(18.8.) Musik, Blonde Redhead, Knust, 20 Uhr

Der schnelle Radiohit war Blonde Redheads Sache bisher nicht. Wird es wohl sobald auch nicht sein. Kazu Makino und die italienischen Zwillingsbrüder Simone und Amedeo Pace scheinen vielmehr auf einen kunstvollen und niemals nur eine Geschichte erzählen­den Dream-Pop aus zu sein – und das seit mittlerweile 25 Jahren. Die New Yorker haben im vergangenen Jahr ihre „3 O’Clock“-EP veröffentlicht, die sie nun wie viele weitere BR-Songs gewohnt unaufgeregt auf die Live-Bühne bringen werden.

/ EBH

Knust
18.8.18, 20 Uhr

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(18.8.) Film, #MYESCAPE, Kampnagel, 18:30 Uhr

Wir haben schon viele Bilder von Flüchtenden gesehen. Filmemacherin Eike Sasse zeigt nun aber eine andere Perspektive: Sie sammelte Handy- Videos von Menschen, die diese selbst auf ihrer dramatischen Flucht nach Europa gedreht haben. Aus diesen ergreifenden Bildern sowie Interviews mit den Geflüchteten produzierte sie die Doku „#MYESCAPE“. Vor dem Screening präsentieren Künstler des Migrantpolitan ihre Arbeit; danach gibt’s Party. Der Eintritt ist frei!

/JK

Kampnagel
18.8.18, 18:30 Uhr

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(17.8.) Nachtleben, Italienische Nacht, Frau Hedis Frau Claudia, 19:30 Uhr

Die Sonne brennt auf der Haut, Menschen reden überdurchschnittlich laut auf der Straße und man muss kein Obst aus dem Ausland importieren. So ist Bella Italia wie es leibt und lebt. Diese Leichtigkeit des Seins, die man sonst nur im nächsten Ita­lienurlaub zu erfahren hofft, kann man nun auch in Hamburg erleben. Denn ja, es gibt Entwarnung. Prahl, voller Passion und passenderweise auch in Venedig-ähnlichem Zustand lässt es sich nun auf der Elbe schippern. Begleitet wird das Ganze vom DJ-Team Gondoliere, die die kompatible Musik dazu spielen – selbstredend ausschließlich auf Italienisch. Dolce Vita pur!

/PO

Frau Hedis Frau Claudia
17.8.18, 19:30 Uhr

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(17.8.) Musik, Scooter, Trabrennbahn Bahrenfeld, 19 Uhr

Döp döp döp dödö döp döp döp! Die nimmermüde Techno-Formation Scooter beschallt im Rahmen des Hamburger Kultursommers einmal mehr die Trabrennbahn. Grund zur ausgelassenen Feierei haben H. P. Baxxter und Co auch: Sie sind nämlich auf ihrer Jubiläumstour „100% Scooter – 25 Years Wild & Wicked“ und werden womöglich ein noch wuchtigeres Hardcore-Feuerwerk abbrennen, als man es von ihnen gewohnt ist.

/EBH

Beitragsbild: Robert Grischek

Trabrennbahn Bahrenfeld
17.8.18, 19 Uhr

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(16.8.), Kunst, Verrenkt – Tagebuchauszüge: Klaus Storch, Nachladen, 12-20 Uhr

Seine Gefühle zu zeigen, ist keine einfache Sache. Auch nicht für Klaus Storch, Berliner Maler und Autodidakt, der sonnige Tage am liebsten flanierend auf Friedhöfen verbringt. So finden seine malerischen „Tagebuchauszüge“ erst über mehrere Umwege an die Öffentlichkeit. Mysteriös ist sein Spiel mit der Identität, vage sind die Gerüchte, welches Geschlecht sich hinter seinem Namen verbirgt. Und ein paar Haken schlägt er auch in den Bildern selbst. Nie stellt er die Originale aus, die in kleinen Heften entstehen. Erst als Drucke, die neu arrangiert werden können, finden sie an die Galeriewand. Ihr Werkstoff: große Gefühle und kleine Fetzen des Alltags, Fahrkarten, Zeitungsschnipsel, Bildchen, die mit Wachsmalstiften, Nagellack und Sprühfarbe bearbeitet werden.

/ SD

Nachladen 
16.8.18, 12-20 Uhr (bis 25.8.18)

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(16.8.) Nachtleben, Warmtanzen, MS Dockville, 20 Uhr

Wilhelmsburg ist bereit für die 12. Ausgabe vom MS Dockville. Seid ihr es auch? Allen, die ihrer Vorfreude auf drei pralle Festivaltage freien Lauf lassen wollen, empfehlen wir das MS Dockville Warm-Up mit Lexer, Yetti Meissner, Elderbrook, Mogli, Vittjas Tief, Sutsche, Lina und Lucinee.

Für mehr übers Dockville, hier entlang.

/ Ali

MS Dockville (Schlengendeich 12)
16.8.18, 20 Uhr

 

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So was von da – Großer Rausch mit Tendenz zur Überdosis

Jakob Lass bringt Tino Hanekamps Romanvorlage als großen Rausch mit Tendenz zur Überdosis auf die Leinwand.

Es ist zum Kotzen. Im übertragenen genauso wie im wortwörtlichen Sinn. Irgendwann fischt Oskar (Niklas Bruhn) dann tatsächlich in der hochprozentigen Brühe, die er gerade ins vergammelte Klo gewürgt hat, nach seinem Handy. Schließlich muss er ja erreichbar sein für Kiez-Kalle, der ihm noch in dieser Nacht zehn Mille Schutzgeld abpressen will. Diese Nacht… Die letzte. Die letzte des Jahres. Und die letzte seines Clubs: Die „Rakete“ muss dichtmachen, weil das Gebäude abgerissen werden soll – Investorenkohle sticht Kulturraum, hier auf dem Kiez genauso wie anderswo in Hamburg. Doch das sind längst nicht die einzigen Probleme, die Oskar durch den Kopf dröhnen. Nina, die sich merkwürdig benimmt. Rocky, der psychisch angeknackst zu sein scheint. Dessen halbtoten Vater. Die Innensenatorin. Die Party, die völlig aus den Fugen gerät. Und Mathilda. Mathilda … Scheißegal.

Regisseur Jakob Lass haut dem Zuschauer die Endzeitstimmung, in der sich Oskar und seine Freunde befinden, mit voller Wucht ins Gesicht. Wie ein Rausch zieht diese tempo- und katastrophenreiche Abrissnacht vorbei. Für manche der Statisten war es wohl ein realer: Die Produktionsfirma hatte im November 2016 an vier Samstagen zur Party geladen. Möglichst authentisch sollte das Ganze wirken, und so tanzten und tranken sich insgesamt rund 3000 Hamburger zu Beats aus der Konserve und Live-Musik von Acts wie Mule and Man oder Großstadtgeflüster vor der Filmkamera ins Delirium (SZENE HAMBURG berichtete in Ausgabe 12/2016). Oder versuchten es zumindest, denn bei laufender Kamera ist mächtig feiern gar nicht so einfach. Doch alles eine Frage des Pegels…

Auch dem Cast scheint es stellenweise schwer zu fallen, richtig in Stimmung zu kommen. Niklas Bruhn alias Oskar Wrobel ist vor allem in den ruhigeren Passagen überzeugend; geht‘s um Alkohol und Drogen, schießt er über das Ziel hinaus. Oder liegt es am Konzept? Wie schon bei seinen preisgekrönten „Love Steaks“ oder „Tiger Girl“ arbeitete Lass auch hier nur mit einem Skelett-Drehbuch. Die Dialoge sind improvisiert – der 37-jährige Regisseur glaubt, dass die Schauspieler dann authentischer agieren. Doch das funktioniert nur bedingt. Martina Schöne-Raunski, die die todkranke, durchgeknallte, liebenswerte Nina spielt, ist großartig und genau wie „Innensenatorin“ Corinna Harfouch dieser Aufgabe voll gewachsen. Dass Mathias Bloech, der hier den Rocky gibt, auch im wahren Leben Musiker (Frontman von Heisskalt) und mitnichten Schauspieler ist, wird stellenweise dagegen schmerzhaft deutlich. Auch andere Szenen und Gespräche (wie die zwischen Mathilda und Oskar) laden durch ihre Unbeholfenheit fröhlich zum Fremdschämen ein.

Unterm Strich bringt Lass das Abrissparty-Cliquen-Gefühl der gleichnamigen Romanvorlage von Tino Hanekamp dennoch gut auf die Leinwand, ein gewisser Flow ist durchaus da. Leider tendiert der Rausch aber stellenweise – auch in Sachen Kostüm und Schnitt – zur Überdosis. Ein bisschen weniger wäre da mehr gewesen.

 

SZENE HAMBURG: Hi Jakob! Du arbeitest nur mit Skelett-Drehbüchern und besonderen Regeln. Eine davon besagt, dass möglichst in einem Rutsch und chronologisch gedreht wird, damit ein Flow entsteht. Hat die Verteilung auf die vier Party-Samstage das nicht sehr erschwert?

Regisseur Jakob Lass. Foto: Gordon Timpen

Jakob Lass: Wir haben versucht, trotzdem mehr oder weniger chronologisch zu bleiben. Das ist natürlich immer nur bedingt möglich, da spielen ja auch andere Faktoren eine Rolle. Weitestgehend ist uns das aber gelungen – zumindest im Vergleich zu vielen anderen Filmarbeiten, wo ja zum Teil Sekundenbruchstücke des Films völlig voneinander abgesetzt und in zusammengewürfelter Reihenfolge gedreht werden, zum Beispiel die Schlussszene ganz zu Beginn, die dort hinführende dann drei Wochen später und so weiter. Meiner Meinung nach macht es das den Schauspielern fast unmöglich, wirklich in ihrer Figur anzukommen.

 

Hatten die Schauspieler das Buch eigentlich gelesen? Ich stelle es mir sehr schwer vor, eine Szene zu improvisieren, wenn ich schon die Romanvorlage im Kopf habe.

Ich habe ihnen die Entscheidung überlassen, ob sie den Roman lesen wollen oder nicht. Manche haben es getan, und andere, die glaubten, dass sie das behindert, nicht. Wir hatten ja auch noch das Skelettbuch, also quasi die Essenz des Romans, mit der man arbeiten konnte. Jeder hat seine eigene Lösung gefunden.

Vor allem über die Figur der Innensenatorin wird politische Kritik transportiert: Überregulierung, Überwachungswut und auch, dass Geld häufig mehr zählt als kultureller Freiraum. Auch das Clubsterben wird angeprangert. Oder ist das jetzt überinterpretiert?

Nein, das sollte man unbedingt so sehen. Das ist auch mein Blick auf Hamburg. Ich denke, da ist die Gentrifizierung noch spürbarer als in anderen deutschen Städten. Hier müssen viele Freiräume, Möglichkeitsräume geschlossen werden und mein Eindruck ist, dass das von der Politik aktiv und massiv vorangetrieben wird. Natürlich ist das ein Teil eines wirtschaftlich gesteuerten Gesellschaftsmodells, aber eine politische Führung kann das forcieren oder auch nicht. Meinem Gefühl nach ist das in Hamburg sehr stark der Fall. In Berlin, wo ich lebe, wird das auch nicht verhindert. Aber es passiert nicht so schnell, nicht so brutal.

Magst du eigentlich Silvester?

Mag ich Silvester? Gute Frage. Meistens sind das ja so Partys, bei denen alle krampfhaft versuchen, es so richtig krachen zu lassen. Manchmal ganz lustig. Aber ich liebe diesen Mitternachtsmoment, wenn sich wildfremde Menschen in die Arme fallen und gemeinsam in Gedanken nach vorne und nach hinten schwelgen und doch voll im Jetzt sind, an diesem kollektiv vereinbarten Jahreswechsel.

Text & Interview: Maike Schade


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2018. Das Magazin ist seit dem 28. Juli 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


Lust auf mehr Film? Bitteschön!


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(15.8.) Film, Premiere: So was von da, Abaton-Kino, 20:30 Uhr

Die Weltbühne. 2005 von Baggern weggeschaufelt, setzte Co-Betreiber Tino Hanekamp seinem Club ein Denkmal in Form eines Romans. Feuilletons feierten und Clubjünger vergötterten „So was von da“, den Debüt-Roman, in dem Hanekamp die legendäre letzte Nacht als komplett ausufernden Exzess schildert. Jetzt hievt Regisseur Jakob Lass die Weltbühne wieder ins kollektive Gedächtnis, indem er den Roman, um höchste Authentizität bemüht, auf die Leinwand bringt. Wie der Film ankommt und das Interview mit Jakob Lass, könnt ihr hier nachlesen.

/ ALI

Abaton-Kino
15.8.18, 20:30 Uhr (Premiere mit Regisseur und Darstellern)

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(14.8.) Film, Aus nächster Distanz, Studio-Kino, 19 Uhr

Der Titel ein Oxymoron, die Protagonistinnen personifizierte Gegensätze. Zwei Wochen lang soll die verschlossene israelische Mossad-Agentin Naomi (Neta Riskin) die ihr Schicksal beklagende libanesische Informantin Mona (Golshifteh Farahani) schützen, bis diese sich von einer Gesichtsoperation erholt hat, die ihr eine neue Identität verleiht. Als Versteck dient eine Hamburger Wohnung – die natürlich längst nicht so sicher ist, wie es scheint.

Trotz gelegentlicher Tempoverschärfungen widersteht der israelische Regisseur Eran Riklis aber der Versuchung, zu viel Action ins Spiel zu bringen. Er konzentriert sich auf die Annäherung der beiden Frauen, die er mit bestechendem Feingefühl nachzeichnet. Szene um Szene enthüllt er in seinem Kammerspiel ihre Geschichten, webt sie ein in das hochkomplexe Netz des Nahost-Konflikts. Geschont wird dabei niemand. Weder Naomi und Mona noch Mossad, Hisbollah, CIA oder BND verkörpern das heilige Gute. Moralisch absolut erhabene Helden existieren in Riklis` Universum weder auf persönlicher noch auf politischer Ebene. Dafür umso mehr lebensecht tragische Figuren, die im Irrgarten des Weltgeschehens Liebe und Frieden suchen.

Das Herzstück des Films, in dem man von Hamburg übrigens bis auf einige U-Bahn-Stationen wenig zu sehen bekommt, ist dabei zugleich seine einzige erwähnenswerte Schwäche: So stark spielen die Hauptdarstellerinnen, dass es im Mittelteil fast zum Stillstand kommt. Immer noch eine weitere Facette seines ungleichen Frauen-Duos will Riklis ausleuchten. Zweifelsohne gelingen ihm dabei grandiose Szenen wie das Identitäten-Spiel vor dem Spiegel oder eine improvisierte Geburtstagsfeier. Doch es wirkt, als erliege Riklis phasenweise auf Kosten der Handlung der Faszination seiner beiden weiblichen Hauptfiguren. Entschädigt wird der Zuschauer dafür im Finale mit einer deutlich anziehenden Spannungskurve und mit einem kleinen Twistfeuerwerk, dessen letzter Kniff garantiert für Verblüffung im Kinosaal sorgen wird.

/ MISCH

Studio-Kino
14.8.18, 19 Uhr

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(15.8.) Musik, Rocky Votolato, Sommer in Altona, 20 Uhr

Nein, Rocky Votolato schaut nicht aus wie der Klischee-Popstar. Er verzichtet auf Strähnen im Haar und wilde Gel-Abenteuer, trägt gern Karo-Hemd. Ein freundlicher Typ, der in Norddeutschland auch mal ein „Moinsen“ zur Begrüßung auspackt. Und seine Sechssaitige. Auf der begleitet er Songs, die von Grenzerfahrungen und dunklen Tagen erzählen. Zuweilen erinnert der 41-Jährige, der in Texas geboren wurde und seine erste Band in Seattle gründete, an den frühen Ryan Adams. Fängt er mal an, so richtig zu „schrubben“, gar an Frank Turner. Aber eigentlich sind Vergleiche überflüssig.

/AND

Sommer in Altona (Nobistor 42)
15.8.18, 20 Uhr

Für Tickets hier entlang 👉 www.szene-hamburg.reservix.de

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