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Stoff fürs Großhirn: Hippocampus Festival am Billhafen

Auf der Grünfläche der Rudervereinigung Bille findet vom 22. Juli bis 15. August das interdisziplinäre Kunstfestival Hippocampus statt

Text: Isabel Rauhut

 

Eingebettet zwischen der ruhigen Bille und dem Industriegebiet in Rothenburgsort, befindet sich das Hippocampus Festival. Ein volles Programm aus Bildender Kunst, Live-Musik und Workshops wird hier im Rahmen des Kultursommer Hamburgs noch bis zum 15. August geboten.

Um eine original Datsche aus DDR-Zeiten, das „Haus Seepferdchen“, die an der Ostseeküste vor über 50 Jahren gebaut wurde, ist eine grüne Bühne und Fläche für Kultur entstanden. Das Festival wird von der Galerie Oel-Früh kuratiert, die seit 2005 ihr Ausstellungs- und Atelierhaus in Rothenburgsort hat.

Studio C.A.R.E. und die Galerie Oel-Früh haben zusammen ein Highlight auf dem Gelände geschaffen: Den „Bunker Spa“. In einem alten, ehemals vermoderten Bunker, können Besucher:innen jetzt mit dem Geruch ätherischen Öle in der Nase, Brunnengeplätscher und seichter Musik auf den Ohren und einem angenehmen Fußbad kurz dem Alltag entfliehen.

Der Eintritt ist frei und auf hundert Pesonen limitiert. Der Zutritt ist nur mit tagesaktuellem Schnelltest möglich.

Hippocampus Festival: 22. Juli bis 15. August 2021


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Videointerview: Scotch & Water am Morgen

Kultursommer-Reporterin Daphne Sagner trifft die Hamburger Indie-Band Scotch & Water zum idyllischen Schnack in Planten un Blomen. Im Gespräch geht’s um Heimat, Musik und natürlich den Kultursommer

Text: Isabel Rauhut

 

Die Hamburger Indie-Künstler Scotch & Water stehen mit Singles wie „Fear“ und „Floralia“ auf dem Radar der norddeutschen Musikindustrie. Ihr Debütalbum „Sirens“ ist im Mai 2021 erschienen. Am 11. August präsentiert die Band den Langspieler im Rahmen des Kultursommer Hamburgs auf der Bühne des Musikpavillons in Planten und Blomen.

Im Interview spricht Kultursommer-Reporterin Daphne Sagner mit Sängerin Samira Christmann und Gitarrist Hansjakob Wedemeyer über ihre Leidenschaft zur Musik, Hamburg als Heimatstadt und die Möglichkeit beim Kultursommer ein Konzert zu spielen.


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Das Norden Festival: Top-Musik vor Top-Kulisse

Vom 26. August bis zum 12. September gibt es Live-Kultur an einem Ort der Idylle, beim Norden – The Nordic Arts Festival

Text: Andreas Daebeler

 

Es muss nicht immer der große Star von der Insel sein. Jedenfalls nicht von der britischen, Erhebungen im Meer haben wir ja auch. Das Norden – The Nordic Arts Festival bietet traditionell Künstlern aus Hamburg, Schleswig-Holstein und den skandinavischen Nachbarländern eine Bühne. Und das ist in diesem Jahr, in dem die Pandemie das Kulturleben und die Live-Musikszene noch immer lähmt, nötiger denn je. Darum haben die Veranstalter zusammen mit der Stadt Schleswig ein ausgeklügeltes Konzept erarbeitet, die Besucherzahl begrenzt und entschieden, das Gelände weitläufiger zu gestalten. Funktioniert.

Das Ambiente des Norden sucht fraglos seinesgleichen. Schließlich wird am idyllischen Strand des Ostseefjords Schlei gefeiert. Und zwar mit einem genreübergreifenden, aktuellen Programm, einer familiären und nachhaltigen Ausrichtung sowie günstigen Tagestickets für 9,50 Euro. Das Gelände ist in die Parklandschaft der Königswiesen eingebettet. Das Festival bietet bei kleinen Preisen einen Querschnitt aus aktueller Popmusik, Straßentheater, Literatur, DIY-Kursen, Film und sportlichen Aktivitäten. Dabei sind diesmal unter anderem die dänische Band Hvalfugl mit ihrem skandinavischen Folk und Nordic Jazz und das norwegische Theaterensemble Studium Actoris. Ganz aus Litauen reisen The Schwings an.

NORDEN Festival - Konzert auf Schlei-Bühne; Foto: Nora Berries, Norden Festival

NORDEN Festival – Konzert auf der Schlei-Bühne; Foto: Nora Berries, Norden Festival

Das Norden beginnt am 26. August, es steigt an zwölf Tagen. Und es bietet ein Festival im Festival, das sich Nordpop nennt. Die Idee ist, am Wochenende vom 26. bis 29. August bekannte Musiker mit Newcomern zusammenzubringen. Alle Bands und Solokünstler kommen aus Hamburg und Schleswig-Holstein. Auf zwei Bühnen können Besucher die ganze Bandbreite aktueller Popmusik aus dem Norden erleben. Mit dabei: Tonbandgerät, Lina Maly, Helgen, Bernd Begemann, Catt und viele andere. „Der Headliner für den Samstagabend bleibt vorerst eine Überraschung und wird erst zwei Wochen vor dem Festival verkündet“, berichten die Festivalmacher Manfred Pakusius und Marno Happ.

The Nordic Arts Festival: 26. August – 12. September 2021


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2021. Das Magazin ist seit dem 29. Juli 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Kulturelle Erweckung: Das Easterfield Festival

Unter dem Motto „Eine Stadt wacht wieder auf. Aber wie? Und wohin?“ bietet der Kunstverein Hamburg beim Easterfield Festival in der Osterfeldstraße in Eppendorf vom 30. Juli bis zum 15. August 2021 eine bunte Mischung aus Open-Air-Kino, Performances, Musik, Kunst und Talks

Text: Marco Arellano Gomes

 

Nein, das christliche Fest der Wiederauferstehung Christi wird nicht nachgeholt. Mit einer gewissen Wieder­auferstehung hat das Eas­terfield Festival hingegen schon zu tun: der Wiederauferstehung der Kul­tur – und zwar in all ihren schillernden Facetten. Die Kultur ist wieder da. Der Hamburger Kul­tursommer wurde ausgerufen – und der soll in der ganzen Stadt stattfinden. Das heißt eben auch in der Osterfeldstraße (nicht zu verwechseln mir der Osterstraße) – jener Verlängerung des Lok­stedter Weges, die nördlich von Eppendorf ver­läuft und den noblen Stadtteil mit dem etwas pragmatischeren Lokstedt verbindet.

Der Auftritt der Hamburger Erfolgssängerin Miu ist einer der Top Acts auf dem Festiva; Foto: Elena Zaucke

Die Hamburger Erfolgssängerin Miu tritt am 5. August auf dem Festival auf; Foto: Elena Zaucke

Von diesem Straßennamen leitet sich auch schon der Titel des Festivals ab, das sechs Tage lang – vom 30. Juli bis zum 15. August – in den Gärten der Osterfeldstraße 6 stattfindet. Auf dem ehemali­ gen Gelände der Galerie Levy gibt es somit nach dem pandemischen Winterschlaf ein kulturelles Erweckungserlebnis – ganz unreligiös, aber kul­turell wertvoll und abwechslungsreich. „Es geht darum, die Künste der Stadt Hamburg zu zele­brieren und ihre Vielfalt nach über einem Jahr Lockdown als gemeinsame Anstrengung zu feiern und wieder an die breite Öffentlichkeit zu bringen“, sagt die verantwortliche Intendantin Bettina Steinbrügge vom Kunstverein in Ham­burg.

Steinbrügge hat in Kooperation mit Donkey Products und &MYLK ein buntes Programm vorbereitet. „Aus Hamburg für Hamburg. Aus Liebe zur Kultur“, wie es im Programmheft heißt. Dass das nicht nur ein Spruch ist, erkennt man allein schon daran, dass alle Überschüsse „zurück in die Ham­burger Kultur“ fließen sollen.

 

Fünf Schwerpunkte

 

Eröffnung ist am 30. Juli, um 18 Uhr. Weitere Ver­anstaltungstermine sind am 1., 5., 6., 11. und 12. August, jeweils ab 18 Uhr. Das Festival hat fünf kulturthemati­sche Schwerpunkte: Kino, , Performance, Musik, Skulp­tur und Gespräch. Jede der Kulturdisziplinen wird von Kuratoren und Team verantwortet. Eingeladen werden vorrangig Hamburger Künstler und Künstlerinnen. Die Hamburger Kulturszenen sollen so zusammenfinden und sich gegenseitig befruchten. Das sollte bei einer Fläche im Freien von etwa 6.660 Quadratmetern auch pandemiekonform gelingen.

Während der gesamten Festivallaufzeit ist der Skulp­turenpark tagsüber für Besucher und Besucherinnen kostenlos zugänglich. Für die Abendveranstaltungen mit Performances, Filmen, Vorträgen und Konzerten wird hingegen ein Eintrittspreis erhoben, dessen Erlös wie bereits erwähnt der weiteren Unterstützung der Hamburger Kunstszene dient. Fürs Essen ist selbstver­ständlich gesorgt: Mehrere Foodtrucks werden vor Ort ihre Speisen anbieten. Und wer weiß, vielleicht ist ja auch das eine oder andere Osterei dabei.

 

Kino

 

Im Bereich Kino wird es fünf Filmabende geben. Lie­bevoll zusammengestellt von Felix Grassmann (Abaton Kino), Maike Mia Höhne (Kurzfilmfestival Hamburg) und Marlene Denningmann von Veto Film.

Der Kurzfilm „Riot not diet“ (2018) von Julia Fuhrmann; Foto: Julia Fuhrmann

Der Kurzfilm „Riot not diet“ (2018) von Julia Fuhrmann; Foto: Julia Fuhrmann

 

Performance

 

Im Bereich Performances haben sich Tobias Peper (Kunstverein Harburger Bahnhof), Gabriel Schim­meroth (MARKK) und Sam Gora (HfbK) zusammen­getan, um ein Programm auf die Beine zu stellen. Vier Performances warten darauf, betrachtet zu werden.

 

Musik

 

Für die fünf Musik-­Acts verantwortlich sind die Kura­toren Björn Beneditz (Deichkind), Lars Meier (Gute Leude Fabrik) und Sebastian Tim (Koralle Blau).

 

Skulptur

 

Die knapp 20 Skulpturen werden durchgehend zu se­hen sein. Kuratiert wurden diese von Florian Berger (Donkey Products / &MYLK), Dr. Esther Ruelfs (MK&G Hamburg), Arne Vogler (Millerntor Gallery), Katha­rina Bittel (Neue Kunst in Hamburg) und Nicholas Tam­mens (Kunstverein in Hamburg).

Die Kunst-Skulpturen im Park sind tagsüber kostenlos zu sehen; Foto: Iris Helena Hamers

Die Kunst-Skulpturen im Park sind tagsüber kostenlos zu sehen; Foto: Iris Helena Hamers

 

Gespräch

 

Debatten sind ebenfalls eine kulturelle Errungenschaft und wollen gepflegt werden. Fünf Gespräche sind ge­plant, kuratiert von Dilara Kubitzki (Kunstverein in Hamburg), Christoph Twickel (Journalist & Autor), Timm Weber (Kunstverein in Hamburg), Luísa Telles und Luzia Cruz (beide HfbK).

Easterfield Festival: 30. Juli – 15. August


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„Mord am Mikro“: Mitmach-Krimi vor Hamburgs einziger Burg

Ein abwechslungsreiches Kulturprogramm bietet die Bühne an der Burg Henneberg, einem ehemaligen gutbürgerlichen Familiensitz und Nachbau einer echten Ritterburg. Eines der Highlights vor märchenhafter Kulisse im Alstertal: Das Hörspiel „Mord am Mikro“ mit TV-Star Fabian Harloff

Text: Kevin Goonewardena
Fotos: Jérome Gerull

 

In wunderschöner, grüner Kulisse an der Poppenbütteler Alsterschleuse steht vor der einzigen Burg Hamburgs, der Burg Henneberg, eine kleine Open Air-Bühne. Das Surrounding aus dem Jahr 1804 prallt am Abend des 28. Juli auf eine Bühnengeschichte, die in den 1950er Jahren spielt: „Mord am Mikro“ heißt die Inszenierung eines gekonnt mit Slapstick und guten Gags gepickten Mitmachkrimi im Retro-Hörspielformat.

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Bibbern, zaudern, zetern – und natürlich mitraten: Ein Mörder versetzt das St. Pauli der 1950er Jahre in Angst und Schrecken. Gemeinsam mit den Zuschauer:innen begeben sich die Kommissare Hallig Stolz auf die Jagd nach dem mordenden Phantom. Vom Kiez, in noble Villen und städtische Behörden dringen sie dabei immer tiefer in eine Welt voller Gier, Hinterzimmer-Machenschaften, Lust und Rache vor.

Unterstützt von Publikum und Live-Musik, acht mörderisch gute Songs von Michael Jackson über Falco, Hildegard Knef, Eric Clapton und Tom Jones bis hin zu „Bonnie & Clyde“ von den Toten Hosen, lässt die Retro-Inszenierung des interaktiven Musikkrimis die einzigartige Atmosphäre alter Krimihörspiele wieder aufleben.

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Fast ein Spektrum Festival: Good Vibes Only

Nach der Absage im letzten Jahr, kehrt die Momentaufnahme der Beatkultur dieses Jahr an zwei Wochenenden zurück. Gerade wegen stark limitierter Besucher:innenzahl und übersichtlichem Programm, bleibt in Pandemie-Zeiten die wichtigste Erkenntnis eine alte: Der Vibe muss stimmen – das tat er und lässt uns so noch sehnsüchtiger das Ende der Pandemie erwarten

Text: Kevin Goonewardena
Fotos: Andreas Hornoff

 

Menschen, die nach Glück, Genuss und Lust streben, würden durchaus philosophisch handeln, so der Hamburger Philosoph Bernulf Kanitscheider. Wahrscheinlich den Wenigstens unter den 500 Gästen der diesjährigen, Pandemie-gerechten Ausgabe des Spektrum Festivals am Reiherstieg ein Name, haben sie doch alle unbewusst im Sinne des Autors von „Ein hedonistisches Manifest“ gehandelt.

Möglich gemacht haben das in erster Linie die Macher:innen des Spektrum-Festivals, dass sich in den 2010er Jahren vom Geheimtipp zum veritablen Ein-Tages-Festival der nationalen Szene entwickelt hat. Denn statt die Veranstaltung das zweite Jahr in Folge ausfallen zu lassen, konzipierten die Verantwortlichen ein ihrem altbewährten Konzept folgendes Event – mit Test- und Maskenpflicht in sensiblen Bereichen wie etwa Warteschlangen – zu denen es ob der geringen Anzahl der Gäste, dem Verzicht auf große Bühnen, dem limitierten Zugang zu den Auftrittsorten oder einer überschaubaren Anzahl von Künstler:innen, kaum kam.

 

Wir-Gefühl

 

Getreu dem selbst verordneten Anspruch der Orga, sich musikalisch zwischen Tradition und gegenwärtiger Grenzüberschreitungen zu positionieren, von Straßen- über Cloud- bis Boom Bap den verschiedensten Stilen Bühne und Gehör einzuräumen, und Newcomern und Local Acts zu fördern, ließen die Künstler:innen des ersten von zwei Wochenenden der diesjährigen Ausgabe, die Pandemie so gut es eben möglich war bei dem nach Live-Konzerten lechzenden Besucher:innen vergessen.

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Die Performance Yung Palos etwa, dem Hamburger Newcomer, der mit seinem Underground-Hit Tokyo Drift gleich auch noch ein zweites Mal die Zugabe Ace Tees gestalten durfte, war dermaßen energiegeladen, dass sich die meisten der Anwesenden nach einem Post-Pandemie-Auftritt, einem Auftritt ohne angezogene Handbremse, noch im gleichen Moment gesehnt haben dürften.

Während der Co-Headliner Ansu absagen musste, holte sich Ace Tee die erwartbare Verstärkung in Form ihres kollegialen Partners Kwam.E und Tom Hengst auf die Bühne, ein paar Tänzerinnen, Licht-Show und gekonnte Publikums-Interaktion standen einem Pre-Corona-Auftritt in nichts nach.

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Ace Tee bei „Fast ein Spektrum“ 2021 (Foto: Andreas Hornoff)

Die vielen loyalen Supporter unter den Anwesenden unterstrichen mit ihrer teils frenetischen Unterstützung das zwischen Künstler:innen und Fans herrschende Wir-Gefühl, wie es in dieser Form nur noch in der HipHop-Kultur existiert.

Denn auch das bildet den Vibe moderner Rap-Konzerte: Ein vor Selbstbewusstsein trotzender Teil des Publikums, der heute vor der Bühne die Künstler:innen supportet und morgen ohne Gedanken an Perfektion oder gar Versagen zu verschwenden, im Home Studio eigene Wege geht, um Übermorgen selbst von der Crowd gepusht zu werden.

Die Kulisse dieses einmaligen Festival-Geländes der dieses Jahr kleiner ausfallenden, dennoch weitläufigen Open Air Galerie des Artville-Festivals am Wilhelmsburger Ufer Park, sorgte ihrerseits für das lang vermisste, wohlige Gefühl, das weit über das eines gelungenen Live-Auftritts hinausgeht: Gelände, Artists und Publikum bilden hier die Symbiose, die auch ohne Pandemie für den besonderen, nachhaltig währenden Besuch sorgt.

Auch, weil hier ein großes Bedarfs-Spektrum eines Festival-Besuchs mitgenommen werden kann: Das Tanzen – wie etwa bei Ludwig Mausberg, dem Resident der Deeper-Partyreihe und Zwegatmann (Funk im Trunk), das Beisammensein, die Biergarten-Atmosphäre eines lauen Sommerabends mit Hintergrundmusik, die Neuentdeckungen, das Treibenlassen.

 

2. Runde

 

HipHop-Fans und alle anderen können sich am 22. August 2021 ein weiteres Mal von dem diesjährigen Vibe des Festivals überzeugen. Dann spielen unter anderem Eunique und die Kölner Underground-Rapper Lugatti & 9ine zur zweiten und letzten 2021er Ausgabe des Fast ein Spektrum-Festivals in Wilhelmsburg.

fasteinfestival.de


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Vol. 3: Eine sommerliche Kulturwoche voller Ideen

Damit die Woche gut im Voraus geplant werden kann, gibt es hier eine Auflistung an Highlights, die diese Woche im Rahmen des Kultursommer Hamburgs stattfinden

Text: Henry Lührs

 

Der Kultursommer Hamburg bietet über vier Wochen mehr als 1300 Veranstaltungen in der ganzen Stadt verteilt an. Damit da nicht der Überblick verloren wird, haben wir uns durchs Programm gelesen und empfehlen hier tägliche Events in der Vorschau, damit die Woche mit Calls, Kindern und kleinen Katastrophen gut geplant, genossen und vieles mitgenommen werden kann!

 

02. August 2021

Die Sommerferien in Hamburg sind schon fast wieder vorbei. Aber für die Kleinen gibt es gute Neuigkeiten: Die Spielzeit des Kidskinos im Sternschanzenpark ist gerade erst angelaufen. Vom 01. bis zum 16. August gibt es hier täglich zwei Open-Air Filme für Kinder ab sechs Jahren. Mit einer tagestauglichen LED-Leinwand wird auch vor Sonnenuntergang der volle Kinogenuss erreicht. Guter aber kindgerechter Sound wird den Kids per Funk-Kopfhörer direkt auf die Ohren geschickt. Eltern können ihre Lieblinge entspannt vom Café Bereich aus im Blick behalten. Strandliegen stehen bereit.

Am Montag läuft um 15 Uhr „Tabaluga – Der Film“ und um 17 Uhr „Die Heinzel – Rückkehr der Heinzelmänner“Der Eintritt ist im Rahmen des Kultursommer Hamburg für Kinder und Erwachsene kostenlos.

03. August 2021

Am Dienstag und am Mittwoch sticht der historische Alsterdampfer „St.Georg“ für mehrere kleine Rundfahrten auf der Alster in See. An Bord sind Künstler, Autoren und die verschiedensten Geschichtenerzähler. Unter dem Motto „Auf Kurzreise mit..“  werden die Passagiere in den Sog von Kurzgeschichten und Romanen gezogen.

Das Literaturhaus holt am Dienstag die Schriftstellerin Simone Buchholz und den Hamburger Schule-Sänger Bernd Begemann an Bord. Die beiden kennen sich seit 23 Jahren und haben eine gemeinsame Geschichte mit im Gepäck. Mit Erzählung und Musik steuern die beiden auf große Emotionen und viel Pathos zu. Los geht es um 15 Uhr beim Anleger Jungfernstieg. Tickets gibt es ab acht Euro.

04. August 2021

Welche Figur oder welchen Charakter verkörpern Frauen auf der Bühne, wenn es keine literarische Vorgabe gibt? Dieser Frage ist die Tänzerin, Musikerin, Choreografin und Allroundkünstlerin Katharina Oberlink nachgegangen und hat geforscht: Im Rahmen ihres Rechercheprojekts etablierte sie einen künstlerischen und performativen Raum der weiblichen Vernetzung. Daraus hervorgegangen ist die Tanz- und Performancegruppe „Performing Females“. Tänzerinnen aus Hamburg, Burkina Faso und Indonesien erarbeiten künstlerisch neue Narrative und Darstellungsformen der Frau im Kontext der Kulturindustrie.

Solidarität und geballte female power kommt mit der Performing Females Wonder Show am Mittwoch auf die Open Air Bühne im Hinterhof der WIESE Genossenschaft. Katharina Oberlink selbst, sowie Viola Heuss und Lia Anahita werden für eine Stunde Einblicke in ihre Ideen, Utopien aber vor allem ihre Kunst geben. Los geht es um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

05. August 2021

In der „Elbphilharmonie der Herzen“, der Barboncino Zwölphi im Obergeschoss des Golden Pudel Clubs, gibt es im Rahmen des Kultursommers feinste Beats und spannende Lesungen auf die Ohren. Bis zum 22. Augst lädt die Bar im Hamburger Szene-Club für die FKK – Funkhörer Kopf Kultur an ihren sogenannten „Golden Pudel Beach“ ein.

Der Donnerstagabend beginnt elektronisch mit DJane Moira. Im Anschluss kommen zwei Hamburger Kultfiguren vorbei: Rocko Schamoni und Gereon Klug. Beide kennen sich und den Pudel Club ewig. Rocko Schamoni war Anfang der 90er sogar Mitbegründer des ersten Pudel Clubs, damals noch in einer leerstehenden Kneipe. Er ist außerdem Musiker, Schauspieler, Künstler und vieles mehr. Wem das immer noch nichts sagt, dem helfen vielleicht  die Bandnamen Studio Braun oder Fraktus auf die Sprünge. Gereon Klug ist Tourmanager  beider gewesen, hat den Hamburger Plattenladen Hanseplatte gegründet und ausserdem stammt der Deichkind-Hit „Leider Geil“ aus seiner Feder.

Zusammen nehmen Klug und Schamoni live und vor Ort eine Folge ihres gemeinsamen Podcasts „Auf der Bahn“ auf. Tickets zur Veranstaltung gibt es zwar kostenlos, allerdings begrenzt ab 16:30 Uhr vor Ort zu ergattern.

06. August 2021

Sprudelpop. So nennen sie ihren Sound selbst: Die Hamburger Band Schorl3 mixt die Genrekiste bunt durch. Rausgekommen ist eine ganze Reihe an Disco-fähigen Tracks. Dass die Mischung aus Funk, R&B und Indie-Pop auch in deutscher Sprache funktioniert, hat die Band mit Singles wie “Pia”, “Gegenverkehr” oder “Zu arm” bewiesen. Seit letztem Jahr machen die drei Jungs zusammen Mucke und haben bereits den diesjährigen Krach und Getöse Newcomerpreis abgeräumt.

Bühnenoutfits, Musikvideos und das “I dont care”-Auftreten der Band lassen nicht erahnen, dass das Projekt Schorl3 eigentlich noch in den Kinderschuhen steckt. Vielmehr klingen sie wie die Anwärter auf den nächsten großen Sommerhit.

Am Freitag spielt Schorl3 in der Zinnschmelze, dem ehemaligen Fabrikgebäude und Kulturzentrum in Barmbek. Los geht es um 20 Uhr. Tickets sind kostenlos, zur Anmeldung geht es hier.

07. August 2021

Es ist Pride in Hamburg. Das bedeutet normalerweise: Die großen bunten Paradetrucks fahren als krönender Abschluss der Pride Weeks wieder durch Hamburg Mitte, gefolgt von der feiernden Menge. Corona-bedingt wird die CSD-Demonstration am Samstag aber aufs Fahrrad verlegt. Um 12 Uhr geht es am Jungfernstieg los.

Das Gängeviertel möchte parallel zur offiziellen Demonstration einen Raum für Gegenentwürfe schaffen, der die queere Community in seiner Vielfalt repräsentiert. Beim Command Queer Spektakel wird es neben einer Kunstausstellung und einer Kundgebung auch jede Menge Open-Air-Veranstaltungen wie Vortrage, Konzerte und Dj-Sets geben.

Ab 14 Uhr wird das Gängeviertel am Samstag unter dem Motto „Command Queer – Escape the Binary“ mit einem vielfältigen Programm bespielt. Der Eintritt ist frei.

08. August 2021

Alles fing 1989 in der Evangelischen Stiftung Alsterdorf an: Der Musiker und Heilerzieher Kai Boysen wandelt seine Idee in die Tat um und nimmt ein Album gemeinsam mit den Bewohnern der Wohngruppe 17 auf. Das Projekt Station 17 ist geboren und wird mit den Jahren größer. Es folgen viele Auftritte und auch über die Landesgrenze hinweg macht sich Station 17 einen Namen.

Als Kollektiv wächst eine Band heran, die sich immer weiter entwickelt. Musiker mit Behinderung und Musiker ohne Behinderungen sprengen gemeinsam alle möglichen Genregrenzen und entwickeln immer wieder einen einzigartigen Sound. Mittlerweile sind es zwölf Alben, die vor allem von der immensen Kreativität der Band leben. Die leidenschaftlichen und euphorischen Live-Konzerte begeistern.

Am Sonntag kommt die Band zum Südkultursommer nach Harburg und spielt um 11 Uhr auf dem Schwarzenbergplatz ein Konzert. Tickets gibt es ab 6,25 Euro.


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Carsten Brosda: „Wir müssen unsere Geschichten besser erzählen“

Mit Unterstützung der Hamburger Band Das Weeth Experience trat Kultursenator Dr. Carsten Brosda im Rahmen des Kultursommers auf der Rollschuhbahn Planten un Blomen auf und laß aus seinen Schriftstücken vor

Text: Isabel Rauhut

 

Den sommerlichen Freitagabend am 23. Juli auf der Bühne an der Rollschuhbahn Planten un Blomen eröffnet die Band Swearing at Motorists. Nach einer gerissenen Gitarrensaite und guten Sprüchen betritt im Anschluss an die Vorband Carsten Brosda mit Band die Bühne. Hamburgs Kultursenator ist neben seiner politischen Arbeit auch als Schriftsteller tätig. Drei Bücher zum Stand der Republik, Kunst, zum Thema Digitales und Rechtsautoritäres hat er bereits veröffentlicht. Carsten Brosda laß dem Publikum im Rahmen der Konzertreihe „Knust2go“ beim Kultursommer Hamburg mit musikalischer Begleitung von Das Weeth Experience vor.

 

Musik und Literatur

 

Der Plan, Improv-Instrumentalmusik simultan mit einer Lesung zu kombinieren, entstand während des Frühjahr-Shutdowns 2020. Das Weeth Experience ist die Band der beiden Michelle Records Macher Christof Jessen und Andre Frahm – dem Hamburger Plattenladen in dem sich Herr Brosda beim Plattenstöbern gern mal vom Regieren erholt. Und da kommt man dann beim Schnacken auf künstlerische Ideen.

Gegründet in den frühen 1990er Jahren war die Hamburger Band Das Weeth Experience auf der ganzen Welt unterwegs. Mehrere US-Tourneen führten zu Freundschaften mit Bands wie Yo La Tengo oder Giant Sand. Bands, mit deren musikalischem Ansatz sich die Band eher verbunden fühlte, als mit vielem Heimischen. Aktuell ist eine fünfte Platte in Vorbereitung.


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Kabinett der Kuriositäten: 1. Internationales Spielbudenfestival

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts ließen sich am heutigen Herz der Reeperbahn Gaukler mit ihren hölzernen Buden nieder. Das 1. Internationale Spielbudenfestival ließ diese Zeiten vom 23. bis zum 25. Juli wieder aufleben: Feuerkünstler, Magier und „Gummimenschen“ lockten drei Tage lang nach St. Pauli

Fotos: Jérome Gerull

 

Vergnügen und St. Pauli sind nirgendwo so traditionell verknüpft wie am Platz an der Reeperbahn. Die Corny Littmann-Stiftung holt mit dem erstmals veranstalteten Internationalen Spielbudenfestival vergangenes Flair für ein Wochenende zurück auf den Kiez: Ein buntes Treiben dargeboten von internationalen Künstlern erwartete die Besucher am Wochenende.

Sympathische Freaks und kuriose Gestalten zogen das Publikum mit waghalsiger Artistik, verblüffenden Tricks und zauberhafter Magie in ihren Bann.

 

Eine Galerie der Akteure:

 

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Elbtonal Percussion: Mit Schlagwerk um die Welt

Das Hamburger Schlagwerk-Ensemble Elbtonal Percussion nahm die Zuschauer:innen beim Elbphilharmonie Hope ’n’ Air mit auf eine klangliche Reise um die Welt

Text: Felix Willeke

 

Nur Trommeln, das füllt einen Konzertabend? Ja, und wie. Aber zuerst ist wichtig zu wissen: Elbtonal Percussion trommelt nicht. Jan-Frederick Behrend, Sönke Schreiber und Francisco Manuel Anguas Rodriguez sind Schlagwerker. Das heißt egal ob Vibrafone, Gongs, Trommel, zweckentfremdete Alltagsgegenstände oder eigenartige Trash-Instrumente, Elbtonal Percussion machen Musik mit allem und auf allerhöchstem Niveau. Normalerweise treten Elbtonal Percussion als Quartett auf, am 20. Juli 2021 stehen sie jedoch als „Spezial Trio“ auf der Bühne. Beim Elbphilharmonie Hope ’n’ Air im Rahmen des Kultursommer Hamburgs nimmt das Ensemble die Zuschauer:innen mit auf eine Reise durch die Welt der Schlagwerke.

 

Zarte Klänge und starke Bilder

 

Los geht es in Japan: Ausgestattet mit Marimbas, chinesischen Trommeln und vielen weiteren Schlagwerken führen Elbtonal Percussion die Zuschauer:innen in die klangliche Vielfalt des fernöstlichen Landes. Die Marimba wird dabei mit derartig viel Gefühl und Emotionen gespeilt, dass schon vom ersten Moment an auf dem Platz alle gebannt lauschen. Der Rhythmus der großen Trommeln ist dabei zusätzlich am ganzen Körper zu spüren. Wer vor Konzertbeginn dachte, es bräuchte mehr Instrumente oder gar Gesang, ist spätestens jetzt vom Gegenteil überzeugt. Das Ensemble holt aus jedem Instrument das Maximale heraus: Von leisen, hohen, zarten Klängen bis hin zu imposanten, tiefen Rhythmen, die die Zuschauer:innen bis in den Bauch hinein spüren.

Elbtonal Percussion beim Elbphilharmonie Hope ’n’ Air ©Andreas Hornoff

Elbtonal Percussion beim Elbphilharmonie Hope ’n’ Air; Foto: Andreas Hornoff

Die Reise um die Welt führt weiter nach Serbien. Zwei Marimbas sorgen für anspruchsvolle und ineinander fließende Melodien, bei denen sich metaphorisch ein Bach in einen reißenden Strom verwandelt. Am Ende geht es dann nochmal zurück nach Japan. Begleitet von zwei chinesischen Trommeln spielt einer der Drei ein Solo auf der Marimba und die Mal­lets – die Schlägel der Marimba – fliegen dabei regelrecht über das Instrument. Das Publikum ist begeistert und fordert eine Zugabe, in der das Ensemble dann noch seinen Humor unter Beweis stellt: Als Köche verkleidet kehren sie zurück und schlagen rhythmisch auf alles, was ihnen vor die Kochlöffel kommt. Diese Reise durch die Klangwelt hat nicht nur Spaß gemacht, sie lohnt sich auch immer wieder.

elbphilharmonie.de/hope-n-air


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