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Toyen in der Kunsthalle: Früher Freiheitskampf

Sie lehnte sich gegen Geschlechterklischees auf, stritt für Gleichberechtigung und eine andere Erotik: In Hamburg ist die erste deutsche Einzelausstellung der Malerin Toyen zu sehen

Text: Sabine Danek

 

Identität ist eines der großen aktuellen Themen. Dass die Künstlerin Toyen (1902–1980) sich bereits Anfang des 20. Jahrhunderts mit ihr beschäftigte, mit Unterdrückung und dem männlichen Blick, ist jetzt in einer Retrospektive zu sehen, die durch ihr gesamtes Werk führt. Durch sein gesamtes Werk müsste man eigentlich sagen. Denn Toyen selbst sprach von sich ausschließlich in der männlichen Person und legte sich mit 21 Jahren ein Pseudonym zu. Weil im Tschechischen auch der Nachname gemäß des Geschlechts gebeugt wird, nannte Marie Čermínová sich schlicht Toyen, ein Wort, das von dem französischen Wort Citoyen (Bürger:in) abgeleitet ist.

 

Wurzeln in der Tschechoslowakei

 

Und auch sonst ging sie ihren eigenen Weg. In Böhmen geboren, studierte sie an der Akademie für Kunst, Architektur und Design in Prag, brach ihr Studium und den Kontakt zu ihrer Familie ab und schloss sich 1923 der linken Künstlergruppe Devětsil an. Da malte sie noch im kubistischen Stil, verband später gemeinsam mit ihrem Partner, dem Dichter Jindrich Štyrský, Malerei und Poesie und galt bald als eine wichtige Stimme der tschechoslowakischen Avantgarde.

 

Immer wieder Paris

 

Porträt der Künstlerin TOYEN (Marie Čermínová / 1902–1980), um 1919; Foto: Fotograf:in unbekannt / Repro-Foto: Christoph Irrgang

Porträt der Künstlerin TOYEN (Marie Čermínová / 1902–1980), um 1919; Foto: Fotograf:in unbekannt / Repro-Foto: Christoph Irrgang

Mitte der 1920er gingen die beiden für ein paar Jahre nach Paris, 1935 kehrte Toyen an die Seine zurück und knüpfte enge Bande zu den Pariser Surrealisten. Ganz wie Dalí auch, gleitet sie in ihrer Malerei in verborgene Welten ab, lässt in Collagen wie „Nicht Schwan nicht Mond“, ein Korsett auf dem Wasser wegtreiben oder verbannt es blau schimmernd in eine „Verlassene Höhle“, beschwört Stimmen und Botschafter des Waldes in seltsamem Gefieder und gesichtslose rosa und gelbe Gespenster in opulenten Roben.

 

Toyens Einfluss

 

Spätestens seit der Frankfurter Schau „Fantastische Frauen“ im letzten Jahr, weiß man, was für einen wichtigen Einfluss Künstlerinnen auf den Surrealismus hatten – und das, obwohl Kunstmachos wie Max Ernst, Man Ray oder André Breton sie vor allem als Musen oder als schmückendes Beiwerk sahen. Toyen aber wurde von Breton „meine Freundin unter den Frauen“ genannt.

 

Als entartet gebrandmarkt

 

Zurück in der Tschechoslowakei, waren alle Kontakte zu den Pariser Surrealisten gekappt. Toyens Kunst galt als entartet, sie lebte jahrelang zurückgezogen und in Angst, aber machte weiter. Gemeinsam mit dem jungen jüdischen Dichter Jindřich Heisler, den sie im Badezimmer ihrer Wohnung in Prag versteckte, produzierte sie verschiedene Arbeiten.

Neben 120 Gemälden, Zeichnungen, Illustrationen, Collagen und Büchern, sind in der Ausstellung, die mit Museen in Paris und Prag entstand, eine Auswahl persönlicher Dokumente und Fotografien Toyens zu sehen, die neben ihrer Kunst auch durch ihr außergewöhnliches und mutiges Leben führen.

Toyen, Hamburger Kunsthalle, 24.9.–13.2.2022; hamburger-kunsthalle.de/ausstellungen/toyen


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, September 2021. Das Magazin ist seit dem 28. August 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Kultur auf der Straße: STAMP ist zurück

STAMP ist wieder da. Das Internationale Festival der Straßenkünste feiert vom 17. bis 19. September 2021 seine zehnte Ausgabe

Text: Felix Willeke

 

Vom 17. bis 19. September 2021 geht es wieder rund auf Altonas Straßen. Mit STAMP kehrt das Internationale Festival der Straßenkünste zu seiner zehnten Ausgabe zurück. Zum Abschluss der altonale liegt ein Schwerpunkt des Festivals auf dem EU-Projekt Liberty für Künstler:innen zwischen 18 und 30 Jahren. Das Projekt ist dabei der Rahmen für verschiedenste internationale Künstler:innen wie die Libertikons. Sie zeigen ihre eigene Definition des Freiheitsbegriffs in Foto und Video. Dafür gibt es über das ganze Wochenende hinweg Projektionen 360° Projektionen auf aufblasbaren Kugeln im Park rund um den Platz der Republik.

Danube´s Banks, live immer ein Erlebnis; Foto: Konstanze Habermann

Danube´s Banks, live immer ein Erlebnis; Foto: Konstanze Habermann

 

Danube´s Banks und viel mehr Theater

 

Eines der großen Highlights bei STAMP 2021 ist sicherlich das Auftaktkonzert. Am Freitagabend um 20.30 Uhr geben sich Danube´s Banks die Ehre. Dann darf vor und auf der Bühne am Festivalzentrum getanzt werden. Doch STAMP wäre natürlich nichts ohne sein Theater im öffentlichen Raum. In diesem Jahr sind hierfür Claudia Janke mit ihrer Performance Wavelength Europe, der Seiltänzer Oliver Zimmermann oder der Spanier Pere Hosta mit seinem Programm Sinopsi zu Gast.

Pere Hosta geht mit seiner Tür auf Reisen; Foto: atonale

Pere Hosta geht mit seiner Tür auf Reisen; Foto: atonale

 

Die Nacht der jungen Lyrik

 

Am Sonntagabend wartet dann noch eine Premiere auf die Besucherinnen: Die Nacht der jungen Lyrik. Bei diesem Wettbewerb treten junge Lyriker:innen in die Fußstapfen von Wolf Biermann und anderen bekannten Dichter:innen aus Ottensen. Lyriker:innen bis 30 Jahre konnten sich mit Gedichten zum Thema „Nähe“ für die Nacht der jungen Lyrik bewerben. Eine Jury zeichnet die Gewinner:innen noch am Abend mit Preisen von insgesamt 3.000 Euro aus.

 

altonale.de/stamp-festival


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Chris: „Hamburg macht ein Bewusstsein für Genuss und Geschmack aus“

Tagein, tagaus wirbeln knapp zwei Millionen Menschen durch Hamburg. Begleitet von hvv switch fischen wir sie für einen Moment aus ihrem Alltag und lauschen ihren Geschichten. Diese Woche sind wir Chris begegnet.

Protokoll: Kevin Goonewardena

 

„Ich bin vor sechs Jahren aus Berlin hergezogen, nachdem ich eine Ausbildung zum Friseur abgeschlossen und dann das Angebot bekommen habe am Standort der Firma in der Nähe des Jungfernstieg zu arbeiten. Viele meiner Freunde haben mir abgeraten. „Was willst du denn da?“ haben sie gesagt und gemeint in Hamburg sei alles so grau und hässlich. Das erste Mal in der Stadt war ich dann zur Vertragsunterzeichnung, stand am Jungfernstieg und war beeindruckt. Ich komme aus Ost-Berlin und habe schnell feststellen müssen, dass in Hamburg alles viel teurer ist, auch die einfachsten Dinge wie Brötchen und so. Ich weiß noch, wie ich meine Kollegen gefragt habe, ob sie vielleicht jemanden kennen, der ein WG-Zimmer frei hat. Da haben sie gefragt, was ich denn ausgeben könne. „Ja, so 350 Euro“, habe ich gesagt. Da haben sie natürlich gelacht und gesagt ich könne am Stadtrand gucken.

Ich habe dann tatsächlich was in Eppendorf gefunden. Das erste mal als ich in Eppendorf ausgestiegen bin, dachte ich, wow, das ist ja hier komplett wie im Prenzlauer Berg. Alles war so schick: die WG, die Mitbewohnerin, die hat für Chanel gearbeitet. Nach sechs Monaten bin ich trotzdem mit wehenden Fahnen und gepackten Koffern von Eppendorf auf den Kiez gezogen und fand das alles sofort noch besser. Es war alles viel rauer, mehr Berlin.

Der erste Laden, der mich richtig beeindruckt hat, war der Bunker. Da war ich ganz viel. Und Katja Ruge hat mich mit ihrer Party „Can Love Be Synth?“ im Golem irgendwann 2017 voll abgeholt.

In Hamburg habe ich neue Leute durch das Tanzen, Hiphop, kennengelernt. Ich habe ein paar Sachen auf meinem Instagram-Kanal hochgeladen und da schrieb mich jemand an, ob ich nicht Lust habe in einem Musikvideo zu tanzen. Das habe ich dann gemacht. So kam eins zum anderen: 2019 bin ich für ein Semester an die Schauspielschule hier in Hamburg gegangen, habe das abgebrochen und mich an der HfbK beworben. Seitdem mache ich immer mal wieder kleinere Tanzproduktionen oder choreografiere was für ein Theaterstück, mache bei Performances mit. 

 

„Hamburg hat die Qualität“

 

Anfangs habe ich mich vor allem am Jungfernstieg, dem Neuen Wall, oder Eppendorf aufgehalten, dann eher in St. Pauli und der Schanze, bis ich gemerkt habe dass das, was dazwischen ist, viel interessanter ist: Ich bin super gerne am Grünen Jäger, in der Wohlwillstraße. Auch in der Süderstraße hänge ich gerne ab, dem Südpol oder im Kraftwerk Bille. Das Gängeviertel ist auch super faszinierend. Das ist ein Ort an dem ich total gerne bin, weil man da immer etwas erleben kann und jedes Mal was ganz anderes.

Für mich macht Hamburg so ein Bewusstsein für Genuss und Geschmack aus. Wenn man in Hamburg sagt „Komm wir gehen mal einen Trinken”, dann landet man immer in einer netten Bar, hat einen netten Drink. Ich weiß nicht, ob du noch das Gil kennst, ehemals unten am Hein-Köllisch-Platz, spanisch-portugiesischer Tapas-Laden – der war für mich immer der Inbegriff von Genuss. Wenn wir da bis drei Uhr morgens saßen, der Küchenchef rauskam und meinte „Hey Leute, ich hab’ hier noch drei Desserts, die müssen weg“ und wir irgendwie mit gefühlten sieben Promille eine Orangencreme mit was-weiß-ich-flambiertem Schieß-mich-tot gegessen haben.

Ich finde, in Hamburg sitzt man nicht mit einem Plastikbecher an einer Kreuzung. Klar, das gibt es, kann auch nett sein. Aber das Grundgefühl ist für mich hier ein anderes. In Berlin kannst du jeden Tag feiern gehen und es gibt immer krasse Performance-Sachen. In Hamburg weiß man schon an welchem tag welcher Club wann auf hat. Bei der Reduktion aber da ist dann auch immer ne geile Party und geile Mucke. Bei uns war es ganz lange Ritual das wir Dienstags immer in die Pocca-Bar gegangen sind, weil da der Freund einer Freundin aufgelegt hat. Und jeden Dienstagabend war das so geil, auch wenn da nur wenig Leute waren. Aber immer nur die Leute die man aus der Szene kannte und die alle wussten, Dienstag hat nichts offen, aber hier wird coole Mucke gespielt.  Ich finde, auch auf die Kunst bezogen, Hamburg hat die Qualität und Berlin die Quantität”.


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Meisterwerke: Wolfgang Werkmeister im Jenisch Haus

Wolfgang Werkmeister gilt als Meister der Radierungen. Weniger bekannt ist, was für ein leidenschaftlicher Kunstsammler er ist. In der Sonderausstellung „Werkmeisters Welt“ wird seine abwechslungsreiche Sammlung bis zum 18. Oktober 2021 im Jenisch Haus gezeigt

Text: Marco Arellano Gomes

 

Sammler gibt es in der Kunstwelt viele. Aber wonach wählt ein Künstler eine Sammlung aus? Was bewundert er an diesen Arbeiten? Welche Verbindung hat er zu ihnen? Und wann und wie kam er dazu, dieses Bild zu erwerben? Es hat schon etwas Exklusives, Einblick in eine Sammlung eines Künstlers oder einer Künstlerin zu erhalten – insbesondere, wenn er oder sie diese im Rahmen einer Führung selbst kommentiert.

 

Radierungen

 

„Greyhound“ von Michael Mau; Foto: shmh/Elke Schneider

„Greyhound“ von Michael Mau; Foto: shmh/Elke Schneider

Die Ausstellung „Werkmeisters Welt“ im Jenisch Haus gibt Einblick in die Sammlung des insbesondere für seine Radierungen bekannten Wolfgang Werkmeister. Der in Altona tätige Künstler und mehrfache Kunstpreisträger gibt erstmals Einblick in seine private Kollektion. Werkmeister studierte unter anderem bei Prof. Wilhelm M. Busch und Prof. Siegfried Oelke an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. 1966 richtete er seine Radierwerkstatt ein und arbeitete als Pressezeichner und Illustrator. Ab 1972 war er als Dozent tätig und hatte Aufenthalte in Worpswede und Oslo, Marokko und Papua-Neuguinea.

Die Sammlung besticht vor allem durch ihre Vielseitigkeit: Unter den gezeigten Kunstwerken finden sich japanische Farbholzschnitte, Werke des Landschaftsmalers Ascan Lutteroth, des chilenischen Malers Benito Rebolledo Correa, des dänischen Künstlers Niels Simonsen und des Leipziger Grafikers Walter Zeising. Es sind Objekte, die Werkmeister inspirierten und seine Wahrnehmung schärften. Der Großteil der Gemälde und Grafiken stammt aus dem Zeitraum des 17. Jahrhunderts bis heute. Alle Werke bestechen durch anspruchsvolle Technik und hohe gestalterische und handwerkliche Präzision.

 

Werke von Zeitgenossen

 

„Cafétische im Licht“ von Rolf Escher; Foto: Rolf Escher/shmh

„Cafétische im Licht“ von Rolf Escher; Foto: Rolf Escher/shmh

Auch Arbeiten von Zeitgenossen Werkmeisters – unter anderem Grafiken von Rolf Escher, Thomas Wüsten, Jan Peter Tripp und Paul Wunderlich sowie Gemälde von Rolf Schröder-Borm, Michael Mau und Fritz Kreidt – sowie Teile von Werkmeisters Sammlung an Meerschaumpfeifen, asiatischen Schattenfiguren und Gitarren werden in der Ausstellung gezeigt.

Die Sonderausstellung, die im März anlässlich Werkmeisters 80. Geburtstag startete, kann noch bis zum 18. Oktober besucht werden. Termine mit Führungen von Wolfgang Werkmeister sind noch am 19. September und am 10. Oktober (jeweils 15–16 Uhr) möglich.

shmh.de


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Recap: 4 Wochen Kultursommer Hamburg

Vom 15. Juli bis 16. August 2021 ist die Kultur beim Kultursommer Hamburg eindrucksvoll zurück auf die festen und freien Bühnen der Stadt gekehrt. So war das Spektakel:

Foto: Andreas Hornoff

 

In Hamburg ist die Kultur vielfältig und bunt zurückgekehrt: Der am 16. August 2021 zu Ende gegangene Kulturmarathon beim Kultursommer Hamburg zieht eine beeindruckende Bilanz: Über vier Wochen wurden 1.800 Veranstaltungen von 185.000 Besucher:innen besucht. Es haben insgesamt 110 Kulturveranstalter:innen ihre Projekte realisiert und dabei 200 Veranstaltungsorte mit Kultur aller Sparten bespielt, verteilt auf 55 Stadtteile und meistens open air. Daran waren mehr als 5.700 Künstler:innen beteiligt, von denen 75 Prozent aus der Metropolregion Hamburg kamen.

Nach dem Kultursommer geht es kulturell berauschend weiter: In Hamburg starten die Theater und Konzerthäuser in die neue Saison und die großen Festivals wie das Reeperbahn Festival oder das Filmfest Hamburg stehen an. Nach dem Motto: Runter von den Screens, rein in den Raum, rauf auf die Bühnen. Zurück in die Stadt, zurück zum Publikum, zurück in die Zukunft markierte der Kultursommer Hamburg den Anfang des Neustarts der Kultur in Hamburg nach dem langen Lockdown im Winter und Frühling und wurde durch ein umfangreiches Förderprogramm der Stadt Hamburg ermöglicht. Letztendlich verwandelten 1.800 oft auch kurzfristig geplante Musik- und Kunstfestivals, Ausstellungen, Performances, Open-Air Kinos und Lesungen die gesamte Elbmetropole für einen Monat in eine Bühne für 5.700 Hamburger Künstler. Nach dem Kultursommer geht Hamburg einen weiteren Schritt in Richtung neue kulturelle Normalität.


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Große Sause zum 30.: Schmidts Tivoli feiert Geburtstag

Die Traditionsbühne Schmidts Tivoli hat genullt – und entsprechend gefeiert

Text: Erik Brandt-Höge

 

Was ist los, wenn Andy Grote, Udo Lindenberg, Rolf Zuckowski, Mary Roos, Michael Otremba, Christina Block, Gayle Tufts und Jane Comerford zusammenkommen, um ordentlich zu feiern? Etwas Großes! Am 1. September 2021 war dieses Große der 30. Geburtstag der Reeperbahn-Traditionsbühne Schmidts Tivoli. Die genannten zählten zu den 280 geladenen Gästen, die ein kunterbuntes Jubiläumsprogramm geboten bekamen – präsentiert von Gastgeber Corny Littmann, der das Schmidts Tivoli gemeinsam mit Prof. Norbert Aust und zwei Partnern am 1.9.1991 eröffnet hatte.

Unter anderem wurden Songs und Szenen aus „Heiße Ecke“ aufgeführt, dem St. Pauli-Musical, das nach anderthalb Jahren Corona-Pause wieder dauerhaft (dienstags bis sonntags) im Kieztheater zu erleben ist.

tivoli.de


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48h Wilhelmsburg: Viel Programm auf der Elbinsel

Vom 3. bis 5. September 2021 gibt es wieder viel Kultur und Musik in Wilhelmsburg, in diesem Jahr Open Air und On Air

Text: Felix Willeke

 

48h Wilhelmsburg ist schon fast ein Klassiker in Hamburg. Seit zwölf Jahren gibt es das Festival zwischen Norder- und Süderelbe. Vom 3. bis 5 September 2021 geht es auf der Elbinsel wieder rund. Es gibt Musik wie die von Die Tüddelband, Filmvorführungen wie von „Django – ein Leben für die Musik“, einen Musiker:innenflohmarkt, Ausstellungen wie das Femlab, reichlich Programm für Kinder und vieles mehr. Doch auch an 48h Wilhelmsburg geht die Corona-Lage nicht spurlos vorbei. Neben Open Air findet das Festival 2021 auch On Air statt. Vor Ort gibt es entlang von vier Spaziergängen, drei Wasserwegen und zwei Fahrradtouren Ausstellungen, Musik, Kunst und Kultur. Hinzu kommen sechs größere Konzertlocations: Dabei wartet „P+R Veddel“ mit Rockmusik auf, am Sportplatz des Vorwärts 98 Ost e.V. gibt es einen Mix aus Punk, Gipsy, HipHop und Swing zu hören und bei „Mozaiksounds im BUND Naturgarten“ kann man am Sonnabend einen Rhythmusworkshop besuchen.

 

48h Wilhelmsburg, 2021 auch On-Air

 

Da bei vielen kleineren Orten die Kapazität begrenzt ist, verlagert 48h Wilhelmsburg einen Teil des Festivals zusätzlich On Air: Es wird einige Live-Streams geben, die auf der eigenen Homepage oder bei TIDE zu sehen sind. Eröffnet wird das Festival ebenfalls online: Beim Stream aus der Minibar gibt es am 3.9. Techno von Turtur und die Deichdiele bietet eine digitale Plattenreise. Es gibt also auch in Zeiten der Pandemie in Wilhelmsburg 48 Stunden lang wieder viel zu erleben.

mvde.de/48h-wilhelmsburg


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Die altonale 2021: klein, kompakt und vielfältig

Vom 2. bis 19. September 2021 geht es in Altona um „Systemrelevanz“, so das Motto der altonale 2021

Text: Felix Willeke

 

Vielfältig wie immer, aber dank Corona auch etwas kompakter als gewohnt, das soll sie sein, die Altonale 2021. Unter dem Motto „Systemrelevanz“ gibt es bei dem Festival vom 2. bis 19. September 2021 wieder ein breites Programm. Die Konzentration liegt dabei auf den drei Wochenenden im September:

Emersound sorgt für die Musik bei der Eröffnung der Altonale 2021; Foto: altonale

Emersound sorgt für die Musik bei der Eröffnung der Altonale 2021; Foto: altonale

Am 4. und 5.9. gibt es die Infomeile, am 11. und 12.9. folgt der altonale kunstmarkt und am Abschlusswochenende (17. bis 19. 9.) gibt es dann wieder STAMP – das internationale Festival der Straßenkünste. Los geht es am 2. September mit Illuminationen der Berliner Lichtdesigner Nulight und Musik von Emersound rund um das Festivalzentrum am Altonaer Museum.

 

Systemerelevanz im Fokus

 

Im Verlauf der drei Wochen lädt auch altonale salon seine Besucher wieder zur Auseinandersetzung mit dem Festivalthema ein. Am 11.9. um 15 Uhr gibt es dazu im Altonaer Museum eine Podiumsdiskussion und Gespräche, gefolgt von Kurzfilmen. Neben der kunst altonale im Altonaer Museum spielen auch Literatur und Theater wieder eine Rolle: Gemeinsam mit dem Thalia Theater in der Gaußstraße bringt das Festival beispielsweise zum achten Mal das Format book.beat auf die Bühne (10.9. um 20 Uhr).

Jenobi sorgen für den Beat bei book.beat; Foto: By the sea Photography

Jenobi sorgen für den Beat bei book.beat; Foto: By the sea Photography

Auch die kleine Kunst ist wieder im ganzen Stadtteil zu sehen, bei „Altona macht auf!“ öffnen sich überall die „Sehnsuchtsfenster & Balkontheater“ und feiern unter dem Motto „Gib Altona Dein Gesicht!“ ihren 10. Geburtstag.

 

STAMP ist zurück

 

Zum Abschluss des dreiwöchigen Kulturmarathons dann also STAMP: im Park am Platz der Republik und in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt auf dem EU-Projekt LIBERTY, das sich an junge Künstler zwischen 18 und 30 Jahren richtet. Für alle Veranstaltungen der altonale 2021 – außer für die STAMP-Veranstaltungen – ist eine Anmeldung notwendig. Also egal, ob Literatur, Kunst, Musik, Performance oder Theater, im September führen (fast) alle Wege nach Altona.

altonale.de


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Entdecken & Kaufen: Die INCorporating art fair!

Vom 26. bis 29. August 2021 findet im Oberhafenquartier Hamburgs neuste Kunstmesse statt

Text: Felix Willeke

 

Begeistern, entdecken, fördern, informieren, motivieren: Darum geht’s bei der neuen Hamburger Kunstmesse „INCorporating art fair!“, die vom 26. bis 29. August 2021 im Oberhafenquartier stattfindet. „Kunst darf gefallen und Kunst darf gekauft werden“, sagt Veranstalter Raiko Schwalbe.

Die Messe spricht dabei ein möglichst breites Publikum an, denn das „erklärte Ziel ist, der lokalen professionellen Kunstszene einen Raum zur Präsentation gegenüber einer breiten Öffentlichkeit zu ermöglichen. Gerade in der aktuellen Zeit, in der Kunst- und Kulturschaffende vermehrt um ihre Existenz kämpfen, möchten wir unseren Beitrag leisten und ausgewählten Projekten und Künstlerinnen und Künstlern eine kostenlose Plattform bieten“, so Schwalbe weiter. Das heißt, bei der „INCorporating art fair!“ stehen ein Viertel der Ausstellungsfläche bestimmten Projekten kostenlos zur Verfügung. Darunter sind die L’apotheque aus St. Pauli und das Projekt „Millerntor Gallery“.

 

Absprung von Martina Hamrik; Foto: INCorporating art fair!

Absprung von Martina Hamrik; Foto: INCorporating art fair!

Schwerpunkte und eine Perspektive

 

Darüber hinaus setzt die Messe Schwerpunkte, etwa mit einer Sonderausstellung zum Thema Textilkunst, „Frauen in der Kunst“ – in Kooperation mit „Viva con Agua ARTS“ – und der Konkreten Kunst, vertreten durch die „chiemgau galerie augustin“.

Zudem beschäftigt sich die „INCorporating art fair!“ mit neuen Trends auf dem Kunstmarkt, um sich damit bis 2025 zur innovativsten Plattform für zeitgenössische Kunst in Norddeutschland zu entwickeln.

INCorporating art fair!: 26.–29.8., Oberhafenquartier Hamburg


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