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„Ein Goldschmied braucht Durchhaltevermögen“

Lucas Moissonnier (24) möchte Menschen mit Schmuckstücken erfreuen. Und kreativ arbeiten. Warum seine Ausbildung zum Goldschmied bei der Goldschmiede Christoph Greinert beides vereint, erzählt er im Interview

Interview: Mirko Schneider

 

SZENE HAMBURG: Lucas, warum hast du dich für eine Ausbildung zum Goldschmied entschieden?

Lucas Moissonnier: Weil ich etwas Kreatives machen wollte. Über meine erste Ausbildung habe ich ehrlich gesagt nicht so lange nachgedacht. Ich wollte runter von der Schule und habe eine Ausbildung zum Restaurantfachmann absolviert. Das ist kein schlechter Beruf. Ich habe auch zwei Jahre in diesem Bereich gearbeitet. Doch ich bin dort nicht so richtig glücklich geworden und habe mich deshalb noch einmal umorientiert. Nun bin ich im dritten Lehrjahr meiner dreieinhalbjährigen Lehre zum Goldschmied und sehr zufrieden.

Was macht dich so zufrieden?

Schmuck herzustellen, erfüllt mich mit Freude. Besonders, wenn der Schmuck für die Menschen eine ganz spezielle Bedeutung hat. Mein Chef ließ mich gleich zu Beginn meiner Ausbildung Trauringe fertigen. Das hat mir großen Spaß gemacht. Du weißt schon bei der Trauringberatung: Jetzt stellst du etwas her, dass diese beiden sich liebenden Menschen im Idealfall ein Leben lang verbinden wird. Das finde ich sehr motivierend und schön. So wie die Sonderwünsche.

Sonderwünsche?

Wir selbst fertigen fast nur Sonderwünsche unserer Kunden an. Wenn jemand so etwas wie eine 08/15-Kreole möchte, ist es sinnvoller für uns, sie bei einer Fabrik anzukaufen, die sich darauf spezialisiert hat. Möchte jemand aber zum Beispiel einen Ring, der mit Steinen in einer ganz bestimmten Anordnung besetzt sein soll, ist die individuelle Herstellung viel sinnvoller. Das ist unser Bereich. Ich fertige fast nur Sonderwünsche an.

 

Ein Ziel vor Augen

 

Wie sehr hilft dir bei deiner Arbeit zusätzlich zu deinem Betrieb dein in der Berufsschule erworbenes Wissen?

Sehr. Wir lernen dort eine ganze Menge. Natürlich über Metallurgie, also das Verfahren über die Gewinnung und Verarbeitung von Metallen. Wie Werkzeuge funktionieren, wie man etwas ausstanzt, wie ein Scheidevorgang funktioniert. Aber auch Englisch, Wirtschaft und Gesellschaft und Mathematik stehen auf dem Stundenplan. Manchmal haben wir Praxisunterricht. Wir bekommen ein Thema und fertigen dazu Projektarbeiten an. Außerdem besteht die Möglichkeit für mich, meinen Realschulabschluss zu erwerben.

Auf welchem Wege?

Bislang habe ich den Hauptschulabschluss. Wenn meine Noten im Durchschnitt meiner Berufsschuljahre und im Abschlusszeugnis besser sind als ein Notendurchschnitt von 3,0, dann erhalte ich den Realschulabschluss. Darauf arbeite ich natürlich hin.

Was würdest du einem Jugendlichen raten, wenn er sich für eine Ausbildung zum Goldschmied interessiert?

Wer sich dafür interessiert, Goldschmied zu werden, sollte sich sehr sicher sein. Es gibt nicht so viele Ausbildungsplätze. Im Beruf selbst muss man sehr genau arbeiten. Ein Tischler misst in Millimetern, wir messen in Zehntelmillimetern. Das kann grade zu Beginn zu viel Frustration für einen Auszubildenden führen.

 

Durchhaltevermögen

 

Weil auch Sachen schiefgehen und man öfter neu gießen muss, bis das Schmuckstück perfekt ist?

Ja. Dass einem so etwas passiert, ist sogar sehr wahrscheinlich, wenn man jetzt nicht das totale Supertalent ist. Und natürlich ist es nicht schön, seine Arbeit wegen eines kleinen Fehlers wieder von vorne beginnen zu müssen. Außerdem verdient man in der Ausbildung nicht besonders viel. Ich bekomme im dritten Lehrjahr 390 Euro im Monat. Wichtig ist also: Immer weiter lernen wollen und dranbleiben, das eigene Ziel stets vor Augen haben. Durchhaltevermögen ist sehr wichtig.

Was ist dein Ziel?

Ich möchte mich nach Abschluss meiner Ausbildung selbstständig machen. Das hat zum einen finanzielle Gründe. Viele ausgelernte Goldschmiede, die in Anstellung arbeiten, erhalten erst einmal nur den Mindestlohn. Viel wichtiger ist mir aber, selbst kreativ handwerklich tätig zu sein und meine eigenen Ideen verwirklichen zu können. Im Beruf des Goldschmieds ist nicht so viel vorgenormt wie in anderen Berufen. Wenn ich andere Menschen mit meinen Schmuckstücken glücklich machen kann, wäre das sehr schön. Darauf freue ich mich jetzt schon.

goldschmiede-greinert.de


Cover_SH_Ausbildung_2021-02 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Ausbildung. Das Magazin ist seit dem 11. November 2021 im Handel. Bestellt euch das Heft oder die digitale Ausgabe

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Die Heldinnen und Helden der Arbeit

Bei Leben mit Behinderung Hamburg arbeiten viele engagierte Menschen, für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Alltag

 

Pflegekräfte haben Superkräfte – das hat besonders das von der Corona-Pandemie geprägte vergangene Jahr gezeigt. Während die Welt aus den Fugen geriet, behielten sie nicht nur die Nerven, sondern sorgten auch noch dafür, andere Menschen so gut es ging durch diesen neuen Alltag zu begleiten.

Das ist wichtig, denn besonders Menschen mit Behinderung haben keine starke Lobby. Darum brauchen sie Menschen mit Empathie, Fachlichkeit und Kompetenz zur Unterstützung, die das Herz am rechten Fleck und im besten Fall auch noch eine Ausbildung als Pflegefachfrau/Pflegefachmann in der Tasche haben. Die kann bei Leben mit Behinderung Hamburg absolviert werden. In drei Jahren lernen die Auszubildenden hier nicht nur alles, was die ganzheitliche Versorgung unterstützungsbedürftiger Menschen betrifft, sondern auch, wie man älteren Personen und/oder Menschen mit Behinderung dabei hilft, Freude am Leben zu haben.

 

Die Ausbildung verleiht Superkräfte

 

Dazu lernen die Auszubildenden unterschiedliche Einsatzbereiche innerhalb der Organisation kennen und absolvieren zudem drei externe Facheinsätze. Diese Vertiefungseinsätze finden in unterschiedlichen Einrichtungen oder Krankenhäusern statt. Wer eine solche Ausbildung machen möchte, sollte Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein, sowie Spaß an der Arbeit mit Menschen mitbringen. Die Superkräfte entwickeln sich dann von ganz allein.

wasmitmenschen.org


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Gerade jetzt brauchen wir Musik

Das BIMM Institute ist Europas größter Anbieter für musikalische und musikwirtschaftliche Ausbildung

 

Obwohl die aktuelle Corona-Situation Kulturbetriebe, Agenturen und Künstler vor einige Herausforderungen stellt, wird Musik gerade jetzt mehr denn je gebraucht. Besonders in schwierigen Zeiten ist Musik für die so wertvollen Momente von Freude und Entspannung elementar, um sich mental zu stärken. Das BIMM Institute ist fest davon überzeugt, dass gerade jetzt die richtige Zeit ist, sich der eigenen Kreativität zu widmen. „Wir brauchen jetzt eine neue Generation Musikschaffender, um die künftige Musikbranche zu verändern, neue Konzepte für Konzerte und Festivals zu erstellen und innovative Business-Modelle zu entwerfen.“ In den Bachelor-Studiengängen am BIMM Institute lernt man von den Besten aus der Branche und dies in hochmodernen Unterrichtsräumen, mit der neuesten Technik und Ausstattung.

 

Netzwerk

 

Die Dozent*innen sind seit Jahren aktiv in der Musikindustrie tätig und bieten ein breites Netzwerk, um ihren Studierenden die ersten Karriereschritte in der Branche zu ermöglichen. In den letzten drei Jahren fanden 86 Prozent der Absolventen einen Job in der Musikbranche. Derzeit findet der Unterricht am BIMM Institute per Online-Learning statt, aber das BIMM setzt alles daran, den Präsenzunterricht in kleineren Gruppen unter den geforderten Hygienekonzepten schnellstmöglich wieder aufzunehmen und zum Semesterstart im September 2021 die neuen Studierenden im College wieder persönlich zu begrüßen.

bimm-institute.de


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„Bildung darf kein Privileg sein“

Bildung wird oft als etwas Sebstverständliches angesehen. Doch noch haben zu viel Menschen – gerade durch soziale Barrieren – keinen ausreichenden Zugang. Integration durch Chancengleichheit lautet daher das Motto der SBB Kompetenz

 

Die Bildungsinstitution SBB Hamburg bietet Beratungs- und Weiterbildungsangebote an, um vor allem auch Menschen mit einem dringenden Bedarf an Unterstützung in eine bessere Ausgangssitution zu bringen. Damit sie entweder wieder in einen Beruf einsteigen oder überhaupt die nötigen Grundlagen für eine Ausbildung erwerben.

Mit der Geschäftsführerin Andrea Franke sprechen wir über die bildungs- und vor allem sozial- politischen Aufgaben der Institution. Ebenfalls gewährt sie einen Einblick in ihre Herausforderungen bei der pandemiebedingten Umstellung von Präsenz- auf Distanzunterricht und ihre gewonnen Erkenntnisse über den Einsatz digitaler Unterrichtsformate und -angebote.

 

SZENE HAMBURG: Erläutern Sie doch bitte einmal das Angebot, das Sie als SBB Kompetenz machen. Was ist das Ziel Ihrer Institution?

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Andrea Franke von der SBB Kompetenz

Wir sind eine Tochter der Stiftung Berufliche Bildung (SBB), unter deren Dach sich 22 Tochtergesellschaften mit unterschiedlichen Ausrichtungen befinden, die aber alle im Wesentlichen das Ziel haben, Menschen auf ihrem Weg in einen Beruf zu unterstützen und auch Soziale Teilhabe durch entsprechende Bildungsangebote zu erlangen.

Hier in Hamburg sind wir die größte Tochter für Erwachsenenbildung, man kann uns als Generaldienstleisterin der beruflichen Bildung bezeichnen. Wir sind primär für Menschen zuständig, die länger als ein Jahr arbeitssuchend sind und bieten dabei Sprach- und Integrationskurse, Coaching- und Beratungsangebote, Umschulungen, Fort- und Weiterbildungen sowie auch unterschiedliche Beschäftigungsgelegenheiten, für Menschen mit Anspruch auf eine entsprechende Förderung.

Wenn wir einmal den Bereich der beruflichen Fort- und Weiterbildung anschauen, gibtes dort Berufsfelder, auf die Sie sich fokussieren?

Ursprünglich haben wir mit Umschulungen im gewerblich-technischen Bereich begonnen und gehen heute verstärkt in den Bereich Büromanagement und Kaufleute für E-Commerce und damit immer mehr in den kaufmännischen Bereich und Berufsfelder mit Marketing- und Digitalisierungshintergrund. Daneben bleiben bewährte Angebote wie Umschulungen im Friseur- oder Gastronomiebereich natürlich bestehen.

Vor dem Hintergrund, dass auch viele klassische Berufe immer digitaler werden, bieten wir zum Beispiel auch Umschulungen in den Bereichen Lager, Handel und Spedition an, die diese Entwicklung berücksichtigen, um den neuen Marktansprüchen gerecht zu werden. Wir sind daher eher breit aufgestellt, als auf ein Feld spezialisiert und versuchen immer uns der allgemeinen Bedarfsentwicklung in der Berufswelt entsprechend anzupassen.

 

Technische Infrastruktur

 

Sie bereiten Ihre Teilnehmer immer stärker auf eine digitale Arbeitswelt vor. Wie gut waren Sie denn vorbereitet, als Sie den Unterricht komplett digital ausrichten mussten?

So traurig es klingt, wir mussten ja nun endgültig alle feststellen, dass wir keine gute technische Infrastruktur haben und wir, im europäischen Vergleich, einiges nachzuholen haben. Schlechte Internetverbindungen, extrem langsame Ladezeiten für Dokumente und auch wir als Lehrende und die Lernenden hatten sehr wenig Expertise im Umgang mit der Technik.

Deswegen mussten wir schnellstens unsere gut 250 Mitarbeiter nicht nur mit der Technik ausstatten, sondern ihnen den Umgang näher bringen und vor allem auch beibringen, wie man vor einem Laptop sitzend ein Seminar gut rüberbringt und die Teilnehmer virtuell einbindet. Wir haben sehr schnell auch einen Supportservice aufgebaut, um bei technischen Problem sofort reagieren zu können und den Unterricht immer am Laufen zu halten.

Viele Ihrer Teilnehmer gehören sicherlich nicht zu den sogenannten privilegierten Milieus und ein Distanzunterricht birgt hier sicherlich auch Gefahren, diese Menschen zu verlieren. Wie ist Ihre Erfahrung?

Das war auch meine größte Sorge und es war für uns enorm wichtig, möglichst viele Abbrüche zu verhindern. Daher haben wir uns sehr viel Zeit genommen, einzelne Teilnehmer auch immer wieder telefonisch zu kontaktieren, um die persönliche Bindung aufrechtzuerhalten und Nähe herzustellen.

Unser Auftrag war aber im Prinzip immer schon mehr, als ein reines Ausbildungsangebot zu machen. Es ging immer auch darum diese Milieus, die weder technisch noch sozial so gut aufgestellt sind, nicht nur bildungspolitisch, sondern auch sozialpolitisch aufzufangen.

 

Basiskompetenzen

 

Was konnten Sie denn im aktuellen Fall dann konkret noch machen, um ihre Teilnehmer bestmöglich zu unterstützen?

Wir haben uns dringlichst darum gekümmert, dass erst einmal eine technische Ausstattung zur Verfügung gestellt werden konnte. Ebenfalls haben wir dafür gesorgt, Räume zur Verfügung zu stellen, wenn es bei unseren Teilnehmern zu Hause nicht möglich war, in Ruhe an unseren digitalen Unterrichtseinheiten teilzunehmen.

Die ganze Situation zeigt eben auch, dass wir uns insgesamt noch viel stärker bemühen müssen, dort wo diese Menschen leben, noch mehr räumliche und technisch ausgestattete Angebote zu machen, um sich beruflich weiterbilden zu können.

Wir müssen auf die Menschen noch mehr zugehen und nicht warten, bis vielleicht zu uns finden. Dafür benötigt es auch entsprechend mehr öffentliche Mittel.

Überspitzt formuliert, reicht es also nicht aus, alle mit Laptops auszustatten und dann ist alles gut.

Ganz sicher nicht. Einem Großteil müssen zum Beispiel auch erst einmal digitale Basiskompetenzen vermittelt werden. Wir begleiten Menschen, die sehr weit weg von der allgemeinen Bildung und dem Arbeitsmarkt entfernt sind. Was vielleicht für viele Abiturienten aus Mittel- und Oberschichts-Elternhäusern normal ist, ist es in diesen Lebenswelten definitiv nicht.

Umschulungen machen bei uns circa 20 Prozent unseres Portfolios aus. Der Rest unseres Angebotes konzentriert sich darauf, Menschen die entscheidenden Grundlagen zu vermitteln, um im Arbeitsmarkt überhaupt eine Chance zu haben.

SBB Hamburg


SH_Ausbildung_Titel_2021 SZENE HAMBURG Ausbildung, 2021. Das Magazin ist seit dem 31. März 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Wirtschaftsinformatik: Dual studieren mit der HanseMerkur

Jessica Dittrich ist im zweiten Ausbildungsjahr ihres dualen Studiums der Wirtschaftsinformatik bei der HanseMerkur. Sie gewährt einen Einblick in ein modernes Berufsfeld bei dem erfolgreichen deutschen Versicherungsunternehmen

Interview: Frank Sill

 

Die HanseMerkur ist ein modernes und gleichzeitig eines der traditionsreichsten Unternehmen hier in Hamburg. Das Versicherungsunternehmen wird immer wieder zu einem der besten Arbeitgeber gewählt und legt sehr viel Wert auf eine starke Bindung zu seinen Mitarbeitern. Mit viel Leidenschaft und Einsatz werden dafür schon die Grundsteine in der Ausbildung gelegt und die ist nicht nur vielfältig, man hat bei der HanseMerkur sehr unterschiedliche Möglichkeiten auf einen spannenden und lehrreichen Einstieg ins Berufsleben, zum Beispiel als Wirtschaftsinformatiker.

 

SZENE HAMBURG: Hallo Frau Dittrich, Sie machen bei der Han- seMerkur ein duales Studium zur Wirtschafts- informatikerin. Können Sie zum Anfang einmal erklären, wie so ein Studium abläuft?

Das Studium ist in Phasen aufgebaut und wechselt zwischen praktischen Blöcken im Unternehmen und den theoretischen Einheiten an der Uni. Die einzelnen Blöcke dauern immer rund drei Monate und das Studium teilt sich auf sechs Semester auf, die man in drei Jahren absolviert. Selber bin ich gerade im dritten Semester und bin im Juni 2022 fertig.

Welche Schwerpunktfächer erwarten einen an der Uni?

Neben Wirtschaftsinformatik hat man natürlich auch Mathematik. Im ersten Semester schreibt man zum Beispiel eine umfangreiche Mathematikklausur, in der alles vorkommt, was man in der Oberstufe an der Schule gelernt hat. Quantitative Methodik und Statistik sind ebenfalls wichtig Fächer.

An der Hamburg School of Bussines Administration (HSBA), an der ich studiere, liegt der Fokus allerdings stärker auf dem wirtschaftlichen Aspekt. Dort hat man viele Vorlesungen in Fächern wie Micro Economics oder Marketing Management. An der HSBA haben wir darüber hinaus einen Anteil von circa 25 Prozent der Vorlesungen in Englisch.

Was ist für Sie der Vorteil dieses dualen Studiums?

Für mich stand schon vor meinem Abitur fest, dass ich diesen Ausbildungsweg gehen möchte, weil ich auf jeden Fall direkt studieren wollte. Allerdings war mir auch wichtig, dass theoretisch Erlernte auch in der Praxis direkt anzuwenden. Das finde ich spannend und im letzten Semester hatten wir auch den umgekehrten Fall. Wir sollten an der Uni als Projektarbeit eine Website bauen und dort konnte ich schon einigen Erfahrungen aus dem realen Berufsalltag einbringen.

Ein anderer Punkt, der sicherlich auch nicht ganz unwichtig ist, dass man häufiger hört, dass klassische Studienabgänger es schwerer haben, einen direkten Berufseinstieg zu finden. Das Problem habe ich nicht, ich arbeite schon in einem Unternehmen und habe dadurch natürlich die gute Chance, auch direkt übernommen zu werden. Auf jeden Fall habe ich zumindest in den drei Jahren schon sehr viel Berufserfahrung gesammelt.

Stellen Sie große Unterschiede zwischen dem Berufsalltag und dem, was an der Universität theoretisch gelehrt wird, fest?

Dadurch, dass die HSBA auf duale Studien ausgerichtet ist, ist es hier nicht wirklich der Fall und alles ist schon sehr praxisorientiert. Natürlich gibt es auch hier Fächer, wie erwähnt Mathematik, deren Inhalte man so sicherlich kaum wieder im Berufsalltag anwenden wird. Trotzdem werden hier wichtige Grundlagen, zum Beispiel für komplexes und logisches Denken, gelegt. An der Uni Hamburg wäre vermutlich vieles eher theoretisch und nicht so anwendungsbezogen.

An der HSBA machen Sie also viele Projekte, um Dinge einfach mal auszuprobieren?

Genau. Die Website ist da ein gutes Beispiel, die wir in kleinen Projektgruppen programmiert haben. Dafür hatten wir ein Semester Zeit und wir haben es wirklich geschafft, so eine Site komplett zu konzipieren, programmieren, umzusetzen und an den Start zu bringen.

Im nächsten Semester geht es dann weiter und wir werden ein Modul für eine neue Webanwendung entwickeln und aufsetzen. Wenn Sie mich so fragen, muss ich gerade feststellen, dass das Studium noch besser ist, als ich ursprünglich erwartet habe.

 

„Als Wirtschaftsinformatiker hat man die tolle Möglichkeit, in zwei Berufswelten unterwegs zu sein“

 

Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Berufsbild des Wirtschaftsinformatikers? Was sind die generellen Arbeitsfelder?

Meine Planung ist zum Beispiel als IT-Koordinatorin zu arbeiten. In dieser Funktion vermittelt man zwischen einem Fachbereich und der IT. Häufig gibt es ja das Problem, dass ein Fachbereich zwar weiß, was er haben möchte, weiß aber nicht einzuschätzen, was das zum Beispiel für die IT bedeutet, noch was die gegebenenfalls benötigen. Und bei der IT ist häufig eben umgekehrt genauso. Man kann aber IT-Berater werden, der Unternehmen grundsätzlich zu allen möglichen IT-Themen berät. Eine weitere Möglichkeit ist es, ins IT-Management zu gehen und als Projektleiter von IT- Projekten zu arbeiten. Das sind so die primären Arbeitsfelder eines Wirtschaftsinformatikers.

Man arbeitet damit also in einer Art Schanierfunktion?

Als Wirtschaftsinformatiker ist man nicht der klassische Programmierer, der eine Software schreibt oder arbeitet in irgendeinem Fachbereich rein auf das Wirtschaftliche fokussiert. Man hat aber von beiden Welten so viel Wissen, um mit den jeweiligen Ansprechpartnern auf Augenhöhe zu reden und die jeweiligen Anforderungen und Erwartungen genau zu verstehen und dies ohne Reibungsverluste zu synchronisieren und das Projekt sauber zu koordinieren.

Und was macht man mit dieser Ausbildung in einem Versicherungsunternehmen?

Ich bin bei uns im Rechnungswesen, wo unterschiedliche Programme und Anwendungen genutzt werden. Diese Programme werden von einer IT-Gruppe verwaltet und mit dieser Gruppe habe ich mehrmals in der Woche Meetings, in den wir versuchen, unsere Anwendungen immer weiter zu optimieren oder auch auf neue Aufgaben hin weiterzuentwickeln beziehungsweise anzupassen.

Bei uns im Unternehmen arbeiten wir dazu auch mit einem Ticketing-System, in dem aus dem Fachbereich entsprechende Aufgaben oder auch Probleme zur Erledigung eingestellt werden. Dafür bin ich dann zum Beispiel aktuell verantwortlich und stimme dann die Prozesse mit der IT-Gruppe ab. Ähnlich läuft es dann in allen anderen Fachbereichen, ein Mitstudent von mir arbeitet etwa bei uns in der Personalabteilung.

Was hat Sie an diesem Beruf gereizt und was hat gegebenenfalls den Ausschlag gegeben, diesen Berufsweg einzuschlagen?

Für mich war schon relativ früh klar, dass ich einmal in der IT arbeiten möchte, weil mein Vater dort auch schon arbeitet. In gewisser Weise war er letztlich auch mein Vorbild und war beziehungsweise ist bis heute sehr begeistert von seinem Beruf. Er arbeitet in einem großen Unternehmen, ist allerdings komplett auf den IT-Beruf spezialisiert.

In der Schule habe ich Informatikkurse belegt und das hat mir immer Spaß gemacht. Das Thema Wirtschaft kam aufgrund eines Profils, das ich in der Oberstufe belegt habe, hinzu. Politik, Wirtschaft fand ich damals auch spannend und interessant und so kam es dann zu dieser Kombination, denn der Beruf des Wirtschaftsinformatikers gibt mir die tolle Möglichkeit in beiden Welten gleichzeitig unterwegs zu sein. Meine Hochschule habe ich im Internet entdeckt und darüber dann auch direkt die HanseMerkur, die Kooperationspartner der HSBA ist.

 

Hohes Pensum

 

Welche Fähigkeiten oder Talente sollte man mitbringen, um dieses Studium zu machen?

Generell sollte man schon ehrgeizig und fleißig sein, weil man in relativ kurzer Zeit ein recht hohes Pensum absolvieren muss, gerade auch an der Uni. In diesem Semester schreiben wir in der Klausurenwoche zum Beispiel vier umfangreiche Klausuren. Nebenbei mir müssen wir bis dahin unsere Webprojekte ebenfalls fertigstellen und lernen muss man ja auch noch für das eine oder andere Thema.

Ich denke auch, dass man gut mit anderen Menschen kommunizieren können sollte und sich auch in sie, ihre Sichtweisen und ihre Thematiken hineinversetzen können. Wie gesagt man arbeitet an der Schnittstelle von zwei Welten und diese unterschiedlichen Fachsprachen muss man verstehen und für die jeweilig andere Seite auch verständlich machen können. Ein logisches und lösungsorientiertes Denken ist wichtig und zum Thema Mathematik, vor dem einigen immer mal graut, kann ich zumindest sagen, dass dies an der HSBA wirklich gut vermittelt wird.

Wieso haben Sie sich für die HanseMerkur entschieden?

Abgesehen von dem Fakt, dass das Unternehmen mit Ihrer Uni kooperiert. Natürlich kannte ich die HanseMerkur schon vorher, die Stellenausschreibung hat mich sehr angesprochen. Nachdem ich zum Assessment und Bewerbungsgespräch eingeladen wurde und da war, habe ich mich direkt sehr wohlgefühlt.

Die Mitarbeiter sind sehr nett mit uns umgegangen, eine sehr offene und auch professionelle Atmosphäre, in der man sich willkommen fühlt. Im Unternehmen gibt es mit Herrn Florian Krehl, unserem Ausbildungsleiter, auch einen direkten Ansprechpartner für uns und dadurch fühlt man sich gut aufgehoben und das gilt auch für die Fachabteilung, in der ich tätig bin. Die Kollegen sind einfach nett. Toll ist auch, dass wir schon sehr früh Verantwortung übertragen bekommen und dadurch gut lernen selbstständig zu arbeiten; man langweilt sich in unserer Ausbildung nicht.

Können Sie einmal kurz zusammenfassen, warum man bei der HanseMerkur eine Ausbildung machen sollte.

Es ist ein spannendes Unternehmen, dass einerseits sehr groß ist und auf der anderen Seite, sehr familiär ist. Hier kann man in einem angenehmen Umfeld sehr viel Neues lernen und bekommt eine fundierte und umfassende Ausbildung.

Gibt es besondere, zusätzliche Benefits bei der HanseMerkur?

Wir bekommen selbstverständlich Versicherungsprodukte günstiger, dann bekommen wir Zuschüsse zu den HVV-Karten, die Vergütung ist wirklich gut. Es gibt ein wirklich sehr schönes Mitarbeiterrestaurant, auf die Speisen bekommen wir ebenfalls einen Rabatt. Es gibt viele Vorteile und der beste ist, es ist ein super Unternehmen.

Gab es eigentlich auch andere Berufe, die Sie gerne gemacht hätten? Auch, wenn Sie ja scheinbar sehr zielstrebig diesen Berufsweg eingeschlagen haben.

Ich hatte tatsächlich überlegt, Pilotin zu werden. Das habe ich allerdings wieder verworfen, obwohl ich das eigentlich immer noch spannend finde. Aber auch jetzt wieder im Studium merke ich, wie sehr ich eben auch das Programmieren mag und in Kombination mit dem wirtschaftlichen Teil habe ich da meinen perfekten Beruf gefunden.

Haben Sie schon Pläne für die Zeit nach Ihrer Ausbildung?

Generell ist es so, dass wenn man übernommen wird, man vertraglich auch erst einmal zwei Jahre gebunden ist. Allerdings kann ich mir so wie so sehr gut vorstellen, bei der HanseMerkur längerfristig zu arbeiten. Ansonsten möchte ich gerne nach dem Bachelor direkt den Master in Data Science machen. Datenanalysen liebe ich und beschäftige mich auch jetzt schon viel damit in meiner Freizeit.

hansemerkur.de


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Jacqueline: „Kinder zeigen uns, wie Glück funktioniert“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Wir fischen sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Jacqueline begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Kinder haben offene Gedanken, sie beschränkt kaum etwas. Das macht die Arbeit mit ihnen aus. Es ist wirklich erfüllend. Weil ich als Erzieherin mehr von ihnen lernen kann als von sonst wem, denn Kinder können einem zeigen wie Glück funktioniert. Wir Erwachsenen haben viel zu hohe Ansprüche und brauchen mehr, um wirklich glücklich zu sein. Kinder sind offen für alles – und brauchen doch nur kleine Dinge.

Seit September arbeite ich in einer Ganztagsgrundschule, bin also Berufsanfängerin. Das ist für mich ein ganz neues Lebensgefühl. In der Ausbildung hatte ich kaum Geld, weil die Arbeit nicht vergütet wird. Das hieß für mich, dass ich in den letzten Jahren bei vielem zurückstecken musste. Ich war zum Beispiel ewig nicht im Urlaub, weil ich in den Ferien gearbeitet habe, um mich über Wasser zu halten.

 

Zeit alleine verbringen

 

Heute bin ich unabhängig, bekomme ein geregeltes Einkommen und fühle mich sicher. Ich könnte kein einziges Problem nennen, das ich momentan habe. Klar, da ist Corona. Aber ein wirkliches Problem? Für mich? Es gibt keins.

Ich erfreue mich viel zu sehr an dem, was ich habe, dass ich gesund bin und jetzt zur Arbeit laufe. Bald wird man auch wieder reisen können und dann möchte ich mich alleine auf den Weg machen. Denn ich glaube, es gibt unheimlich viel an dir selber zu entdecken. Es lohnt sich, Zeit alleine zu verbringen. So wie Kinder das ständig tun.“


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Ausbildung zum Hafenschiffer: Raus aufs Wasser

Thore Tanger, Auszubildender zum Hafenschiffer bei der HADAG Seetouristik und Fährdienst AG, erzählt, warum es ihn schon immer raus aufs Wasser gezogen hat

 

Ob es Zufall war oder ge­plant kann man heute nicht mehr mit Sicherheit sagen, aber seit dem 8.8.1888 fahren die Schiffe der HADAG Seetouristik und Fährdienst AG als Liniendienst im Hamburger Hafen. Heute sorgt die HADAG mit ihren 26 Schiffen in Kooperation mit dem HVV für den sicheren Fährdienst für rund 9,5 (in 2019) Millionen Passagiere pro Jahr. Neben der Ausbildung zum Hafen­schiffer bietet die HADAG ihren Schiffsführern den Erwerb des Bin­nenschifffahrtpatents A, mit dem man in ganz Europa auf den Bin­nengewässern unterwegs sein kann. Wir sprechen mit Thore Tanger und Tanja Cohrt, Betriebsleiterin und Prokuristin, über einen ungewöhn­lichen, aber auch spannenden Beruf, der nicht nur Seetauglichkeit be­nötigt, sondern auch eine große Por­tion Verantwortungsbewusstsein.

 

Moin Thore, was hat dich auf das Wasser getrieben und Lust gemacht eine Ausbildung zum Hafenschiffer zu machen? 

Thore: Die Faszination für Schiffe hatte ich schon ganz früh, mein Vater hat leidenschaftlich gerne Schiffsmodelle gebaut und mich damit infiziert. Wir haben viel gemeinsam gebastelt und mich hat eben auch immer die Technik interessiert. Nach meinem Abitur habe ich auch erst einmal in ein Schiffbau­-Studium reingeschnup­pert, aber es war mir zu theore­tisch. Ich habe einfach gemerkt, dass ich lieber ein Schiff fahren statt konstruieren wollte.

Ihr habt also schon familiär eine große Affinität zu See gehabt, richtig?

Thore: Für uns gab es nichts Schö­neres als am Meer zu sein und haben unsere Urlaube meist an der Ostsee verbracht. Das waren tolle Zeiten.

Für viele unserer Leser planst du sicherlich einen Beruf, von dem sie noch nie gehört haben, was sind die Kernaufgaben eines ausgebildeten Hafenschiffers?

Thore: Speziell hier bei der HADAG ist es natürlich, Passa­giere durch den Hafen zu fahren. Bei anderen Firmen ist das dann auch der klassische Frachttrans­port auf der Elbe. Wir führen die Schiffe aber nicht nur, sondern sind auch mitverantwortlich für die Wartung, um das Schiff ent­sprechend mit in Stand zu halten.

 

Ausbildung zum Hafenschiffer: Das steht im Lehrplan

 

Also kannst du direkt nach der Ausbildung die Schiffe im Hafen selber führen?

Tanja Cohrt: Nach der Hafen­schiffer­-Ausbildung hat man erst einmal den Gesellenbrief. Danach kommt dann die Hafenpatent­-Prü­fung bei der Hamburg Port Autho­rity, die sehr ähnliche theoretische Aufgaben beinhaltet wie die Ge­sellen-­Abschlussprüfung sowie eine praktische Fahrprüfung. Und erst nach dem Ausstellen des Hafenpatentes durch die HPA darf man dann hier selbstständig im Hafen fahren.

Wie läuft denn diese Ausbildung konkret ab? Ich habe gelesen, dass es in jedem Lehrjahr einen anderen Schwerpunkt gibt.

Tanja Cohrt: Das ist sicherlich bei den jeweiligen Ausbildungs­betrieben im praktischen Teil anders. Bei der HADAG liegt naturgemäß der Schwerpunkt beim Personentransport, während andere mehr auf Frachtgut spezia­lisiert sind.

Thore: In der Schule haben wir unterschiedliche Lernstoff­-Mo­dule, die diese unterschiedlichen Bereiche entsprechend in der Theorie behandeln und vertiefen. In jedem Jahr gibt es einen Lern­ Block, der sich dann schwer­ punktmäßig zum Beispiel mit der Passagierbeförderung beschäftigt oder dann mit den Fragen zum Thema Frachtlogistik.

Was hat dich denn motiviert, deine Ausbildung hier bei der HADAG zu machen? 

Thore: Das kommt letztlich auch über mein Hobby. Ein Modelbau­ Freund meines Vaters arbeitet auch hier bei der HADAG und der hat immer wieder davon erzählt, was er hier macht und wie viel Spaß es ihm macht. Das fand ich immer spannend und bekam dann die Chance für ein Bewerbungsge­spräch. Im Rahmen dessen konnte ich mich auch oben auf einem der Schiffe umschauen und ich war einfach Feuer und Flamme.

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Thore Tanger vor einem seiner künftigen Arbeitsplätze

Wie fühlt es sich an, wenn man da oben auf dem Schiffsführerstand steht?

Thore: Erst einmal ist man total neugierig und will wissen, wie das alles funktioniert und träumt schon ein wenig davon, wie es wäre jetzt das Schiff zu bewegen und die Wellen unter einem zu spüren. Und während der ersten Fahrten war es auch total aufregend zu erleben wie die ganze Technik funktioniert und wie man damit so ein großes Schiff bewegen kann.

Was macht dir denn am meisten Freude an deiner Ausbildung beziehungsweise womit würdest du andere junge Menschen überzeugen, auch diesen Beruf zu erlernen? 

Thore: Man muss vor allem auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, denn später bewegt man eben auch sehr viele Passa­giere über das Wasser. Aber wenn man da auch wirklich Lust darauf hat, dann es ist es auch ein tolles Gefühl oben auf der Brücke zu stehen und das Schiff, mit all den Menschen an Bord, über die Elbe und durch den Hafen zu manöv­rieren. Es ist einfach noch einmal etwas ganz anderes, als einen Bus oder Auto zu bewegen. Schon allein die Größe hat etwas Erhabe­nes. Es ist einfach auch schwieri­ger, das Gefühl für ein Schiff in Bewegung zu bekommen, als ein Auto auf der Straße zu kontrollie­ren. Gerade auch hier im Hambur­ger Hafen mit den Tiden und den daraus resultierenden Strömungen braucht man ein sehr feines Fin­gerspitzengefühl, das Schiff exakt zu führen und jedes Schiff reagiert da auch noch einmal sehr eigen.

Man muss ganz sicherlich wind- und wasserfest in deinem Beruf sein. Welche Eigenschaften sollte man zusätzlich noch mitbringen, um in diesem Beruf eine erfolgreiche Ausbildung zu absolvieren?

Thore: Man muss sich sehr gut und lange konzentrieren können. Man darf nicht müde werden, weil das Schiff durch die Strömung immer unterschiedlich in Bewe­gung gebracht wird, dass ist anders als auf einer festen Straße. Darüber hinaus ist im Hafen sehr viel Ver­kehr, und ein Schiff ist nicht ab­rupt zu stoppen oder zu lenken. Es braucht sehr viel Voraussicht, um das Schiff sicher zu führen. Diese Konzentration musste ich auch selber erst einmal trainieren.

Tanja Cohrt: Es braucht eine Zeit, um das richtige Gefühl zu ent­wickeln, wie ein Schiff sich bei bestimmten Strömungs­ und Wind­verhältnissen bewegt. Gerade auch für die Anlegemanöver ist es sehr wichtig, dieses zu beherrschen, denn die Gegebenheiten sind ei­gentlich immer etwas anders. Gerne möchte ich an der Stelle aber noch einwerfen, dass man wirklich eine Bereitschaft für Schichtdienst und Frühaufstehen mitbringen muss. Wir fahren für den öffent­lichen Personennahverkehr des Hamburger Verkehrsverbundes, da muss man absolut pünktlich und ausgeschlafen sein. Es wäre letzt­lich unverzeihlich, wenn wegen uns andere Menschen zu spät zur Arbeit kämen. Ohne Disziplin wird das bei uns dann auch leider nichts.

 

“Ich will einfach raus aufs Wasser”

 

Lag dir das Disziplinierte schon immer, zum Beispiel sehr früh aufzustehen. 

Thore: Anfangs war das schon fordernd. Vor allem meine erste Woche war schon sehr speziell. Erst musste ich um 8 Uhr anfan­gen, am nächsten Tag um sieben, dann um sechs und noch einmal um fünf. Fünf Uhr ist übrigens für uns Azubis der normale Dienst­ beginn. Erstaunlicherweise habe ich mich aber sehr schnell daran gewöhnt, mir liegt das frühe Auf­stehen.

Dich treibt vermutlich deine Freude an deinem Beruf so früh aus den Federn. Hast du denn auch sehr viel mit der Wartung der Schiffe zu tun?

Thore: In der Ausbildung laufen wir häufig im technischen Betrieb mit und durchlaufen dabei auch den ganzen Wartungsvorgang eines Schiffes, das sind dann im­ mer gut zwei Tage, in denen wir sehr viel von den Schiffsmechani­kern lernen. In der Abschluss­prüfung werden wir auch dazu entsprechend geprüft. Später, wenn wir dann im Einsatz sind ist es essenziell, dass wir wissen, wie alles funktioniert, um im Falle eines technischen Defektes auf dem Wasser auch direkt zu erken­nen, was los ist und wie wir uns entsprechend verhalten. Darüber hinaus gehört es zu unserem Beruf täglich unser Schiff visuell zu prü­fen. Im Prinzip ähnlich wie bei den Piloten, die auch ihre Checklisten abarbeiten bevor sie starten.

Hast du denn auch schon eine Vorstellung wie deine berufliche Reise nach der Ausbildung weitergeht?

Thore: Erst einmal will ich dann richtig in meinem Beruf hier bei der HADAG arbeiten und die Schiffe fahren. Andere planen dann vielleicht direkt noch ein Studium zu machen, aber mein Traum war es einfach, ein Schiff zu führen. Ich hatte auch vorher mal mit dem Gedanken gespielt Schiff­fahrtskaufmann zu werden, aber das ist auch eher ein Beruf mit viel Büroarbeit. Ich will einfach raus aufs Wasser.

www.hadag.de

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Ausbildung, 2021. Das Magazin ist seit dem 19. September 2020 im Handel. Bestellt euch das Heft oder Blättert hier durch das Magazin! 

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Ausbildung in der Kreislauf- und Abfallwirtschaft: Über den Tellerrand schauen

Isabell Schack, Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, und Anna-Lena Franke, Kauffrau für Büromanagement, sind Auszubildende im zweiten Lehrjahr bei der Buhck Gruppe. Beide fühlen sich pudelwohl, auch weil sie aktiv in den regulären Arbeitsalltag eingebunden werden

Die Buhck Gruppe ist seit mehr als 115 Jahren ein familiengeführtes Unter­nehmen mit mehreren Standorten in der Metropolregion Hamburg. Das Unternehmen ist einer der größten Umweltdienstleister in Norddeutschland und in den Ge­schäftsfeldern Abfallverwertung, Rohr­ & Kanalservice und Bera­tungsdienstleistungen aktiv. Ihre 32 Unternehmen verteilen sich auf sechzehn Standorte in Hamburg, Schleswig­-Holstein und Nieder­sachsen. Die Brüder Dr. Henner Buhck und Thomas Buhck leiten das 1899 in Hamburg­Bergedorf gegründete Familienunternehmen bereits in der vierten Generation. Die Buhck Gruppe bildet über alle Standorte verteilt aktuell rund 60 Auszubildende in insgesamt zehn Ausbildungsberufen aus.

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Anna-Lena Franke wird zur Kauffrau für Büromanagement ausgebildet

Guten Morgen ihr beiden, erzählt doch erst einmal, was euch zur Wahl eures Ausbildungsberufes motiviert hat?

Isabell: Mir hat ein guter Freund von seinem Ausbildungsberuf hier erzählt. Er hat mir erzählt, was für tolle Aufgaben er hier hat und dass es sehr viel Spaß macht, mit den Menschen bei Buhck zusammen­zuarbeiten. Das hat mich direkt motiviert, hier erst einmal ein Praktikum zu machen und nach zwei Tagen war mir dann auch klar, dass ich hier sehr gerne eine Ausbildung machen möchte.

Anna-Lena: Nach meinem Schul­abschluss war mir nicht direkt klar, was ich ganz genau machen möchte. Entsprechend habe ich mich mit meinen Freunden aus­getauscht und mir angehört, was die planen oder schon machen. Am Ende hat mich meine beste Freundin, die selbst hier schon in der Buhck Gruppe arbeitet, über­zeugt, weil sie so begeistert von ihrer Arbeit hier erzählt hat. Ich bin selbst ein sehr ordnungslieben­der Mensch und damit kam mir eine Ausbildung im Büromanage­ment sehr entgegen und ich bin sehr glücklich über meine Ent­scheidung.

Und was im Detail ist das Besondere an diesem Unternehmen für euch? 

Isabell: Ich bin hier in der Nähe groß geworden und kenne daher viele, die hier arbeiten oder als Kunden hier entsorgen. Hier herrscht so eine schöne familiäre Atmosphäre, das hat mich sehr überzeugt, neben dem Beruf, den ich einfach spannend finde.

Anna-Lena: Bei mir war es tat­ sächlich dann das Bewerbungs­gespräch. Bei vorherigen Bewer­bungsgesprächen bin ich häufiger mit einem unguten Gefühl raus­gegangen und hier bei Buhck fühlte sich alles richtig an. Schon beim Reinkommen hatte ich das Gefühl, dass es passt und im Ge­spräch wurde immer deutlicher, dass ich das machen möchte. Ich wusste, dass ich hier etwas für meine Zukunft lernen werde und gut betreut bin.

Lasst uns doch bitte einmal in euren Ausbildungsalltag reinschnuppern. Wie sieht ein Arbeitsalltag bei euch aus? 

Isabell: Wir durchlaufen natürlich sehr unterschiedliche Abteilungen, zurzeit arbeite ich gerade an der Waage. Hier fahren die Lkws der verschiedenen Unternehmen vor, die etwas zu entsorgen haben. Ich wiege die dann und händige ihnen die sogenannte Wiegenote aus, mit der sie zur nächsten Entsorgungs­station fahren oder an der Deponie entladen. Bei der Ausfahrt wiege ich dann das leere Fahrzeug erneut zur Preisermittlung. Wenn ich direkt an der Annahme arbeite, kontrolliere ich den Abfall, den die Leute vorbeibringen, um sicher zu stellen, dass die Wertstoffe rich­tig entsorgt werden. Mir macht das viel Spaß, weil es sehr abwechs­lungsreich ist.

Anna-Lena: Bei mir ist das natür­lich auch abteilungsabhängig. Zur­ zeit bin ich in der Abteilung für Sondermüll, da geht es um gefähr­liche Abfallstoffe wie etwa Asbest oder Dämmmaterial. Da gehört vor allem die Beratung der Kun­den zu meinem Job. Ich erkläre ihnen, welche Stoffe als gefährlich eingestuft sind und wie sie damit im Rahmen der Entsorgung umge­hen müssen, kalkuliere die Preise für die jeweilige Entsorgung und erstelle die Angebote und Auftragsbestätigungen. Ebenso erstelle ich behördliche Dokumente wie zum Beispiel Entsorgungsnach­weise und Begleitscheine.

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Isabell Schack wird zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft ausgebildet

Was ist denn das Interessante an eurem Beruf beziehungsweise was macht euch so richtig Freude? 

Isabell: Es ist vor allem der Um­gang mit den Kunden, mit denen man auch mal einen Schnack hal­ten kann. Vor allem lernt man ja auch eine Menge für sich. Es ist extrem spannend zu erfahren, was mit unserem Müll passiert und was aus den Abfallstoffen wieder werden kann. Das ist auch für sein eigenes Zuhause super, man geht mit vielem bewusster um und ist natürlich auch auf einmal ein gern gefragter Ratgeber in der Familie und dem Freundeskreis. Ist doch auch cool, wenn man anderen wei­terhelfen kann mit seinem Wissen.

Anna-Lena: Für mich ist es eigent­lich genauso. Es macht einfach Spaß, zu merken, wenn man Kun­den am Telefon weiterhelfen konn­te, indem man ihnen erklärt, wie etwas abläuft und was zu beachten ist. Und wenn man dann am Ende des Telefonats ein „Danke, Sie haben mir sehr geholfen“ hört, dann macht einen das selber zu­ frieden, dass der Kunde zufrieden ist. Dann freut man sich doch schon wieder direkt auf den nächs­ten Kunden.

Gibt es auch Dinge, die ihr anders erwartet habt? Und jetzt vielleicht noch positiver überrascht seid? 

Isabell: Es ist zum Beispiel klasse, dass wir eine Unterstützung be­ kommen durch eine Kooperation mit Hansefit sportlich aktiv zu sein. Es wird grundsätzlich viel für die Mitarbeiter getan. Beruflich ist es toll, dass ich viel an der frischen Luft arbeiten kann, denn das war immer mein Wunsch. Toll ist ebenfalls, dass wir sehr viel über die wichtigsten Computerpro­gramme lernen und damit inzwi­schen sehr gut umgehen können.

Anna-Lena: Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich bei meiner Aus­bildung primär am Schreibtisch sitze. Das ist aber nicht so, denn auch in meiner Ausbildung bin ich zeitweise in den Abteilungen wie der Annahme, um wirklich alles kennenzulernen. Dadurch lernt man viel besser, die Zusammen­ hänge zu verstehen und kann seine Kunden entsprechend gut beraten.

Mit welchen Argumenten würdet ihr denn einen künftigen Schulabgänger überzeugen, euren Beruf zu erlernen? 

Isabell: Man kann hier über den Tellerrand hinausschauen und dadurch lernen wir deutlich mehr als vielleicht nur wirklich notwen­dig wäre. Man zeigt uns so vieles, damit wir auch die großen Zusammenhänge verstehen.

Anna-Lena: Wir werden hier sehr gut betreut und bei Problemen ist immer jemand für uns ansprech­bar, damit uns direkt geholfen wird. Eigentlich fühlt sich diese ganze Buhck Gruppe wirklich wie eine große Familie an. Man arbei­tet einfach zusammen.

Ihr arbeitet ja im Bereich der Abfallentsorgung und damit auch direkt in der Rohstoffrückgewinnung. Könnt ihr ein paar kurze Tipps geben, worauf man im Alltag wirklich achten sollte? 

Isabell: Es wäre schon viel gehol­fen, wenn wir alle die Mülltren­nung gewissenhaft beachten wür­den. Ein kleines Beispiel sind viele Joghurt­Becher, bei denen das Plastik inzwischen mit Pappe zum Trennen ummantelt ist, wenn jeder das auch täte, könnten wir noch viel besser den Abfall wiederverwerten.

Anna-Lena: Das kann ich nur bestätigen, man merkt halt auch hier bei der Abfallannahme, dass nicht alle Kunden sich vorher Ge­ danken oder die Mühe machen, sauber zu trennen. Mit ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit, kann man viel erreichen. Vielleicht sollte man Abfall auch nicht als Müll sehen, sondern als wichtigen Rohstoff. Und man kann wirklich mehr darauf achten, weniger Ein­wegplastik und dafür eher zum Beispiel eine Mehrwegflasche zu nutzen.

www.buhck-gruppe.de 

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Ausbildung, 2021. Das Magazin ist seit dem 19. September 2020 im Handel. Bestellt euch das Heft oder Blättert hier durch das Magazin! 

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Ausbildung bei REWE: Zukunft selbst gestalten

Die Menschen machen sich ein zu einfaches Bild von unserem Beruf, findet Alicia Güllnitz, Auszubildende zur Kauffrau im Einzelhandel bei REWE. Ein Gespräch über die Vielfältigkeit ihres Berufalltags

REWE hat über 3.600 Märkte und 19 Logistikstandorte deutschlandweit und bietet vielfältige Ausbildungs­- und Be­rufseinstiegsmöglichkeiten. Das Unternehmensprinzip vom REWE lautet: Kunden zu Fans zu machen und daher steckt das Unterneh­men auch entsprechend viel En­gagement in die Ausbildung ihrer künftigen Mitarbeiter. Alicia Güll­nitz erzählt uns nicht nur über ihre Ausbildung zur Kauffrau im Ein­zelhandel, sondern beweist auch, dass man mit viel Eigeninitiative auch viel Förderung erfährt und einem dadurch viele gute Berufsaussichten und Karrierechancen bei REWE offenstehen.

 

Liebe Alicia, du machst gerade deine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel. Erzähle uns doch bitte einmal, was alles für Aufgaben zu deiner Ausbildung gehören.

Alicia: Erst einmal geht es grund­sätzlich darum, den Markt und die einzelnen Abteilungen kennenzu­lernen und dann immer weiter in die Materie eingeführt zu werden. Aktuell bin ich verantwortlich für die Abteilung Molkereipro­dukte und damit unter anderem zuständig für die Verräumung der Ware und die kontinuierliche Überprüfung des Mindesthaltbar­keitsdatums der einzelnen Pro­dukte und die Ware dann entspre­chend aussortieren. Zusätzlich sind wir auch für das Warenwirtschaftssystem und Vorbestellungen zuständig.

Warum hast du dich entschieden, diese Ausbildung zu machen?

Ich habe ursprünglich als Aushilfe gearbeitet und wurde dann als Vollzeitkraft eingestellt. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe für mich entschieden, dass ich noch weiterkommen möchte und habe dann die Ausbildung begon­nen, um später auch den Handels­fachwirt machen zu können.

Was macht dir am meisten Freude hier bei deiner Arbeit bei REWE?

Richtig toll ist es hier bei der REWE, dass egal in welcher Abtei­lung oder auch in welchem Markt man gerade ist, man sehr gut mit den Kollegen klarkommt. Die Menschen sind hier alle wirklich superfreundlich und man hat auch gemeinsam Spaß bei der Arbeit. Die Führungskräfte behandeln einen auf Augenhöhe und sind auch für uns immer ansprechbar.

Du hast ja schon erwähnt, dass du auch vor deiner Ausbildung bei der REWE gearbeitet hast. Mit welchen Argumenten würdest du einen Schulabgänger überzeugen, bei REWE ebenfalls eine Ausbildung zu machen?

Wenn man gerne mit Menschen zusammenarbeitet und hilfsbereit ist, dann ist der Einzelhandel schon einmal sehr spannend. Der Beruf ist wesentlich vielfältiger als viele eben denken, wir sitzen nicht nur an der Kasse oder räu­men die Regale ein, sondern die Aufgaben, wie schon eingangs beschrieben, sind deutlich viel­ fältiger. Die Menschen machen sich häufig ein zu einfaches Bild von unserem Beruf, der am Ende viel mehr Chancen auch für ein Weiterkommen bietet.

 

Die Ausbildung bei REWE ist vielseitig

 

Was sind denn deine wichtigsten Fächer in der Berufsschule?

Ganz wichtig ist das Fach Waren­wirtschaft und das Beherrschen von Kalkulationen, dass wird häufig unterschätzt. Im Geschäft müssen wir exakt verstehen, wie Einkaufspreise und Verkaufspreise zueinander stehen und wie sie zustandekommen. Warenpräsen­tation ist ebenfalls ein wichtiges Fach, wenn man das nicht be­herrscht wird es auch für den Ab­verkauf schwierig. Es geht eben nicht nur darum, ein Regal einzu­räumen, sondern darum die rich­tige Höhe und Positionierung im Regal so zu berücksichtigen, dass das Produkt den Kunden bestmög­lich präsentiert wird.

Hattest du denn zu deiner Schulzeit auch noch andere Berufspläne? 

Ursprünglich wollte ich gerne Friseurin werden, auch wenn man da nicht so viel verdienen kann, aber der Beruf ist auch schön. Die Ausbildung hatte ich auch begon­nen, musste aber nach einem Jahr abbrechen, da ich leider eine Neu­rodermitis habe, die sich mit die­sem Beruf nicht verträgt. Darauf­ hin bin ich dann auch direkt im Einzelhandel gestartet.

Mal aus deiner Sicht, welche persönlichen Charaktereigenschaften sollte man für diesen Beruf mitbringen?

Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind enorm wichtig, die Kunden müssen sich auf uns verlassen können. Genauso müssen wir immer hilfsbereit und freundlich sein und das auch mal in schwieri­gen Situationen.

Das ist vermutlich gerade nicht immer ganz einfach, oder?

Teilweise hat es sich tatsächlich ein wenig geändert, manche Kunden sind schon merklich gereizter in der aktuellen Corona-­Zeit. Bedeu­tet in unserem Beruf, dass man auch sehr konfliktfähig sein muss. Es war schon ein interessantes Phänomen, das Verhalten einiger Menschen zu beobachten. Anfangs waren wir ja auch quasi Helden, inzwischen ist das aber auch wie­ der abgeflaut, aber entscheidend ist, dass man mit solchen Situatio­nen eben souverän umgehen kann.

 

Karriereförderung in der Ausbildung

 

Du hast es schon anklingen lassen, dass du nach deiner Ausbildung den Handelsfachwirt machen möchtest. Was kann man sich darunter genau vorstellen?

Die Weiterbildung zum Handels­fachwirt kann man als „Meister des Handels“ bezeichnen, da der Abschluss auf Meisterebene ist. Durch den Handelsfachwirt hat man die Möglichkeit in den ver­schiedenen Führungsebenen ein­zusteigen.

Und dein Ziel ist es dann auch einmal Filial-Leitung zu machen?

Das war mal mein ursprüngliches Ziel, aber ich wurde durch REWE schon in den letzten Jahren sehr gefördert und nicht nur innerbe­trieblich, sondern auch darüber hinaus und habe für mich festge­stellt, dass ich gerne in den Außen­dienst möchte und dort Richtung Vertriebsleitung.

Wie bist du gefördert worden?

In einem Azubi-­Seminar habe ich ein Konzept ausgearbeitet und das wurde im Unternehmen weiterge­tragen und ich wurde daraufhin zu einem Gespräch gebeten und da­raus resultierend Aufgaben be­kommen habe, die man als Azubi nicht unbedingt bekommt. Darü­ber habe ich mich riesig gefreut und es ist ein schönes Gefühl, dass REWE einem dann auch das Ver­trauen schenkt und einen fördert, wenn sie sehen, dass man Poten­zial hat und Lust auf seinen Beruf.

Wie sah so ein Sonderprojekt aus?

In einem Konzept ging es um Ab­satz-­Optimierung und wir sollten überprüfen, warum in bestimmten Warengruppen, der Absatz in ei­nem Markt gut war und in einem anderen nicht so lief. Darauf basie­rend durften wir dann Verbesserungsvorschläge ausarbeiten.

www.rewe.de/ausbildung

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Ausbildung, 2021. Das Magazin ist seit dem 19. September 2020 im Handel. Bestellt euch das Heft oder Blättert hier durch das Magazin! 

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