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Reeperbahn Festival: Große Sause auf St. Pauli

Nach zwei Pandemie-Editionen brachte das 17. Reeperbahn Festival wieder die volle Ladung Musik auf den Kiez

Text: Janine Pylypchuk 

 

Das größte Club-Festival Europas ist zurück, wie man es kennt: laut, bunt und bestens besucht. Rund 41.000 Besucher:innen lockte das Reeperbahn Festival vom 21. bis 24. September 2022 auf den Kiez. Über 400 Konzerte von Künstler:innen aus mehr als 40 Ländern, zudem 80 Veranstaltungen u.a. aus Kunst und Film: Der Kiez wurde zum Rummelplatz für Live-Kultur-Fans. Ein Highlight: Das Überraschungskonzert von Kraftklub am Mittwoch auf der abgesperrten Reeperbahn vor circa 10.000 Menschen. Auch das Fachpublikum kam auf seine Kosten, etwa 4.300 Kulturschaffende konnten sich über ein ausgedehntes Konferenzprogramm aus Networking-Events, Showcases und Preisverleihungen freuen.

ANCHOR-Award geht an Cassia

Cassia – ANCHOR Award 2022 ©Ilona Henne2-klein

Das Trio Cassia aus Manchester gewann den ANCHOR Award 2022 (Foto: Ilona Henne)

Apropos Preisverleihungen: Den begehrten ANCHOR – Reeperbahn Festival International Music Award erhielt das britische Trio Cassia. Eine Jury, bestehend aus Joy Denalane, Bill Kaulitz, Pabllo Vittar, Pelle Almqvist, Tayla Parx und Tony Visconti, zeichnete die Band aus Manchester am 24. September auf der ANCHOR-Gala aus.

 

Nachdem das erste Festival unter nicht-pandemie Bedingungen erfolgreich zu Ende gegangen ist, freut sich der Kiez schon auf das nächste Reeperbahn Festival, vom 20. bis 23. September 2023. Tickets für die Early Birds gibt es schon jetzt.

Hier der Auftritt der ANCHOR-Gewinner von Cassia:


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„Wir wussten: Das wird was!“

Die Sterne Frontmann Frank Spilker über das neue Album „Hallo Euphoria“ und die Band­-typische textliche Attitüde, Fragen zu stellen, anstatt Urteile zu fällen

Interview: Erik Brandt-Höge

SZENE HAMBURG: Frank, über das neue Die Sterne-Album „Hallo Euphoria“ schreibt Tino Hanekamp, die Musik darauf mache glücklich. Tatsächlich ist die Soundästhetik – bis auf wenige traurig gestimmte Ausnahmen – sehr locker- flockig und gelöst. War dieser glücklich machende Sound auch euer Ziel? Oder ist er im Entstehungsprozess einfach passiert?

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„Hallo Euphoria“ erscheint am 16.9. Am 21.10. spielt die Band im Uebel & Gefährlich ab 20 Uhr (Foto: Britta Jahn)

Frank Spilker: Ich glaube, Lockerheit kann man sich nicht vornehmen, die passiert tatsächlich eher. Es gibt ein paar Parameter in der Musik, die man sich zwar vornehmen kann, aber am Ende klappen sie doch nicht. Groove ist ein gutes Beispiel. Grundsätzlich finde ich es schwierig, das
zu bewerten, was man selbst gemacht hat. Da würde ich jetzt einfach mal Tino vertrauen, der die Band ja schon lange kennt. Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass dieses Album mit einem Bandgefühl aufgenommen wurde. Wir hatten gerade eine Tour hinter uns, waren lange eingespielt. Ein ganz großes Problem bei Produktionen ist ja Versagensangst. Die führt von Anfang an zu einer Angespanntheit – und die hatten wir bei diesem Album überhaupt nicht, weil wir vorher eben schon so gut zusammen funktioniert haben. Wir wussten: Das wird was!

Natürlich gehören auch gute textliche Ideen zu einer gelungenen Produktion. Du hast mal von schwierigen Jahren ab Mitte der 2010er- Jahre gesprochen, als es bei euch auf der kreativen Ebene nicht so hingehauen hätte, wie ihr es euch gewünscht hattet. Ist diese Zeit vollends überstanden?

Damals haben wir uns in der Band eher blockiert als weitergeholfen. Dass es so kam, hatte mehrere Gründe, zum Beispiel unterschiedliche Wohnorte und Lebensbedingungen. Dadurch haben wir uns ausgebremst. Jetzt sind wir nicht nur wesentlich digitalisierter als damals, was es trotz unterschiedlicher Wohnorte einfacher macht, zusammenzuarbeiten. Wir sind auch frischer und motivierter.

„Ich glaube, das Problem dieser Zeit ist, dass man sehr schnell mit Urteilen ist – oft auch, bevor man sich sicher sein kann, genug Informationen dafür zu haben“

Frank Spilker, Die Sterne

Auf „Hallo Euphoria“ sticht ein Song heraus: „Die Welt wird knusprig“. Darin singst du über Songs von Die Sterne, sie wären „nicht dafür und nicht dagegen, sondern über und deswegen“. Die Sterne haben noch nie Lösungen vorgegeben, eher zum Nach- denken angeregt. Aber: Ist es, gerade in der heutigen Zeit, nicht schwer, nicht auch mal klar dafür oder dagegen zu sein?

Ich glaube, das Problem dieser Zeit ist, dass man sehr schnell mit Urteilen ist – oft auch, bevor man sich sicher sein kann, genug Informationen dafür zu haben.
Wir kennen oft nur einige Meldungen bezüglich bestimmter Gegebenheiten und fühlen uns trotzdem sofort verpflichtet, Partei zu ergreifen. Ich finde, es ist sinnvoller, erst mal Fragen zu stellen. Auch die danach, ob manche Meldungen nicht schon von bestimmten Interessen geprägt sind. Als aufgeklärter Mensch sollte man sich die Dinge erst mal genau anschauen.

„Hallo Euphoria“ erscheint am 16. September 2022 und am 21. Oktober gibt’s die Sterne live im Übel & Gefährlich

Das Video zur Single „Hallo Euphoria“:


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Überraschungskonzert am Hafen: Fettes Brot sind zurück!

Nach rund drei Jahren Pause meldet sich Fettes Brot zurück für ein spontanes und kostenloses Konzert am 26. August in Hamburg

Lange war es still um Doktor Renz, König Boris und Björn Beton – jetzt sind sie wieder da: Nach der erst verschobenen und dann abgesagten Tour 2020 melden sich Fettes Brot zurück. Der erste Hinweis kam via Instagram aus dem Proberaum inklusive der Ankündigung: „Es stimmt also… nach fast 3 Jahren Keuschheit wird’s spontan wieder dreckig (und zwar in HH)“. Und jetzt steht es fest: Am Freitag, den 26. August, kehren die drei Jungs zurück aus der langen Pause.

Das Konzert wird voraussichtlich groß. Bisher ist allerdings nur die Uhrzeit und die grobe Location bekannt. Zitat Fettes Brot: „Wer sich Freitag zwischen 15h und 20h in der Hamburger Hafengegend tummelt, kann uns nach fast 3 Jahren mal wieder live sehen!“ Also morgen Augen und Ohren auf halten, irgendwo stehen „Schwule Mädchen“, „Nordish by Nature“ am Hafen und wissen: „Viele Wege führen nach Rom“.

Mehr Details und Infos gibt es bald hier…


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Helge Schneider: „Ich fühle mich berentet“

Mit Helge Schneider kommt einer der größten Entertainer des Landes in den Stadtpark. Ein kurzes Gespräch über Kunst in Zeiten der Corona-Pandemie

Interview: Erik Brandt-Höge

SZENE HAMBURG: Helge, in Hamburg hängen gerade überall Konzertplakate von dir, auf denen es unter anderem heißt: „Internationaler Superstar sucht Arbeit.“ Hat sich deine Arbeitssituation nach mehr als zwei Jahren Pandemie ansatzweise normalisiert?

Helge Schneider: (lacht) Ich sag mal: Jein. Wobei … eigentlich nicht. Der Einbruch, damals im März 2020, ist schon enorm gewesen. Und die Vorahnung, dass es immer so weiter gehen würde, hat sich auch bestätigt. Es ist keine Normalität eingetreten. Auch, was so um einen herum passiert, was man hört und sieht, das hinterlässt schon einen Eindruck. Manchmal denke ich: Was soll das Ganze? Aber dann hatte ich zum Beispiel neulich einen Auftritt, da dachte ich vorher: Momentan ist das eine blöde Welt. Ich kriegte negative Gedanken. Und dann bin ich aufgetreten und war wie ausgewechselt. Ich habe alle ad acta gelegt und konnte wirklich gut arbeiten, das hat Spaß gemacht.

„Wir können jederzeit irgendwo hinfahren, sind ständig in Bereitschaft“

Helge Schneider

Gibt es etwas Neues, das du seit Pandemiebeginn über das gesellschaftliche Verständnis von Kunst gelernt hast?

Es ist so, dass ich mir als Künstler nicht so vorkomme, als würde ich zu dem großen Getriebe gehören. Als Künstler muss ich ständig über meinen Schatten springen. Ich will ja nicht nur gute Stimmung verbreiten, sondern sie auch selbst haben, damit das alles funktioniert.

„Das Leben ist ja weitergegangen“

Kannst du die bisherige Pandemiezeit für dich als Künstler vielleicht sogar in einem Wort oder Satz zusammenfassen?

Ich fühle mich berentet – obwohl ich es nicht bin. Also in einem Wort: Pension.

Nun ist es so, dass du aktuell viele Konzerte nachholst. Du hast kürzlich erklärt, das wäre gar nicht so einfach …

… weil man das, was ich vor zwei Jahren gemacht hätte, jetzt gar nicht machen könnte. Das Leben ist ja weitergegangen.

Ist die Organisation, das Logistische, auch eine Schwierigkeit?

Wir sind sozusagen autark, haben immer alles dabei, wenn wir mit unseren zwei, drei Lkw kommen. Wir können jederzeit irgendwo hinfahren, sind ständig in Bereitschaft. Die Probleme, die große Bands haben, haben wir also nicht. Wenn Rammstein irgendwo spielen, müssen die erst mal sieben Tage lang aufbauen. Da kann keiner kommen und sagen: „Könnt ihr morgen da und da spielen?“ Bei uns geht das. Ich bereite mich auf Tourneen auch nur logistisch vor, also nur, was das Bühnenbild angeht. Alles andere ergibt sich und wird weiterentwickelt. Und wenn mir was zu langweilig vorkommt, mache ich was anderes.

„Ich arbeite sehr gerne, das ist mein Leben“

Über dein aktuelles Programm, „Ein Mann und seine Gitarre“, hast du geschrieben: Es sei „von einem Biochemiker und einem Ingenieur nebst Diagnosegeräten“ geprüft worden. Also ist absolute Hochleistungsunterhaltung garantiert? Was wurde noch inspiziert?

Der TÜV-Prüfer kam auch mit einem Dezibelgerät. Wenn man selber am Schlagzeug sitzt, darf man nicht mehr als 82 Dezibel entwickeln. Das haben wir auch hingekriegt, mit Besen und so. Und flacher Atmung. Es ist also alles geprüft. In Kürze spielen wir wo, da dürfen am Nachbarhaus nur 72 DB ankommen. Das ist Gesprächslautstärke. Ansonsten wird die Veranstaltung abgebrochen. Für mich ist es deshalb ein Ansporn, höchstens 27 DB zu entwickeln, damit man da gar nichts hört. Das finde ich schön. Dann gibt es mehr Pantomime. So ist unsere Welt: Bald gibt es nur noch Pantomime und TikTok. Und Rammstein. Und Ed Sheeran. Diese Prognose ist gar nicht so unwahrscheinlich.

„Bald gibt es nur noch Pantomime und TikTok. Und Rammstein. Und Ed Sheeran.“

Helge Schneider

Noch mal zurück zu den Konzertplakaten. Da steht auch drauf, neben einem Bild von dir: „Der Rentner in braun.“ Die gefühlte Pension während der Pandemie hast du vorhin schon beschrieben. Aber grundsätzlich scheint für dich ein Leben ohne Arbeit doch noch lange nicht vorstellbar, oder?

Nee, das ist für mich überhaupt nicht vorstellbar. Ich habe ja auch viele Kinder, die müssen ernährt werden und ihre Ausbildung machen. Und ich muss auch meine Miete bezahlen. Ich muss arbeiten, interessiere mich aber auch nicht für Ruhestand. Ich arbeite sehr gerne, das ist mein Leben.

Helge Schneider, am 25. & 26. August 2022 beim Stadtpark Open Air, jeweils um 19 Uhr

SZENE HAMBURG verlost für den 25. August 2 x 2 Gästelistenplätze. Einfach eine E-Mail mit Name und Betreff „Helge“ bis 20.8. an verlosung@szene-hamburg.com


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45Hertz: Beats am Fernsehturm

Sommerzeit ist Open Air-Zeit und das gilt auch für das 45Hertz Open Air Festival. Vom 5. bis 14. August gibt’s beste Live-Musik aus den verschiedensten Musik-Genres und ein besonderes Konzert zum Abschluss

Text: Felix Willeke & Isabel Rauhut

2022 sind viele Festivals zurück, so auch das 45Hertz Open Air Festival. Nach der Premiere 2018, stehen auf dem Container-Gelände mitten in der Schanze mit dem Fernsehturm im Hintergrund dieses Jahr vom 5. bis 14. August wieder beste Liveacts auf der Bühne. Neben Elektro, Techno und HipHop gibt es außerdem viel Kunst und eine Tattoo-Station. Food und Drinks stehen bereit!

Den Auftakt macht, wie könnte es anders sein, am 5. August ab 17 Uhr das PAL. Nicht nur zählt der Club an der Messe zu den besten Techno-Clubs der Stadt, sie haben für den Auftakt des 45Hertz Festivals auch noch PartiBoi69 im Gepäck. Nach dem Techno-Gestampfe an der frischen Luft geht es für die Aftershow dann um die Ecke in den Club. Gefeiert wird so lange die Füße es aushalten.

Am Samstag, dem 6. August, geht es ab 14 Uhr mit Musik von unter anderem Doctor Dru weiter. Und wer sich am Wochenende durch den CSD getanzt hat, den erwartet beim 45Hertz Festival am Sonntag, den 7. August, der perfekte Abschluss. Beim Katermukke Open Air kann ab 14 Uhr weiter getanzt werden und bei der Aftershow im Volt endet die Party erst mit Sonnenaufgang.

Oli P. Birthday Bash

Doch ein 45Hertz Festival wäre nichts, ohne seinen Liebling: Gerade erst hat Oli P. mit „Hey Freiheit“ einen neuen Song veröffentlicht – für das 45Hertz beruft er sich auf seine Fähigkeiten hinter den Plattentellern und feiert am 10. August auf dem Gelände ab 17 Uhr seinen Geburtstag.

Seit gut zwei Jahren gibt es gutistgut, die Crew um Mela, Watson und Das Bo. Diese präsentieren am 12. August ab 15 Uhr das kleine Festivälchen der Freundschaft. Dazu laden sie neben Sutsche und Torino natürlich auch die gutistgut-Allstars Das BO, DJ Plazebo und Luis Baltes ein. Bei der Aftershow im Volt ist dann auch das Fünf Sterne Sound System mit dabei.

HipHop Heads hier hin: DOPAMIN Open Air

Das neue DOPAMIN Open Air wird Auslöser für urbane Glücksgefühle: Als Teil des 45Hertz Festivals findet das erste DOPAMIN Open Air am Samstag den 13. August 2022 statt. Zehn Liveacts, diverse Side Events und starke Surprise Acts sorgen mit besten HipHop-Beats für geschmeidige Vibes.

Nicht nur auf der Bühne zwischen den großen Containern sorgen Acts wie Reezy, Aisha Vibes, Ansu und BOOZ für Abriss. Auch im Anschluss gibt es Turn-up – zu Fuß geht’s ins Volt zur Blockparty und Aftershow um die Ecke. Tickets für das DOPAMIN Open Air gibt’s aktuell noch für 26 Euro. Für mehr Informationen: dopamin-music.de

Ein Jahr Kabul Luftbrücke

Nach so viel Party und fetten Sounds wird es zum Abschluss des 45Hertz Festival nochmal ernst: In Afghanistans Hauptstadt Kabul wurde im Lichte des Einmarsches und der Machtübernahme der Taliban 2021 eine Luftbrücke eingerichtet. Genau daran erinnert das Open Air mit „1 Jahr Kabul Luftbrücke“ am 14. August ab 15.30 Uhr. Gemeinsam mit „Kabul Luftbrücke“, einer Initiative des gemeinnützigen Vereins Civilfleet-Support, veranstaltet das 45Hertz mit Hamburg Konzerte so ein OpenAir der besonderen Art. Ziel ist es, gemeinsam mit Musiker:innen wie Georg auf Lieder, Madsen und Raum 27 ein lautes Zeichen zu setzen und so viele Spenden wie möglich zu sammeln.


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Go_A: „Das Böse hat Angst vor der Wahrheit“

Die ukrainische „Go_A“ Band musste aus bekannten Gründen ihr Hamburg-Konzert im April verschieben. Im Kurzinterview erzählt Frontfrau Kateryna Pavlenko, wie es ihr und ihren Kollegen geht

Interview: Erik Brandt-Höge

SZENE HAMBURG: Kateryna, mittlerweile seid ihr raus aus der Ukraine und fern des schrecklichen Krieges. Sicher vergeht aber kein Tag, an dem ihr nicht daran denkt. Magst du deine aktuelle Gefühlslage kurz beschreiben?

Kateryna Pavlenko: Der Krieg hat wirklich jeden Ukrainer getroffen. In den ersten Tagen des Krieges waren auch wir aus der Band gezwungen, unser Zuhause zu verlassen und Zuflucht an anderen Orten zu finden. Ich musste meine Wohnung in Kiew am 24. Februar um fünf Uhr morgens verlassen und bin in die Region um Tscherkassy gezogen. Ich konnte nicht mal meinen Laptop mit meinen Demo-Tracks mitnehmen – was letztlich natürlich unwichtig ist, wenn das Leben auf dem Spiel steht. Alles, was ich fortan brauchte, waren eh nur ein Platz zum Schlafen und Zugang zu Nachrichten. Mittlerweile fühlen wir uns an unseren Aufenthaltsorten sicher und wieder stark genug, uns auf Musik und Konzerte zu konzentrieren.

„Das, was gerade passiert, wird vermutlich immer in uns sein“

Ihr spielt auch wieder Konzerte in diesem Sommer, tretet auf Festivals auf. Sind das dann Stunden, in denen ihr wirklich nur an Musik denken könnt?

Vor dem 24. Februar haben wir uns enorm auf den coolen Festival-Sommer gefreut, der vor uns lag, hatten viele Pläne. Wir wollten zum Beispiel ein Album veröffentlichen und Musikvideos drehen. All das hat aber von jetzt auf gleich an Bedeutung verloren. Ich habe unseren Konzertmanager angerufen und gesagt, wir würden einige Shows absagen, andere auf 2023 verschieben. Wir haben uns irgendwann entschieden, wieder zu spielen, weil wir dadurch Spenden für die Ukraine sammeln können. Wir spielen in 29 Städten, 15 Ländern. Viele ukrainische Geflüchtete können uns dort sehen. Ob wir es schaffen, während der Konzerte mal nicht an den Krieg zu denken, weiß ich nicht. Das, was gerade passiert, wird vermutlich immer in uns sein.

„Jeder sollte die Ukraine unterstützen, wo er nur kann“ und „nicht leise sein“

Wird eure Musik fortan womöglich politischer ausfallen?

Wenn in unserem Land Krieg herrscht, weil jemand einmarschiert ist, um unsere Identität zu zerstören, ist erst mal alles um einen herum politisch. Was wir jetzt tun können und müssen, ist uns unsere Kultur zu bewahren und laut auszusprechen, was da gerade geschieht. Das Böse hat Angst vor der Wahrheit. Und Präsident Selenskyj hat es bei seiner Grammy-Rede schon gesagt: „Jeder sollte die Ukraine unterstützen, wo er nur kann“ und „nicht leise sein“.

„Go_A“, am 26. Februar 2023 live um 20 Uhr im Grünspan, Tickets ab 40 Euro

„Go_A“ live beim Eurovision Song Contest 2021:


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Elbjazz 2022: Jazz für alle

Das Elbjazz 2022 ist Geschichte. Ein Festival mit Highlights für alle, Lowlights für Jazzer:innen und Luft nach oben

Text: Felix Willeke

Zwei Jahre hat es gedauert, doch zu Pfingsten war das Elbjazz wieder zurück und brachte Musik in die St. Katharinenkirche, in und vor die Elbphilharmonie und natürlich auf das Werftgelände von Blohm & Voss. Schon vorab versprach das Line-Up die gewohnte Starbesetzung. So hatten sich mit Melody Gardot, Myles Sanko, Max Herre und Nils Landgren echte Publikumsmagneten angesagt. Und die bis zu 13.000 Besucher:innen wurden nicht enttäuscht.

Die Großen überzeugen

Natürlich ließe sich an dieser Stelle viel über den grandiosen Myles Sanko, mit seiner Mischung aus Soul und Jazz schreiben oder über die sympathisch-divenhafte Melody Gardot, die spielerisch zwischen Französisch, Englisch und Portugiesisch changiert oder über das Jazz-Urgestein Nils Landgren, der mit seiner Funk Unit das Publikum zum Tanzen bringt. Doch dass die Stars beim Elbjazz 2022 die Massen anziehen, verwundert wenig. Schön sind die unerwarteten Momente, wie ein Max Herre, der bei seinem Auftritt mit Web Web in der Elbphilharmonie kaum rappt und stattdessen dem Sound und seinem grandiosen Arrangeur Roberto Di Gioia die Bühne überlässt.

Die „Kleinen“: Highlights

Ein Festival ist nunmal auch mehr als seine Stars. Festivals können vor allem eines: neugierig machen. Neugierig auf Musik, die noch und häufig zu unrecht vielen unbekannt ist. So zum Beispiel das Trio Bobby Rausch. Die drei Berliner waren am Festivalfreitag das zweite Konzert in der, meist überfüllten, Schiffbauhalle. Mit ihrer Mischung aus Baritonsaxophon (Oleg Hollmann), Bassklarinette (Lutz Streun) und Schlagzeug (Jürgen Meyer) sorgten sie schon früh am Abend für richtig dicke Beats. Bei ihrem Auftritt verzichteten die drei jedoch auf die sehr experimentellen elektronischen Klänge – zu denen sie durchaus in der Lage sind. Es war der Clubsound, der am Ende die Halle zum Tanzen brachte.

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Grandios und über alle Maßen talentiert: Matthew Whitaker (Foto: Jacob Blickenstaff)

Vielleicht die größte Entdeckung des Festivals war Matthew Whitaker. „Er ist ein Genie und wird es weit bringen, passt auf“, sagt der Grammy-Gewinner Jon Batiste über den 21-jährigen. Wie weit der US-Amerikaner schon heute ist und welches Show-Talent er hat, bewies er beim Elbjazz 2022. Mit einer Mischung aus Funk, Jazz und R&B erspielte er sich mit seiner Band schnell das Publikum. Und wer sich an das Zitat von Bill Evans erinnert: „Es nervt mich, wenn Leute versuchen, Jazz als intellektuelles Theorem zu analysieren. Das ist er nicht. Er ist ein Gefühl“, der wird spätestens nach diesem Auftritt wissen, wie viel Wahrheit darin steckt. Matthew Whitaker, ein Name, den man sich merken sollte.

Der Hamburger Jazzpreis für Silvan Strauss

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Gewinner des Hamburger Jazzpreises Silvan Strauss (l.) mit Réka Csorba, Geschäftsführerin des Jazzbüro Hamburg (m.) sowie Sängerin und Jazzpreis-Laudatorin Maria João (r.) (Foto: Jazzbüro Hamburg)

Beim Elbjazz gibt es neben der Musik alle zwei Jahre auch noch etwas zu feiern: den Hamburger Jazzpreis. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird an in Hamburg wirkende Jazzer:innen vergeben. 2021 ging er an den Schlagzeuger Silvan Strauss, der ihn pandemie-bedingt in diesem Jahr überreicht bekam. Der 31-jährige Allgäuer hat in Hamburg Jazz studiert, spielt neben seiner Band ToyToy auch in der Combo der Bassistin Lisa Wulff (Jazzpreisträgerin 2019) und steht regelmäßig mit dem Pianisten Omer Klein auf der Bühne. Beim Elbjazz 2022 spielte er zusammen mit ToyToy, der NDR Big Band und Gästen wie Omer Klein und der Sängerin Maria João ein grandioses Set. Wer mehr von Silvan Strauss sehen und hören möchte: Am 9. Juli 2022 spielt er mit ToyToy Open Air am Schloß Agathenburg.

Das Elbjazz kann mehr

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Auf mehr Vielfalt beim Elbjazz 2023? (Foto: Noemi Smethurst)

Das Elbjazz: Hier treffen eingefleischte Jazzer:innen auf Familien, auf Teenager und auf mit Falthockern bewaffnete Übergangsjackenträger:innen. Es ist ein Festival für alle. Das ist eine Stärke und gleichzeitig ein Problem. Denn Jazz ist experimenteller, schräger und verrückter. Doch will das Festival-Publikum mehr als den massentauglichen Jazz? Ist es bereit, seine Hörgewohnheiten auf die Probe zu stellen? Wenn man das testen möchte, braucht es Mut, doch das Elbjazz sollte das Risiko eingehen. Jazz ist schließlich vielfältig und ein Festival sollte die Bühne für diese Vielfalt sein: Es kann Raum bieten und Lust auf Neues machen. Insbesondere für die junge Hamburger Jazzszene ist das Elbjazz eine Chance, wenn sie mehr Raum bekommt, als „nur“ auf der Young Talents Bühne an der Elbphilharmonie.
Vielleicht gelingt im nächsten Jahr die Mischung aus weniger großen Namen und mehr Neuem. Dass das Elbjazz das kann, hat es schon bewiesen.


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Jazz erleben in Hamburg

Jazz reicht von Improvisation bis hin zu Dixieland und live ist er natürlich am besten. Wir zeigen zehn Orte, an denen es in Hamburg richtig guten Jazz auf die Ohren gibt – darunter das Elbjazz Festival, das Birdland und der Cotton Club

Text: Felix Willeke

Wo genau Jazz entstanden ist, lässt sich nicht sicher bestimmen. Wie viele andere Musikstile entspringt auch er einer Entwicklung. Das Zentrum dieser wird am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts in New Orleans verortet. Hier waren es Afro-amerikanische Communities, die basierend auf unter anderem Blues und Ragtime den Jazz entwickelten. Und was macht Jazz bis heute aus? Vor allem eines: seine Vielfältigkeit. Dabei spielt besonders die Improvisation und die Einzigartigkeit des Spontanen eine große Rolle. Das Vorurteil, Jazz sei elitäre Musik ist dabei völlig falsch. Denn wie sagte schon der amerikanische Jazzpianist Bill Evans: „Es nervt mich, wenn Leute versuchen, Jazz als intellektuelles Theorem zu analysieren. Das ist er nicht. Es ist ein Gefühl.“ Und fühlen kann man Jazz am besten live.

Birdland: Ein klangvoller Name

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Das Birdland: eine Institution der Hamburger Jazz-Landschaft (Foto: Noemi Smethurst)

An einer der holz-vertäfelten Wände steht „Don’t look at the time. Have a drink and enjoy real music“. Damit ist das Motto für das Birdland gesetzt. Diese Hamburger Jazz-Institution gibt es seit 1985.

Nachdem die Gründer 2013, nach mehr als 4.700 Konzerten mit Gästen wie Chet Baker, Diana Krall oder Rebekka Bakken, in den Ruhestand gingen, schien der legendäre Club vor dem Aus. Doch Dank einer der Söhne und einem der Gründer des Freundlich+Kompetent, lebt das Birdland weiter – vielleicht mehr als je zuvor.

Neben regelmäßen Jam- und Vocal Sessions gibt es im Birdland hauptsächlich Modern Jazz zu hören. Dazu kommen Pop-Konzerte und seit Kurzem auch die Schnack Comedy, eine Stand-Up Comedyshow.

Gemütlich im Brückenstern

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Jazz ist entspannt, erst recht im Brückenstern (Foto: unsplash/Bogomil Mihaylov)

Der Brückenstern ist schon fast Kult, seit Jahren führt Kwesi Asiama die kleine Musikkneipe an der Sternbrücke. Waren hier früher viele Künstler der Hamburger Off-Szene zu Gast, ist seit 2019 die JazzKitchen im Brückenstern zu Hause.

Bei gutem Bier und noch besserem Essen gibt es hier richtig gute Musik in Wohnzimmeratmosphäre. Und alleine Kwesi Asiamas Gastfreundschaft ist immer einen Besuch wert.

Cotton Club: Ein echter Klassiker

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Eine Legende erfindet sich 2022 neu: der Cotton Club (Foto: Felix Willeke)

In einem der ältesten Jazz-Clubs der Stadt hat sich etwas verändert: Am 26. März 2022 feierte Dieter Roloff nach über 60 Jahren seinen Abschied vom Cotton Club. Der 1951 eröffnete Club hat seit dem 1. April 2022 neue Betreiber, die den Club in Roloffs Sinne erhalten, aber auch weiter entwickeln wollen. Dabei soll die musikalische Ausrichtung beibehalten werden.

Der Cotton Club war schon immer die Anlaufstalle für den traditionellen Jazz, Oldtime, Dixieland und Swing. Hinzu kommen neue Ideen, eine für den Sommer 2022 geplante Renovierung und weiter viel Leidenschaft für die Musik.

Gesellig am Wasser im Hafenbahnhof

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Gemütlich und etwas versteckt, der Hafenbahnhof (Foto: Felix Willeke)

Früher gab es Bahngleise direkt am Hafen, davon zeugt neben dem Alten Bahntunnel zwischen Fischmarkt und Altona auch der Hafenbahnhof. Das kleine Haus zwischen Kaistraße und Großer Elbstraße ist neben Partylocation auch eine Anlaufstelle für Jazzfans. Jeden Montag gibt es hier Live-Jazz im Jazzraum.

Wenn das Wetter stimmt, finden die Konzerte in der Regel auch Open Air statt. Los geht es jede Woche montags um 19.30 Uhr (Einlass um 18.30 Uhr) und kostet 9 Euro (ermäßigt 6 Euro).

Halle 424: Schick und szenig

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Hier treten auch die Großen auf, in der Halle 424 (Foto: Jürgen Carstensen)

Der Oberhafen ist nicht erst seit gestern ein beliebtes Kulturquartier. In Mitten von alten Lagerhallen, Restaurants und Ausstellungen befindet sich auch die Halle 424, die sich selbst als Ort für „Jazz- und Klassikkonzerte im Oberhafen“ bezeichnet.

Vielleicht lässt sich nirgendwo besser ein Jazz-Abend erleben, als in so einem historischen Gemäuer, das mit liebevollen Details zu einer wirklich schicken Konzert-Location gemacht wurde. 

Der neue Tempel: Jazz Hall

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Ein Tempel für den Jazz, die Jazz Hall (Foto: Noemi Semthurst)

Hamburgs neuster Jazz-Tempel liegt direkt an der Alster. Mit der Jazz Hall hat die Hochschule für Musik und Theater (HfMT) endlich seine eigene Konzerthalle bekommen. 15 Jahre wurde geplant, zwei Jahre gebaut und seit Juni 2021 ist sie endlich da. Corona-bedingt war das erste Jahr noch wenig los, das ändert sich in diesem Sommer.

Im Mai fand das JazzHall Festival statt, bei dem große Stars und Studierende der HfMT auf der Bühne begeisterten. Jetzt geht es weiter mit dem bewährten Mix aus Größen der Szene – zumeist präsentiert von der Jazz Federation – und den Konzerten der Studierenden. 

Höchstes Niveau bei den großen Drei

Wer in Hamburg an die großen Häuser für Jazz denkt, dem fallen sofort drei Namen ein: Die Elbphilharmonie, die Laeiszhalle und das Rolf Liebermann Studio. 

Die Elbphilharmonie

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Im Kleinen Saal der Elbphilharmonie gibt‘s immer wieder großartigen Jazz, wie hier von der US-Trompeterin Jamie Branch im April 2022 (Foto: Daniel Dittus)

In Hamburgs wohl bekanttestem Konzerthaus geben sich nicht nur beim Elbjazz das who is who des Jazz die Klinke in die Hand. Auch außerhalb der Festivals gibt es hier regelmäßig Jazz der Spitzenklasse. Der Andrang auf die Elbphilharmonie ist dabei längst nicht mehr so groß wie am Anfang und so gibt es für einige Konzerte auch kurzfristig noch Tickets, auch an der Abendkasse.

Und während der Große Saal für viele ein Sehnsuchtsort ist, sollte man den Kleinen Saal nicht unterschätzen: Besonders kleine Ensembles bekommen hier genau den richtigen Rahmen. 

Die Laeiszhalle

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Ein intimer Rahmen: Der kleine Saal in der Laeiszhalle (Foto: Thies Ratzke)

Das Haus ist mittlerweile über 110 Jahre alt und hat nichts von seiner Faszination verloren. In die Laeiszhalle kommen sie alle: Von Klassik-Superstars über Größen des Pop bis hin zu Neuentdeckungen des Jazz. Dabei verhält es sich hier ähnlich wie in der Elbphilharmonie: Der große Saal beeindruckt und der Kleine ist perfekt für die intimeren Konzerte. 

Das Rolf Liebermann Studio

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Früher eine Synagoge, heute gibt‘s im Rolf Liebermann Studio Jazz und mehr (Foto: Felix Willeke)

Der Klang in der Elbphilharmonie ist nahezu perfekt, doch ist er nicht mit der Qualität eines Tonstudios zu vergleichen. Der „Große Sendesaal“ des NDR ist eine ehemalige Synagoge und trägt seit 2000 den Namen des jüdischen Komponisten Rolf Liebermann.

Das große Studio des NDR ist das Wohnzimmer der NDR Bigband und in der Reihe NDRJazz finden hier pro Jahr sechs bis sieben Konzerte statt. Darunter finden sich Auftritte von Newcomer:innen genauso wie etablierten Stars – oft begleitet von der NDR Bigband.

Jazz im Süden: White Cube Bergedorf

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Jazz in Clubatmosphäre im White Cube in Bergedorf (Foto: unsplash/Theo Eilertsen)

Jazz gibt es in Hamburg nicht nur rund um die Alster, auch in Bergedorf kann man richtig guter Musik lauschen. Einer der besten Orte dafür ist zweifelsfrei der White Cube Bergedorf.

Der Club liegt etwas versteckt im Gewerbegebiet, ist aber nur knapp einen Kilometer vom Bahnhof Bergedorf entfernt. 2017 wurde das eigentliche Loftgebäude zu einem Club umgebaut. Pro Monat gibt es im Schnitt drei Konzerte im White Cube, hinzu kommen die mittlerweile etablierten Jamsessions. 

Klein und fein: Yoko Club

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Alternativ mit Jazz: der Yoko Club (Foto: Felix Willeke)

Wer in Hamburg Cotton sagt, muss auch Yoko sagen. Neben dem Cotton Club gehört der Yoko Club direkt neben dem Gängeviertel zu einem der besten Jazz-Clubs der Stadt. Von außen sieht das Yoko zwar klein aus, aber hier haben schon ganze Ensembles gespielt. Auch für diejenigen, die neu im Jazz sind, lässt es sich hier bestens reinhören.

Open Air: Jazz geht auch draußen

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Im September gibt‘s wieder Jazz unter freiem Himmel bei den Jazz Open (Foto: Jazz Open)

Seit 2010 gibt’s das Elbjazz fast in jedem Jahr mit Stars und viel Neuem auf dem Werftgelände von Blohm & Voss. Nach einer Pause im Jahr 2016 haben mittlerweile die großen Hamburger Konzertveranstalter übernommen. Unter der Leitung von Karsten Jahnke und Folkert Koopmanns (FKP Skorpio) gab es Besucherrekorde und große Namen wie Jamie Cullum, Kamasi Washington oder in diesem Jahr Web Web mit Max Herre.

Auch neben dem Elbjazz gibt es Musik unter freiem Himmel: Das Jazzbüro veranstaltet seit einigen Jahren die Jazz Open Hamburg in Planten un Blomen. 2022 findet das kleine aber feine Festival am 3. und 4. September statt.

Wer jetzt Lust auf Jazz hat, findet die aktuellen Konzerthighlights in der Stadt auf den Homepages der Clubs und Konzerthallen oder beim Konzertkalender von jazzmoves.de.


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Ab ins Grüne!

Von Lotto King Karl über Editors bis Sting: 2022 kommen zahlreiche Top-Acts zum Stadtpark Open Air

Text: Erik Brandt-Höge

Die Geschichte der Stadtpark’schen Freilichtbühne geht weiter. Seit 45 Jahren bereits sorgt die Karsten Jahnke Konzertdirektion dafür, dass auf dem immergrünen Areal nationale und internationale Musikgrößen live zu erleben sind. Max Herre, Helge Schneider, Johannes Oerding und Element Of Crime waren bereits mehrfach beim Stadtpark Open Air. Weezer, Wu-Tang Clan und Kendrick Lamar waren auch schon da. Ja, sogar Joe Cocker hat seine Hits zwischen den Buchenhecken gesungen. Auch bei der Programmgestaltung für die 2022er-Saison haben sich die Veranstalter mächtig ins Zeug gelegt.

Los gehts am 13. Mai mit dem Freilichtbühnen-Abonnenten und Lokalmatadoren Lotto King Karl, gefolgt von den britischen Indie-Rockern Editors (28. Mai) und der legendären US-Band Foreigner (3. Juni), die vermutlich nicht ohne ihre Rock-’n’-Roll-Hymnen „Juke Box Hero“ und „Cold As Ice“ im Gepäck ankommen werden. Weitere Highlights versprechen unter anderem die Shows von den Berliner Punkrockern Beatsteaks (9. Juni), dem englischen JazzPop-Superstar Jamie Cullum (10. Juni), der dreifachen Grammy-Gewinnerin Olivia Rodrigo aus Kalifornien (11. Juni) und – ja, er kommt wirklich – Sting (25. Juni) zu werden. Zudem gibt es ja noch die Freilichtbühnen-Monate Juli, August und September mit vielen weiteren Konzerten, für die sich ein Ausflug ins Grüne absolut lohnt.

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Geben sich ebenfalls die Ehre: Olivia Rodrigo (11. Juni), Editors (28. Mai) und Danger Dan (9. Juli) (Fotos von links: Live Nation, Nadev Kander & Jaro Suffner)

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JazzHall Festival – der Jazz-Tempel lädt ein

Etwas mehr als ein Jahr ist die neue JazzHall nun alt. Nach einem Corona-bedingt eingeschränktem Programm läuft zur Zeit das JazzHall Festival: Weltklasse Jazz direkt an der Alster

Text: Felix Willeke

Hamburgs neuster Jazz-Tempel liegt direkt an der Alster. Mit derJazzHall hat die Hochschule für Musik und Theater (HfMT) endlich seine eigene Konzerthalle bekommen. 15 Jahre wurde geplant, zwei Jahre gebaut und seit Juni 2021 ist sie endlich da. Im Mai 2022 bekommt sie mit dem JazzHall Festival auch endlich seinen ersten großen Auftritt vor vollem Haus.

Vom 4. bis 20 Mai 2022 sind viele Größen des Jazz zu Gast und stehen teilweise zusammen mit Studierenden und Absolvent:innen der HfMT auf der Bühne. So spielt am 6. Mai um der Finne Kalle Kalima ab 19 Uhr mit dem JazzHall Ensemble, am 7. Mai ist Dieter Glawischnig mit seinem Projekt „Cercle“ zu Gast und am 8. Mai geben sich der Pianist Florian Weber & Kenan Azmeh die Ehre.

Konzerte bis zum 20. Mai und darüber hinaus

Noch bis zum 20. Mai sind unter anderem das Lisa Wulff Quartett, Björn Atle Anfinsen mit Arve Henriksen, Dan Gottschalk, Kenny Garrett, die NDR Bigband sowie Nils Landgren mit China Moses zu Gast. Das komplette Programm gibt es unter jazzhall.hfmt-hamburg.de.


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