Beiträge

Experteninterview: „Angst ist evolutionär sinnvoll“

Warum uns das Coronavirus so verängstigt, Fakten nicht immer dagegen helfen und dennoch notwendig sind, erklärt die Psychologin Prof. Dr. Tania Lincoln

Text: Ulrich Thiele

 

SZENE HAMBURG: Frau Lincoln, wie geht es Ihnen?

Tania Lincoln: Ich bin relativ gelassen. Aber ganz angstfrei bin ich auch nicht. Eine Gefahr ist nicht zu leugnen, deswegen halte ich eine gewisse Ängstlichkeit oder Vorsicht für durchaus angemessen.

Bei vielen ist die Angst deutlich ausgeprägter. Warum jagt uns das Virus so viel mehr Angst ein als beispielsweise die Grippe?

Naja, wir haben es hier mit etwas Unbekanntem zu tun, was Gefühle der Ohnmacht und der Kontrolllosigkeit auslöst. Darin liegt auch der Unterschied zur Grippe: Sie hat ebenfalls viele Todesopfer gefordert. Aber die Grippe kommt jedes Jahr wieder und ist vorhersehbar. Beim Coronavirus wissen wir noch nicht, ob unser System damit zurechtkommt. Und natürlich hat sich unsere Aufmerksamkeit sehr stark auf das Thema verschoben. Durch die Omnipräsenz werden die Ängste verstärkt.

Berichten die Medien zu viel?

Es ist wichtig, dass das Thema präsent ist, weil wir es ernst nehmen müssen. Diese Botschaften stoßen aber natürlich auf Menschen, die sie unterschiedlich aufnehmen. Wie stark Menschen zur Ängstlichkeit neigen, ist sehr unterschiedlich. Es gibt diejenigen, die alles verdrängen und verleugnen – diese Leute können nicht häufig genug an die Ernsthaftigkeit der Situation erinnert werden. Und dann gibt es die extrem Ängstlichen, bei denen weniger und vor allem beruhigende Informationen angebracht wären. Das ist aber keine Kritik an den Medien, so etwas kann eben nicht individuell abgestimmt werden.

Tania Lincoln leitet den Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Uni Hamburg. Bild: : UHH, RRZ-MCC, MENTZ

Was können die Medien tun?

Es hilft, wenn Informationen stärker kontextualisiert werden. Diese Ticker-Meldungen, die jeden einzelnen Krankheitsfall und Todesfall melden, tragen eher dazu bei, dass die Gefahr noch höher eingeschätzt wird, als sie ohnehin schon ist.

Wann werden die Ängste irrational?

Irrational wird es, wenn sich die Ängste von den Tatsachen lösen. Ein Beispiel: Wir wissen, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Infizierten stirbt. Wenn man sich aber schon auf dem Sterbebett sieht, steht die Angst in keinem Verhältnis mehr zur realen Wahrscheinlichkeit. Dasselbe gilt auch für die Einschätzung der Ansteckungsgefahr: In Hamburg sind rund 80 Infizierte registriert (Stand 12.03., Anm. d. Red.) – es wäre also unangemessen, bei jedem Menschen, dem man begegnet und der vielleicht hüstelt, zu glauben, dass er einen ansteckt.

Andererseits: Wenn sich wirklich 50 bis 60 Prozent mit dem Virus infizieren sollten und ein bis zwei Prozent daran sterben, kann das zu mindestens einer halben Million Toten in Deutschland führen. Das ist doch beängstigend, oder?

Genau. Deswegen finde ich auch, dass eine gewisse Sorge und Unruhe nicht irrational ist. Es ist sogar evolutionär sinnvoll, dass so ein Virus, das sich schnell ausbreitet, uns Angst einjagt. Denn das kann der Anstoß sein, unser Verhalten zu ändern, vorsichtiger zu werden. Erst wenn die Angst zu sinnlosem Verhalten führt, ist sie irrational – zum Beispiel ständiges Desinfizieren der Hände im Minutentakt.

Oft helfen Fakten nicht gegen Ängste. Wenn jemand Flugangst hat, kann man ihm noch so o sagen, dass es statistisch gesehen realistischer ist, bei einem Verkehrsunfall zu sterben. Er wird sich an die Angst klammern, zu den wenigen Betroffenen gehören zu können. Warum ist das so?

Wir sind als Menschen insgesamt nicht gut darin, Wahrscheinlichkeiten richtig einzuschätzen. Sie sind abstrakte Größen. Eine Sterberate von ein bis zwei Prozent ist einerseits wenig, es könnte uns aber trotzdem treffen, deswegen können wir diese Zahl so schwer verarbeiten. Hinzu kommt, dass Ereignisse, die bei uns besonders starke Emotionen auslösen, dazu führen, dass wir die Wahrscheinlichkeit überschätzen. Flugzeugabstürze lösen mehr Angst aus als Verkehrsunfälle, weil sie mit einem stärkeren Ausmaß an Unkontrollierbarkeit und Hilflosigkeit assoziiert werden. Bei Verkehrsunfällen unterliegen wir dem Irrglauben, wir hätten doch noch eine gewisse Kontrolle oder der Airbag würde uns schützen. Und natürlich wird über Flugzeugabstürze auch viel prominenter berichtet, was die Ängste fördert.

Das ist wie mit den Appellen, man solle keine Panik haben. Die Angesprochenen hören das Wort „Panik“ und werden beunruhigt.

Das stimmt, bloße Appelle helfen wenig weiter. Eine Orientierung an Fakten ist da besser, hilft einem, übertriebene Befürchtungen zu korrigieren und die Angst abzumildern. Hilfreich ist es auch, wenn man sieht, dass andere Menschen ruhig und besonnen reagieren.

 

Hamsterkäufe sind irrational und unsolidarisch

 

Was hat es psychologisch betrachtet mit den Hamsterkäufen auf sich? Ein Versuch, das Gefühl der Kontrolle zurückzugewinnen?

Ich habe vor allem den Eindruck, dass die Hamsterkäufe einen Aufschauklungsprozess ausgelöst haben. Wenn man mitbekommt, dass andere die Regale leerkaufen, dann entsteht die Angst, man könnte selbst leer ausgehen. Wie bei den Finanzkrisen, als die Leute anfingen, ihr gesamtes Geld vom Konto abzuheben. Für den Einzelnen mag das letztlich auch nicht irrational sein – man will nicht derjenige sein, der nichts kriegt. Als Kollektiv ist es aber irrational. Das Problem wäre am besten dadurch zu lösen, dass keiner erst anfängt, zu hamstern.

Es gibt aber Empfehlungen, sich Vorräte anzuschaffen …

Es gibt sowieso Empfehlungen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, immer Lebensmittelvorräte für zehn Tage zu Hause zu haben. Insofern finde ich den Begriff „Hamsterkäufe“ auch ein bisschen abwertend. Wenn Menschen jetzt ihre Vorräte leicht aufstocken angesichts einer drohenden Quarantäne oder auch, um nicht so oft in den Laden zu müssen, ist das nicht unvernünftig. Es ist aber irrational, haufenweise die Supermärkte leerzukaufen. Und viel wichtiger: Es ist unsolidarisch.

Stichwort Solidarität: Manche befürchten, dass sich eine Ellenbogenmentalität Bahn bricht, andere hoffen, dass die Epidemie das Gute, die Solidarität in den Menschen herausholt. Was glauben Sie?

Beides ist möglich. Das Hamstern ist ein gutes Beispiel: Wenn wir alle besonnen reagieren, besteht eher die Chance einer größeren Solidarität. Viel- leicht hilft es auch, sich anzusehen, wie es bisher in anderen Ländern gelaufen ist. Dort gab es keine Lebensmittelengpässe. Eine Angst davor ist nach den bisherigen Kenntnissen also unbegründet.

Sie plädieren also insgesamt für eine Mittelposition zwischen Angst und Gelassenheit?

Absolut, die Mittelposition halte ich für die gesündeste. Die Überängstlichen können der Gesellschaft schaden, indem sie kollektive Hamsterkäufe in Gang bringen. Oder indem sie Desinfektionsmittel bunkern, die dann anderswo fehlen. Sie schaden auch sich selbst, weil eine permanente Anspannung und Panik das Immunsystem schwächen. Aber diejenigen, die alles bagatellisieren, sind auch ein Problem. Der iranische Gesundheitsminister hat zum Beispiel bagatellisiert, während er bereits erkrankt war und hat somit zur Verbreitung des Virus beigetragen. Insofern ist eine wohl temperierte Angst, die dazu führt, die gebotenen Maßnahmen auch zu ergreifen, hilfreich – regelmäßig die Hände zu waschen zum Beispiel.

 

„Humor ist immer hilfreich“

 

Sind Sie von dem Ausmaß überrascht? Als das Virus vor allem in China war, haben wohl nur wenige mit dem jetzigen globalen Ausmaß gerechnet.

Wir wissen aus psychologischer Forschung: Je weiter etwas weg ist, desto weniger Angst bereitet es einem und desto weniger drängt es einen zum Handeln. Ganz besonders gut kann man das am Beispiel Klimaschutz beobachten: Wir wissen rational um die Gefahren, trotzdem sind wir nicht bereit, auf unsere Flüge zu verzichten. Wenn die Gefahr näher rückt, in unser Land, in unsere Stadt, dann ändert sich das sehr schnell.

Haben Sie das Virus von Anfang an richtig eingeschätzt?

Nee, ich bin ja auch ein Mensch. Wir Menschen nehmen Gefahren erst richtig wahr, wenn sie vor unserer Tür sind – Psychologen sind da keine Ausnahme.

Wie sollte man mit Kindern darüber reden?

Das hängt vom Alter der Kinder ab. Bei jüngeren Kindern ist es wichtig, selbst Ruhe auszustrahlen und zu vermitteln, dass man Kontrolle über die Situation hat, dass sie sich keine Sorgen machen müssen und auch zu erklären, wie sie sich verhalten sollen. Bei älteren Kindern und Jugendlichen kann man sich gemeinsam mit den Fakten und Zahlen auseinandersetzen und auch offener über eigene Ängste und Unsicherheiten sprechen.

Die Satire-Website „Der Postillon“ hat einen Artikel veröffentlicht: „Um nicht mit Coronavirus in Verbindung gebracht zu werden: Mexikanische Biermarke in ‚Ebola‘ umbenannt“. Sollte man über Corona lachen?

(lacht) Humor ist immer hilfreich. Nicht mehr auf Distanz gehen zu können, kennzeichnet das Überängstliche. Wir lösen das Problem nicht, indem wir keine Witze machen. Witze schaden auch nicht, im Gegenteil: Sie helfen, eine gewisse Distanz einzunehmen – und das ist hilfreich.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2020. Das Magazin ist seit dem 28. März 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

#PayNowEatLater: Mit Gutscheinen die Gastronomie retten

PayNowEatLater ist eine Initiative zur Rettung von Gastronomen und kleinen Unternehmen in Zeiten von Corona

 

Cafés räumen ihre Tische weg, Restaurants schließen, Bars bleiben leer: Corona hat die Stadt fest im Griff – und das öffentliche Leben mittlerweile fast zum Stillstand gebracht. Einnahmen bleiben aus, laufende Kosten fallen trotzdem weiterhin an. Das gefährdet mehr und mehr die Existenz von lokalen Gastronomen.

Die vier Hamburger Freunde Malte, Patrick, Niclas und David haben selbst eigene Unternehmen in der Foodwelt und lieben die kulinarische Vielfalt, die schrägen Bars und die gemütlichen Cafés in der Stadt. Damit das so bleibt, haben sie eine Rettungsaktion für Gastronomen und Einzelhändler ins Leben gerufen: die Initiative #PayNowEatLater. Auf der neu gegründeten Plattform können Gutscheine für Restaurants und Cafés gekauft und dann nach der Corona-Zeit eingelöst werden. Alle Erlöse fließen an die jeweiligen Partner, damit sie ihre Mitarbeiter bezahlen und laufende Kosten decken können. Seit dem Start der Initiative kamen bereits mehr als 127.000 Euro zusammen.

 

So könnt ihr mitmachen:

 

Das Team arbeitet mit Hochdruck daran, möglichst schnell möglichst viele Partner ins Boot zu holen, für die online Gutscheine bestellt werden können. Wer ein Restaurant, ein Café oder eine Bar betreibt, kann sich online für die Aktion anmelden. Einfach einen Fragebogen ausfüllen und die individuelle Situation schildern.

paynoweatlater.de


Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Block House liefert Lunch Time Menüs nach Hause

In Zeiten geschlossener Restauranttüren können sich Kunden tiefgekühlte Lunch Time Gerichte nach Hause liefern lassen

Das Block House hat sein Angebot im Onlineshop kurzfristig um acht Lunch Time Menüs erweitert. Zur Auswahl stehen Gerichte wie Rindergulasch, Hühnerfrikassee, Tafelspitz, Sauerbraten oder Chili con Carne. Die tiefgekühlten Gerichte kosten zwischen vier und acht Euro und sind so verpackt, dass der Kunde sie mit minimalem Aufwand im Wasserbad erwärmen und servieren kann.

„Wenngleich es uns momentan nicht möglich ist, wie gewohnt für unsere Gäste im Restaurant da zu sein, geben wir unser Bestes, sie auch in dieser herausforderungsvollen Zeit mit unseren Block House Produkten schnell und zuverlässig zuhause zu versorgen“, berichtet Stephan von Bülow, Vorsitzender der Geschäftsführung Block Gruppe. Block House plant, das Lunch-Time-Angebot im Onlineshop laufend zu erweitern. So sollen bald auch vegetarische Gerichte dazukommen.

Die Gerichte mit einer Mindesthaltbarkeit von 60 Tagen sind eingefroren und lassen sich im Tiefkühlschrank längere Zeit lagern. Bestellt werden die Lunch Time Menüs über den Online Shop. Die Bestellung kann entweder direkt nach Hause geliefert werden oder in der Block House Zentrale in Hamburg-Hummelsbüttel oder im Grand Elysée Hotel Hamburg in der Rothenbaumchaussee abgeholt werden.

Mehr Infos und Bestellung unter shop.block-house.de/

Soli-Festival: Keiner kommt, alle machen mit

Festival ohne Gäste: Die Initiative “Keiner kommt, alle machen mit” sammelt Spenden für die von der Corona-Krise bedrohte Hamburger Kulturlandschaft

Eh klar: Die Corona-Krise bedroht zig Hamburger Kulturbetriebe und natürlich auch freischaffende Künstler. Keine Auftritte, keine Gäste, keine Unterhaltung – keine Einnahmen. Umso wichtiger sind jetzt Aktionen, mit denen versucht wird, einen Schutzmantel über die städtische Kultur zu werfen. Das Projekt „Keiner kommt, alle machen mit“ vom gemeinnützigen Verein MenscHHamburg e.V. ist so eine Aktion. Thees Uhlmann, Bosse, Olli Schulz, DJ Mad, Arnd Zeigler und viele andere – kommen nicht. Initiator Lars Meier, Vorstand von MenscHHamburg und Geschäftsführer der Gute Leude Fabrik, zählt trotzdem auf reichlich zahlende Gäste (Eintritt 22 Euro als Spende an die Hamburger Kulturszene). / EBH

Mehr Infos und Tickets unter www.keinerkommt.de 

 

#GemeinsamGegenCorona: Gastronomen fordern finanzielle Soforthilfe

In einem offenen Brief wenden sich Gastronomen an die Bundesregierung und fordern finanzielle Soforthilfe aufgrund der aktuellen Umsatzausfälle

„Während die Tage verstreichen, sind wir Gastronom*innen und Hoteliers dabei, unterzugehen“, heißt es in dem Brief. „Wir haben keine Mittel mehr zur Verfügung, um unsere Existenz aufrecht zu erhalten und fühlen uns im Stich gelassen. Gleichzeitig können wir unseren Verbindlichkeiten Mitarbeiter*innen und Lieferant*innen gegenüber nicht mehr nachkommen.“

Sollten keine finanziellen Soforthilfen zur Verfügung gestellt werden, sehen die Betriebe die Zukunft der Gastroszene in Gefahr. Man wisse, dass die Politik aktuell unter großem Druck stehe und dass bereits einige Maßnahmen zur Unterstützung getroffen wurden. Diese reichten aber noch nicht aus: „Alle bisher getätigten Beschlüsse, wie beispielsweise die Bereitstellung von Überbrückungskrediten, sorgen für Aufschub der Probleme – nicht für Lösungen.“

Im Sinne der Rettung formulieren die Gastronomen fünf Forderungen:

  1. Sofortige und 100 prozentige Kostenübernahme aller Bruttogehälter (Vollzeit und Teilzeit) – denn ohne Trinkgeld reichen 60 Prozent Kurzarbeitergeld nicht aus
  2. Fortzahlungen ausgefallener Arbeitsstunden für unsere Minijobber*innen und studentischen Aushilfen
  3. Steuernachlässe anstelle von Stundungen und Aufschiebungen
  4. Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 01.03.2021
  5. Rechtlicher Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen aufgrund von Dauerschuldverhältnissen (Miet-, Leasing- und Kreditverträge)

Unter den Unterzeichnern des Briefs finden sich prominente Vertreter wie die Bullerei, die Kitchen Guerilla, das Salt & Silver, der Elbschlosskeller oder der Silbersack. Die Petition kann online unter change.org unterzeichnet werden. Knapp 30.000 Menschen haben bereits unterschrieben.

#GemeinsamGegenCorona: Kitchen Guerilla ruft Soliküche ins Leben

Der Catering-Service Kitchen Guerilla hat mit der #SoliKüche ein Projekt ins Leben gerufen, das Bedürftige mit Essenslieferungen unterstützt und außerdem die eigene Existenz retten soll

 

Normalerweise kommt das mobile Koch-Team von der Kitchen Guerilla in Restaurants, Gasthöfe oder Kombüsen, um für gastronomische Abwechslung zu sorgen. In diesen Zeiten muss der Catering-Service umdenken und hat sich ein neues Konzept einfallen lassen: Die #SoliKüche. In der #SoliKüche bereiten die Köche einzeln verpackte Essens-Pakete für Wohnungslose und Bedürftige zu. In den Paketen ist jeweils eine vollwertige Mahlzeit sowie frisches Obst enthalten, um diejenigen zu versorgen, die in Zeiten leerer Straßen um ihre Existenz bangen.

Die #SoliKüche hilft dabei nicht nur den Bedürftigen, sondern auch der Kitchen Guerilla selbst, denn die Essens-Pakete können für einen kleinen Betrag von 7 Euro gesponsert werden, der an die Kitchen Guerilla geht und das Unternehmen in der schwierigen aktuellen Lage unterstützt.

 

So funktioniert die #SoliKüche:

1. Ein Kunde kauft für 7 Euro ein Essens-Paket aus der #SoliKüche über den Online-Shop

2. Die Kitchen Guerilla bereitet die Mahlzeiten zu und stellen (unter Einhalten von Sicherheitsabständen) die Pakete zusammen

3. Die Mahlzeiten werden an Initiativen für Wohnungslose und Bedürftige weitergegeben, die dafür sorgen, dass eine kontaktlose Übergabe stattfindet

 

Mit dem Verkauf der Essens-Pakete wollen die Köche keinen Profit generieren, sondern zum einen denen helfen, die Hilfe gerade besonders dringend benötigen und außerdem die eigene Existent und Arbeitsplätze sichern.

Mehr Infos unter Kitchen Guerilla

#GemeinsamGegenCorona: StraßenBLUES sammelt für Obdachlose

In Zeiten menschenleerer Straßen sammelt der Verein StraßenBLUES virtuelle Spenden für Obdachose. Das Geld wird dann vor Ort verteilt.

 

Normalerweise bekommen Obdachlose das wenige Geld, das sie zum Leben brauchen von anderen Menschen direkt auf der Straße. In Zeiten, in denen Menschen aus gutem Grund zu Hause bleiben, erhalten Obdachlose nun fast keine Spenden mehr. Hinzu kommt, dass viele Sozialeinrichtungen, die Obdachlosen üblicherweise helfen, aktuell geschlossen sind.

Der Verein StraßenBLUES hat sich dem Problem angenommen und ermöglicht eine virtuelle Spende. Das gesammelte Geld wird dann vor Ort an die Bedürftigen verteilt. Die ersten 20-Euro-Scheine wurden bereits an Obdachlose ausgegeben, die in diesen Tagen sonst kaum über die Runden kommen würden.

Unterstützen kann man die Aktion über die Crowdfunding-Kampagne bei betterplace.org:
StrassenSPENDE für Obdachlose während Corona

Coronavirus: Statement SZENE HAMBURG

UPDATE 17.3.2020

 

Liebe Leser,

seit wir uns letzten Freitag entschieden haben, Veranstaltungen weiterhin anzukündigen, veränderte sich der Alltag gefühlt stündlich. Durch die Anordnung der Stadt Hamburg, haben jetzt auch die letzten Kulturbetriebe bis einschließlich 30.4. ihre Türen geschlossen. Auch die Gastronomie öffnet ihre nur noch bis 18 Uhr – wenn überhaupt. Aber: wir werden online und in unseren Social-Media-Kanälen weiterhin über Neuigkeiten und Geschichten aus der Stadt berichten.

In unserer Print SZENE HAMBURG werden wir nicht, wie gewohnt, Konzerte, Theaterstücke oder Ausstellungen vorgestellen. Doch der Journalismus macht bei uns keine Pause. Auch wir widmen uns in der April-Ausgabe COVID-19 und lassen Experten und Verantwortliche aus Politik und Wirtschaft zu Wort kommen. Hamburger aus Hotellerie, Gastronomie und Gesundheitswesen erzählen, wie sich der Virus auf ihr Leben auswirkt und wie sie mit der Ausnahmesituation umgehen. Dabei wird einmal mehr klar: Nur zusammen kommen wir da durch!

Bleibt gesund!

Eure SZENE HAMBURG


13.3.2020

 

Liebe Leser,

nach den aktuellen Ereignissen am heutigen Freitag, den 13.3., hält der Coronavirus die Stadt in Atem. Immer mehr Veranstaltungen werden abgesagt, Reservierungen in Hotels und Restaurants werden storniert und viele Museen werden geschlossen – das soziale Leben sollte möglichst auf Eis gelegt werden. Wir haben lange diskutiert, wie wir als Stadt- und Kulturmagazin damit umgehen. Uns ist die Verantwortung, die jeder jetzt trägt, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, bewusst.
Doch die Situation führt auch dazu, dass unter anderem Künstler, Kulturbetriebe, Clubs und Gastronomen große wirtschaftliche Einbußen erleiden, die zum Teil existenzgefährdend sind. Deshalb haben wir uns entschieden, die Veranstaltungen, die weiterhin stattfinden, auch weiterhin anzukündigen. Und schließen uns damit der Meinung Jan Böhmermanns an: „Kultur und Kunst sind kein Luxus“. Sie brauchen unsere Unterstützung!

Übernehmen wir Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen. Denn es geht nur gemeinsam.

Kommt alle gut durch die nächste Zeit und bleibt gesund!

Eure SZENE HAMBURG


Szene-Cover-März-2020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, März 2020. Das Magazin ist seit dem 27. Februar 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?