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Thees Uhlmann: „Schöne Kunst kommt aus dem Zweifel“

Nach dem Roman ist vor dem Album: Thees Uhlmanns neue Platte „Junkies und Scientologen“ erscheint am 20. September

Interview: Erik Brandt-Höge
Fotos: Andreas Hornoff

 

Die Songs heißen „Fünf Jahre nicht gesungen“, „Avicii“, „Was wird aus Hannover“ und „Katy Grayson Perry“. Der Sänger heißt Thees Uhlmann, Ex-Tomte-Frontmann, Bestseller-Autor und Wahlberliner mit Hamburg im Herzen. Ein Gespräch über Fan-Liebe und Selbstekel, große Grübelei und die Wichtigkeit von Angst.

SZENE HAMBURG: Thees Uhlmann, wer singt derzeit am schönsten, weil am härtesten über Liebe?

Thees Uhlmann: Zurzeit ist das, meiner Meinung nach, Billie Eilish. Sie kam aus dem Nichts, machte einfach wundervolle Musik und wurde damit wahnsinnig schnell zum Superstar. Sie singt den Soundtrack für den Gymnasiastenschulhof, vor allem für die fünfte bis zehnte Klasse. Eilishs Texte haben so eine schöne Dunkelheit. Ich glaube, sie können das Leben junger Menschen nachhaltig verändern.

Inwiefern?

Die Texte sagen: Du bist in Ordnung! Deine Gefühle sind in Ordnung! Wenn jemand was anderes sagt, weiche ihm aus!

Du sagtest schon zu Beginn deiner Karriere, du würdest immer versuchen wollen, so hart über Liebe zu singen, wie möglich. Hat sich an diesem Ziel mit der Zeit etwas verändert? 

Überhaupt nichts. Einzig für dieses neue Album hat sich eine Herangehensweise ans Schreiben verändert. Meine Idee war anfänglich: Um 8.10 Uhr, wenn meine Tochter in der Schule ist, habe ich eine gute Idee und bis 11 Uhr einen Song daraus gemacht. Ich wollte dieses Mal über Spontanität gehen, zack, zack, zack.

Und?

Ist nichts draus geworden. Es hat sechs Jahre gedauert, bis ich ein Album zusammen hatte. Ich habe ein fast fertiges Album weggeschmissen, ein ganzes Jahr nachgedacht und dann neu angefangen. Das war hart und tat weh. Ist wohl meine Art der Tätowierung …

… die beim Publikum ankommt, dein Gesang über Liebe kommt immer lauter zurück. Neben deiner Musik wurde auch dein 2015 erschienener Roman „Sophia, der Tod und ich“ von der breiten Masse sehr gemocht. Was macht so viel Liebe mit dir?

(überlegt lange) Ich glaube, nichts. Ein Großteil der Leute, die mich liebhaben, scheißt sich nichts, wie man auf Österreichisch sagen würde.

Was meinst du damit?

Die Leute sagen sich halt: Bei einem Thees-Uhlmann-Konzert wird keine Karriere geplant, der Typ singt einfach nur über das, was in seinem Kopf vor sich geht. Das entspannt sie und zieht sie gleichzeitig in eben diese Liebe zu meiner Musik.

 

 

Klingt nach Fan-­Zuneigung als Zufalls­produkt.

Ach, ich habe auch schon mal versucht, eine richtige Single zu schreiben.

Deiner Meinung nach mit Erfolg?

Nein, es war grauenvoll! Das Grauenvollste, was ich jemals gemacht habe. Ich habe es geschrieben, am nächsten Tag durchgelesen, und es hat mich fast umgehauen, wie schlecht das war. Da habe ich echt künstlerischen Selbstekel entwickelt.

Gab es weitere Single­-Versuche?

Nee, das mit der Single habe ich aufgegeben. Ich singe einfach, was ich will, nämlich über kleine und große Beobachtungen.

Das erste Stück auf deinem neuen Al­bum hat den Titel „Fünf Jahre nicht ge­sungen“, hätte aber auch heißen kön­nen: „Zwei Jahre nicht gesungen“. An­geblich hattest du schon 2016 das ange­sprochene fertige Album.

Richtig. Allerdings ist mir die Platte in meinen Händen zerronnen. Als Künstler hat man ja ziemlich schnell eine Ahnung, wenn etwas nicht so richtig gut ist, und mir hat das damals nicht gefallen, deshalb ist es nicht erschienen. Mein Umfeld hat das verstanden, ich durfte noch mal von vorne anfangen.

Dazu muss man sagen, dass es ein ganz schön großes finanzielles Unterfangen ist, wenn ich sage, dass es in dem Jahr noch nichts mit einer neuen Platte wird – und in dem darauf auch nicht.

Was genau hat dich an der ersten Albumversion gestört?

Da muss ich etwas ausholen. Ich mache Kunst nicht alleine. Ich mag es, wenn mich Freunde beraten, und jemand meinte vor dem Schreiben der ersten Songs zu mir: „Komm, mach mal wieder so Tomte-mäßige Texte!“ Also habe ich es probiert – und es hat überhaupt nicht funktioniert. Im Unterstrom kam dann das Nachdenken über einen riesigen Komplex.

Welchen Komplex?

Ich erzähle mal die Kurzversion: Ich bin 1974 geboren, habe 1986 angefangen, zu denken. 1989 ging die Mauer auf, kurz danach kamen Grunge und Riot Grrrl. Dann wurde Europa größer und Obama gewählt. Als er Präsident wurde, war das ein in meinen Augen riesiger Hoffnungsschimmer für die Welt – und dann gab es plötzlich Trump, Brexit und AfD, und ich dachte: Das kann doch nicht angehen!

 

„Ich habe meine Sprache härter gemacht“

 

Wie hast du das alles verarbeitet?

Das Erste bei Trump war, dass meine Tochter mich gefragt hat, wie so jemand gewählt werden konnte. Also ein Mensch, der sich komplett gegen ihre und meine Erziehungsrichtlinien richtet: Anstand, Moral, alle Menschen erst mal gleich. Erklär das mal einer Siebenjährigen: Trump, gewählt von Frauen, von Männern, nach Nirvana, nach der Maueröffnung und nach 150 Jahren Philosophie. Ich habe konstant jede Sekunde darüber nachgedacht. Am Ende ging das Schreiben einer Tomte-mäßigen Platte einfach nicht mehr.

Und dann?

Ich habe meine Sprache verlängert, direkter und irgendwie härter gemacht. Sodass diese Aufruhr, diese Unrast in mir irgendwie kanalisiert und wiedergegeben werden konnte.

Du bist also distanzloser geworden?

Ich kann verstehen, dass man das so empfindet, aber ich kann mein Schreiben selbst nicht erklären. Ich kann nur sagen, dass ich die Songs, wie sie jetzt sind, super finde. Mehr Leute sollten singen, was ich gerade singe (lacht). Oder zumindest so lange nachdenken, wie ich.

Eine Formel, die für die neue Songsammlung gelten kann, ist: Aus Klein mach Groß, aus Groß mach Klein. Etwa singst du, das Leben sei kein Highway, sondern die B73 …

… was eine der letzten Zeilen war, die wir im Studio für die Platte geschrieben haben, und danach hat es richtig Fäuste gehagelt vor Freude. Ich meine: Wir sind im Instagram-Zeitalter, die Leute fotografieren ihr beschissenes Essen und schreiben darunter 20 Hashtags, warum das geil ist. Die armen Gerichte!

Es suggeriert ein gutes Leben und die Bitte, das alles genauso zu machen. Aber: So ist das Leben nicht. Das Leben ist kein Highway, es ist die B73. Alles andere ist eine Lüge.

 

„Schöne Kunst kommt immer aus dem Zweifel“

 

Auffällig ist auch, dass es gleich zwei Songs auf dem Album über Angst gibt: „Danke für die Angst“ und „Menschen ohne Angst wissen nicht, wie man singt“. Ist es einfach passiert, dass dieses Thema so präsent ist?

Ja, ist einfach passiert. Für „Danke für die Angst“ hatte ich Lust, über Stephen King zu schreiben, weil er mir wahnsinnig viel bedeutet. Meine Tochter hat keine Angst mehr vor Monstern. Sie hat Angst vor anderen Sachen, ja, und ich weiß noch nicht so genau, wovor, darüber denke ich noch nach.

Ich dagegen hatte als Kind panische Angst vor Monstern. Ich habe Stephen King gelesen und „Twin Peaks“ auf VHS-Kassetten geguckt, und ich habe Angst bekommen, dass fortan irgendwas hinter mir ist.

Und was steckt hinter „Menschen ohne Angst“? 

Da wollte ich über diese Herrenmenschenscheiße schreiben, die viele zurzeit so toll finden, auch viele Künstler. Immer, wenn ein Sänger das Wort loyal in den Mund nimmt, bekomme ich eine Gänsehaut. Ich meine: Du kannst doch keine nachhaltige Kunst erschaffen, wenn du ständig darüber singst, dass du keine Angst hast und alle immer zusammenstehen. Das ist nämlich Quatsch. Schöne Kunst kommt immer aus dem Zweifel, aus dem Nachdenken und eben auch aus der Angst. Zum Glück habe ich keine Probleme mit Angstzuständen, aber ich finde, Angst an sich ist ein wichtiges, tolles Gefühl.

Kommen wir zu ein paar anderen Albumthemen. Sprich doch mal fol­gende Sätze zu Ende: Käme Katy Perry zu mir und fragte nach einem Duett, wäre meine Antwort …

Ja!

Unser Song hieße …

„Wir waren gestern Nacht mit Marcus Wiebusch tanzen“. (lacht) Nee, mal im Ernst, den Titel dürfte sie sich natürlich aussuchen. Ich möchte nur, dass sie den Song ohne Produzententeam schreibt, stattdessen nur mit Marcus und mir. Das wird dann so ein Disco-Hauer mit Akustikgitarren.

Eine Welt ohne Aviciis wäre …

Vorweg: Mein Song „Avicii“ ist komplett ironiefrei. Ich habe Avicii immer in der Tradition von ABBA gesehen, und ABBA sind für mich so wichtig wie Andy Warhol, ganz weit oben im Pantheon der Kunst. Manche Menschen sind einfach von irgendwem beschenkt worden, haben ein riesiges Talent.

Außerdem: Musik wird nicht schlecht, nur weil sie viele hören. Die Geschichte von Avicii ist mir so nahegegangen, dass es einen Song darüber geben musste. Und ich sage: Aviciis wird es ewig geben.

 

 

Hannover ist wichtig, weil …

Hannover ist nicht wichtig. Aber ich glaube, dass alle Hannoveraner und Hannoveranerinnen einen Deal gemacht haben. Die haben sich irgendwann mal unterm Schwanz getroffen und vereinbart: „Wir sagen das nicht weiter, wie geil das hier ist, sonst kommen die ganzen Arschlöcher hierher.“ Hannover ist grün, cool, man kann sich noch was leisten, aber alle außerhalb denken, dass es ein Deppenkaff ist.

Junkies-und-Scientologen-Thees-Uhlmann-Cover

„Junkies und Scientologen“ erscheint am 20.9.19 bei Grand Hotel van Cleef

In fünf Jahren singe ich bestimmt über …

Weiß ich noch nicht. Ich habe jetzt anderthalb Jahre an dieser Platte gearbeitet, und wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass es die längsten Songtexte werden würden, die ich bisher geschrieben habe, hätte ich es ihm nicht geglaubt. Andererseits: In fünf Jahren werde ich wahrscheinlich ein Wohnungsgesuch in Hamburg singen, mit Vorstellungen. Es wird heißen: „Bitte mit Elbblick.“

Apropos Hamburg, auch wenn hier ein älterer Song bemüht wird: Wie sieht’s aus in Hamburg? 

Das kriege ich inzwischen fast nur noch aus der Ferne mit. Meine Zeit ist knallhart aufgeteilt zwischen Tochter und Kunst. Da sind zwei Tage Abhängen in Hamburg zwischendurch einfach nicht mehr drin. Und wenn ich zu Heimspielen vom FC St. Pauli fahre, nehme ich den letzten Zug zurück nach Hause. Darunter leiden Freundschaften, was mir wahnsinnig weh tut. Ich muss aber auch sagen: Sobald ich auch nur an Hamburg vorbeifahre, zuckt mein Herz ganz schön.

Thees Uhlmann: 27.9.19, Große Freiheit 3617.+18.12.19, Große Freiheit 36


Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, September 2019. Titelthema: Mobilität – Das bewegt die Stadt. Das Magazin ist seit dem 29. August 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Lucy Fricke – Das Archiv im Kopf

Ein Gespräch mit der Autorin über ihr Erfolgsprojekt HAM.LIT, die Schwierigkeiten der Kunst und ihren neuen Roman.

SZENE HAMBURG: Lucy, du bist gebürtige Hamburgerin und lebst jetzt in Berlin. Als Schriftstellerin: Welche Stadt ist inspirierender? Und warum überhaupt?
Lucy Fricke: In der Millennium-Nacht habe ich hoch pathetisch verkündet, dass ich Hamburg verlassen werde. Zwei Wochen später hatte ich eine Wohnung in Berlin. Ich musste einfach mal raus, wollte durch andere Straßen ziehen und nicht an jeder Ecke irgendwelchen Erinnerungen begegnen. Das war nötig und enorm befreiend, ich kannte damals niemanden in Berlin, und habe auch erst hier ernsthaft mit dem Schreiben begonnen. Alles Neue ist für mich inspirierend. Inzwischen ist Berlin längst nicht mehr neu und Hamburg als Heimatstadt natürlich auch nicht, also versuche ich, so oft wie möglich auf Reisen zu gehen. Ich reise nicht, um zu entspannen, sondern um wach zu werden. An anderen Orten sind bei mir alle Kanäle offen, ich sauge alles auf und kehre dann zum Arbeiten an den Schreibtisch zurück.

Als Mitglied des PEN Deutschland hast du nicht nur den Blick durch die Augen einer Schreibenden, sondern auch die exogene Perspektive auf das Schaffen anderer Autoren. Mit welchen Schwierigkeiten bist du dort konfrontiert?
Vor einigen Jahren war ich zehn Wochen lang im International Writing Program an der Universität Iowa. Von 30 Schriftstellern aus 28 Ländern war ich die einzige, die vom Schreiben halbwegs leben konnte. Nicht, weil ich mehr Erfolg, Talent oder Disziplin gehabt hätte, sondern weil ich in Deutschland lebe. Hier gibt es Preise und Stipendien, Verlagsvorschüsse, Honorare für Lesungen.

Das ist die Frage nach dem Überleben des Künstlers…
Und die nach der Freiheit, das zu schreiben, was man will. Ich saß dort abends mit Autoren in der Kneipe, die in ihren Heimatländern Todesdrohungen erhalten hatten, jahrelang inhaftiert gewesen sind oder auf der Liste des pakistanischen Geheimdienstes standen. Sie schrieben unter Lebensgefahr. Wenn einem das erst einmal bewusst ist, fängt man an, sich für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller zu engagieren, das ist eines der Hauptanliegen vom PEN-Club. Außerdem hört man auf zu jammern. Jedes Selbstmitleid verbietet sich, sobald man weiß, unter welchen Bedingungen die internationalen Kollegen leben und schreiben.

Du selbst hast gerade dein viertes Buch zur Welt gebracht und gehst damit auf Premierenlesung. Ist der Konflikt in „Töchter“ biografisch beeinflusst oder ein fiktives Dokument gesellschaftlicher Geschichte?
Die Handlung im Roman ist fiktiv, alles andere ist so oder so ähnlich gesagt, gedacht und erlebt worden. Man könnte sagen: Alle Details stimmen, der Rest ist frei erfunden. Seit ein paar Jahren sind im Freundeskreis die Eltern ein größeres Thema. Das Verhältnis kehrt sich um, sie brauchen jetzt unsere Hilfe. Der Blick auf sie ändert sich, wenn sie kurz vorm Tod stehen. Meinen Eltern geht es zum Glück noch sehr gut, aber meine Hoffnung beim Schreiben war auch, mit Gesprächen zu beginnen, bevor es zu spät ist.

Vor deiner schriftstellerischen Ausbildung in Leipzig hast du beim Film gearbeitet: Für die Hamburger Klassiker „Kurz und Schmerzlos“ und „Absolute Giganten“ warst du verantwortlich für Script und Übergänge. Wie haben diese Projekte dein späteres, jetziges Schaffen beeinflusst?
Script/Continutiy ist ein wahnsinnig akribischer Job, man ist zuständig für die sogenannten Anschlüsse und muss sich alles merken. Nach über 20 Filmproduktionen habe ich das Beobachten aufs Härteste trainiert, das ist ins Unterbewusstsein eingedrungen. Ich scanne quasi permanent meine Umgebung und kann das beim Schreiben abrufen. Also verfüge ich über ein riesiges Archiv detailgenauer Aufnahmen. Ich erfinde wenig und hole fast alles aus der Erinnerung.

2010 war dann endlich das Jahr der HAM.LIT: Du hast die Veranstaltung initiiert und leitest sie noch heute. Was hat sich in den letzten acht Jahren verändert – sowohl notgedrungen, als auch aus gewollter Entwicklung heraus?
Das Kuratieren ist viel aufwendiger geworden. In den ersten zwei Jahren habe ich hauptsächlich Freunde und Bekannte eingeladen, Autoren, die ich kannte, deren Arbeit ich schätzte. Aber so viele Freunde habe ich nun auch nicht, dass ich jedes Jahr 15 neue bei der HAM.LIT präsentieren könnte. Inzwischen wählen wir aus etwa 40 bis 50 Büchern aus, wir fordern viel an, aber noch viel mehr wird uns zugeschickt, von den Verlagen, manchmal auch von den Autoren direkt. Es ist wirklich in Arbeit ausgeartet.

Nach welchen Kriterien wählt ihr Autoren und Musiker des Line-ups aus?
Daniel Beskos als Verleger und ich als Autorin bewegen uns viel in der Szene, alles was uns auffällt kommt erst mal auf die Liste. Es ist zum Glück immer noch so, dass wir einladen können, wer uns gefällt und überzeugt, unabhängig von Verkäuflichkeit. Die Qualität ist für uns das Wichtigste. Und es sollen nicht nur verschiedene Gattungen präsentiert werden, sondern auch unterschiedliche Stile und Themen, Debütanten und etablierte Autoren.

Dafür bedarf es sicherlich eines guten Supports…
Seit Jahren stärken uns die Kulturbehörde und verschiedene Stiftungen den Rücken, allen voran die Hamburgische Kulturstiftung, die uns von Beginn an auf beeindruckende Weise unterstützt, ohne die würde gar nichts gehen.

Und deine Motivation?
Tatsächlich habe ich die HAM.LIT aus purem Frust gegründet. Mein erstes Buch war erschienen, ein ziemlicher Flop, und ich hatte Lesungen hinter mir, die von Seiten der Veranstalter derart lieblos und inkompetent organisiert waren, dass ich dachte: Das muss doch anders gehen. Ich habe von Autorenseite aus gedacht: Wie sollte eine Veranstaltung sein, bei der ich selbst gern lesen würde. Das halte ich immer noch für den besten Weg: Wenn es den Künstlern gut geht, profitiert davon das Publikum. Und ich glaube, das bekommen wir ganz gut hin. Dass der Abend inzwischen jedes Jahr ausverkauft ist, spricht dafür. Das sorgt auch für die hohe Motivation, wenn sich am Ende des Abends die Gäste und die Künstler bei uns bedanken, das macht uns glücklich. Wir träumen schon lange davon, HAM.LIT auf Tour zu schicken. Alle KünstlerInnen in einen Bus und am nächsten Tag dasselbe Programm in einer anderen Stadt. Eine Band, die jedes Jahr nur für ein paar Tage existiert, das wäre was.

Interview: Jenny V. Wirschky 

HAM.LITUebel & Gefährlich, 1.2.18, 19 Uhr

 

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Februar 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Januar 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!