Beiträge

Mundhalle: Handwerk und Kunst in der HafenCity

In der Mundhalle in der HafenCity ist eine breitgefächerte Interessen- und Arbeitsgemeinschaft aus 60 Akteuren aus den Bereichen Kunst, Handwerk, Technologie und Design tätig. Im Rahmen des Kultursommers findet die vielfältige Veranstaltungsreihe „LIFT ON LIFT OFF“ statt

 

Ursprünglich in einer Werkhalle in Rothenburgsort beheimatet, hat sich der Verbund der Genossenschaft Mundhalle eG nach der Gründung 2017 schnell zu einer umfangreich vernetzten und solidarischen Gemeinschaft entwickelt und ist Anfang 2021 in die HafenCity gezogen. Das berufliche Spektrum der vor Ort Beteiligten reicht von Studierenden über Soloselbstständige, Freiberufliche oder Handwerksmeister:innen, bis hin zu Unternehmer:innen. Das gemeinsame Anliegen ist es, selbstverwaltete Gestaltungs- und Arbeitsräume zu schaffen, die innerstädtisch angebunden, langfristig verfügbar und auch finanziell tragbar sind.

Während des Kultursommers lädt die Mundhalle eG zum Kulturfestival LIFT ON LIFT OFF ein. „Lift On, Lift Off“ beschreibt das Be- und Entladen von Containern mittels eines externen Krans und steht kurz („LoLo“) als Fachbezeichnung für den Großteil der Frachtschiffe auf den Weltmeeren.

 

Kultur-Container

 

Die Mundhalle eG mit ihren rund 60 Mitgliedern aus den Bereichen Handwerk, Bildende Kunst, Technologie und Design befindet sich bis Ende 2022 im ehemaligen Kreuzfahrtterminal in der HafenCity, dessen Architektur aus ebensolchen Überseecontainern besteht. Der temporäre Standortwechsel ins Entwicklungsgebiet „Überseequartier“ sei eine Herausforderung in ungewöhnlicher Umgebung für die junge Genossenschaft, so Insa, teil der Genossenschaft und Grafikerin mit Arbeitsplatz in der Mundhalle. Der neue Standort öffne durch seine spannungsgeladenen Kontraste zwischen der HafenCity als größte Baustelle Hamburgs, fertiggestellten Architekturvisionen und dem andauernden Frachtverkehr des Hafens, Freiräume für künstlerische Auseinandersetzungen, so die Grafikerin weiter.

 

Sound und Simulation

 

In diesem Sinne werden sowohl die Außen- als auch die Ausstellungsfläche des Terminals vom 22. Juli bis zum 04. August 2021 von Künstler:innen und Performer:innen der Mundhalle in einen Raum für wechselnde Ausstellungen, Performances und künstlerische Workshops verwandelt, welche in engem Bezug zur Umgebung stehen: Die Soundinstallation KEIN SCHIFF leitete mit einer Schiffshorn-Simulationsanlage lautstark den Beginn des Kulturevents ein. 

Das städtebauliche und landschaftsgärtnerische Werk der neuen HafenCity wird unter anderem auf dem Kunstspaziergang „Hafenpipi“ auf alternative Ideen und Konzepte der Erleichterung untersucht. Ebenfalls mit der urbanen Vegetation der Umgebung befasst sich der künstlerische Workshop „Nachtgärtnern – I would prefer not to“, der nur bei Dunkelheit und schlechtem Wetter stattfindet. An Fahnenmasten neben dem Terminal hinterfragt die flüssige Installation „dissolve“ die Bedeutsamkeit nationaler, image- und identitätsstiftender Symbolik.

Kinder und Erwachsene können sich im Voraus per Mail für eintägige Workshops anmelden um gemeinsam mit den Künstler:innen eigene Ideen in die Tat umzusetzen. Für das künstlerische Programm muss keine Voranmeldung getätigt werden. Die Teilnahme und der Besuch der Events ist kostenlos. Auch außerhalb der Programmpunkte kann von 12:00 bis 22:00 Uhr täglich an der neu gestalteten, öffentlichen Freifläche am Chicagokai verweilt werden.


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Endlich wieder Kunst und Kultur!

Die Hamburger Museen haben seit dem 18. Mai ihre Türen wieder geöffnet. Nach monatelanger Schließung können jetzt etliche Ausstellungen wieder besucht werden. Aus diesem Anlass präsentiert SZENE HAMBURG die Sonderaktion: „Ausgestellt“. Hier zeigen wir aktuelle Highlights ausgesuchter Museen und Kunsthäuser der Stadt.

 „Die Chance ist glücklicherweise da, neben neuen Ausstellungen auch Präsentationen zu entdecken, für deren Wahrnehmung bisher noch viel zu wenig Gelegenheit war”, so Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg. „Wir werden mit allem Engagement danach streben, dass der Besuch in unseren Einrichtungen wieder zu einem gewohnt angenehmen und zugleich sicheren Erlebnis werden kann.“

Saftey first:

  • Besucher müssen einen negativen Coronatest (PCR: nicht älter als 48 Stunden oder ein Schnelltest einer zugelassenen Testeinrichtung: nicht älter als 12 Stunden)  
  • oder einen Impfnachweis vorlegen. Kinder unter sechs Jahren sind von dieser Regelung ausgenommen.  
  • Zudem gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. 
  • Um Wartezeiten zu vermeiden, bitten die Häuser um eine telefonische Anmeldung. 
  • Terminvergaben sind auch digital über die Internetseiten der Museen möglich.  
  • Die Museumsgastronomien bleiben vorerst noch geschlossen. 
  • Die Kontaktverfolgung ist sichergestellt.

Museum für Hamburgische Geschichte

Der Fotograf Max Halberstadt. “… eine künstlerisch begabte Persönlichkeit.“
bis 3. Januar 2022

kunst-hamburg-max-halberstadt-wurststand-auf-dem-altonaer-fischmarkt-sammlung-rosenthal

Abb: Wurststand auf dem Altonaer Fischmarkt, Max Halberstadt, undatiert, Sammlung Rosenthal, USA

Max Halberstadt (1882-1940) war in den 1920er-Jahren einer der renommiertesten Porträtfotografen Hamburgs. Seine Popularität verdankte sich nicht zuletzt den Aufnahmen seines Schwiegervaters Sigmund Freud, die zu den bis heute weltweit publizierten Porträts des Vaters der Psychoanalyse avancierten. Doch auch wenn seine Freud-Porträts fortwährende Verwendung finden, ist der Name Max Halberstadt heute leider fast vergessen – in den einschlägigen Fotografenlexika sucht man ihn vergeblich.

Nach einer vielseitigen Karriere als Porträt- und Architekturfotograf, u.a. für die Jüdische Gemeinde in Hamburg, erfuhr Max Halberstadt nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Jahr 1933 und der damit einhergehenden antisemitischen Ausgrenzungs- und Verfolgungspolitik sehr bald eine dramatische Verschlechterung seiner wirtschaftlichen und sozialen Lebenssituation. Nach dem erzwungenen Verkauf seines Ateliers emigrierte er 1936 nach Südafrika. Im Exil gelang ihm zwar die Neugründung eines Ateliers, doch war es ihm nicht vergönnt, seine Karriere auch nur annähernd erfolgreich fortzusetzen.

Max Halberstadt starb im Alter von nur 58 Jahren in Johannesburg. Die von dem Literaturwissenschaftler und Publizisten Dr. Wilfried Weinke kuratierte Ausstellung will dem Fotografen die gebührende Würdigung und den verdienten Platz in der Fotogeschichte Hamburgs verschaffen. Ein Film zur digitalen Eröffnung bietet erste Einblicke in die Ausstellung: shmh.de

Museum für Hamburgische Geschichte
Holstenwall 24, 20355 Hamburg (Neustadt)
Telefon: 040 428132100
Öffnungszeiten: Mo, Mi–Frei 10–17 Uhr, Sa–So 10–18 Uhr, Dienstag geschlossen
Eintritt: 9,50 Euro, 6 Euro ermäßigt, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren


Museum der Arbeit

Grenzenlos. Kolonialismus, Industrie und Widerstand
bis 18. Juli 2021

grenzenlos-museum-der-arbeit-c-diana-ejaita

Blick in die Ausstellung „Grenzenlos“ im Museum der Arbeit, Illustrationen von Diana Ejaita (Foto: SHMH)

Das Ziel der aktuellen Sonderausstellung ist es, einen Beitrag zur Debatte über den Umgang der Hansestadt Hamburg mit ihrer kolonialen Geschichte und zur Diskussion über die Folgen kolonialer Herrschaftsstrukturen für unsere globalisierte Ökonomie zu leisten. Den historischen Ausgangspunkt der Ausstellung bildet die Verarbeitung von Kautschuk, Palmöl und Kokosöl durch hamburgische Unternehmen, die unter anderem auf dem heutigen Gelände des Museums der Arbeit, der ehemaligen New-York Hamburger Gummiwaaren-Fabrik, aber auch in Harburg und Wandsbek ansässig waren.

Vor diesem Hintergrund stellt die Ausstellung dem gängigen und verharmlosenden Narrativ einer hanseatischen „Kaufmannsindustrie“ die gewaltvollen Realitäten des Kolonialismus, aber auch die Widerständigkeit der betroffenen Menschen gegenüber. Damit verbunden ist der Anspruch, einen eurozentristischen Blickwinkel auf das Thema konsequent herauszufordern und die Perspektiven der Menschen in kolonisierten Ländern sowie ihrer Nachfahren in die Ausstellung mit einzubeziehen.

Das Konzept und die Inhalte der Ausstellung wurden deshalb gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Expertinnen und Experten erarbeitet. Ihre Partizipation hat die Arbeit des Museumsteams um Wissensbestände und Erfahrungen ergänzt, die dort bisher noch unterrepräsentiert sind: eine intensive Beschäftigung mit der hamburgischen Kolonialgeschichte und deren Spuren in der Stadt, biographische Bezüge in die ehemalige Kolonialgebiete sowie Rassismus-Erfahrungen in einer weißen Mehrheitsgesellschaft. Zur Ausstellung wird ein umfangreiches digitales Begleitprogramm angeboten. Sämtliche Informationen dazu finden sich unter: shmh.de   

Museum der Arbeit
Wiesendamm 3, 22305 Hamburg (Barmbek-Nord)
Telefon: 040 4281330
Öffnungszeiten: Mo 10–21 Uhr, Mi–Frei 10–17 Uhr, Sa–So 10–18 Uhr, Dienstag geschlossen
Eintritt: 8,50 Euro, 5 Euro ermäßigt, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren


Jenisch Haus

Werkmeisters Welt. Ein Künstler und seine Sammlung
bis 18. Oktober 2021

Werkmeister-hamburg-ausstellung-kunst

Wolfgang Werkmeister neben einem Gemälde von Benito Rebolledo Correa (Foto: Bertold Fabricius)

Wolfgang Werkmeister ist in der deutschen Gegenwartskunst in erster Linie als Meister der Radierung bekannt. In der Sonderausstellung des Jahres 2021 präsentiert das Jenisch Haus den in Altona tätigen Künstler als jahrzehntelangen Sammler. Anlässlich von Werkmeisters 80. Geburtstag wird seine umfangreiche Kunstsammlung gezeigt, in der sich zahlreiche Arbeiten befinden, die sein künstlerisches Schaffen maßgeblich inspiriert haben.

Seine Sammlung umfasst Gemälde und Grafiken aus dem 17. Jahrhundert bis heute, die mit anspruchsvollen Techniken und mit hoher gestalterischer Präzision ausgeführt wurden. Unter den Arbeiten sind Werke des Landschaftsmalers Ascan Lutteroth, des chilenischen Malers Benito Rebolledo Correa, des dänischen Künstlers Niels Simonsen und des Leipziger Grafikers Walter Zeising. Dazu gesellen sich in der Ausstellung Arbeiten von Zeitgenossen Werkmeisters wie die Grafiker Ralf Escher, Thomas Wüsten und Paul Wunderlich sowie Gemälde von Jan Peter Tripp, Michael Mau und Fritz Kreidt. Zum digitalen Atelierbesuch beim Künstler und Sammler lädt ein Film ein unter: shmh.de

Jenisch Haus
Baron-Voght-Straße 50, 22609 Hamburg (Othmarschen)
Telefon: 040 828790
Öffnungszeiten: Mo 11–18 Uhr, Mi–So 11–18 Uhr, Dienstag geschlossen
Eintritt: 7 Euro, 5 Euro ermäßigt, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren


Archäologisches Museum

„Gladiatoren – Helden des Kolosseums“
bis 17. Oktober 2021

gladiator-ausstellung-c-gallo-römisches-museum

Sonderausstellung „Gladiatoren – Helden des Kolosseums“ im Archäologischen Museum (Foto Gallo Römisches Museum)

Wer dachte, er hätte die Ausstellung „Gladiatoren – Helden des Kolosseums“ aufgrund der vorübergehenden Schließung des Museums leider verpasst, darf sich freuen: Das Museum konnte die erfolgreiche Schau verlängern. Besucher haben nun noch bis zum 17. Oktober die Möglichkeit, sich die Ausstellung anzusehen und damit einen spannenden Einblick in die Welt der antiken römischen Kampfarenen und ihrer Helden zu erhalten. Gezeigt werden originale römische Fundstücke und spektakuläre Rekonstruktionen. Lebensgroße Figuren, Filme und interaktive Stationen lassen das Römische Reich mit den Mitteln der Gegenwart zu neuem Leben erwachen und vermitteln dabei auch Überraschendes.

Auch die Ausstellung „Harburger Geschichten: Die 50er-Jahre“ ist weiterhin zu sehen. Die Schau zeigt mehr als 50 Schwarz-Weiß-Fotografien aus den reichhaltigen Sammlungsbeständen des Museums und ermöglicht einen lebensnahen und lebendigen Blick auf die Dekade in Hamburgs Süden. Das Archäologische Museum Hamburg lädt seine digitalen Besucher außerdem ein, nochmal einen Streifzug durch die letzte Hit-Sonderausstellung „hot stuff – Archäologie des Alltags“ zu machen. Von der heimischen Couch aus lassen sich Flokati-Teppich, Motiv-Tapeten und jede Menge technische Trends der letzten Jahrzehnte nun jederzeit online genießen. Einen Überblick zu den interaktiven Online-Angeboten des Museums und die aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter amh.de.

Archäologisches Museum
Museumsplatz 2, 21073 Hamburg (Harburg)
Öffnungszeiten: Di– So 10–17 Uhr, Montag geschlossen
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 17 Jahre frei


Freilichtmuseum am Kiekeberg

Kultur auf dem Land

tankstelle-freilichtmuseum-kiekeberg-c-FLMK

1950er Jahre Tankstelle in der Dämmerung (Foto: FLMK)

Einmal raus aus der Stadt, eintauchen in die ländliche Kultur: Das Freilichtmuseum am Kiekeberg südlich von Hamburg im idyllischen Rosengarten – nur 30 Minuten vom Hamburger Hauptbahnhof entfernt. Vom Bauernhaus bis zur 1950er-Jahre-Tankstelle: Über 40 historische Gebäude und Gärten auf einem zwölf Hektar großen Freigelände erzählen von der Lebensweise der vergangenen 300 Jahre.

Das Museum ist einfach über die Autobahnen A7 und A 261 erreichbar, nur fünf Minuten von der Abfahrt HH-Marmstorf entfernt. Außerdem fährt der HVV-Bus 340 hält direkt vor der Tür. Reetdach-Bauernhöfe und Scheunen, Bauerngärten und vom Aussterben bedrohte Haustierrassen zeigen das Leben der Bauern seit dem 17. Jahrhundert. Auf großen Acker- und Weideflächen wachsen alte Getreide- und Gemüsesorten. Die bunte Bauern- und Blumengärten, Streuobstwiesen und Weiden ergeben ein Bild vom früheren Leben auf dem Lande. Dazu machen unter anderem Ramelsloher Blaubeine, Bunte Bentheimer Schweine und Landschafe das Freilichtmuseum zu einem lebendigen Erlebnis.

Ein besonderer Hingucker: die rot-weiße Gasolin-Tankstelle von 1955. Sie steht in der neuen „Königsberger Straße“, in der Häuser aus der Nachkriegszeit in das aufkommende Wirtschaftswunder entführen – inklusive Quelle-Fertighaus, Siedlungshaus und Geschäftszeile mit Fotoladen und Textilgeschäft. Was gibt es noch: Das Agrarium, Deutschlands einzige Themenwelt zu Landwirtschaft und Ernährung, auf über 3.000 qm, die bezaubernde Ausstellung „Spielwelten“, die Erwachsene und Kinder in die letzten 100 Jahre Spielen zurückführt, die Ausstellungen zu alten und neuen Handwerken und zur Geschichte der Metropolregion.

Das große Ferienprogramm für jedes Alter: Beim „Sommerspaß am Kiekeberg“ (3. Juli bis 22. August) gibt es tägliche Aktionen zum Mitmachen, Probieren, Experimentieren, Zuhören und Genießen. Sieben Wochen Sommerspaß ohne Anmeldung, ohne Gebühr – einfach vorbeikommen und mitmachen.

Der Museumsladen zählt zu den besten Einkaufsadressen im Norden: Hier gibt es Altbewährtes und längst Vergessenes, wertvolle handgearbeitete Dinge von hausgemachter Marmelade bis zu feinster Seife, ausgewählte Literatur über Land- und Gartenthemen, Blechspielzeug und vieles andere mehr im Jugendstil- Ambiente. Die Museumsgastronomie bezaubert mit der passenden Ländlichkeit: Im Gasthaus „Stoof Mudders Kroog“ gibt’s norddeutsche Spezialitäten und ein bisschen „neemod’schen Kraam“. Im Rösterei-Café Koffietied kredenzt das Team geröstete Kaffeespezialitäten, selbst gebackene Kuchen und ein einmaliges Ambiente. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter kiekeberg-museum.de

Freilichtmuseum Kiekeberg
Am Kiekeberg 1, 21224 Rosengarten (Niedersachsen)
Telefon: 040 7901760
Öffnungszeiten: Di– Fr 9–17 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr
Eintritt: 9 Euro, bis 18 Jahre frei


Museum Kunst der Westküste

Ob auf der Insel Föhr oder von zuhause aus: Drei Ausstellungen im Museum Kunst der Westküste erleben

sjoerd_knibbeler_in_elements_sjoerd_knibbeler_vortex_2014_in_elements-c-lukas_spoerl

Sjoerd Knibbeler, In Elements, 2014 (Foto: Lukas Spoerl)

Rund um die Uhr ist das Museum Kunst der Westküste (MKdW) auf digitalem Weg über die Website via „MKdW-3D“ begehbar. Während des virtuellen Rundgangs durch die drei aktuellen Ausstellungen lassen sich sehr viele verschiedene Programmpunkte aus Kurzfilmen und Hörstationen über Meisterwerke oder Künstler*innen anklicken. Aber das MKdW lässt sich auch vor Ort auf der schönen grünen Insel Föhr erleben.

Beginnend mit der Schau „Neue Schätze im MKdW. Von Max Liebermann bis Jochen Hein“ wird eine Auswahl bedeutender neuer Werke, die in den vergangenen fünf Jahren in die Sammlung gekommen sind, gezeigt. Die Sammlung umfasst mehr als 900 Gemälde, Ölskizzen, Grafiken, Skulpturen, Videos, Objekte und Fotoarbeiten aus der Zeit von 1830 bis zur Gegenwart. Übrigens: rund 200 davon sind neuerdings auf der Website als „Sammlung Online“ zu erforschen.

Die Ausstellung „Sjoerd Knibbeler. In Elements“ ist wiederum die erste museale Schau des niederländischen Künstlers in Deutschland. Der in Amsterdam lebende Sjoerd Knibbeler (* 1981) war mehrere Male als Artist in Residence zu Gast am MKdW und hat auf Föhr eine ganz neue Werkserie begonnen. In seinen Arbeiten befasst er sich mit der Sichtbarmachung natürlicher Erscheinungen wie Wind oder Licht. Er fängt fotografisch ein, was sich vom menschlichen Auge für gewöhnlich nicht erfassen lässt.

Seit zehn Jahren lädt das Museum Kunst der Westküste aktiv Künstler*innen als Artists in Residence nach Alkersum ein. Die Ausstellung „Made on Föhr. Fotografie aus dem Artist-in-Residence-Programm: Nicole Ahland, Elina Brotherus, Thomas Wrede“ bildet als dritte aktuelle Schau den Auftakt zu einer neuen, das Programm zukünftig begleitenden Ausstellungsreihe. Die Gruppenschau zeigt eine Auswahl von überwiegend erstmals öffentlich gezeigten Fotoarbeiten von Nicole Ahland, Elina Brotherus und Thomas Wrede.

Das Museumsrestaurant Grethjens Gasthof rundet den Besuch bestens ab. Im schönen Rosengarten lässt sich in einem Strandkorb das hausgemachte Tagesgericht oder Kaffee und Kuchen genießen. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter mkdw.de.

Museum der Künste
Hauptstraße 1, 25938 Alkersum/Föhr (Schleswig-Holstein)
Telefon: 04681 747400
Öffnungszeiten: Di–So 11–16 Uhr, Montag geschlossen
Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, bis 18 Jahre frei


Auswanderermuseum Ballinstadt

2.500 Quadratmeter zum zeitlosen Thema Migration

auswanderer-museum-hamburg-ballinstadt-statue-of-liberty-c-patrick-lux

Die Statue of Liberty im Auswanderermuseum Ballinstadt (Foto: Patrick Lux)

Hamburg hat mehr Brücken als jede andere Stadt der Welt. Aber die längste und wichtigste Brücke ist die Verbindung zur Neuen Welt. Der Hafen der Stadt, der als Hafen der Träume bezeichnet wird, war die letzte Station von Millionen von Migranten, bevor sie vor allem nach Amerika reisten. Diese Reise über Hamburg führte ab 1901 auch über die Auswandererhallen der Hapag Reederei auf der Veddel, wo sich heute das Auswanderermuseum BallinStadt befindet – benannt nach Albert Ballin, einem der erfolgreichsten Geschäftsleute der Kaiserzeit. Ballin war ein echter Kosmopolit und eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Hamburger Geschichte.

Im Auswanderermuseum folgenden die Besucher den Spuren der Auswanderer. Sie entdecken bewegende persönliche Geschichten, genealogische Aufzeichnungen und eine erlebnisreiche historische Ausstellung. Auf rund 2.500 qm erfahren die Gäste an historisch authentischem Ort in Hamburg mehr über das zeitlose Thema Migration. Neben einem wichtigen Teil der Hamburger Geschichte erleben die Besucher die Etappen der Auswanderung über die Jahrhunderte hinweg. In 14 Themenräumen erfahren sie mehr über die Migrationsgeschichte. Die Besucher können in einer erlebnisreichen und interaktiven Ausstellung in verschiedenen Auswandererbiographien stöbern, Pull- und Push-Faktoren für Migration kennenlernen und in die Bedingungen der Reise und den Herausforderungen nach der Ankunft eintauchen.

Vom 18. September bis 30. Dezember 2021 ist zudem die Sonderausstellung „BallinStadt – Hamburger Hafen deutsch-jüdischer Geschichte“ im Rahmen des Jubiläumsjahres „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ zu sehen. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter ballinstadt.de

Auswanderermuseum Ballinstadt
Veddeler Bogen 2, 20539 Hamburg (Veddel)
Telefon: 040 31979160
Öffnungszeiten: Mi–So 10–16.30 Uhr, Montag und Dienstag geschlossen
Eintritt: 13 Euro, ermäßigt 11 Euro, Kinder (5-12 Jahre): 7 Euro


Deutsches Salzmuseum

Auf den Spuren Lüneburgs ruhmreicher Vergangenheit

salzmuseum

Salz ist weiß, Salz macht durstig, Salz ist geruchlos, Salz kostet nicht viel. Salz ist ein unscheinbares weißes Körnchen. Doch erst dieses Körnchen ermöglicht das Leben auf der Erde. Als eines der ältesten Kulturgüter hat es die Geschichte der Menschheit entscheidend geprägt. Grund genug, es gebührend zu zeigen! Aber warum in Lüneburg? Lüneburg ist die Salzstadt im Norden. Über 1000 Jahre lang bestimmte das Salz das Leben der Stadt. Es machte sie reich und mächtig. In der Stadt hinterließ es viele Spuren. Erst 1980 schloss das Salzwerk seine Pforten. Es war einer der ältesten Industriebetriebe Europas. Das Deutsche Salzmuseum erinnert an seine ruhmreiche Vergangenheit. Wissenswertes, Interessantes, Spannendes und auch Kurioses zum Thema Salz erfährt der Besucher auf anschauliche und gar nicht „museale“ Weise. Fühlen Sie, riechen Sie, schmecken und sehen Sie selbst! Salz kennt nicht jeder! Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter salzmuseum.de.

Deutsches Salzmuseum
Sülfmeisterstraße 1, 21335 Lüneburg
Telefon: 04131 720 65 13
Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr, Montags geschlossen
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 18 Jahre frei


Museum Lüneburg

Archäologie entdecken, Natur erkunden, Geschichte erleben

museum-lüneburg-c-martin-baeuml-fotodesign

Foto: Martin Bäuml Fotodesign

Kinder und Erwachsene gehen in sieben großzügigen Abteilungen auf eine spannende Zeitreise durch die Natur- und Kulturgeschichte der Region, von der Eiszeit bis heute. Zu sehen sind besondere Stücke wie die monumentale Kopie der Ebstorfer Weltkarte aus dem 13. Jahrhundert, die einem großen Wimmelbild gleicht und auf der man immer wieder neue Details entdeckt.

Exponate wie der sieben Meter lange Falttisch aus der herzoglichen Burg erzählen spannende Geschichten. Auch die Tierwelt der Elbtalaue und Heide kann man sich im Museum aus nächster Nähe ansehen. Wechselnde Sonderausstellungen, Vorträge, Konzerte, (Puppen-)Theater gehören zu den rund 200 Veranstaltungen jährlich und machen das Museum zu einem besonderen Ort der Begegnung für Groß und Klein. Eine Stärkung erwartet die Gäste im Museumscafé LUNA, das leckeren Kuchen und Kaffee sowie Frühstück an den Wochenenden serviert – mit vielen regionalen Zutaten. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter museumlueneburg.de

Museum Lüneburg
Willy-Brandt-Straße 1, 21335 Lüneburg
Telefon: 04131 7206580
Öffnungszeiten: Di+Mi+Fr 11–18 Uhr, Do 11–20 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr, Montags geschlossen
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 18 Jahre frei


Deichtorhallen Hamburg

Internationale Fotografie zum Thema Familie
bis 18. Juli

deichtorhallen-hamburg-elinor-carucci-three-generations-2016

Foto: Elinor Carucci, Three Generations, 2016

Mehr als 20 internationale fotografische Positionen greifen das Thema „Familie“ in der Ausstellung „Family Affairs – Familie in der aktuellen Fotografie“ im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg auf. Die Ausstellung zeigt aktuelle künstlerische Projekte, die sowohl die Diversität fotografischer Herangehensweisen als auch die Verschiedenartigkeit familiärer Modelle, Lebensweisen und komplexen Dynamiken sichtbar machen.

Der fotografische Blick durchbricht dabei das Alltägliche und stellt vorherrschende Normen infrage. Überkommene und neue Rollenbilder, intime Momente des Elternseins und des Älterwerdens, Überforderung und Chaos werden ebenso thematisiert wie Liebe, Halt und Verzweiflung an der eigenen Familie.

Die Gruppenausstellung „Family Affairs“ ist noch bis zum 18. Juli 2021 im Haus der Photographie zu sehen. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter deichtorhallen.de.

Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1 − 2, 20095 Hamburg (St. Georg)
Telefon: 040 321030
Öffnungszeiten: Di-So 11–18 Uhr, Montags geschlossen
Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 7 Euro, bis 18 Jahre frei


Internationales Maritimes Museum Hamburg

Eine spannende Reise durch Hamburgs ältesten Kaispeicher

maritimes-museum-hamburg

Schon die Lage ist Programm – genau an der Grenze zwischen dem UNESO Welterbe Hamburger Speicherstadt und der modernen HafenCity lädt das Internationale Maritime Museum Hamburg zur Reise durch 3.000 Jahre Menschheits- und Schifffahrtsgeschichte. Im historischen Kaispeicher B, dem ältesten noch erhaltenen Speichergebäude Hamburgs, hält die weltweit größte maritime Privatsammlung auf neun Stockwerken – im Museum Decks genannt – viele einmalige Schätze bereit.

Im Mittelpunkt stehen natürlich die Schiffsmodelle. Von ihnen gibt es rund 1.000 große und 50.000 Miniaturmodelle aus aller Welt. Zu den Highlights zählt die „Santa Maria“ aus purem Gold, das Flaggschiff, mit dem Christopher Columbus 1492 Amerika entdeckte. Und die meterlangen Werftmodelle begeistern mit ihrer Detailtreue die großen und kleinen Schifffahrtfans gleichermaßen.

Neben dem Ausflug in die große maritime Welt steht natürlich der „Heimathafen Hamburg“ immer wieder im Fokus. Noch bis Ende August läuft die Sonderausstellung „Die Howaldtswerke in der Zeit des Wirtschaftswunders 1953 – 1967“. Die Fotoausstellung gibt recht ungewöhnliche und überraschende Einblicke in den Werftalltag. Anfang November präsentiert das Maritime Museum dann eine große Sonderausstellung anlässlich des 150jährigen Jubiläums der Reederei Hamburg Süd.

Außer den Sonderausstellungen machen zahlreiche Führungen,  Familienveranstaltungen sowie ein professioneller Schiffsführungssimulator das Museum abwechslungsreich und lebendig. Schifffahrtsbegeisterte Besucher aus aller Welt sind der beste Beweis. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter imm-hamburg.de

Internationales Maritimes Museum Hamburg
Koreastraße 1, 20457 Hamburg
Telefon: 040 300 92 30 0
Öffnungszeiten: täglich 10–18 Uhr
Eintritt: 15 Euro, ermäßigt 11 Euro


Museum am Rothenbaum

Kulturen und Künste der Welt
bis 31. Dezember/ 7. November

Mantel-und-Wandbehang_Presse(c)Paul-Schimweg_MARKK

Foto: Paul Schimweg / MARKK

Mit der neuen Ausstellung „Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“ greift das MARKK  die Themen Rassismus, Kolonialismus und Erinnerungskultur für junge Besucher:innen und Familien auf. Erzählt werden die Lebensgeschichten der kamerunischen Königsfamilie Duala Manga Bell und die Auswirkungen des Kolonialismus auf persönliche Lebenswege, Familien und Gesellschaft sowie die Dynamiken von internationalen Widerstandsnetzwerken. In Kooperation mit Prinzessin Marilyn Douala Manga Bell, Urenkelin von Rudolf Duala Manga Bell, entstand diese experimentelle Ausstellung. Sie erzählt die tragische, aber wahre Geschichte von Rudolf Duala Manga Bell und seinen Mitstreiter*innen Rudolf Ngoso Din und Maria Mandessi Bell und deren friedlichen Widerstand gegen die Gier der Kolonialherren und Kaufleute. Die Skrupellosigkeit, mit der diese ihre eigenen Regeln brechen, wird Rudolf Duala Manga Bell zum Verhängnis. Bis zuletzt glaubten sie an die Gleichheit aller Menschen und wehrten sich gegen die Enteignungspläne der Deutschen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Graphic Novel „Die Vergangenheit ist ein Weg“ des nigerianischen Künstlers Karo Akpokiere. Darüber hinaus werden historische Archiv- und Fotobestände, zeitgenössische Kunstwerke, Objekte der Duala-Sammlung des MARKK und herausragende Leihgaben anderer Museen zusammengebracht. Eine Ausstellung von großer Relevanz: Denn die Geschichte ist nicht zu Ende. Menschen kämpfen weiter für ihre Rechte und eine neue Beziehung mit der Welt.

Prachtvolle Stoffe und Ikatwebereien aus Seide, Tee und „Wilde Äpfel“ fanden über die mythenumwobenen, oft romantisierten Handelsrouten der Steppen und Seidenstraßen ihren Weg nach Europa. Heute sind die Transport- und Handelsverbindungen unter anderen Vorzeichen von Interesse. Großangelegte Infrastrukturprojekte prägen die asiatischen Regionen der Steppen und Seidenstraßen und fördern nicht nur Staub, sondern auch Rohstoffe wie Kohle und Gold an die Oberfläche.

Ausstellungsstücke aus verschiedenen Museumssammlungen sind in einer weiteren Ausstellung im MARKK, „Steppen & Seidenstraße“, Zeugnisse der historischen Verbindungen und des Austauschs zwischen Ost und West und spiegeln die Interessen der Reisenden, die sie nach Europa gebracht haben. Eindrucksvolle Film und Fotoaufnahmen, Interviews und Reisenotizen aus aktueller Forschung setzen die historischen Betrachtungen und Themen in Beziehung zu heutigen Fragestellungen und Lebenswelten.

In dieser Verbindung aktueller Perspektiven mit historischem Material – ethnografischen sowie archäologischen Objekten und alten Fotografien – sowie zeitgenössischen Kunstwerken werden überraschende und kaum beachtete Geschichten erzählt. Die als begehbare imaginäre Karte gestaltete Ausstellung lädt Besucher*innen ein, Wege und Bewegungen zwischen Ost und West nachzuvollziehen und neue Verbindungen zwischen Themen und Orten herzustellen. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter markk-hamburg.de.

Museum am Rothenbaum
Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg (Harvestehude)
Telefon: 040 42 88 79 0
Öffnungszeiten: Di-So 10–18 Uhr, Do bis 21 Uhr, Montags geschlossen
Eintritt: 8,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro


Dialoghaus Hamburg

Einmal die Welt wechseln

dialog-im-dunkeln-hamburg

Im bekanntesten Erlebnis des Dialoghaus Hamburg sind die blinden Gastgeber die „Sehenden“. Sie führen die Teilnehmer in kleinen Gruppen mit maximal 8 Personen durch den lichtlosen Ausstellungsparcours. Ausgestattet mit einem Langstock entdeckt man hier eine scheinbar gewohnte Welt neu. Man hört, fühlt, und orientiert sich in nicht-visuellen Alltagssituationen: bei einem Spaziergang durch einen Park oder dem Überqueren einer Straßenkreuzung in einer Stadt. Nun möchten wir noch nicht zu viel verraten, aber die Gastgeber sorgen dafür, dass man sich in diesem ungewohnten Szenario sehr wohlfühlt. Die Tour endet in der Dunkel-Bar. Bei einem Getränk kommt man ins Gespräch. Viele Fragen tauchen während der Tour auf, die die Guides an dieser Stelle beantworten werden. Mit diesem Austausch klingt dieses ungewöhnliche Erlebnis nach 60 Minuten aus und man betritt langsam wieder das Licht des Foyers.

Ich schmecke was, was Du nicht siehst!

Das Dinner in the Dark ist mindestens genauso bekannt wie die Ausstellung und es wird oft versucht zu kopieren. Im Dialoghaus gibt es das Original DINNER IN THE DARK zu erleben! Bei diesem Dunkel-Erlebnis steht nicht einfach nur ausgewähltes und erstklassiges Essen auf der Karte. Es ist vielmehr eine außergewöhnliche Erfahrung, die voll und ganz aufs Sehen verzichtet – und dadurch andere Sinne wie Riechen, Fühlen und vor allem Schmecken noch intensiver anregt. Das Dinner ist für jeden Teilnehmer eine ganz besondere und intensive Erfahrung und ein unvergessliches Geschmackserlebnis.

Das besondere Geburtstags-Event für kleine Geburtstagkinder

Im Dunkeln lässt sich gut munkeln, das wusste man schon in Kindheitstagen, deshalb feiern Geburtstagskinder und Ihre Gäste hier ihre ganz eigene Tour! Ausgestattet mit einem Langstock und geführt von einem sehbehinderten Guide entdeckt die kleine Geburtstags Gang eine neue Welt. Der Klangraum und einige kleine Herausforderungen sind die Überraschungen, auf die sich Alle freuen können. So ein außergewöhnlicher Geburtstag bleibt auf jeden Fall in guter Erinnerung, weil er einfach mal ganz anders gefeiert wurde. Am Ende der Geburtstagstour gibt es noch ein kleines Geschenk für das Geburtstagskind! In Kürze im Ticketshop buchbar. Derzeit auf Anfrage info@dialog-im-dunkeln.de 

Dialog im Stillen – Die beeindruckende Welt der Gehörlosenkultur

Mit den Händen sprechen und den Augen hören? Geht das. Na klar! Mit schalldichten Kopfhörern ausgestattet erlebt man hier die Welt der Menschen, die nichts oder wenig hören können. Gehörlose Guides führen die Teilnehmer durch mehrere Erlebnisstationen mit sehr lebendiger Kommunikation. Das Erlebnis im Stillen ist ein sehr lebhafter und ausdrucksstarker Austausch in nonverbaler Kommunikation – mit den Experten in Körper- und Gebärdensprache.

Man kann dort die Kraft und Eleganz der Gebärden lieben lernen. Wenn man sich auf den Kontakt zwischen der Welt der Hörenden und der Gehörlosen einlässt und in sie eintaucht werden Berührungsängste abgebaut. Diese Erfahrung gibt einem die Möglichkeit mutiger, toleranter und offener zu werden.

Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter dialog-in-hamburg.de

Dialoghaus Hamburg
Alter Wandrahm 4, 20457 Hamburg (HafenCity)
Telefon: 040 3096340
Öffnungszeiten:Fr-So 9:30–16 Uhr, Sa 12–18:30 Uhr, Mo-Do geschlossen
Eintritt: 13,50 Euro


Rindermarkthalle St. Pauli

Dauerausstellung zeigt die Geschichte der Rindermarkthalle, des Schlachthofes und der sie umgebenden Viertel

 rindermarkthalle-hamburg-ausstellung-geschichte

Wussten Sie, dass bis Ende der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts am U-Bahnhof Feldstrasse eine pittoreske Windmühle stand? Oder, dass vom Heiligengeistfeld bis zum Bahnhof Sternschanze einstmals eine Bahnlinie verlief, und an der Rindermarkthalle die Rinder und Schweine die Feldstraße mittels eines Trifttunnels unterquerten? Oder, dass die am 16. Juni 1951 eröffnete Rindermarkthalle als größte freitragende Hallenkonstruktion in Europa galt? Anlässlich der Fertigstellung der Rindermarkthalle vor jetzt genau 70 Jahren zeigt ab dem 4. Juni eine Dauerausstellung Geschichte und Geschichten der Halle und des ehemaligen Schlachthofes. Zu finden ist die in einer Koproduktion vom St. Pauli Archiv und dem Schaff Verlag entstandene öffentliche Ausstellung im Seiteneingang der Rindermarkthalle St. Pauli (neben dem Restaurant Marktkönig).

„Die Rindermarkthalle und der Schlachthof haben den Charakter des Schanzen- und des Karoviertels entscheidend geprägt. Wer die Viertel wirklich verstehen will, sollte den Zusammenhang zwischen Leben und Arbeiten einmal im historischen Kontext erlebt haben. Die Geschichte der Menschen und der Gebäude ist so toll, dass wir sie unbedingt erzählen wollten“, erklärt Martin Bo Ahlers, Centermanager der Rindermarkthalle. Finanziell ermöglicht wurde das Projekt von der Edeka Nord.

Die Ausstellungsmacher:innen: „Rund um Schlachthof und Rindermarkthalle siedelten sich Lokale an. Seit 1904 gibt es schon die Schlachterbörse, die früher übrigens „Zum gemütlichen Schlachterheim“ hieß. Erikas Eck ist das einzig erhalten gebliebene Frühlokal. Hier geht man seit jeher nach der Spät und Nachtschicht hin, um sich zu stärken. Diese Tradition wurde weitergeführt, und neben den alten Lokalen sind im Schanzen- und Karolinenviertel zahlreiche neue hinzugekommen.

Die Veränderung des gesamten Areals hat viel Leben in die ehemaligen Industriedenkmäler gebracht. Das sorgt aber bis heute auch für soziale Kontroversen. Uns ist wichtig, in dieser Ausstellung auch die Schattenseiten der Umwandlung zu thematisieren.“ Mehr Informationen gibt es im St. Pauli Archiv.

Über die Rindermarkthalle St. Pauli

Umgeben vom Schanzen- und Karoviertel bietet die 12.500 Quadratmeter große Rindermarkthalle St. Pauli eine aufregende Reise durch die nationale- und internationale Küche. Getreu dem Claim „Hier schmeckt das Leben“, gibt es über 30 individuelle Konzepte rund um das Thema Genuss und Frische mit Läden wie „Brot und Stulle“, der Confiserie Paulsen, der Fleischmanufaktur „Metzgers“ oder dem Zero Waste Laden „Stückgut“.

Neben einem BUDNI, ALDI und der Bio Company, befindet sich im Erdgeschoss der historischen Halle Hamburgs größtes EDEKA Frischecenter, das auf seinen 4.500 Quadratmetern neben regionalen Produkten über 3.000 internationale Produkte, eine Getränkeabteilung mit über 50 Sorten Craft-Beer sowie eine besonders große Auswahl an veganen und glutenfreien Produkten präsentiert.

Zusätzlich zu vielfältiger Kulinarik finden die wöchentlich rund 70.000 Besucher hier auch Handcrafted Design oder Hamburgensien wie den Troyer oder echte Fischerhemden. Daneben locken jährlich wiederkehrende innovative Events wie die Fahrradmesse Kunst- und Antikflohmarkt, der Festland Designmarkt oder der „Wintergarten St. Pauli“.

Rindermarkthalle St. Pauli
Neuer Kamp 31, 20359 Hamburg (St. Pauli)
Telefon: 040 3096340
Öffnungszeiten:Mo-Sa 10–20 Uhr, So geschlossen


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Fotografie: Marion von der Mehden zeigt die Kraft des Sports

Die Hamburgerin Marion von der Mehden arbeitet seit 1991 als selbstständige Fotografin. Ihr neues Fotoprojekt „Sport und Integration“ zeigt in ruhigen Bildern die Schicksale mutiger Menschen und die Kraft des Sports

Interview: Mirko Schneider

 

SZENE HAMBURG: Bis Ende März wird Ihr Fotoprojekt „,Sport und Integration“ an den Messehallen entlang der Karolinenstraße zu sehen sein. Wie kam es dazu?

Es begann mit der Einladung zum Oberstdorfer Fotogipfel für den September 2020 durch Kurator Christian Popkes. Nach der positiven Resonanz auf das Projekt wollte ich unbedingt in Hamburg ausstellen. Die Messehallen als Ausstellungsort waren schon immer ein Traum von mir. Wir stießen bei der Hamburg Messe & Congress GmbH sofort auf Begeisterung.

Als Sie erfuhren, dass 2020 in Oberstdorf das Thema „,Sport“ lauten würde: Was haben Sie da gedacht?

Ich dachte spontan „Oje, ich bin doch keine Sportfotografin“. Actionfotos von Sportveranstaltungen konnte ich nicht anbieten. Doch dann überlegte ich, wie ich an das Thema herangehen könnte. So kam ich auf „Sport und Integration“.

Sport bedeutet ja schließlich viel mehr als Gewinnen oder Verlieren. Und Integration ist aktuell ein wichtiges Thema, wobei Sport das Potential hat, Integration gelingen zu lassen.

Für Ihr Fotoprojekt traten Sie direkt an 17 Sportlerinnen und Sportler heran. Welche Rolle spielte der Hamburger Sportbund?

Eine sehr wichtige Rolle. Der HSB, beziehungsweise das Team Integration durch Sport, fand die Idee sofort super, hat mich in jeder Hinsicht hervorragend unterstützt. Alle Vereinskontakte kamen über den HSB zustande.

Ich wusste auch vorher gar nicht, wie viel der HSB als Dachverband der Hamburger Sportvereine und -verbände eigentlich leistet. Ich habe mich mit deren Arbeit beschäftigt und fand viele der Angebote auch recht kreativ.

Zum Beispiel das „Fahrradtraining für Frauen“ im Rahmen des Programms „Integration durch Sport“. Hier hat mich die Geschichte der Ägypterin Dina sehr berührt, die als junges Mädchen nicht Fahrradfahren lernen durfte. Nun nimmt sie an einem der Kurse teil und ist sehr glücklich darüber.

 

„Jeder einzelne Mensch ist wichtig“

 

Welche Erlebnisse und Begegnungen haben Sie noch besonders bewegt?

Hier möchte ich ein Wort einfügen: uns. Denn Texterin Sarah Beckmann hat die Interviews geführt, aus denen die kleinen Textbaukästen zu den Fotos entstanden sind. Damit fielen wir in Oberstdorf übrigens total aus der Reihe. Aber diese kurzen Erklärungen waren nötig, um den Menschen auf dem Foto noch besser zu verstehen, ihm noch näher zu kommen.

Sarah und ich waren beeindruckt davon, wie wenig Berührungsängste es gab. Wir wurden stets wie gute Freunde aufgenommen. Sehr beeindruckend war Cricketspieler Said. Er wurde von den Taliban verfolgt und ist aus Afghanistan geflohen. Bis heute weiß er nicht, ob seine Eltern noch leben, und sie wissen nicht, ob er noch lebt. Ich bin selbst Mutter und das ist unvorstellbar für mich.

Oder Ali, ein Parkoursportler, der in Syrien zum Militär sollte. Er floh in einem Boot nach Lesbos. In Hamburg setzte er sein in Damaskus abgebrochenes Schauspielstudium fort, hat seit 2019 unter anderem Engagements am Schauspielhaus Hamburg. Und noch eine Sportart möchte ich herausheben: das Ringen.

Wieso?

Ich dachte immer, Ringer sind nur Muskelpakete. Aber die haben uns einen Handstand gezeigt, sogar einen Flic Flac. Wir sahen weichfließende, technisch perfekte Bewegungsabläufe des ganzen Körpers. Wir haben viele Informationen und einen spannenden Einblick in den Ringsport bekommen.

Sie haben alle Bilder in Schwarz-Weiß aufgenommen. Warum?

Wegen der Unterschiedlichkeit der Motive. Wir waren an so vielen Plätzen mit so vielen verschiedenen Bedingungen, da dachte ich: „Ich muss da irgendwie Ruhe reinbringen. Farbe ist hier nicht wichtig.“

Gibt es eine Botschaft, die Sie mit dieser Ausstellung den Menschen vermitteln möchten?

Ja. Jeder einzelne Mensch ist wichtig. Zusammenhalt, Teamgeist und Fairplay zählen. Im Sport und im Leben. Nicht die Hautfarbe, der Glauben oder die Kultur.


Sport-SZENE_01_21-1 SZENE HAMBURG SPORT, Januar 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Januar 2021 als Heft im Heft in der Februar Ausgabe SZENE HAMBURG im Handel erhätlich!

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Ausstellung im Bieberhaus: MIND the GAP

Im stillgelegten Paternoster und über alle Etagen des Kontorhauses hinweg hat Kurator Sven Christian Schuch die Ausstellungsreihe „Mind the Gap“ initiiert – mit so großartigen Künstlern wie Cordula Ditz, Annika Kahrs oder Simon Hehemann. Wir sprachen mit ihm über die Geschichte des Bieberhauses, den Umgang mit Erinnerung und was Kunst alles kann

Interview: Sabine Danek 

 

SZENE HAMBURG: Sven, wie bist du auf das Bieberhaus gekommen?

Sven Christian Schuch: Die Idee war, ungewöhnliche Orte für Kunst nutzbar zu machen. Dabei ging es gar nicht konkret um das Bieberhaus, sondern generell darum, Ausstellungen nicht im White Cube, sondern im Alltag selbst stattfinden zu lassen. Irgendwann hat mir jemand von dem Paternoster im Bieberhaus erzählt. Das fand ich sehr spannend. Auch, weil der Paternoster, der nach der Sanierung des Bieberhauses stillgelegt wurde, quasi die Wirbelsäule des Hauses war und die Zirkulation in die oberen Etagen ermöglicht hat. Mit den Ausstellungen wollen wir ihm seine Dynamik wiedergeben.

Geht es in den Ausstellungen auch um das Bieberhaus selbst?

Ja, und das auf ganz unterschiedliche Weise. In der aktuellen Ausstellung beschäftigt Cordula Ditz sich mit der Historie des Hauses. Alexandra Hojenski hingegen wird sich mit dem Paternoster selbst beschäftigen, mit der Angst, oben oder unten durchzufahren, auf dem Kopf zu stehen oder rauszufallen. Christl Mudrak wird schauen inwiefern das jetzige Bieberhaus ein Modell für die Zukunft ist. Denn es steht auch für verschiedene Formen der Arbeit. War es bis zum Zweiten Weltkrieg ein Kontorhaus, das Arbeit und Leben trennen sollte, wurde es später von der Stadt selbst als Verwaltungsgebäude mit Finanzamt, Sozial- und Ausländerbehörde genutzt. In den 2000ern dann wurde es privatisiert und saniert und jetzt gibt es hier auch Co-Working-Spaces, den Rowohlt Verlag und Kreativagenturen.

Wie geht Cordula Ditz in ihrer Ausstellung jetzt mit der Geschichte des Bieberhauses um?

Cordula Ditz, die für ihre Arbeiten ja immer sehr viel recherchiert und Material anhäuft, geht bis zu den Anfängen des Bieberhauses 1909 zurück. Es war zum Platz geöffnet, große Palmen standen im Foyer und es beherbergte das Bieber-Café, das ein beliebter Treffpunkt war. Fasziniert von der Modernität, schaute man von dort aus auf die Gleise des Hauptbahnhofs, der 1906 eröffnet wurde. Vor allem aber hat sie die Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs interessiert und speziell die Geschichte von Helmuth Hübner. Der 16-Jährige, der Verwaltungsschüler in der Sozialbehörde hier im Bieberhaus war, hörte heimlich die BBC und verfasste Flugblätter gegen die Nazis, die er mit seinen Freunden in den Arbeitervierteln Hammerbrook und Rothenburgsort verteilte. Es waren tolle, geistreiche Flugblätter, ungefähr 60 an der Zahl. Am 5. Februar 1942 sind er und seine Freunde aufgeflogen, Hübner wurde hier im Bieberhaus festgenommen und am 27. Oktober 1942 wurde er im Gefängnis in Plötzensee guillotiniert. Cordula Ditz hat viel im Archiv der VVN, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, recherchiert und sogar herausgefunden, in welchem Zimmer er wohl saß. Wir haben dessen Fenster mit LED-Streifen markiert, sodass es nachts leuchtet und auch von außen sichtbar ist.

Sind alle Arbeiten direkt für das Bieberhaus entstanden?

Ja, alle von ihnen sind neu und werden sich auf unterschiedliche Weise auf das Haus einlassen. Annika Kahrs wird die sieben Etagen mit akustischen Familienporträts bespielen. Dafür arbeitet sie mit Derya Yildrim zusammen, einer Hamburger Musikerin mit türkischen Wurzeln. Die Arbeit bezieht sich auch darauf, dass die Ausländerbehörde lange im Bieberhaus untergebracht war. Aber das muss man gar nicht wissen, denn das Wichtigste sind die Arbeiten selbst.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit Geschichte, mit Erinnerung und dem Umgang damit. Und das in der Nähe der großen Wunde, die die City-Höfe hinterließen.

Die City-Höfe sind natürlich das Paradebeispiel dafür, wie man mit seinem Erbe nicht umgehen sollte. Jedes Haus hat eine Geschichte, und aus einem Bewusstsein dafür kann viel entstehen.

Spielt der Titel „Mind the Gap“ auf die Nähe zum Hauptbahnhof an?

Ja, denn diese Aufforderung kennt man natürlich aus Zügen. Gleichzeitig bezieht der Titel sich aber auch auf das Viertel, das zwischen Extremen changiert und vor allem auf den Paternoster selbst – und auf das Potenzial, das in solchen Lücken steckt.

MIND the GAP, Bieberhaus
bis 4.7.2021


Cover_SZ1020 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2020. Das Magazin ist seit dem 27. September 2020 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

Elliott Landy’s Woodstock Vision: Erinnerungen an die Liebe

Das Woodstock-Festival 1969 war eine XXL-Demonstration der damaligen Friedensgeneration. Unvergessen bleibt deren Lebensgefühl auch dank Ausstellungen wie „Elliott Landy’s Woodstock Vision“

Text: Erik Brandt-Höge

 

Eine Milchfarm bei New York sollte vom 15. bis 17. August 1969 zur Kulisse eines Mega-Events werden. Das Woodstock-Festival stand an, und nicht weniger als eine halbe Million Menschen strömte heran, um für Liebe und Frieden zu protestieren und nicht zuletzt den passenden Live-Soundtrack von Musikgrößen à la Jimi Hendrix, Joan Baez, Janis Joplin, Santana und Joe Cocker zu zelebrieren.

woodstock-vision2-Credit-Elliott-Landy

Woodstock, meine Liebe (Foto: Elliott Landy)

Auf den grünen Hügeln vor der Bühne machte es sich eine Generation gemütlich, die vom Vietnamkrieg, von der Kuba-Krise und allerhand ähnlichen sie verstörenden Ereignissen schlichtweg die Schnauze voll hatte. Während einige der größten Hits der Rockmusik übers Areal schallten, schalteten alle Anwesenden einfach mal ab vom Weltwahnsinn und setzten voll und ganz auf Harmonie.

Festgehalten wurden diese Glücksmomente vom amerikanischen Fotografen und Autor Elliott Landy, der zu den wenigen zählte, die nicht bloß vor, sondern auch auf der Woodstock-Bühne Bilder machen durften. „Elliott Landy’s Woodstock Vision“ ist nun der Titel einer Ausstellung im Überseeboulevard 5, die in vier Sektionen („I Vision of a Generation“, „II Stars and Stones“, „III Hight on Musik“, „IV Woodstock“) den Zeitgeist der späten 60er Jahre ins Hier und Jetzt hievt. Zu erleben sind etwa meterhohe Porträts der Live-Acts, eine audiovisuelle Psychdelic Show und ein Woodstock Café.

Elliott Landy’s Woodstock Vision: 1.8.–31.10., Überseeboulevard 5, täglich 14–20 Uhr, Fr–Sa 14–21 Uhr


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Juli 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Kunst im Grand Elysée: Realisten im Rampenlicht

Nah am Wasser – Galerie im Elysée stellt Werke von Lars Möller und Mathias Meinel aus

Text: Erik Brandt-Höge

 

Das Element Wasser ist seit jeher ein überaus beliebtes Maler-Motiv – und das, obwohl es selbst eigentlich farblos und zudem ständig in Bewegung ist, also eine echte künstlerische Herausforderung bedeutet. Mit „Nah am Wasser“ ist ab sofort und bis voraussichtlich Ende August eine Ausstellungcin der Galerie im Grand Elysée zu sehen, die Wasser in all seiner Kraft und Dynamik dokumentiert.

Die gezeigten Arbeiten stammen von den beiden Norddeutschen Realisten Lars Möller und Mathias Meinel. Während Möller sich auf die landschaftliche Weite des Nordens fokussiert und die Welt zwischen Wellengang und Wolken auf die Leinwand bringt, sind Meinels Bilder von Nahaufnahmen geprägt, etwa von überschwemmten Feldern und Pfützen. Beiden gelingt es, ein faszinierendes Lichtspiel zu kreieren und Galerie-Besucher sofort ins gemalte Geschehen hineinzuziehen.

Leider wird es keine Vernissage geben. Dafür ist „Nah am Wasser“ täglich und rund um die Uhr zu erleben. Besucher werden gebeten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich an den Mindestabstand von 1,50 Metern zu halten.

Ab sofort bis vorauss. Ende August, Grand Elysée Hotel Hamburg


Szene_Juli_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2020. Das Magazin ist seit dem 27. Juni 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Welcome back: Kunstverein öffnet seine Türen wieder

Ab Donnerstag, 7. Mai, können wieder Museen, Ausstellungshäuser und Gedenkstätten besucht werden. Auch der Kunstverein ist zurück und öffnet seine Türen für Besucher

 

Endlich geht es los und Hamburgs Kultur erwacht wieder ein Stück. Nachdem sich Bund und Länder auf weitere Lockerungen geeinigt haben, hat der Hamburger Senat am Dienstag, 5. Mai, die Beschlüsse in einer neuen Rechtsverordnung umgesetzt. Unter Einhaltung der notwendigen Hygienevorschriften wird die Öffnung in vielen Kulturbereichen wieder möglich sein. Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Galerien sowie Bibliotheken und Archive werden jetzt wieder schrittweise für Besucher öffnen.

Mit dabei ist auch der Kunstverein. Die Laufzeit für die aktuellen Ausstellungen „ars viva 2020 – Karimah Ashadu“, „Thibaut Henz & Cemile Sahin“ und „Matheus Rocha Pitta – The Curfew Sirens“ werden bis zum 31. Mai 2020 verlängert. Auch wenn es vorerst keine Veranstaltungen in den Räumen des Kunstvereins geben wird, digital bleibt man weiterhin verbunden. Auf den Sozialen Medien und der Website finden sich vielfältige Inhalte, wie insbesondere auch die Führungen zu den Ausstellungen. Alle Fragen und Antworten rund um die Wiedereröffnung und einen Ausstellungsbesuch gibt es ebenfalls auf der Homepage.

 

Maske auf

 

Die aktuelle Lage fordert ein neues Miteinander während des Ausstellungsbesuchs. Damit ein sicherer und reibungsloser Ausstellungsbesuch im Kunstverein ermöglicht werden kann, wurden in Abstimmung mit den zuständigen Behörden umfassende Schutz- und Hygienemaßnahmen entwickelt, die auf der Webseite und im Eingang zum Kunstverein nachgelesen werden können. Insbesondere das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes ist für den Besuch natürlich notwendig.

kunstverein.de


Für mehr Stories aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

True Stories: Fotografie der Wirklichkeit

In „True Stories“ untersucht die aktuelle Meisterklasse der Ostkreuzschule für Fotografie die Wirklichkeit

Text: Sabine Danek

 

Um ihre subjektive Wahr­nehmung der Vergangen­heit, dem Jetzt oder der Zu­kunft festzuhalten, zog es die 12 Meisterschüler der Klasse von Fotolegende Ute Mahler und Deichtorhallen­-Kurator Ingo Taubhorn an die unterschiedlichsten Orte. Und egal wie nah oder fern sie sind, ob sie auf dem Land liegen oder das eigene Ich sind, eine Zukunftsvision oder ein Blick zurück, nehmen sie einen mit auf herrlich unbekanntes Terrain.

Nele Gülck erkundete ein albanisches Dorf im Morava­ Gebirge und dessen „guten Berg“, dem mythische Kräfte zugeschrieben werden, von Katholiken ebenso wie von orthodoxen Christen, von Muslimen, Bektashi Sufis und auch alten Sozialisten, die sonst wahrscheinlich nicht an allzu viel glauben. Gehen die Bewohner mal auf die Reise, vergessen sie nie, eine Handvoll Erde des Berges einzustecken. Nina Hansch näherte sich in „800 Meter tief “ dem Leben in Groß Vahlberg an, das nur zwei Kilometer von dem Atommülllager Asse II entfernt liegt. Ralf Bittner hielt in „Zwischenland“ die kaum wahrnehmbaren, kleinen Veränderung in einem 65.000 ­Ein­wohner ­Städtchen fest. Heide Krautwald hingegen erforschte ihre sozialen Rollen als Frau, Geliebte, Mutter und Natalya Reznik machte sich in die Zukunft auf. In „Die Alte Welt“ des Jahres 2050, in der DJs, Stewardessen oder Models stolz angegraute ältere Damen sind.

Ab dem 3. April wollten die Meisterschüler ihre „True Stories“ im Frappant zeigen. Updates auf der Website www.tru­estories­oks.de, genauso wie auf Instagram (truestories_oks), wo die Fotoserien gut dokumentiert sind.

truestories-oks.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, April 2020. Das Magazin ist seit dem 28. März 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 

#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.

Junge Malerei bei Feinkunst Krüger

Wo junge Malerei beginnt: Charmanter Feinkunst-Krüger-Coup mit den Deichtorhallen Hamburg

Text: Sabine Danek

 

Schon der Titel lässt einen glücklich lächeln. „Heute ist morgen schon vorbei“ heißt die Schau bei Feinkunst Krüger, die augenzwinkernd Bezug auf die Wander-Ausstellung „Jetzt!“ nimmt, die in den Deichtorhallen eröffnet wird. Nach Stationen in Bonn, Chemnitz und Wiesbaden wird dort „Junge Malerei in Deutschland“ gezeigt und zwar gleich 50 aktuelle Positionen.

 

Der Weg der jungen Kunst

 

Weil junge Künstler ihren Weg aber in der Regel in Galerien starten, in Off-Räumen und Studios, bevor sie von Museen entdeckt werden, hat Feinkunst Krüger sich etwas überlegt. Gemeinsam mit den Künstlern Stefan Vogel und Sebastian Gögel hat die Galerie 22 der jungen Maler, die in den Deichtorhallen zu sehen sind, zu einer zusätzlichen Galerie-Ausstellung eingeladen und macht folgenden Vorschlag: Am 8.2. zur Eröffnung zu Feinkunst Krüger kommen, am 13.2. zur Eröffnung der tollen Schau in die Deichtorhallen gehen – und dann bis zum 29.2. zu Feinkunst Krüger zurückkehren, um sein Lieblingsbild zu kaufen.

Ob von Viola Bittl, Dana Greiner, Sumi Kim, Moritz Schleime oder einem der vielen anderen jungen Künstler, die ja schließlich nicht allein von Luft, Liebe und Museumsausstellungen leben können. Macht Sinn!

Feinkunst Krüger: Heute ist morgen schon vorbei, Eröffnung: 8.2., 20 Uhr; Deichtorhallen: Jetzt! Junge Malerei in Deutschland, Eröffnung: 13.2., 19 Uhr


Szene_Hamburg_Februar_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Januar 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?

„Trauern“: Neue Ausstellung in der Kunsthalle

Mit Arbeiten von mehr als 30 internationalen Künstlern beleuchtet die Ausstellung „Trauern“ Verlust und Veränderung. Wir sprachen mit der Kuratorin Brigitte Kölle über die unterschiedlichen Arten des Trauerns, über die politische Dimension des Gefühls und darüber, warum es großartig ist

Interview: Isabel Rauhut

 

SZENE HAMBURG: Brigitte Kölle, auf die er­ folgreichen Ausstellungen „Scheitern“ und „Warten“ folgt jetzt „Trauern“. Wie haben sich die Themen herauskristallisiert?

Brigitte Kölle: Eigentlich haben sie sich ganz organisch ergeben. Jedenfalls war das Ganze anfangs nicht als Reihe angelegt, macht als solche aber rückblickend sehr wohl Sinn. Die Themen Scheitern, Warten und Trauern verbindet ja, dass sie Brüche und „blinde Flecken“ markieren, in einem auf Reibungslosigkeit und Funktionieren hin getrimmten Tages- und Lebensablauf. Genau dies interessiert auch viele Künstlerinnen und Künstler: Gerade in diesen Leerstellen sind Innehalten, Reflexion – und auch Kreativität möglich. Trauer ist sehr individuell.

Brigitte_Kölle

Kuratorin Brigitte Kölle, Galerie der Gegenwart

Wie haben Sie sich dem Begriff angenähert, wie haben Sie ihn eingegrenzt oder auch erweitert? 

Es stimmt, DIE Trauer gibt es nicht. Jeder Mensch trauert anders. Und auch die Trauer eines Einzelnen wandelt sich und kann unterschiedliche Formen annehmen. Insofern hat die Ausstellung auch einen Titel in Verbform: trauern. Damit ist ein Moment der Prozesshaftigkeit, des Wandels angesprochen.

Ausgangspunkt der Ausstellung war meine Beobachtung, dass zeitgenössische Künstler sich verstärkt und in vielfältiger Form mit Verlusterfahrungen auseinandersetzen. Da berühren sich also die Kunst und das Leben – das finde ich persönlich sehr spannend. Was kann uns die Kunst erzählen? Welche Bilder finden Künstler für ganz elementare und zuweilen in höchstem Maße verstörende und erschütternde Verlusterfahrungen?

Auffällig angesichts der Arbeiten ist, wie politisch Trauer sein kann. Ob es Morde an Schwarzen oder Bilder aus dem Syrienkrieg sind.

Wenn man sich intensiv mit einem Thema beschäftigt, lernt man dazu. Für mich als Kuratorin war hierbei die Erkenntnis zentral, dass der gesellschaftliche und öffentliche Umgang mit Trauer ungeheuer viel auszusagen vermag über die Gegenwart, in der wir leben. Um wen trauern wir und um wen nicht? Es gibt gleichsam eine Hierarchie der Trauer. Darin liegt eine Wertschätzung und eine klare Wertung.

Im Booklet zitieren Sie Judith Butlers Frage „Welches Leben ist betrauernswert?“

Die amerikanische Philosophin Judith Butler hat sich nach 9/11 intensiv mit diesen Fragen beschäftigt und war für mich in dieser Hinsicht ein regelrechter „eye-opener“. In der Ausstellung spiegelt sich die Frage nach der unterschiedlichen Wertschätzung, die in unterschiedlichen Intensitäten von gesellschaftlicher Trauer zum Ausdruck kommt, in zahlreichen Positionen wider: Der US-amerikanische Künstler Dread Scott thematisiert die Polizeigewalt gegenüber Schwarzen (und das gesellschaftliche Desinteresse). Felix Gonzalez-Torres rückt die Verluste in der AIDS-Krise und Khaled Barakeh die Opfer des Syrienkrieges ins Blickfeld. Und der junge tschetschenische Künstler Aslan Ġoisum führt uns auf stille, aber eindrückliche Weise die Folgen der Zwangsdeportation unter Stalin vor Augen und was es heißt, seine Heimat zu verlieren.

 

„Trauer und Protest liegen nah beieinander“

 

Sind in diesem Zusammenhang auch die Bilder von Willem de Rooij zu sehen, die erst in den Titeln aufdecken, ob es sich um Trauernde oder Demonstranten handelt?

Trauer und Protest liegen nah beieinander. Wenn die ungleiche Verteilung von öffentlicher Trauer es vermag, gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen, dann kann sie auch dazu führen, diese nicht einfach stillschweigend hinzunehmen.

Willem de Rooij hat zwei Jahre lang Fotos aus Zeitungen, die Trauernde, Demonstrierende und Protestierende zeigen, gesammelt und diese ohne Quellenangaben auf großen Bildpanels zusammengefügt. So entsteht ein Bilderatlas einer medialen Repräsentation von Trauer und Protest.

 

Fusco_RFK-Funeral-Train

Abb.: Paul Fusco: RFK Funeral Train, 1968/2019

 

Sehr bewegend sind Paul Fuscos Fotos der Trauernden, die dem ermordeten Robert Kennedy an den Bahngleisen Respekt zollten, als sein Leichnahm 1968 nach Washington, D.C. gebracht wurde. Eine Million Menschen sollen es gewesen sein. Wie kam die Dokumentarfotografie in die Ausstellung?

Die farbintensiven fotojournalistischen Arbeiten von Paul Fusco sind beeindruckend und haben andere Künstler zu eigenen Arbeiten inspiriert. Darunter Rein Jelle Terpstra aus Amsterdam, der den Blick von Fusco auf die vielen Trauernden aus dem Zug mit Kennedys Leichnam zurückwirft. Er zeigt die Fotos und Filme, die die Trauernden selbst gemacht haben. Schuss – Gegenschuss!

Und der französische Künstler Philippe Parreno hat auf der Grundlage von Fusco-Fotos einen Film gedreht, der wie eine Art surreales Reenactment der Szenerie daherkommt und damit die Frage stellt, was von dem Ereignis des Jahres 1968, das ja zugleich ein Abgesang auf die gesellschaftlichen Visionen eines Amerikas ohne Rassendiskriminierung war, in heutiger Zeit noch aktuell ist.

Betritt man die Ausstellung, hört man keltisch­heidnische Klagegesänge der Künstlerin Susan Philipsz. Wollen Sie den Besuch gleich zu Beginn mit Emotion aufladen?

Die Sound-Skulpturen von Susan Philipsz sind emotional und konzeptuell zugleich. Sie überwältigen nicht, obwohl sie berühren. Susan hat sich ein altes irisches Klagelied vorgenommen und es bis auf die Grundtöne reduziert. Sie singt einzelne Töne selbst, die über vier Lautsprecher auf unterschiedlichen Höhen des großen Lichthofs der Galerie der Gegenwart regelrechte Tonkaskaden bilden. Die menschliche Stimme ist zugleich körperlos als auch ungeheuer präsent – ein besonderes Erlebnis!

 

„Trauer ist der Beweis für unsere Liebesfähigkeit“

 

Wie wirkt es sich persönlich aus, sich so lange mit dem Thema Trauer zu beschäftigen?

Auf gewisse Weise musste ich mir im Laufe der Vorbereitung einen distanzierteren, fast analytischen Blick antrainieren: Wie ist das gemacht? Welche Aspekte thematisiert das Kunstwerk? Inwiefern bereichert und erweitert es die Bandbreite der gezeigten Werke? Es handelt sich hier schließlich nicht um die Vorbereitung einer Therapiesitzung, sondern um eine Kunstausstellung … Und dennoch geht das irgendwie ineinander über.

Denn dass die Künstler sich mit dem Thema beschäftigen, ist ihnen ein echtes, auch persönliches Bedürfnis. Und sie bieten damit gewissermaßen eine offene Flanke. Das ist für mich als Kuratorin, aber auch für die Besucher ein Geschenk.

Was sagt unser heutiger Umgang mit Trauer für Sie über unsere Gesellschaft aus?

Der gesellschaftliche Umgang mit Trauer impliziert eine Wertung, ein Ein- und Ausgrenzen. Und die Trauer sagt viel darüber aus, ob wir uns als verletzliche Wesen selbst akzeptieren und gegenseitig aushalten. Leider spricht die zunehmende Pathologisierung der Trauer eindeutig dagegen.

Letztlich ist die Trauer – so absurd das zunächst klingen mag – eine großartige Sache, denn sie ist der Beweis für unsere Beziehungs- und Liebesfähigkeit. Wenn uns alles und jeder egal ist, dann können wir keinen Verlust und damit keine Trauer empfinden. Und das wäre eine schreckliche Vorstellung!

Hamburger Kunsthalle/Galerie der Gegenwart: Trauern. Von Verlust und Veränderung, Eröffnung: 6.2., 19 Uhr, bis 14.6.


Szene_Hamburg_Februar_2020_Cover SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2020. Das Magazin ist seit dem 30. Januar 2020 im Handel und  auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


#wasistlosinhamburg? Für mehr Stories und Tipps aus Hamburg folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram.


Lust auf mehr Geschichten aus Hamburg?