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Helge Schneider: „Ich lungere so rum“

Der Entertainer kommt für zwei Abende in den Stadtpark. Ein Sommergespräch über Gesundheitsschwimmen, Pommes und Pfefferminztee

Interview: Erik Brandt-Höge
Foto: Helge Schneider

 

SZENE HAMBURG: Helge, wie verbringst du warme Sommertage am liebsten?

Helge Schneider: Ich gehe manchmal schwim­men. Morgens, wenn die noch nicht alle da sind.

Richtig mit Bahnenziehen und so?

Nee, mehr oder weniger Gesund­heitsschwimmen.

Was meinst du mit Gesundheits­schwimmen?

Wassertreten zum Beispiel. Ich gehe auch ins Solebad. Dann ins kalte Wasser­becken und dann mit den Füßen auf so Kieselsteine. Danach wieder ins Wasser­ becken. Oh, und danach schwimme
ich dann tatsächlich eine Bahn und tue dabei so, als wäre ich ein Wahnsinns­schwimmer.

Wie machst du das?

Ich schwimme unter Wasser. Zwei Züge. Das reicht, um klarzustellen, wie gut ich bin.

Und danach Pommes?

Kann im Moment keine Pommes essen.

Wieso nicht?

Weil ich die nicht mag. Die Pommes, die mittlerweile angeboten werden, sind oft richtig scheiße. Die kommen aus der Tiefkühltruhe. Für schöne Pommes muss man erst mal einen schönen Pommeswagen finden.

 

 

Was machst du sonst noch so, wenn das Sommerwetter gut ist?

Ich habe zu Hause so ein Fass mit kaltem Wasser. Da gehe ich rein. Einmal untertauchen: erfrischt! Manchmal tue ich auch Eiswürfel rein.

Hast du ein Lieblingssommergetränk?

Pfefferminztee.

Pfefferminztee?

Mach ich immer im Sommer, heißen Tee trinken. Als Kind habe ich das von den Tuaregs übernommen. Ich werde auch oft mit Pullover und Jacke gesehen, auch bei 35 Grad.

Was gibt’s zu essen bei solchen Tempe­raturen? Paar Möhrchen mit Dip?

Honigmelone. Und Brötchen mit Käse. Und Hühnerbeinchen aus dem Ofen. Oder mal Chili con Carne. Was auch lecker ist: Fischstäbchen mit Kar­toffelbrei und Spinat.

Und nach dem Essen auf die Garten­liege?

In die Hängematte. Manchmal auch arbeiten. Zum Beispiel komponieren.

Trittst du auch gerne auf, wenn es so warm ist?

Ja, das macht mir sehr viel Spaß, ist allerdings eine ganz andere Geschichte, als im Winter in Hallen zu gehen. Auch weil draußen alles anders klingt.

Irgendwelche Routinen vor den Open­-Air­-Auftritten? Vielleicht sogar eine Runde Schwimmen?

Nee. Ich mache vorher eigentlich gar nichts. Ich lungere so rum. Nur die Bühne bereite ich vor. Falls es mal regnet, spanne ich zum Beispiel einen Sonnenschirm übers Klavier.

 

„Ich mache, was ich will“

 

Kennst du Nervosität vor Shows?

Nö. Ich freu mich immer, wenn ich auftrete. Gibt Leute, die haben Lampenfieber. Ich kenne das nicht.

Im Stadtpark spielst du bestimmt auch Songs vom neuen „Partypeople“­-Album, über das du kürzlich sagtest: „Ich selbst bürge für die Qualität.“

Aber selbstverständlich.

Wann ist denn ein Album für dich qua­litativ hochwertig?

Wenn es ohne Kompromisse gestaltet ist, innen und außen. Und wenn es per­sönlich ist. Mein Album ist zum Beispiel sehr persönlich. Ich mache ja auch alles im Einmann­-Betrieb. Ich mache, was ich will, und das merkt man dem Endprodukt auch an.

Und wann ist ein Konzert nach deinem Empfinden tipptopp gelungen?

Wenn der Sound gut war und alle glücklich und zufrieden nach Hause gehen.

 

 

Belohnst du dich dann mit irgendetwas? Vielleicht mit einem Cocktail mit Schirmchen im Schatten?

Ich trinke im Moment gar keinen Alkohol.

Cocktail geht ja auch ohne.

Fruchtcocktail?

Genau.

Nee.

Irgendeine andere Belohnung?

Manchmal ein Gläschen Rotwein mit meiner Band. Kann man mal machen. Und ein wunderschöner Schlaf.

Freilichtbühne im Stadtpark, Helge Schneider, 31.8.+1.9.19, 19 Uhr, Saarlandstraße 71 (Winterhude)


Szene-Hamburg-August-2019-TitelDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, August 2019. Titelthema: Wie sozial ist Hamburg? Das Magazin ist seit dem 27. Juli 2019 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Max Herre: „Meine Geschichten sind ein Schatz“

Nicht nur für Nostalgiker: Der einstige Posterboy des deutschsprachigen HipHops Max Herre kommt mit neuen Songs in den Stadtpark

Text: Erik Brandt-Höge
Foto (o.): Mikael Väisänen

 

SZENE HAMBURG: Max, auf einer Skala von eins bis zehn, wenn zehn am besten ist: Wie ist dein Sommer bisher?

Max Herre: Sieben.

Klingt ja noch nicht wirklich zufrieden.

Nee, ich war zwar kürzlich zweimal in Athen und hatte ein Stück weit Sommer, aber im Moment heißt es für mich: Nicht von der Sonne rauslocken lassen, sondern schön drinnen sitzen bleiben und das Album fertig machen – um dann, wenn die Live-Shows starten, den Sommer voll und ganz zu genießen.

Neue Live-Shows, neues Album: „Athen“ erscheint in Kürze. Der Titelsong erzählt die traurige Geschichte von zwei Liebenden auf Reisen. Warum wolltest du sie genau jetzt erzählen?

Vor zwei Jahren bin ich nach Tel Aviv gefahren und habe angefangen, an neuen Songs zu schreiben. Ich habe dorthin auch andere Songwriter eingeladen, jeweils für eine Woche kamen Maxim und Tua, die ich beide sehr schätze. Ich habe ihnen eine Geschichte erzählt, die ich vor ein paar Jahren erlebt habe. Und in den Gesprächen stellte sich heraus, dass Athen für mich einen echten Sehnsuchtsort darstellt …

… den du damals mit der Frau an deiner Seite besuchen wolltest. Wieso sollte es eigentlich unbedingt Athen sein?

Die Frau hatte griechische Eltern. Außerdem hatte mein Vater mal einige Jahre in Griechenland gelebt, genau wie mein Großvater, und mein ältester Onkel ist dort geboren. Es haben sich also viele Linien gekreuzt auf dieser Reise.

Und was das Songwriting angeht: Je mehr ich mich dabei erinnerte, wie alles war, umso mehr konnte ich erzählen. Wieder habe ich gemerkt, dass meine Geschichten – nicht nur, weil ich mit ihnen Musik generieren kann – ein Schatz für mich sind.

Hört hier Max Herre feat. Trettmann: „Villa Auf Der Klippe“

 

Diese Art von Beschäftigung mit den eigenen Geschichten zieht sich durch dein musikalisches Werk. Hast du einen Hang zur Nostalgie?

Zunächst mal ist die Musik, die ich am liebsten höre, auf eine Art und Weise nostalgisch. Ich höre jetzt nicht nur Fado, aber es gibt ein bestimmtes Gefühl im Soul und Jazz, das so eine nostalgische Traurigkeit transportiert, was ich sehr mag.

Was genau passiert beim Hören solcher Musik mit dir?

Irgendwie spüre ich dann etwas, das noch nicht verarbeitet ist, und das vielleicht auch einen inneren Konflikt darstellt.

Dein Erinnerungs-Songwriting ist also immer auch ein Lernprozess? Und wenn ja, was hast du bei der Arbeit an „Athen“ über dich gelernt?

Lernen ist ein großes Wort. Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob man selbst so schnell weiß, was man da gelernt hat, wenn man sich mit der eigenen Vergangenheit beschäftigt hat. Fest steht nur, dass Athen für mich heute Altes und Neues vereint, was ich sehr aufregend finde.

Stellst du bei den anstehenden Konzerten, auch bei dem im Stadtpark, vor allem Neues aus „Athen“ vor, oder sind die Shows auch etwas für Max-Herre-Nostalgiker?

Beides. Wir spielen ja Songs aus einer Platte, die zum Zeitpunkt des Konzerts noch nicht draußen ist. Ich habe Lust, den Leuten diese neuen Songs vorzuspielen, aber ich liebe es auch, mit ihnen zusammen Songs zu performen, die wir alle kennen und mit denen wir alle etwas verbinden.

 

„Alles kann passieren“

 

Das Schöne an Live-Konzerten ist ja, dass alles passieren kann, zu jeder Zeit. Ich gehe zwar immer mit dem Anspruch auf die Bühne, ein perfektes Konzert zu spielen. Aber wenn ich ehrlich bin, liegt die Chance im Scheitern.

Würdest du Open-Air-Shows eigentlich immer Konzerten in Hallen oder Clubs vorziehen?

Es kommt auf den Ort und die Leute an. Im Club habe ich schon sehr viel Intimität erlebt, die ich nicht missen möchte. Aber wenn ich an Open-Air-Bühnen wie die Freilichtbühne denke, habe ich auch viele schöne Erinnerungen.

Die Hamburger sind Freundeskreis und meiner jetzigen Band immer sehr verbunden gewesen, wir haben tolle Konzerte zusammen erlebt, vor allem auf der Freilichtbühne, die etwas sehr Arenenhaftes hat. Dort macht eigentlich jedes Konzert Spaß, sogar im Hamburger Regen.

Max Herre:  1.8., Stadtpark Freilichtbühne, 19 Uhr


Szene-Hamburg-Juli-2019-CoverDieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Juli 2019. Titelthema: Schmelztiegel St. Georg.
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Top 10 – Das sind die schönsten Grillplätze in Hamburg

Zu einem gelungenen Sommertag gehört grillen einfach dazu. Welche Orte in Hamburg sich perfekt für einen Grillausflug eignen, erfahrt ihr in unserer Top-10-Liste

Text: Anne Guttmann
Foto (o.): Samuel Zeller via Unsplash, Symbolbild

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung – zuletzt aktualisiert 7/2019

 

1) Alsterwiese Schwanenwik

An der Schwanenwikwiese direkt an der Außenalster treffen sich viele Grillbegeisterte, denn sie bietet ein Stückchen Natur mitten in der Stadt. Von hier aus sieht man nicht nur Segler und Ruderer über Alster schippern, sondern hat auch einen wunderbaren Panoramablick auf Hamburg. Die Schwanenwik ist eine zwischen St. Georg und der Uhlenhorst gelegene Straße, die zum Alstervorland gehört. Ihren Namen hat sie von den sich dort tummelnden Schwänen, aber auch viele andere Wasservögel fühlen sich dort wohl.

Alsterwiese Schwanenwik

 

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2) Altonaer Volkspark

Dieser Park ist stolze 105 Jahre alt und Hamburgs größte öffentliche Grünfläche. Weil er so groß ist, ist der Volkspark auch an Wochenenden ein beliebtes und ruhiges Ausflugsziel. Sein Zentrum, die große Wiese, bietet viel Platz zum Grillen sowie einen Biergarten. Erkunden lassen sich hier außerdem der an der Stadionstraße gelegene Dahliengarten mit über 11.000 einzelnen Blumen. Bei Spaziergängen finden Besucher hier auch einen Waldlehrpfad, einen Kletterturm, einen Kinderspielplatz mit Seilbahn, einen Bolz- und Minigolfplatz. Der Volkspark Altona lohnt sich also nicht nur für Grillausflüge, sondern ist auch ein Ort, der einfach entdeckt werden will.

Altonaer Volkspark


3) Elbpark Entenwerder

Der Elbpark Entenwerder ist nicht weit von der Stadt entfernt, doch für viele noch ein Geheimtipp. Die ehemalige Zollstation für Binnenschiffe ist seit 1997 eine naturbelassene Parkanlage direkt an der Elbe, die unter anderem von der S-Bahn Rothenburgsort gut zu erreichen ist. Auch ein kleiner Fahrradausflug durch die HafenCity führt schnell ins Grün des Parks. Direkt am Elbufer schwimmt außerdem das Café Entenwerder 1 auf einem Ponton. Schon von weitem fällt der goldene Pavillon aus gelochtem Messing auf: ein zu einem Restaurant umgebautes Kunstwerk mit drei Ebenen, das 16 Meter in die Höhe ragt.

Elbpark Entenwerder

 

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4) Elbstrand Övelgönne

Bei heißen Temperaturen verspricht der Elbstrand in Övelgönne angenehme Abkühlung – und auch das Grillen ist in ausgewiesenen Bereichen erlaubt. Dafür kann man mit der Fährlinie 62 in Richtung Neumühlen direkt von den Landungsbrücken an den Strand fahren, und nach ein paar entspannten Stunden erholt in die Stadt zurück. Zugegeben: Der Elbstrand ist so beliebt, dass hier gerade an Wochenenden einiges los ist. Damit sich wirklich ein Urlaubsgefühl einstellt, bieten sich Ausflüge unter der Woche an oder früher am Tag.

Elbstrand Övelgönne

 

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5) Hammer Park

Mitten im dicht besiedelten Wohngebiet Hamm-Nord liegt der Hammer Park. Auf den weitläufigen Rasenflächen ist für alle genug Platz, um beim Grillen oder anderen Aktivitäten vom Stadtstress abzuschalten, zum Beispiel auf den großen Liegewiesen. Besucher können sich die Zeit beim Tischtennis, Minigolf und Schach vertreiben oder dem Kräuter- und Heckengarten einen Besuch abstatten.

Hammer Park

 

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6) Haynspark

Direkt am Alsterufer in Eppendorf befindet sich der Haynspark, in dem Besucher auf den ausgewiesenen Plätzen grillen dürfen. Im Bootshaus direkt im Park können sie sich aber auch Ruder- und Tretboote ausleihen oder im Kajak eine Alsterrunde drehen. Für die Erfrischung der Kinder sorgt ein Planschbecken. Ein besonderer Ort im Park ist der Monopteros, ein Steinpavillon nach antikem griechischem Vorbild, in dem manchmal sogar ein Streichquartett spielt.

Haynspark


7) Michelwiese

Wer in Hamburg Ruhe sucht, ist in der Neustadt eigentlich nicht richtig – doch die Wiese unterhalb der Kirche St. Michaelis verspricht überraschend viel Erholung, direkt zwischen der Kirche und dem Verlagshaus Gruner + Jahr. Das Beste: Es ist ausdrücklich erwünscht, hier zu grillen. Dafür hat die Stadt eigene Grillstationen eingerichtet. Für einen Euro können Hungrige einen Elektrogrill zehn Minuten lang benutzen. Wer Glück hat, kann sein Essen genießen, wenn der Sonnenuntergang den Hafen in rotgoldenes Licht taucht.

Michelwiese

 

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8) Öjendorfer Park

Im Osten Hamburgs befindet sich der drittgrößte Park der Stadt. In seinem Zentrum liegt der Öjendorfer See, der mit einem Sandstrand und zwei Badestellen immer einen Ausflug wert ist – und sogar doppelt so groß ist wie die Binnenalster. Am See finden Besucher einen Kiosk, Grillplätze und einen Spielplatz sowie Toiletten, Duschen und kostenlose Parkplätze. Mit Kindern kann man hier zum Beispiel Zeit beim Ponyreiten oder Minigolfspielen verbringen.

Öjendorfer Park


9) Rissener Kuhle

Früher wurde in der hier Kies abgebaut – heute bietet die Rissener Kuhle viel Platz für Grillfeste mit der Familie oder mit Freunden. Besucher grillen entweder mit mitgebrachten Utensilien, vor Ort gibt es aber auch vier eingemauerte Grills und Feuerstellen, die jedem zur Verfügung stehen. Mitten im Wald erstreckt sich eine riesige Spiellandschaft für die Kleinen, und die Größeren spielen auf dem Bolzplatz oder den weitläufigen Rasenflächen. Toiletten sind ebenso vorhanden wie Müllbehälter.

Rissener Kuhle


10) Stadtpark

Der Stadtpark gehört einfach zu den Klassikern unter den Grillorten in Hamburg. Auf den weitläufigen Flächen des Parks findet man fürs Familiengrillen, die große Geburtstagsfete oder das aufregende Date das passende Plätzchen, um seine Picknickdecke auszubreiten. Die zwei ausgewiesenen Grillzonen, Festwiese und Liegewiese, sind nicht unbedingt ein Geheimtipp, aber gehören mit den vielen gut gelaunten Menschen im Sommer einfach zu Hamburg.

Stadtpark

 

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Wichtig beim Grillen in Hamburg:

Nicht überall in Hamburg ist Grillen erlaubt. Um die Natur zu erhalten, gibt es ausgewiesene Zonen, in denen das Grillen erlaubt ist. Der Grill muss mindestens 50 Zentimeter über dem Boden und weit genug entfernt von Bäumen und Sträuchern stehen. Offene Grill- und Feuerstellen sind verboten. Wichtig ist auch, die abgekühlte Kohle nach dem Grillen in dafür vorgesehene Behältnisse zu geben oder mit Wasser komplett zu löschen und dann zu entsorgen.


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Weezer live im Stadtpark: Zurück auf großen Bühnen

Weezer veröffentlichten Anfang des Jahres ein Album mit eigenen Songs, einen Coup landeten sie mit dem Cover von Totos Hit „Africa“. Nun spielen sie wieder auf großen Bühnen – im Interview verrät Gitarrist Brian Bell, wie sie das geschafft haben

Text und Interview: Erik Brandt-Höge

Weezer drohte, in der Versenkung zu verschwinden. Die Anfang der 1990er Jahre gegründete Rockgruppe veröffentlichte zwar Album um Album, hatte allerdings nicht immer den gewünschten Erfolg. Erst, als im vergangenen Jahr Weezer-Fans nachdrücklich forderten, die Band solle doch Totos Überhit „Africa“ covern, gelang Frontmann Rivers Cuomo, Gitarrist Brian Bell und Co. wieder ein echter Coup. Denn sie beließen es nicht bei „Africa“, sondern veröffentlichten mit „Teal“ ein ganzes Coveralbum mit ihren Interpretationen von u. a. „Sweet Dreams“, „Take On Me“ und „Happy Together“. „Teal“ erschien Anfang des Jahres, fast zeitgleich mit dem aktuellen regulären Weezer-Album „The Black Album“. Ein Weezer-Doppelschlag und Grund genug für ein paar Nachfragen.

SZENE HAMBURG: Brian, kürzlich bezeichnete Weezer-Sänger Rivers Cuomo vergangenes und dieses Jahr als besonders verrückte Karrierephase eurer Band. Fühlt es sich für dich ähnlich an?

Brian Bell: (lacht) Zumindest finde ich es ein bisschen verrückt, dass wir gerade eine Art zweiten Frühling erleben dürfen. Wir schienen für einige Leute schon völlig irrelevant geworden zu sein, und dann standen wir plötzlich wieder auf der großen Bühne beim Coachella Festival – 15 Jahre, nachdem wir zuletzt dort waren.

Das kleine Comeback liegt vor allem am Erfolg eures „Africa“-Coversongs und dem des folgenden Coveralbums „Teal“. Fühlt es sich seltsam an, mit etwas Nachgespieltem mehr Erfolg zu haben als mit eigenen Sachen? „Teal“ bekam ja nicht nur mehr Aufmerksamkeit als die Weezer-Veröffentlichungen zuvor, sondern auch als das „The Black Album“, das nach „Teal“ erschien.

Na ja, vor „Africa“ gab es Leute, die uns schon als Band für Nostalgiker bezeichneten. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was man über Künstler sagen kann, es kommt einem Todesurteil gleich. „Africa“ hat uns dann einfach geholfen, aber wir haben uns dafür nicht verbogen. Ich meine: Es kamen zig Leute zu uns und sagten, das Cover klinge wie ein Weezer-Song. Wenn man bedenkt, dass das Original mehr als ein Jahrzehnt vor unserem Karrierestart rausgekommen ist, finde ich das schon bemerkenswert. Aber stimmt schon: Scheinbar mussten wir etwas Altes aufgreifen, um selbst wieder zeitgemäß zu erscheinen – was fast schon ironisch ist (lacht).

 

Hört hier das „Africa“-Cover von Weezer

 

Wirft die Frage auf, ob ihr als Band ein Verfallsdatum habt?

Ich hoffe nicht! Komponisten und Künstler, die sich als zeitlos erwiesen haben, faszinieren mich sehr, und ich hoffe, dass wir auch irgendwann als zeitlos bezeichnet werden.

Ein Rezept für Zeitlosigkeit im Pop- und Rockgeschäft ist die ständige Neuerfindung, die auch ihr vollzieht. Macht ihr das ganz gezielt, oder passiert das automatisch und eher unbewusst?

Wir planen Neuerfindungen nicht. Als wir zum Beispiel das „Raditude“-Album aufgenommen haben (erschienen 2009; Anm. d. Red.) – was ja nicht gerade zum Liebling unserer Fans wurde – war ich ein bisschen besorgt, weil sich unser Sound so sehr veränderte. Ich habe sogar Rivers angerufen und ihm gesagt: „Wir könnten damit echt einige Anhänger verlieren!“ Ich denke eben bei jedem Weezer-Album, an dem wir arbeiten, dass es das letzte sein könnte, und dass wir alles, was wir haben, reinlegen sollten.

Und wie hat Rivers reagiert?

Er meinte nur: „Keine Sorge, es ist nur ein Album, viele weitere werden folgen. Wir experimentieren einfach mal herum und gucken, ob es funktioniert!“ Gut, „Raditude“ funktionierte letztlich zwar nicht wirklich, aber Rivers hatte Recht: Danach kam tatsächlich noch einiges von uns.

 

„Wir spielen, was die Leute hören wollen“

 

Zum Beispiel „Teal“. War der Erfolg damit eigentlich einkalkuliert, weil die Songs jeder kennt und mag?

Die Songs auf „Teal“ haben die Tests der Zeit überstanden, und ja, wir haben sie ausgewählt, weil jeder sie liebt. Es war tatsächlich keine große Überraschung, dass das Album gut lief. Wobei man sagen muss: Wenn man etwas wirklich gut covern will, muss man sich lange damit beschäftigen, was wir getan haben. Dabei stellte sich schnell heraus, wie extrem komplex diese oft so simpel erscheinenden Ohrwürmer eigentlich sind. „Teal“ war also nicht mal eben aufgenommen.

Bedeutet der Erfolg mit „Teal“ auch, dass ihr bei der anstehenden Live-Show in Hamburg mehr Coversongs spielen werdet als eigene?

Wir spielen grundsätzlich das, was die Leute hören wollen. Wir sind keine von diesen Bands, die sich nicht ums Publikum scheren, sondern nur um ihren eigenen Spaß, und die, je nach Lust und Laune, auch mal völlig ausufernde Jazz- Jams dazwischenschieben. Wir wissen, was man von uns erwartet, und deshalb werden wir die Weezer-Klassiker ebenso spielen wie die „Teal“-Songs und wahrscheinlich auch Stücke von „Pinkerton“ (erschienen 1996; Anm. d. Red.) und „The Black Album“.

Weezer: 2.7., Stadtpark (Freilichtbühne), 19 Uhr


Szene-Hamburg-juni-2019Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG, Juni 2019. Titelthema: Was ist los, Altona?
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Top 10 – Diese Freibäder erfrischen euch in Hamburg

Freibäder in Hamburg: Unsere Stadt bietet in fast jedem Stadtteil einen Ort zum Planschen. Die schönsten Bäder findet ihr hier in unserer Top 10-Liste – einige sind sogar einen Umweg wert

Texte: Jenny V. Wirschky + Natalia Sodovnik
Foto: Haley Phelps via Unsplash

1) Kaifu-Bad

Mit über 100 Jahren auf den Fliesen ist dies Hamburgs ältestes Bad! Den stadtweiten Kultstatus hat das Kaifu seinem vielfältigen Angebot zu verdanken: Schwimmbad, ganzjähriger Außenpool, Freibad mit 50-Meter-Pool und 10-Meter-Sprunganlage, Kleinkinderbereich, Sonnenwiese und Saunalandschaft. Letztere liegt in der Hohen Weide und erstreckt sich auf zwei Etagen über 600 Quadratmeter. Achtung: dienstags Damensauna! Besonders beliebt ist das Freibad nicht zuletzt wegen der zentralen Lage.

Kaifu-Bad: Hohe Weide 15 (Eimsbüttel)

 

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2) Freizeitbad Finkenwerder

Aus dem Badebecken schaut man ins Schiffsbecken – und danach gibt’s Ballsport vom Feinsten. In Finkenwerder kann man nicht nur mit Elbblick sporteln, tauchen und Delphinsprünge üben: Das Freibad in Hamburgs Süden hat alles, was man für ein Freundschaftsspiel im Tischtennis, Fuß-, Beachvolley- und Basketball braucht. Das große Mehrzweckbecken steht auch für professionelles Training, Frühschwimmen, Aqua-Fitness und Schwimmschulen zur Verfügung. Entspannen? Das geht auf bequemen Liegestühlen, während die Kleinen im Kinderplanschbecken mit Wasserspielzeug toben.

Freizeitbad Finkenwerder: Finksweg 82 (Finkenwerder)


3) Holthusenbad

Zwischen Winterhude und Harvestehude liegt die Therme im klassizistischen Stil mit Spa-, Sauna- und Badebereichen. Dazu gehören der beheizte Außenpool mit Unterwasserbeleuchtung, das Hallenwellenbad, bequeme Sprudelliegen und der Kinderspielplatz im Wasser. Für maritime Zweisamkeit verwandelt sich die Therme von Oktober bis April immer freitags ab 20 Uhr in einen Candlelight-Tempel.

Holthusenbad: Goernestraße 21 (Winterhude)

 

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4) Freizeitbad Billstedt

Arschbomben-Alarm! Vom Ein-, Drei- oder Fünf-Meter-Turm springen wir ins kühle Freibadwasser. Gediegenere Badegäste ziehen gesittet 50-Meter-Bahnen. Für Familien mit Kindern gibt es außerdem ein Nichtschwimmerbecken mit entspannten 32 Grad C und einen weiteren Nichtschwimmer-Pool. Den etwas größeren Kiddies dürften die Waterclimbing-Wand und eine Reifen- und Turborutsche gefallen.

Freizeitbad Billstedt: Archenholzstraße 50a (Billstedt)


5) Naturbad Stadtparksee

Ein Naturgewässer mitten in der Stadt – und das schon seit Jahrzehnten. Das große Mehrzweckbecken hat eine sportliche Temperatur von 20,5 Grad C – perfekt, um das hitzige Sommergemüt zu kühlen. Für die Kiddies gibt’s außerdem eine Plattform mit Rutsche und einen Spielplatz. Für urbane Entspannung sorgt die schwimmende Sonnenplattform.

Naturbad Stadtparksee: Südring 5b (Winterhude)

Naturbad-Stadtparksee


6) Freibad Bramfeld

Neben dem klassischen Programm aus Frühschwimmen und Badespaß legt man großen Wert auf die Gesundheit. Zum Standardprogramm des Bramfelder Freibades gehören Aqua-Fitness, Gesundheitskurse und eine Schwimmschule. Eine gigantische 80-Meter-Rutsche lässt trotzdem viel Raum für ausgelassene Wildwassernachmittage.

Freibad Bramfeld: Fabriciusstraße 223 (Bramfeld)


7) Sommerbad Volksdorf

Das einzige FKK-Bad Hamburgs liegt inmitten einer bildschönen Grünanlage mit einem eigenen Strand, einer Wasserrutsche, Sprungbrettern sowie Tischtennis- und Volleyballspielplätzen. Gäste in Badekleidung sind ebenfalls willkommen. Zudem ist das Sommerbad Anlaufpunkt für verschiedene Sportvereine. Während der Badesaison ist die Sauna für alle geöffnet.

Sommerbad Volksdorf: Morbekweg 100 (Volksdorf)

 

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8) Freibad Süderelbe

Für Spaßbader, Frühaufsteher, Fitness-Freaks und Schwimmschüler: Das barierrefreie Freibad an der Süderelbe hat sich sogar auf die Kleinsten eingestellt und stellt mit dem Wasserspielbereich „Krokoka“ Kids bis zwölf Jahren ein eigenes Becken zur Verfügung.

Freibad Süderelbe: Neugrabener Markt 9 (Neugraben-Fischbek)


9) Sommerbad Farmsen

Ein Naturbad, aus dem man das Wasser trinken könnte, ein langer Sandstrand und eine 50-Meter-lange Rutsche – alles Gründe genug für einen Abstecher nach Farmsen. Hier mangelt es einem an nichts: Es gibt ein Spielhaus für Kinder, Badeaufsicht, Toiletten, Duschen, Schließschränke,
kostenlose Parkplätze und einen Kiosk. Das Beste: Das Bad ist sehr ruhig gelegen, für eine gelegentliche Stadtflucht also bestens geeignet.

Sommerbad Farmsen: Neusurenland 67 (Farmsen-Berne)


10) Freibad Marienhöhe

Wiese so weit das Auge reicht – auf über 26 Hektar lässt es sich besonders chillig bräunen, lesen und toben. Für allzu bewegungsfreudige Badegäste bietet das Freibad Marienhöhe ein großes Beachvolleyball-Feld. Während Sportskanonen sich auf dem sandigen Platz verausgaben, tummeln sich die ganz Kleinen im Planschbecken.

Freibad Marienhöhe: Luzerneweg 1–3 (Sülldorf)

 

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Lotto King Karl – Heimspiel auf der Freilichtbühne

Das Volksparkstadion ist sein Wohnzimmer, die Freilichtbühne im Stadtpark mindestens sein Esszimmer: Ein Gespräch mit Lotto King Karl über seine leidvolle HSV-Liebe, Konzerte als Mannschaftssport und Pfastersteine als Gelenkekiller.

SZENE Hamburg: Lotto, schon oft hast du über deinen HSV festgehalten: „Wenn es dem Verein schlecht geht, geht es mir auch schlecht.“ Wie schlecht geht es dir also nach dieser Saison?

Lotto King Karl: Ziemlich schlecht.

Bist du im Alltag anfällig für Neckereien, oder nimmst du Schadenfreude locker?

Ich kriege natürlich ohne Ende Schadenfreude ab, weil ich für viele Leute sehr greifbar bin, was den Fußball des HSV betrifft. Aber ich kann ja auch nichts dafür, wie es um den Verein steht.

Gut steht es hingegen um deine Konzerte im Stadtpark auf der Freilichtbühne…
…weil meine Band und ich dort keinen Gegner haben (lacht).

Allerdings gibt es schon Parallelen. Welche sind das deiner Ansicht nach?

Beide, Mannschaft wie Band, sollten immer mit großer Motivation rausgehen. Und beide haben große Anstrengungen zu bewältigen. Im Stadtpark sind das die Pfastersteine. Wenn man drei Stunden spielt, geht das echt auf die Gelenke.

Was könnt ihr Musiker denn besser als so manche Fußballmannschaft?

Wir vergessen nie, dass wir auf einer Bühne stehen, einige Sportler hingegen schon. Und das, obwohl sie Bühnen zur Verfügung haben, die viel besser gepflegt sind als die meisten auf dieser Welt (lacht).

Die Freilichtbühne ist eine legendäre Location

Lotto King Karl Foto: Ana Maria Arevalo

Lotto King Karl spürt langsam sein Alter. Foto: Ana Maria Arevalo

Größte Stärke eurer Band?

Unser gutes Verhältnis zueinander. Wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen und zusammen Musik machen können.

Und die größte Schwäche?

Unser Alter. Wir treffen uns mittlerweile eher morgens um sieben beim Sport, als nachts um drei an der Bar (lacht).

Alter bringt auch Routine mit sich. Sind die Auftritte auf der Freilichtbühne nach all den Jahren dennoch speziell für euch?

Wir kennen fast jeden, der im Stadtpark arbeitet, können uns auf die Gegebenheiten perfekt einstellen, was vieles einfacher macht. Ein echtes Heimspiel also. Schön ist auch, dass wir auf der Freilichtbühne verschiedene Lichtatmosphären haben. Wenn ich mir nach Stadtpark-Konzerten die Bilder davon ansehe, denke ich, es waren drei verschiedene Shows. Es ist einfach eine legendäre Location und für uns weiterhin eine Riesenehre, dort spielen zu dürfen.

Interview: Erik Brandt-Höge

Freilichtbühne im Stadtpark
25.5.2018 + 15.9.2018, 18 Uhr


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!