Ich stelle es mir sehr schwer vor, eine Szene zu improvisieren, wenn ich schon die Romanvorlage im Kopf habe.

Ich habe ihnen die Entscheidung überlassen, ob sie den Roman lesen wollen oder nicht. Manche haben es getan, und andere, die glaubten, dass sie das behindert, nicht. Wir hatten ja auch noch das Skelettbuch, also quasi die Essenz des Romans, mit der man arbeiten konnte. Jeder hat seine eigene Lösung gefunden.

Vor allem über die Figur der Innensenatorin wird politische Kritik transportiert: Überregulierung, Überwachungswut und auch, dass Geld häufig mehr zählt als kultureller Freiraum. Auch das Clubsterben wird angeprangert. Oder ist das jetzt überinterpretiert?

Nein, das sollte man unbedingt so sehen. Das ist auch mein Blick auf Hamburg. Ich denke, da ist die Gentrifizierung noch spürbarer als in anderen deutschen Städten. Hier müssen viele Freiräume, Möglichkeitsräume geschlossen werden und mein Eindruck ist, dass das von der Politik aktiv und massiv vorangetrieben wird. Natürlich ist das ein Teil eines wirtschaftlich gesteuerten Gesellschaftsmodells, aber eine politische Führung kann das forcieren oder auch nicht. Meinem Gefühl nach ist das in Hamburg sehr stark der Fall. In Berlin, wo ich lebe, wird das auch nicht verhindert. Aber es passiert nicht so schnell, nicht so brutal.

Magst du eigentlich Silvester?

Mag ich Silvester? Gute Frage. Meistens sind das ja so Partys, bei denen alle krampfhaft versuchen, es so richtig krachen zu lassen. Manchmal ganz lustig. Aber ich liebe diesen Mitternachtsmoment, wenn sich wildfremde Menschen in die Arme fallen und gemeinsam in Gedanken nach vorne und nach hinten schwelgen und doch voll im Jetzt sind, an diesem kollektiv vereinbarten Jahreswechsel.

Text & Interview: Maike Schade


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2018. Das Magazin ist seit dem 28. Juli 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Open Air – 6 Sommerkinos für Hamburg

Zeit für große Gefühle an der frischen Luft! An diesen Orten könnt ihr feines Arthouse-Kino und aufwändig produzierte Blockbuster gucken, während der Wind mit euren Haaren spielt und Grashalme eure Füße kitzeln.

1. 3001 – Filmnächte …

… am Millerntor. Ja, sie sind wieder da! Nach drei Jahren kehrt das Stadtteilkino ins St. Pauli-Stadion zurück. Genauer gesagt: in die Südkurve. Hier zeigt das 3001 Kino vom 18. bis 25. Juli einen Mix aus Dokus und anspruchsvollen Kassenschlagern (u. a. „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, 20.7., „Aus dem Nichts“, 21.7.). Beginn ist um 22 Uhr, Einlass ab 21 Uhr.
www.3001-kino.de

2. B-Movie am Stintfang

Am 21. Juli packt das B-Movie Filmprojektor, Grillzeug und Getränke ein – ab zum Paula-­Harpinski-Platz, zum legendären Kino-Open-Air vor berauschender Hafenkulisse! Traditionell gibt es hier einen 16-Millimeter-Klassiker zu sehen, und mit „Der Würgeengel“ (MEX 1962) von Luis Buñuel hat das B-Movie-Team einen künstlerischen Knaller herausgewühlt. Bei schlechtem Wetter findet die Vorstellung im Kinosaal statt. Beginn ist um 22 Uhr.
www.b-movie.de

3. ElbFilmKunst

Schöne Filme an schönen Orten, das ist ElbFilmKunst. Dem Bienensterben widmet sich der Dokumentarfilm „More Than Honey“, gezeigt am 30. Juni im August-Lütgens-Park in Altona (21.40 Uhr, Eintritt frei). An den darauffolgenden Samstagen wird aufgrund von Bauarbeiten nicht der Beselerplatz, sondern der Cranach-Park in Othmarschen zum Kino: Gezeigt werden „Sexy Beast“ (7.7., 21.40 Uhr), „Synecdoche, New York“ (14.7., 21.30 Uhr) und „Ex Machina“ (21.7., 21.20 Uhr). Am 28. Juli geht es an den Blankeneser Elbstrand. Auf dem Programm: „Sonatine“ (21.10 Uhr), ein mörderischer Yakuza-Film aus 1993.
www.elbfilmkunst.de

4. Schanzenkino

Großes (Blockbuster-)Kino mitten im Sternschanzenpark (siehe Beitragsbild). Vor der 128 Quadratmeter großen Leinwand gibt es ausreichend Stühle für alle Zuschauer, auf Decken lümmeln ist aber auch kein Problem. Eine Stunde vor Filmbeginn wird auf der Wiese gepicknickt – Fressbuden sind vor Ort, Essen mitbringen erlaubt (Grillen nicht).
www.schanzenkino.de

5. St. Pauli Sommerkino

Noch mal Millerntor, dieses ­ Mal aber die Nordkurve: Hier gibt es bis 9. Juli täglich – auch bei Regen, die Plätze sind überdacht! – vornehmlich Block­bus­ter zu sehen, z. B. „The Big Lebowski“ (30.6.), „Das Pubertier“ (4.7.) oder „Fuck ju Göhte 3“ (6.7.). Filmbeginn ist jeweils um ca. 21.45 Uhr, Einlass eine Stunde früher.
www.stpauli-sommerkino.de

6. Zeise Open Air

Feines Arthouse-Kino, Sneak Previews und Oscar-Knaller servieren die Zeise Kinos täglich von Mitte Juli an im lauschigen Innenhof des Altonaer Rathauses. Los geht es am 13. Juli um­ 22 Uhr mit der Komödie „Ein Lied in Gottes Ohr“ über die multireligiöse Band eines Rab­bis, eines Pfarrers und eines Imams. Neu in diesem Jahr: Tickets können auch online bestellt werden.
www.zeiseopenair.de

Zusammengetragen von Maike Schade


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2018. Das Magazin ist seit dem 29. Juni 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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FoodSZENE – Mehr Transparenz im Kaffeehandel

Wir zahlen zu wenig für unseren Kaffee. Wenn man bedenkt, was für den Kaffeebauern am Ende übrig bleibt, ist das nicht vertretbar!

Peter Roberts, Professor an der Goizueta Business School in Atlanta, fordert mehr Transparenz im Kaffeehandel. Der Kaffeemarkt unterliege starken Preisschwankungen und die Erzeuger seien am Ende – wie so oft – die Leidtragenden. Kaffee ist eines der wichtigsten Exportprodukte von Entwicklungs- und Schwellenländern wie Brasilien, Vietnam, Indonesien, Kolumbien und Äthiopien. Das größte Stück vom Kuchen teilen sich allerdings andere: Zwischenhändler, Exporteure, Importeure, Agenten, Makler, Röster, etc. Roberts Vorschlag: die Informations- und damit Verhandlungsgrundlage zwischen allen Beteiligten in der Handelskette zu verbessern. Für diesen Zweck hat er die Plattform Transparent Trade Coffee ins Leben gerufen: Hier kommen Röster und Konsumenten zusammen, um sich auszutauschen und über Preisschwankungen auf dem Laufenden zu halten. 30 internationale Röstereien sind schon dabei, darunter auch das Hamburger Kollektiv Quijote, das seine Rohkaffees direkt bei kleinbäuerlichen Produzentengemeinschaften einkauft.

Mutig: Quijote macht nicht nur Kaufverträge und Preiskalkulationen öffentlich, sondern auch Produktionsverfahren, Rezepturen und Röstprofile. Eine Offenheit, die ihre Risiken birgt. Umso wichtiger, dass weitere Röstereien nachziehen. Vom 25. bis 27. Juni 2018 wurde das zweite Transparency Colloquium in der Design Factory in Hamburg veranstaltet, um den Vernetzungsgedanken weiter voranzubringen. Zu Gast waren bekannte Akteure aus dem Speciality-Coffee-Sektor wie Meredith Taylor von Counter Culture Coffee, Peter Dupont von The Coffee Collective, Sebastian Simsch von Seattle Coffee Works und Jonas Lorenz von Cross Coffee. Wie weit kann und darf das Offenlegen von Preisstrukturen gehen? Der letzte Veranstaltungstag ließ einige Teilnehmer nachdenklich zurück. Bei der Mehrheit überwog allerdings die revolutionäre Aufbruchstimmung. Wie heißt es doch so schön: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Noch mehr #FoodSZENE?


Who the fuck is…

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. “Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch”, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online, in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG und auf Instagram unter @szenehamburg.essentrinken

 


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Nachhaltig und inklusiv – Was fürn Saftladen!

Die Idee ist so genial wie simpel: Äpfel, die normalerweise verderben würden, werden zu Saft verarbeitet. Das Geld fließt zurück in die Firma. Und die finanziert damit Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. 23 Menschen haben so einen Job in der freien Wirtschaft bekommen – beim gemeinnützigen Unternehmen „Das Geld hängt an den Bäumen“.

Der Mann mit der Latzhose schüttelt den Kopf: „Warum stehst du nicht zu deinem Alter?“, fragt er. „Ich verstehe nicht, warum Frauen sich die überhaupt die Haare färben …“ Jan Schierhorn lacht laut auf. Er kennt diese Fettnäpfchen, in die Olaf gern mit vollem Anlauf springt. Schierhorn ist Gründer dieses Saftladens. Und in dem müsse man mit dieser „Abwesenheit von Diplomatie“ umgehen können, sagt er. Dann sei die Ehrlichkeit ein großes Geschenk.

23 Mitarbeiter zählt das Team um die beiden Geschäftsführer Jan Schierhorn und Svenja Weber mittlerweile. Fast jeder hat irgendeine Art von Behinderung. Asperger, taub, blind, lernverzögert, sozialphobisch. „Mich interessiert das aber erst mal nicht“, sagt Weber. „Ich muss wissen, was der­jenige kann, worauf man achten muss und wie man jemanden weiterentwickeln kann.“ Sie traut Menschen grundsätzlich erst einmal mehr zu, will Stärken fördern. Und das sei auch das Schöne: „Top ausgebildete Leute haben vielleicht noch ein Potenzial von fünf bis zehn Prozent“, sagt Jan Schierhorn. „Bei unseren Leuten liegt das bei 80-90 Prozent.“

Die Äfpel kommen aus den Gärten der Stadt und von Streuobstwiesen. Foto: ISADORA TAST

Dass er mit stolz geschwellter Brust einen Schluck vom selbst produzierten Apfelsaft nimmt, passiert eher unbewusst. Schierhorn ist keiner, der mit seinen Erfolgen protzen muss. Das „Ich“ hat er fast aus seinem Wortschatz verbannt, will nicht im Fokus stehen. Das war nicht immer so. Damals, als er sich noch über seinen Job in der Werbe- und Kommunikationsbranche definierte, wollte er gern beweisen, was er alles kann. Immer auf der Jagd nach Erfolg, immer mit dem Kopf bei der Arbeit. So richtig bewusst sei ihm das erst geworden, als seine dreijährige Tochter neben ihm auf dem Fußboden spielte und dabei immer vor sich hin brabbelte: „Papa nicht da, Papa nicht da.“ Da wusste Schierhorn: Er muss runter vom Gaspedal, Tempo aus dem Leben nehmen.

Foto: ISADORA TAST

An einem Sommerabend 2008 blickte er gedankenverloren in seinen Garten im Stadtteil Groß Borstel: Trotz unzähliger Apfelkuchen und Gläser voller Apfelmus trug der alte Apfelbaum noch immer viel zu viele Früchte. Beim Grübeln darüber, was man mit all den Äpfeln tun solle und dass sicher auch anderswo vieles auf dem Kompost lande, kam ihm eine Blitzidee: Die Äpfel alter Streuobstwiesen und aus Nachbars Gärten zu Saft verarbeiten und mit den Einnahmen Arbeitsplätze schaffen, vielleicht sogar für diejenigen, die es sonst nicht ganz so leicht haben – warum nicht Nachhaltigkeit und Soziales verbinden? Der Startschuss für „Das Geld hängt an den Bäumen“.

Dass das anfangs nicht gleich klappte, lag am Ich. „Ich habe versucht, die Idee im Habitus eines Unternehmers nach vorn zu bringen: ICH weiß das, ICH hab den Kontakt, immer nur Ich.“ Aber soziales Arbeiten funktioniert nicht, wenn einer ruft und alle anderen müssen springen. „Das ist wenig demütig“, weiß Schierhorn heute. Ein Lernprozess. „Das hat mich sehr geerdet.

Wenn er heute von dem Projekt erzählt, spricht er darum vom Wir. Und das hat ganz schön viel erreicht: 50 Tonnen Äpfel wurden in der vergangenen Saison in einer Slow-Food-Mosterei zu Saft verarbeitet und in 120.000 0,5 l- und 88.000 0,75 l-Flaschen abgefüllt. Die Flaschen mit dem originellen Etikett, das die eigenen Mit­arbeiter zieren, werden hauptsächlich an Privatkunden, Gastronomen und Unternehmen in der Metropolregion verkauft, darunter auch das Rathaus und das Inklu­sionsbüro. Die neu aufgelegte naturtrübe Apfelschorle soll jetzt als erstes Produkt des Unternehmens bundesweit an den Start gehen. Rund 150.000 Flaschen werden in 2018 dafür voraussichtlich produziert.

Foto: ISADORA TAST

„Schmeckt immer immer anders“ lautet der Slogan und der ist wörtlich gemeint. „Wir wollen gar keine Revolution des Massenmarktes“, betont Schierhorn. Es sei einfach eine Haltungsfrage: „Warum müssen wir ein stetig gleich schmeckendes Produkt machen, wenn es das in der Natur gar nicht gibt?“ Wichtig ist: Nur reifes und ungespritztes Obst wird verarbeitet, vornehmlich alte Sorten. Anders als in den Anfangszeiten kommen die meisten Äpfel heute aber nicht mehr aus Omas Garten, sondern von Streuobstwiesen der Hansestadt und alter Höfe. Auch neue Streuobstwiesen legt das Team an. So werden Ende des Jahres 2.000 Bäume bewirtschaftet.

Experten sind Schierhorn und Weber aber noch lange nicht. „Wir lernen jeden Tag“, betonen sie. „Wir wissen, bei wie viel Grad die Biene fliegt, welche Schädlinge ­ es gibt und welche Äpfel gut schmecken. Aber wenn du mir jetzt drei Äpfel hinstellst, wüsste ich nicht, welcher lecker ist“, gibt Schierhorn zu. Er beschreibe das häufig mit Dilettantismus. Oder, um es positiver zu sagen: „Wir sind Generalisten.“ Alles wissen müsse man auch nicht: „Dafür gibt es Experten“, ergänzt Weber. „So können wir die Qualität sichern und ein Produkt auf den Markt bringen, an das wir einen sehr hohen Anspruch haben.“

Foto: ISADORA TAST

Lager, Etikettierung, Konfektionierung, Auslieferung, Garten- und Landschaftsbau, Büro – die Einsatzorte für die Mitarbeiter sind vielseitig. Als Kooperationspartner von den Elbe-Werkstätten bietet das gemeinnützige Unternehmen ausgelagerte Arbeitsplätze, andere werden über das Jobcenter oder das Arbeitsintegrationsnetzwerk Arinet besetzt. Über ein mehrstufiges Praktikum wird nicht nur geprüft, ob der Bewerber der Aufgabe gewachsen ist, sondern auch ins Team passt. „Es ist jedes Mal wieder eine Herausforderung, neue Kollegen zu integrieren.“ Schließlich hat jeder so seine kleine Macke, mit der auch alle anderen umgehen können müssen. „Es können nicht auf einen Schlag zehn Leute dazu kommen, wir müssen so wachsen, dass es für jeden machbar ist und das Team es auch aushalten kann.“

Wenn ein Kollege zum Beispiel montags erst mal die Mülltonnen sortieren muss, dann kostet das zwar Zeit und damit auch Geld. Aber es sei eben auch elementar wichtig, damit er sich hier wohlfühlen könne. Und wehe, da fehle mal eine Palette oder eine Tüte. Dann brenne die Luft. „Wir haben hier ganz andere Auseinandersetzungen und Emotionen als andere Unternehmen. Ganz andere Themen, die dazu beitragen, das kleinere Eklats entstehen.“ Das sei zwar aufwendig, doch dafür sei es auch ein großes Geschenk zu erleben, dass etwas passiert, was eigentlich nicht passieren kann: „Dass ein Autist plötzlich eine vertrauensvolle Nähe zulässt und vielleicht sogar Interviews gibt, ist fast unmöglich. Bei uns passiert so was aber“, erzählt Svenja Weber und betont: „Wir wollen hier niemanden umerziehen, aber die Stigmatisierung auflösen und Facetten zeigen, die bisher nicht so deutlich wurden.“ Klar ist: „Hier arbeiten Leute miteinander und als Team füreinander, die du normalerweise nicht zusammenarbeiten lassen würdest.“

Nachbars Garten heißt der Apfelsaft, weil die Äpfel genau daher kommen. Foto: ISADORA TAST

Dass sie das ganz erfolgreich tun, zeigt die steigende Nachfrage. Erst im Frühjahr konnte mit Eurest einer der größten Betriebsrestaurant-Betreiber als Kunde gewonnen werden. Muss der Saft aber nicht auch auf den Getränkekarten der Hamburger Gastronomie stehen, die Nachhaltigkeit und Soziales ganz großschreibt? „Ach“, wehrt Schierhorn ab. „wenn ein Saft 20, 30 Cent mehr kostet als der andere, dann ist das mit der Nachhaltigkeit so eine Sache.“ Er will niemandem etwas verkaufen. „Das würde bedeuten, dass ich jemanden von meinem Produkt überzeugen will“, wehrt er ab. Darum wird an den Preisen auch nicht geschraubt, lieber verzichtet Schierhorn auf einen neuen Kunden. „Kein Mensch braucht noch einen neuen Apfelsaft. „Aber wenn jemand von unserer Geschichte überzeugt ist, gibt es eine ganz, ganz große Kundenloyalität. Fluktuation ist nicht unser Problem“, sagt er.

Das Minus auf dem Konto dagegen ist eines. Bei 450.000 Euro Umsatz klafft am Ende ein Loch in Höhe von 150.000 Euro. Trotz all des Erfolgs, der Förderprogramme und der Zuschüsse ist das Unternehmen darum auf Spenden angewiesen. Aber: ­ „Ich kann unsere Arbeit hier nicht in Geld messen“, sagt Schierhorn fast entschuldigend. Doch auch hier lernt er dazu: „Ich weiß, dass das Blödsinn ist. Unsere gesellschaftliche Arbeit ist viel wert. Wir entlasten das System: Jeder, der hier ist, wird vom Hilfeempfänger zum Steuerzahler – das ist eigentlich eine ziemlich coole Sache. Und für den Menschen und die Natur sowieso, da kann man eigentlich schon mal irgendwo klopfen und um Hilfe bitten.“

Wenn er einen Wunsch frei hätte, würde er genau das tun: Um 150.000 Euro bitten. „Wir haben im letzten Jahr 14 Leute eingestellt. Wir haben sehr große Kunden dazugewonnen, aber wir haben alle Reserven aufgebraucht“, so Schierhorn. Es gehe da­rum, agieren zu können statt immer nur zu reagieren. „Wir haben nie Luft, um mal in Ruhe zu testen, was noch so geht“, sagt auch Svenja Weber. Sie würde am liebsten auch einen Sozialpädagogen einstellen. „Die Professionalität, die jedes Unternehmen braucht, wenn man diesen Wachstumsschritt gemacht hat, lässt sich bei uns noch nicht von allein finanzieren.“ Ideen haben die beiden noch viele. Zum Beispiel Strandkörbe aus alten Obstkisten produzieren. „Jetzt müssen wir uns aber erst mal fokussieren und optimieren.“

Was die beiden als Arbeitgeber auszeichnet und warum die Mitarbeiter mit viel Leidenschaft dabei sind? „Woanders wird nicht gelobt, da wird nur gesehen, dass man schnell die Arbeit fertig macht – zack, zack“, sagt Olaf und bekommt ein zustimmendes Nicken von Samuel, der seit 2011 dabei ist: „Hier ist das komplett anders. Hier achtet man aufs Tempo. Einige sind schneller, andere langsamer. Und man hilft sich gegenseitig.“

Text: Ilona Lütje
Beitragsbild: Ana Maria Arevalo

Um die Arbeitsplätze finanzieren zu können, die Olaf und seinen Kollegen ein unabhängiges Leben ermöglichen, ist das Projekt auf Spenden angewiesen: IBAN: DE78 2005 0550 1002 1182 38; www.dasgeldhaengtandenbaeumen.de


 Dieser Text stammt aus der Beilage „Vielfalt Leben“, dem gemeinsamen Magazin von SZENE HAMBURG (Juni 2018) und dem Inklusionsbüro. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!


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Frankenstein – „Ohne Liebe existierst du nicht“

Der Berliner Regisseur Philipp Stölzl ist in vielen Welten zu Hause. Er dreht Kinofilme, Musikvideos und bringt nun eine düstere Oper auf die Kampnagel-Bühne.  

SZENE HAMBURG: Philipp, du bringst deine Baseler Frankenstein-Theateraufführung nach Hamburg, und zwar als Oper. Was ist passiert? 

Philipp Stölzl: Das Baseler Schauspiel war glaube ich auf ein Art sehr musikalisch und – im guten Sinn – große Oper auf kleinen Raum. Liegt sicher auch daran, dass der Autor Jan Dvorak nicht nur Literat sondern eben auch Komponist ist und sehr musikalisch schreibt.  Als Georges Delnon von Basel nach Hamburg wechselte hat er uns dann gefragt, ob wir aus dem Abend nicht eine richtige Oper machen könnten. Jan hat dann das Video der Aufführung genommen und seinen eigenen Text vertont, quasi 1:1, eine Übermalung mit Musik.

Warum habt Ihr Euch für Kampnagel entschieden, nicht für die große Opernbühne?

Die Basler Aufführung hatte eine Art Arena-Bühne, man saß um einen großen Käfig herum, das war intensiv und irgendwie auch brutal. Das kann man auf Kampnagel genau so wieder herstellen. In dem Käftig ist eine überlebensgroße Puppe zu sehen, die von drei Spielern geführt wird, das Monster. Die Nähe zu diesem Wesen und das Mitleid mit ihr ist essentiell für die Inszenierung, das würde in einer großen Guckkastenbühne auf die Distanz so nicht funktionieren.

Ihr nennt das Stück eine „Gothic Oper“ – früher hast du unter anderem Musikvideos für Rammstein gedreht. Kommt da etwas von dieser Vergangenheit wieder zurück?

Kann sein. Man selber denkt ja da nicht so drüber nach. Tatsächlich habe ich meinen ersten Opernauftrag durch einen Freund bekommen, der Fan meiner Rammstein-Videos war. Das war Webers „Freischütz“, auch so ein Art deutscher „Goth“

Was hat dich am Frankenstein-Stoff gereizt?

Es ist ein starker Stoff, der mich tatsächlich schon lange beschäftigt. Ich hab als Bub die alte Verfilmung mit Karloff gesehen, viel zu früh, ich war ziemlich traumatisiert danach,  später dann den Roman gelesen. Das Buch ist ja ganz anders als die Genre-Verfilmungen, die auf Grusel und Horror abzielen, total psychedelisch, surreal, am ehesten mit E.T.A Hoffmann verwandt, entfesselte schwarze Romantik. Und eben auch politisch, was man so nicht vermuten würde. Mary Shelly hat ihn zwar als junge Frau geschrieben, aber sie behandelt darin sehr erwachsene Fragestellungen, es geht um ganz essentielle Bausteine des Menschseins. Was macht uns eigentlich aus?

Und? 

In einem Wort: Die Liebe. Ohne Liebe existieren wir nicht. Das Monster, oder die Kreatur, wacht am Anfang der Geschichte im Wald auf und weiß nichts über die Welt, kann sich selbst auch nicht einordnen. Dann lernt sie: Kälte, Hunger, Schmerz, die Sprache der Tiere. Dann trifft es auf Menschen, die sich fürchten, ihm gewaltsam begegnen. Dann begreift es: Jedes Lebenwesen hat Eltern. Und sucht seine Herkunft, seinen Schöpfer und erfährt, dass es das einzige Wesen seiner Art ist. Es kommt aus dem Nichts und geht ins Nichts. Darum bittet es seinen Schöpfer ihm eine Gefährtin zu bauen. Es will nicht allein sein. Es will auch Liebe erfahren. Als ihm sein Schöpfer das versagt, nimmt es fürchterliche Rache. Es bringt die Verlobte seines Schöpfers um. Wenn es auf ewig allein sein muss, soll es sein Schöpfer auch sein. Am Ende verfolgen sich das Monster und sein Schöpfer um den ganzen Erdball, es geht in die Arktis, an den Rand der Welt. Die Geschichte hat eine biblische Wucht, fängt auf eine Art bei Adam und Eva im Paradies an und endet mit Kain und Abel.

Du bist auch Regisseur von großen Kinofilmen wie „Nordwand“ und „Der Medicus“, verwendest du Film denn auch als Stilmittel auf der Bühne?

Manchmal schon, bei „Frankenstein“ nicht. Es ist trotzdem eine sehr filmische Aufführung. In dem Sinne, dass sie ein sehr schlüssiges und geschlossenes Narrativ hat und rasant-suggestiv, mit vielen Szenenwechseln erzählt. Außerdem ist die Inszenierung auch ein Stück weit Unterhaltung, es gibt jede Menge Nebel und einen Wald mit Bäumen, die Arktis, sogar ein bisschen Action, Sie ist,  wenn man so will, „breit“ verständlich, so wie Kino eben meistens ist. Ich bilde mir ein, dass man damit möglicherweise auch Theaterfremde begeistern könnte.

Eine letzte Frage, die dich vermutlich fast jeder fragt. Du hast in der Vergangenheit einmal ein Musikvideo für Madonna gedreht und sie hat dich angerufen. Wie war sie?  

Immer wieder diese Frage! Na gut: Sie war nett und sehr professionell. Aber das ist einfach schon sehr lange her. Eine Lebensstation unter vielen anderen. Für einen Künstler ist es glaube ich gut, nach vorne zu gucken. Ruhm ist etwas sehr Vergängliches. Mein älterer Sohn hat vor ein paar Jahren seinem kleineren Bruder von meinem Madonna-Moment erzählt. Der Kleine darauf hin: “Madonna, wer ist das?” Der Große darauf: „Naja, sie ist so eine Art Katy Perry der Vergangenheit“…

Interview: Stefanie Maeck 

Internationales Musikfest zeigt: „Frankenstein“ auf Kampnagel, 20.-21.5., 25.-27.5.2018


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Dieses Wochenende: Fahrraddemo

Anfang des Monats ist erneut eine Radfahrerin tödlich verunglückt. Am Samstag, den 19.5.18 um 14 Uhr, werden Hamburgs Radfahrer in Eimsbüttel für sichere Straßen demonstrieren. Treffpunkt: Kaifu-Ufer.

Am 7. Mai 2018 wurde eine Hamburger Radfahrerin von einem LKW überrollt. Sie verstarb an den Folgen des Unfalls. Auf ihren Tod folgte eine Mahnwache, bei der sich am Unglücksort niederlegten. Außerdem wurde ein sogenanntes Ghost Bike aufgestellt. Die weiß gestrichenen Fahrräder weisen weltweit auf tödlich verunglückte Radfahrer hin. Eine Demonstration ist nun für Samstag, den 19.5. geplant.

Mehr Sicherheit für Radfahrer

Organisator ist der Verein „Kurs Fahrradstadt“, der sich seit mehreren Jahren für die Sicherheit von Radfahrern einsetzt. Dieser kritisiert die Mobilitätspolitik des Hamburger Senats und fordert  ihn zum Handeln auf. An der Demonstration am kommenden Samstag (19.5.2018) beteiligen sich auch der ADFC, Radentscheid Hamburg und Politiker der Grünen (Anjes Tjarks und/oder Martin Bill) und Linken. Sie fordern eine Tempo-30-Zone im Eppendorfer Weg und auf der Osterstraße sowie eine umfassende Wende hin zu einer fahrradorientierten Verkehrspolitik.

Auf ihrer Facebookseite schreiben die Veranstalter: „Bastelt Tempo 30 Schilder, lasst eure Kinder Bilder malen, wie sie sich ihre Straßen in Eimsbüttel wünschen und bringt – wer mag – gerne auch Blumen mit, die wir an den Unfallstellen ablegen werden. Damit auch wirklich alle dabei sein können, gilt diesmal: Wer sein Rad liebt, der schiebt.”

Demo:
Sa. 19.5.18, 14 Uhr; Bundesstraße – Wiese hinter der Haltestelle Kaiser-Friedrich-Ufer; Kursfahrradstadt.wordpress.com

Critical Mass:
jeden letzten Freitag im Monat, 19 Uhr (nächster Termin: 25.5.18; Treffpunkt: Kaifu Ufer) https://criticalmass.hamburg/

Text: Sabrina Pohlmann
Foto: Kurs Fahrradstadt

Mehr Artikel über’s Radfahren in Hamburg:


Radfahren ist ein Schwerpunkt der SZENE HAMBURG, April 2018. Das Magazin ist zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Flashdance – Das Musical: Die Hauptrolle steht fest!

(Sponsored) Der 80er-Jahre Filmhit „Flashdance“ kommt ab 20. September 2018 nach Hamburg ins Mehr! Theater und die Spannung war groß: Wer wird die neue Alex Owens?

Auf der Bühne des First Stage Theaters in Altona gaben Kasper Holmboe, Kommunikationschef von 2Entertain Germany, und Thomas Gehle, Chef der Stage School, diese Woche die Hauptdarstellerin bekannt. Huch! Bei so viel Aufregung passierte ein Versprecher und das große Geheimnis wurde sogar einen Ticken zu früh gelüftet: Hannah Leser hat die Hauptrolle in der Erstbesetzung bekommen. Danach war die Anspannung weg – alle nahmen es mit Humor.

Hannah wer?

Auf der anderen Seite der Elbe tritt Hannah Leser (23) zurzeit als Mary Poppins auf. Die steifen Manieren der Mary müsse sie sich noch abgewöhnen, erzählt sie lachend. Ohja, Alex Owens und Mary Poppins sind zwei ganz unterschiedliche Charaktere. Hannah wird on stage von der Eurovision-Song-Contest-Teilnehmerin Ann Sophie begleitet. Die 27-Jährige spielt Alex Owens beste Freundin Gloria – ihr Musical-Debüt. Beide freuen sich darauf in das Pittsburgh der 80er eintauchen zu dürfen. Es wird eine Herausforderung sein aber für die zwei ausgebildeten Tänzerinnen, Sängerinnen und Schauspielerinnen ganz sicher ein Kinderspiel.

Text: Julika Kott

Bis auf die Klassiker wie Maniac, What a Feeling und I love Rock’n’Roll wird das Musical auf deutsch aufgeführt.

Mehr! Theater am Großmarkt
20.9. – 7.10.2018 

Mode-Revolutionistas stürmen Hamburg

Neues von unserem liebsten Modelabel Kluntje, das sich seit dem letzten Update umtriebig zeigt.

Kurzzeitprojekt

Einen Monat lang können wir die nachhaltigen, lokalen Produkte von Kluntje und anderen live in der Innenstadt bestaunen: Am Neuen Wall eröffnet mit „The Hub“ ein Pop-Up Store voll nachhaltiger Marken. Eine edle Adresse, die faire Mode aus der spießigen Ökoecke herausholt. Fette Eröffnungsfeier ist am 3.5.2018. Zu Kluntje gesellen sich tolle Labels mit Taschen, Kerzen, Schmuck, Schuhe und Accessoires. Endlich mal wieder shoppen mit reinem Gewissen!

The Hub, Neuer Wall 72 (Innenstadt), 2.-30.5. Mo-Sa 10–18 Uhr
3.5. Eröffnungsparty

Stylischer Umbruch

Kluntjes meinen es ernst mit dem Thema Fair Fashion und deswegen geht ihr Einsatz über den Verkauf der eigenen Produkte hinaus. Ende April stellen sie mit anderen die Fashion Revolution Week in Hamburg auf die Beine. Mit diversen Events setzen sie das Thema nachhaltige Modeindustrie in Hamburg auf die Karte. Vom Filmscreening bis zum Kleidertausch mit 2000er-Musik – hier ist ordentlich was los.

  •  24.4. Expertentalk „Herausforderungen von Ethical Fashion im Massenmarkt“ 19–21 Uhr, Avodadostore (Lerchenstr.16a)
  • 25.4. „Vom Kleiderschrank zum Reißwolf – Neue Wege für alte Kleider“ 19–21 Uhr Podiumsdiskussion in der Hauptkirche St. Katharinen (Katharinenkirchhof 1)
  • 25.4. Filmscreening: „The True Cost“ 25.4. 18.30–21.30 Uhr, Pin Thought Works (Großer Burstah 46-48)
  • 26.4. Abtanzball/Kleidertausch/Millenium Party Betahaus 19–23

Ein Sack voll Aktionen, die zeigen, das in Sachen fairer Mode in Hamburg gerade richtig was passiert.

/ Sabrina Pohlmann


Was bisher geschah

Start up

Kluntje hat 2017 den Nordstarter-Contest gewonnen.

Im August 2017 haben die Mädels vom Kluntje-Team den Nordstarter Crowdfunding Contest gewonnen, den die SZENE HAMBURG gemeinsam mit der Hamburg Kreativ Gesellschaft organisierte. Kluntje hat sich nach dem Kandiszucker im Tee benannt und druckt plattdütsche Sprüche auf ihre Kleidung, die sie in Deutschland produzieren. Die Materialien sind fair gehandelt oder geupcycelt.


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