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Deutsch-französische Begegnungen

Die Hamburger Kunsthalle stellt mit dieser Neupräsentation deutscher und französischer Werke des Impressionismus nationale Kategorien der Strömung in Frage

Text: Rosa Krohn

 

Die Hamburger Kunsthalle stellt in der Ausstellung „Impressionismus – Deutsch-französische Begegnungen“ nationale Kategorien der Stilrichtung des Impressionismus in Frage. Ab dem 29. Oktober 2021 sind rund 80 Werke der französischen und deutschen Vertreter dieser Stilrichtung zu sehen. Die Kunsthalle vergleicht dabei in den thematischen Kapiteln „Portrait“, „Landschaft“, „Inszenierte Figur“, „Stadt und Freizeit“ sowie „Stillleben“ diese Werke miteinander. Dabei wird Unterschieden sowie Gemeinsamkeiten auf den Grund gegangen: Woher stammen wesentliche Impulse der Maler? Welche Wechselwirkungen sind visuell und historisch nachvollziehbar?

 

Impressionisten, nicht nur aus Frankreich

 

Die Stilrichtung des Impressionismus wird überwiegend Frankreich zugeschrieben. Claude Monet, Édouard Manet und Auguste Renoir zeigen in ihren Werken strahlende und farbenfrohe Szenen im Freien. Sie setzen sich in seriellen Arbeiten mit unterschiedlichen Lichtstimmungen bestimmter Motive auseinander. Und doch handelt es sich eigentlich um keine exklusiv französische Strömung. Auch in Deutschland finden sich – freilich einem späteren Zeitpunkt – impressionistische Strömungen. Vor allem Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt zählen als das sogenannte Dreigestirn zu den Vertretern des deutschen Impressionismus. Strömungen in Deutschland reichten im Gegensatz zu denen des französischen Geburtslands sogar bis weit in die 1920er Jahre.

Impressionismus – Deutsch-französische Begegnungen, Hamburger Kunsthalle, ab dem 29. Oktober 2021 


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Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?

Das MARKK setzt sich in einer aktuellen Ausstellung mit dem kolonialen Erbe der Hansestadt auseinander

Text: Marco Arellano Gomes

 

Nun könnte man auf die provokativ gestellte Frage des MARKK hier eine Kurzbiografie folgen lassen und behaupten: „Ja, jetzt kennen wir ihn.“ Aber ganz so einfach ist das nicht. Das Leben ist dann doch vielseitiger und schillernder, als ein enzyklopädischer Kurzbeitrag erfassen kann. Und so hat das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt, kurz MARKK, keine Mühen und Kosten gescheut, um das Leben von Manga Bell mittels dieser Sonderausstellung umfassend darzustellen und zugleich den Themen Kolonialismus, Rassismus und Erinnerungskultur zu begegnen. Erzählt wird die tragische, weithin vergessene Geschichte des widerständigen jungen Königs Rudolf Duala Manga Bell (1873–1914) aus der Händler-Dynastie der Bells.

 

Auflehnung gegen Rassismus und die Rolle Hamburgs

 

Bell kam in der Hafenstadt Douala zur Welt. Seine Familie ist durch den Handel mit den europäischen Kaufleuten zu Wohlstand gekommen. Es ist eine Geschichte zwischen Kamerun und Deutschland, bei der Hamburg eine tragende Rolle spielte. Es ist vor allem aber auch die Geschichte eines jungen Mannes, der sich gegen Rassismus und Willkür der deutschen Kolonialregierung auflehnte. Bell richtete sich gegen die zunehmende Ausbeutung von Rohstoffen, bis er selbst im Alter von knapp 40 Jahren hingerichtet wurde. Welche Rolle spielte Hamburg dabei? Was kann man daraus lernen? Und vor allem: Wer genau war Rudolf Duala Manga Bell? Das sind die Fragen, die die Ausstellung beantworten möchte. Sie richtet sich an alle, die etwas Neues lernen möchten, aber auch speziell an Jugendliche und Familien. Spannend, anschaulich, lehrreich.

markk-hamburg.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Sammlung Falckenberg: Rätselhafte Bilderwelten

Die faszinierende Ausstellung „Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne. Das Original“ zeigt die immense Kreativität des eigenwilligen Kunsthistorikers Aby Warburg, Spross der gleichnamigen Hamburger Bankiersfamilie

Text: Marco Arellano Gomes

 

Eigentlich war für Aby Warburg (1866–1929) eine Karriere in der familieneigenen Bankdynastie vorgesehen. Doch der Spross jener gut betuchten, angesehenen Hamburger Bankiersfamilie hatte seinen eigenen Kopf und widmete sich dem Studium der Kunstgeschichte. Er promovierte zur Malerei der Renaissance, befasste sich mit Astrologie und suchte schon bald nach Mustern und Zusammenhängen, die den Gelehrten womöglich verborgen geblieben sind. Warburg vermutete Wechselwirkungen von Bildern aus verschiedenen Epochen und kulturellen Kontexten. Er reiste um die Welt, um die Kunstwerke mit eigenen Augen zu betrachten, pinnte Reproduktionen berühmter Gemälde in seinem Eppendorfer Studierzimmer an die Wände, machte Notizen und stellte Zeitungsartikel sowie Buchsammlungen zusammen.

 

Zukunftsweisend?

 

Aby Warburg in Neapel, 1929 (Foto: František Pospíšil. Courtesy The Warburg Institute)

Aby Warburg in Neapel, 1929 (Foto: František Pospíšil. Courtesy The Warburg Institute)

Er schuf sein eigenes Intranet samt Pinterest – lange bevor an diese Technologien und Plattformen zu denken war. Es wäre sicher nicht vermessen zu behaupten, dass er von dieser Idee ein wenig besessen war. Böse Zungen bezeichneten ihn als verrückt. Und in der Tat wirken einige seiner Zusammenhänge zumindest bizarr: So klebt neben einem von Eugène Delacroixs Bildern ein Foto einer deutschen Golfspielerin, in direkter Nachbarschaft zu einer Klopapier-Packung und einigen historischen Münzen. Hat er etwa die Corona-Pandemie vorhergesehen? So ungewöhnlich die Collagen hier und da daherkommen: Sie wecken in jedem Fall das Interesse des Betrachters und sind eine Herausforderung für jeden, der sich diesem Rätsel stellt. Nun sind sie erstmals in Hamburg zu sehen – allerdings nur noch bis zum 31. Oktober 2021. Die Ausstellung trägt den etwas sperrigen Namen „Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne“, benannt nach der griechischen Göttin der Erinnerung. Erinnert wird vor allem an Aby Warburgs Atlas, der bislang der Öffentlichkeit vorenthalten war.

 

Vor den Nationalsozialisten gerettet

 

(Rekonstruktion Ohrt / Heil 2020) (Foto: Wootton / fluid; Courtesy The Warburg Institute)

Aby Warburg, Bilderatlas Mnemosyne, Tafel 39
(Rekonstruktion Ohrt / Heil 2020) (Foto: Wootton / fluid; Courtesy The Warburg Institute)

In mühsamer Kleinarbeit rekonstruierten die Kuratoren Roberto Ohrt und Axel Heil die Zusammenstellung Warburgs, die nun selbst als Kunstwerk daherkommt – auch wenn Warburg sie bis zu seinem Tod als unfertig betrachtete. Den Wert seiner Arbeit erkannten Familie und Freunde dennoch – und retteten den Nachlass vor den Nationalsozialisten, indem sie alles nach London brachten: 971 Fotos und Papiere, Rekonstruktionen und Bücher, die darauf warteten, sortiert und – so gut es eben ging– zu den ursprünglichen Collagen arrangiert zu werden. Notizen von Aby Warburg dazu gibt es keine, nur Fotos und Hinweise. 63 Tafeln sind in der Sammlung Falckenberg in Harburg seit August zu bestaunen, sie sind der letzten dokumentierten Version des Atlas von 1929 nachempfunden. Um alles wirklich zu verstehen, muss man sehr in der Welt der Kunst bewandert sein und sich tiefer mit der Materie beschäftigen. Aber selbst wer sich nicht zu diesem erlesenen Kreis zählt, kann sich einfach im Pinterest-Modus von den optischen Eindrücken berauschen lassen.

„Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne“ Sammlung Falckenberg, 21. August bis 31. Oktober 2021; deichtorhallen.de/ausstellung/aby-warburg


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Oktober 2021. Das Magazin ist seit dem 30. September 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Meisterwerke: Wolfgang Werkmeister im Jenisch Haus

Wolfgang Werkmeister gilt als Meister der Radierungen. Weniger bekannt ist, was für ein leidenschaftlicher Kunstsammler er ist. In der Sonderausstellung „Werkmeisters Welt“ wird seine abwechslungsreiche Sammlung bis zum 18. Oktober 2021 im Jenisch Haus gezeigt

Text: Marco Arellano Gomes

 

Sammler gibt es in der Kunstwelt viele. Aber wonach wählt ein Künstler eine Sammlung aus? Was bewundert er an diesen Arbeiten? Welche Verbindung hat er zu ihnen? Und wann und wie kam er dazu, dieses Bild zu erwerben? Es hat schon etwas Exklusives, Einblick in eine Sammlung eines Künstlers oder einer Künstlerin zu erhalten – insbesondere, wenn er oder sie diese im Rahmen einer Führung selbst kommentiert.

 

Radierungen

 

„Greyhound“ von Michael Mau; Foto: shmh/Elke Schneider

„Greyhound“ von Michael Mau; Foto: shmh/Elke Schneider

Die Ausstellung „Werkmeisters Welt“ im Jenisch Haus gibt Einblick in die Sammlung des insbesondere für seine Radierungen bekannten Wolfgang Werkmeister. Der in Altona tätige Künstler und mehrfache Kunstpreisträger gibt erstmals Einblick in seine private Kollektion. Werkmeister studierte unter anderem bei Prof. Wilhelm M. Busch und Prof. Siegfried Oelke an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. 1966 richtete er seine Radierwerkstatt ein und arbeitete als Pressezeichner und Illustrator. Ab 1972 war er als Dozent tätig und hatte Aufenthalte in Worpswede und Oslo, Marokko und Papua-Neuguinea.

Die Sammlung besticht vor allem durch ihre Vielseitigkeit: Unter den gezeigten Kunstwerken finden sich japanische Farbholzschnitte, Werke des Landschaftsmalers Ascan Lutteroth, des chilenischen Malers Benito Rebolledo Correa, des dänischen Künstlers Niels Simonsen und des Leipziger Grafikers Walter Zeising. Es sind Objekte, die Werkmeister inspirierten und seine Wahrnehmung schärften. Der Großteil der Gemälde und Grafiken stammt aus dem Zeitraum des 17. Jahrhunderts bis heute. Alle Werke bestechen durch anspruchsvolle Technik und hohe gestalterische und handwerkliche Präzision.

 

Werke von Zeitgenossen

 

„Cafétische im Licht“ von Rolf Escher; Foto: Rolf Escher/shmh

„Cafétische im Licht“ von Rolf Escher; Foto: Rolf Escher/shmh

Auch Arbeiten von Zeitgenossen Werkmeisters – unter anderem Grafiken von Rolf Escher, Thomas Wüsten, Jan Peter Tripp und Paul Wunderlich sowie Gemälde von Rolf Schröder-Borm, Michael Mau und Fritz Kreidt – sowie Teile von Werkmeisters Sammlung an Meerschaumpfeifen, asiatischen Schattenfiguren und Gitarren werden in der Ausstellung gezeigt.

Die Sonderausstellung, die im März anlässlich Werkmeisters 80. Geburtstag startete, kann noch bis zum 18. Oktober besucht werden. Termine mit Führungen von Wolfgang Werkmeister sind noch am 19. September und am 10. Oktober (jeweils 15–16 Uhr) möglich.

shmh.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2021. Das Magazin ist seit dem 28. August 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Entdecken & Kaufen: Die INCorporating art fair!

Vom 26. bis 29. August 2021 findet im Oberhafenquartier Hamburgs neuste Kunstmesse statt

Text: Felix Willeke

 

Begeistern, entdecken, fördern, informieren, motivieren: Darum geht’s bei der neuen Hamburger Kunstmesse „INCorporating art fair!“, die vom 26. bis 29. August 2021 im Oberhafenquartier stattfindet. „Kunst darf gefallen und Kunst darf gekauft werden“, sagt Veranstalter Raiko Schwalbe.

Die Messe spricht dabei ein möglichst breites Publikum an, denn das „erklärte Ziel ist, der lokalen professionellen Kunstszene einen Raum zur Präsentation gegenüber einer breiten Öffentlichkeit zu ermöglichen. Gerade in der aktuellen Zeit, in der Kunst- und Kulturschaffende vermehrt um ihre Existenz kämpfen, möchten wir unseren Beitrag leisten und ausgewählten Projekten und Künstlerinnen und Künstlern eine kostenlose Plattform bieten“, so Schwalbe weiter. Das heißt, bei der „INCorporating art fair!“ stehen ein Viertel der Ausstellungsfläche bestimmten Projekten kostenlos zur Verfügung. Darunter sind die L’apotheque aus St. Pauli und das Projekt „Millerntor Gallery“.

 

Absprung von Martina Hamrik; Foto: INCorporating art fair!

Absprung von Martina Hamrik; Foto: INCorporating art fair!

Schwerpunkte und eine Perspektive

 

Darüber hinaus setzt die Messe Schwerpunkte, etwa mit einer Sonderausstellung zum Thema Textilkunst, „Frauen in der Kunst“ – in Kooperation mit „Viva con Agua ARTS“ – und der Konkreten Kunst, vertreten durch die „chiemgau galerie augustin“.

Zudem beschäftigt sich die „INCorporating art fair!“ mit neuen Trends auf dem Kunstmarkt, um sich damit bis 2025 zur innovativsten Plattform für zeitgenössische Kunst in Norddeutschland zu entwickeln.

INCorporating art fair!: 26.–29.8., Oberhafenquartier Hamburg


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Juli 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Grafy: „Kunst kann man nicht lernen“

Grafy, 23, entschied sich nach dem Abitur, hauptberuflich Künstler zu werden. Das Zusammenspiel von Abstraktion und Realismus zeichnet seine Kunst aus. Sein Malstil kombiniert Techniken und Arbeitsweisen vergangener Epochen auf neue Art und Weise. Grafy hat mittlerweile Kunden in aller Welt

Inteview & Foto: Markus Gölzer

 

SZENE HAMBURG: Grafy, wie hast du gemerkt, dass du Künstler werden willst?

Grafy: Das ist eigentlich ein ganz natürlicher Prozess gewesen. Der einschneidenste Punkt war tatsächlich: Mit 16 war ich in New York, habe dort die ganzen großen Künstler in Museen gesehen und war absolut begeistert. Mich hat die Frage getrieben, was einen Künstler veranlasst, seine Werke zu machen. Daraus ist meine Energie entstanden, Kunst zu machen. Das hat sich mit der Zeit geformt, und jetzt sind es diese alltäglichen Dinge wie Gespräche, die mich inspirieren. Es kann alles sein, was mich zu einem Werk treibt.

Wie waren die Reaktionen in Familien- und Freundeskreis?

Langwieriger Prozess (lacht). Also, das Wort „Brotlose Kunst“ wird einem natürlich schnell in die Wiege gelegt. Ich war überzeugt, dass das so nicht sein wird. Und nachdem ich da mit so einer Leidenschaft ran gegangen bin, wusste ich, dass ich Erfolg haben werde – wenn ich es so in meinem Herzen weiter fühle. Aber die ersten zwei Jahre waren schon manchmal ein Überzeugungskampf. Danach hatte ich dann die volle Unterstützung. Viele Zweifler sind heute irgendwie kleine große Fans.

Wäre für dich noch ein anderer Beruf infrage gekommen?

Nein, absolut nicht.

 

Der eigene Weg

 

Du bist Autodidakt, warst nie auf einer Kunsthochschule. Warum?

Die Düsseldorfer Kunstakademie hatte einen Claim auf der Website: „Kunst kann man nicht lernen.“ Das ist auf alle Fälle mein Motto. Ich liebe es, aus mir selbst die Kunst herauszuziehen und daraus mein eigenes Weltbild und meine eigene Kunst zu erschaffen. Deshalb habe ich mich dagegen entschieden.

Wie würdest du deinen Stil bezeichnen?

Ich habe bewusst einen Künstlernamen gewählt, der einen – meinen – Stil beschreiben könnte: Grafy. So steht eine Mixtur aus Graffiti, Fotografie und Kalligrafie für meinen Malstil – keine gelernte, ‚klassisch-etablierte‘ Stilrichtung.

Was macht gute Kunst für dich aus?

Das ist sehr individuell. Und natürlich subjektiv. Für mich macht gute Kunst aus, dass sie Tiefgang und Energie hat. Und dass sie etwas mit den Menschen macht. Beziehungsweise, was sie mit mir macht. Wenn ich ein Kunstwerk anschaue, dann soll es einfach vor Energie strotzen, ein Thema haben, es auf den Punkt bringen. Das macht für mich gute Kunst aus.

Hast du Vorbilder?

Vorbild ist so ein Wort … Ich würde sagen, dass ich bei Menschen Inspiration finde. Und ich finde den Gedanken toll, dass mein eigenes schaffendes Zukunfts-Ich mein Vorbild sein könnte (lacht).

Hast du einen Plan, wo dein Zukunfts-Ich in zehn Jahren stehen soll?

Man weiß natürlich nie, wie sich der Weg so entwickelt und was daraus entsteht, aber ich weiß auf alle Fälle, dass ich bestimmte Dinge noch erreichen möchte. Vor allem möchte ich den Weg dahin genießen.

 

Ran an die Großen

 

Du traust dich an die ganz Großen ran: Muhammad Ali, Nelson Mandela, Karl Lagerfeld, Frida Kahlo. Faszinieren dich Ikonen, ist das ein Kommentar zum Personenkult oder ganz unironisch eine Verbeugung vor ihnen?

Tatsächlich, wie anfangs gesagt, interessiert mich: Was treibt eine bestimmte Persönlichkeit an? Ich habe sehr viel über Künstler gelesen und irgendwann bin ich auf Ikonen gestoßen. Ich habe mich da eingelesen und fand sehr viele Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Nelson Mandela und Muhammad Ali unheimlich stark. Das ist zum einen die Ikone, und wenn man dann in die Tiefe geht, bekommt man ein komplett anderes Bild von der Person. Und das finde ich unglaublich spannend, daraus für sich selbst seine Lehren zu ziehen.

Deine Bilder sind dann auch so eine Art Tiefenanalyse.

Auf alle Fälle. Ich habe deren Leben sozusagen dargestellt. Habe versucht, das in einem Bild kompakt zu präsentieren. Oder auch eine bestimmte Lebenssituation.

Was bewegt dich sonst noch so?

Ich liebe die Ästhetik. Ich liebe psychologische Themen. Wenn ich eine Person interessant finde und sie eine Emotion bei mir auslöst, dann stelle ich sie dar. Das finde ich unheimlich spannend.

 

Selfmade

 

Hast du eine Galerie, die dich vertritt oder vermarktest du dich selbst?

Ich vermarkte mich tatsächlich selbst, aber ich habe auch Galerien, mit denen ich zusammenarbeite.

Wie vermarktest du dich?

Soziale Medien spielen eine Rolle. Aber hauptsächlich über mein eigenes Netzwerk.

Wie hast du das aufgebaut?

Auch das ist wieder ein Prozess. Ich bin zu Ausstellungen gegangen, habe versucht, Menschen aus der Kunst kennenzulernen. Davon lebt ja auch meine Kunst. Ich liebe es, mich zu unterhalten, zu lernen, daraus Inspiration zu ziehen. Und irgendwann lernt man dann Menschen kennen, die verstehen, was man mit seiner Kunst ausdrücken will. Und diese Menschen unterstützen einen dann, indem sie die Kunst kaufen.

Hattest du so etwas wie einen Mäzen, der dich besonders gefördert hat?

Ich habe Kunstsammler als Kunden, die mehrere Werke gekauft haben, aber einen Mäzen als solchen nicht.

Was kostet ein echter Grafy?

Kommt darauf an. 3.000 Euro aufwärts und es geht dann je nach Größe auch ins Fünfstellige. Einen fixen Preis zu nennen, ist schwierig, aufgrund der unterschiedlichen Techniken, Maße und Materialien.

Graffiti kommt aus dem HipHop-Kontext. Hörst du Rap?

Ich höre vieles gern, auch Rap. Aber ich komme nicht aus der Streetart-Szene. Auch wenn meine Kunst viele Streetart-Einflüsse hat. Aber das liegt daran, dass ich Graffities unheimlich interessant finde, wegen der hohen Lack-Deckkraft, einer Verschmelzung aus Pigmenten und Harz. Ich finde aber auch Kalligrafie spannend, experimentiere viel mit Materialien.

 

Darum Hamburg

 

Du bist von Lübeck nach Hamburg gezogen. Warum?

Ich liebe das Hanseatische. Die Kunstwelt hier ist offener. Ich habe mich da sofort hingezogen gefühlt. Ich war, wie gesagt, auch auf vielen Ausstellungen, und der Kulturbereich hier ist natürlich anders als in Lübeck. Ich liebe Hamburg und werde hier auf alle Fälle länger bleiben.

Was inspiriert dich an Hamburg?

Vor allem die Menschen.

Was würdest du jungen Menschen mit auf den Weg geben, die auch Künstler werden wollen?

Einfach machen. Jeden Tag dahinter zu sein. Sich ein Ziel vor Augen zu setzen, wo man hinmöchte. Das zu definieren. Galerien, Ausstellungen, Museen besuchen, sich weiterentwickeln. Immer daran festhalten.

Wann und wo kann man deine nächste Ausstellung besuchen?

Im Oktober in der Barlach Halle K am Klosterwall.

grafy.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Juli 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Hamburger Kunsthalle: Serien

Die Hamburger Kunsthalle zeigt noch bis zum 15. August 2021 Druckgraphiken von Warhol bis Wool

Text: Marco Arellano Gomes

 

Serien erfreuen sich großer Beliebtheit – und das nicht erst, seit Netflix diese im Bereich Film so sehr zur Blüte brachte, dass man den Film vor lauter Serien nicht mehr zu sehen vermag. Doch auch in der Kunst sind Serien ein gern genutztes Mittel, um Dinge auszudrücken, hervorzuheben und zu verdeutlichen.

Warhol Marilyn, Blatt 7; © 2019 The Andy Warhol Foundation for the visual Arts, Inc. Licensed by Artists Rights Society, New York/Foto: Christoph Irrgang

Warhol Marilyn, Blatt 7; © 2019 The Andy Warhol Foundation for the visual Arts, Inc. Licensed by Artists Rights Society, New York/Foto: Christoph Irrgang

Die Hamburger Kunsthalle hat ihren Bestand an druckgrafischen Serien durchforstet und stellt nun ihre Highlights in einer Sammlung von 50 Folgen zusammen, die von der PopArt der 1960er-Jahre bis heute reichen. Darunter sind auch Hauptwerke des Genres, wie „Campbell’s Soup“ (1968) und die „Marilyn-Porträts“ von Andy Warhol, der die serielle Wiederholung von Bildern zu seinem Markenzeichen machte. Serien sind offene Systeme, die Geschichten erzählen, indem sie mit dem Rhythmus spielen und Variationen erlauben. Das wird auch in Josef Albers’ „Hommage au Carré“ (1965) über David Hockneys Zyklus „A Rake’s Progress“ (1961–63) und Roy Lichtensteins „Haystack“ (1969) deutlich, aber auch bei modernen Beispielen, wie „Mid Sentence“ (2018) von Nina Canell. Integriert in die Ausstellung sind Filme über die unterschiedlichen Drucktechniken sowie experimentelle Druckwerkstätten und Interviews mit Künstlern und Künstlerinnen. So wird auch die Geschichte des Mediums Druckgrafik und seine Entstehung erfahrbar. Allerdings nur noch bis zum 15. August.

Serien in der Hamburg Kunsthalle, zu sehen bis zum 15.8.; hamburger-kunsthalle.de


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Mundhalle: Handwerk und Kunst in der HafenCity

In der Mundhalle in der HafenCity ist eine breitgefächerte Interessen- und Arbeitsgemeinschaft aus 60 Akteuren aus den Bereichen Kunst, Handwerk, Technologie und Design tätig. Im Rahmen des Kultursommers findet die vielfältige Veranstaltungsreihe „LIFT ON LIFT OFF“ statt

 

Ursprünglich in einer Werkhalle in Rothenburgsort beheimatet, hat sich der Verbund der Genossenschaft Mundhalle eG nach der Gründung 2017 schnell zu einer umfangreich vernetzten und solidarischen Gemeinschaft entwickelt und ist Anfang 2021 in die HafenCity gezogen. Das berufliche Spektrum der vor Ort Beteiligten reicht von Studierenden über Soloselbstständige, Freiberufliche oder Handwerksmeister:innen, bis hin zu Unternehmer:innen. Das gemeinsame Anliegen ist es, selbstverwaltete Gestaltungs- und Arbeitsräume zu schaffen, die innerstädtisch angebunden, langfristig verfügbar und auch finanziell tragbar sind.

Während des Kultursommers lädt die Mundhalle eG zum Kulturfestival LIFT ON LIFT OFF ein. „Lift On, Lift Off“ beschreibt das Be- und Entladen von Containern mittels eines externen Krans und steht kurz („LoLo“) als Fachbezeichnung für den Großteil der Frachtschiffe auf den Weltmeeren.

 

Kultur-Container

 

Die Mundhalle eG mit ihren rund 60 Mitgliedern aus den Bereichen Handwerk, Bildende Kunst, Technologie und Design befindet sich bis Ende 2022 im ehemaligen Kreuzfahrtterminal in der HafenCity, dessen Architektur aus ebensolchen Überseecontainern besteht. Der temporäre Standortwechsel ins Entwicklungsgebiet „Überseequartier“ sei eine Herausforderung in ungewöhnlicher Umgebung für die junge Genossenschaft, so Insa, teil der Genossenschaft und Grafikerin mit Arbeitsplatz in der Mundhalle. Der neue Standort öffne durch seine spannungsgeladenen Kontraste zwischen der HafenCity als größte Baustelle Hamburgs, fertiggestellten Architekturvisionen und dem andauernden Frachtverkehr des Hafens, Freiräume für künstlerische Auseinandersetzungen, so die Grafikerin weiter.

 

Sound und Simulation

 

In diesem Sinne werden sowohl die Außen- als auch die Ausstellungsfläche des Terminals vom 22. Juli bis zum 04. August 2021 von Künstler:innen und Performer:innen der Mundhalle in einen Raum für wechselnde Ausstellungen, Performances und künstlerische Workshops verwandelt, welche in engem Bezug zur Umgebung stehen: Die Soundinstallation KEIN SCHIFF leitete mit einer Schiffshorn-Simulationsanlage lautstark den Beginn des Kulturevents ein. 

Das städtebauliche und landschaftsgärtnerische Werk der neuen HafenCity wird unter anderem auf dem Kunstspaziergang „Hafenpipi“ auf alternative Ideen und Konzepte der Erleichterung untersucht. Ebenfalls mit der urbanen Vegetation der Umgebung befasst sich der künstlerische Workshop „Nachtgärtnern – I would prefer not to“, der nur bei Dunkelheit und schlechtem Wetter stattfindet. An Fahnenmasten neben dem Terminal hinterfragt die flüssige Installation „dissolve“ die Bedeutsamkeit nationaler, image- und identitätsstiftender Symbolik.

Kinder und Erwachsene können sich im Voraus per Mail für eintägige Workshops anmelden um gemeinsam mit den Künstler:innen eigene Ideen in die Tat umzusetzen. Für das künstlerische Programm muss keine Voranmeldung getätigt werden. Die Teilnahme und der Besuch der Events ist kostenlos. Auch außerhalb der Programmpunkte kann von 12:00 bis 22:00 Uhr täglich an der neu gestalteten, öffentlichen Freifläche am Chicagokai verweilt werden.


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Endlich wieder Kunst und Kultur!

Die Hamburger Museen haben seit dem 18. Mai ihre Türen wieder geöffnet. Nach monatelanger Schließung können jetzt etliche Ausstellungen wieder besucht werden. Aus diesem Anlass präsentiert SZENE HAMBURG die Sonderaktion: „Ausgestellt“. Hier zeigen wir aktuelle Highlights ausgesuchter Museen und Kunsthäuser der Stadt.

 „Die Chance ist glücklicherweise da, neben neuen Ausstellungen auch Präsentationen zu entdecken, für deren Wahrnehmung bisher noch viel zu wenig Gelegenheit war”, so Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg. „Wir werden mit allem Engagement danach streben, dass der Besuch in unseren Einrichtungen wieder zu einem gewohnt angenehmen und zugleich sicheren Erlebnis werden kann.“

Saftey first:

  • Besucher müssen einen negativen Coronatest (PCR: nicht älter als 48 Stunden oder ein Schnelltest einer zugelassenen Testeinrichtung: nicht älter als 12 Stunden)  
  • oder einen Impfnachweis vorlegen. Kinder unter sechs Jahren sind von dieser Regelung ausgenommen.  
  • Zudem gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. 
  • Um Wartezeiten zu vermeiden, bitten die Häuser um eine telefonische Anmeldung. 
  • Terminvergaben sind auch digital über die Internetseiten der Museen möglich.  
  • Die Museumsgastronomien bleiben vorerst noch geschlossen. 
  • Die Kontaktverfolgung ist sichergestellt.

Museum für Hamburgische Geschichte

Der Fotograf Max Halberstadt. “… eine künstlerisch begabte Persönlichkeit.“
bis 3. Januar 2022

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Abb: Wurststand auf dem Altonaer Fischmarkt, Max Halberstadt, undatiert, Sammlung Rosenthal, USA

Max Halberstadt (1882-1940) war in den 1920er-Jahren einer der renommiertesten Porträtfotografen Hamburgs. Seine Popularität verdankte sich nicht zuletzt den Aufnahmen seines Schwiegervaters Sigmund Freud, die zu den bis heute weltweit publizierten Porträts des Vaters der Psychoanalyse avancierten. Doch auch wenn seine Freud-Porträts fortwährende Verwendung finden, ist der Name Max Halberstadt heute leider fast vergessen – in den einschlägigen Fotografenlexika sucht man ihn vergeblich.

Nach einer vielseitigen Karriere als Porträt- und Architekturfotograf, u.a. für die Jüdische Gemeinde in Hamburg, erfuhr Max Halberstadt nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Jahr 1933 und der damit einhergehenden antisemitischen Ausgrenzungs- und Verfolgungspolitik sehr bald eine dramatische Verschlechterung seiner wirtschaftlichen und sozialen Lebenssituation. Nach dem erzwungenen Verkauf seines Ateliers emigrierte er 1936 nach Südafrika. Im Exil gelang ihm zwar die Neugründung eines Ateliers, doch war es ihm nicht vergönnt, seine Karriere auch nur annähernd erfolgreich fortzusetzen.

Max Halberstadt starb im Alter von nur 58 Jahren in Johannesburg. Die von dem Literaturwissenschaftler und Publizisten Dr. Wilfried Weinke kuratierte Ausstellung will dem Fotografen die gebührende Würdigung und den verdienten Platz in der Fotogeschichte Hamburgs verschaffen. Ein Film zur digitalen Eröffnung bietet erste Einblicke in die Ausstellung: shmh.de

Museum für Hamburgische Geschichte
Holstenwall 24, 20355 Hamburg (Neustadt)
Telefon: 040 428132100
Öffnungszeiten: Mo, Mi–Frei 10–17 Uhr, Sa–So 10–18 Uhr, Dienstag geschlossen
Eintritt: 9,50 Euro, 6 Euro ermäßigt, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren


Museum der Arbeit

Grenzenlos. Kolonialismus, Industrie und Widerstand
bis 18. Juli 2021

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Blick in die Ausstellung „Grenzenlos“ im Museum der Arbeit, Illustrationen von Diana Ejaita (Foto: SHMH)

Das Ziel der aktuellen Sonderausstellung ist es, einen Beitrag zur Debatte über den Umgang der Hansestadt Hamburg mit ihrer kolonialen Geschichte und zur Diskussion über die Folgen kolonialer Herrschaftsstrukturen für unsere globalisierte Ökonomie zu leisten. Den historischen Ausgangspunkt der Ausstellung bildet die Verarbeitung von Kautschuk, Palmöl und Kokosöl durch hamburgische Unternehmen, die unter anderem auf dem heutigen Gelände des Museums der Arbeit, der ehemaligen New-York Hamburger Gummiwaaren-Fabrik, aber auch in Harburg und Wandsbek ansässig waren.

Vor diesem Hintergrund stellt die Ausstellung dem gängigen und verharmlosenden Narrativ einer hanseatischen „Kaufmannsindustrie“ die gewaltvollen Realitäten des Kolonialismus, aber auch die Widerständigkeit der betroffenen Menschen gegenüber. Damit verbunden ist der Anspruch, einen eurozentristischen Blickwinkel auf das Thema konsequent herauszufordern und die Perspektiven der Menschen in kolonisierten Ländern sowie ihrer Nachfahren in die Ausstellung mit einzubeziehen.

Das Konzept und die Inhalte der Ausstellung wurden deshalb gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Expertinnen und Experten erarbeitet. Ihre Partizipation hat die Arbeit des Museumsteams um Wissensbestände und Erfahrungen ergänzt, die dort bisher noch unterrepräsentiert sind: eine intensive Beschäftigung mit der hamburgischen Kolonialgeschichte und deren Spuren in der Stadt, biographische Bezüge in die ehemalige Kolonialgebiete sowie Rassismus-Erfahrungen in einer weißen Mehrheitsgesellschaft. Zur Ausstellung wird ein umfangreiches digitales Begleitprogramm angeboten. Sämtliche Informationen dazu finden sich unter: shmh.de   

Museum der Arbeit
Wiesendamm 3, 22305 Hamburg (Barmbek-Nord)
Telefon: 040 4281330
Öffnungszeiten: Mo 10–21 Uhr, Mi–Frei 10–17 Uhr, Sa–So 10–18 Uhr, Dienstag geschlossen
Eintritt: 8,50 Euro, 5 Euro ermäßigt, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren


Jenisch Haus

Werkmeisters Welt. Ein Künstler und seine Sammlung
bis 18. Oktober 2021

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Wolfgang Werkmeister neben einem Gemälde von Benito Rebolledo Correa (Foto: Bertold Fabricius)

Wolfgang Werkmeister ist in der deutschen Gegenwartskunst in erster Linie als Meister der Radierung bekannt. In der Sonderausstellung des Jahres 2021 präsentiert das Jenisch Haus den in Altona tätigen Künstler als jahrzehntelangen Sammler. Anlässlich von Werkmeisters 80. Geburtstag wird seine umfangreiche Kunstsammlung gezeigt, in der sich zahlreiche Arbeiten befinden, die sein künstlerisches Schaffen maßgeblich inspiriert haben.

Seine Sammlung umfasst Gemälde und Grafiken aus dem 17. Jahrhundert bis heute, die mit anspruchsvollen Techniken und mit hoher gestalterischer Präzision ausgeführt wurden. Unter den Arbeiten sind Werke des Landschaftsmalers Ascan Lutteroth, des chilenischen Malers Benito Rebolledo Correa, des dänischen Künstlers Niels Simonsen und des Leipziger Grafikers Walter Zeising. Dazu gesellen sich in der Ausstellung Arbeiten von Zeitgenossen Werkmeisters wie die Grafiker Ralf Escher, Thomas Wüsten und Paul Wunderlich sowie Gemälde von Jan Peter Tripp, Michael Mau und Fritz Kreidt. Zum digitalen Atelierbesuch beim Künstler und Sammler lädt ein Film ein unter: shmh.de

Jenisch Haus
Baron-Voght-Straße 50, 22609 Hamburg (Othmarschen)
Telefon: 040 828790
Öffnungszeiten: Mo 11–18 Uhr, Mi–So 11–18 Uhr, Dienstag geschlossen
Eintritt: 7 Euro, 5 Euro ermäßigt, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren


Archäologisches Museum

„Gladiatoren – Helden des Kolosseums“
bis 17. Oktober 2021

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Sonderausstellung „Gladiatoren – Helden des Kolosseums“ im Archäologischen Museum (Foto Gallo Römisches Museum)

Wer dachte, er hätte die Ausstellung „Gladiatoren – Helden des Kolosseums“ aufgrund der vorübergehenden Schließung des Museums leider verpasst, darf sich freuen: Das Museum konnte die erfolgreiche Schau verlängern. Besucher haben nun noch bis zum 17. Oktober die Möglichkeit, sich die Ausstellung anzusehen und damit einen spannenden Einblick in die Welt der antiken römischen Kampfarenen und ihrer Helden zu erhalten. Gezeigt werden originale römische Fundstücke und spektakuläre Rekonstruktionen. Lebensgroße Figuren, Filme und interaktive Stationen lassen das Römische Reich mit den Mitteln der Gegenwart zu neuem Leben erwachen und vermitteln dabei auch Überraschendes.

Auch die Ausstellung „Harburger Geschichten: Die 50er-Jahre“ ist weiterhin zu sehen. Die Schau zeigt mehr als 50 Schwarz-Weiß-Fotografien aus den reichhaltigen Sammlungsbeständen des Museums und ermöglicht einen lebensnahen und lebendigen Blick auf die Dekade in Hamburgs Süden. Das Archäologische Museum Hamburg lädt seine digitalen Besucher außerdem ein, nochmal einen Streifzug durch die letzte Hit-Sonderausstellung „hot stuff – Archäologie des Alltags“ zu machen. Von der heimischen Couch aus lassen sich Flokati-Teppich, Motiv-Tapeten und jede Menge technische Trends der letzten Jahrzehnte nun jederzeit online genießen. Einen Überblick zu den interaktiven Online-Angeboten des Museums und die aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter amh.de.

Archäologisches Museum
Museumsplatz 2, 21073 Hamburg (Harburg)
Öffnungszeiten: Di– So 10–17 Uhr, Montag geschlossen
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 17 Jahre frei


Freilichtmuseum am Kiekeberg

Kultur auf dem Land

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1950er Jahre Tankstelle in der Dämmerung (Foto: FLMK)

Einmal raus aus der Stadt, eintauchen in die ländliche Kultur: Das Freilichtmuseum am Kiekeberg südlich von Hamburg im idyllischen Rosengarten – nur 30 Minuten vom Hamburger Hauptbahnhof entfernt. Vom Bauernhaus bis zur 1950er-Jahre-Tankstelle: Über 40 historische Gebäude und Gärten auf einem zwölf Hektar großen Freigelände erzählen von der Lebensweise der vergangenen 300 Jahre.

Das Museum ist einfach über die Autobahnen A7 und A 261 erreichbar, nur fünf Minuten von der Abfahrt HH-Marmstorf entfernt. Außerdem fährt der HVV-Bus 340 hält direkt vor der Tür. Reetdach-Bauernhöfe und Scheunen, Bauerngärten und vom Aussterben bedrohte Haustierrassen zeigen das Leben der Bauern seit dem 17. Jahrhundert. Auf großen Acker- und Weideflächen wachsen alte Getreide- und Gemüsesorten. Die bunte Bauern- und Blumengärten, Streuobstwiesen und Weiden ergeben ein Bild vom früheren Leben auf dem Lande. Dazu machen unter anderem Ramelsloher Blaubeine, Bunte Bentheimer Schweine und Landschafe das Freilichtmuseum zu einem lebendigen Erlebnis.

Ein besonderer Hingucker: die rot-weiße Gasolin-Tankstelle von 1955. Sie steht in der neuen „Königsberger Straße“, in der Häuser aus der Nachkriegszeit in das aufkommende Wirtschaftswunder entführen – inklusive Quelle-Fertighaus, Siedlungshaus und Geschäftszeile mit Fotoladen und Textilgeschäft. Was gibt es noch: Das Agrarium, Deutschlands einzige Themenwelt zu Landwirtschaft und Ernährung, auf über 3.000 qm, die bezaubernde Ausstellung „Spielwelten“, die Erwachsene und Kinder in die letzten 100 Jahre Spielen zurückführt, die Ausstellungen zu alten und neuen Handwerken und zur Geschichte der Metropolregion.

Das große Ferienprogramm für jedes Alter: Beim „Sommerspaß am Kiekeberg“ (3. Juli bis 22. August) gibt es tägliche Aktionen zum Mitmachen, Probieren, Experimentieren, Zuhören und Genießen. Sieben Wochen Sommerspaß ohne Anmeldung, ohne Gebühr – einfach vorbeikommen und mitmachen.

Der Museumsladen zählt zu den besten Einkaufsadressen im Norden: Hier gibt es Altbewährtes und längst Vergessenes, wertvolle handgearbeitete Dinge von hausgemachter Marmelade bis zu feinster Seife, ausgewählte Literatur über Land- und Gartenthemen, Blechspielzeug und vieles andere mehr im Jugendstil- Ambiente. Die Museumsgastronomie bezaubert mit der passenden Ländlichkeit: Im Gasthaus „Stoof Mudders Kroog“ gibt’s norddeutsche Spezialitäten und ein bisschen „neemod’schen Kraam“. Im Rösterei-Café Koffietied kredenzt das Team geröstete Kaffeespezialitäten, selbst gebackene Kuchen und ein einmaliges Ambiente. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter kiekeberg-museum.de

Freilichtmuseum Kiekeberg
Am Kiekeberg 1, 21224 Rosengarten (Niedersachsen)
Telefon: 040 7901760
Öffnungszeiten: Di– Fr 9–17 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr
Eintritt: 9 Euro, bis 18 Jahre frei


Museum Kunst der Westküste

Ob auf der Insel Föhr oder von zuhause aus: Drei Ausstellungen im Museum Kunst der Westküste erleben

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Sjoerd Knibbeler, In Elements, 2014 (Foto: Lukas Spoerl)

Rund um die Uhr ist das Museum Kunst der Westküste (MKdW) auf digitalem Weg über die Website via „MKdW-3D“ begehbar. Während des virtuellen Rundgangs durch die drei aktuellen Ausstellungen lassen sich sehr viele verschiedene Programmpunkte aus Kurzfilmen und Hörstationen über Meisterwerke oder Künstler*innen anklicken. Aber das MKdW lässt sich auch vor Ort auf der schönen grünen Insel Föhr erleben.

Beginnend mit der Schau „Neue Schätze im MKdW. Von Max Liebermann bis Jochen Hein“ wird eine Auswahl bedeutender neuer Werke, die in den vergangenen fünf Jahren in die Sammlung gekommen sind, gezeigt. Die Sammlung umfasst mehr als 900 Gemälde, Ölskizzen, Grafiken, Skulpturen, Videos, Objekte und Fotoarbeiten aus der Zeit von 1830 bis zur Gegenwart. Übrigens: rund 200 davon sind neuerdings auf der Website als „Sammlung Online“ zu erforschen.

Die Ausstellung „Sjoerd Knibbeler. In Elements“ ist wiederum die erste museale Schau des niederländischen Künstlers in Deutschland. Der in Amsterdam lebende Sjoerd Knibbeler (* 1981) war mehrere Male als Artist in Residence zu Gast am MKdW und hat auf Föhr eine ganz neue Werkserie begonnen. In seinen Arbeiten befasst er sich mit der Sichtbarmachung natürlicher Erscheinungen wie Wind oder Licht. Er fängt fotografisch ein, was sich vom menschlichen Auge für gewöhnlich nicht erfassen lässt.

Seit zehn Jahren lädt das Museum Kunst der Westküste aktiv Künstler*innen als Artists in Residence nach Alkersum ein. Die Ausstellung „Made on Föhr. Fotografie aus dem Artist-in-Residence-Programm: Nicole Ahland, Elina Brotherus, Thomas Wrede“ bildet als dritte aktuelle Schau den Auftakt zu einer neuen, das Programm zukünftig begleitenden Ausstellungsreihe. Die Gruppenschau zeigt eine Auswahl von überwiegend erstmals öffentlich gezeigten Fotoarbeiten von Nicole Ahland, Elina Brotherus und Thomas Wrede.

Das Museumsrestaurant Grethjens Gasthof rundet den Besuch bestens ab. Im schönen Rosengarten lässt sich in einem Strandkorb das hausgemachte Tagesgericht oder Kaffee und Kuchen genießen. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter mkdw.de.

Museum der Künste
Hauptstraße 1, 25938 Alkersum/Föhr (Schleswig-Holstein)
Telefon: 04681 747400
Öffnungszeiten: Di–So 11–16 Uhr, Montag geschlossen
Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, bis 18 Jahre frei


Auswanderermuseum Ballinstadt

2.500 Quadratmeter zum zeitlosen Thema Migration

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Die Statue of Liberty im Auswanderermuseum Ballinstadt (Foto: Patrick Lux)

Hamburg hat mehr Brücken als jede andere Stadt der Welt. Aber die längste und wichtigste Brücke ist die Verbindung zur Neuen Welt. Der Hafen der Stadt, der als Hafen der Träume bezeichnet wird, war die letzte Station von Millionen von Migranten, bevor sie vor allem nach Amerika reisten. Diese Reise über Hamburg führte ab 1901 auch über die Auswandererhallen der Hapag Reederei auf der Veddel, wo sich heute das Auswanderermuseum BallinStadt befindet – benannt nach Albert Ballin, einem der erfolgreichsten Geschäftsleute der Kaiserzeit. Ballin war ein echter Kosmopolit und eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Hamburger Geschichte.

Im Auswanderermuseum folgenden die Besucher den Spuren der Auswanderer. Sie entdecken bewegende persönliche Geschichten, genealogische Aufzeichnungen und eine erlebnisreiche historische Ausstellung. Auf rund 2.500 qm erfahren die Gäste an historisch authentischem Ort in Hamburg mehr über das zeitlose Thema Migration. Neben einem wichtigen Teil der Hamburger Geschichte erleben die Besucher die Etappen der Auswanderung über die Jahrhunderte hinweg. In 14 Themenräumen erfahren sie mehr über die Migrationsgeschichte. Die Besucher können in einer erlebnisreichen und interaktiven Ausstellung in verschiedenen Auswandererbiographien stöbern, Pull- und Push-Faktoren für Migration kennenlernen und in die Bedingungen der Reise und den Herausforderungen nach der Ankunft eintauchen.

Vom 18. September bis 30. Dezember 2021 ist zudem die Sonderausstellung „BallinStadt – Hamburger Hafen deutsch-jüdischer Geschichte“ im Rahmen des Jubiläumsjahres „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ zu sehen. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter ballinstadt.de

Auswanderermuseum Ballinstadt
Veddeler Bogen 2, 20539 Hamburg (Veddel)
Telefon: 040 31979160
Öffnungszeiten: Mi–So 10–16.30 Uhr, Montag und Dienstag geschlossen
Eintritt: 13 Euro, ermäßigt 11 Euro, Kinder (5-12 Jahre): 7 Euro


Deutsches Salzmuseum

Auf den Spuren Lüneburgs ruhmreicher Vergangenheit

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Salz ist weiß, Salz macht durstig, Salz ist geruchlos, Salz kostet nicht viel. Salz ist ein unscheinbares weißes Körnchen. Doch erst dieses Körnchen ermöglicht das Leben auf der Erde. Als eines der ältesten Kulturgüter hat es die Geschichte der Menschheit entscheidend geprägt. Grund genug, es gebührend zu zeigen! Aber warum in Lüneburg? Lüneburg ist die Salzstadt im Norden. Über 1000 Jahre lang bestimmte das Salz das Leben der Stadt. Es machte sie reich und mächtig. In der Stadt hinterließ es viele Spuren. Erst 1980 schloss das Salzwerk seine Pforten. Es war einer der ältesten Industriebetriebe Europas. Das Deutsche Salzmuseum erinnert an seine ruhmreiche Vergangenheit. Wissenswertes, Interessantes, Spannendes und auch Kurioses zum Thema Salz erfährt der Besucher auf anschauliche und gar nicht „museale“ Weise. Fühlen Sie, riechen Sie, schmecken und sehen Sie selbst! Salz kennt nicht jeder! Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter salzmuseum.de.

Deutsches Salzmuseum
Sülfmeisterstraße 1, 21335 Lüneburg
Telefon: 04131 720 65 13
Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr, Montags geschlossen
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 18 Jahre frei


Museum Lüneburg

Archäologie entdecken, Natur erkunden, Geschichte erleben

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Foto: Martin Bäuml Fotodesign

Kinder und Erwachsene gehen in sieben großzügigen Abteilungen auf eine spannende Zeitreise durch die Natur- und Kulturgeschichte der Region, von der Eiszeit bis heute. Zu sehen sind besondere Stücke wie die monumentale Kopie der Ebstorfer Weltkarte aus dem 13. Jahrhundert, die einem großen Wimmelbild gleicht und auf der man immer wieder neue Details entdeckt.

Exponate wie der sieben Meter lange Falttisch aus der herzoglichen Burg erzählen spannende Geschichten. Auch die Tierwelt der Elbtalaue und Heide kann man sich im Museum aus nächster Nähe ansehen. Wechselnde Sonderausstellungen, Vorträge, Konzerte, (Puppen-)Theater gehören zu den rund 200 Veranstaltungen jährlich und machen das Museum zu einem besonderen Ort der Begegnung für Groß und Klein. Eine Stärkung erwartet die Gäste im Museumscafé LUNA, das leckeren Kuchen und Kaffee sowie Frühstück an den Wochenenden serviert – mit vielen regionalen Zutaten. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter museumlueneburg.de

Museum Lüneburg
Willy-Brandt-Straße 1, 21335 Lüneburg
Telefon: 04131 7206580
Öffnungszeiten: Di+Mi+Fr 11–18 Uhr, Do 11–20 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr, Montags geschlossen
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, bis 18 Jahre frei


Deichtorhallen Hamburg

Internationale Fotografie zum Thema Familie
bis 18. Juli

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Foto: Elinor Carucci, Three Generations, 2016

Mehr als 20 internationale fotografische Positionen greifen das Thema „Familie“ in der Ausstellung „Family Affairs – Familie in der aktuellen Fotografie“ im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg auf. Die Ausstellung zeigt aktuelle künstlerische Projekte, die sowohl die Diversität fotografischer Herangehensweisen als auch die Verschiedenartigkeit familiärer Modelle, Lebensweisen und komplexen Dynamiken sichtbar machen.

Der fotografische Blick durchbricht dabei das Alltägliche und stellt vorherrschende Normen infrage. Überkommene und neue Rollenbilder, intime Momente des Elternseins und des Älterwerdens, Überforderung und Chaos werden ebenso thematisiert wie Liebe, Halt und Verzweiflung an der eigenen Familie.

Die Gruppenausstellung „Family Affairs“ ist noch bis zum 18. Juli 2021 im Haus der Photographie zu sehen. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter deichtorhallen.de.

Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1 − 2, 20095 Hamburg (St. Georg)
Telefon: 040 321030
Öffnungszeiten: Di-So 11–18 Uhr, Montags geschlossen
Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 7 Euro, bis 18 Jahre frei


Internationales Maritimes Museum Hamburg

Eine spannende Reise durch Hamburgs ältesten Kaispeicher

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Schon die Lage ist Programm – genau an der Grenze zwischen dem UNESO Welterbe Hamburger Speicherstadt und der modernen HafenCity lädt das Internationale Maritime Museum Hamburg zur Reise durch 3.000 Jahre Menschheits- und Schifffahrtsgeschichte. Im historischen Kaispeicher B, dem ältesten noch erhaltenen Speichergebäude Hamburgs, hält die weltweit größte maritime Privatsammlung auf neun Stockwerken – im Museum Decks genannt – viele einmalige Schätze bereit.

Im Mittelpunkt stehen natürlich die Schiffsmodelle. Von ihnen gibt es rund 1.000 große und 50.000 Miniaturmodelle aus aller Welt. Zu den Highlights zählt die „Santa Maria“ aus purem Gold, das Flaggschiff, mit dem Christopher Columbus 1492 Amerika entdeckte. Und die meterlangen Werftmodelle begeistern mit ihrer Detailtreue die großen und kleinen Schifffahrtfans gleichermaßen.

Neben dem Ausflug in die große maritime Welt steht natürlich der „Heimathafen Hamburg“ immer wieder im Fokus. Noch bis Ende August läuft die Sonderausstellung „Die Howaldtswerke in der Zeit des Wirtschaftswunders 1953 – 1967“. Die Fotoausstellung gibt recht ungewöhnliche und überraschende Einblicke in den Werftalltag. Anfang November präsentiert das Maritime Museum dann eine große Sonderausstellung anlässlich des 150jährigen Jubiläums der Reederei Hamburg Süd.

Außer den Sonderausstellungen machen zahlreiche Führungen,  Familienveranstaltungen sowie ein professioneller Schiffsführungssimulator das Museum abwechslungsreich und lebendig. Schifffahrtsbegeisterte Besucher aus aller Welt sind der beste Beweis. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter imm-hamburg.de

Internationales Maritimes Museum Hamburg
Koreastraße 1, 20457 Hamburg
Telefon: 040 300 92 30 0
Öffnungszeiten: täglich 10–18 Uhr
Eintritt: 15 Euro, ermäßigt 11 Euro


Museum am Rothenbaum

Kulturen und Künste der Welt
bis 31. Dezember/ 7. November

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Foto: Paul Schimweg / MARKK

Mit der neuen Ausstellung „Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“ greift das MARKK  die Themen Rassismus, Kolonialismus und Erinnerungskultur für junge Besucher:innen und Familien auf. Erzählt werden die Lebensgeschichten der kamerunischen Königsfamilie Duala Manga Bell und die Auswirkungen des Kolonialismus auf persönliche Lebenswege, Familien und Gesellschaft sowie die Dynamiken von internationalen Widerstandsnetzwerken. In Kooperation mit Prinzessin Marilyn Douala Manga Bell, Urenkelin von Rudolf Duala Manga Bell, entstand diese experimentelle Ausstellung. Sie erzählt die tragische, aber wahre Geschichte von Rudolf Duala Manga Bell und seinen Mitstreiter*innen Rudolf Ngoso Din und Maria Mandessi Bell und deren friedlichen Widerstand gegen die Gier der Kolonialherren und Kaufleute. Die Skrupellosigkeit, mit der diese ihre eigenen Regeln brechen, wird Rudolf Duala Manga Bell zum Verhängnis. Bis zuletzt glaubten sie an die Gleichheit aller Menschen und wehrten sich gegen die Enteignungspläne der Deutschen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Graphic Novel „Die Vergangenheit ist ein Weg“ des nigerianischen Künstlers Karo Akpokiere. Darüber hinaus werden historische Archiv- und Fotobestände, zeitgenössische Kunstwerke, Objekte der Duala-Sammlung des MARKK und herausragende Leihgaben anderer Museen zusammengebracht. Eine Ausstellung von großer Relevanz: Denn die Geschichte ist nicht zu Ende. Menschen kämpfen weiter für ihre Rechte und eine neue Beziehung mit der Welt.

Prachtvolle Stoffe und Ikatwebereien aus Seide, Tee und „Wilde Äpfel“ fanden über die mythenumwobenen, oft romantisierten Handelsrouten der Steppen und Seidenstraßen ihren Weg nach Europa. Heute sind die Transport- und Handelsverbindungen unter anderen Vorzeichen von Interesse. Großangelegte Infrastrukturprojekte prägen die asiatischen Regionen der Steppen und Seidenstraßen und fördern nicht nur Staub, sondern auch Rohstoffe wie Kohle und Gold an die Oberfläche.

Ausstellungsstücke aus verschiedenen Museumssammlungen sind in einer weiteren Ausstellung im MARKK, „Steppen & Seidenstraße“, Zeugnisse der historischen Verbindungen und des Austauschs zwischen Ost und West und spiegeln die Interessen der Reisenden, die sie nach Europa gebracht haben. Eindrucksvolle Film und Fotoaufnahmen, Interviews und Reisenotizen aus aktueller Forschung setzen die historischen Betrachtungen und Themen in Beziehung zu heutigen Fragestellungen und Lebenswelten.

In dieser Verbindung aktueller Perspektiven mit historischem Material – ethnografischen sowie archäologischen Objekten und alten Fotografien – sowie zeitgenössischen Kunstwerken werden überraschende und kaum beachtete Geschichten erzählt. Die als begehbare imaginäre Karte gestaltete Ausstellung lädt Besucher*innen ein, Wege und Bewegungen zwischen Ost und West nachzuvollziehen und neue Verbindungen zwischen Themen und Orten herzustellen. Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter markk-hamburg.de.

Museum am Rothenbaum
Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg (Harvestehude)
Telefon: 040 42 88 79 0
Öffnungszeiten: Di-So 10–18 Uhr, Do bis 21 Uhr, Montags geschlossen
Eintritt: 8,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro


Dialoghaus Hamburg

Einmal die Welt wechseln

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Im bekanntesten Erlebnis des Dialoghaus Hamburg sind die blinden Gastgeber die „Sehenden“. Sie führen die Teilnehmer in kleinen Gruppen mit maximal 8 Personen durch den lichtlosen Ausstellungsparcours. Ausgestattet mit einem Langstock entdeckt man hier eine scheinbar gewohnte Welt neu. Man hört, fühlt, und orientiert sich in nicht-visuellen Alltagssituationen: bei einem Spaziergang durch einen Park oder dem Überqueren einer Straßenkreuzung in einer Stadt. Nun möchten wir noch nicht zu viel verraten, aber die Gastgeber sorgen dafür, dass man sich in diesem ungewohnten Szenario sehr wohlfühlt. Die Tour endet in der Dunkel-Bar. Bei einem Getränk kommt man ins Gespräch. Viele Fragen tauchen während der Tour auf, die die Guides an dieser Stelle beantworten werden. Mit diesem Austausch klingt dieses ungewöhnliche Erlebnis nach 60 Minuten aus und man betritt langsam wieder das Licht des Foyers.

Ich schmecke was, was Du nicht siehst!

Das Dinner in the Dark ist mindestens genauso bekannt wie die Ausstellung und es wird oft versucht zu kopieren. Im Dialoghaus gibt es das Original DINNER IN THE DARK zu erleben! Bei diesem Dunkel-Erlebnis steht nicht einfach nur ausgewähltes und erstklassiges Essen auf der Karte. Es ist vielmehr eine außergewöhnliche Erfahrung, die voll und ganz aufs Sehen verzichtet – und dadurch andere Sinne wie Riechen, Fühlen und vor allem Schmecken noch intensiver anregt. Das Dinner ist für jeden Teilnehmer eine ganz besondere und intensive Erfahrung und ein unvergessliches Geschmackserlebnis.

Das besondere Geburtstags-Event für kleine Geburtstagkinder

Im Dunkeln lässt sich gut munkeln, das wusste man schon in Kindheitstagen, deshalb feiern Geburtstagskinder und Ihre Gäste hier ihre ganz eigene Tour! Ausgestattet mit einem Langstock und geführt von einem sehbehinderten Guide entdeckt die kleine Geburtstags Gang eine neue Welt. Der Klangraum und einige kleine Herausforderungen sind die Überraschungen, auf die sich Alle freuen können. So ein außergewöhnlicher Geburtstag bleibt auf jeden Fall in guter Erinnerung, weil er einfach mal ganz anders gefeiert wurde. Am Ende der Geburtstagstour gibt es noch ein kleines Geschenk für das Geburtstagskind! In Kürze im Ticketshop buchbar. Derzeit auf Anfrage info@dialog-im-dunkeln.de 

Dialog im Stillen – Die beeindruckende Welt der Gehörlosenkultur

Mit den Händen sprechen und den Augen hören? Geht das. Na klar! Mit schalldichten Kopfhörern ausgestattet erlebt man hier die Welt der Menschen, die nichts oder wenig hören können. Gehörlose Guides führen die Teilnehmer durch mehrere Erlebnisstationen mit sehr lebendiger Kommunikation. Das Erlebnis im Stillen ist ein sehr lebhafter und ausdrucksstarker Austausch in nonverbaler Kommunikation – mit den Experten in Körper- und Gebärdensprache.

Man kann dort die Kraft und Eleganz der Gebärden lieben lernen. Wenn man sich auf den Kontakt zwischen der Welt der Hörenden und der Gehörlosen einlässt und in sie eintaucht werden Berührungsängste abgebaut. Diese Erfahrung gibt einem die Möglichkeit mutiger, toleranter und offener zu werden.

Einen Überblick zu den aktuellen Regelungen zum Besuch des Museums finden sich unter dialog-in-hamburg.de

Dialoghaus Hamburg
Alter Wandrahm 4, 20457 Hamburg (HafenCity)
Telefon: 040 3096340
Öffnungszeiten:Fr-So 9:30–16 Uhr, Sa 12–18:30 Uhr, Mo-Do geschlossen
Eintritt: 13,50 Euro


Rindermarkthalle St. Pauli

Dauerausstellung zeigt die Geschichte der Rindermarkthalle, des Schlachthofes und der sie umgebenden Viertel

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Wussten Sie, dass bis Ende der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts am U-Bahnhof Feldstrasse eine pittoreske Windmühle stand? Oder, dass vom Heiligengeistfeld bis zum Bahnhof Sternschanze einstmals eine Bahnlinie verlief, und an der Rindermarkthalle die Rinder und Schweine die Feldstraße mittels eines Trifttunnels unterquerten? Oder, dass die am 16. Juni 1951 eröffnete Rindermarkthalle als größte freitragende Hallenkonstruktion in Europa galt? Anlässlich der Fertigstellung der Rindermarkthalle vor jetzt genau 70 Jahren zeigt ab dem 4. Juni eine Dauerausstellung Geschichte und Geschichten der Halle und des ehemaligen Schlachthofes. Zu finden ist die in einer Koproduktion vom St. Pauli Archiv und dem Schaff Verlag entstandene öffentliche Ausstellung im Seiteneingang der Rindermarkthalle St. Pauli (neben dem Restaurant Marktkönig).

„Die Rindermarkthalle und der Schlachthof haben den Charakter des Schanzen- und des Karoviertels entscheidend geprägt. Wer die Viertel wirklich verstehen will, sollte den Zusammenhang zwischen Leben und Arbeiten einmal im historischen Kontext erlebt haben. Die Geschichte der Menschen und der Gebäude ist so toll, dass wir sie unbedingt erzählen wollten“, erklärt Martin Bo Ahlers, Centermanager der Rindermarkthalle. Finanziell ermöglicht wurde das Projekt von der Edeka Nord.

Die Ausstellungsmacher:innen: „Rund um Schlachthof und Rindermarkthalle siedelten sich Lokale an. Seit 1904 gibt es schon die Schlachterbörse, die früher übrigens „Zum gemütlichen Schlachterheim“ hieß. Erikas Eck ist das einzig erhalten gebliebene Frühlokal. Hier geht man seit jeher nach der Spät und Nachtschicht hin, um sich zu stärken. Diese Tradition wurde weitergeführt, und neben den alten Lokalen sind im Schanzen- und Karolinenviertel zahlreiche neue hinzugekommen.

Die Veränderung des gesamten Areals hat viel Leben in die ehemaligen Industriedenkmäler gebracht. Das sorgt aber bis heute auch für soziale Kontroversen. Uns ist wichtig, in dieser Ausstellung auch die Schattenseiten der Umwandlung zu thematisieren.“ Mehr Informationen gibt es im St. Pauli Archiv.

Über die Rindermarkthalle St. Pauli

Umgeben vom Schanzen- und Karoviertel bietet die 12.500 Quadratmeter große Rindermarkthalle St. Pauli eine aufregende Reise durch die nationale- und internationale Küche. Getreu dem Claim „Hier schmeckt das Leben“, gibt es über 30 individuelle Konzepte rund um das Thema Genuss und Frische mit Läden wie „Brot und Stulle“, der Confiserie Paulsen, der Fleischmanufaktur „Metzgers“ oder dem Zero Waste Laden „Stückgut“.

Neben einem BUDNI, ALDI und der Bio Company, befindet sich im Erdgeschoss der historischen Halle Hamburgs größtes EDEKA Frischecenter, das auf seinen 4.500 Quadratmetern neben regionalen Produkten über 3.000 internationale Produkte, eine Getränkeabteilung mit über 50 Sorten Craft-Beer sowie eine besonders große Auswahl an veganen und glutenfreien Produkten präsentiert.

Zusätzlich zu vielfältiger Kulinarik finden die wöchentlich rund 70.000 Besucher hier auch Handcrafted Design oder Hamburgensien wie den Troyer oder echte Fischerhemden. Daneben locken jährlich wiederkehrende innovative Events wie die Fahrradmesse Kunst- und Antikflohmarkt, der Festland Designmarkt oder der „Wintergarten St. Pauli“.

Rindermarkthalle St. Pauli
Neuer Kamp 31, 20359 Hamburg (St. Pauli)
Telefon: 040 3096340
Öffnungszeiten:Mo-Sa 10–20 Uhr, So geschlossen


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