BierSZENE – Die schönsten Craft-Bier-Gärten der Stadt

Entschuldigung! Aber was haben wir bitte für einen geilen Start in den Sommer dieses Jahr in Hamburg!? Wo ihr das in Hamburg am besten bei feinstem Kreativbier genießen könnt, habe ich euch hier mal sorgsamst zusammengetragen.

 

Überquell

Auf der Terrasse des Überquells kommt zusammen, was zusammen gehört: Solide Craft Biere, leckere Pizza und eine fancy Location mit hip-rustikalem Charme und Blick auf den Hafen. Hier lässt sich in entspannter Gesellschaft wunderbar ein Feierabendbierchen genießen. Also: Herkommen, hinfläzen, Birkenstocks aus und Bier trinken.

St. Pauli Fischmarkt 28-32; Mo-Do 17–23 Uhr, Fr-So ab 12 Uhr; www.ueberquell.com

Bunthaus

Im letzten Herbst hat die Elbinsel-Brauerei Bunthaus ihren ersten Schankraum im alten Wasserwerk mitten auf dem neuen Kulinarischen Campus eröffnet. Seitdem strömt hier donnerstags und freitags ab 18 Uhr feinstes Craft Beer aus den Hähnen. Besonders gut: die Sauerbiere der Brauer Jens Block und Jens Hinrichs. Auf der Terrasse, umgeben vom Grün des Inselparks, lässt sich die Woche besonders schön ausklingen.

Kurdamm 24; Do + Fr 18–0 Uhr; www.bunthaus.beer

Altes Mädchen

Biergarten "Altes Mädchen" in Hamburg; Foto: Henning Angerer

Foto: Henning Angerer

Wer an einem lauen Sommerabend gerne ein lauschiges Plätzchen in der Schanze hätte, ist auf der Terrasse des Alten Mädchen ziemlich gut aufgehoben. Mit Blick in die Ratsherrn Brauerei kann man hier aus 30 verschiedenen Bieren vom Fass und 70 Flaschenbieren aus aller Welt wählen. An schönen Tagen gibt es Burger, Süßkartoffelpommes und Co. aus dem Foodtruck.

Lagerstraße 28B; Mo-Sa 18–0 Uhr; www.altes-mädchen.de

Malto

Seit ein paar Monaten fließt im Malto an der Max-Brauer-Allee nicht nur richtig gutes Bier, in dem kleinen Biergarten im Hinterhof kann man auch wunderbar lässige Abende genießen. Ein paar köstliche Kleinigkeiten kann man zu den guten Hopfentropfen von Birrificio Shanghait hier auch wegschnabulieren.

Max-Brauer-Allee 88; Mo-So 10–21 Uhr; malto.shanghait.beer

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

Beitragsfoto: Überquell


Auf den Geschmack  gekommen? Für mehr Stories aus Hamburgs #foodszene folge uns auf Facebook und Instagram.


Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

Blurred Edges – Klangpuzzle

Überall Musik beim blurred edges 2018: Analoge und elektronische Sounds rieseln in Form von Performances, Installationen und Ausstellungen über die Stadt.

Das gängige Prozedere eines Festivals geht so: Ein Kura­tor oder eine Kuratorin haben die Zügel in der Hand, lenken den Inhalt in ihrem Sinne, gestalten und walten, wie sie eben wollen. Nicht so bei blurred edges. Auch in der 13. Ausgabe besteht der Festivalreiz hier in einer enor­men Offenheit. Verschiedene Kollektive und Einzelpersonen aus der Hamburger Musikland­schaft stellen eigenständig ein Programm auf die Beine, immer mit dem Fokus auf das Haupt­ziel von blurred edges: die Auf­hebung von Grenzen.

Nicht nur Genres werden miteinander ver­woben, auch die Auftrittsorte va­riieren an den 17 Festivaltagen. 29 Locations stehen zur Verfügung, etwa die Hörbar, die Hanseplatte, der Golden Pudel Club, der Kulturdeich Veddel, das Centro So­ciale und das Künstlerhaus Fak­tor. Es gibt analoge sowie elek­tronische Sounds in Field­Recording, Film, Performances, Komposition, Improvisation, In­stallationen und Ausstellungen. Auf den Bühnen werden neben Hamburger Künstlern auch eine ganze Reihe spannender inter­nationaler Musiker stehen, u. a. aus Großbritannien, Spanien, Ös­terreich, Schweden, Norwegen und den USA. Zu den Highlights zählt die abstrakte Show von Franz Hautzinger an der Viertel­tontrompete (Foto; 30.5., Faktor, 20 Uhr), gespickt mit Luftgeräu­schen und Mikrotönen, beglei­tet vom TonArt Ensemble. Auch erwähnenswert: die Preispolitik von blurred edges. Bei einigen Konzerten können nämlich die Besucher über die Höhe der Ein­trittsgelder entscheiden.

/ Text: Erik Brandt-Höge

25.5.-10.6.2018; Infos unter www.blurrededges.de

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Bedrohte Räume #24: Der fliegende DB-Salon schließt

Niemand soll mehr reden!

Mannheim – Hamburg und kein Wort von Katz zu Maus!, murmelt der vornehme Herr, dem ich den Schrankkoffer auf den bundesdeutschen Bahnsteig wuchte. „Von Mannheim bis nach Hamburg- Altona – das ist eine Strecke!“ Ich nicke zustimmend und reiche ihm die Hand zum Ausstieg. Die Stufen sind zu tief für einen Herrn um die 90.

„Früher, da haben wir gequatscht, gegessen und geliebt im Abteil. Die ganze Bude war in Stimmung, da wurde auch schon mal eine Flasche Wein geköpft. Die Revolution gebar ihre Kinder. Heute, da starren alle nur in eine Richtung!“ Ich händige ihm seinen Schirm aus, englisches Fabrikat nicht ohne Schick, und empfehle mich. Doch der Herr hängt sich rein. „Wissen Sie, dass die Bahn die Zugabteile abschafft?“, sneakt er sich ran. „Ja, ich hörte davon. Mehr Profit pro Quadratmeter. Kapitalismus eben.“ Der Herr ist dagegen.

„Junge Frau, die wollen einfach nur Ruhe im Karton. Sie wollen uns mundtot machen. Entfremdung. Einsamkeit. Anonymität.“ Er trötet ins Taschentuch und trocknet seinen beachtlichen Zinken in einer Wischbewegung, die Nachahmer verdient. „Die Bahn will, dass wir alle hintereinander sitzen wie die Pennäler, ohne Konspiration und Gemeinschaft. Dass wir allein bleiben, damit wir keine Dummheiten machen. Vereinzelung ist Programm. Divide et impera!“ Der Herr spannt den Schirm und spaziert ohne Gruß davon. Auf dem ersten Absatz der Rolltreppe dreht er sich noch einmal um und ruft „Viva la revolución!“.

Ich winke, lächle und erinnere mich an damals: „Ist hier noch frei?“ und „Ja gern, setzen Sie sich!“ Das war der Schlüsselmoment, der darüber entschied, ob die Fahrt angenehm verlief oder zur Qual wurde. Man witterte Speise- und Körperdüfte. Tupperdose, Leberwurst und hartgekochte Eier. Schuhe aus und ab in den Kniekontakt. Wir hatten Sex im Zugabteil hinter vorgezogener Gardine. Eine intime Gemeinschaft auf Rädern. Ich schloss Bekanntschaften, die entschieden, ob das Zugabteil vom engen Raum zur verriegelten Gefängniszelle wurde oder eben nicht. Es war ein Panoptikum der Blicke. Eine ratternde Talkshow ohne Moderator. Es war ein WIR.

Kein Wort von Katz zu Maus? Vereinzelung. Anonymität. Entfremdung. Der Schirm hat Recht! Im trauten Heim auf Schienen, finde ich mein Glück nur noch allein.

Das intime Zugabteil, das es in vielen Regionalzügen ohnehin nicht mehr gibt, stirbt wie das Testbild und die Telefonzelle. Es ist ein bedrohter Raum. Denn die Bahn schafft klammheimlich und kontinuierlich unsere geliebten, lauschig zusammengewürfelten Begegnungen ab. Mehr Sitze, weniger Talk. Die Bahn vereinzelt. Sie kappt die Knospen der Konspiration zugunsten digitaler Gehirnwäsche und Großraumbüros ohne Dialog. Sie ist schuld am Elend der einsamen Herzen, dem Gleichmut und dem fehlenden Widerstand.

Und während wir mit In-Ear, Handy und Laptop am Diskurshungertuch nagen, sollen bis ins Jahr 2023 alle Züge der Deutschen Bundesbahn ohne Abteile fahren. Der Schirm und ich sind dagegen. „Viva la revolución!“

Eure Raumsonde

Andrea


Who the fuck is…

Andrea Rothaug Szene Hamburg Stadtmagazin

Foto: Katja Ruge

Andrea Rothaug ist eine musikalische Raumsonde mit Hang zum Wort, Kulturmanagerin, Autorin, Dozentin, Veranstalterin, Präsidentin. Was diese Frau so alles treibt, erfahren Sie unter www.andrearothaug.de

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Instrument statt Waffe

Im Kulturladen in St. Georg gibt es Deutschlands einziges Kindermandolinenorchester. Seit elf Jahren bringt Ali Shibly dort Kindern verschiedener Nationalitäten das Instrument näher.

Musik ist Ali Shiblys Hobby seit der Kindheit. Der Ira­ker träumte schon früh von einem Kinderorchester: „Nach dem Krieg herrschte ganz viel Chaos. Ich dachte mir: In je­dem Haus im Irak sollte lieber ein Musikinstrument statt einer Waffe sein.“ Es sollte allerdings noch ein paar Jahre dauern, bis er diesen Traum umsetzen konn­te. Zunächst zog es ihn nämlich nach Mazedonien, wo er Archi­tektur studierte und als Schau­spieler und Musiker arbeitete. 17 Jahre blieb er schließlich dort, bevor es ihn 1998 als Musiklehrer und Jugendbetreuer nach Ham­burg zog.
Hier musizieren heute im Kulturladen St. Georg 35 Kin­der und Jugendliche aus 14 verschiedenen Ländern, darunter auch zehn Flüchtlinge aus Sy­rien mit Ali. Sie lernen bei ihm Mandoline, Gitarre oder Per­kussion. Dass das Kinderorches­ter existiert, ist dabei einem Zu­fall zu verdanken. Ein Freund hatte den Musiker um Rat ge­fragt: Seine vier Kinder wollten ein Instrument lernen, wussten aber nicht welches. Ali schlug Mandoline vor, da sie – anders als die Gitarre – nur vier Seiten hat und so leichter zu erlernen ist. Was noch fehlte, war ein ge­eigneter Unterrichtsraum. Der Kulturladen St. Georg bot sich unter der Voraussetzung an, dass auch andere Kinder bei Ali das Musikinstrument lernen dürften.

,,Viele Kinder machen später im Profiorchester weiter – das macht mich sehr stolz”

„Danach entwickelte sich alles von selbst: Kinder brach­ten andere Kinder. Schnell wur­den wir eine große Gruppe“, er­zählt der Eppendorfer. Seit­dem wird unterrichtet, ganz un­kompliziert, jeden Samstag und Sonntag von 11 bis 15 Uhr. Das Angebot ist kostenlos und auch eine Anmeldung ist nicht nötig.Nach einer Weile wurde das Mandolinenorchester immer öfter zu Konzerten eingeladen, so wie jüngst zum einjährigen Geburtstag des Flüchtling-Magazins. Manchmal sind Auftritte auch weiter weg: 2009 war die Gruppe zum Beispiel in Ägypten. Die Konsulin von Ägypten hatte die Gruppe bei einem Konzert in der Uni Hamburg gesehen und sie kurzerhand zu einem Kinderfestival eingeladen. Drei Einladungen nach Dubai dagegen musste das Orchester allerdings ablehnen – während der Schulzeit sind solche Besuche nicht möglich.
Meist sind es Festivals und Veranstaltungen in Hamburg und Norddeutschland, auf denen das Orchester spielt. Gagen gibt es oft keine, wenn doch, dann fallen sie gering aus. Für das Orchester steht ohnehin der Spaß im Vordergrund. Die Stadt Hamburg belohnte Alis Arbeit 2012 mit dem Bürgerpreis für herausragendes Engagement in der Integrationsarbeit.

Ein Instrument kann bei Ali jeder lernen, egal wie alt, ob blutiger Anfänger oder eingerosteter Gelegenheitsspieler. Wer erst mal ausprobieren möchte, ob ein Instrument überhaupt etwas für einen ist, dem stellt Ali auch gerne eines zur Verfügung. Schließlich weiß der Iraker noch zu gut, wie sich die Sehnsucht nach einem Instrument anfühlt: „Ich wollte als Kind unbedingt ein Instrument haben, aber meine Eltern hatten kein Geld. Und es war auch schwer, einen Musiklehrer zu finden“, erinnert sich der 56-Jährige. Er selbst hat heute 15 Mandolinen, der Kulturladen zehn. Alis älteste Schülerin ist eine 57-jährige Witwe. Ihr Psychologe hatte ihr empfohlen, ein Instrument zu erlernen. Eine andere Schülerin von ihm studiert jetzt Musik, nachdem sie sechs Jahre bei Ali Mandoline lernte. Zwei weitere waren zehn Jahre dabei, musizieren heute professionell in Berlin und London. „Über 300 Kinder haben Mandoline bei mir gelernt. Viele machen später im Profiorchester weiter. Das macht mich sehr stolz.“

www.kulturladen.com/english-mandolinenorchester

Text: Melina Seiler 
Beitragsfoto: Jakob Börner


Als Ali Shibly 1998 nach Deutschland kam, gründete er sehr bald die Shiblyband. Das deutsch-arabische Gemeinschaftsprojekt macht Orientjazz und hat bereits drei Alben veröffentlicht. www.shiblyband.de

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Karo Beach – Der Sommer wird öko

Deutschlands erster Zero Waste Beach Club, das Karo Beach, haucht einer langweiligen Asphaltfläche Stadtleben ein.

Zigarettenkippen, Plastikflaschen und Einweggrills im Sand, überquellende Mülleimer… Am Elbstrand vielleicht, aber nicht im Karo Beach! Auf der Freifläche vor der Rindermarkthalle eröffnen die Betreiber der zwei unverpackt-Läden „Stückgut“ einen Strandclub, in dem (fast) kein Müll produziert wird. Er ist der erste seiner Art in Deutschland. 

Der nachhaltige Dorfplatz

Die „Betonwüste“ vor der Rindermarkthalle soll zum urbanen Dorfplatz werden. Den Gründerinnen und Gründern schwebt ein ökologisches Idyll inmitten des Partytrubels vor; eine Großstadtoase, an der die Besucher rasten, ihre Füße hochlegen und klönen können. Eltern, die fair gehandelten Eiskaffee aus pflanzlichen Stroh-Halmen schlürfen, die Kinder backen den köstlichen Kuchen mit Sand aus der Region, Anzugträger und Studenten spielen nach Feierabend eine Partie Volleyball im Sonnenuntergang. Wenn die hamburgische Sommerluft bei Einbruch der Dunkelheit empfindlich frisch wird (also an den meisten Abenden), wärmt man sich am Lagerfeuer. Denn im Karo Beach wird es keine Heizpilze geben, die extrem viel CO2 abgeben. Ein Feuer zu machen, ist nicht nur gemütlich, sondern auch deutlich nachhaltiger.

Details machen den Unterschied: Hier gibt es keine To go-Becher, Plastik-Strohhalme oder Einwegflaschen. Die Gäste essen Gerichte aus den Läden in der Rindermarkthalle, die so regional wie möglich sind. Zero Waste, also wirklich gar kein Müll, ist das hehre Ideal, das die Richtung vorgibt. Zumindest gibt es weder Einweggeschirr noch Plastiktüten. Doch an jeder Lieferkette kommt irgendwann der Punkt, der sich nicht mehr beeinflussen lässt. Für das Karo Eck sind das die Kooperationspartner: „Wenn jemand in der Rindermarkthalle bestellt, um das nach draußen zu bekommen und ein Gastwirt eine Stück Fleisch aus einer Plastikhülle nimmt, können wir das nicht kontrollieren“, so Betreiber Dominik Lorenzen.

„eine Plattform für das Thema Zero Waste“

Die Betreiber vertreten aber ohnehin keine dogmatische „ganz oder gar nicht“-Einstellung. Stattdessen wollen sie es sich und ihren Gästen gut gehen lassen. „Müllvermeidung hat nichts mit Verzicht zu tun, sondern mit Spaß und der Bejahung von Leben“, sagt Mitgründerin Insa Dehne. Der Club will allen Interessierten Tipps für einen müllfreien Lebensstil geben und eine Plattform für das Thema sein ein. „Denkbar sind Sessions und vielleicht Mini-Kongresse zu Müllvermeidung.“, so Lorenzen. Das Karo Beach ist also nicht nur ein Club, sondern auch ein Versuchslabor für kreative Ideen im Bereich Müllvermeidung. Ideenklau ist erwünscht: Sie wollen eine Zero Waste Bewegung in der ganzen Hamburger Gastronomie. Der erste Schritt ist gemacht und das Karo Beach eröffnet.

Karo Beach, Neuer Kamp 31, (St.Pauli), ab 9.5.18, täglich 10–22 Uhr; www.karo-beach.de

Text: Sabrina Pohlmann


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Die Highlights des Kurz Film Festivals – 7 Tage, 7 Tipps

Das Internationale Kurz Film Festival zeigt vom 5. bis 11. Juni Mutiges, Experimentelles und Berührendes aus der Welt der Kurzfilme. Diese Tipps legen wir euch wärmstens ans Herz.

Di, 5.6. Feierlich-groovige Festivaleröffnung
Mit einer Kurzfilmauswahl zur Huldigung des Sonderprogramms „Disco“; Zeise Kinos, 19.30 Uhr

Mi, 6.6. Deframed
Radikale, experimentelle, abstrakte, höchst kunstvolle Kurzfilme im Wettbewerb; Kino „Lampenlager“ im Festivalzentrum, 19 Uhr

Do, 7.6. Hamburger Wettbewerb 1 und 2
Die besten Kurzfilme aus und über Hamburg! Kino „Lampenlager“ im Festivalzentrum, 19 und 21.15 Uhr

Fr, 8.6. Sonderprogramme China 1 und 2
Der chinesische Kurzfilm ist hierzulande fast unsichtbar. Eine einmalige Chance, welche zu sehen! Filme im Spagat zwischen politischen Direktiven und privater Ausdruckssuche. Metropolis Kino, 19 und 21 Uhr

Im neuen Festivalzentrum gibt’s reichlich Raum für Freunde des Kurzfilms.

Sa, 9.6. Open Air: You Spin Me Round
Musikalische Merkwürdigkeiten und sonderbare Auftritte des Post-Disco-Zeitalters von Finnland bis Ungarn; Open Air hinter der Halle H (Festivalzentrum), 22.15 Uhr

So, 10.6. Best-of Deutsch und International
Die Besten der Besten aus Tausenden eingereichter Kurzfilme; Zeise Kinos, 17.30 und 20 Uhr

Mo, 11.6. Preisrolle
Alle Preisträger des Festivals in einer Rolle; Zeise Kinos, 19 Uhr


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Rindchen schlemmt – Chinesische Spitzenküche im Ni Hao

Ganz gegen das Klischee! Das Ni Hao lockt mit chinesischer Spitzenküche unseren Food-Kolumnisten Gerd Rindchen aus Eimsbüttel bis ins ferne Wandsbek.

Vor rund 24 Jahren wanderten die drei damals blutjungen Gebrüder Chen, gebürtig in China, aber vorher in Holland ansässig, nach Hamburg ein. Das Ziel: Der Hansestadt ein hochwertiges Res­taurant mit kompromissloser chinesischer Spitzenküche zu bescheren. Ungefähr seit dieser Zeit zählt das Ni Hao, wenngleich aus Eimsbütteler Sicht im fernen Wandsbek gelegen, zu unseren absoluten Lieblings­restaurants. Besonders gerne essen wir hier die authentischen, abwechslungsreichen und überaus preiswerten Menüs, die jeweils ab zwei Personen zum Teilen für alle angeboten werden. Am meisten Spaß machen diese aber am runden Drehtisch ab vier Personen, wenn die zahlreichen Schälchen und Schüsselchen munter hin- und hergeschoben werden. Immer wieder spannend ist das Überraschungsmenü: Hier gibt es erst kalte und dann warme chinesische Vorspeisen, danach ein paar Hauptgerichte nach Tageswahl von Küchenchef Julian Chen und ein Überraschungsdessert. Hier haben wir schon viele spannende neue Entdeckungen gemacht und der Preis (27,50 Euro pro Nase), ist eingedenk des gemeinhin Gereichten eher ein Sozialtarif.

Wer gerne vorher wissen möchte, was er auf dem Teller hat, und einen Hauch pikanter Schärfe nicht scheut, dem empfehle ich wärmstens das Sichuan-Menü (32,50 Euro): Hier folgt auf in Teeblättern ge­rösteter Ente, die in Pfannkuchen eingerollt wird, eine der Signature Dishes des Hauses, eine klassische sauer-scharfe Suppe. Im Hauptgang gibt es dann Rinderfiletstreifen auf Szechuan-Art und die wahrlich königlichen Hühnerwürfel ­Palast-Art mit Chili und Cashewkernen, bevor das Ganze recht konventionell mit Früchten und Eis ausklingt (mit Desserts haben es die Chinesen eh nicht so).

Zu den herausragenden Hauptgerichten, falls man kein ganzes Menü möchte, zählen gedünsteter Schweinebauch mit fermentiertem Senfkohl auf Shanghai-Paksoi (16,90 Euro) oder das in Öl gekochte Rinderfilet mit Sichuan-Gewürzen auf Shanghai Paksoi. Schön ist auch, dass das Ni Hao ein Restaurant von zeitloser Eleganz bar jeglicher Asia-Folklore ist und so auch in den Trendvierteln von London oder New York stehen könnte. Alles in allem ist die Küche so abwechslungsreich und voller geschmacklicher Intensität und Tiefe, dass ich hier locker drei bis vier Mal die Woche essen könnte – wenn es nicht gerade in Wandsbek wäre … 

Text: Gerd Rindchen

Ni Hao: Wandsbeker Zollstraße 25-29 (Wandsbek), Mo-So 12–23 Uhr, facebook.com/NIHAO.wine.and.food/


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Das könnte dich auch interessieren!

BierSZENE – Craft Beer auf Reisen

1700 Kilometer, ein Mann, ein Fahrrad und ein Kasten Hamburger Bier. Kreativling und Bierliebhaber Nico Heimann ist noch bis Anfang Juni für das „Projekt Bottle Post on Pedals“ auf großer Fahrradtour durch Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland. Seine Mission: Die Leidenschaft für handwerklich gebrautes Bier mit anderen Menschen teilen. Da sind wir doch dabei!

Eine Art Kulturaustausch für Biernerds – so könnte man wohl beschreiben, was bei „Bottle Post on Pedals“ zurzeit passiert. Nico Heimann ist seit knapp zwei Wochen im Namen der Braugasthäuser Dolden Mädel in Berlin und Binz, Altes Mädchen in Hamburg sowie das Fritz in Greifswald und Stralsund unterwegs. 26 Tage und 1700 Kilometer sind für die Tour geplant. Auf seinem Weg durch Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland macht er Halt bei befreundeten Brauereien – um sie zu besuchen und um Flaschen seines Bieres, das er im Anhänger umherfährt, gegen deren Biere zu tauschen.

 Ein Wegbier mit Geschmack

Gebraut wurde das Bier von den Küchenchefs der verschiedenen Braugasthäuser unter der Leitung von Ian Pyle, Kreativbraumeister der Ratsherrn Brauerei in Hamburg. Die Idee war es, ein Bier zu kreieren, das grundsätzlich jedem schmeckt und doch etwas ganz Besonderes und Mutiges hat. Nicht zu hopfenbetont, nicht zu malzig, vielleicht etwas Beeriges, fast Säuerliches – und definitiv gut trinkbar. Schnell landete die Brew-Crew mit diesen Vorlieben in der belgischen Bierküche. So entstand ein Farmhouse Ale, das sich durch Frische und einen schlanken Körper auszeichnet. Kurzum: Sommer im Glas, den man zurzeit in jedem der Partner-Braugasthäuser am Hahn findet.

Bottle on Pedals

Jeden Tag ein neuer Brauer: Auf seiner Reise schließt Nico viele Freundschaften mit anderen Biernerds.Foto: Bottle post on Pedals

Foto: Bottle on Pedals

Große Liebe: Der Drahtesel macht ganz schön was mit. Foto: Bottle post on Pedals

Auf seiner Tour begleiten kann man Nico Heimann auch – via Facebook und Instagram. Hier teilt er täglich Fotos und Videos seiner fast einmonatigen Reise und spricht über Bier, Brauereien und Berge, die er mit seinem Drahtesel erklimmen muss.

Ich finde, ein tolles Projekt, das Durst auf mehr macht.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

BierSZENE – Schnaps trifft Craft Beer

Die Craft-Beer-Szene in Hamburg wächst und wächst. Ich habe für euch Simon und Nienke in ihrer neuen Oorlam Bar besucht. In den Kohlhöfen in der Neustadt packen die beiden bestes Buddelship-Craft-Beer und handwerklich gebrannten Jenever auf die Karte.

Aus 15 Zapfhähnen strömt in der neuen Oorlam Bar in der Hamburger Neustadt köstliches Craft Beer von einer der Top-Brauereien: Buddelship. Kaum verwunderlich, denn Anfang April wurde die Bar von niemand Geringerem als Brauerei-Chef Simon Siemsglüß mit seiner Freundin Nienke Oostra eröffnet. Die ist wiederum die Inhaberin des Spirituosen-Labels Filosoof Jenever. Die feinen Jenever, die die Holländerin in kleinen Margen brennt, gibt es deshalb selbstverständlich auch auf der Getränkekarte.

Das perfekte Paar: Craft Beer & Jenever

„Wir wollten eine Bar in Hamburg eröffnen, in der man zur Abwechslung beides trinken kann: tolles Craft Beer und guten Schnaps.“, erklärt mir Nienke bei meinem Besuch. Dass Bier und Jenever – ein Wacholderschnaps aus den Niederlanden und Belgien –  bereits einzeln gut schmecken, war mir klar. Ein Kracher wird es aber, wenn man sie als Pairing genießt. Das frisch gezapfte Porter „Gotland 1394“ ist süßlich-herb und schmeckt nach Kaffee, dunkler Schokolade und Schwarzbrot. Der Jenever Wieke, den ich dazu gereicht bekomme, hat eine fruchtige Süße, geprägt von den verwendeten Wachholderbeeren. Noten von Seegras und Vanille gesellen sich ebenfalls dazu. Diese sorgen dafür, dass sich das Bittere des Bieres noch ein bisschen in die Länge zieht. Eine bombastische Kombi, die ihresgleichen sucht.

Craft Beer und Jenever-Schnaps

Ein ungleiches, aber harmonisches Paar: Craft Beer von Buddelship und Jenever-Schnaps. Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

In der Hamburger Craft-Beer-Szene ist noch Luft nach oben

Das Oorlam ist nach dem Birrificio Shanghait bereits die zweite Bier-Bar, die innerhalb kurzer Zeit in Hamburg ihre Türen für Craft-Beer-Nerds und Bier-Neulinge öffnet. Angst haben, dass man sich in der Craft-Beer-Szene gegenseitig das Geschäft wegnimmt, brauche aber keiner haben, so Nienke. „In Amsterdam gibt es viel mehr kleine Bier-Bars als hier – und gleichzeitig laufen sie besser.“

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Jenever in der Oorlam-Bar

In der Oorlam-Bar wird Jenever serviert – Wacholderschnaps. Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Für Simon muss in der Hansestadt ohnehin noch viel Pionierarbeit geleistet werden: „Solange nicht auch in Standardkneipen Craft Beer am Hahn ist, ist eigentlich noch nichts passiert“, so der Braumeister. „Craft Beer ist noch längst nicht im Mainstream angekommen – und das ist unser Ziel.“ Viele vergessen, dass Craft Beer vor allem auch lokales Bier sein sollte. Es sei absurd, dass das meiste Bier, das in Hamburg getrunken wird, nicht hier gebraut werde. „Für mich ist Astra keine Hamburger Brauerei, sondern Carlsberg mit einer anderen Marketingstrategie. Solange Astra als lokale Brauerei gesehen wird bedeutet das für mich, dass da noch kein Umdenken bei der großen Masse stattgefunden hat.“ Bis dahin heiße es weitermachen. Eine Sicht der Dinge, die ich nur zu gerne unterstütze.

In diesem Sinne: Trinkt mehr Craft Beer, ihr Lieben! Prost!

Euer Daniel

Oorlam: Kohlhöfen 29 (Neustadt), Telefon 0176 34367697, Mi-Fr 16–22, Sa-So 12-22 Uhr; www.facebook.com/Oorlambar

Beitragsfoto: Felix Valentin / Jupiter Union


Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

Lotto King Karl – Heimspiel auf der Freilichtbühne

Das Volksparkstadion ist sein Wohnzimmer, die Freilichtbühne im Stadtpark mindestens sein Esszimmer: Ein Gespräch mit Lotto King Karl über seine leidvolle HSV-Liebe, Konzerte als Mannschaftssport und Pfastersteine als Gelenkekiller.

SZENE Hamburg: Lotto, schon oft hast du über deinen HSV festgehalten: „Wenn es dem Verein schlecht geht, geht es mir auch schlecht.“ Wie schlecht geht es dir also nach dieser Saison?

Lotto King Karl: Ziemlich schlecht.

Bist du im Alltag anfällig für Neckereien, oder nimmst du Schadenfreude locker?

Ich kriege natürlich ohne Ende Schadenfreude ab, weil ich für viele Leute sehr greifbar bin, was den Fußball des HSV betrifft. Aber ich kann ja auch nichts dafür, wie es um den Verein steht.

Gut steht es hingegen um deine Konzerte im Stadtpark auf der Freilichtbühne…
…weil meine Band und ich dort keinen Gegner haben (lacht).

Allerdings gibt es schon Parallelen. Welche sind das deiner Ansicht nach?

Beide, Mannschaft wie Band, sollten immer mit großer Motivation rausgehen. Und beide haben große Anstrengungen zu bewältigen. Im Stadtpark sind das die Pfastersteine. Wenn man drei Stunden spielt, geht das echt auf die Gelenke.

Was könnt ihr Musiker denn besser als so manche Fußballmannschaft?

Wir vergessen nie, dass wir auf einer Bühne stehen, einige Sportler hingegen schon. Und das, obwohl sie Bühnen zur Verfügung haben, die viel besser gepflegt sind als die meisten auf dieser Welt (lacht).

Die Freilichtbühne ist eine legendäre Location

Lotto King Karl Foto: Ana Maria Arevalo

Lotto King Karl spürt langsam sein Alter. Foto: Ana Maria Arevalo

Größte Stärke eurer Band?

Unser gutes Verhältnis zueinander. Wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen und zusammen Musik machen können.

Und die größte Schwäche?

Unser Alter. Wir treffen uns mittlerweile eher morgens um sieben beim Sport, als nachts um drei an der Bar (lacht).

Alter bringt auch Routine mit sich. Sind die Auftritte auf der Freilichtbühne nach all den Jahren dennoch speziell für euch?

Wir kennen fast jeden, der im Stadtpark arbeitet, können uns auf die Gegebenheiten perfekt einstellen, was vieles einfacher macht. Ein echtes Heimspiel also. Schön ist auch, dass wir auf der Freilichtbühne verschiedene Lichtatmosphären haben. Wenn ich mir nach Stadtpark-Konzerten die Bilder davon ansehe, denke ich, es waren drei verschiedene Shows. Es ist einfach eine legendäre Location und für uns weiterhin eine Riesenehre, dort spielen zu dürfen.

Interview: Erik Brandt-Höge

Freilichtbühne im Stadtpark
25.5.2018 + 15.9.2018, 18 Uhr


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!