(20.11.) Musik, Polarfuchs, Freundlich + Kompetent, 20 Uhr

„Wäre Marie eine Tageszeit, dann der Übergang aus dunkelster Stunde hinein in das Morgengrauen einer durchtanzten Nacht“, sagt die Band Polarfuchs über ihre neue Single – die Beschreibung passt. Die Musik der Wuppertaler ist ein bisschen düster, ein metaphorischer Ausbruch aus trister Großstadt und Anonymität. Aber wenn die vier Bandmitglieder die ersten paar Takte ihrer eingängigen Melodien und Gitarrenriffs spielen, gehen die Augen ganz automatisch zu, wippt der Fuß von alleine mit. Im November sind Polarfuchs auf Deutschlandtour und legen ihren ersten Stop in der Hansestadt ein.

/ SHE / Foto: Arne Schramm

Freundlich + Kompetent
20.11.18, 20 Uhr


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(19.11.) Musik, Alex Clare, Mojo Club, 20 Uhr

Vollbart, Schiebermütze, Soul und Dubstep: Das sind die Markenzeichen von Alex Clare. Unvergessen: Der Chart-Kracher „Too Close“ aus seinem Debütalbum „The Lateness Of The Hour“ (2011). Zeitweise empfand der britische Singer/ Songwriter seine Songs jedoch als zu wuchtig, die Lyrics zu sehr im Hintergrund stehend. Sein neues, völlig analog aufgenommenes Album „Three Days Of Greenmount“ ist die logische Reaktion auf dieses Unbehagen: Die besten Songs aus den bisherigen Clare-Alben erleben eine akustische Renaissance – zurückhaltender und textlich gefühlt tiefer gehend.

/ XDL

Mojo Club
19.11.18, 20 Uhr


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(20.11.) Theater, Konsens, St. Pauli Theater, 19:30 Uhr

Mit einem triumphierenden „Vaginal!“ prostet man sich zu, weil Kitty (mit Biss: Johanna Christine Gehlen) ihr Kind ohne Kaiserschnitt zur Welt gebracht hat. Überhaupt werden rund um das weiße Ledersofa vornehmlich Themen unter der Gürtellinie verhandelt, denn schon von Berufs wegen nehmen Kittys Ehemann Edward (Patrick Heyn) und sein Freund Jake (mit schnoddriger Arroganz: Stephan Schad) kein Blatt vor den Mund, wenn es schmutzig wird. Als Anwälte haben sie ständig irgendeinen Vergewaltigungsprozess laufen, den sie mit der gleichen gefühllosen Routine meistern wie ihr erkaltetes Privatleben. Mit diesen selbstverliebten Siegertypen der Londoner Upperclass, die die britische Autorin Nina Raine uns in ihrer Tragikomödie „Konsens“ vorführt, möchte man nicht befreundet sein. Und doch gelingt Regisseur Ulrich Waller am St. Pauli Theater das Kunststück – auch dank seines erstklassigen Ensembles –, dass wir mitfiebern, wenn diese Unsympathen in ihr Unglück rennen. Den Stein ins Rollen bringt Bettina Engelhardts verstörte Gayle, die als Vergewaltigungsopfer vor Gericht aussagen soll. Der Vergewaltiger wird – dank Edwards Einsatz vor Gericht – freigesprochen. Zu Unrecht, wie sich herausstellt. Während Patrick Heyn an seinem Edward zuvor alles hat abprallen lassen, was Kratzer an seiner polierten Fassade hinterlassen könnte, muss er sich nun den Vorwürfen seiner Frau Kitty stellen, gefühllos zu sein. Sie will die Scheidung, wirft ihm nun ihrerseits vor, sie in der Ehe vergewaltigt zu haben. Ein Krieg der Geschlechter entbrennt. Sexualität, Gewalt und Kalkül im Spiegel der #MeToo-Debatte – wo hat die Liebe da noch Platz? Diese ernste Frage stellt Wallers karg ausgestattete, fesselnde Inszenierung, ohne dabei ihr Spaßpotenzial zu verspielen.

/ Sören Ingwersen

St. Pauli Theater
20.-25.11.18, 19:30 Uhr (Sonntags 18 Uhr)

Foto: Marco Moog Photography

SZENE HAMBURG, November 2018 – So trinkt Hamburg

Ortsbesuch in der Ratsherrn-Brauerei, Kneipencheck, Abstinenz und Suchttherapie! In der aktuellen Ausgabe der SZENE HAMBURG beschäftigen wir uns mit dem schmalen Grat zwischen Trinken und Saufen.

Szene Hamburg, November 2018

“Oberkante, Unterlippe”: Kneipencheck – Drei Kneipen in drei Stunden

Morgens aufwachen und sich wünschen, das letzte Glas am Vorabend doch nicht getrunken zu haben – wer kennt das nicht? So ging es uns nach dem Kneipencheck in Ottensen für unser Titelthema. Unser sportliches Ziel: drei Kneipen in drei Stunden. Tatsächlich haben wir es geschafft, einschließlich Ing­werschnaps sowie neuen Bekanntschaften. Denn, klar, ab einem bestimmten Pegel sinkt die Hemmschwelle und plötzlich steckt man mittendrin – in Gesprächen über das halbe Leben mit dem zufälligen Tresennachbarn.

Szene Hamburg, November 2018

“Ausgenüchtert”: Susanne Kaloff hat beschlossen, keinen Alkohol mehr zu trinken

Eine Schein-Nähe, wie die Autorin Susanne Kaloff sagt, denn Intimität brauche Zeit, die zwar durch Alkohol beschleunigt werden würde, aber ohne Bestand sei. Einer der Gründe, warum sie keinen mehr trinkt. Wie sich ihre selbst gewählte Abstinenz auswirkt, wie ihr Umfeld reagiert, erzählt sie im Interview.

Szene Hamburg, November 2018

Qualifizierter Entzug: “Wenn das Bierchen zu wichtig wird”

Nicht immer ist der Verzicht freiwillig. Manchmal auch notwendig – wenn das Vergnügen zum Zwang wird. Wir haben mit einer Suchttherapeutin darüber gesprochen, wie schleichend und einfach der Weg in die Sucht sein kann und welchen Weg es wieder heraus gibt. Alkohol – eine Volksdroge, ­gesellschaftlich und kulturell verankert.

Szene Hamburg, November 2018

“Biere wie Boxer”: Ortstermin in der Ratsherrn Brauerei

Vor allem Bier hat in unserer Stadt eine lange Tradition. Schließlich galt Hamburg bereits im 16. Jahrhundert als Brauereihauptstadt. Auch heute noch ganz weit vorne: ­Im letzten Jahr kauften die Hamburger durchschnittlich 35 Liter Bier und Biermisch­getränke. Darunter waren bestimmt einige Flaschen von Ratsherrn. Die Kult-Brauerei in der Schanze wirft momentan einige neue Craft-Beer-Sorten auf den Markt. Warum und welch langwierige Entwicklung dahintersteckt bis eine neue Sorte abgefüllt wird, hat sich unser Autor vor Ort zeigen lassen.

Unsere Geschichten zeigen, die unterschiedlichen Seiten des Alkoholtrinkens. Ob Freund oder Feind, muss jeder selbst entscheiden. Wir werden auf jeden Fall auf diese Ausgabe anstoßen – mit einem schönen kalten Pils.   

Hedda Bültmann, Redaktionsleitung SZENE HAMBURG


Foto: Sophia Herzog

Hedda Bültmann, unsere Redaktionsleiterin, hat den Kopf voller Ideen und seit Mai 2018 bei der SZENE HAMBURG das Ruder in der Hand. Vielleicht ist euch schon die ein oder andere Veränderung im Magazin aufgefallen? Die ist dem Spirit von Hedda zu verdanken. Lust auf Austausch? Ihr erreicht sie unter hedda.bueltmann@vkfmi.de


SZENE HAMBURG im Schnelldurchlauf:


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, November 2018. Das Magazin ist seit dem 27. Oktober 2018 im Handel und zeitlos im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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GinSalon4: Diese Gin-Hersteller machen mit! Vol. 3

Save Water, drink Gin! Am 25. Oktober wird der vierte GinSalon von SZENE HAMBURG und dem Hamburger Abendblatt veranstaltet. Im PrinzKommaBernhard bieten an diesem Abend zehn Gin-Hersteller ihre Kreationen an. Hier kommt Teil 3 unserer Serie “GinSalon 4: Diese Hersteller machen mit”.

1) Sic Gin

[ sic ] Gin! In einer einzigartigen Verbindung offenbaren sich Wacholder, Anis und rote Beeren neben zahlreichen anderen Botanicals im fruchtigen Aroma und sorgen für den überraschend weichen Abgang. Sic (erat scriptum) aus dem Lateinischen bedeutet wörtlich übersetzt “so steht es geschrieben”, umgangssprachlich steht [sic] allerdings für “so und nicht anders”. Der Name [ sic ] Gin umschreibt nicht nur das Geschmackserlebnis, er skizziert auch die Episoden auf dem Weg hin zur Destillation, Verkostung und Vertrieb.

 

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2) Skin Gin

Aufgrund seiner hochwertigen Herstellung ist Skin Gin auch pur getrunken ein Genuss. In diesem Fall erweist er sich als eine wahre “Minz-Bombe”, der durch seinen geringen Alkoholgehalt angenehm mild im Geschmack bleibt. Neben dem puren Genuss und der Gin Tonic Variante bietet Skin Gin noch viele weitere Verwendungsmöglichkeiten. Um besonders der Gastronomie die “Mixability” von Skin Gin näher zu bringen, hat Skin Gin verschiedene “Signature Drinks” entwickelt, von denen man sich auf dem hauseigenen Youtube-Channel inspirieren lassen kann.

 

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3) Tumeric Gin

Hamburg-Zanzibar… das Projekt, der Gin. Die Idee, aus dem Alltag auszubrechen und unkonventionell etwas Neues auf die Beine zu stellen. Anders zu arbeiten, sich zu verwirklichen, Freunde mit ins Boot zu holen und am Ende des Tages mit gutem Gewissen die Füße in den Sand zu stecken, an der Elbe oder dem Indischen Ozean. Das ist Hamburg Zanzibar.

 

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4) Wismarian Dry Gin

Wismarian Dry Gin gehört in die erste Reihe deutscher Gin. Er kommt aus dem Hause Hinricus Noyte’s No 1, die auch einen ausgezeichneten Rum und Whisky erzeugen. Natürlich spielt man mit dem Namen Wismarian Dry Gin auf den weltbekannten Verwandten aus London an, und möchte einen eigenen Standard setzen. Grundlage ist wie immer die Wacholderbeere und eine Auswahl aus Kräuter. Die feinen Düften der geheimnisvollen “Botanicals” verwöhnen die Nase. Mit Sicherheit beteiligt sind Koriander und Zitrus, aber auch Blüten-Aromen. Geerdet durch einen kräftigen Wacholder-Geschmack und feine Würze ähnelt der Wismarian Dry Gin durchaus dem London Dry Gin – und ist doch ganz eigenständig, eine feine Ostsee-Brise sozusagen.

 

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Beitragsbild: Unsplash

GinSalon 4: 25.10.18, 19 Uhr, PrinzKommaBernhard (Neustadt), Tickets unter www.abendblatt.de/ginsalon

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So war’s beim GinSalon 3:


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ALL – Found in Eimsbüttel

Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2018 und befinden uns in naher Zukunft im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel, wo ein Kneipier viele Lichtjahre vom Kiez entfernt in Galaxien vordringt, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

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Dieser Artikel stammt aus der SZENE HAMBURG 9/18. Hier können Sie die gesamte Ausgabe lesen.

Zugegeben: Veränderte Filmzitate bewegen sich am Rand der Peinlichkeit, aber was bleibt einem übrig, wenn ein Laden mit dem Namen ALL aufmacht. Anfang September ist es soweit. Die nach dem Krakauer Arbeiterstadtteil benannte Bar Nowa Huta wechselt den Besitzer. Ihr mehrjähriger Barkeeper Denis Nitschmann übernimmt das Ruder. In der LindenALLee, Ecke BelleALLiancestraße geht es fortan spacig zu.

„Ich hatte schon immer Lust eine Bar mit eigenem Konzept aufzumachen, Freunde und Gäs­te zu bewirten und dabei gute Musik zu spielen“, erzählt Nitschmann. Dem Space-­Thema sei er schon immer sehr zugeneigt gewesen. „All ist ein sehr inkludierender Name, wo alle Willkommen sind“ und mit einem Zwinkern fügt er hinzu: „Das All ist, wie wir wissen, die letzte Zuflucht der Menschheit um überhaupt zu überleben“. Das Konzept guter Drinks mit zum Teil selbst hergestellten Zutaten wird übernommen und erweitert und um kleine hausgemachte Snacks ergänzt.

Viele der alten Nowa-Huta-Mitarbeiter werden auch im All dabei sein und wollen dazu beitragen, dass das unprätentiöse Flair der beliebten Souterrain-Bar erhalten bleibt. „Ich stehe dafür, dass hier weiterhin ein Laden ist, der sich aus verschiedenen Gruppen zusammensetzt“, so Nitschmann. „Zum einen aus der Nachbarschaft und hoffentlich auch aus Leuten, die speziell wegen des Angebotes herkommen.“ Dabei soll es musikalisch anspruchsvoll zugehen. Nitschmann plant einen eher subkulturellen Mix aus HipHop, Ambient und elektronischer Musik oder wie er es ausdrückt: „Spartenmusik der gehobenen Art ohne Nervfaktor“.

Die Räumlichkeiten wurden zum Teil von befreundeten Künstlern umgestaltet. Das Motto „All“ findet sich dabei an unterschiedlichen Stellen wieder. Völlig neu ist der kleine Raucherraum im hinteren Teil der Bar. Und selbstverständlich können auch bei gutem Wetter die Sitzbereiche vor der Tür genutzt werden, die Denis Nitschmann erst kürzlich samt Nach­barschafts-­Tauschbox auf Vordermann gebracht hat. Geöffnet ist von Dienstag bis Samstag ab 18 Uhr.

ALLes Gute für den Start!

Text & Foto: Ole Masch

ALL: Lindenallee 37, Di-Sa 18 Uhr


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2018. Das Magazin ist seit dem 30. August 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

 

 

 


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Max Frisch fragt… Maren Schönfeld

In unserer Reihe „Max Frisch fragt…“ kommt der alte Meister der Literatur mit den Wortkünstlern der Gegenwart ins Gespräch. Dieses Mal mit Maren Schönfeld. Die Lyrikerin hat gerade ihr neues Buch veröffentlicht. Es trägt den Titel “Töne, metallen, trägt der Fluss – eine lyrische Elbreise”.

Können Sie sich ein leichtes Sterben denken?

Ja, als Wechsel in die nächste Welt.

Halten Sie die Dauer einer Freundschaft, die Unverbrüchlichkeit, für ein Wertmaß der Freundschaft?

Nein. Nähe und gegenseitiges Verständnis sind mir wichtiger.

Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?

Dass der Klimawandel noch aufzuhalten ist.

Was gefällt Ihnen am Neuen Testament?

Dass die Liebe das Größte ist (1. Kor. 13,13).

Wie stellen Sie sich Armut vor?

Beklemmend, weil alles gut überlegt sein will, man immer vernünftig und kostenbewusst haushalten muss – sicherlich auf Kosten der Spontaneität und der eigenen Wünsche.

Wem wären Sie lieber nie begegnet?

Niemandem. Ich habe auch oder gerade aus unliebsamen Begegnungen sehr viel gelernt.

Interview: Jenny V. Wirschky

Lesung am 20.9.2018 ab 19:30 im Kulturzentrum Motte
www.lyrischeelbreise.com


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2018. Das Magazin ist seit dem 30. August 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

 

 

 

 


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