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Itsch Itsche Festival: Here to stay

Melissa Kolukisagil ist im badischen Oberkirch aufgewachsen, studierte in Hamburg Politikwissenschaft und organisiert in ihrem Wohnort Berlin das İç İçe Festival. Ein Gespräch über neue anatolische Musik, (post-)migrantische Kultur und einen Abend Anfang September im Knust

Interview: Ole Masch  

 

SZENE HAMBURG: Melissa, was heißt İç İçe wörtlich und welche Bedeutung hat der Begriff?

Melissa Kolukisagil: İç İçe, heißt so viel wie „ineinander verschränkt“ oder „miteinander verwoben“ sein. Für uns steht İç İçe für das Verschränken von hybriden Identitäten, das Leben in der postmigrantischen Gesellschaft. İç İçe steht somit auch für die Akzeptanz von Mehrfachzugehörigkeiten. Es geht um einen Raum in dem plötzlich vieles möglich ist.

Wie ist postmigrantische Gesellschaft definiert?

Der Begriff meint, dass unsere Gesellschaft durch die Erfahrung der Migration geprägt ist. So auch die Kulturlandschaft und das, obwohl migrantische Kunst oft nicht ihre Anerkennung erfährt, die sie verdient. Da sie oft nicht gefördert wurde und die Zugänge fehlten. Allmählich ändert sich das und İç İçe ist Teil von dieser Veränderung. Aber auch nur möglich, weil Jahre zuvor andere migrantische Personen schon hervorragende Arbeit geleistet haben. Es geht um politische, kulturelle und soziale Veränderungen, welche durch die Einwanderung, auch im Kontext der Gastarbeiter:innen, hervorgehen.

Wie könnte eine größere Anerkennung gelingen?

Eine große Schwierigkeit ist weiterhin die Diskriminierung von Menschen mit einem migrantischen Hintergrund. Die gesellschaftliche Akzeptanz, welche leider noch nicht vorhanden ist, entsteht auch aus der Tatsache, dass die Räume nicht gegeben sind. Deswegen arbeitet İç İçe daran, diese zu schaffen, um Menschen eine Möglichkeit zu geben gesehen und gehört zu werden, aber wo sie auch einfach ausgelassen feiern können.

Warum sind diese Räume so wichtig?

In eigenständigen Räumen kann Kunst entstehen, die freier ist von den Erwartungen der Dominanzgesellschaft. Hier kann kulturelles Leben selbstbestimmter stattfinden und Solidarität zwischen unterschiedlichen Communitys wachsen. Nur wenige andere Städte in Deutschland stehen so sehr für postmigrantische Kultur wie Berlin. Doch auch hier ist es für postmigrantisch kulturelle Räume schwer zu überleben oder gar zu entstehen – sei es aufgrund der rasanten Gentrifizierung, die Innenstädte homogenisiert oder einer weißen Kulturförderlandschaft.

 

 

Was ist das Neue an „neuer anatolischer Musik“?

Die anatolische Region ist seither ein Schmelztiegel für diverse kulturelle Strömungen und Musiktraditionen. Spätestens seit den 60er-Jahren entfalten sich diese in unserer unmittelbaren Nachbarschaft neu und beeinflussen, vom Underground bis in die Popkultur, unseren Alltag und das Nachtleben. Das „Neue“ daran ist, die Art und Weise wie Menschen die kulturellen Fragmente ihrer Herkunft neu interpretieren und sich innerhalb der Gesellschaften, die sie beheimaten, Platz verschaffen.

Was macht den Sound aus?

Neue anatolische Musik – es ist absichtlich offengehalten und kann alles sein. Es geht darum, Raum zu lassen für die Interpretation der Künstler:innen, die vor allem in zweiter und dritter Generation in der Diaspora leben. Anatolische Musik ist divers aufgestellt. Es variiert von Musik durch klassisch anatolische Instrumente wie der Bağlama, aber findet sich auch im Rap von beispielsweise Apsilon wieder, da Apsilon in Texten Fragen von Identität und Mehrfachzugehörigkeiten verhandelt. Da die anatolische Region schon immer ein Schmelztiegel war, ist eine konkrete Antwort schwer, anatolische Musik kann und darf alles sein. Wir möchten vor allem mit der oft eindimensionalen Erwartung brechen, wie anatolische Musik klingen soll.

Wie kamst du auf die Idee, daraus ein Festival zu machen?

Meine musikalische Sozialisation fand als Kind auf türkischen Hochzeiten statt. Aufgewachsen bin ich mit türkischen Pop-Hits. Natürlich muss hier Takan erwähnt werden, aber auch Klassiker wie Orhan Gencebay, den ich heute aufgrund seiner politischen Positionierung kritisch betrachte, waren Teil meines damaligen Repertoires. Das Lied „Kaderimin Oyunu“ von Orhan Gencebay hat bis heute eine besondere Bedeutung, denn es begleitete die Autoreise meiner Mutter, als diese als Braut aus der Türkei nach Deutschland kam.

Meine Mutter hat viel gesungen, was mich auch geprägt hat. In der Pubertät habe ich irgendwann fast gar keine anatolische Musik mehr gehört und befand mich irgendwo zwischen Auflehnung gegen meine Familie und Protest gegen die weiße Dominanzgesellschaft. Als ich dann auf einem Festival war und Altın Gün gehört habe, war das eine ganz besondere Erfahrung zu sehen, wie die Lieder, die ich aus meiner Kindheit kannte, von allen gefeiert wurden. Als ich selber begann in der Veranstaltungsbranche zu arbeiten, erlebte ich diese als sehr weiß, männlich und hierarchisch. Das war kein Umfeld, in dem ich bleiben wollte und deswegen mit İç İçe den Raum schaffen, der mir, beziehungsweise uns, fehlt.

Wer steckt noch dahinter?

İç İçe ist ein Team von insgesamt sieben Leuten. Wir arbeiten gemeinsam an dem Projekt mit viel Herz. Wir sind zudem ein sehr diverses Team, was nicht nur für uns persönlich, aber auch für İç İçe sehr gewinnbringend ist, da wir viele Perspektiven einbinden können. 

 

„Zwischen anatolischer Hochzeit und Technoclub“

 

Nun kommt ihr von Berlin nach Hamburg. Wie ist das entstanden?

Es war überwältigend, die Resonanz zu sehen und auch die Wichtigkeit, dass diese Räume existieren und geschaffen werden. Unser Publikum kam für İç İçe in Berlin aus ganz Deutschland angereist, kein Weg war unseren Besucher:innen zu weit. Der Wunsch, dass wir diesen Raum ausweiten können, ist damit weiter gewachsen und jetzt haben wir die Ehre in Hamburg dies zu ermöglichen. Tim aus dem Knust kam hierfür auf uns zu und ist ein toller Partner für die erste Ausgabe außerhalb Berlins.

Wie ist der Abend aufgebaut?

Er wird eine gewisse Dramaturgie haben. Mir ist es wichtig, nicht nur ein Konzert nach dem anderen zu zeigen, es soll um die Inhalte, das Gefühl gehen. Wir haben ein Programm gestaltet, welches ein Konzept der Plattform aufgreift und den Raum der Vernetzung erzeugt. Wir werden wunderbare Konzerte von zum Beispiel Nalan sehen. Gegen Abend werden dann auch DJs wie Hülya aus Hamburg auflegen. Adir Jan verschränkt Texte über homosexuelle Liebe mit mitreißenden psychedelischen Sounds von „klassisch“ anatolischen Instrumenten. Oder DJ Ipek, die immer einen tollen Mix hinbekommt – zwischen anatolischer Hochzeit und Berliner Technoclub.

Wie wählst du die Künstler:innen aus?

Das Line-up setzt sich aus vielen Aspekten zusammen. Ich möchte es schaffen, die ganze Bandbreite zu zeigen. Da anatolische Musik sehr breit zu denken ist, hat man da Spielraum. Wichtig ist uns auch, dass 60 Prozent des Line-ups keine cis männlichen Acts sind. Wir wollen Diversität leben, nicht nur denken.

Du hast in Hamburg studiert. Hast du damals bereits Einflüsse anatolischer Musik in der Clubkultur mitbekommen?

Ich habe mit dem Uni-Leben, um ehrlich zu sein, sehr gefremdelt. Ich habe mich arm und stark verunsichert gefühlt und trotzdem mein ganzes schmales Einkommen in Konzertkarten gesteckt – im besten Sinne in den Live-Konzert-Ort Hamburg. Manchmal war ich in einer Woche auf drei Konzerten, viel im Uebel & Gefährlich, im Molotow, in der Markthalle oder eben im Knust. Indie, Electronica und Singer-Songwriter war meine Musik. Einen Zugang zu anatolischer Musik und Communitys hatte ich nicht, es war eine andere Zeit, ich stand auch noch an einem anderen Punkt in meinem Leben. Der einzige Kontakt zu migrantischen Communitys war meine Arbeit am Hauptbahnhof an der Supermarktkasse. Ich finde es toll, jetzt nach Hamburg zurückzukommen und den Eindruck zu haben, dass auch Hamburg sich offener für mich zeigt und ich der Stadt womöglich was geben kann.

Wird es noch weitere İç İçe Festivals geben?

Wir merken immer mehr, wie der Wunsch und die Nachfrage an unserem Programm steigt. Pläne haben wir viele. Wir sind mit Städten wie München und Heidelberg im Gespräch. So viel kann gesagt werden: İç İçe is here to stay.

2.9., Knust, 18 Uhr; itsch-itsche.com


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Ungewollte Abschiedsparty in der Schaltzentrale

Die legendären Partys in der Schaltzentrale sind bald passé: Am Samstag den 27. August 2022 wird im Rahmen der Hallo Festspiele in der Location mit Bands und DJ-Sets ein letztes Mal gefeiert

Text: Katharina Stertzenbach

Seit 2015 findet das Hallo-Festival auf dem Gelände des stillgelegten Kraftwerk Bille in Hammerbrook statt. Das Festivalformat bietet internationalen und lokalen Künstler:innen eine Bühne, fernab von vorgefertigten Strukturen. Dieses Jahr wird vom 25. bis 28. August auf dem Geländer der Rudervereinigung Bille gefeiert.

Stadtteilbureau „Schaltzentrale“

Aus der Organisation der Hallo-Festspiele heraus, gründete sich 2016 das experimentelle und künstlerisch ausgerichtete Stadtteilbureau „Schaltzentrale“. Diese nutzt das Vorderhaus des ehemaligen Kraftwerks Bille als Versammlungsort für Anwohner:innen. Somit dient die Schaltzentrale als Arbeits- und Ausstellungsraum und bildet eine Plattform des Austausches über alternative Formen von Stadtentwicklung.

Kraftwerk-Bille-_-Foto-Schaltzentrale
Lange hat die Hallo-Crew um einen fairen Verkauf gekämpft. Jetzt müssen sie die Schaltzentrale bis Ende des Jahres verlassen (Foto: Hallo:Schaltzentrale)

Neue Investoren und keine Einigung

Das Projekt „Schaltzentrale“ wurde von der Stadt und dem ehemaligen Kraftwerk-Besitzer gefördert. Die neuen Investoren des Gebäudes wollen dem experimentellen Stadtteilbureau allerdings nur 200 Quadratmeter zur Verfügung stellen. Diese Fläche ist der Hallo-Crew zu klein, deswegen müssen sie nun die Räumlichkeiten zum Ende des Jahres verlassen.

Am kommenden Samstag, 27. August 2022, wird dann im Rahmen der Hallo-Festspiele ein letztes Mal in der Schaltzentrale bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

hallohallohallo.org


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Hopfy Birthday, Ratsherrn!

Seit 2012 wird in der Schanze das Bier der Kult-Brauerei gebraut. Zum zehnjährigen Jubiläum lädt Ratsherrn am 26. und 27. August zum Hoffestival in die Schanzenhöfe ein

Text: Katharina Stertzenbach

Zehn Jahre ist es her, dass die Hamburger Brauerei Ratsherrn mitten in den denkmalgeschützten Schanzenhöfen zum ersten Mal ihr Bier abgefüllt haben. Das will gefeiert werden – und zwar ein ganzes Wochenende lang! Darüber hinaus ist eine Sonderedition geplant, die die einzelnen Hamburger Stadtteile auf den Flaschen-Etiketten abbildet – eine Hommage an die schönste Stadt der Welt.

Ein echter Familienbetrieb

„Historisch war Bier immer ein Kirchturm-Geschäft, diese Tradition greifen wir nun wieder auf und freuen uns auf zahlreiche Besucher anlässlich unseres zweitägigen Hoffestivals. Besonders stolz sind wir, dass mit Finanzsenator Dr. Andreas Dressel ein echter ‚Ratsherr‘ den exklusiven Festakt eröffnen wird“, sagt Niklas Nordmann, einer der beiden Geschäftsführer. Mit seinem Geschäftspartner Florian Weins leitet er Hamburgs größte inhabergeführte Brauerei, die zu 100 Prozent in Familienhand liegt.

Vom Edel- zum Kultbier

Ratsherrn wurde bereits 1951 als Edelmarke der Elbschlossbrauerei in Hamburg-Nienstedten eingeführt. 1970 war es, nach eigenen Angaben, bereits das meistverkaufte Premium-Pils in Hamburg und hielt seitdem einen kartellrechtlich bedingten Dornröschenschlaf.

2005 erwarb Oliver Nordmann die Vertriebs- und schließlich auch die Markenrechte, initiierte einen Relaunch und positionierte die Marke schwungvoll in der Stadt- und Gastroszene. 2012 erfolgte die Eröffnung der Brauerei in den Schanzenhöfen.

Das Angebot wurde erweitert – vom Hellen über ausgefallene Variationen wie „Matrosenschluck“ und „Moby Wit“ bis hin zu Merchandising-Artikeln, Brauereiführungen und Bier-Events und Kooperationen mit den Online Marketing Rockstars (OMR). 2013 folgte die Eröffnung des Craft Beer Stores. Hinzu kamen die eigenen Gastronomiekonzepte, „Altes Mädchen“, die „Ratsherrn Bar“ im hippen Winterhude und das „Lokal“ in Eimsbüttel. Die Biermarke mit dem Ratsherrn auf dem Logo ist überall, wo das Leben tobt. Wer sich zum Jubiläum austoben möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

ratsherrn.de


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Drei Wochenenden Kultur des Nordens

Mehr als 400 Künstler:innen aus zehn nordeuropäischen Ländern kommen zum NORDEN – The Nordic Arts Festival 2022

Text: Philine Burmeister

Vom 25. August bis zum 11. September 2022 findet in Schleswig, am idyllischen Strand des Ostseefjords Schlei, das NORDEN – The Nordic Arts Festival statt und bringt das Lebensgefühl des europäischen NORDENS auf die Königswiesen. Aufgrund der Gestaltung des genreübergreifenden Kulturprogramms sowie der familiären, nachhaltigen und barrierefreien Ausrichtung ist das Festival einzigartig in Europa. Das NORDEN bietet einen kreativen und spannenden Querschnitt aus aktueller Musik, Literatur und Film, Kunst und Straßentheater sowie zahlreiche Workshops und sportliche Aktivitäten.

Musik und vieles mehr

Die fantastische Ostseelandschaft, die kreative Küche und das zeitlose Design, noch dazu eine lebendige Kulturszene. Die Sehnsucht nach diesem Lebensgefühl und die dazugehörigen Geschichten sind der Antrieb hinter dem NORDEN – The Nordic Arts Festival. Auf insgesamt zwei Bühnen, einem Kulturzelt sowie einem Atrium, der Manege im Park und einem Kinozelt findet das gesamte Programm statt. Die zahlreichen Workshops in den Scheunen laden ein zum Mitmachen und Entdecken. In typisch roten skandinavischen Holzhäusern werden Speisen und Getränke ebenso wie Kunst- und Designhandwerk angeboten.

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Malerisch: Das NORDEN – The Nordic Arts Festival direkt an der Schlei (Foto: Lucas Martens/Norden Festival)

Eine Plattform für Künstler:innen

Nach der Premiere im vergangenen Jahr haben die Veranstalter auf vielfachen Wunsch das Format NORDPOP weiterentwickelt – sozusagen ein Festival im Festival. NORDPOP22 bringt bekannte Musiker:innen mit Newcomer:innen aus Norddeutschland zusammen und bietet eine Plattform, um sich untereinander auszutauschen. Die Sterne, Cäthe, Husten und viele mehr werden auf den Bühnen auf den Königswiesen begeistern. In diesem Jahr sind erstmalig auch Künstler:innen aus den Niederlanden zu Gast auf dem NORDEN. Der Rapper Anoki sowie die Band The Cool Quest spielen am zweiten Festivalwochenende. Auch aus dem Baltikum und Skandinavien sind namenhafte Künstler:innen dabei.


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UNERHÖRT! Das Musikfilmfestival

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Vom 7. bis 10. September findet das UNERHÖRT! Musikfilmfestival schon zum 16. Mal statt. Das heißt vier Tage und 30 Werke inklusive Gästen und Livekonzert

Das UNERHÖRT! Musikfilmfestival hat Tradition. Schon zum 16. Mal findet das Musikfilmfestival in Hamburg statt. Diesmal ist neben dem 3001 Kino und dem B-Movie auch erstmals das Alabama-Kino auf Kampnagel mit dabei.

Auch 2022 haben sich wieder Hunderte Filme beworben. Gezeigt werden in den vier Tagen 30 Werke in 22 Vorstellungen. Den Anfang macht „Aşk, Mark ve Ölüm – Liebe, D-Mark und Tod“ von Regisseur Cem Kaya. Er thematisiert in seinem brandneuen Film die Musik der sogenannten türkischen Gastarbeiter:innen in der Zeit der 1960er-Jahre. Das Besondere beim diesjährigen Auftakt ist neben dem Film die Location: Der Film läuft am 7. September um 20 Uhr am HausDrei und zwar Open Air.

Von Sheryl Crow bis Stockhausen

Außerdem laufen beim UNERHÖRT! 2022 die Filme Sheryl, ein Porträt über Sheryl Crow sowie Cesaria Evora, eine Dokumentation über die barfüßige Diva von den Kapverdischen Inseln und mit „Licht – Stockhausesn’s Legacy“ wirft die niederländische Regisseurin Oeke Hoogendijk einen Blick auf das Werk des 2007 verstorbenen Komponisten. Ohnehin sind in diesem Jahr beim UNERHÖRT! mehr Regisseurinnen als männliche Filmemacher vertreten.

Das Festival erwartet neben tollen Filmen auch den ein oder anderen Gast. Außerdem ist ein kleines Livekonzert geplant.

Lust auf mehr? SZENE HAMBURG verlost 3 x 2 Tickets für eine Vorstellung nach Wahl. Wie man an die Tickets kommt? Ganz einfach! Auf dem Instagram-Kanal von SZENE HAMBURG gibt es alle Infos dazu.

Habitat Festival: 36 Stunden Rave

Im Juli bekommt Hamburg mit dem Habitat ein neues Technofestival. Das Habitat zieht vom Flugplatz Hungriger Wolf nahe Itzehoe auf das MS Dockville-Gelände in Wilhelmsburg. Crewmitglieder Klara Thiele und Arne Empen berichten vom Umzug, neuen Perspektiven und einem ganz besonderen Line-up

Interview: Ole Masch

SZENE HAMBURG: Klara und Arne, warum findet das Habitat Festival nicht mehr in Hohenlockstedt statt?

Klara: Der Flugplatz, welcher uns jahrelang eine Basis geboten hat, darf aufgrund behördlicher Anordnungen leider nicht mehr genutzt werden. Die Feldlerche – ein Vogel, der unter Naturschutz steht – brütet dort.

Wie kam es zum Umzug nach Hamburg?

Klara: Es war klar, dass wir nicht weiterhin in Hohenlockstedt unsere Zelte aufschlagen konnten. Wir haben alle Möglichkeiten abgewogen und uns für den Umzug nach Hamburg entschieden – das Gelände war uns bereits bekannt. Wir finden unseren neuen Heimathafen also in Wilhelmsburg auf dem Gelände des MS Artville. Dieser Ort ist so charmant, weil er sich mitten auf der Hamburger Insel umgeben von einem Potpourri aus Hafenindustrie und massig Grün befindet. Der Umzug bietet uns die Chance, neue Perspektiven einzunehmen und uns weiterzuentwickeln, sodass wir ein anderes, aber mindestens gewohnt zauberhaftes Habitat Festival feiern können.

Welche Perspektiven sind das?

Arne: Der neue Standort ist für unsere Besucher:innen deutlich leichter erreichbar und besser an den Nahverkehr angebunden. Für manche Hamburger:innen war der Weg nach Hohenlockstedt vielleicht zu weit; jetzt reicht ein Sprung über die Elbe. Hier besteht eine diversere Infrastruktur sowie das Wissen, dass wir diese nutzen können. Das Habitat ist mit acht Bühnen und etwa 60 Acts zudem auch das größte Technofestival der Stadt.

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Bringen mit dem Habitat Festival Techno von Schleswig-Holstein nach Hamburg: Arne Empen (l.) und Klara Thiele (r.) (Fotos: Jo-Hendrik Hamann & Annika Nebe)

„Einem langen und lauten Habitat steht nichts im Weg“

Ihr sprecht beim Umzug von einem Balanceakt, der mit Anpassungen des Konzeptes einhergeht …

Arne: Genau – wir feiern in diesem Jahr zwei statt vier Tage. Dafür aber durchgängig! Zum Ausgleich dürfen Menschen, die Tickets aus 2020 behalten haben, eine Person umsonst mitnehmen.

Klara: Das Gelände ist konzeptuell natürlich auch wichtig. Den „Techno-bunker“ aka den Hangar-Floor wird es beispielsweise nicht mehr in Wilhelmsburg geben – dafür aber lauter neue, spannende Floors und Ecken. Wir haben keine Zweifel, dass auch hier ein einzigartiges Gemeinschaftsgefühl auf den neuen Flächen entsteht.

Gibt es Einschränkungen wegen der Lautstärke?

Arne: Festivals in der Nähe von Wohnorten müssen sich immer mit Lautstärke-Begrenzungen auseinandersetzen. Auch das ist eine Frage der Genehmigung. In Bezug auf dieses Thema haben wir mit dem Standort in Wilhelmsburg sehr ähnliche Voraussetzungen wie in Itzehoe. Das ist für Besucher:innen sowieso kaum spürbar. Einem langen und lauten Habitat steht nichts im Weg.

Der Startschuss für die Wilhelmsburger Festivalsaison

Wie wird das Gelände gestaltet?

Klara: Das Habitat Festival ist in diesem Jahr die erste Veranstaltung auf dem Wilhelmsburger Gelände und somit quasi der Startschuss für die Wilhelmsburger Festivalsaison! Obwohl auch andere Veranstaltungen dort stattfinden, wird das Habitat einen eigenen Look bekommen. Die einzelnen Bereiche des Geländes werden besonders gestaltet, sodass eine ganz eigene Idylle entsteht. Zu viel möchten wir noch nicht verraten, aber es wird keinesfalls genauso wie beim MS Dockville aussehen. Auch programmatisch nutzen wir einige Floors deutlich anders als zum MS Dockville.

„Die einzelnen Bereiche des Geländes werden besonders gestaltet, sodass eine ganz eigene Idylle entsteht.“

Klara Thiele

Welche Floors und Bühnen gibt es?

Arne: Von den acht Floors widmen wir sechs allen Facetten der elektronischen Musik von Techno über House bis hin zu Drum & Bass. Wir sind auf Ellen Allien und Gerd Janson gespannt, welche beide die Szene schon seit vielen Jahren prägen: Ellen Allien als Vorreiterin für weibliche DJs und Gerd Janson, der durch seine sorgfältige Trackselektion gerne als „the DJs DJ“ bezeichnet wird. Zwischen beiden spielt Patrick Mason, der bereits im PAL begeistert hat. Dann gibt es noch zwei Floors für Bands und Live-Acts. Auf einer Bühne davon wird Rap & HipHop performt.

Hier freuen wir uns schon sehr auf Goldy MP3 & Young Meyerlack. Last, but not least läuft auf der achten Bühne Konzertprogramm. Hier spielen unter anderem Martin Kohlstedt und Shkoon. Also: ein vielfältiges und aufregendes Programm, das den Timetable mehr als ausfüllt – klassisch Habitat und doch perfekt für ein durchgängiges Festival und 36 Stunden Rave, Erlebnis und Alltagsflucht. Neben den vielen Floors gibt es noch weitere Bereiche zum Chillen, wo auch Themen wie Awareness und Psy-Care ihren Platz finden. Auf diesen Flächen werden wir auch Workshops anbieten.

Lokale Szene-Acts und größere, internationale Künstler:innen

Gibt es weitere Acts, auf die ihr euch besonders freut?

Klara: Ich freue mich auf die bunte Mischung aus lokalen Szene-Acts und größeren, auch internationalen Künstler:innen. Tama Modus & Maly sowie Patrick Mason sind nur zwei meiner Highlights.

Arne: Wir haben viele Bookings von spannenden Newcomer:innen im Angebot, die teilweise noch nie oder seit sehr langer Zeit nicht mehr in Hamburg aufgelegt haben, wie Shinedoe aus Amsterdam, die Vinyl-Liebhaberin Paquita Gordon aus Italien oder auch Cyan85 aus Leipzig. In unserem Team gibt es aber auch viele Fans von RSS Disco, die das Festival eröffnen oder von Héctor Oaks, der zum Closing Sonntagabend am Start ist. Auch viele lokale Acts sind sehr wichtig für das Festival, ebenso das Urwerk – den Floor kennt die hiesige Szene schon gut, würde ich sagen.

Sneak Peak auf das MS Artville?

Was wird es neben der Musik noch zu erleben geben?

Klara: Unser Gelände ist wirklich einmalig! Einer der schönsten Orte Hamburgs, wenn du mich fragst. Hier gibt es viele kleine Ecken zu entdecken. Es darf verweilt, gespielt und natürlich wild gefeiert werden. Jeden Floor umgibt ein ganz eigener Zauber. Außerdem erhaschen unsere Besucher:innen schon einen Blick auf die neue Kunst des MS Artville, bevor das Kunstfestival offiziell eröffnet.

Könnt ihr auf Regen reagieren?

Arne: Das Gelände bietet zwei Indoor-Floors und weitere überdachte Bereiche. Sollte Regen angesagt sein, sind gute Schuhe und eine schützende Jacke aber auf jeden Fall angebracht. Darauf weisen wir unsere Gäst:innen aber auch rechtzeitig hin. Wie heißt es so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung!

Kann man auf dem Gelände campen?

Klara: Aus genehmigungstechnischen Gründen darf in diesem Jahr leider nicht auf unserem Gelände gecampt werden. Auf Anfrage via Instagram-DM geben wir gern Tipps zu den nächsten Schlafmöglichkeiten heraus.

„Ein durchgängiges Festival und 36 Stunden Rave, Erlebnis und Alltagsflucht.“

Arne Empen

Ausblick und Vorfreude

Wird es zwischendurch Feierpausen geben?

Klara: Wir werden die Party Samstagmittag eröffnen und feiern dann nonstop bis Sonntag in die Nacht. Es gibt also zumindest keine angeordnete Feierpause, aber selbstverständlich schaffen wir Orte zum Ausruhen und Erholen.

Gibt es Tagestickets?

Klara: In unserem Ticketshop sind neben den Tickets, die von Samstag bis Sonntag gelten auch Tickets nur für den Sonntag erhältlich. Wenn wir vorab nicht ausverkauft sein werden, was aktuell schwierig vorherzusehen ist, wird es für Kurzentschlossene auch eine Abendkasse am Gelände geben, die in diesem Fall wohl eher Morgenkasse sein wird. Auf Instagram und unserer Homepage kommunizieren wir alle aktuellen Informationen.

Wollt ihr auch in den nächsten Jahren in Wilhelmsburg bleiben?

Arne: Im kommenden Jahr werden wir die Situation neu bewerten. Da die Feldlerche aber vermutlich nicht einfach so wieder verschwindet, haben wir uns erst einmal vom Hungrigen Wolf verabschiedet und freuen uns auch auf den neuen Ort. Mit Glück können wir hier 2023 dann auch wieder Camping anbieten und an mehr als zwei Tagen veranstalten. Auch das liegt nicht ganz in unseren Händen, sondern ist eine Frage der Genehmigung. Jetzt freuen wir uns aber erst mal auf dieses Jahr!

Habitat Festival, 16. bis 17. Juli 2022 ab 14 Uhr auf dem MS Dockville-Gelände am Reiherstieg Hauptdeich


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Sommer, Sonne, Festival

2022 gibt es endlich wieder einen richtigen Festival-Sommer. Von Kunst über Musik bis hin zu Party-Pur: hier kommen zehn Events, die man nicht verpassen sollte

Text: Felix Willeke

Schleswig-Holstein Musikfestival

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Ein Highlight beim SHMF: der Werftsommer in der Kulturwerft Gollan in Lübeck (Foto: Felix König)

In Schleswig-Holstein findet seit 1986 eines der größten klassischen Musikfestivals Europas statt. 2022 steht die 37. Ausgabe des Schleswig-Holstein Musikfestivals (SHMF) ganz im Zeichen des Hamburger Komponisten Johannes Brahms und des israelischen Dirigenten Omer Meir Wellber. Vom 2. Juli bis zum 28. August gibt es 204 Konzerte in 123 Spielstätten an 65 Orten in Schleswig-Holstein, Dänemark, Hamburg und im Norden von Niedersachsen.

Darunter sind neben etablierten Konzerthäusern auch ungewöhnliche Orte wie der Hangar 7 der Lufthansa Technik in Hamburg, die Carlebach-Synagoge in Lübeck und die Kieler Gelehrtenschule. Auch wenn der Schwerpunkt die klassische Musik ist, hat das SHMF auch für die Fans des Pop, Jazz und Funk einiges zu bieten. So stehen beim Werftsommer in der Lübecker Kulturwerft Gollan unter anderem Zoe Wees, Gentleman und Moop Mama auf der Bühne – für nur 130 Euro gibt es sieben Konzerte in drei Tagen.

Schleswig-Holstein Musikfestival, vom 2. Juli bis 28. August 2022, diverse Spielorte

Habitat

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Mit dem Habitat kommt das größte Techno-Festival der Stadt nach Wilhelmsburg (Foto: Timo Sommer)

Harburg hat ein neues Festival. Das Habitat Festival zieht vom Flugplatz Hungriger Wolf nahe Itzehoe auf das MS Dockville-Gelände in Wilhelmsburg. Damit ist ab Juli auch der Techno auf der Elbinsel zu Hause. Dauerte das Festival früher vier, sind es heute nur noch zwei Tage. Dafür wird aber durchgehend gefeiert. Am 16. und 17. Juli gibt es auf acht Bühnen 60 verschiedene Acts. Dabei gibt es vom Techno über House bis hin zu Drum & bass alles, was das Technoherz begehrt.

Mit dabei sind in diesem Jahr Ellen Allien, die als eine als Vorreiterin für weibliche DJs gilt. Dazu kommt der DJ der DJs, wie Gerd Janson immer mal wieder bezeichnet wird. Natürlich gibt es mit Künstler:innen wie Parick Mason auch Acs, die in Hamburg aus Clubs wie dem PAL schon lange gut bekannt sind. Und ein besonders Bonbon: Das Habitat eröffnet die Festival Saison in Wilhelmbsurg und vielleicht können die Besucher:innen auch schon einen ersten Blick auf die Kunst des MS Artville Festival erhaschen.

Habitat, am 16. & 17. Juli 2022 auf dem MS Dockville-Gelände

Spielbudenfestival

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Beim Spielbudenfestival zu Gast: Die weltklasse Hochseilartisten Geschwister Weisheit (Foto: Geschwister Weisheit)

Straßenkunst, das ist mehr als der Panflötenspieler in der Fußgängerzone. Wie vielfältig Straßenkunst sein kann, beweist vom 22. bis 24. Juli 2022 zum zweiten Mal das internationale Spielbudenfestival. Wo schon im Jahr 1795 Straßenkünstler:innen das Treiben in und zwischen den hölzernen Spielbuden bereicherten, verwandelt die Corny-Littmann-Stiftung den Platz in diesem Jahr erneut in ein großes, buntes Freilufttheater.

Mit dabei sind unter anderem die Geschwister Weisheit, eine der besten Hochseilartistengruppen weltweit, Jens Ohle, ein artistischer Comedian aus Hamburg und Shiva Grings ein Jazzer unter den Performancekünstler:innen. Das Spielbudenfestival ist am ganzen Wochenende kostenlos. Nach der Show gibt es aber bei allen Künstler:innen den Hut, bei dem die Besucher:innen angehalten sind, sich monetär für die Show zu bedanken.

Spielbudenfestival, 22. bis 24. Juli 2022 auf dem Spielbudenplatz

Spektrum & Vogelball

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Der Vogelball braucht keine Erklärung, man muss ihn erleben (Foto: Andreas Hornoff)

Am 6. August gibt es auf dem MS Dockville-Gelände gleich zwei kleine Festivals mit großer Strahlkraft. Das Line-up des neunten Spektrum Festivals deckt wieder alle Facetten des HipHop und Rap ab. Musikalisch bewegt sich das Festival dabei zwischen Tradition und Grenzüberschreitungen. Mit dabei sind neben „Badmómzjay“ auch „Ezhel“, „Gianni Suave“ und der Hamburger „Disarstar“.

Parallel zum Spektrum gibt es 2022 auch wieder den Vogelball. Zu elektronischen Klängen versammeln sich seit 2011 Menschen als Vögel verkleidet auf dem MS Dockville-Gelände zum queeren Maskenball. Mit einem Programm aus Tanz, Musik und performativen Interventionen ist der Vogelball eines der wichtigsten Events der queeren Szene in Hamburg, 2022 unter anderem mit dem „ArtEmiss Tanz-Kollektiv“, „Best Boy Electric“ und „Godford“. Also setzt die Masken auf und freut euch auf einen Raum jenseits binärer Grenzen.

Vogelball und Spektrum, am 6. August 2022 auf dem MS Dockville-Gelände

Internationales Sommerfestival Kampnagel

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Das Internationale Sommerfestival Kampnagel macht den August zum Kulturmonat (Foto: Anja Beutler)

„We are back!“ heißt es auf der Homepage des Sommerfestival auf Kampnagel. Wie für viele Festivals feiert auch das Sommerfestival der Kulturfabrik in Winterhude nach der Corona-Pause sein Comeback, und was für eins! Los geht es am 10. August mit einer Weltpremiere: Die Choregrafin Oona Doherty präsentiert mit „Navy Blue“ ihr neuestes Werk mit weiteren Vorführungen am 11. und 13. August. Natürlich gibt es beim internationalen Sommerfestival auch Musik. Neben den Konzerten von „Arooj Aftab“ und „Jochen Distelmeyer“ gibt es 2022 auch wieder eine Kooperation des Sommerfestivals mit dem Elbphilharmonie Sommer.

Internationales Sommerfestival Kampnagel, 10. bis 28. August 2022 auf Kampnagel

Elbphilharmonie Kultursommer

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Ein Highlight beim Elbphilharmonie Sommer: Shabaka Hutchings (l.) mit den Sons of Kemet (Foto: Udoma Janssen)
Sons of Kemet

Im Rahmen der Kooperation vom Internationalen Sommerfestival Kampnagel und dem Elbphilharmonie Sommer sind die Berlinerin „Joy Denalane“ (14. August) und die international gefeierte Band „Sons of Kemet“ (17. August) rund um den Saxofonisten Shabaka Hutchings im Großen Saal der Elbphilharmonie zu Gast. Doch damit nicht genug: Der Elbphilharmonie Sommer, dass sind ingesamt drei Wochen Pop, Jazz und Klassik.

Den Auftakt macht am 10. August die Jazzlegende „Kenny Barron“ mit seinem Quintett. Es folgen Musiker wie der Pianist „Jason Moran“ (21. August) und internationale Top-Orchester wie das „Cleveland Orchestra“ (31. August und zum Abschluss am 1. September), das „Philadelphia Orchestra“ (29. und 30. August) oder das „Pittsburgh Symphony Orchestra“ (24. und 25. August). Nicht fehlen darf beim Elbphilharmonie Sommer die Filmmusik. 2022 werden die beiden Stummfilm-Klassiker „Phantom“ (12. August) und „Fräulein Else“ (11. August) mit Live-Musik begleitet. Einige Konzerte des Elbphilharmonie Sommers werden auch wieder live auf großer Leinwand auf dem Vorplatz der Elbphilharmonie zu sehen sein.

Elbphilharmonie Sommer, 10. August bis 1. September 2022 in der Elbphilharmonie

Wutzrock

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Wutzrock, das ist gute Musik, tolle Stimmung und nette Menschen am Eichbaumsee (Foto: Wutzrock)

Erstmals 1979 gab es Musik umsonst und draußen am Eichbaumsee in Hamburg-Allermöhe. Jetzt ist das legendäre Wutzrock Festival nach der pandemiebedingten Pause wieder zurück. Am 12. und 13. August gibt es dann wieder Musik und vor allem gute Laune in Hamburgs Südosten. Nach dem Motto „Kultur von allen für alle“ ist das Wutzrock traditionell umsonst. Allerdings gibt es in diesem Jahr eine klare Festivalbegrenzung und keine Möglichkeit zum Übernachten.

Neben diesen neuen Regelungen haben die Macher:innen auch schon erste Acts bekannt gegeben. Neben Punk aus Thüringen mit „Kornblumenblau“ und dem sechsköpfigen Bordsteinkantenorchester „der Katze & die Hund“ sind auch „Mono & Nikitaman“ am Start. Das verspricht neben Punk & Ska auch richtig guten Dancehall-Reggae auf dem Wutzrock 2022.

Wutzrock, 12. und 13. August 2022 am Eichbaumsee in Hamburg-Allermöhe

Dockville

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Das MS Dockville Festvial: Immernoch ein Klassiker in besten Hafenatmosphäre (Foto: Axel Schilling)
Tash Sultana bei ihrem MTV Unplugged

Vom 19. bis 21. August 2022 findet das MS Dockville Festival zum 14. Mal statt. Neben den „AnnenMayKantereit“ als Headliner begrüßen die Macher:innen 2022 unter anderem auch die Australierin „Tash Sultana“. Mit ihr kommt genre-übergreifender und internationaler Glanz zum Dockville. Spielte die 26-jährige Multiinstrumentalistin vor ein paar Jahren noch auf den Straßen Melbournes, füllt sie mittlerweile die großen Arenen und vor Kurzem wurde ihr sogar die Ehre eines eigenen MTV Unplugged zu Teil – das Album zum Konzert erschien am 3. Juni 2022.

Neben Tash Sultana geben sich mit den „Leoniden“ auch echte Lokalmatadore die Ehre. Erst im letzten Sommer hat die Kieler Indie-Rock-Band mit „Complex Happenings Reduced to a Simple-Design“ ihr aktuelles Album veröffentlicht, dass sogar zeitweise auf Platz 1 der Albumcharts kletterte. Neben dem Dockville Festival gibt es auch noch mehr Kunst und Musik auf dem Gelände in Wilhelmsburg. So findet vom 23. Juli bis 7. August das MS Artville Festival statt und zum Saisonabschluss kann sich Wilhelmsburg auf „Meute“ freuen. Die international gefeierte Band kommt am 4. September 2022 aufs Dockville-Gelände.

Dockville, 19. bis 21. August 2022 auf dem MS Dockville-Gelände

Norden Festival

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Sonne, Wasser und gute Musik: das NORDEN-Festival 2022 (Foto: Lucas Martens)

Sonne, Stand und Festival, diese wohl nahezu eingartige Kombination findet sich beim NORDEN – The Nordic Arts Festival in Schleswig. Das Festival bietet traditionell Künstlern aus Hamburg, Schleswig-Holstein und den skandinavischen Nachbarländern eine Bühne und das 2022 schon zum vierten Mal. Dabei sucht das Das Ambiente des Norden sucht fraglos seinesgleichen. Schließlich wird am idyllischen Strand des Ostseefjords Schlei gefeiert.

An drei aufeinanderfolgenden Wochenenden bietet das Festival ein einzigartiges Kulturprogramm. Neben Lesungen, Slams, einem Filmprogramm, Theater und vielen weiteren Aktivitäten steht beim NORDEN Festival natürlich die Musik im Vordergrund. Mehr als 40 Bands geben sich auf den zwei Konzertbühnen die Ehre. Darunter sind neben Die Sterne, Cäthe und Danube’s Banks auch erstmals Bands aus den Niederlanden wie The Cool Quest.

NORDEN – The Nordic Arts Festival, vom 25. August bis zum 11. September 2022 (immer an den Wochenenden von Donnerstag bis Sonntag)
Wichtig: Das NORDEN ist kein Campingfestival, eine Anreise per Bahn oder Shuttlebus wird empfohlen

Müssen alle mit

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Direkt im Grünen: das „Müssen alle mit“-Festival, 2022 mit dem Headliner Meute (Foto: STADE Marketing und Tourismus GmbH)

Erstmals fand das „Müssen alle mit“-Festival 2013 im Stader Bürgerpark statt. 2022 ist es nach einer pandemiebedingten Pause nun wieder zurück. Am 27. August stehen dann neben Husten, der Band bestehend unter anderem aus Gisbert zu Knyphausen und Moses Schneider (dem Produzenten von Tocotronic, den Beatsteaks und anderen), und dem Team Schiesse auch Meute auf der Bühne im Bürgerpark. Neben dem Konzert auf dem Dockville-Gelände in Hamburg-Wilhelmsburg ist es der einzige Auftritt der Band im Norden Deutschlands im Sommer 2022.

Müssen alle mit-Festival, am 27. August 2022 im Stader Bürgerpark


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Erfolgreicher Auftakt der 10. Millerntor Gallery

Am 21. Juni 2022 wurden zum Auftakt der 10. Millerntor Gallery in Kooperation mit dem Auktionshaus Christie’s 30 Kunstwerke, unter anderem von Gerhard Richter und Neo Rauch, versteigert

Text: Felix Willeke

Die Auktion mit dem Auktionshaus Christie’s ist der traditionelle Auftakt der Millerntor Gallery. Anlässlich der 10. Ausgabe waren am 21. Juni 2022 über 300 Gäste im Ballsaal des Millerntor Stadions zu Gast und boten für 30 Kunstwerke. Dabei waren Werke von Neo Rauch, Gerhard Richter und Streetart des Hamburgers Samy Deluxe. Am Ende des Abends kamen die 30 Werke für insgesamt 202.200 Euro unter den Hammer. Mit dem Geld unterstützt die Millerntor Gallery Wasser-, Sanitär- und Hygiene-Projekte von Viva con Agua.

Ein würdiger Auftakt

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Der handsignierte Offsetdruck des Gemäldes „Kerze“ von Gerhard Richter wurde für 38.000 Euro versteigert (Foto: Annegret Hultsch)

„Es hat mich sehr beeindruckt, dass wir viele der Werke wie beispielsweise von Jeff Koons oder Hera für eine außergewöhnlich hohe Summe versteigern konnten“, sagt  Christiane Gräfin zu Rantzau, Auktionatorin und Chairman Christie’s Germany. Doch nach der Auktion ist vor dem Festival. Am 23. Juni öffnet die Millerntor Gallery zum zehnten Mal seine Tore. Noch bis zum 26. Juni sind dann die Arbeiten von 100 Künstler:innen im Stadion des FC St. Pauli zu sehen.


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Millerntor Gallery: die Zehnte

2011 fand die Millerntor Gallery zum ersten Mal statt. 2022 feiert sie nach einer pandemie-bedingten Pause ihr 10-jähriges Jubiläum mit viel Kunst, Musik und Party

Text: Felix Willeke

„Kunst, Kultur, Musik und Sport funktioniert über Grenzen hinweg“, sagt Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli anlässlich der 10. Ausgabe der Millerntor Gallery. Seit 2011 findet das Kunst-Festival von Viva con Agua jährlich – bis auf eine pandemie-bedingte Pause – im Stadion des FC St. Pauli statt. Über Wochen Arbeiten Künstler:innen aus aller Welt an Installationen und Murals, von denen die Wandgemälde für bis zu ein Jahr das Stadion schmücken.

Am 23. Juni 2022 startet die 10. Ausgabe des Festivals. Dann gibt es bis zum 26. Juni täglich neben der Kunst auch Musik und vieles mehr im und und um das Stadion des FC St. Pauli.

Raus aus den Löchern

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Die indische Künstlerin Dizzy vor ihrem Werk (Foto: Felix Willeke)

Der Sommer 2022 ist die Zeit, in der „die Menschen wieder aus ihren Löchern gekrochen kommen“, sagt Agnes Fritz von Viva con Agua anlässlich der 10. Millerntor Gallery. Diesen Moment will das Festival nutzen und auch der Kunst- und Kulturszene einen Schwung mitgeben und sie wieder vom Fleck bewegen und zum Fließen bringen. Daher auch das Motto 2022: „FLUXUS – together we flow“.

„Es kommt nichts Perfektes, es entwickelt sich“, sagt Kuratorin Jasmin Siddiqui (aka Hera) über die Kunst des diesjährigen Festivals. Die in Frankfurt am Main geborene Street Art Künstlerin war schon zweimal als Künstlerin bei der Millerntor Gallery zu Gast und ihr Ziel für 2022 ist es, mit dem Team und allen Künstler:innen „nach zwei Jahren Stillstand wieder Bewegung in die Kunst zu bringen“.

Ein weibliches Festival

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Kuratorin Jasmin Siddiqui (aka Hera) vor einem Werk der belgischen Künstlerin Djoels (Foto: Isabel Rauhut)

Ein besonderes Augenmerk legt das Festival in diesem Jahr auf die Auswahl der Künstler:innen. Die Kunst sei eine männlich dominierte Branche, bei der Frauen häufig die Möglichkeit fehle, an Festivals teilzunehmen, sagt Hera.

Daher hätte die Jubiläumsausgabe der Millerntor Gallery einen Fokus auf Künstlerinnen gelegt und über 80 Prozent der Künstler:innen des diesjährigen Festivals sind weiblich gelesen. Darunter neben Amanda Arrou-Tea aus Spanien (aka Mandi Oh), Djoels aus Belgein, Dizzy aus Indien auch Los Calladitos aus Mexico, die zusammen mit Hera das große Mural an der Ostseite der Südtribüne gestaltet hat.

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„Ceci n’est pas une vagin“, sagt die baskische Künstlerin Amanda Arrou-Tea (aka Mandi Oh) (Foto: Felix Willeke)

Wie in jedem Jahr wird es auch 2022 wieder eine Kunstauktion zusammen mit dem Auktionshaus Christie‘s geben. Hier werden in diesem Jahr unter anderem Werke von Gerhard Richter, Neo Rauch oder Streetart von Samy Deluxe versteigert.

Die Erlöse kommen Projekten von Viva con Agua zugute, wie dem Projekt „Nina Amanzi“, übersetzt: „Mother Water“, in Südafrika. Der erste WASH-Bus auf dem afrikanischen Kontinent soll Obdachlosen die Möglichkeit geben, ihren sanitären Bedürfnissen nachzukommen

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Neben Kunst gibt es auch bei der 10. Millerntor Gallery wieder viel Party und gute Musik (Foto: Stefan Groenveld)

Neben den Murals und Installationen gibt es auch beim der 10. Millerntor Gallery wieder Musik. Zum Auftakt steht die US-amerikanische RnB-Künstlerin Akua Naru auf der Bühne. Dazu kommen im Laufe des Festivals Ditty, eine Singer-Songwiterin aus Indien und die Hamburgerin Jolle. Außerdem wird es noch weiter Secret Acts geben, die das Festival im Vorhinein nicht bekannt gibt. Nur so viel: Unbekannt sind die Acts garantiert nicht.

Neben der Bühnen im und am Millerntor Stadion bespielt das Festival 2022 auch erstmals das Übel & Gefährlich im Feldstraßenbunker und den Grünen Jäger. Damit steht den vier Tagen Kunst und Kultur am Millerntorstadion nichts mehr im Wege, oder wie es FC St. Pauli-Präsident Oke Göttlich formuliert: „Der perfekte Saisonauftakt.“


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Elbjazz 2022: Jazz für alle

Das Elbjazz 2022 ist Geschichte. Ein Festival mit Highlights für alle, Lowlights für Jazzer:innen und Luft nach oben

Text: Felix Willeke

Zwei Jahre hat es gedauert, doch zu Pfingsten war das Elbjazz wieder zurück und brachte Musik in die St. Katharinenkirche, in und vor die Elbphilharmonie und natürlich auf das Werftgelände von Blohm & Voss. Schon vorab versprach das Line-Up die gewohnte Starbesetzung. So hatten sich mit Melody Gardot, Myles Sanko, Max Herre und Nils Landgren echte Publikumsmagneten angesagt. Und die bis zu 13.000 Besucher:innen wurden nicht enttäuscht.

Die Großen überzeugen

Natürlich ließe sich an dieser Stelle viel über den grandiosen Myles Sanko, mit seiner Mischung aus Soul und Jazz schreiben oder über die sympathisch-divenhafte Melody Gardot, die spielerisch zwischen Französisch, Englisch und Portugiesisch changiert oder über das Jazz-Urgestein Nils Landgren, der mit seiner Funk Unit das Publikum zum Tanzen bringt. Doch dass die Stars beim Elbjazz 2022 die Massen anziehen, verwundert wenig. Schön sind die unerwarteten Momente, wie ein Max Herre, der bei seinem Auftritt mit Web Web in der Elbphilharmonie kaum rappt und stattdessen dem Sound und seinem grandiosen Arrangeur Roberto Di Gioia die Bühne überlässt.

Die „Kleinen“: Highlights

Ein Festival ist nunmal auch mehr als seine Stars. Festivals können vor allem eines: neugierig machen. Neugierig auf Musik, die noch und häufig zu unrecht vielen unbekannt ist. So zum Beispiel das Trio Bobby Rausch. Die drei Berliner waren am Festivalfreitag das zweite Konzert in der, meist überfüllten, Schiffbauhalle. Mit ihrer Mischung aus Baritonsaxophon (Oleg Hollmann), Bassklarinette (Lutz Streun) und Schlagzeug (Jürgen Meyer) sorgten sie schon früh am Abend für richtig dicke Beats. Bei ihrem Auftritt verzichteten die drei jedoch auf die sehr experimentellen elektronischen Klänge – zu denen sie durchaus in der Lage sind. Es war der Clubsound, der am Ende die Halle zum Tanzen brachte.

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Grandios und über alle Maßen talentiert: Matthew Whitaker (Foto: Jacob Blickenstaff)

Vielleicht die größte Entdeckung des Festivals war Matthew Whitaker. „Er ist ein Genie und wird es weit bringen, passt auf“, sagt der Grammy-Gewinner Jon Batiste über den 21-jährigen. Wie weit der US-Amerikaner schon heute ist und welches Show-Talent er hat, bewies er beim Elbjazz 2022. Mit einer Mischung aus Funk, Jazz und R&B erspielte er sich mit seiner Band schnell das Publikum. Und wer sich an das Zitat von Bill Evans erinnert: „Es nervt mich, wenn Leute versuchen, Jazz als intellektuelles Theorem zu analysieren. Das ist er nicht. Er ist ein Gefühl“, der wird spätestens nach diesem Auftritt wissen, wie viel Wahrheit darin steckt. Matthew Whitaker, ein Name, den man sich merken sollte.

Der Hamburger Jazzpreis für Silvan Strauss

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Gewinner des Hamburger Jazzpreises Silvan Strauss (l.) mit Réka Csorba, Geschäftsführerin des Jazzbüro Hamburg (m.) sowie Sängerin und Jazzpreis-Laudatorin Maria João (r.) (Foto: Jazzbüro Hamburg)

Beim Elbjazz gibt es neben der Musik alle zwei Jahre auch noch etwas zu feiern: den Hamburger Jazzpreis. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird an in Hamburg wirkende Jazzer:innen vergeben. 2021 ging er an den Schlagzeuger Silvan Strauss, der ihn pandemie-bedingt in diesem Jahr überreicht bekam. Der 31-jährige Allgäuer hat in Hamburg Jazz studiert, spielt neben seiner Band ToyToy auch in der Combo der Bassistin Lisa Wulff (Jazzpreisträgerin 2019) und steht regelmäßig mit dem Pianisten Omer Klein auf der Bühne. Beim Elbjazz 2022 spielte er zusammen mit ToyToy, der NDR Big Band und Gästen wie Omer Klein und der Sängerin Maria João ein grandioses Set. Wer mehr von Silvan Strauss sehen und hören möchte: Am 9. Juli 2022 spielt er mit ToyToy Open Air am Schloß Agathenburg.

Das Elbjazz kann mehr

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Auf mehr Vielfalt beim Elbjazz 2023? (Foto: Noemi Smethurst)

Das Elbjazz: Hier treffen eingefleischte Jazzer:innen auf Familien, auf Teenager und auf mit Falthockern bewaffnete Übergangsjackenträger:innen. Es ist ein Festival für alle. Das ist eine Stärke und gleichzeitig ein Problem. Denn Jazz ist experimenteller, schräger und verrückter. Doch will das Festival-Publikum mehr als den massentauglichen Jazz? Ist es bereit, seine Hörgewohnheiten auf die Probe zu stellen? Wenn man das testen möchte, braucht es Mut, doch das Elbjazz sollte das Risiko eingehen. Jazz ist schließlich vielfältig und ein Festival sollte die Bühne für diese Vielfalt sein: Es kann Raum bieten und Lust auf Neues machen. Insbesondere für die junge Hamburger Jazzszene ist das Elbjazz eine Chance, wenn sie mehr Raum bekommt, als „nur“ auf der Young Talents Bühne an der Elbphilharmonie.
Vielleicht gelingt im nächsten Jahr die Mischung aus weniger großen Namen und mehr Neuem. Dass das Elbjazz das kann, hat es schon bewiesen.


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