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Natascha: „Ich mag den Community-Gedanken Hamburgs“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Natascha begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena
Foto: Martin Gspan

 

„Für mich ist Hamburg die schönste Stadt der Welt, immer noch. Ich bin gebürtig aus Hamburg, ziemlich behütet in Rotherbaum aufgewachsen und habe den Kiez erst relativ spät kennengelernt. Der Kiez, der Hafen, das Wasser, das viele Grün in der Stadt, das macht für mich Hamburg aus. Ich schätze an der Stadt das rough und cool, elegant und schlicht auf engstem Raum nebeneinander existierten können. Ich habe mal eine Zeit lang in Düsseldorf gewohnt und bin dann nicht ohne Grund zurück. Neben Hamburg konnte ich mir immer nur vorstellen, in Barcelona zu leben. Im Moment spielen diese Gedanken aber keine Rolle.

Hamburg ist wie ein Dorf nur größer. Ich mag diesen Community-Gedanken und dass die Leute doch sehr offen sind und aktiv was starten. Klar gibt es noch Hamburger, die dem Klischee eines typischen Hanseaten entsprechen, aber dieses Vorurteil scheint mir gar nicht mehr so weit verbreitet. Ich habe jedenfalls nur positive Erfahrungen mit Leuten gemacht, wenn ich gesagt habe, dass ich aus Hamburg komme.

 

Drei Typen Hamburger

 

Ich würde sagen, dass es drei verschiedene Typen Hamburger gibt: Den kühlen Hanseaten, der eher ein gewisses Understatement wahrt und den man gar nicht so mitbekommt, weil er am eigenen Leben vorbeihuscht. Die edgy Leute – die sind eher auf St. Pauli, in Eimsbüttel oder der Schanze zu finden und dabei open minded. Und dann noch die durchschnittlichen Bürger, die weder positiv noch negativ auffallen – aber die gibt es ja überall. Ich würde mich als eine Mischung der ersten zwei Typen beschreiben, cool, edgy, offen, aber auch ein wenig zurückgezogen, eher abwartend. Wenn sich eine Situation ergibt, habe ich aber auch schon diesen Hamburger Schnack drauf.

Wenn ich ausgehe, dann zum Beispiel in die Puzzle Bar in der Hafen City oder The Chug auf St. Pauli. Ich finde es nicht so cool, wenn Leute ihre Getränke immer am Kiosk kaufen. Natürlich ist Cornern mal ganz schön, aber die Entwicklung der letzten Jahre sehe ich mit Sorge. Bars gehören einfach zum Nachtleben dazu.

Ich selbst lebe in der Innenstadt, da muss nicht viel los sein, die Wege woanders hin sind ja nicht weit. Was ich mir aber wünschen würde, wäre es, dass beim Essen ein größeres Angebot gibt. Die meisten Möglichkeiten gehen nicht über Mittagstisch und After Work-Angebote hinaus, nach Geschäftsschluss ist hier tote Hose. Mein Tipp für Hamburg: Immer einen kleinen Regenschirm mitnehmen, dann regnet‘s nicht. Das klappt bei mir immer. Und falls doch: Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.“


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Gefunden: Das Glück am Rand

Laut, quirrlig und manchmal ganz schön hektisch – das ist Hamburg City. Doch dort, wo die Stadt ausfranst, geht es sehr viel ruhiger zu. Manchmal fast schon dörflich, was Vor- und Nachteile haben kann. Drei Stadtflüchtige erzählen, wie es ist, Schanze, St. Pauli und Wilhelmsburg gegen Bergedorf, Niendorf Nord und Poppenbüttel einzutauschen

Protokoll: Erik Brandt-Höge, Ulrich Thiele & Anna Meinke
Fotos: Erik Brandt-Höge & Jérome Gerull

 

 

Jessica: Vom Kiez nach Niendorf

 

Jessica Ness hat es aus dem lauten, bunten St. Pauli ins beschauliche Niendorf Nord verschlagen. Was hat der Kulturschock mit ihr gemacht?

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Einst war er „The King Of The Kiez“, jetzt stolziert Duke durchs Ohmoor (Foto: Jérome Gerull)

„Ich bin 2014 in eine WG auf ’n Kiez gezogen. Mein Mitbewohner war DJ in einer Strip-Bar, deswegen sind bei uns immer ziemlich viele lustige Sachen passiert. Die Stripperinnen haben oft bei uns übernachtet. Wenn ich von einer Nachtschicht nach Hause kam, kam es schon mal vor, dass eine mir wildfremde Person in Reizwäsche am Küchentisch saß. Da habe ich nur ‚Moin‘ gesagt und das war’s, ich war das ja gewohnt. Mein Hund Duke ist auf dem Kiez groß geworden und dort durch die Gegend stolziert wie der King Of The Kiez. In dem Stripclub haben sie sogar eine ‚Duke Box‘ mit Snacks für ihn installiert. Immer, wenn ich mit ihm unsere Abendrunde gegangen bin, wollte er deswegen direkt in den Stripclub. Ich habe direkt neben dem Moondoo gewohnt. Nachts hat man die Touristenansammlung auf dem Kiez, aber durch den Alltag ist St. Pauli doch wie ein Dorf. Man ist dann schnell per Du mit dem Dönermann von nebenan oder mit Olivia Jones.

Ich war jahrelang OP-Krankenschwester im AK Altona. Irgendwann geriet ich in einen ethischen Konflikt, als ich gemerkt habe, wie sehr es im Gesundheitswesen ums Geld geht. Deswegen wollte ich mein Geld mit etwas Positivem verdienen und meinen Beruf mit meiner großen Leidenschaft verbinden: Musik. Zuerst habe ich im Docks / Prinzenbar am Tresen gearbeitet, konnte mich aber schnell hocharbeiten und durfte mich weiterbilden und mich um die Abrechnungen und das Personalmanagement kümmern.

 

Aus dem Krankenhaus zur Musik

 

Im Docks waren sehr viele facettenreiche Konzerte. Von Skunk Anansie bis hin zu HipHop konnte ich da alles Mögliche sehen und manchmal auch die Stars im Backstage erleben. Zum Beispiel Liam Gallagher. Er war Secret Act beim Reeperbahn Festival, und alle hatten sie Angst, man kennt ja die Geschichten über ihn. Dass er schon mal alles stehen und liegen lässt, wenn ihm etwas nicht passt. Aber bei uns fand er’s wohl gut, er war ganz entspannt und hat sich einfach mal zu uns hingestellt und mit uns eine geraucht.

Woran ich momentan oft denken muss: Auf dem Kiez war ich jeden Tag mit dem Leid der Obdachlosen konfrontiert. Ich mache mir heute noch oft Gedanken, wie sie zurechtkommen, gerade jetzt in der Corona-Zeit. Neulich war ich auf dem Kiez und habe einen alten Bekannten wiedergesehen. Er sah echt übel aus. Die ganzen Touristen sind ja momentan nicht da, wie sollen sich die Obdachlosen da ihr Geld zusammenschnorren?

 

Loyalität und Nachtschichten

 

Meine Chefin im Docks war zum Glück sehr loyal und hat geholfen. Ich war ja wie gesagt für die Personaleinstellung zuständig. Einen Obdachlosen habe ich kennengelernt, weil unsere Hunde immer miteinander gespielt haben. Dem ging es ganz schlecht, deswegen habe ihn gefragt, ob er mal zur Probe arbeiten möchte bei uns. Letztlich hat er jahrelang im Docks gearbeitet und sich auch hochgearbeitet, er ist auf einen Bauplatz gezogen und konnte seinen Alltag regeln. Und er hat sogar noch einen obdachlosen Freund mit ins Boot geholt. Für diese beiden ging es zumindest gut aus.

Die Zeit im Docks war aufregend, aber auch anstrengend. Nachtschichten im Club sind wie im fünften Gang Auto zu fahren: Es macht Spaß, aber du merkst irgendwann gar nicht mehr, dass du nonstop im fünften Gang fährst. Die Nachtschichten gingen manchmal 18 Stunden. Wenn ich um 10 Uhr morgens nach Hause kam, war ich völlig platt, konnte mich aber kaum erholen, weil es um 17 Uhr wieder losging. An Wochenenden hatte ich das Gefühl, so viel zu arbeiten, wie andere in der gesamten Woche.

Auf dem Kiez habe ich meinen jetzigen Freund kennenlernt, er hat damals in der Villa Nova gearbeitet. Wir sind zusammen in eine Wohnung über dem Docks gezogen. Eines Tages hatten wir einen Schlüsselmoment. Wir sind zusammen mit Duke an einem Montag bei strahlendem Sonnenschein mit einem Eis in der Hand über den Hamburger Berg gelaufen. Duke ist die ganze Zeit durch Scherben gelaufen und wir hatten die Gerüche allermöglichen Exkremente in der Nase – da dachten wir uns plötzlich: Wollen wir das überhaupt noch? Wollen wir nicht zusehen, dass wir ins Grüne kommen, für den Hund und für uns? Außerdem sind die Mieten auf dem Kiez so hoch, aber wofür eigentlich? Für Lärm und Dreck?

 

Glück im Norden der Stadt

 

Niendorf Nord war Zufall. Wir haben uns in ganz Hamburg beworben, was nicht so einfach ist mit einem japanischen Akita-Husky-Mix. Ich wusste damals nicht mal, wo Niendorf liegt. Aber als ich hierherkam, habe ich mich sehr schnell wohl gefühlt, weil es so ein grüner, ruhiger Stadtteil ist. Im Vergleich zum Kiez ist hier alles entschleunigt und die Luft ist frischer. Egal in welche Richtung ich gehe, es gibt überall grüne Flächen, Wälder und dann ist da noch das Ohmoor.

2018 sind wir hierhergezogen. Ich habe zu der Zeit noch auf dem Kiez gearbeitet und bin immer 30 Minuten mit der U-Bahn gependelt. Irgendwann ergab sich die Möglichkeit, in meinen alten Beruf zurückzukehren. Jetzt arbeite ich in der ambulanten Pflege in Niendorf. Gerade jetzt, wo die Kulturlandschaft brach liegt, bin ich natürlich besonders froh über meine Entscheidung.

Manchmal fehlt es mir aber, nicht einfach um 22 Uhr kurz vor die Tür zu gehen und ein Bier zu trinken. Hier sagen sich Hase und Igel Gute Nacht. Hier ist es manchmal auch etwas spießiger. Auf dem Kiez ist das Leben sehr tolerant, man lässt sich so sein, wie man ist. In Niendorf habe ich mich schon mit meckernden Rentnern angelegt. Ich bin halt eher der Typ ‚Leben und leben lassen‘.“

 

Christian: Von der Schanze über Poppenbüttel nach Sasel

 

Nach Jahren in Szenevierteln zog es Christian, 52, raus nach Poppenbüttel, später nach Sasel. Der Kinder wegen. Mittlerweile genießt er den Dorfcharakter draußen – und findet die Schanze zu schnelllebig.

Die Anpassung an den Stadtrand ging schneller als gedacht; Foto: Erik Brandt-Höge

Die Anpassung an den Stadtrand ging schneller als gedacht; Foto: Erik Brandt-Höge

„Ich kam 1993 während des Studiums von Essen nach Hamburg. Studiert habe ich an der TU in Harburg, gewohnt habe ich zuerst in Ottensen, kurz darauf aber auch in allerhand anderen Stadtteilen. Chronologisch aufgezählt: Altona, noch mal Ottensen, St. Pauli, Hamm, Wilhelmsburg, Schanze. Irgendwann war ich verheiratet, hatte ein Kind, und als das zweite unterwegs war, wollten meine damalige Frau und ich raus aus der Stadt. Wir hatten keine Lust, vor jedem Spielen in der Buddelkiste im Schanzenpark den Sand zu durchkämmen und Spritzen rauszuholen. Nein, die Kinder sollten im Grünen aufwachsen. Wir haben auch relativ günstig ein großes Haus mit Garten in Poppenbüttel bekommen. Das war 2006. Die Anfangszeit dort war zugegebenermaßen nicht so leicht, einfach, weil ich mich schon noch als Städter fühlte – und als großer Fan von St. Pauli war der Weg zum Stadion auch nicht mehr der kürzeste. Die Anpassung an den Stadtrand ging dann aber doch schneller, als gedacht, allein, weil wir gesehen haben, wie wohl sich die Kinder in der neuen Umgebung fühlten. Für sie war es in Poppenbüttel von Anfang an super. Und ich fühlte mich auch immer mehr zu Hause.

Nach einiger Zeit, als ich mal wieder in die Schanze fuhr, hatte ich plötzlich dort Schwierigkeiten, zurechtzukommen. Ich konnte gar nicht mehr so schnell realisieren, was alles um mich herum passierte. Ich merkte, wie wuselig, hektisch und anstrengend es da eigentlich sein kann. Da fand ich das ruhigere, langsamere Leben oben am Rand doch besser. Und während ich in meinen ersten Hamburg-Jahren die Anonymität mitten in der Stadt voll genossen habe, habe ich draußen auf einmal den Dorfcharakter zu schätzen gelernt. Also, dass man auf der Straße oft Leute sieht, die man kennt, und mit denen man auch mal kurz schnacken kann. Brauche ich nicht unbedingt, mag ich aber.

 

Eine Trennung und es geht weiter

 

Nach der Trennung von meiner Frau bin ich nach Lemsahl-Mellingstedt gezogen, also am Rand geblieben, und später, mit meiner jetzigen Ehefrau, nach Sasel. Hier haben wir eine schöne Maisonette-Wohnung mit Balkon und Gemeinschaftsgarten. Wir wohnen unten, die Kinder oben. Die Gegend ist toll! Wir sind schnell in Bergstedt, auch im Naturschutzgebiet Hainesch-Iland. Es ist echt schön, wenn wir mit unserem Hund rausgehen und ziemlich fix in einem Waldgrundstück landen können. Einzig fehlt mir die Kneipenkultur. Es gibt hier keine gute Kneipe! Eine Handvoll Restaurants, ja, aber sonst: nichts.

Die Kinder hingegen vermissen nichts. Die haben noch nie gesagt, dass sie ins Zentrum wollen. Für sie ist das hier die Stadt. Sie haben hier ihre Schule, ihre Freunde, ihren Sportverein – und ihren Rechner. Und sie gehen ja auch noch nicht aus. Den Kiez kennen sie gar nicht. Wenn sie groß sind, könnte ich mir vorstellen, auch mal wieder weiter reinzuziehen. Aber mit ‚rein‘ meine ich dann eher einen Stadtteil wie Barmbek.“

 

Marlen: Von Wilhelmsburg nach Bergedorf

 

Mit Kind und Kegel zog Marlen, 30, vor etwa einem Jahr von Wilhelmsburg an den Stadtrand – nach Bergedorf. Trotz des kleinbürgerlichen Einheitsbrei-Charakters der neuen Nachbarschaft fühlt sich die junge Familie in ihrem nun größeren Zuhause wohl

Fühlt sich manchmal wie „in einer dieser Miniatur-Wunderland-Kulissen“ an: Marlen

Fühlt sich manchmal wie „in einer dieser Miniatur-Wunderland-Kulissen“ an: Marlen

„In Wilhelmsburg lebt die ganze Welt. Das habe ich so an unserem alten Wohnort geliebt. Da gibt es keinen Elitarismus, keine Blasenbildung. Menschen verlagern ihr Leben auf die Straße, es ist trubelig, bunt und laut. So schön es in Willi auch war – für meinen Sohn Piet wünsche ich mir ein geschützteres Umfeld und die bestmöglichen Startvoraussetzungen für sein Leben. Unser neuer Lebensmittelpunkt in Bergedorf ermöglicht ihm ein sicheres – und uns als Eltern ein entspannteres – Aufwachsen. Es gibt viele Spielplätze, es ist grün, der Wald ist in greifbarer Nähe, und wenn mein Kind vor die Tür tritt, muss ich nicht ständig Angst haben, dass es überfahren wird. Wenn ich so etwas sage, komme ich mir manchmal echt spießig vor. Wäre unsere Zweizimmerwohnung in Wilhelmsburg nicht so klein gewesen, hätte ich mir sogar vorstellen können, weiterhin dort zu leben. Auch mit Kind. Aktuell lerne ich, natürlich auch die Vorzüge des Stadtrands zu schätzen. Ich sage Stadtrand, fühle mich aber gar nicht unbedingt, als würden wir extrem weit außerhalb wohnen. Bis man so richtig auf der Kuhwiese steht, muss man von unserem Zuhause aus noch mindestens zwei bis drei Kilometer fahren. Unsere Wohnung in Bergedorf liegt in der Fußgängerzone und ist daher keineswegs ab vom Schuss.

 

Bergedorf: Eine Stadt am Stadtrand

 

Aus dem Fenster schaue ich auf einen kleinen Stadtkern. Ich bekomme manchmal das Gefühl, als befände ich mich in einer dieser Miniatur-Wunderland-Kulissen, so niedlich sieht es hier aus. Und das machen nicht nur die Häuser und Straßen, sondern auch die Menschen: Ständig entdecke ich Straßenmusiker. Die spielen hier nicht nur Gitarre, nein, sie spielen Cello, Querflöte oder Geige. Alles in allem lebt es sich hier in Bergedorf also sehr gut, wenngleich mir das Leben hier von Zeit zu Zeit ein wenig glatt gebügelt vorkommt. Auch sind die Menschen hier nicht sehr divers. Man bleibt unter sich und fühlt sich wohl in seiner ‚Bergedorf-Blase‘. Ich sehe diese Entwicklung jedoch kritisch, weil ich es schade fände, sollten irgendwann nur noch Menschen aus den gleichen sozialen Milieus in ihren jeweiligen Vierteln zusammenleben. Da bleiben der Austausch und das gegenseitige Kennenlernen komplett auf der Strecke. Und Wohnungen in der Innenstadt, in der Schanze oder in St. Georg, wären Menschen mit viel Geld vorbehalten. Zum Glück hatten wir nicht den Anspruch, im Zentrum zu wohnen. Denn eine solche Wohnung, wie wir sie jetzt in Bergedorf haben, hätten wir uns in besagten Stadtteilen niemals leisten können. Die Entscheidung, wohin wir umziehen, wurde uns dadurch sogar erleichtert: Aufgrund der Mietpreise kamen eben nur bestimmte Lagen infrage. Hier in Bergedorf zahlen wir für eine wunderschöne Altbauwohnung mit Stuck, Holzfußboden und hohen Decken gerade einmal zehn Euro pro Quadratmeter. Und wir haben so viel Platz!

Der Unterschied zwischen einer Zweizimmerwohnung und einer Viereinhalbzimmerwohnung ist schon erheblich. Sogar so erheblich, dass wir uns vorstellen könnten, die nächsten zehn Jahre hier am Stadtrand zu bleiben. Auch infrastrukturell ist Bergedorf gut aufgestellt: Vom Zahnarzt, über den Hausarzt, bis hin zum Frauenarzt gibt es alles in unmittelbarer Nähe. Da schneidet unser neuer ‚Rand-Wohnort‘ also vergleichsweise gut ab. Auch Kitas gibt es wie Sand am Meer – viele Kinder bedeuten eben auch viele Kitas. Für Piet haben wir sehr schnell einen Platz gefunden. Ja, wir haben uns hier gut eingelebt, würde ich sagen. Sollte es uns hier eines Tages zu langweilig werden, gehen wir halt zurück. Vorausgesetzt wir finden dann noch eine bezahlbare Wohnung.“


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Schnell auf dem Wasser: Die Weltmeisterbesieger

Zu Gast beim ältesten Drachenbootclub Deutschlands, dem 1. Hamburger Drachenboot Club e.V.

Text: Mirko Schneider

 

Es ist ein unauffälliger Weg, der zum Bootshaus des USC Paloma am Barmbeker Stichkanal an der Saarlandstraße 38 führt. Hier ist eine echte Traditionsmannschaft dieser Stadt daheim, die Paddler des 1. Hamburger Drachenboot Club e. V. „Unser Verein war tatsächlich der erste Drachenboot-Club in Deutschland“, sagt Vorstandsmitglied Ulf Verboom, 49, bei der Begrüßung.

Gegründet wurde der Club (circa 80 Mitglieder) 1988, als Hamburger Kaufleute fasziniert von einer Drachenboot-Regatta in Taipeh zurückkamen, zu der sie eingeladen waren. Seitdem gab es Siege bei vielen Regatten. Die beeindruckende Pokalsammlung im Umkleidehaus erzählt davon.

„Wir haben ein Damenteam, ein Herrenteam und ein Mixed-Team. Trainiert wird aber fast nur noch im Mixed-Team“, erklärt Verboom. Heute mit 14 Paddlern plus Steuermann. Aber, aufgrund der Lärmschutzbestimmungen auf der Alster, ohne Trommler. Für eine Regatta benötigt man inklusive Ersatzleuten 26 Paddler, davon 20 im Boot.

 

Viel Erfahrung

 

Vor dem Start legen alle ihre wasserfeste Weste an. „Es kann schon mal passieren, dass Wasser ins Boot spritzt“, sagt Verboom. Er ist seit 1991 dabei, wurde mehr als ein Dutzend Mal Deutscher Meister, außerdem Europa- und Weltmeister. Vor über zehn Jahren hat er mit dem Team des 1. Hamburger Drachenboot Club sogar das deutsche Weltmeisterteam auf der Hamburger Binnenalster geschlagen. „In Anlehnung an den FC St. Pauli haben wir uns dann Weltmeisterbesieger-T-Shirts drucken lassen“, sagt St. Pauli-Fan Verboom.

Eine der Paddlerinnen ist Christin Müller, 38. Auch sie hat internationale Erfahrung, nahm sogar schon an einer Regatta auf der Londoner Themse teil. Zum Drachenbootfahren fand sie durch eine Zeitungsannonce in Holland. Danach ließ sie die Sportart nicht mehr los. „Ich habe hier sofort tolle Leute kennengelernt – und die Stadt Hamburg von der Wasserseite“, sagt sie. So wie ihr geht es vielen Teammitgliedern des Clubs, der sich 2017 auf der Suche nach einem neuen Zuhause befand und eine Kooperation mit dem USC Paloma einging. Der USC unterstützte den Club finanziell, dieser renovierte in Eigenarbeit das Bootshausgelände und alle Paddler wurden Mitglieder bei Paloma. Ein guter Deal für beide.

Dann geht’s los. Das 12,50 Meter lange und 250 Kilo schwere Kunststoffboot zum Start ins Wasser zu lassen, ist schwierig. Holzäste, Blätter und Dreck haben die Wassertiefe des Kanals an der Anlegestelle auf 40 Zentimeter sinken lassen. Eigentlich liegt die Säuberung in der Verantwortung der Stadt.

 

Kraft und viel Tempo

 

„Fertigmachen für zehn Dicke!“, ruft Steuermann Andre Busch schließlich. „Und ab.“ Dann flitzen wir los. Erst zehn kräftige Schläge, dann Schlagzahl 60, dann 50. Wie beim Kanufahren tauchen die Paddler das Paddel vorne ins Wasser ein, drücken es nach hinten seitlich weg. Die zweiköpfige Schlagbank vorne gibt die Schlagzahl vor. Alle Paddler drehen bei jedem Schlag ihren Körper ein, schauen sich dabei aus angestrengt-glücklich wirkenden Gesichtern an. Das Gewicht ist zwecks optimaler Wasserlage gleichmäßig im Boot verteilt „Der Zug und die Kraft beim Paddeln kommen vor allem aus dem Rumpf “, erklärt Verboom in einer Pause. Die Stimmung ist sportlich-freundlich. Es wird geackert und gescherzt.

Bewundernswert, wie viel Kondition hier alle haben – und wie schnell wir mitten auf der Außenalster sind. Als Spitzengeschwindigkeit erreichen wir in unseren Drei-Minuten-Terms 14 Stundenkilometer. Schwäne weichen uns aus, Kinder schauen vom Ufer aus mit großen Augen zu, der Blick über die weite Außenalster ist ein Traum. „Wenn wir sonntagmorgens trainieren, sehen wir oft Eisvögel. Ein echtes Schauspiel“, sagt Verboom.

Nach 70 Minuten sind wir wieder an der Anlegestelle. „Wir freuen uns über jedes neue Mitglied“, sagt Verboom noch zum Abschied. „Man muss am Anfang nicht viel können. Wer mag, soll einfach vorbeikommen.“

uscpaloma.de/drachenboot


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2021. Das Magazin ist seit dem 28. August 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Große Sause zum 30.: Schmidts Tivoli feiert Geburtstag

Die Traditionsbühne Schmidts Tivoli hat genullt – und entsprechend gefeiert

Text: Erik Brandt-Höge

 

Was ist los, wenn Andy Grote, Udo Lindenberg, Rolf Zuckowski, Mary Roos, Michael Otremba, Christina Block, Gayle Tufts und Jane Comerford zusammenkommen, um ordentlich zu feiern? Etwas Großes! Am 1. September 2021 war dieses Große der 30. Geburtstag der Reeperbahn-Traditionsbühne Schmidts Tivoli. Die genannten zählten zu den 280 geladenen Gästen, die ein kunterbuntes Jubiläumsprogramm geboten bekamen – präsentiert von Gastgeber Corny Littmann, der das Schmidts Tivoli gemeinsam mit Prof. Norbert Aust und zwei Partnern am 1.9.1991 eröffnet hatte.

Unter anderem wurden Songs und Szenen aus „Heiße Ecke“ aufgeführt, dem St. Pauli-Musical, das nach anderthalb Jahren Corona-Pause wieder dauerhaft (dienstags bis sonntags) im Kieztheater zu erleben ist.

tivoli.de


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„Mord am Mikro“: Mitmach-Krimi vor Hamburgs einziger Burg

Ein abwechslungsreiches Kulturprogramm bietet die Bühne an der Burg Henneberg, einem ehemaligen gutbürgerlichen Familiensitz und Nachbau einer echten Ritterburg. Eines der Highlights vor märchenhafter Kulisse im Alstertal: Das Hörspiel „Mord am Mikro“ mit TV-Star Fabian Harloff

Text: Kevin Goonewardena
Fotos: Jérome Gerull

 

In wunderschöner, grüner Kulisse an der Poppenbütteler Alsterschleuse steht vor der einzigen Burg Hamburgs, der Burg Henneberg, eine kleine Open Air-Bühne. Das Surrounding aus dem Jahr 1804 prallt am Abend des 28. Juli auf eine Bühnengeschichte, die in den 1950er Jahren spielt: „Mord am Mikro“ heißt die Inszenierung eines gekonnt mit Slapstick und guten Gags gepickten Mitmachkrimi im Retro-Hörspielformat.

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Bibbern, zaudern, zetern – und natürlich mitraten: Ein Mörder versetzt das St. Pauli der 1950er Jahre in Angst und Schrecken. Gemeinsam mit den Zuschauer:innen begeben sich die Kommissare Hallig Stolz auf die Jagd nach dem mordenden Phantom. Vom Kiez, in noble Villen und städtische Behörden dringen sie dabei immer tiefer in eine Welt voller Gier, Hinterzimmer-Machenschaften, Lust und Rache vor.

Unterstützt von Publikum und Live-Musik, acht mörderisch gute Songs von Michael Jackson über Falco, Hildegard Knef, Eric Clapton und Tom Jones bis hin zu „Bonnie & Clyde“ von den Toten Hosen, lässt die Retro-Inszenierung des interaktiven Musikkrimis die einzigartige Atmosphäre alter Krimihörspiele wieder aufleben.

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Live und in vielen Farben: Das Reeperbahn Festival 2021 findet statt

Das 16. Reeperbahn Festival findet statt! Vom 22. bis 25. September 2021 gibt es wieder viele Kulturveranstaltungen rund um die Vergnügungsmeile

Text: Felix Willeke

 

Das 16. Reeperbahn Festival darf – auf Basis von aktuellen Corona-Entwicklungen – vom 22. bis 25. September 2021 stattfinden. Natürlich gibt es entsprechende Hygienekonzepte und Auflagen, aber das Line-Up steht zum großen Teil schon fest.

Auf rund 35 Bühnen, darunter die ARTE Concert Stage im Festival Village auf dem Heiligengeistfeld und drei Open-Air-Bühnen auf dem Spielbudenplatz, gibt es im September über 120 bereits bestätigte Live-Acts.

 

Erste Highlights

 

Bisher bestätigt sind unter anderem der österreichische Rapper Mavi Phoenix und die Indie-Kombo Fortuna Ehrenfeld aus Köln. Außerdem haben sich die niederländischen Indie-Elektroniker Weval II angekündigt, wie auch die Songwriter:innen Antje Schomaker und William Fitzsimmons.

2021 gibt es im Rahmen des Reeperbahnfestivals auch wieder Konzerte in der Elbphilharmonie. Neben den  Musikpreisgewinner:innen des ANCHOR Award von 2020, ÄTNA in gemeinsamer Sache mit der NDR Bigband, treten auf der Bühne des Konzerthauses am Hafen auch internationale Künstler:innen aus Südafrika und Australien auf. Der ANCHOR – Reeperbahn Festival International Music Award 2021 findet am 25. September im St. Pauli Theater statt.

Neben dem Besuch des Festivals können Musikfans auch auf die öffentliche Reeperbahn Festival-Streamingplattform zugreifen, wo Livestreams und Konzertaufzeichnungen digital abrufbar sein werden.

Neben dem Publikumsfestival gibt es auch wieder ein Programm für Fachbesucher:innen mit rund 100 Programmpunkten und 300 Sprecher:innen.

 

Seht hier das Musikvideo zu „Fck It Up“ von Mavi Phoenix:


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Irish Pub „Shamrock“: Das Aus nach fast 39 Jahren

Der Irish Pub im Karolinenviertel muss einem neuen Wohnhaus weichen – das Ende eine Ära

Text: Felix Willeke

 

Fußball und Guinness gehören nicht nur für britische Fans zusammen. Viele haben auch die Auswärtsspiele der Hamburger Vereine jahrelang bei einem kühlen Pint im „Shamrock“ genossen. Seit 1982 gibt es den Irish Pub an der Feldstraße, damit ist jetzt Schluss. Am 28. und 29. Juni 2021 öffnet der Pub das vorerst letzte Mal nach fast 39 Jahren seine Türen. An beiden Abenden wird es nur Bier aus der Flasche zum Fußball geben, ehe im Juli die Bagger anrollen.

Hier, wo von einer „Baulücke“ mit nur einstöckiger Bebauung gesprochen wird, soll ein Wohnhaus entstehen. Pub-Inhaberin Lindsay Bennett sagte der Hamburger Morgenpost, dass es möglich gewesen wäre, mit dem „Shamrock“ in den Neubau des Immobilienunternehmens Otto Wulff einzuziehen, die Lärmschutzauflagen seien für sie und den Pub aber nicht zu erfüllen gewesen, finanziell wie ideell.

Bennett sucht jetzt nach einer neuen Location, am liebsten im Karolinenviertel oder auf der Schanze.


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Film ab: Hamburger Kinos öffnen wieder

Am 17. Juni öffnen die ersten Kinos in Hamburg, der Rest folgt voraussichtlich am 1. Juli 2021

Text: Felix Willeke

 

Ab dem 17. Juni 2021 können die Hamburger:innen wieder ins Kino gehen. Das Studio Kino auf St. Pauli öffnet als eines der wenigen seine Tore und startet mit dem oscarprämierten „Nomadland“ (Bester Film). Darüber hinaus zeigt das Studio Kino das Drama „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ mit Oscar-Gewinnerin Yoon Yeo-jeong, den neuen Film „Der Rausch“ mit dem dänischen Schauspieler Mads Mikkelsen, den feministischen Dokumentarfilm „Woman“ und die Verfilmung der Animationsserie „Yakari“. Im Studio Kino laufen alle Filme außer Yakari als Original mit Untertiteln.

Neben dem Studio Kino öffnet laut NDR auch die Kinokette UCI in Hamburg seine Pforten. In der Hansestadt müssen Kinobesucher:innen einen negativen Corona-Test vorweisen, alternativ auch den Nachweis einer vollständigen Covid19-Schutzimpfung. Darüber hinaus müssen auch am Platz medizinische Masken getragen werden.

Die restlichen Kinos öffnen voraussichtlich am 1. Juli 2021.


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Peppi: „Ich lebe seit 30 Jahren auf der Reeperbahn“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Peppi begegnet.

Protokoll: Max Nölke

 

„Mich kennt hier jeder. Ich lebe seit 30 Jahren auf der Reeperbahn. Ich habe gesehen, wie sie das Schmidt Theater neu gebaut haben, den Abriss vom Schwimmbad am Spielbudenplatz und wie die Esso Tankstelle verschwand. Ich habe das alles aus erster Reihe erlebt. Sogar die Polizisten kenne ich alle. Und sie mich. Ich glaube, ich bin ganz schön kompatibel, kann mich gut unterhalten. Mehr zwar nicht. Aber das reicht doch fürs Erste.

1969 bin ich geboren, meine Mutter hat mich 1971 an eine Adoptivfamilie abgegeben. Ich hatte Angst vor ihnen, weil sie mich geschlagen haben. Also bin ich abgehauen und auf der Straße gelandet. Meiner richtigen Mutter habe ich irgendwann verziehen. Meinen Adoptiveltern nie.

Das Leben auf der Straße ist okay, die Leute mögen mich. Momentan schlafe ich in der U3. Irgendwann kommt Hilfe. Das sage ich mir zwar seit einer Ewigkeit, aber ich glaube immer noch dran. Manchmal kam die Hilfe auch schon, aber dann habe ich wieder irgendeinen Fehler gemacht. Neulich hatte ich einen Job, da habe ich für “Zwischenstopp Straße” gearbeitet. Dann habe ich was getrunken, jetzt sitze ich wieder hier. Sie haben mir daraufhin Dante weggenommen, meine französische Bulldogge. Bevor ich Dante bekommen habe, hatte ich einen Hund, der 17 Jahre bei mir gelebt hat. Sie war meine beste Freundin, immer an meiner Seite. Bis sie vor ein paar Jahren eingeschläfert werden musste.

 

Mit zwei Shetland Ponys an der irischen Küste

 

Meinen ersten Hund habe ich 1978 bekommen, ich weiß es noch genau, das war der schönste Tag in meinem Leben. Er hieß Asta, ich war neun und Asta war mein erster wirklicher Freund. Zu der Zeit habe ich noch bei meinen Adoptiveltern im Sauerland gelebt. Ich war jeden Tag mit Asta im Wald und er hat mir ein Gefühl gegeben, als würde er mich in den Arm nehmen und sagen „Ey Peppi, es ist alles gut!“

Aber wirklich gut ist es nur dann, wenn ich träume. Dann stelle ich mir vor, zwei Shetland Ponys zu haben und mit ihnen an der irischen Küste zu leben. Eins links, eins rechts und ich liege dazwischen im Gras. Mehr möchte ich gar nicht. Ich würde keinen Menschen vermissen, denn ganz ehrlich: Ich mag sie nicht. Es gibt tolle Menschen, aber ich kann mit ihnen nicht umgehen. Bei mir wurde eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt. Und obwohl ich mitten auf der Reeperbahn sitze, mich die Leute alle kennen, meine Brüder und Schwestern mich in den Arm nehmen, habe ich eine unheimliche Angst vor ihnen. Ich weiß, dass das paradox ist, aber ich habe so eine Angst vor Gewalt, das kannst du dir gar nicht vorstellen.

Dabei weiß ich ja eigentlich, dass mir keiner etwas tut. Ich tue ja auch keinem etwas. Vor mir braucht keiner Angst zu haben. Auch wenn das manche haben, weil ich so groß bin und vielleicht manchmal auch ein bisschen komisch. Die meisten wissen aber, wie nett ich bin. Deswegen akzeptieren sie mich. Wollen wir noch eine rauchen, bevor du gehst?”


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Es geht wieder rund: Sommerdom kehrt zurück

Vom 30. Juli bis 29. August 2021 findet das größte Volksfest Norddeutschlands wieder auf dem Heiligengeistfeld statt.

Text: Felix Willeke

 

Zum letzten Mal drehten sich im Dezember 2019 die Karussells auf dem Heiligengeistfeld, danach kam die Corona-Pandemie. Die  folgenden vier geplanten Dom-Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Jetzt geht es aber wieder los: „Damit geht unser größter Wunsch in Erfüllung, wir bekommen unseren Dom zurück“, sagte Robert Kirchhecker, Präsident des Schaustellerverbandes Hamburg von 1884 e.V., dem „Hamburger Abendblatt“.

Die Wirtschatfsbehörde erlaubt für diesen Sommer 20 bis 30 Prozent weniger Betriebe. Zusätzlich wurde ein umfangreiches Hygiene- und Schutzkonzept erarbeitet. Für den Sommerdom 2021 gilt daher der Einlass nur für negativ Getestete, geimpfte und genesene Personen und es dürfen sich nicht mehr als 10.000 Menschen gleichzeitig auf dem Heiligengeistfeld aufhalten. Darüber hinaus soll es eine Maskenpflicht für alle Besucher:innen geben.


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